Dienstag, 8. Mai 2012

Hass – Leise rieselt der Schnee





Hass
– Leise rieselt der Schnee



Besetzung:

Peter „Hecktor“ Blümer – Gitarre
Chris Römer – Bass
Alex Schwers – Schlagzeug
Thomas “Tommi” Sohns – Gesang


Label: Hass Production


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Punk


Trackliste:

1. Wer ist denn da (0:30)
2. Guten Tag ich bin der Nikolaus (0:23)
3. Der Nikolaus ist Stasi, Knecht Ruprecht, die SS (2:14)
4. Mama hat gesagt (0:20)
5. Christkind (2:53)
6. Weihnachtszeit (2:11)
7. Leise rieselt der Schnee (3:00)




Bei der vorliegenden EP der Jungs von Hass aus Marl, tue ich mich echt schwer. Es ist nicht so, dass ich mit Punk nichts anfangen kann, in diesem Fall wird es aber schwierig. Das wirkt so, als wurde es veröffentlicht „Um-Des-Veröffentlichen-Willens“. „Musik für jeden Gabentisch“ steht noch auf dem Cover. Und das muss man den Vieren ja sogar hoch anrechnen, dass sie bei dieser Produktion aus dem Mai 1995 gleich noch ein wenig weitergedacht haben ;-).

Die Musik auf der CD ist mir eindeutig zu langweilig, obwohl es ja nur ein kurzes Werk in Form einer EP ist. Und dabei kann Punk auch abwechslungsreich sein. Ich interessiere mich auch immer für die Texte, die sind glücklicherweise manchmal, wenn das Geschrei groß wird, bei englischen Bands nicht immer gleich zu verstehen. Bei deutschen Bands ist das allerdings einfacher. Und die Texte auf „Leise rieselt der Schnee“ sind schon gewöhnungsbedürftig. Sie sind weder lustig noch sozialkritisch, noch sonst was. Wahrscheinlich sollten sie das aber auch gar nicht.

Und dann grübele ich noch darüber nach, wann ich diese CD einlegen könnte… Mir fällt nichts ein. Aber das ist ganz bestimmt mein Problem!

Fazit: Bei „Leise rieselt der Schnee“ handelt es sich um eine EP, die keiner vermissen wird, der sie nicht kennt. Falsch! So ganz stimmt das ehrlich gesagt nicht. Diese EP könnte etwas sein für eingefleischte Punk-Freunde, die darauf richtig abfahren können. Für mich ist das allerdings leider nichts. Mir fehlt da irgendwie was, deshalb auch nur drei Punkte.



Sonntag, 6. Mai 2012

Deus – The Ideal Crash





Deus – The Ideal Crash


Besetzung:

Stéphane Misseghers – drums
Klaas Janzoons – violin, keyboards, mandoline
Alan Gevaert – bass
Mauro Pawlowski – guitar
Tom Barman – vocals, electric and acoustic guitar


Label: Island Records Ltd.


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Alternative


Trackliste:


1. Put The Freaks Up Front
2. Sister Dew
3. One Advice, Space
4. The Magic Hour
5. The Ideal Crash
6. Instant Street
7. Magdalena
8. Everybody’s Weird
9. Let’s See Who Goes Down First
10. Dream Sequence #1




Mit „The Ideal Crash“ haben die Belgier ein überzeugendes Album vorgelegt, denn es gibt jede Menge Highlights auf dieser Platte zu entdecken. Und das beginnt gleich mit „Put The Freaks Up Front“, dem ersten Track des Albums. Dieses Lied ist ein tolles Stück Musik, welches durch seine manchmal etwas „schrägeren“ Töne und seine Instrumentierung voll überzeugen kann. Eine nicht alltägliche Rockmusiknummer, bei der der Einsatz einer Trompete, etwa ab der Mitte des Liedes, einfach nur perfekt gesetzt ist. Diese bleibt zwar im Hintergrund, dominiert dennoch das ganze Lied. Das Stück ist überaus eingängig und bleibt auch länger hängen.

„Sister Dew“, Track Nummer zwei der CD, ist wohl eines der bekanntesten Lieder von Deus. Und das nicht umsonst, tritt doch auch hier das Gespür Tom Barmans für gute Melodien und deren Steigerungen sehr deutlich zu Tage. „Sister Dew“ ist ein schöner Song, bei dem alles irgendwie perfekt, in sich stimmig zu sein scheint. Etwa ab der Mitte des Stücks kommt es zu einer Steigerung der Melodie, indem das Keyboard ganz dezent im Hintergrund zur Fülle des Klangs beiträgt. Dabei klingt das sogar ein wenig schräg, ist auf seine Weise allerdings unglaublich eingängig. Wahrlich nicht alltäglich und sehr gut gemacht.

Richtig relaxt, melodiös und ein wenig sentimental geht es dann mit „One Advice, Space“ weiter. Ein schönes, verträumtes Lied, welches sogar ein bisschen sphärisch daherkommt. So stellt man sich Musik vor, die man hören will, wenn man mal einfach nur ein wenig ausspannen möchte.

Und so geht es weiter. Auf der Platte befindet sich kein Ausfall. Alle Titel haben etwas Besonderes, das sich lohnt entdeck zu werden. „Instand Street“ wird zum Beispiel mit einem Banjo eingeleitet, ist ebenfalls wieder sehr eingängig und klingt einfach relaxt. Und wer noch nicht entspannt ist, der kann es beim Hören werden. Erst mit „Everybody’s Weird“ wird es dann ein wenig schneller und ja, auch ein wenig „weird“. Eine schöne Abwechslung. Ebenfalls nicht zum Mainstream gehörend, geht es anschließend mit „Let’s See Who Goes Down First“ weiter. Ein Stück, welches fast schon als experimentell bezeichnet werden kann und im Songkatalog dieser Platte etwas aus der Reihe fällt. Längst nicht mehr so eingängig geht es schon ein wenig in die progressive Richtung der Musik.

Beendet wird die CD schließlich von „Dream Sequence #1“, die ihrem Namen ebenfalls alle Ehre macht. Allerdings handelt es sich bei dieser „Traumsequenz“ nicht unbedingt um einen ruhigen und seichten Traum… Klingt das Stück zunächst wie eine Synthi-Pop-Nummer so steigert es sich im weiteren Verlauf immer mehr und bedient dabei zusehends auch die etwas „schrägeren“ Töne.

Fazit: Ein schönes „Alternative Rockalbum“ haben uns die Belgier da geschenkt, welches weit entfernt vom Mainstream anzusiedeln ist. Hier hört man ein Banjo, Hörner, Streicher und immer wieder einen abgefahrenen Keyboardsound. Hier gibt es viel zu entdecken und Tom Barman hat einfach das Gehör für klasse Melodien, was nicht nur ich ihm bei der EP „My Sister In My Clock“ noch vollständig abgesprochen hatte. Das Album ist abwechslungsreich, dicht, meist sogar ziemlich ruhig, weiß aber immer wieder mit neuen Klanggebilden zu überraschen. Wer also auf „alternative Rockmusik“ steht, der kann mit diesem Album einfach nichts falsch machen. Für dieses Album gibt es 11 Punkte.

