Donnerstag, 7. Juni 2012

Opeth – Damnation





Opeth – Damnation


Besetzung:

Michael Åkerfeldt – vocals, guitars
Martin Lopez – drums and percussion
Peter Lindgren – guitars
Martin Mendez – bass guitars


Gastmusiker:

Steven Wilson – grand piano, mellotron, fender rhoades, backing vocals


Label: Sony BMG


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Windowpane (7:44)
2. In My Time Of Need (5:50)
3. Death Whispered A Lullaby (5:50)
4. Closure (5:16)
5. Hope Leaves (4:30)
6. To Rid The Disease (6:21)
7. Ending Credits (3:39)
8. Weakness (4:09)




Von Opeth ist man eigentlich harte Töne gewöhnt - meist sogar die ganz harten. Völlig anders präsentiert sich die Band aus Schweden jedoch auf ihrem 2003 veröffentlichten Album „Damnation“. Hier gibt es kein „Growling“ mehr zu hören, hier wird das Thema „Metal“ noch nicht einmal mehr gestreift. Dafür gibt es auf „Damnation“ jede Menge „stillere“ beziehungsweise ruhigere Momente zu kosten ohne, dass das Album allerdings auch nur einen Moment Gefahr läuft seicht oder schnulzig zu klingen. Ganz im Gegenteil, „Damnation“ packt einen vom ersten Ton an, tischt dem Hörer wunderschöne Melodien auf und variiert diese in Harmonie, Rhythmus und Tempo, sodass die Platte immer wieder auch in der progressiven Rockecke anzusiedeln ist. Das alles mag nicht weiter verwundern, da sich Steven Wilson, der Frontmann von Porcupine Tree, neben Opeth als Co-Produzent des Albums ausweist und die Platte auch abmischte. Die Musik stammt aus der Feder von Sänger und Gitarrist Michael Åkerfeldt, genau wie die Texte. Nur bei „Death Whispered A Lullaby“ steuerte Steven Wilson selbst die Lyrics hinzu.

Die Musik auf „Damnation“ ist überaus eingängig, ohne dabei platt zu wirken. Der Hörer wird umspielt mit wunderschönen Melodien, kann sich von Taktwechseln überraschen lassen oder aber in einen breiten Mellotron-Teppich eintauchen. All das wird auf „Damnation“ geboten, nur die Head-Banging-Fraktion kommt auf dieser Scheibe, wie bereits erwähnt, nicht zu ihrem Recht. In keinem einzigen Moment.

Einzelne Lieder aus diesem Werk herauszuheben würde den anderen, dann nicht erwähnten Songs, nicht mehr gerecht werden, denn Ausfälle gibt es auf der Platte nicht wirklich. Lediglich die letzten beiden Stücke, von denen „Ending Credits“ ein Instrumentalstück ist, kommen nicht ganz an die Klasse der ersten sechs Stücke heran – ohne dabei jedoch schlecht zu sein, vielleicht nur etwas langweiliger, irgendwie nicht ganz so einnehmend. Sonst passt alles zusammen, jeder Song hat sein „gewisses Etwas“ und weiß auf seine Art und Weise zu gefallen. Und so erzeugt „Damnation“ beim Hörer eine süße Melancholie, die ihre Kraft nicht nur an kühlen Novembertagen entfalten kann.

Fazit: Ein richtig überzeugendes Album ist der schwedischen Heavy Metal Band mit Hilfe des Briten Steven Wilson hier gelungen – auch wenn hier nichts nach Heavy Metal klingt. „Damnation“ klingt dagegen immer wieder progressiv, ohne dabei retro zu sein. „Damnation“ klingt immer wieder progressiv, ohne dabei zu verspielt oder „frickelig“ zu sein. „Damnation“ klingt immer wieder progressiv und das richtig gut. Ähnlichkeiten im Sound zu Porcupine Tree oder Steven Wilson Solo sind nicht zu überhören. Hier passen die Vergleiche allerdings immer nur zu den ruhigeren Stücken. Und wer mit dieser Musik ohne die „Metal-Anteile“ etwas anfangen kann, der wird mit „Damnation“ von Opeth bestens unterhalten werden. Eines der guten Alben des Jahres 2003. Elf Punkte.

Anspieltipps: Windowpane, To Rid The Disease - sowie die anderen sechs Titel.



