Freitag, 20. Juni 2014

Van Der Graaf – The Quiet Zone / The Pleasure Dome




Van Der Graaf – The Quiet Zone / The Pleasure Dome


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, piano and guitars
Guy Evans – drums and percussion
Nic Potter – bass guitar
Graham Smith – violin
David Jackson – saxophone on "The Sphinx In The Face" and "The Sphinx Returns"


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Lizard Play (4:32)
2. The Habit Of The Broken Heart (4:39)
3. The Siren Song (6:06)
4. Last Frame (6:17)
5. The Wave (3:15)
6. Cat's Eye / Yellow Fever (Running) (5:22)
7. The Sphinx In The Face (5:59)
8. Chemical World (6:13)
9. The Sphinx Returns (1:30)


Bonus Tracks:

10. Door (3:28)
11. The Wave (Early Instrumental Demo Version) (3:44)
12. Ship Of Fools (3:04)

Gesamtspieldauer: 54:08




Es hatte sich etwas getan bei Van der Graaf Generator seit der letzten Veröffentlichung „World Record“. Nicht nur, dass Van der Generator nun nur noch Van der Graaf hieß, auch in der Besetzung der Band wurde ein Wandel vollzogen. Organist Hugh Banton hatte keine Lust mehr und verließ die Band. Dafür kam nun der frühere Bassist Nick Potter erneut mit an Bord sowie Graham Smith an der Violine. Die Musiker gingen in dieser Zusammensetzung ins Studio, David Jackson hörte sich das eine Weile an und zog es dann vor, ebenfalls nicht mehr Teil von Van der Graaf zu sein. Auf dem Album ist er mit seinem Saxophon lediglich bei zwei Titeln noch als Studiomusiker vertreten.

Nun, auf die Musik hatte zumindest die Umbesetzung natürlich einen großen Einfluss. Längere Titel sucht man auf „The Quiet Zone / The Pleasure Dome” vergeblich. Noch ein wenig mehr steht der Gesang des Peter Hammill bei allen Titeln im Vordergrund - sowie die Violine des Graham Smith. Die einzelnen Nummern haben sehr viel mehr „normalen“ Liedcharakter und sind durchgehend deutlich eingängiger, als auf manch anderer Veröffentlichung der Band. Dabei reicht die Spannbreite der Titel von langsamer Ballade bis hin zu rockigen Stücken. Bei allen Liedern wurde der Violine, wie bereits erwähnt, eine sehr große Rolle zugedacht, was die Atmosphäre der Stücke grundlegend beeinflusst. Alles wirkt und klingt nun sehr viel eingängiger, auf irgendwelche Experimente verzichtete die Band vollständig, ohne dass dies bedeuten würde, Van der Graaf Generator wären nun langweilig geworden. Ganz im Gegenteil, auf „The Quiet Zone / The Pleasure Dome” hört man spannenden, ideenreichen und eingängigen Progressive Rock, der durch die Stimme des Peter Hammill auch als der von Van der Graaf Generator auszumachen ist.

Einige richtig gute Lieder befinden sich auf der Scheibe, Ausfälle gibt es überhaupt keine. Gleich der Opener „Lizard Play” ist überaus gelungen. Langsam wird der Titel mit akustischer Gitarre eingeleitet, um sich dann immer weiter harmonisch zu entwickeln und zu entfalten. „Last Frame“ wird mit einer sehr sehnsüchtig klingenden und etwas verzerrten Violine eingeleitet. Dazu gesellt sich der ebenso sentimentale Gesang des Peter Hammill und die Nummer steigert sich und wird immer spannender. Schließlich sollte hier das fantastische „Cat's Eye / Yellow Fever (Running)” nicht unerwähnt bleiben. Fast unglaublich und unfassbar, was Graham Smith hier aus seiner Violine herauszuholen imstande ist. Ein mitreißendes Lied, absolute Klasse. Nun auch bei den restlichen Titeln lässt sich viel Schönes und Interessantes entdecken, sodass auf „The Quiet Zone / The Pleasure Dome” wirklich kein Titel negativ aus dem Rahmen fällt.

Auf der remasterten Version wurden noch drei zusätzliche Lieder hinzugefügt. Dabei zeigen die Musiker mit „Door“ und „Ship Of Fools“, dass sie auch richtig rocken können. Das klingt schon verdächtig nach Hard Rock. Überraschend für Van der Graaf Generator.

Fazit: „The Quiet Zone / The Pleasure Dome” ist ein außergewöhnliches Album geworden, auch für Van der Graaf Verhältnisse. Nicht zuletzt die etwas „ungewöhnliche” Instrumentierung mit einer immer präsenten Violine trägt dazu bei. Die einzelnen Stücke sind allesamt melodiös, manchmal etwas verträumter, dann wieder umso mitreißender. Dieses Album macht einfach Spaß, wohl nicht nur Freunden des Progressive Rock. Leider war es das dann mit der Band. In dieser Zusammensetzung sollten sie nie wieder zusammenspielen und bis die nächste Platte, dann wieder in der ursprünglichen Besetzung, erschien sollten satte 28 Jahre vergehen. Umso schöner, dass es zumindest dieses Album hier noch gab. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Lizard Play, Last Frame, Cat's Eye / Yellow Fever (Running)



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