Anspieltipps: Put The Freaks Up Front, Sister Dew, One Advice, Space, Instant Street



Samstag, 5. Mai 2012

Anathema - Judgement







Anathema – Judgement


Besetzung:

Vincent Cavanagh – vocals, guitar
Danny Cavanagh – electric & acoustic guitars, keyboards
John Douglas – drums
Dave Pybus – bass guitar


Label: Sony BMG Music Entertainment


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Deep (4:53)
2. Pitiless (3:10)
3. Forgotten Hopes (3:50)
4. Destiny Is Dead (1:46)
5. Make It Right (F.F.S.) (4:19)
6. One Last Goodbye (5:23)
7. Parisienne Moonlight (2:09)
8. Judgement (4:20)
9. Don’t Look Too Far (4:56)
10. Emotional Winter (5:54)
11. Wings Of God (6:29)
12. Anyone, Anywhere (4:50)
13. 2000 & Gone (4:50)

Gesamtspieldauer: 56:56




Mit ihrer fünften Veröffentlichung, „Judgement“, sind Anathema im Jahr 1999 wieder mal neue Wege gegangen. Gut gemachte Rockmusik findet sich auf der CD in Form von 13 Titeln. Wahrscheinlich ist „Judgement“ das Album von Anathema, welches der Musik von Porcupine Tree am nächsten kommt. Die ersten vier Stücke gehen alle ineinander über und erst ab dem fünften Lied erfolgt eine Zäsur, ab hier ist jeder Track durch ein „Quentchen Stille“ vom nächsten getrennt.

„Deep“ ist ein klasse Lied zum Mitwippen, wunderschön in der Melodieführung. „Pitiless“ wird dann eingeleitet durch einen Basslauf und immer wieder klingt es ein wenig schräg, aber gerade das macht das Stück aus. Bei 2:25 findet sich dann auch noch ein klasse Gitarrensolo. „Forgotten Hopes“ entsteigt anschließend dem Finale von „Pitiless“ in Form einer Akustikgitarre. Und auch dieses Lied wirkt perfekt durchkomponiert. Interessant auch die ersten beiden Textzeilen: „Hey you, rotting in your alcoholic shelf. Banging on the walls of your intoxicated mind.” Passt gar nicht zu der zunächst fast friedlichen Musik, die aber auch bombastische Abschnitte aufweist. „Destiny Is Dead“ ist ein kurzes, fast schwebendes und instrumental gehaltenes Lied. Alles fügt sich hier klasse zusammen.

„Parisienne Moonlight“ weiß mit völlig anderen Klängen zu überraschen und wird im Duett gesungen. Dieses Stück würde nicht auf jede Platte passen, auf diese hier schon. Die Abwechslung macht es, was Anathema hervorragend verstehen. „Emotional Winter“ zum Beispiel beginnt sphärisch und ganz zart und man glaubt David Gilmour an der Gitarre, bis es sich dann immer weiter steigert.

Es ist gar nicht von Nöten jedes Lied einzeln durchzugehen, alle transportieren sie eine eigene Stimmung. Highlights gibt es einige auf dieser Silberscheibe, sodass es auch schwerfällt einzelne Lieder herauszuheben. Besonders gelungen und unbedingt erwähnenswert ist aber noch Track 12, „Anyone, Anywhere“. Dieses Mal sind Anathema sehr leise in ihren Tönen, ein perfektes Lied zum Augenschließen und den Moment genießen, wenn auch der Text etwas anderes verrät. Denn der ist tieftraurig und auch mit relativ wenig Englischkenntnissen gut zu verstehen.

Das letzte Lied, „2000 & Gone“ ist ein Instrumentalstück, welches die CD langsam ausklingen lässt. Vielleicht ist dieses Ausklingen etwas zu langsam und zu langatmig, aber da sind die Geschmäcker ja bekanntlich sehr verschieden.

Anathema haben mit ihrem fünften Album die Musik nicht neu erfunden, wie sollten die auch. Aber sie haben ein Album vorgelegt, welches nur wenige Längen und Schwächen aufweist. Und manchmal ist das Ganze durchaus vergleichbar mit Porcupine Tree. Dafür gibt es dann schon mal zehn Punkte.

Anspieltipps: Anyone Anywhere, Pitiless, Forgotten Hopes



Freitag, 4. Mai 2012

Hawkwind – Doremi Fasol Latido





Hawkwind – Doremi Fasol Latido


Besetzung:

Dave Brock – vocals, lead guitar, 12 string guitar
Nik Turner – vocals, sax, flute
Lemmy Kilmister – vocals, bass, 6 string guitar
Dik Mik – generators and hot electronics
Del Dettmar – synthesizer
Simon King – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Space Rock


Trackliste:

1. Brainstorm (11:33)
2. Space Is Deep (6:23)
3. One Change (0:51)
4. Lord Of Light (6:59)
5. Down Through The Night (3:05)
6. Time We Left This World Today (8:44)
7. The Watcher (4:17)


Bonus Tracks:

8. Urban Guerilla (Bonus Track) (3:42)
9. Brainbox Pollution (Bonus Track) (5:43)
10. Lord Of Light (Single Version Edit) (Bonus Track) (4:02)
11. Ejection (Bonus Track) (3:48)




Bei der dritten Veröffentlichung der britischen Spacerocker von Hawkwind hat es zwei Umbesetzungen gegeben. Und diese betrafen die Rhythmusfraktion der Band. Am Bass konnte sich nun Lemmy Kilmister austoben, bis er das ein paar Jahre später bei Motörhead noch ein wenig intensivier ausleben durfte. Und am Schlagzeug wirbelte jetzt Simon King, der den Job von Terry Ollis übernommen hatte.

Von der Musik her hat sich auf „Doremi Fasol Latido“, im Vergleich zum Vorgänger, allerdings nicht zu viel geändert. Die dritte Scheibe Hawkwinds kommt ganz im Gewand der zweiten Platte daher. Wieder hört man kraftvollen Rock, harte Riffs, eine treibende Rhythmusabteilung und das Ganze aufgelockert mit Geräuschen, die die Musiker dem Synthesizer entlockten. Und fertig war sie erneut, die perfekte Zutatenliste für ein Spacerock Album.

Der erste Tracke, „Brainstorm” ist wieder der Longtrack des Albums. Und dieses Mal ist der Zugang ein klein wenig schwieriger, als beim Pendant „You Shouldn't Do That” auf dem Vorgängeralbum “In Search Of Space”. Bei „Brainstrom“ wird etwas weniger Wert auf die spacige Atmosphäre gelegt, hier kommt es vielmehr sofort zum „Brainstorming“ in Form von verkrampften Nackenmuskeln und durchgeschüttelten Gehirnwindungen. Das ist das Headbanging-Lied pur. Kraftvoller, völlig humorloser Rock, der keine Kompromisse kennt. Und dabei fallen diese spacigen Einspielungen des Synthesizers deutlich weniger ins Gewicht. Nachteil hier allerdings der Gesang von Nik Turner. Der kommt irgendwie sehr uninspiriert aus den Boxen und die Sänger von Hawkwind erweisen sich erst dann als akzeptable Vokalakrobaten, wenn sie im Chor auftreten. Da wirkt das Ganze schließlich etwas überzeugender.

„Space Is Deep“ heißt die zweite Nummer des Albums. Ein schöner Beginn mit der Akustik-Gitarre, flankiert vom „Space-Sound“ der Audiogeneratoren, ein Gesang, der dieses Mal deutlich besser passt und fertig ist das eingängige und deutlich ruhigere Stück. So bleibt es allerdings nur bis etwa zur Mitte des Titels. Dann kommen auch die E-Gitarren ins Spiel und es entwickelt sich eine richtig gute Nummer, die jetzt deutlich schneller voranschreitet und dabei ein wenig hypnotisierend und psychedelisch wirkt. Das Ende des Liedes hätte man so oder so ähnlich auch von Pink Floyd auf den Platten um 1970 hören können.