Mittwoch, 6. Juni 2012

Blue October – Foiled





Blue October – Foiled


Besetzung:

Justin Furstenfeld – vocals
Jeremy Furstenfeld – drums
Ryan Delahoussaye – violin
CB Hudson – guitar
Matt Noveskey – bass


Gastmusiker:

Zayra Alvarez – backing vocals
Imogen Heap – backing vocals
Kirk Baxley – backing vocals
Sarah Donaldson – cello


Label: Universal Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Rock, Alternative


Trackliste:

1. You Make Me Smile (4:21)
2. She’s My Ride Home (4:42)
3. Into The Ocean (4:00)
4. What If We Could (4:03)
5. Hate Me (6:20)
6. Let It Go (4:03)
7. Congratulations [f. Imogen Heap] (4:01)
8. Overweight (4:24)
9. X Amounts Of Words (4:15)
10. Drilled A Wire Through My Cheek (4:32)
11. Sound Of Pulling Heaven Down (4:43)
12. Everlasting Friend (4:06)
13. 18th Floor Balcony (11:15)




Ein richtig gutes Album ist den Musikern der amerikanischen Band aus Texas, Blue October, da im Jahr 2006 gelungen. Überaus eingängigen Rock bekommt der geneigte Zuhörer auf „Foiled“, dem vierten Studioalbum, kredenzt. Rock-Musik, die nie langweilig wird und immer wieder mit schönen Harmonien und Melodien aufwartet.

Geschrieben wurden die Songs alle von Justin Furstenfeld, der sich beim Komponieren nur manchmal die Unterstützung seiner Bandkollegen oder externer Musiker sicherte. Bei neun der vierzehn Stücke ist er der alleinige Autor. In den Texten verarbeitet er dabei immer wieder seine Depressionen, an denen er seit Kindheitstagen leidet und die ihn bereits mehrmals in diverse Kliniken führten.

Die Musik auf „Foiled“ ist richtig gut und kann den Zuhörer packen. Manchmal melancholisch, manchmal treibend, immer jedoch abwechslungsreich und niemals langweilig oder oberflächlich. Und gerade die Abwechslung, die dem Hörer hier präsentiert wird, macht einen großen Pluspunkt des Albums aus. Auf „Foiled“ fließen die Stile Pop, Rock und Hard Rock immer wieder ineinander über. Und das nicht nur von Lied zu Lied, sondern auch in den einzelnen Stücken selbst. Das Ganze wirkt jedoch nicht konstruiert oder aufgesetzt, sondern vielmehr gewachsen und zwar so, als ob es gar nicht anders sein könnte. Richtig „hart“ wird es dabei allerdings nur selten, sodass knallharte Metal-Fans wohl nicht die richtige Zielgruppe des Albums sind.

Aber sonst ist wohl für jeden Rock-Fan etwas dabei. Das fängt gleich mit dem ersten Stück „You Make Me Smile“ an. Sofort ein Höhepunkt des Albums. Das Lied ist eine schöne treibende Rocknummer, die zum Mitwippen animiert und bereits beim ersten Hören so wirkt, als ob man das Stück schon jahrelang kennen würde. „She’s My Ride Home” und “Into The Ocean” sind eingängige Pop-Rock-Nummern, wohingegen “What If We Could” wieder deutlich mehr in der Rock-Sparte beheimatet ist. Hier findet man ihn dann auch wieder, diesen treibenden Beat, der Rock Fans ein Lächeln auf die Lippen zaubert.

“Hate Me“, Lied Nummer fünf des Albums, wurde sogar als Single veröffentlicht und ist ein schöner, gitarrenlastiger Track, der über einen Refrain verfügt, der dieses Mal zum Mitgröhlen einlädt. Ganz anders gibt sich dann „Let It Go”. Fast schon ein wenig psychedelisch wirkt diese sanfte Nummer, die ebenfalls sofort ins Ohr geht. Besonders gut kommt hier auch Ryan Delahoussayes Violinenspiel zur Geltung. Ganz klar ebenfalls ein Höhepunkt des Albums.

Und die Abwechslung wird auch bei den weiteren Nummern des Albums groß geschrieben. Bei “Congratulations [f. Imogen Heap]“ holt sich Justin Furstenfeld beim Gesang weibliche Unterstützung. Ein insgesamt sehr ruhiger Song mit einem überaus eingängigen Refrain, der sofort hängenbleibt. „Overweight“ hingegen startet mit spanischen Gitarren und entwickelt sich zu einer überaus rhythmischen Nummer, die von einer, fast schon als Sprechgesang zu bezeichnenden Gesangsspur, angetrieben wird. Und bei „X Amounts Of Words“ bleibt es zwar rhythmisch, der Stil des Liedes bewegt sich allerdings zwischen Pop und fast schon Synthie Pop.

