Dienstag, 7. Oktober 2014

King Crimson – Larks’ Tongues In Aspic




King Crimson – Larks’ Tongues In Aspic


Besetzung:

Robert Fripp – guitars, mellotron, electric piano, devices
John Wetton – bass, vocals, piano on "Exiles"
Bill Bruford – drums
David Cross – violin, viola, mellotron, electric piano, flute on "Exiles"
Jamie Muir – percussion, allsorts


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Larks' Tongues In Aspic, Part One (13:36)
2. Book Of Saturday (2:53)
3. Exiles (7:40)
4. Easy Money (7:54)
5. The Talking Drum (7:26)
6. Larks' Tongues In Aspic, Part Two (7:07)

Gesamtspieldauer: 46:36




„Was hörst Du denn da?“
„Larks‘ Tongues In Aspic!“
„Von wem ist das denn?“
„King Crimson“
„Oh mein Gott, wie kann man nur sowas anhören? Ist bei Dir alles klar?“

So etwas kann man durchaus erleben, wenn man es mal wagt „Larks‘ Tongues In Aspic“ von King Crimson etwas lauter und eben nicht nur im stillen Kämmerlein zu hören. Zugegebenermaßen ist dieses fünfte Studioalbum der Band auch nicht gerade eine einfache Kost. Das liegt an dem durchaus experimentellen Ansatz, den Robert Fripp hier verfolgt. Dieser musste King Crimson vor dem Album völlig neu aufstellen, da die vorherigen Bandmitglieder die Formation nach der letzten Platte und anschließender Tournee alle verlassen hatten.

Die ganze Rhythmusfraktion knallt einen auf „Larks‘ Tongues In Aspic“ immer wieder weg. Es gibt hier diese treibenden Parts, die so unglaublich dynamisch aus den Boxen explodieren. Dazu dann allerdings auch immer wieder diese wunderschönen melancholischen und melodiösen Abschnitte, welche zunächst gar nicht zum Rest der Platte passen wollen, aber diese perfekt ergänzen und vervollständigen. Oftmals werden diese letztgenannten, weichen und ruhigen Stimmungen durch die Violine des David Cross erzeugt.

Bei den Stücken 1, 5 und 6 handelt es sich um Instrumentalnummern, wohingegen die mittleren Titel 2, 3 und 4 jeweils auch mit Gesang ausgestattet wurden. Unabhängig davon ist jedoch der progressive Ansatz, der allen Liedern innewohnt und der auch in der besonderen Perkussion zum Ausdruck kommt. Hier versucht Jamie Muir auch mal ganz neue, bisher so noch sehr ungewohnte Wege zu gehen. Die letzten beiden Titel nähern sich bereits ein wenig dem Genre „Fusion Jazz“ an. Obwohl ich damit nur sehr wenig anzufangen weiß, überzeugt selbst dieser Ausflug von King Crimson hier. Jedoch muss man sich dann auch bewusst sein, dass obiges Gespräch beim Hören durchaus genau so ablaufen kann.

Fazit: Absolute Spannung ist bei diesem Album gegeben, bei dem man als Hörer hoch gehoben und dann wieder fallengelassen wird, um jedoch sehr sanft zu landen. Erneut wird man durchgeschüttelt, kann das alles gar nicht mehr so richtig verstehen und einordnen, um erneut weich umarmt zu werden. Musik kann wahrlich aufregend sein. Natürlich ist das keine 08/15-Mucke und für das Radio absolut ungeeignet. Wer jedoch auf Progressive Rock steht und auch der härteren und auch abgefahreneren Variante dieses Genres etwas abzugewinnen weiß, der sollte unbedingt mal in „Larks‘ Tongues In Aspic“ von King Crimson reinhören – egal was die anderen sagen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Larks' Tongues In Aspic, Part One und auch der ganze Rest



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