„One Change“ ist ganz kurz, noch nicht mal eine Minute lang. Ein Keyboardlied, bei dem mehr eine Stimmung als eine Melodie wiedergegeben wird und welches sich richtig gut anhört. Eine schöne kleine Abwechslung. Anschließend, bei “Lord Of Light”, ist es dann aber wieder vorbei mit der ruhigen und relaxten Stimmung. Hier wird jetzt wieder gerockt was das Zeug hält. Und das durchgängig. Auch die „weltraummäßigen Synthesizersounds“ treten ein wenig in den Hintergrund, wenn hier etwas spacig klingt, dann kommt es meistens von den Gitarren. Allerdings leidet das Lied etwas an seiner Monotonie. Interessanter und auch eingängiger wird es anschließend mit „Down Through The Night“. Hier stehen wieder mehr die Akustikgitarren im Vordergrund, der Synthesizer erzeugt wieder die berühmten Töne und dann gibt es noch eine Flöte im Hintergrund zu hören, die meist ziemlich abgefahrene Laute von sich gibt. Und dieses Stilmittel, beziehungsweise Instrument, macht den Song wirklich spannend und interessant. Dazu noch der Gesang, der hier passt und schon kann die Nummer vollends überzeugen.

Als sechstes Stück der regulären, ursprünglichen Veröffentlichung folgt „Time We Left This World Today”. Das zweitlängste Stück des Albums beginnt mit einem Frage-Antwort-Gesang. Dieses Vokalarrangement beherrscht die ersten zwei Minuten der Nummer und wird dann in leicht veränderter Form weiter fortgesetzt. Dazu werden der Gitarre einzelne Riffs entlockt und erst etwa ab der Mitte des Stücks bekommt die Musik hier einen etwas kraftvolleren Touch. Allerdings auch wieder nur für kurze Zeit, denn schließlich wird es wieder sphärischer und abgefahrener. So hört man hier ein sehr experimentelles Lied, bei dem auf eine Melodie weitestgehend verzichtet wurde. Hier stehen der Sound und die Atmosphäre im Mittelpunkt und sonst gar nichts.

Beschlossen wurde das Album ursprünglich von „The Watcher” aus der Feder Lemmy Kilmisters. Jetzt bewegen wir uns wieder im Bereich des sanften Rockliedes, welches von der Akustik-Gitarre begleitet, sonst allerdings nur spärlich instrumentiert wird. Nicht unbedingt ein Ohrwurm, aber eine schöne Abwechslung nach der vorherigen Nummer, um wieder ein wenig „herunterzukommen“.

Vier Bonus Tracks befinden sich auf der remasterten Version von 1996. „Urban Guerilla“ ist ein Rock’n’Roll, genau wie „Brainbox Pollution“. Beide Titel erinnern nur entfernt an das Genre „Space Rock“. Geradliniger Rock ist da zu hören, beim zweiten Track noch unterstützt von einem Saxophon. „Lord Of Light” wurde auch als Single veröffentlicht und diese Version gibt es als Bonus Track Nummer 3 zu hören. Hier erscheint das Lied deutlich kompakter, diese Version ist auch drei Minuten kürzer als die ursprüngliche Albumveröffentlichung und klingt in dieser Form gar nicht schlecht. Allerdings fällt hier sofort die schlechte Abmischung des Stücks auf. Es klingt alles irgendwie sehr breiig. Zum Schluss gibt es noch „Ejection“ zu hören. Wieder eine reine Rocknummer, bei der alle spacigen Sounds vergeblich gesucht werden. Für Fans der „schweren“ Gitarren sind diese vier Zugaben wahrlich nicht schlecht gewählt.

Fazit: Auch auf ihrer dritten Platte “Doremi Fasol Latido”, aus dem Jahr 1972, wissen Hawkwind zu gefallen. Wem bereits das Vorgängeralbum gefiel, der wird auch an “Doremi Fasol Latido” Gefallen finden. Allerdings sind hier die Sounds nicht mehr ganz so hypnotisierend und eingängig wie beim Vorgänger „In Search Of Space“. Trotzdem kein schlechtes Album und neun Punkte wert.

Anspieltipps: Brainstorm, Space Is Deep, One Change, Down Through The Night



Donnerstag, 3. Mai 2012

Stefanie Hertel – Liebe geht im Herzen los




Stefanie Hertel – Liebe geht im Herzen los


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Jean Frankfurter – Keyboards, Computerprogramme
Johan Daansen – Gitarren
Marcus Privat – Trompete
Karena Schönberger – Chor
Herbert Ihle – Chor
Wolly Emperhoff – Chor


Label: East West Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Schlager


Trackliste:

1. Heut' steppt der Bär (3:21)
2. Tanz doch einmal wieder Tango (3:08)
3. Das Leben ist zu kurz zum Traurigsein (3:35)
4. Liebe geht im Herzen los (3:10)
5. Wer sich traut hat mehr vom Leben (3:28)
6. Arrivederci Manuel (3:22)
7. Wach auf und fang mal an zu träumen (4:07)
8. Lust auf Sommer (4:13)
9. Die kleine Ewigkeit bis morgen (3:27)
10. Du tust was ich liebe und liebst was ich tu (2:53)
11. Soweit die Träume tragen (3:04)
12. Bitte lächeln (3:21)

Gesamtspieldauer: 41:14



Das achte Studioalbum der Stefanie Hertel wurde im Jahr 2000 veröffentlicht und heißt „Liebe geht im Herzen los“. Stefanie Hertel hat mit dieser Scheibe endgültig den Wechsel weg vom volkstümlichen Schlager hin zum reinen deutschen Schlager vollzogen. Auch hatte sich etwas bezüglich der Entstehung der Musik getan. Komponist der Titel war immer noch Jean Frankfurter, doch bei den Texten gab es nun mehrere Autorinnen und Autoren, Irma Holder war lediglich noch für „Arrivederci Manuel“ verantwortlich. In den Texten dreht sich praktisch alles um das Thema Liebe, diesbezüglich werden auf „Liebe geht im Herzen los“ kaum Kompromisse eingegangen. Erschienen ist dieses Album einmal mehr auf dem Plattenlabel East West Records.

Die Alibi-Bläsereinsätze waren verschwunden in der Musik der Stefanie Hertel, das Dirndl hatte als Arbeitskleidung ebenfalls ausgedient. Die Ausnahme bildet auf der Platte das Titellied „Liebe geht im Herzen los“, welches ein klein wenig an Oberkrainer Musik erinnert. Nun war also hauptsächlich deutscher Schlager angesagt, die Fans schien es nicht weiter zu belasten, der Aufschrei hielt sich in Grenzen. Sieht man sich oben die Liste der Gastmusiker an wird einem schnell klar, dass es auf „Liebe geht im Herzen los“ wieder sehr synthetische Musik zu hören gibt. Bass und Schlagzeug stammen aus dem Synthesizer. Das ist beim deutschen Schlager allerdings häufig so, seitdem die Möglichkeit dazu besteht. Die Musik klingt insgesamt fröhlich aber absolut belanglos und sehr langweilig, da man am Ende der Platte nicht mehr weiß, welche verschiedenen Lieder man gehört hat. Es klingt alles sehr gleich auf „Liebe geht im Herzen los“. Die Texte sind ebenfalls sehr eindimensional aufgebaut und tragen auch nicht zum, besseren Gefallen bei.

