Montag, 13. April 2015

The Who – Quadrophenia




The Who – Quadrophenia


Besetzung:

John Entwistle – bass, horns, vocals
Roger Daltrey – lead vocals
Keith Moon – percussion, vocals
Pete Townshend – guitars, keyboards, banjo, cello, vocals, sound effects


Gastmusiker:

Jon Curle – newsreader voice
Chris Stainton – piano on "The Dirty Jobs", "5:15", and "Drowned"


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. I Am The Sea (2:08)
2. The Real Me (3:20)
3. Quadrophenia (6:13)
4. Cut My Hair (3:44)
5. The Punk And The Godfather (5:10)
6. I'm One (2:37)
7. The Dirty Jobs (4:29)
8. Helpless Dancer (2:33)
9. Is It In My Head? (3:43)
10. I've Had Enough (6:14)


CD2:

1. 5:15 (4:59)
2. Sea And Sand (5:01)
3. Drowned (5:27)
4. Bell Boy (4:54)
5. Doctor Jimmy (8:36)
6. The Rock (6:37)
7. Love Reign O'er Me (5:48)

Gesamtspieldauer CD1 & CD2: 1:21:41




Es gibt einfach so ein paar Alben, die begleiten einen das ganze Leben lang. Eine solche Scheibe ist „Quadrophenia“ von The Who – zumindest in meinem Fall... Bei „Quadrophenia“ handelt es sich um das sechste Studio-Album der Band, das zweite vollständige Konzeptalbum, nach dem vier Jahre zuvor entstandenen „Tommy“. Und auch die Geschichte „Quadrophenia“ wurde verfilmt, ebenso wie jene von „Tommy“. Sechs Jahre nach der Platte erschien der gleichnamige Film. Im Film hört man allerdings nicht nur die Musik von The Who, sondern auch die anderer Bands. Sting spielt eine der Hauptrollen, seine erste und wer mal die Chance hat sich diesen Streifen anzusehen, die oder der sollte die Chance nutzen. In dem Film wird die Geschichte des Jungen Jimmy und dessen Zerrissenheit im Schatten von Mods und Rockern sehr packend erzählt. Der Inhalt des Albums wurde von Regisseur Frank Roddam bestens umgesetzt.

Doch zurück zum eigentlichen Thema, der Musik auf „Quadrophenia“. An dieser Stelle muss ich sogleich feststellen, dass ich mir sicher bin: Wer abwechslungsreiche Rockmusik liebt, die oder der wird auch „Quadrophenia“ lieben. Die Platte, früher eine Doppel-LP, jetzt eine Doppel-CD, ist absolut begeisternd. Pete Townshend kann Lieder schreiben, die hängenbleiben, auf „Quadrophenia“ macht er dies am laufenden Band. Stücke wie „I'm One“, „The Dirty Jobs“ oder „Helpless Dancer“ sind einfach zum Niederknien schön. Drei Nummern, die auf der ersten Scheibe des Albums hintereinander durchstarten. Größtenteils sind diese eher ruhig gehalten und wurden mit Melodien ausgestattet, die sich festsetzen. Egal, ob da jetzt Roger Daltrey oder Pete Townshend singt, ob die Nummer eher gitarren-, violinen- oder pianolastig ist, die Musik wird einmal gehört und bleibt dem Konsumenten, sofort beim ersten Hören, unwiderruflich im Ohr.

„Quadrophenia“ ist unglaublich abwechslungsreich. Es gibt etwas härtere Abschnitte – ohne hier von Hard Rock sprechen zu können – und gefühlvollere Passagen und Lieder. Die Stimmungen wechseln immer wieder von fröhlich bis melancholisch traurig. Das geschieht dabei so spielerisch, dass man sich in jeder Sekunde, während jedes Taktes der Musik sehr gut aufgehoben fühlt und jeden atmosphärischen Wechsel ohne Anpassungsschwierigkeiten mitzugehen imstande ist. Musik kann wahrlich begeisternd sein. Nun und dann gibt es da ja noch dieses eine Lied, welches auf „Quadrophenia“ immer mal wieder auftaucht, jedoch erst ganz zum Schluss seinen richtigen und großen Auftritt erhält: „Love Reign O'er Me“. „Love Reign O'er Me“, das Lied welches einen irgendwie wie ein goldener Faden durch die ganze Scheibe begleitet. Am Ende der Platte wird die Nummer nun endlich vollständig ausgespielt, nicht mehr nur angedeutet. Hier ist jetzt die sich entladende Spannung im Lied selbst zu spüren. Regen ist zunächst zu hören, ein sehr traurig und verzweifelt klingendes Piano, Donner in Form der Pauken, Regen in Form einzelner Pianoklänge und dann, dann startet die Nummer unglaublich melodiös. Roger Daltrey singt sein „Love Reign O'er Me“ so verzweifelt, dass man ihm am liebsten alle Liebe dieser Welt durch die Boxen schicken möchte, damit es diesem Menschen auch wieder ein wenig besser geht. Unglaublich schön und berührend. Auch dafür sind wir geboren, solche Musik hören zu dürfen.

Fazit: „Quadrophenia“ ist wahrlich ein überzeugendes Album geworden. Zusammen mit dem Vorgänger „Who’s Next“ das Beste, was The Who überhaupt veröffentlicht haben. Dieses Mal hatte Pete Townshend die Musik im Alleingang geschrieben, was der Qualität der Platte selbstverständlich nicht schadet. Es gibt viel zu entdecken auf „Quadrophenia“. Hier gibt es die ruhigen Momente genau wie die treibenderen Parts. Immer jedoch steht die Eingängigkeit an erster Stelle und diese wirkt absolut niemals platt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es Menschen gibt, die die Rock Musik lieben und mit dieser Platte nichts anfangen können. Ein großes Album. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: Love Reign O'er Me



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