Sehr viel düsterer wird es dann mit „Drilled A Wire Through My Cheek“, bis das Lied schließlich richtig loskracht. Zu Beginn ist alles so zurückhaltend, vom Gesang wie von der Instrumentierung her, um dann sowohl von der Lautstärke und Geschwindigkeit zu wachsen. „Sound Of Pulling Heaven Down” startet mehrstimmig und entwickelt sich im weiteren Verlauf zu einer überaus melodiösen Rocknummer. Auffällig hier erneut, wie die Band um Justin Furstenfeld es immer wieder schafft, Musik zu präsentieren, die eingängig ist, ohne oberflächlich zu sein, die einfach passt und hängenbleibt. Das wiederum hat bei „Everlasting Friend” nicht ganz so hingehauen. Die Nummer ist zwar ebenfalls ganz nett anzuhören, dieses gewisse Etwas, welches hängenbleibt, das geht dem Stück allerdings ab. Bliebe noch „18th Floor Balcony” inklusive Hidden Track, denn über elf Minuten ist das Lied nicht lang. Das Stück ist eine ganz ruhige Nummer, ein wenig schwebend und abgehoben, ein ganz zarter Ausklang dieses Albums, bei dem die Violine wieder ihren großen Auftritt hat. Bei 4:30 ist dann Schluss und ab 6:33 geht es dann zunächst mit einigen ganz leisen Hintergrundstimmen weiter. Und auch dieser Hidden Track ist ein leises und richtig gutes Stück, instrumentiert lediglich mit Piano und Gesang - ein wahrlich würdiger Abschluss für dieses Album.

Fazit: Eine schöne und abwechslungsreiche Platte haben die fünf Mannen aus Texas da 2006 vorgelegt. „Foiled“ ist ein Album geworden, auf der es jede Menge unaufgeregte, aber gute Musik zu hören gibt. Dazu befinden sich noch ein paar richtig klasse Stücke auf dieser Scheibe und nur ganz wenige Ausreißer nach unten. Klar ist es kein Überalbum, aber Zuhören macht hier jede Menge Spaß. Zehn Punkte mit Tendenz nach oben.

Anspieltipps: You Make Me Smile, What If We Could, Hate Me, Let It Go, 18th Floor Balcony



Dienstag, 5. Juni 2012

The Alan Parsons Project – The Turn Of A Friendly Card





The Alan Parsons Project – The Turn Of A Friendly Card


Besetzung:

Alan Parsons – guitars, keyboards
Eric Woolfson – keyboards, vocals
Ian Bairnson – guitars
David Paton – bass, vocals
Stuart Elliott – drums, percussion
Lenny Zakatek – vocals
Elmer Gantry – vocals
Chris Rainbow – vocals


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop


Trackliste:

1. May Be A Price To Pay (5:00)
2. Games People Play (4:23)
3. Time (5:14)
4. I Don't Wanna Go Home (4:52)
5. The Gold Bug (4:34)
6. The Turn Of A Friendly Card (Part 1) (2:44)
7. Snake Eyes (3:15)
8. The Ace Of Swords (2:57)
9. Nothing Left To Lose (4:07)
10. The Turn Of A Friendly Card (Part 2) (3:22)


Bonus Tracks:

11. May Be A Price To Pay (Intro - Demo) (1:30)
12. Nothing Left To Lose (Basic Backing Track) (4:33)
13. Nothing Left To Lose (Chris Rainbow Overdub Vocal Compilation) (2:00)
14. Nothing Left To Lose (Early Studio Version With Eric's Guide Vocal) (3:09)
15. Time (Early Studio Attempt) (4:40)
16. Games People Play (Rough Mix) (4:31)
17. The Gold Bug (Demo) (2:49)




Nach dem schon etwas gewöhnungsbedürftigen Vorgänger-Album „Eve“, auf dem man gut gemachte und etwas anspruchsvollere Musik schon suchen musste, war man sehr gespannt auf den Nachfolger, der 1980 veröffentlicht wurde. „The Turn Of A Friendly Card“ heißt dieses Album und befasst sich thematisch, wie der Name schon ausdrückt, mit dem Glücksspiel. Musikalisch gesehen wurde es hier besser, allerdings leider nicht sehr viel besser, als auf „Eve“. Die Musik bewegt sich im Dreieck von Pop, Disco und seichtem Schlager. Da fällt der Opener „May Be A Price To Pay“ fast schon aus dem Rahmen, denn hier wird sogar ein wenig gerockt. Dazu ist die Nummer auch noch einigermaßen eingängig. Das zweite Stück des Albums, „Games People Play“ ist dann schon ein reines Pop-Lied, welches allerdings ebenfalls sofort ins Ohr geht. Nicht schlecht also, jedoch auch nichts Besonderes.