Fazit: Hauptsächlich deutschen Schlager hört man auf „Liebe geht im Herzen los“. Dieser klingt unspektakulär und eher langweilig und belanglos, als interessant und unterhaltsam. Für Schlager-Fans gibt es hier vielleicht aber doch die ein oder andere Nummer, die gefällt. Schwer für jemanden zu beurteilen, der beim Hören dieser Lieder dauernd dagegen ankämpft einzuschlafen. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Das Leben ist zu kurz zum Traurigsein, Wach auf und fang mal an zu träumen



Mittwoch, 2. Mai 2012

Pink Floyd – The Division Bell





Pink Floyd – The Division Bell


Besetzung:

David Gilmour –guitars, vocals, bass, keyboards, programming
Nick Mason – drums and percussion
Ricard Wright – keyboards and vocals


Gastmusiker:

Jon Carin – programming and additional keyboards
Guy Pratt – bass
Gary Wallis – played and programmed percussion
Tim Renwick – guitars
Dick Parry – tenor saxophone
Bob Ezrin – keyboards and percussion
Sam Brown – backing vocals
Durga McBroom – backing vocals
Carol Kenyoe – backing vocals
Jackie Sheridan – backing vocals
Rebecca Leigh-White – backing vocals
Michael Kamen – orchestral arrangement


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1994 / 2011


Stil: Melodic Rock


Trackliste:

1. Cluster One (5:59)
2. What Do You Want From Me (4:22)
3. Poles Apart (7:05)
4. Marooned (5:28)
5. A Great Day For Freedom (4:18)
6. Wearing The Inside Out (6:49)
7. Take It Back (6:12)
8. Coming Back To Life (6:19)
9. Keep Talking (6:11)
10. Lost For Words (5:15)
11. High Hopes (8:32)




1994, sieben Jahre nach “A Momentary Lapse Of Reason” erschien mit “The Division Bell” das 15. (wenn man „Relics“ mitrechnet) und letzte Studioalbum der britischen Band Pink Floyd. Und im Gegensatz zum Vorgänger war auf diesem Album auch wieder Richard Wright am kompositorischen Prozess beteiligt. Vier Stücke komponierte er zusammen mit David Gilmour, „Wearing The Inside Out“ stammt sogar, auf die Musik bezogen, komplett von ihm. Dies war seit „The Dark Side Of The Moon“ das erste Mal, dass er selbst als Sänger auftrat und das erste Mal seit „Wish You Were Here, dass er als Komponist in den Credits Erwähnung gefunden hat. David Gilmour ist dagegen, bis auf das erwähnte „Wearing The Inside Out“, an allen weiteren Kompositionen beteiligt, überlässt lediglich das Texten öfters Co-Autoren. Somit trifft das Etikett „David Gilmour Solo Album“ noch auf den Vorgänger, nicht jedoch mehr auf „The Division Bell“ zu.

Die Musik auf dieser letzten Pink Floyd Platte klingt eigenständiger, als noch auf dem Vorgängeralbum. Eindeutig handelt es sich hier um Pink Floyd Musik und die Reminiszenzen zu vorherigen Alben der Band, die sind auch wieder nicht zu überhören. Doch klingt es auf „The Division Bell“ doch noch ein wenig losgelöster von den Veröffentlichungen der 70er Jahre. Die Beteiligung Richard Wrights an den Kompositionen scheint der Band gut getan zu haben.

Nichtsdestotrotz ist „The Division Bell“ ein reines Pop-Rock-Album geworden. Psychedelische Ansätze oder gar progressive Momente findet man nur an sehr wenigen Stellen. Sphärisch beginnt die Platte mit „Cluster One“. Die Parallelen zum Album „Wish You Were Here“ sind hier kaum zu überhören. „What Do You Want From Me“ klingt dagegen sehr viel eher wie Pink Floyd Musik, die in den 90ern angekommen ist. Bei „Poles Apart“ wird es dann schon sehr poppig, auch wenn hier immer wieder versucht wird, das Ganze mit eingestreuten Geräuschen, wie etwa einem Drehorgel- und Jahrmarkt-Sound, aufzupeppen. Es bleibt trotzdem ein Pop-Lied, sogar ein relativ flaches. „Marooned“ ist im Anschluss eine Instrumentalnummer, die ganz von der Atmosphäre lebt. Und diese weiß das Lied auch zu untermalen. Schön relaxt und sphärisch klingt es hier.

Langweilig bis schwülstig wird es anschließend mit „A Great Day For Freedom“. Klingt irgendwie nach 08/15-Ware, die nur durch das Gitarrenspiel David Gilmours etwas an Substanz gewinnt. Deutlich besser wird es schließlich mit dem Stück „Wearing The Inside Out“. Nicht nur der Gesang Richard Wrights lässt hier Erinnerungen an die frühen Tagen der Band aufkommen. Mag mancher dieser Song als langweilig empfinden, so transportiert er doch eine Stimmung, eine unglaublich relaxte Atmosphäre, in die man wunderschön eintauchen und sich darin wälzen kann. Das Stück hat einfach etwas, was sich wohl am besten mit dem „gewissen Etwas“ umschreiben lässt. Poppiger und gleichzeitig wieder etwas uninteressanter wird es anschließend mit „Take It Back“. Das ist so ein Lied, welches man schnell wieder vergisst und es auch nicht vermisst. Nichts Besonderes eben, balladenartig, eingängig, massentauglich – langweilig.

Sphärisch schwebend wird es schließlich erneut bei „Coming Bck To Life“. Leider trifft das zu „Take It Back“ Geschriebene allerdings auch auf dieses Stück zu, entbehrlich. Sehr viel interessanter wird es wieder mit „Keep Talking“. Die Computerstimme, die in diesem Stück immer wieder eingestreut wird, stammt dabei vom Physiker Stephen Hawking, der hier mittels seines Sprachcomputers verewigt wurde. Das Stück selbst groovt und strotzt nur so vor Kraft. Klasse auch wieder der Choreinsatz, das Keyboardsolo Rick Wrights und ebenso das komplette Ende des Stücks, welches ein wenig an den Instrumentalteil von „Pigs“ auf „Animals“ erinnert. Ein richtig gutes Lied.

Einen qualitativen Schritt zurück geht die Band erneut mit „Lost For Words“. Hierbei handelt es sich wieder um schlichte, unaufgeregte Pop-Musik. Das Stück verfügt allerdings über eine sehr schöne Melodieführung, ist zwar nicht irrsinnig interessant, kann aber trotzdem auf seine Art überzeugen. Nun und dann folgt es, das mit achteinhalb Minuten längste Stück des Albums, „High Hopes“. Okay, wieder Pop- oder Rock-Musik, diese wird hier allerdings auf allerhöchstem Niveau dargeboten. Das Lied ist einfach klasse. Das Zusammenspiel der Glocken mit den restlichen Rhythmusinstrumenten, diese wunderschöne, sofort ins Ohr gehende Melodie, dieser fast schon hymnische Refrain, diese tolle Akustik-Gitarren-Passage, dieser nicht enden wollende Abspann des Stücks - all das macht dieses Lied zu einem begeisternden Stück Musik. Richtig gut!

Fazit: Auch wenn “The Division Bell” nicht mehr an die Veröffentlichungen Pink Floyds in den 70er Jahren heranreicht, so ist das Album doch eine Steigerung zum Vorgänger. Alles wirkt hier ein wenig schöner, eingängiger, durchdachter und auch spannender als auf „A Momentary Lapse Of Reason“. Trotzdem ist auch dieses Album bei Pink Floyd Fans umstritten. Das liegt wohl an der Geschichte und den bisherigen Veröffentlichungen der Band selbst. Wäre „The Division Bell“ von einer anderen Band als von Pink Floyd veröffentlicht worden, hätte es wohl sehr viel bessere Kritiken bekommen, denn auf „The Division Bell“ hört man keineswegs schlecht gemachte Pop- bis Rockmusik, sondern Musik, die mit einzelnen Stücken sogar wirklich gefallen kann. Zehn Punkte.

