Freitag, 22. Mai 2026

Noah Derksen – Mercy On The Skyline

 



Noah Derksen – Mercy On The Skyline


Besetzung:

Noah Derksen – vocals


Gastmusiker:

Cody Iwasiuk –  drums, percussion
Dominique Adams – vocals (1, 4, 8)
Fontine – vocals (3)
John Baron – bass guitar
Keiran Placatka – keyboards
Kris Ulrich – electric guitar
Lori McKenna – vocals (6)
Mackenzie Friesen – vocals (2,9)
Madeleine Roger – vocals (5)
May Erlewine – vocals (7)
Robbie Grunwald – keyboards


Erscheinungsjahr: 2026


Stil: Folk, Country, Blues, Pop


Trackliste:

1. And You Living Your Live (4:34)
2. Chuck Palahniuk (3:24)
3. Walking Home (3:06)
4. Who Do You Wanna Be (3:42)
5. Nothing Goes Your Ways (3:23)
6. Mercy On The Skyline (4:42)
7. Lover I'm Gonna Miss You (3:51)
8. What Lights Up Your Dark (3:44)
9. Still Haven't Figured It Out (3:46)
10. My Mother's Voice (3:56)

Gesamtspieldauer: 38:11



Mit „Mercy On The Skyline“ veröffentlicht der kanadische Musiker Noah Derksen am 22. Mai 2026 bereits sein fünftes Studioalbum. Darauf zu hören sind überwiegend sanfte, folkige Töne, die auch mal einen gewissen Country-Einfluss zulassen, selten rockiger klingen und immer von der sanften Stimme des Musikers getragen werden.

„Stimmen“ spielen auf „Mercy On The Skyline“ sowieso eine große Rolle. Denn die meisten der Lieder werden durch weibliche Stimmen in den Harmony-Vocals ergänzt. Tatsächlich sind es sogar sechs unterschiedliche Sängerinnen, die häufig, wie auch der Musiker, aus Winnipeg, Kanada stammen. Neun musikalische Duette bekommt man so zu hören, die der überwiegend sanften Musik noch zusätzlich Ausdruck verleihen.

„Still Haven't Figured It Out“ stellt eine kleine Ausnahme auf dem Album dar, denn hier rockt Noah Derksen sogar mal, natürlich wieder unterstützt von einer weiblichen Stimme. Auch „Chuck Palahniuk“, ein Lied über den gleichnamigen US-amerikanischen Schriftsteller und Journalist, der durch sein Erstlingswerk „Fight Club“ Berühmtheit erlangte, rockt und bewegt sich etwas in der Grauzone zwischen Rock und Pop. Über ein weiteres Alleinstellungsmerkmal verfügt auch der letzte Titel „My Mother's Voice“. Ein sehr berührendes Lied, das ruhigste der ganzen Platte, auf dem der Sänger allerdings solo zu hören ist. Auch hier überzeugt Noah Derksen.

Die Musik des Albums läuft, einmal aufgelegt, ohne Ausreißer nach unten durch. Mal ist der Folk-Einschlag etwas mehr zu hören, dann doch ein wenig Country oder Blues oder Rock. Alles wird immer durch die überzeugende Stimme des Noah Derksen zusammengehalten, die man auch noch länger im Ohr behält und welche einen hohen Wiedererkennungswert besitzt.

Fazit: „Mercy On The Skyline“ ist ein eingängiges Album, das größtenteils absolut unaufgeregt aus den Boxen oder Kopfhörern strömt. Klasse gelungen sind die gesanglichen Arrangements, welche die Musik deutlich bereichern. Die Musik läuft als Ganzes durch, zum Überspringen gibt es hier nichts. Jedes Lied ist hörenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: What Lights Up Your Dark, Still Haven't Figured It Out, My Mother's Voice



Mittwoch, 20. Mai 2026

Charlie Risso – Rituals




Charlie Risso – Alive


Besetzung:

Charlie Risso – vocals, guitars, synthesizers


Gastmusiker:

Mattia Cominotto – guitars, synthesizers & piano
Brian Lopez – vocals & guitars on „Let's Move Somewhere Else“, guitars on „Rituals“
Davide „Zazza“ Zalaffi – drums
Robin Manzini – guitars on „I'm Coming“, „The Dust“, „Winter Games“
Marco Ferretti – acoustic guitar on „Under A Spell“
Raffaele Rebaudengo – viola & violins on „Rituals“, „No One Knows“, „The Dust“, „When You Finish Me“
Tristan Martinelli – piano & synthesizers on „When You Finish Me“


Label: Sounzone


Erscheinungsjahr: 2026


Stil: Dark Folk, Dream Pop


Trackliste:

1. Bad Instinct (4:12)
2. No One Knows (4:27)
3. I'm Coming (3:12)
4. When You Finish Me (3:26)
5. Rituals (4:12)
6. Under A Spell (2:50)
7. The Dust (4:01)
8. Let's Move Somewhere Else (3:49)
9. Free To Leave (4:11)
10. Winter Games (3:46)
11. Stray Dog (3:40)

Gesamtspieldauer: 41:51



„Rituals“ heißt das vierte Studioalbum der aus Genua stammenden Musikerin Charlie Risso. Das Album wurde am 3. April 2026 auf dem Label Sounzone veröffentlicht.

Nachdem ihr Album „Alive“ aus dem Jahr 2024 schon überzeugte, so kann Charlie Risso mit „Rituals“ sogar einen noch tieferen Eindruck hinterlassen. Wer auf eher „dunkle“, emotionale, melancholische und dadurch auch sehr intensive Musik steht, kann hier wunderbar in genau diese Klangwelten eintauchen. Untermalt wird diese Musik von der intensiven und eingängigen Stimme der Italienerin, welche die dichte Atmosphäre nochmals verstärkt.

Dark Folk, Dream Pop und eine ganze Menge psychedelischer Passagen bekommt man auf „Rituals“ geboten. Dabei lohnt auch das Zuhören beziehungsweise Mitlesen der Texte, die im verwunschen gestalteten Booklet mit enthalten sind. Es werden Gefühle und Situationen besungen, die mit der Musik untermalt sofort Bilder vor dem geistigen Auge aufkommen lassen. Sehr intensiv.

Die erste Hälfte des Albums ist ruhiger gehalten und erst in den späteren Titeln nimmt die Musik etwas Fahrt auf und lässt fast sogar mal einen kleinen positiveren musikalischen Sonnenstrahl am Horizont aufblitzen. Doch zu emotional aufgebaut mag Charlie Risso ihre Zuhörerinnen und Zuhörer dann doch nicht aus diesem schönen Album entlassen. Mit dem letzten Titel „Stray Dog“ wird die intensive, nachdenklich-melancholische Stimmung wieder aufgenommen, die bei diesem Lied sogar ganz ohne gesungene Wörter, sondern mit Summen und einigen „Ahs“ zum Ende auskommt.

Fazit: „Rituals“ ist ein schönes, eingängiges und auch dunkles Album geworden, welches mit jedem Lied zu überzeugen weiß. Die einzelnen Titel gehen ins Ohr und wirken am besten, wenn sie wirklich diese etwas dunklere Atmosphäre verbreiten. Ein Album zum Entspannen und Eintauchen, welches man am besten auf seinem Lieblingssofa mit geschlossenen Augen genießt. Elf Punkte.

Anspieltipps: Bad Instinct, When You Finish Me, Stray Dog