Donnerstag, 2. Mai 2013

Genesis – Nursery Cryme




Genesis – Nursery Cryme


Besetzung:

Tony Banks – organ, mellotron, piano, electric piano, 12-string guitar, voices
Michael Rutherford – bass, bass pedals, 12-string guitar, voices
Peter Gabriel – lead voice, flute, bass drum, tambourine
Steve Hackett – electric guitar, 12-string guitar
Phil Collins – drums, voices, percussion


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Musical Box (10:32)
2. For Absent Friends (1:48)
3. The Return Of The Giant Hogweed (8:12)
4. Seven Stones (5:11)
5. Harold The Barrel (3:01)
6. Harlequin (2:57)
7. The Fountain Of Salmacis (7:55)

Gesamtspieldauer: 39:35




Auf dem dritten Genesis Studio-Album „Nursery Cryme“ hatte es bezüglich der Musiker zwei Umbesetzungen gegeben. Steve Hackett war nun an der Gitarre zu hören und ersetzte damit Anthony Phillips, Phil Collins übernahm anstelle von John Mayhew das Trommeln. Die Ausrichtung der Musik, die auf dem Vorgänger-Album „Trespass“ eingeleitet worden war, wurde jedoch nicht mehr geändert, sondern beibehalten und vertieft. Auch auf „Nursery Cryme“, welches ein Jahr nach „Trespass“ erschien, gibt es klassischen progressiven Rock in Reinkultur zu hören.

„Nursery Cryme“ ist ein Meisterwerk geworden. Unglaublich schöne Melodien werden hier entwickelt, die Musik sprüht gerade so vor Abwechslung und Ideenreichtum. Dazu gesellen sich Texte, die es so wohl bis dahin auch noch nicht zu hören gab. Ein Blick dorthin beziehungsweise ein Ohr darauf lohnt ebenso wie dem Lauschen dieser Musik. Die Platte beginnt mit dem längsten Stück des Albums „The Musical Box“. Das ist allerdings kein Lied mehr im herkömmlichen Sinne, das ist eine musikalische Geschichte, die mal ganz sanft, dann wieder fordernd erzählt wird. Abwechslungsreichtum pur. Den Inhalt dieser „Geschichte“ kann man auch vorne auf dem Platten-Cover sehen.

Nun, es folgt Höhepunkt auf Höhepunkt. Mal wird die „normale“ Songstruktur mit Strophe – Refrain – Strophe – Refrain etc. in etwa eingehalten, meistens werden herkömmliche Songstrukturen allerdings völlig über Bord geworfen. Es gibt ausgedehnte wunderschöne Instrumentalpassagen und unglaublich harmonische Gesangsparts, in denen Peter Gabriel mal flüstert, mal fleht, mal singt, mal schreit und das immer der Dramaturgie der jeweiligen, gerade erzählten Geschichte angepasst. Und über allem schwebt die Melodie, die Musik, die einen packt und einfach nicht mehr loslässt. Grandios. Die beiden Stücke, die nicht genial sondern nur sehr gut sind, sind gleichzeitig die beiden kürzesten auf dieser Platte: „For Absent Friends“ und „Harlequin“ - und das war jetzt Jammern auf allerallerhöchstem Niveau.

Fazit: „Nursery Cryme“ quillt über vor tollen Einfällen und Ideen, Harmonien und Melodiösität, Wechseln in Rhythmus und Tempo, Geschichten zum Gruseln und Erzählungen zum Schmunzeln. Wer mal etwas hören möchte, was eingängig ist, trotzdem, schon aufgrund der Länge vieler Stücke, nicht im Radio zu hören ist, dem sei diese Platte wärmstens ans Herz gelegt. Das ist allerdings keine Musik zum „Nebenbeihören“, auf „Nursery Cryme“ gibt es nur Musik zu erhören, die die volle Aufmerksamkeit des Hörers verdient. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: The Musical Box und der Rest.





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