Anspieltipps: What Do You Want From Me, Marooned, Wearing The Inside Out, Keep Talking, High Hopes



Dienstag, 1. Mai 2012

Frank Black And The Catholics – Show Me Your Tears





Frank Black And The Catholics – Show Me Your Tears


Besetzung:

Frank Black – vocals, guitar
Scott Boutier – drums, bells
Rich Gjlbertz – guitar, piano, pedal steel guitar, vocals
David McCaffrey – bass, vocals
David Philips – guitar, pedal steel guitar, vocals


Gastmusiker:

Rob Laufer – piano, vocals
Stan Ridgway – harmonica, melodica, banjo, percussion, vocals
Joey Santiago – guitar
Jack Kidney – saxophone, harmonica
Eric Drew Feldman – organ
Van Dyke Parks – piano, accordion
Keith Moline – guitar
Andy J. Perkins – trumpet
Pietra Wexstun – vocals
Jean Black – vocals
Cynthia Haagens – vocals
Eric Potter – vocals


Label: spinArt Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Pop


Trackliste:

1. Nadine (3:05)
2. Everything Is New (3:52)
3. My Favourite Kiss (2:06)
4. Jaina Blues (3:51)
5. New House Of The Pope (3:16)
6. Horrible Day (3:37)
7. Massif Centrale (4:52)
8. When Will Happiness Find Me Again? (2:20)
9. Goodbye Lorraine (2:37)
10. This Old Heartache (3:28)
11. The Snake (2:02)
12. Coastline (1:57)
13. Manitoba (4:34)




Frank Black, alias Black Francis, alias Charles Thompson, „alias“ der Sänger der Pixies, war nach deren erster Auflösung 1993 gar nicht träge. Eher sogar das Gegenteil war der Fall! Unter dem Namen Frank Black veröffentlichte er in schöner Regelmäßigkeit neue Alben. Zunächst geschah dies noch Solo, dann mit Gastmusikern, ab 1998 schließlich mit einem festen Bandmitgliederstamm unter dem Namen „Frank Black & The Catholics“. „Show Me Your Tears“ ist dabei bereits die sechste Veröffentlichung dieser Formation im sechsten Jahr nach ihrer Gründung.

Viel bekommt man auf „Show Me Your Tears“ zu hören. 13 Stücke gibt es da, die sich zum Teil ganz unterschiedlichen Genres bedienen. Da gibt es Pop zu hören, Rock natürlich, Blues, Punkanleihen und Country Musik. Von daher ist schon mal sichergestellt, dass es dem Hörer nie langweilig wird. Unterstützt wurde er bei dieser Veröffentlichung auch von Stan Ridgway, der sich ebenfalls als Produzent einiger Titel auszeichnet.

Die CD startet rau und kraftvoll mit „Nadine“, einem Titel, der dem Punk ziemlich nahe kommt. Ein wirklich guter Einstieg in die Platte. Und dann geht es mit “Everything Is New” gleich absolut klasse weiter. Das Stück ist ein wunderschöner Pop-Song, mit einem tollen Text. Und dazu verankert sich die Melodie sofort im Ohr und alles an diesem Stück wirkt irgendwie lässig. Wahrlich ein klasse Lied, welches irgendwie hängenbleibt. Durchaus auch länger. Wieder ganz anders klingt es dann bei “My Favourite Kiss”. Eine ruhige Gitarrennummer, bei der Frank Black seine amerikanische Herkunft nicht mehr verheimlichen kann, denn die Country Adaptionen sind unüberhörbar.

“Jaina Blues” ist im Anschluss daran, nicht sehr überraschend, ein Blues. Allerdings einer von der groovenden Art. Manchmal klingt es ein wenig schräg und auch der Gesang hört sich mitunter, wohl aber beabsichtigt, gepresst und schief an. „New House Of The Pope” startet ruhig mit einem Piano, in dessen Spiel dann wieder eine bluesige Gitarre einsetzt. Und ob man jetzt auf Blues steht oder nicht, der Song transportiert eine unglaublich lockere Stimmung, die ansteckt.

“Horrible Day” ist eine groovende Rocknummer, welche vom Zusammenspiel des Pianos mit der E-Gitarre lebt. Ansonsten ist das allerdings kein Lied, welches unbedingt länger hängenbleibt. Bei „Massif Centrale“ sieht das dann schon anders aus. Hier hört man ein Rock-Lied, welches zum Teil mit einer Stimme gesungen wird, zumindest zu Beginn des Titels, die wohl lächerlich klingen soll. „When Will Happiness Find Me Again?“ klingt ein wenig wie eine irische Weise und ist dabei zunächst sehr melodisch. Unterbrochen wird diese Stimmung dann von einem schrägen Gitarrensolo, bis es wieder in den ersten Part übergeht. Überzeugend gemacht.

Mit “Goodbye Lorraine” hört man anschließend eine Country-Nummer. So etwas muss man mögen oder aber man steigt aus. Getragen wirkt die Stimmung dann zunächst bei „This Old Heartache”, welches mit dem Piano eingeleitet wird. Das Lied verbreitet eine mitunter sentimental geartete Stimmung und auch wenn hier die Pedal Steel Guitar zum Einsatz kommt, so kann man trotzdem nicht von einem Country Song sprechen. „The Snake”, im Anschluss daran, ist ein eher unspektakulärer Song, bei dem das Saxophon-Solo hängenbleibt - sowie der Gesang Frank Blacks, der hier ganz ähnlich wie Lou Reed klingt.

„Coastline” ist ein Lied, instrumentiert mit akustischer Gitarre und Mundharmonika. Und wenn dann die Gitarrentöne länger gezogen werden, bewegen wir uns wieder auf dem Boden der Country Musik. Das Album wir beendet durch das Lied „Manitoba”. Eine ruhige Nummer, die man dieses Mal sogar dem Folk zurechnen könnte. Dazu hat das Stück eine schöne Melodie und einen tollen Text.

Fazit: „Show Me Your Tears“ von “Frank Black And The Catholics” ist wahrlich kein schlechtes Album. Allerdings auch keines, das einen umhaut. Die Songs können oft musikalisch nicht packen, was den Texten dafür deutlich öfters gelingt. Vielleicht schafft man es aber auch nicht unbedingt, innerhalb weniger Monate drei Alben auf den Markt zu bringen, die alle nur so vor Kreativität strotzen. Dieses Album hier wäre zumindest dafür der Beleg, denn genau das hat Frank Black gemacht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Nadine, Everything Is New, New House Of The Pope, When Will Happiness Find Me Again?, This Old Heartache, Manitoba



Montag, 30. April 2012

The Alan Parsons Project – Tales Of Mystery And Imagination





The Alan Parsons Project – Tales Of Mystery And Imagination


Besetzung:

