Freitag, 5. August 2016

Radiohead – Kid A




Radiohead – Kid A


Besetzung:

Colin Greenwood – bass
Jonny Greenwood – guitars, keyboards
Ed O'Brien – guitars, vocals
Phil Selway – drums
Thom Yorke – vocals, guitars, keyboards


Gastmusiker:

Andy Bush – trumpet
Steve Hamilton – alto saxophone
Martin Hathaway – alto saxophone
Andy Hamilton – tenor saxophone
Mark Lockheart – tenor saxophone
Stan Harrison – baritone saxophone
Liam Kerkman – trombone
Mike Kearsey – bass trombone
Henry Binns – rhythm sampling
Orchestra Of St John's – strings


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Experimental Rock, Electronica, Art Rock


Trackliste:

1. Everything In Its Right Place (4:11)
2. Kid A (4:44)
3. The National Anthem (5:51)
4. How To Disappear Completely (5:56)
5. Treefingers (3:42)
6. Optimistic (5:16)
7. In Limbo (3:31)
8. Idioteque (5:09)
9. Morning Bell (4:35)
10. Motion Picture Soundtrack (6:59)

Gesamtspieldauer: 49:58




„Kid A“, das vierte Studioalbum von Radiohead, gilt allgemeinhin als das Meisterwerk der englischen Band. Im Oktober des Jahres 2000 wurde das Album bei EMI veröffentlicht und viele Kritiker schrieben, dass mit dieser Scheibe die Musik neu erfunden worden wäre beziehungsweise, dass „Kid A“ die Geburtsstunde der „neuen“ Musik darstellen würde, was immer damit auch gemeint sein könnte.

Und wie es manchmal eben so ist, da wird eine Platte in den Himmel gelobt, trotzdem ist diese allerdings sicherlich nichts für den „Massenmarkt“ – obwohl das Album in fast jedem Land Platinstatus erreichte aufgrund seiner Verkaufszahlen. Trotzdem kein Widerspruch, denn auf „Kid A“ hört man Gefühle, nein man spürt sie sogar. Hier gibt es die Verzweiflung, die Wut, die Liebe, die Zufriedenheit, die Trauer. Man ergründet den Wahnsinn, die Orientierungslosigkeit, die Spannung, die Schönheit, den Sanftmut. Dies alles auf einem Album, welches sich der Hörerin oder dem Hörer mit Sicherheit nicht beim ersten Mal des Anhörens erschließen wird. „Kid A“ ist eines jener Alben, die im Ohr, im musikalischen Zentrum des Seins heranreifen muss. Und plötzlich passiert es dann, dass man merkt und sich wundert, warum einem dieses oder jenes Lied nicht vorher schon aufgefallen war.

Der Ehrlichkeitshalber muss man sagen, dass nicht allzu viel auf „Kid A“ eingängig ist oder klingt. Vielleicht später mal, jedoch sicherlich nicht zu Beginn, beim ersten Reinhören – und schließlich dann doch auch nicht nach dem hundertsten Male des Hörens. Melodiösität in der Musik scheint irgendwie maßlos überschätzt zu werden, möchte man fast meinen, wenn dieses Album langsam ausgeklungen ist. Denn hier wirken auch die weniger melodiösen Stücke, die schließlich ebenfalls zu guten Freunden werden können. Am ehesten bekommt man dieses Gefühl der Eingängigkeit noch bei „How To Disappear Completely“ und „Morning Bell“ geboten. Ansonsten klingt hier viel „abgefahren“ oder experimentell. Doch auch diese restlichen Lieder setzen sich irgendwann fest, das eine mehr, das andere weniger. Wie immer eben, reine Geschmackssache.

Fazit: Mit „Kid A“ haben Radiohead definitiv etwas Neues geschaffen. So hatte man Musik bisher noch nicht gehört. Klar ist das nichts für jedermann, wenn auch die Verkaufszahlen etwas anderes suggerieren. In meinem Bekanntenkreis schauen mich 95% der Leute seltsam an, legen den Kopf leicht schräg und fangen an zu denken, wenn „Kid A“ läuft und ich ihnen davon erzähle. Nein, ich möchte auch gar nicht wissen, was sie da denken, aber sie denken und fragen niemals wieder nach, ob ich das nochmals auflegen könnte. Nicht weiter schlimm, so ist das nun mal mit Musik. Ich kann „Kid A“ nur jedem empfehlen und sage gleich dabei, mit einmal Reinhören ist es da leider nicht getan. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The National Anthem, How To Disappear Completely



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