Montag, 26. November 2012

Peter Hammill – In Camera




Peter Hammill – In Camera


Besetzung:

Peter Hammill – guitars, bass, piano, harmonium, vocals, synthesiser, mellotron


Gastmusiker:

Guy Evans – drums (3,7)
Paul Whitehead – cymbal, drum, cello & percussion
Chris Judge Smith – liguaphone, minikit, percussion & choral voice


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Ferret And Featherbird (3:43)
2. (No more) The Sub Mariner (5:46)
3. Tapeworm (4:20)
4. Again (3:37)
5. Faint Heart And The Sermon (6:43)
6. The Comet, The Course, The Tail (6:02)
7. Gog / Magog (In Bromine Chambers) (17:27)

Gesamtspieldauer: 47:37




„In Camera“ heißt das vierte Album Peter Hammills aus dem Jahr 1974. Dieses klingt völlig anders als sein Solo Debut „Fool’s Mate“ und grenzt sich musikalisch auch deutlich von den Veröffentlichungen Van Der Graaf Generators ab, jene Band, welche 1972 zum ersten Mal aufgelöst wurde. Fast alle Instrumente spielte Peter Hammill dabei in seinem frisch eingerichteten Studio selbst ein. Nur bezüglich der Perkussion holte er sich Unterstützung, unter anderem vom Van Der Graaf Generator Weggefährten Guy Evans.

Zumindest zwei der besten Songs Peter Hammills befinden sich auf „In Camera“. Die da wären „(No more) The Sub Mariner“ und „Faint Heart And The Sermon“. Beide Stücke verfügen über wunderschöne Melodien und bestechen auch durch diesen eindringlichen Gesang Peter Hammills, der immer Seinesgleichen sucht. Unglaublich intensiv wirken diese beiden Stücke auf den Hörer ein. Atmosphärisch dicht erzeugen sie eine Stimmung, die packender nicht sein könnte. Musik kann wahrlich bewegend sein.

Dann gibt es da noch so Nummern wie „Ferret And Featherbird“ oder „Again“, die sich kaum mit der Musik anderer Künstler vergleichen lassen. Eingängig zwar, aber auf ihre Art und Weise doch kaum massenkompatibel. Noch einen Schritt weiter geht Peter Hammill bei Stücken wie „Tapeworm“ und auch „The Comet, The Course, The Tail“. Hier muss jetzt schon ein großes Herz für progressive Musik in der Brust des Hörers schlagen, um damit auch noch etwas anfangen zu können. Allerdings sind diese beiden Titel ebenfalls durchaus melodiös, jedoch nicht mehr ganz einfach nachzuvollziehen.

Und dann ist da ja auch noch dieser lange Track mit dem Titel „Gog / Magog (In Bromine Chambers)“, der auf der remasterten Version des Album auch in zwei Titel mit Namen „Gog“ und „Magog (In Bromine Chambers)“ aufgeteilt wurde. Ist „Gog“ noch mit Melodie, Rhythmus und Text versehen, so verzichtet Peter Hammill darauf bei „Magog“. Dieses „Lied“ ist jetzt nur noch eine Klangkollage. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man genau diese Geräusche hört, wenn man sich längere Zeit in einem Zimmer mit Brom-Dämpfen aufhält. Oder was will uns der Untertitel „In Bromine Chambers“ sonst sagen?

Fazit: Klar, Peter Hammill ist nicht für jeden etwas. Van der Graaf Generator wurde 1972 auch deshalb aufgelöst, da die Band Geldprobleme bekam. Zu viele Leute wollten das nicht hören. Und ich nehme an, richtig reich ist Peter Hammill mit seiner Musik auch nicht geworden. Dazu ist diese eben manchmal doch zu schräg, zu verschroben, zu ungerade. Wer allerdings Zugang zu dieser Art des Progressive Rock gewinnt, der wird bereichert werden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: (No more) The Sub Mariner, Again, Faint Heart And The Sermon




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