Alan Parsons – vocals, projectron, new synths, new “cathedral” organ
Eric Woolfson – keyboards, backing vocals, harpsichord, keyboard loop, organ, new synth
Orson Welles – narration
Joe Puerta – bass
Stuart Tosh – drums, timps, backward cymbals
Billy Lyall – keyboards, recorders, piano, fender Rhodes, glockenspiel
Ian Bairnson – electric guitars, acoustic guitars
David Paton – acoustic guitars, bass, backing vocals
Leonard Whiting – vocoder, narration
Burleigh Drummond – drums
David Pack – guitars
Christopher North – keyboards
Bob Howes and The English Chorale – choir
Andy Powell – orchestra arrangement, keyboard loop, organ
Arthur Brown – vocals
Jack Harris – additional vocals
John Miles – vocals, guitars
Terry Sylvester – vocals, additional vocals
Francis Monkman – organ, harpsichord
Darryl Runswick – string bass
Laurence Juber – acoustic guitar
Kevin Peek – acoustic guitar
David Snell – harp
John Leach – cimbalom, kantele
Hugo D’Alton – mandolin
Westminster City School Boys Choir – choir


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: ArtPop, ArtRock


Trackliste:

1. A Dream Within A Dream (4:14)
2. The Raven (3:58)
3. The Tell-Tale Heart (4:39)
4. The Cask Of Amontillado (4:34)
5. (The System Of) Dr. Tarr And Professor Fether (4:21)
6. The Fall Of The House Of Usher
I. Prelude (7:03)
II. Arrival (2:40)
III. Intermezzo (1:00)
IV. Pavane (4:36)
V. Fall (0:51)
7. To One In Paradise (4:47)




Alan Parsons war Tontechniker in den Abby Road Studios und arbeitete dort mit den Beatles zusammen. Ein paar Jahre später produzierte er schließlich sogar „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd. Und in dieser Zeit muss wohl sein Wunsch entstanden sein, einmal selbst Musik zu komponieren und zu verfassen. Dies konnte er verwirklichen, als er seinen kongenialen Partner und Ideengeber Eric Woolfson kennengelernt hatte und mit ihm das Alan Parsons Project gründete.

Die Band gab es eigentlich gar nicht und war auch nicht darauf ausgelegt, Konzerte zu spielen. Mit jeder Menge Musiker sollten die Einfälle von Woolfson und Parsons im Studio umgesetzt und auf Platte gepresst werden. Und die erste Idee Woolfsons war jene, die Geschichten oder Gedichte von Edgar Allan Poe musikalisch umzusetzen. Und das Ergebnis lag schließlich 1976 vor, das erste Album des Alan Parsons Project mit dem Titel: „Tales Of Mystery And Imagination“.

Gleich eine Anmerkung zur remasterten CD-Version. Diese unterscheidet sich von der Platten-Ausgabe des Albums dadurch, dass hier bei den Stücken „A Dream Within A Dream“ und „The Fall Of The House Of Usher“ Orson Welles entsprechende Stellen aus den Werken Poes rezitiert. Die Angabe auf der CD, „Instrumental“, bei beiden Liedern, stimmt so also nicht mehr ganz.


Nun, die Umsetzung, also das Vertonen der Gedichte und Geschichten Edgar Allen Poes, kann als durchaus gelungen betrachtet werden. Immer wieder schaffen es die Musiker, diese düstere, mystische Stimmung zu transportieren, die vielen der Werke Poes anhängt. Als Beispiel sei hier die Nummer „The Raven“, welche sich auf das gleichnamige Gedicht Poes bezieht, genannt. Packend und rockig wird das Stück hier umgesetzt und wenn dann das berühmte „Nevermore“ des Raben immer wieder wiederholt wird und das Lied schließlich in getragenen Hintergrundgesang übergeht, kann man nur feststellen: Richtig gut gelungen.

Und auch bei „The Tell-Tale Heart“ hört man etwas heraus. Nämlich den Wahnsinn, dem der Protagonist der Geschichte anheimgefallen ist. Diese menschliche Verhaltensweise wird perfekt durch seinen Gesang Arthur Browns transportiert. Auch dieses Lied ist eine treibende Rocknummer und keineswegs synthesizerlastig, wie viele der späteren Veröffentlichungen des Alan Parsons Projects. Und der Gesang bedarf auch einer besonderen Erwähnung beim nächsten Stück: „The Cask Of Amontillado“. Dieses Stück wird zunächst orchestral instrumentiert und John Miles, der im selben Jahr auch noch mit „Music“ einen Welthit hatte, singt hier so wunderschön verzweifelt. Dabei versucht er sein Vorgehen in dieser Geschichte, in der er einen Widersacher lebendig einmauert, dem Zuhörer zu erklären und fassbar zu machen. Auch hier ist die Umsetzung bestens gelungen. Das Lied ist jetzt allerdings kein Rock-Stück mehr, sondern eher ein Lied für Orchester und Gesang. Ebenfalls durchaus eindrucksvoll.

Gerockt wird dann wieder, wenn es ums „Teeren und Federn“ in „The System Of Doctor Tarr And Professor Fether“ geht. Wieder eine groovende und treibende Rocknummer, die allerdings nicht ganz an die Klasse der vorherigen Stücke heranreicht.

Es folgt, mit über sechszehn Minuten Länge, das Hauptstück des Albums: „The Fall Of The House Of Usher“. Wohl auch mit das bekannteste Stück aus der Feder Edgar Allen Poes. In fünf Abschnitte unterteilt, beginnt das Lied orchestral. Ob dies gelungen ist sei mal so dahingestellt. Dieses Stück klassischer Instrumentalmusik wirkt zunächst irgendwie zäh und gewinnt erst dann an Klasse, wenn das Ende dieses ersten Teils naht und es von der Stimmung her spektakulärer und aufgeregter wird. Bei Teil 2, „Arrival“, handelt es sich dann allerdings wieder um Rockmusik, die jetzt ein wenig sphärisch und entspannt wirkt. Gut gelungen. Das kurze „Intermezzo“ ist erneut orchestral instrumentiert und dient zur Spannungssteigerung. Mit „Pavane“ geht es anschließend richtig gut weiter. Wunderschön melodiös und eingängig werden hier Mandoline, Cembalo, Kantele und Zymbal intoniert. Eine sehr packende und interessante Stimmung wird dadurch kreiert. Und schließlich endet das Lied im fünften und letzten Teil, „Fall“, bei dem, wie der Titel schon sagt, das Haus derer von Usher untergeht. Das dauert dann mit 51 Sekunden auch gar nicht mal so lange und wird über einige, mitunter atonale Synthesizer-Passagen, in die dann das gesamte Orchester einsteigt, umgesetzt. In einem lauten Grollen, Donnern, Knallen und Erbeben findet das Stück letztendlich sein Ende.

Es folgt mit „To One In Paradise“ das genaue Gegenstück. Zuckersüß fließt hier jetzt die Musik, ein eingängiger Pop-Titel, der leider auch überaus oberflächlich ist und keiner großartigen, weiteren Erwähnung bedarf.

