Montag, 13. Juni 2011

Marillion – Script For A Jester’s Tear




Marillion – Script For A Jester’s Tear


Besetzung:

Fish – vocals
Steve Rothery – guitar
Pete Trewavas – bass
Mark Kelly – keyboards
Mick Pointer – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Script For A Jester's Tear (8:43)
2. He Knows You Know (5:24)
3. The Web (8:52)
4. Garden Party (7:20)
5. Chelsea Monday (8:17)
6. Forgotten Sons (8:23)




Mit dieser Veröffentlichung, aus dem Jahr 1983, bewiesen Marillion, dass progressive Rockmusik à la Genesis der 70er Jahre auch noch in den 80ern ihre Daseinsberechtigung hatte und noch lange nicht „ausgestorben“ oder aber überholt war. Ein Hammeralbum haben die fünf Briten da vorgelegt, im Grunde genommen das erste ihres Schaffens, denn bei der vorherigen Veröffentlichung, „Market Square Heroes“, handelt es sich aufgrund der kurzen Laufzeit doch eher um eine EP.

Auf „Script Of A Jester’s Tear“ passt einfach alles. Bombastische und melodiöse Musikstücke, kombiniert mit dem Gesang Fishs, der mal flüsternd, flehend, beschwörend, elegisch und schließlich kraftvoll durch die Lieder führt. Und somit gestaltet es sich auch sehr schwierig, einzelne Stücke aus dem Album hervorzuheben, denn Schwächen gibt es hier nicht zu hören. Alle sechs Lieder können begeistern und um jeden Track, der fehlen würde, wäre es sehr schade.

Das erste Lied und damit der Titeltrack, ist wohl das „beste erste Lied“, was eine Band je auf Vinyl oder später auf CD gepresst hat. Das Herz des „progressiven Rock Fans“ hüpft beim Hören im Dreieck, und dies, obwohl hier noch nicht mal „gefrickelt“ wird, beziehungsweise schräge Töne zu hören sind. Das Lied überzeugt in seinem Aufbau, seiner Fülle und Dichte, wie mit all seinen einzelnen und verschiedenen Teilen, die bereits darauf hinweisen, was der geneigte Zuhörer auf dieser CD noch so alles zu hören bekommen wird. Und wenn eine Nummer Marillions besonders an die Ära „Peter Gabriel mit Genesis“ erinnert, dann ist es wohl dieses Stück.

Nach diesen 8 Minuten und 43 Sekunden geht es allerdings genauso überzeugend weiter. Das Stück „He Knows You Know“ ist mit seinen knapp fünfeinhalb Minuten das kürzeste auf dem Album und weiß auch wieder mit seinem Spiel zwischen ruhigen und treibenden Passagen zu glänzen. Und wieder ist es auch Fish’s Stimme, die einen großen Reiz dieses Tracks ausmacht. Die meisten Sänger anderer Bands singen den Text eines Liedes, Fish jedoch setzt seine Stimme als Instrument ein, mit dem er während des Stückes spielt. Chapeau.

„The Web“ und „Garden Party“ sind anschließend ebenfalls erneut Songs, die von ihrem Abwechslungsreichtum leben. Instrumentierung, Aufbau und die jeweiligen Steigerungen könnten nicht besser gewählt beziehungsweise gesetzt sein. Und dabei groovt alles so wunderbar und mitreißend.

Kommen wir schließlich zu „Chelsea Monday“, welches mit einem Basslauf eingeleitet wird und so unglaublich schön klingt. Synphonieartig breitet sich hier ein Klangteppich aus, der Seinesgleichen sucht. Gefolgt wird dieses Stück von „Forgotten Sons“, dem härtesten Lied auf der CD. Aber auch hier (ja ich weiß, ich wiederhole mich) passt alles so perfekt zusammen, dass es fast schon unwirklich ist. Und wenn dann Fish noch sein „Amen“ herausschreit, ist die Gänsehautzeit eingeläutet.

Fazit: Wer Spaß an progressiver Rockmusik hat, die alten Genesis mag und offen ist für den NeoProg der 80er, der kann an diesem Album einfach nicht vorbeigehen. Für die, die es noch nicht kennen: Absoluter Kauftipp! 14 Punkte, mindestens!

Anspieltipps: Script For A Jester's Tear, Chelsea Monday, Forgotten Sons



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