Freitag, 4. September 2015

The Tea Party – The Edges Of Twilight




The Tea Party – The Edges Of Twilight


Besetzung:

Jeff Burrows – drums and percussion
Stuart Chatwood – bass guitars
Jeff Martin – guitars, vocals


Gastmusiker:

Roy Harper – spoken word


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Rock


Trackliste:

1. Fire In The Head (5:06)
2. The Bazaar (3:42)
3. Correspondences (7:28)
4. The Badger (3:58)
5. Silence (2:51)
6. Sister Awake (5:43)
7. Turn The Lamp Down Low (5:16)
8. Shadows On The Mountainside (3:39)
9. Drawing Down the Moon (5:26)
10. Inanna (3:48)
11. Coming Home (5:53)
12. Walk With Me (14:20)

Gesamtspieldauer: 67:21




Eine Band, die hierzulande kaum jemand kennt, ist die kanadische Formation The Tea Party. Auf diesen Seiten habe ich ja bereits ein Album des Trios besprochen und kann wirklich jeder und jedem, die oder der auf gut gemachten und mitreißenden Rock steht empfehlen, hier mal ein Ohr zu riskieren. „The Edges Of Twilight“ ist das dritte Studioalbum der Band, wenn man mal die erste Veröffentlichung mit Demos außer Acht lässt. „The Edges Of Twilight“ wurde im Jahr 1995 veröffentlicht und enthält kraftvollen Rock, jedoch keinen Hard Rock. Allerdings jede Menge Rock Musik, die einem als Musikfreund das Herz deutlich höher schlagen läßt.

In einem Interview erzählte Schlagzeuger Jeff Burrows mal, dass sie mit diesem Album gerne das machen wollten, was Peter Gabriel im Bereich des Pop überaus erfolgreich praktiziert. Dies sollte ein Rock Album werden, in dem auch ganz andere Instrumente und andere musikalische Einflüsse zum Tragen kommen. Soll heißen, auch musikalische Anleihen aus anderen Teilen der Erde sollten mit in die Musik von The Tea Party einfließen. Peter Gabriel macht oftmals Weltmusik auf Pop-Ebene, dies hier sollte das Pendant dazu auf Rock-Ebene werden. Dazu lernten die drei Musiker sogar eine ganze Menge neuer Musikinstrumente, um diese mit in ihre Musik einfließen lassen zu können.

Wer nun allerdings einen kruden Stilmix erwartet, kann beruhigt werden. Auf „The Edge Of Twilight“, dessen Albumtitel einem Kapitel des Buches „Fire In The Head“ des US-amerikanischen Autors Tom Cowan entnommen wurde, hört man ziemlich geradlinigen und doch auch irgendwie verspielten Rock. Ein Widerspruch in sich, trotzdem durchaus wahr. Die Lieder werden angefüllt, mal mehr, mal weniger, mit Instrumenten aller möglicher Erdteile, ohne dabei ihren rockigen Charakter zu verlieren. Sänger Jeff Martin erinnert mit seiner Stimme ein klein wenig an Jimmy Morrison und trägt zusätzlich mit dazu bei, dass die Musik von The Tea Party eine ganz eigene Atmosphäre entwickelt. Die Lieder verfügen über sehr einprägsame Melodien und gehen schnell ins Ohr. Dabei wir vom Tempo wie vom Rhythmus her eine weite Spannbreite dargeboten. Hier gibt es den knalligen Rocker, genauso wie die sanfte akustische Nummer. Das wirkt alles sehr ausgereift, wohl überdacht und absolut überzeugend. In Kanada, ihrem Heimatland, erhielten The Tea Party mit dieser Scheibe zweimal Platin, in Australien war es immerhin noch einmal Platin. Weltweit hat sich die Scheibe etwa 300.000 Mal verkauft. Überraschend wenig, wenn man diese Musik hört. Dabei ist dieses Album sogar das erfolgreichste der Band.

Fazit: The Tea Party servieren ihren Hörern auf „The Edge Of Twilight“ Rockmusik, die Weltmusik-Einfärbungen aufweist. Nichtsdestotrotz ist dies ein Rock-Album im herkömmlichen Sinn, bei dem so manch exotisches Instrument wie einige, nicht westlich geprägte Akkorde Einzug gefunden haben. Die Musik wird durch diese Einflüsse jedoch nicht verwässert oder gar schwieriger zu konsumieren, ganz im Gegenteil, die Musik wird dadurch noch ein wenig spannender, wächst in ihrer Aussagekraft. Für alle diejenigen Musikhörer bestens geeignet, die zum einen coolen Rock mögen und gleichzeitig für das Neue aufgeschlossen sind. Ups, merke gerade, die Scheibe ist ja bereits zwanzig Jahre alt. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Correspondences, The Badger, Shadows On The Mountainside



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