Fazit: Etwas Spannendes ist den beiden hauptsächlichen Protagonisten dieses Projekts, Parsons und Woolfson, mit „Tales Of Mystery And Imagination“ gelungen. Einige Titel sind wirklich gut umgesetzt und die Musik schafft es, die Atmosphäre, die auch Edgar Allen Poe mit seinen Werken erzeugt, zu transportieren. Wer gerne mal etwas hören möchte, was nicht so ganz alltäglich ist, trotzdem aber noch schöne Melodien und treibende Rhythmen aufweist, der sollte sich dieses Erstlingswerk des Alan Parsons Projects mal zu Gemüte führen. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Raven, The Cask Of Amontillado, The Fall Of The House Of Usher



Sonntag, 29. April 2012

Electric Light Orchestra – Secret Messages





Electric Light Orchestra – Secret Messages


Besetzung:

Jeff Lynne – vocals, guitars, synthesizer, bass, piano, percussion
Kelly Groucutt – bass, background vocals
Richard Tandy – synthesizer, piano, harmonica
Bev Bevan – drums


Gastmusiker:

Dave Morgan – background vocals
Mik Kaminski – violin


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop


Trackliste:

1. Secret Messages (4:44)
2. Loser Gone Wild (5:27)
3. Bluebird (4:13)
4. Take Me On And On (4:58)
5. Time After Time (4:01)
6. Four Little Diamonds (4:05)
7. Stranger (4:27)
8. Danger Ahead (3:52)
9. Letter From Spain (2:51)
10. Train Of Gold (4:21)
11. Rock And Roll Is King (3:49)


Bonus Tracks:

12. No Way Out (3:28)
13. Endless Lies (3:27)
14. After All (2:24)

Gesamtspieldauer: 56:08




1983 brachte das Electric Light Orchestra sein elftes Studioalbum auf den Markt. Secret Messages“ heißt es und hier ist der Name auch Programm. Beim genauen Hinhören gibt es immer wieder etwas Neues zu entdecken. Rückwärts gesprochene Texte, Morsecodes, Verweise auf ältere Platten von ELO selbst oder zu anderen Bands. Nun und die Musik siedelt sich stilistisch passender Weise zwischen den beiden Alben an, zwischen denen sie auch entstanden ist, also zwischen „Time“ und „Balance Of Power“.

Das Album wird eröffnet durch den Titelsong „Secret Messages“. Ein eingängige Popnummer, bei der auch den Gitarren eine tragende Rolle zugedacht wurde. Wenn man das Stück drei bis viermal gehört hat, ist es zum Ohrwurm mutiert und verlässt einen so schnell nicht mehr. Gut gemachte Pop-Musik eben. Und noch ein Stückchen besser geht es dann mit „Loser Gone Wild“ weiter. Ist das Lied zunächst sehr relaxt, irgendwie schwebend und wird sogar ein wenig soulig gesungen, so wird es mit dem Refrain zum überaus eingängigen Stück, welches mitreißen kann. Und hier braucht man dieses Mal nicht mehrere Durchgänge, die Nummer ist sofort da und verankert sich zügig im Musikzentrum des Gehirns. Das Schreiben eingängiger Stücke hatte Jeff Lynne hier also noch nicht verlernt.

Es folgt mit „Bluebird“ wieder ein Pop-Song in bester ELO-Manier. Das ist einer der Songs, für die man keine Erklärung braucht, den schreibt man automatisch dem Electric Light Orchestra zu, auch wenn man die Nummer gerade zum ersten Mal hört. Das Stück selbst haut einen allerdings nicht weg, aber man hat schon deutlich schlechtere und flachere Stücke von ELO gehört. Mit „Take Me On And On“ wird es dann wieder deutlich ruhiger und bluesiger. Die Gitarre dominiert diesen Song erneut, der allerdings ein bisschen träge und langweilig wirkt.

„Time After Time“ ist dann eine völlig andere Kategorie. Pop-Musik, die wieder mit viel Liebe zum Detail arrangiert ist, wie man es von ELO schon von jeher kennt. Und das Stück klingt sehr viel experimenteller als fast alles zusammen, was man in den letzten Jahren von der Band gehört hatte. Von daher eine schöne Abwechslung. Diese geht mit dem nächsten Titel, „Four Little Diamonds” allerdings sofort wieder verloren. Einen Rock’n’Roll hört man da, der fatal an „Don’t Bring Me Down“ erinnert. Nichts Neues also und leider auch nichts besonders Gutes.

Und langweilig geht es jetzt auch irgendwie weiter. „Stranger“ ist ein langsamer Song, der so gar nicht nach ELO klingt und erneut nichts Besonderes darstellt. Mit „Danger Ahead“ folgt dann im Anschluss daran eine Rock-Pop-Nummer. Das Stück ist eingängig, allerdings belanglos. Auch nicht überzeugen kann „Letter From Spain“. Dieses dauernde „Letter-Gequatsche“ aus dem Hintergrund nervt schon nach kurzer Zeit. Zugute halten muss man der Nummer, dass sie völlig anders als der Rest der Platte ist. Sehr, sehr ruhig und schwebend. Das war es allerdings auch schon, überzeugend ist etwas anderes.

Mit „Train Of Gold“ wird es dann wieder deutlich poppiger. Was zunächst fast funkig beginnt, wird dann ein netter Pop-Song, mit allen Ingredienzien, die das Electric Light Orchestra immer wieder zur Verfügung stellt, wie mehrstimmigen Gesang, Tempo- und Rhythmuswechsel. Dann wird es noch mal schlimm. „Rock And Roll Is King“ heißt die ursprünglich letzte Nummer des Albums. Dieses Stück wurde auch als Single ausgekoppelt. Allerdings war Mitte der 80er Jahre der Rock’n’Roll out. Und wenn man dieses Lied hört, versteht man das auch sehr gut.

Auch dieses Mal gibt es wieder eine nette Zugabe auf der remasterten CD in Form von drei, bisher auf Alben unveröffentlichten Songs. Dies zu Tun gestaltete sich für Jeff Lynne auch nicht besonders schwierig, denn „Secret Messages“ war ursprünglich als Doppelalbum vorgesehen und wurde nur wegen des Vetos der Plattenfirma eine ganz normale Scheibe. Bonusmaterial war also vorhanden und drei dieser Stücke bekommt man hier nun zu hören. „No Way Out“ ist wieder ein wenig bluesig, nervt aber ungemein mit einem Fingergeschnippe, welches konsequent das ganze Lied über durchgezogen wird. „Endless Lies“, im Anschluss daran, ist dann wieder ein Popsong, der wächst. Während der Refrain mit dem pathetischen, fast schon opernhaften Gesang nervt, finden sich in dem Stück jede Menge Abschnitte, die wirklich gefallen können. Eine gute Pop-Nummer. Der Titel sollte dann eine CD später allerdings nochmals, dieses Mal als regulärer Track, auf „Balance Of Power“ erscheinen. Seltsam. Beschlossen wird das Album schließlich durch den Titel „After All“. Ein kurzes Instrumentalstück, sehnsüchtig, melancholisch und sphärisch sind diejenigen Adjektive, die die Nummer wohl am besten umschreiben. Nicht essentiell, aber ganz nett.

Fazit: Auch auf „Secret Messages“ gibt es noch gute Lieder zu entdecken. Diese sind zwar keine „Übersongs“ mehr und deutlich in der Unterzahl, aber es gibt sie eben noch. Für ELO-Fans ist dieses Album wahrscheinlich ein Muss, für diejenigen, die die ersten Veröffentlichungen der Band liebten, ist es entbehrlich. Genauso wie für jene, die den Höhepunkt des Schaffens der Band in den „Out Of The Blue“-, „Discovey“- und „Xanadu“-Platten sahen. Sieben Punkte, wegen der paar Highlights, die wirklich gelungen sind.