„Time“, im Anschluss, beginnt kurz wie eine Ballade, wird dann jedoch so was von getragen, dass einem fast die Worte fehlen. Das Lied ist so abgrundtief „süß“, aufgrund eines säuselnden Gesangs und schmachtenden Streichern, dass es schwerfällt, nicht die Skip-Taste der Stereoanlage zu betätigen. „I Don't Wanna Go Home” beginnt spannend, mit einem sehr eingängigen Melodielauf, um sich dann zu einer Disconummer zu entwickeln. Gefallen können hier immer wieder die Gitarreneinlagen, der Gesang klingt nach Stevie Wonder, überzeugen kann das Stück allerdings nicht.

Ebenfalls spannend beginnt „The Gold Bug“. Durch das Gepfeife fühlt man sich unvermittelt in einen Italo-Western hineinversetzt. Daraus entwickelt sich eine pulsierende und groovende Instrumentalnummer, die Spaß macht. Hervorzuheben ist hierbei vor allem das Saxophon-Spiel. Es folgt mit „The Turn Of A Friendly Card” der Titeltrack des Albums. Sehr eingängig, fast schon ein wenig zu eingängig. Da bewegt sich das Alan Parsons Project wieder sehr gefährlich an der Grenze zur Schnulze. „Snake Eye“ lässt dann Erinnerungen an das Album „Pyramid“ aufkommen. Einen gewissen groovigen Pop kann man diesem Stück wahrlich nicht absprechen.

Das folgende Stück, „The Ace Of Swords“, ist eine Instrumentalnummer, die zunächst nach Mittelalter klingt, dann Fahrt aufnimmt und alles in allem ganz nett anzuhören ist. Einer der Höhepunkte des Albums. Ebenfalls wieder sehr eingängig ist „Nothing Left To Lose”. Das konnten Alan Parsons und Eric Woolfson – melodiöse und harmonische Lieder schreiben. Den Abschluss der ursprünglichen Platte bildet schließlich „The Turn Of A Friendly Card (Part 2)”. Der Unterschied zum ersten Teil liegt in der Instrumentierung, die hier sehr orchestral gewählt wurde. Die sieben Zugaben auf der remasterten Version sind Demos oder Variationen der ursprünglich auf der Platte vorhandenen Lieder. Für eingefleischte Alan Parsons Project Fans sicherlich interessant, für alle anderen entbehrlich.

Fazit: “The Turn Of A Friendly Card” ist kein schlechtes Album. Allerdings ist es sicherlich auch keine gute Platte geworden. Hier finden sich zwar wieder sehr eingängige Melodien, allerdings sind diese auch nicht so gut, dass sie länger hängenbleiben würden. Ganz nett ab und zu, aber dann wird das Ganze auch wieder schnell vergessen. “The Turn Of A Friendly Card” ist ein „Rauscht-Durch-Album“. Eben noch gehört und dann stellt sich die Frage: „War da was?“ Sieben Punkte.

Anspieltipps: May Be A Price To Pay, Games People Play, The Gold Bug, The Turn Of A Friendly Card (Part 1), The Ace Of Swords, Nothing Left To Lose



Montag, 4. Juni 2012

Stefanie Hertel – Liebe hat tausend Gesichter




Stefanie Hertel – Liebe hat tausend Gesichter


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Jean Frankfurter – alle Keyboards und Programming
Johan Daansen – Gitarren
Tina Frank – Chor
Wolly Epperhoff – Chor
Bimey Oberreit – Chor
Anita Straube – Chor
Jutta Staudenmayer – Chor
Peter Bischoff – Chor
Hermann Weindorf – Chor
Manuel Lopez – Gitarren
Giovanni De Angeli – Oboe
Philharmonic String Munich – Streicher
Thorsten Käskamp – Gitarren
Thomas Gineberg – Gitarren
Holger Schreiber – Keyboards


Label: Koch Music


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Schlager


Trackliste:

1. Liebe hat tausend Gesichter (3:33)
2. Rosarote Wolken (3:39)
3. Runter vom Sofa (3:07)
4. Gib dem Wind eine Chance (3:35)
5. Wer nicht nach den Sternen greift (3:19)
6. Wo die Musikanten sind (3:20)
7. Wir liebten uns einen Sommer lang (3:25)
8. Liebe ist kein Wort für Ewigkeit (3:36)
9. Bist noch immer mein Typ (3:38)
10. Sternenstaub (4:41)
11. Aiderbichl macht das Herz der Tiere froh (3:28)
12. Ich will nicht nach Malibu (2:57)
13. Träum nicht dein Leben (3:12)
14. Illusionen (3:04)

