Sonntag, 31. Dezember 2017

The Pineapple Thief – Variations On A Dream




The Pineapple Thief – Variations On A Dream


Besetzung:

Bruce Soord – guitars, vocals, keyboards
Adrian Soord – mellotron, rhodes, hammond, piano, synthesizer
Mark Harris – electric & acoustic basses
Nick Lang – drums & cymbals


Gastmusiker:

Jon Sykes – bass (7)
Liz Bramley – backing vocals (3)
W. Torrens – guitar noises (3)


Label: Cyclops Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Progressive Rock, Alternative Rock


Trackliste:

CD1 (Variations On A Dream):

1. We Subside (4:59)
2. This Will Remain Unspoken (3:26)
3. Vapour Trails (9:03)
4. Run Me Through (4:29)
5. The Bitter Pill (4:41)
6. Resident Alien (4:17)
7. Sooner or Later (4:13)
8. Part Zero (7:28)
9. Keep Dreaming (4:25)
10. Remember Us (16:09)


CD2 (8 Days):

1. Sunday November 3rd (5:45)
2. Monday November 4th (6:23)
3. Tuesday November 5th (4:39)
4. Wednesday November 6th (5:28)
5. Thursday November 7th (7:19)
6. Friday November 8th (7:16)
7. Saturday November 9th – 14:11 (4:09)
8. Saturday November 9th – 21:16 (4:53)
9. Sunday November 10th (5:55)
10. Sunday November 10th – 14:20 (5:05)

Gesamtspieldauer CD1 (1:03:15) und CD2 (56:56): 2:00:11



Wenn es um sanften, harmonischen und eingängigen Progressive Rock geht, dann kommt man zwangsläufig irgendwann auf die Band The Pineapple Thief. Nun, aber ist das Progressive Rock? Oder New Art Pop? Oder New Art Rock? NeoProg oder doch RetroProg? Psychedelic oder doch Alternative Prog? Irgendwo in diesem Bereich bewegt sich die Musik des Bruce Soord. Ich bin kein Musikwissenschaftler, kann das für mich nicht endgültig lösen, muss ich aber auch gar nicht. Es ist mir egal, denn das, was ich von dieser Band zu hören bekomme, überzeugt mich. Überzeugt mich sogar sehr. Und definitiv ist es kein Allerwelts-Pop, soweit lehne ich mich dann doch aus dem Fenster.

Ganz gleich, ob man frühere oder spätere Alben von Pineapple Thief hört, die Musik klingt immer melodiös und harmonisch, umschmeichelt sozusagen das Ohr. Wer also vertrackten Progressive Rock erwartet, die oder der wird mit The Pineapple Thief nicht glücklich werden. Auch nicht mit dem dritten Studioalbum der Band um Bruce Soord, welches „Variations On A Dream“ heißt und im Jahr 2003 auf dem Plattenlabel Cyclops Records veröffentlicht wurde. Das Album wurde in zwei Variationen ausgeliefert. In der mit einer CD und in einer erweiterten Ausführung, die zusätzlich noch die CD „8 Days“ enthält. Zwei Jahre später, bei der Veröffentlichung des vierten Albums „10 Stories Down“, sollte es auch diesbezüglich mit „8 Days Later“ eine Fortsetzung geben. Das Überraschende an „8 Days“ ist, dass die zehn Titel innerhalb von acht Tagen entwickelt, eingespielt und gemixt wurden, da noch genau acht Tage Studiozeit zur Verfügung standen, als „Variations On A Dream“ bereits fertig eingespielt war. Dass dies alles in solch kurzer Zeit entstand, ist kaum zu glauben und bedeutet keineswegs einen qualitativen Abfall in der Musik, denn auch diese Scheibe wirkt.

Sanft, melancholisch, nachdenklich und traurig hört sich alles auf „Variations On A Dream“ an. Jedes Lied geht dabei ins Ohr, klingt und wirkt nach. Zugegebenermaßen wird so viel Harmonie nicht auf ein ungeteiltes Echo stoßen, doch wenn man gerade auf diese Ausprägung des Rocks steht, so wird man dieses Album sehr zu schätzen wissen. Stücke wie „We Subside“, „Resident Alien“, „Part Zero“ oder „Remember Us“ stehen hierfür beispielhaft. Alles klingt wunderbar melodiös und eingängig, geht ins Ohr, weckt dort das Bedürfnis, nochmals gehört zu werden. Bezüglich des letzten Titels „Remember Us“ ist anzumerken, dass hier auch Freunde der progressiveren Töne ein Lied für sich entdecken können – und nein, das liegt nicht an der langen Laufzeit des Stücks.

Das Zusatzalbum „8 Days“ schließt sich musikalisch gesehen fast nahtlos an das „offizielle“ Album an. Es ist inhaltlich ein wenig experimenteller aufgebaut, da hier auch Umgebungsgeräusche mit in die Musik eingebaut wurden. An der überaus großen Harmonie und Eingängigkeit der Musik ändert dies allerdings nicht. Auch auf „8 Days“ gibt es diese schönen – so muss man sie wohl nennen – Lieder zu hören, die das Ohr umschmeicheln. Großartige Komplexität ist dabei allerdings nicht vorhanden, was im Falle von The Pineapple Thief das Hörerlebnis allerdings nicht schmälert, denn man weiß, auf was man sich einlässt, wenn man diese Musik hört.

Fazit: Eine, nein zwei Scheiben voller Melodiösität und Eingängigkeit bekommt man mit „Variations On A Dream“ und „8 Days“ geboten. The Pineapple Thief klingen weder vertrackt noch kompliziert, dafür sehr harmonisch. Trotzdem bleibt die Musik der Engländer dabei sehr abwechslungsreich und spannend. Lieder für all jene Hörerinnen und Hörer, die es lieben ganz in Klängen versinken zu können, sich dabei auf eine Reise zu begeben, die einen in andere Welten führt. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: We Subside, Resident Alien, Part Zero, Remember Us



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