Samstag, 6. Januar 2018

Can – Soundtracks




Can – Soundtracks


Besetzung:

Holger Czukay – bass, double bass
Michael Karoli – guitar, violin
Jaki Liebezeit – drums, percussion, flute
Malcolm Mooney – vocals on „Soul Desert“ and „She Brings The Rain“
Irmin Schmidt – keyboards, synthesizers
Damo Suzuki – vocals on „Deadlock“, „Tango Whiskyman“, „Don't Turn The Light On, Leave Me Alone“ and „Mother Sky“, percussion


Label: Spoon Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Krautrock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Deadlock (aus dem Film “Deadlock”) (3:27)
2. Tango Whiskyman (aus dem Film “Deadlock”) (4:03)
3. Deadlock (Titelmusik) (aus dem Film “Deadlock”) (1:40)
4. Don't Turn The Light On, Leave Me Alone (aus dem Film “Cream – Schwabing Report”) (3:42)
5. Soul Desert (aus dem Film “Mädchen... nur mit Gewalt”) (3:48)
6. Mother Sky (aus dem Film “Deep End”) (14:31)
7. She Brings The Rain (aus dem Film “Ein großer graublauer Vogel”) (4:04)

Gesamtspieldauer: 35:17



„Soundtracks“ heißt das zweite Album der Kölner Band Can, ist aber nicht gleichzeitig deren zweites Studioalbum. „Soundtracks“ ist, wie der Name bereit besagt, ein Soundtrack-Album, bestehend aus sieben Liedern, die Can zu fünf verschiedenen Filmen beitrug. Dementsprechend müsste man „Soundtracks“ wohl als Kompilations-Soundtrack-Album bezeichnen. Die Platte erschien im Jahr 1970 auf dem Plattenlabel Spoon Records und stellte eine kleine Zäsur dar. Sänger Malcolm Mooney ist hier nur noch bei den Titeln Soul Desert“ und „She Brings The Rain“ zu hören. Die restlichen Stücke wurden vom Neu-Bandmitglied Damo Suzuki eingesungen.

Man hört auf „Soundtracks“ Lieder, eingesungen von unterschiedlichen Sängern, entstanden in zum Teil unterschiedlichen Jahren, welche für unterschiedliche Filme eingespielt wurden. Dementsprechend könnte man eine krude Mischung verschiedenster Musik erwarten. Doch obwohl sich die einzelnen Titel durchaus stilistisch unterscheiden, klingt „Soundtracks“ wie ein „ganz normales“ Studioalbum und man würde nichts vom Hintergrund der Entstehung merken, wenn man es nicht auf der Platte selbst nachlesen könnte. „Soundtracks“ klingt wie eine Einheit aus psychedelischen Titeln, die im Krautrock Anfang der 70er Jahre beheimatet sind. Mal etwas experimenteller, mal etwas rockiger und ein klein wenig Pop ist hier ebenfalls zu hören. Nicht ganz so eingängig hören sich die Lieder an, wie jene der Kollegen von Grobschnitt oder Jane, dafür etwas schräger, fordernder und definitiv experimenteller.

Mit all diesen Eigenschaften schaffen es die Lieder auf „Soundtracks“ jedoch durchaus auch, sich im Ohr festzusetzen – wenn auch nicht unbedingt gleich beim ersten Mal des Hörens. Allzu schwierig ist der Zugang zu den Liedern allerdings nicht. Ganz besonders sticht dabei die Nummer „Mother Sky“ aus dem Film „Deep End” hervor. In über vierzehn Minuten Spieldauer perfektionieren die fünf Musiker hier die Monotonie der Musik. Repetitiv und konsequent werden einem die Noten immer und immer wieder präsentiert, das Ganze untermalt mit einer sehr dominanten Rhythmusfraktion. Das Lied hämmert richtiggehend auf einen ein, ohne dabei in den vierzehneinhalb Minuten auch nur einen Hauch an Spannung zu verlieren. Wahrlich begeisternd. Dieses Lied ist intensiv und mitreißend. So mitreißend sogar, dass das britische Musikmagazin „Q“ die Nummer im Jahr 2005 auf Platz 48 der 100 besten „Guitar Tracks“ einreihte.

Fazit: „Soundtracks“ von Can ist ein sehr überzeugendes Album geworden. Zunächst nicht eingängig, nicht besonders melodiös, dafür gleich beim ersten Mal des Hörens sehr intensiv, packend und mitreißend. Die sieben Stücke ergeben ein Gesamtklangerlebnis, welches zusammenwirkt. Für Can-Verhältnisse erfordert „Soundtracks“ auch nicht sehr viel Anstrengung, sich dieser Musik hinzugeben, sie sich zu erschließen. Zwei, drei Durchläufe und die Musik packt – vor allem „Mother Sky“ lohnt dabei gehört zu werden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Mother Sky



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