Dienstag, 14. November 2017

The Waterboys – Out Of All This Blue




The Waterboys – Out Of All This Blue


Besetzung:

Mike Scott – vocals, drumscape, guitars, piano, bridge bass, synthesizer, organ, field recordings, sundries, mellotron, bass, hornscape


Gastmusiker:

David Hood – bass
Brother Paul – synthesizer, organ, piano, electric piano, backing vocals, clavinet
Zach Ernst – guitar licks, guitar
Steve Wickham – sonics, fiddle, horns
Zeenie Summers – verse 3 vocal, backing vocals
Jess Kav – backing vocals, vocals
Aonghus Ralston – bass
Trey Pollard – string and brass arrangements
Conor J. Ryan – basso voice
Ralph Salmins – drums
Kevin Murphy – cello, double bass
Thomas Haugh – lap zithers, ukelin, percussion
John Hegarty – piano
Bill Blackmore – trumpet, flugelhorn
Neil Mahony – bass
Niall C. Lawlor – picking guitar
Wild Bill Crivvens – traps
Max Zaska – electric guitar
Roppongi Hills Crows – themselves
Rokudenashiko – payo payo
Simon Wallace – boogie piano
Harajuku Dude – himself
Announcer Dude – himself
Dublin Soul Choir (Conor J. Ryan, Jess Kav, Caoimhe Barry, Karen Cowley, Saoirse Duane, Zeenie Summers) – backing vocals


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 2017


Stil: Pop, Rock, Folk, Country


Trackliste:

CD1:

1. Do We Choose Who We Love (2:58)
2. If I Was Your Boyfriend (4:11)
3. Santa Fe (3:57)
4. If The Answer Is Yeah (3:33)
5. Love Walks In (6:24)
6. New York I Love You (7:49)
7. The Connemara Fox (5:30)
8. The Girl In The Window Chair (2:57)
9. Morning Came Too Soon (8:15)
10. Hiphopstrumental 4 (Scatman) (2:28)


CD2:

11. The Hammerhead Bar (4:36)
12. Mister Charisma (2:04)
13. Nashville, Tennessee (6:00)
14. Man, What A Woman (3:16)
15. Girl In A Kayak (1:24)
16. Monument (2:52)
17. Kinky's History Lesson (5:19)
18. Skyclad Lady (0:57)
19. Rokudenashiko (3:06)
20. Didn't We Walk On Water (5:52)
21. The Elegant Companion (4:31)
22. Yamaben (4:55)
23. Payo Payo Chin (3:24)


CD3:

24. The Memphis Fox (4:08)
25. If The Answer Is Yeah (Alternate Version) (3:29)
26. If I Was Your Boyfriend (Zeenie Mix) (4:00)
27. Epiphany On Mott Street (1:55)
28. Didn't We Walk On Water (JessKav Mix) (5:33)
29. Santa Fe (Instrumental) (3:56)
30. Payo Payo Chin (Tokyo Hotel) (1:16)
31. Return To Roppongi Hills (2:02)
32. Nashville, Tennessee (Live) (5:36)
33. Mister Charisma (Alternate Version) (3:31)
34. So In Love with You (4:36)

Gesamtspieldauer CD1 (48:05) und CD2 (48:21) und CD3 (40:07): 2:16:35




„Out Of All This Blue“ heißt das zwölfte Studioalbum der Waterboys, der Band des in Irland lebenden Schotten Mike Scott. Die Platte erschien im Jahr 2017 auf dem Plattenlabel BMG und wenn man sich die Deluxe-Version der Scheibe bestellt, erhält man eine Ausgabe des Albums, welches aus drei CDs besteht und insgesamt eine Laufzeit von über zwei Stunden besitzt. Dabei sind die erste und die zweite CD durchaus mit unterschiedlichem Lied-Material befüllt, wohingegen sich auf der dritten Scheibe hauptsächlich alternative Versionen oder Live-Aufnahmen befinden.

Dieses Werk musikalisch einzuordnen fällt nicht sehr leicht. Allzu viele musikalische Genres hat Mike Scott auf „Out Of All This Blue“ vereinigt beziehungsweise vermischt – und dies gilt für jede der drei CDs. Dieser Umstand wiederum bewirkt, dass man sich auf dieses Album nur schwer einstellen kann. Pop, Rock, Folk, Country, Funk, Soul und sogar relativ experimentelle Lieder gibt es da oftmals krude durcheinander gemischt zu hören. Ist man dann einem dieser oft doch sehr unterschiedlichen musikalischen Genres nicht so sehr zuneigt, kann das Durchhören des Albums an mancher Stelle zur Belastungsprobe werden. Während man sich bei einem Lied genervt abwendet, weiß das nächste vielleicht schon wieder sehr zu überzeugen oder sogar zu begeistern.

In meinen Ohren klingen Mike Scott und seine Waterboys immer dann am Überzeugendsten, wenn er beziehungsweise sie rocken oder auch mal ganz neue, experimentelle Pfade beschreiten. Ich möchte an dieser Stelle weder Funk noch Soul hören und auch Country dieser Art ist für mich ein Grund, die Fernbedienung zur Hand zu nehmen und den entsprechenden Titel zu überspringen. Auch der exzessive Einsatz des Drum Computers nervt auf „Out Of All This Blue“ etwas. Gelungen ist auf der ersten CD, dem eigentlichen Album, das sanfte und folkige „The Girl In The Window Chair“ sowie das über achtminütige, rockige, zwar fast schon monotone aber gerade dadurch auch mitreißende „Morning Came Too Soon“. Brother Paul kann man an dieser Stelle gar nicht genug für sein tolles Orgel-Spiel loben, welches das Lied im Duett mit viel Gitarrensoli noch intensiver werden lässt. Auf CD2 sind es das sentimentale und etwas schräge „Mister Charisma“, das rockige und eingängige „Yamaben“ sowie „Payo Payo Chin“, ebenfalls ein eher rockiges Lied, welche am meisten zu überzeugen wissen. Bleibt auf CD3 erneut ein rockiges Lied. „The Memphis Fox“ ist mit einem fetten Orgelsound beseelt und auch hier kann man Brother Paul wieder in Höchstform hören. Die restlichen 28 Stücke bewegen sich dann allerdings leider in Gefilden von „ganz nett“ bis „Bitte nicht!“. Eindeutig zu viel Ausschuss für ein gutes Album.

Fazit: Milke Scott scheint bei der zwölften Veröffentlichung seiner Waterboys nach dem Prinzip vorgegangen zu sein, seinen Hörerinnen und Hörern ganz viel verschiedene musikalische Stile vorsetzen zu wollen, damit für jede und jeden auch etwas dabei ist, um alle irgendwie glücklich zu machen. Dies wird auch aufgegangen sein, bedeutet jedoch im Umkehrschluss, dass sich auf dem Album, nicht nur auf der Deluxe-Edition mit drei CDs, eine ganze Menge Musik befindet, die man eben nicht mehr unbedingt gut finden kann, wenn man sich nicht in jedem musikalischen Genre heimisch fühlt. So gibt es auf „Out Of All This Blue“ durchaus ein paar schöne und lohnende Titel, allerdings auch jede Menge Füllung, die einfach langweilt oder gar nervt. Deutlich zu wenig Höhepunkte für ein gutes Album. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Girl In The Window Chair, Morning Came Too Soon, Mister Charisma, Yamaben, Payo Payo Chin, The Memphis Fox



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