Montag, 12. März 2012

Guilt Machine – On This Perfect Day





Guilt Machine – On This Perfect Day


Besetzung:

Jasper Steverlinck – vocals
Lori Linstruth – lead guitars
Chris Maitland – drums
Arjen Lucassen – other instruments and vocals


Gastmusiker:

Ben Mathot – violin
David Faber – cello


Label: Mascot Records


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Progressive Rock, ProgMetal


Trackliste:

1. Twisted Coil (11:43)
2. Leland Street (8:03)
3. Green And Cream (10:33)
4. Season Of Denial (10:22)
5. Over (6:12)
6. Perfection? (10:46)




Der Holländer Arjen Lucassen ist sehr fleißig. So hat er neben seinem Hauptprojekt „Ayreon“, mit „Guilt Machine“ nun schon das vierte Nebenprojekt eröffnet. Und das ist absolut gelungen. Für die Komposition der Musik zeichnet sich alleinig Arjen Lucassen aus. Für die Umsetzung der Produktion konnte er dieses Mal Chris Maitland, den Ex-Drummer von Porcupine Tree gewinnen. Weiter beteiligt war Lori Linstruth, die sich für alle Texte verantwortlich zeigte. Dazu gesellte sich schließlich noch mit Jasper Steverlinck ein bisher völlig unbekannter belgischer Sänger, der seine Sache ausgezeichnet macht. Und wenn ich es nicht anders im Booklet nachlesen könnte, so wäre ich mir sicher, Freddie Mercury dort in einigen Passagen beim Singen zu hören. Unglaublich diese Ähnlichkeit.

Die Musik selbst besteht aus sechs Stücken, die durch die Bank weg, überaus gelungen sind. Das klingt zum Teil nach progressivem Hardrock bis ArtRock. Dicht und düster kommen die sechs Stücke aus den Boxen, garniert wird das Ganze durch tolle Melodien, die immer wieder Überraschungen aufweisen. Weitere Adjektive zur Beschreibung des Albums wären „melancholisch“ und immer wieder auch „wunderschön progressiv“.

Als Gimmick hat sich Herr Lucassen etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Im Booklet sind die Namen von Fans aufgereiht, die ihm in verschiedenen Sprachen ihre Gedanken zu den Themen „Schuld“, „Bedauern“, „Leben“, „Tod“ und der „menschlichen Natur“ als Audio-Datei zusandten. Gleich der zweite Beitrag ist dabei der Deutsche, quasi noch vor Beginn des ersten Liedes: „Wenn man lang genug in den Spiegel schaut, blickt man in die Augen des Teufels.“ Funktioniert bei mir aber Gott sei Dank nicht… 19 verschiedene Fan-Aussagen hat er auf diese Weise in sein Werk mit einfließen lassen.

Nun zur Musik. Die ist absolut dicht und weiß mitzureißen. Absolute Höhepunkte bei den Songs sind dabei „Season Of Denial“ und der letzte Track: „Perfection?“, was allerdings nicht heißen soll, dass die anderen Stücke dagegen groß abfallen. Wer welches Lied am besten findet, ist wieder mal absolute Geschmackssache, da sich hier wirklich keine schlechte Nummer auf das Album verirrt hat. Die beiden genannten Stücke sind meine persönlichen Höhepunkte, da sie in der ganzen Komplexität, dem Abwechslungsreichtum und auch der filigranen Musikalität noch mal eine Schippe drauflegen.

Fazit: Wer auf melodisch gemachte, zu Teil auch härtere und bombastische Rockmusik steht, die allerdings niemals seicht und mainstreammäßig daherkommt, kann hier nichts falsch machen. Eine tolle Platte von „Guilt Machine“ beziehungsweise Arjen Lucassen, die allerdings nur sehr wenig mit „Ayreon“ gemein hat. Dafür vergebe ich gerne 12 Punkte.

Anspieltipps: Season Of Denial, Perfection?



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