Anspieltipps: Secret Messages, Loser Gone Wild, Time After Time, Endless Lies, After All





 

Samstag, 28. April 2012

Hawkwind – Hall Of The Mountain Grill





Hawkwind – Hall Of The Mountain Grill


Besetzung:

Dave Brock – lead guitar, 12 string guitar, synthesizer, organ and vocals
Lemmy Kilmister – bass, vocals, rhythm and lead guitar on “Lost Johnny”
Simon House – keyboards, synthesizer and violin
Nik Turner – sax, oboe, flute and vocals
Del Dettmar – keyboards, synthesizer and kalimba
Simon King – drums and percussion


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock, Space Rock


Trackliste:

1. The Psychedelic Warlords (Disappear In Smoke) (6:50)
2. Wind Of Change (5:08)
3. D-Rider (6:15)
4. Web Weaver (3:15)
5. You'd Better Believe It (7:14)
6. Hall Of The Mountain Grill (2:25)
7. Lost Johnny (3:30)
8. Goat Willow (1:38)
9. Paradox (5:36)


Bonus Tracks:

10. You'd Better Believe It (Single Version Edit) (3:22)
11. The Psychedelic Warlords (Disappear in Smoke) (Single Version) (3:58)
12. Paradox (Remix Single Edit) (4:04)
13. It's So Easy (5:21)




Ganz so spacig klingen Hawkwind auf ihrem vierten Album “Hall Of The Mountain Grill” irgendwie nicht mehr. Alles ist einen Tick melodiöser geworden, was der Klasse der Musik allerdings keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil sogar. Die Musik wirkt nun durchdachter und packt einen vom ersten Lied weg. Wenn, ja wenn man zumindest auch ein wenig auf Space Rock steht. Denn diese spacigen Gimmicks aus dem Weltraum, erzeugt auf dem Synthesizer und auf den letzten beiden Alben immer wieder mit Begeisterung in die Musik integriert, sind zwar weniger geworden, allerdings immer noch präsent.

Eröffnet wird das Album durch „The Psychedelic Warlords (Disappear In Smoke)”. Eine klasse treibende Nummer, die noch am ehesten auf eines der zwei Vorgängeralben passen würde. Der Track ist treibend, sphärisch und hat einen wahnsinnigen Groove. Und dann geht das Stück auch noch unglaublich schnell ins Ohr. Das passiert vielleicht nicht gleich beim ersten, jedoch wohl schon mit dem zweiten Hören. Richtig gut ist dieser Song, denn zu all diesem „Klang“ gesellt sich schließlich noch ein wahrlich „arbeitendes“ Saxophon. Und fertig ist es, dieses Lied, welches gar nicht mal so richtig psychedelisch, dafür aber umso mehr hypnotisierend wirkt.

Mit dem nächsten Track wird es nun ein wenig abgefahren, was allerdings nicht unbedingt an der Musik dieses Stückes liegt, sondern an seiner Art der Musik. „Wind Of Change“ ist eine Kopie von Pink Floyds „A Saucerful Of Secrets“. „A Saucerful Of Secrets“ besteht aus drei Teilen und kopiert wurde hier der letzte Teil, der mit einer Art Donnergrollen eingeleitet wird und sich dann zu einem der „schwebensten“ Lieder von Pink Floyd entwickelt. Und bei „Wind Of Change“ beginnt es auch mit Donnergrollen und einem fetten Keyboardteppich, genau wie beim Original. Darauf entwickelt sich dann ein aus „Aaaahs“ bestehender Gesang. Auch hier stimmen beide Songs noch überein. Und jetzt kommt die Variation. Bei Hawkwind setzt nun eine Violine ein und gibt dem Stück einen zusätzlichen Touch. Ich habe noch nie was dagegen gehabt, wenn tolle Musik imitiert wird. Und hier wird sie es auch – aber glücklicherweise auch ein wenig variiert. Das Ganze hört sich bei Hawkwind nun wunderschön psychedelisch und melodisch an. Und da hätten wir sie also, die nächste Gemeinsamkeit. Dass Hawkwind Pink Floyd mochten, das können sie hier nicht mehr verbergen. Allerdings ist dies hier auf „Hall Of The Mountain Grill“ die einzige offensichtliche Annäherung an die Kollegen.

Bei „D-Rider“ gibt es sie dann wieder, die für Hawkwind typischen, spacigen Töne. Aber auch dieses Mal ist das Lied melodiöser, als zum Beispiel die Titel auf dem Vorgängeralbum. Die Melodie wird noch untermalt mit einem Chorsound und so findet auch dieses Lied sehr schnell den Eingang in die musikalischen Gehirnwindungen und verfestigt sich dort. „Web Weaver“, im Anschluss daran, präsentiert sich als akustische Nummer, hauptsächlich instrumentiert mittels Gitarre und Piano. Die Synthesizer-Töne spielen hier nicht die Hauptrolle, untermalen die Stimmung allerdings schön. Erst gegen Ende des Stücks wird es dann wieder ein wenig experimenteller und auch „abgefahrener“.

“You'd Better Believe It” heißt Titel Nummer 6 auf „Hall Of The Mountain Grill”. Der Song beginnt zunächst reichlich seltsam, mit einem am Synthesizer erzeugten Ton, der in seiner Höhe variiert wird. Dann setzen schließlich Bass, E-Gitarre, Schlagzeug und letztendlich auch der Gesang ein. Es entwickelt sich wieder eine treibende Nummer, in die sich Simon House immer wieder mit seiner Violine einbringen kann. Das Stück wirkt im weiteren Verlauf wieder sehr sphärisch und spacig, sodass das Genre nicht anders als mit Space Rock umschrieben werden kann. Es folgt der Titeltrack „Hall Of The Mountain Grill”. Das Lied ist eine wunderschöne Pianonummer, so wie man sie bisher von Hawkwind nicht kannte. Diese Nummer erzeugt eine ganz eigene Atmosphäre, die von düster bis sehnsüchtig reicht. Wahrlich eine Bereicherung der Platte.

Mit „Lost Johnny“ folgt eine Rock-Nummer, die ein klein wenig langweilig wirkt. „Goat Willow“ ist dagegen ein kurzer, zunächst reiner Synthesizer-Titel, bei dem dann noch Nik Turners Flöte, sowie ein spinettartiger Keyboardsound ihren Auftritt haben. Beendet wurde das ursprüngliche Album schließlich mit dem Song „Paradox“. Die Nummer ist zunächst ein Rock Song mit eingängigem Gesang, bis es dann deutlich härter wird. Und so rockt das Stück dem ursprünglichen Ende der Platte entgegen. Mit Einsetzen des mehrstimmigen Gesangs wird auch dieses Stück wieder sehr melodisch und gegen Ende fast schon bombastisch und symphonisch. Ein wahrlich würdiger Abschluss für dieses Album.

Mit vier Bonus Titeln wurde die remasterte Version von 1996 versehen. Dabei handelt es sich bei „You'd Better Believe It”, “The Psychedelic Warlords” und „Paradox” um stark gekürzte Single-Versionen der jeweiligen Album-Tracks. „It's So Easy”, die letzte Nummer auf der CD, ist dann ein Rock-Titel, der zwar nicht nervt, an die Qualität, der ursprünglich auf dem Album befindlichen Titel, jedoch nicht heranreicht. Einfach eine nette Zugabe für Hawkwind Fans.

Fazit: „Hall Of The Mountain Grill“ ist ein richtig gutes Album geworden, welches sowohl Space Rock Anhänger wie Freunde progressiver Rockmusik begeistern kann. Hier ist vieles melodischer als auf den ersten Veröffentlichungen der Band – ohne dabei jedoch langweilig zu wirken. Für mich ist „Hall Of The Mountain Grill“ eine Steigerung in der bisherigen Discographie von Hawkwind. Die Platte legt, obwohl die Vorgängeralben auch schon nicht schlecht waren, noch mal eine Schippe drauf und macht richtig Spaß. Hoch verdiente zwölf Punkte gibt es dafür.

Anspieltipps: The Psychedelic Warlords, Wind Of Change, Web Weaver, Hall Of The Mountain Grill