Samstag, 30. Juni 2012

Peter Gabriel – IV





Peter Gabriel
– IV



Besetzung:

Peter Gabriel – vocals, drums, percussion, cmi synthesizers


Gastmusiker:

David Rhodes – guitars, backing vocals
Larry Fast – moog, synthesizers
Tony Levin – bass, stick
Jerry Marotta – drums, percussion
Peter Hammill – backing vocals
Morris Part – percussion
John Ellis – guitar, backing vocals
Ekome Dance Company – ghanain drums
David Lord – piano, cmi synthesizer
Jill Gabriel – backing vocals
Roberto Laneri – saxophone
Stephen Paine – cmi synthesizer


Label: Virgin


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: ArtPop, Rock, Pop


Trackliste:

1. The Rhythm Of The Heat (5:19)
2. San Jacinto (6:35)
3. I Have The Touch (4:36)
4. The Family And The Fishing Net (7:08)
5. Shock The Monkey (5:28)
6. Lay Your Hands On Me (6:10)
7. Wallflower (6:38)
8. Kiss Of Life (4:18)

Gesamtspieldauer: 46:11




Peter Gabriel hatte es einfach drauf, Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Er war sehr kreativ in dieser Zeit, denn auch auf seinem vierten Solo-Album, welches er erneut nicht betitelte, zum letzten Mal übrigens, kreierte er wieder einige Titel, die Höhepunkte der Pop-Musik darstellen.

1982 kam dieses vierte Album auf den Markt, welches in Fan-Kreisen, aufgrund des Covers, den Titel „Security“ erhielt. Und dieses neue Solo-Werk des Briten machte zwar einen Schritt in die Richtung „Mainstream“, dieser ist hier allerdings nur latent vorhanden und beileibe nicht bei allen Titeln auszumachen. Am deutlichsten wird dieser neue Stil im Schaffen des Musikers wohl beim letzten Stück „Kiss Of Life“, welches gleichzeitig auch das schwächste Stück der Platte darstellt. Hier kommt Peter Gabriel dem etwas später veröffentlichten Song „Big Time“, zumindest von der Stimmung her, schon sehr nah. Aber das ist genau die Musik, die man als Fan des Ex-Sängers von Genesis wohl nicht unbedingt hören will. Disco-angehauchter Pop ist auch nicht gerade seine Stärke.

Aber das Album enthält ja auch diese schon erwähnten Höhepunkte. „San Jacinto“ ist zum Beispiel solch einer. Dieser „Glockensound“, der einen hier das ganze Stück über begleitet ist wahrlich beeindruckend. Das Lied tönt. Und selbiges wird im Verlauf der Nummer mit einer solch wunderschönen Melodiösität begangen, dass man dennoch, nach über sechseinhalb Minuten Dauer enttäuscht ist, dass das Lied hier schon endet. Ebenfalls überaus beeindruckend ist die Nummer „Lay Your Hands On Me“. Spannend klingt das Stück, dass nur wenig Melodie besitzt, dafür aber umso mehr Rhythmus. Irgendwie bedrohlich und seltsam mystisch wirkt dieses Lied. Und wenn man dann noch das Glück hatte Peter Gabriel auf einem seiner Konzerte bei diesem Lied auf der Bühne zu sehen, dann konnte man dieses Lied sogar nicht nur hören, sondern spüren. Denn zu diesem Stück ließ sich Gabriel von der Bühne aus in das Publikum fallen und wurde auf Händen von der Masse der Zuhörer weitergereicht, bis ans Ende der Halle und wieder zurück zur Bühne. Und während all dem holte Jerry Marotta alles aus seinem Schlagzeug heraus, alles, was da auch drinsteckte. Bewegende Live-Momente.

Ebenfalls ein Höhepunkt, dieses Mal allerdings ein ganz ruhiger, ist das Stück „Wallflower“. Diese Nummer folgt gleich im Anschluss an „Lay Your Hands On Me“ und bildet dabei einen klasse Gegenpol. Hier stehen nun nicht Rhythmus oder Groove im Vordergrund, hier geht es um die Melodie. Und diese Melodie ist so wunderschön getragen, sentimental, traurig und melancholisch. Auf seine Art ebenfalls wieder beeindruckend.

“The Rhythm Of The Heat”, der Opener des Albums, ist ein Stück, welches sich immer weiter steigert, von seinem Rhythmus lebt und sofort ins Ohr geht. Dabei ist der Track sogar ein wenig experimentell. Solche Stücke hört man einfach nicht im Radio, das trauen sich die dortigen Redakteure nur mal „ausnahmsweise“. Erwähnt werden muss hier auch das Ende des Titels, bei dem alles vibriert und pulst. Klasse gemacht.

“I Have The Touch” und “Shock The Monkey” sind treibende Nummern, die dabei sehr eingängig und damit auch für das Radio geeignet sind. Und bei diesen beiden Stücken wird dann auch die Nähe zum Mainstream deutlicher, wobei dies keine negative Wertung darstellen soll. Beide Lieder reißen mit und überzeugen. Bliebe schließlich noch das mit über sieben Minuten längste Lied der Platte: „The Family And The Fishing Net“. Eine Melodie sucht man bei diesem Titel vergeblich, die Nummer lebt mehr von der Atmosphäre die es vermittelt und mal wieder vom Gesang Peter Gabriels. Trotzdem, richtig überzeugen kann das Stück nicht.

Fazit: Unter den acht Liedern des Albums befinden sich zwei nicht so überzeugende Titel, neben jeder Menge Höhepunkte. Dazu verfügt die Platte über eine schier unerschöpfliche Abwechslung. Jedes Lied ist völlig anders als das vorherige Stück und immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken. Und all das wird zusammengehalten von der eindrucksvollen Stimme Peter Gabriels. Somit stellt die vierte Platte des Briten ein klasse Album dar, welches sich unbedingt lohnt besitzt zu werden. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Rhythm Of The Heat, San Jacinto, I Have The Touch, Shock The Monkey, Lay Your Hands On Me, Wallflower



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