Gesamtspieldauer: 48:35




„Liebe hat tausend Gesichter“ heißt das elfte Studioalbum der gebürtigen Oelsnitzerin Stefanie Hertel. Dieses ist im Jahr 2006 beim Plattenlabel Koch Music erschienen. Einen kleinen Unterschied gibt es zu den meisten bisherigen Alben der Stefanie Hertel, denn auf „Liebe hat tausend Gesichter“ wurden lediglich sechs Stücke von Jean Frankfurter geschrieben und nur zu diesen steuerte Irma Holder die Texte bei. Bei den restlichen acht Nummern bediente sich die Vogtländerin anderer Komponisten oder sang Cover-Versionen bereits bekannter Titel ein.

Es ist eine Wohltat, dass auf dieser Scheibe nicht alle Titel vom unsäglichen Jean Frankfurter geschrieben wurden, der musikalisch absolut unterstes Niveau verkörpert. Bei seinen Stücken geht es nur um die einfache, oberflächliche Melodie, die immer gleich klingt und dabei um den schnellen kommerziellen Erfolg bei zumeist sehr anspruchslosen Konsumentinnen und Konsumenten. Modern Talking des deutschen Schlagers. Nun, auf „Liebe hat tausend Gesichter“ hört man Stefanie Hertel auch bei Interpretationen von zum Beispiel Cat Stevens‘ „Morning Has Broken“ und Alexandras „Illusionen“. Das klingt zunächst ganz nett, da es sich dabei um sehr eingängige Stücke handelt. Allerdings tritt bei diesen Interpretationen etwas zu Tage, was die Musik der Stefanie Hertel auch nicht gerade in einem gutem Licht erscheinen lässt. Es ist ihre Stimme, die in diesen Situationen zwangsläufig den Vergleich mit dem Original aushalten muss. Und diesen Vergleich verliert Stefanie Hertel um Längen. Natürlich kann nicht jede Sängerin wie Alexandra klingen, doch zwischen diesen beiden Stimmen liegen Welten. Von daher sollte vorher eine gründliche Lied-Auswahl getroffen werden, um nicht mit Kritik überhäuft zu werden, was Stefanie Hertel mit diesem Album auch passierte.

Allerdings ist das immer noch besser anzuhören, als diesen musikalischen Müll aus der Feder des Jean Frankfurter, der mit Irma Holder seine kongeniale Partnerin gefunden hat. Diese fügt zu der schlechten Musik noch unfassbar niveaulose Liedtexte hinzu, um dem Gesamtbild dieser Lieder den absoluten Rest zu geben und ein Gefühl des Schams bei den Konsumenten zu erzeugen.

Fazit: Auch wenn Stefanie Hertel manche Lieder einfach nicht so interpretieren kann, wie sie es sollte und Jean Frankfurter ihr wohl Lieder passend zu ihrer Stimme komponiert, so sind die Cover-Versionen auf dem Album „Liebe hat tausend Gesichter“ um ein Vielfaches hörenswerter, als die Nummern des Duos Frankfurter / Holder. Schön und begeisternd klingt das alles nicht, jedoch freut man sich, wenn der letzte Ton endlich ausgeklungen ist. Das hat doch auch was. Vier Punkte.

Anspieltipps: Sternenstaub, Träum nicht dein Leben, Illusionen



Sonntag, 27. Mai 2012

Stefanie Hertel – Totale Gefühle




Stefanie Hertel – Totale Gefühle


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Jean Frankfurter – alle Keyboards und Programming
Johan Daansen – Gitarren
Bastian Fiebig – Saxophon
Streicherensemble Gräf
Karena Schönberger – Chor
Herbert Ihle – Chor
Franco Leon – Chor


Label: Koch Music


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Schlager


Trackliste:

1. Totale Gefühle (3:57)
2. Ich tu es immer wieder mit dir (3:23)
3. Reparier meine Seele (3:35)
4. Erst Du, dann Du (3:51)
5. Mondscheinsonate (3:48)
6. Und morgen geht's weiter (3:41)
7. Heiße Partys, coole Nächte (3:11)
8. Liebe stirbt nicht einfach so (3:30)
9. Ich wollt nur mal fragen (3:50)
10. Fang meine Sehnsucht auf (3:50)
11. Wachgeküsst (3:30)
12. Leben und leben lassen (3:32)

Gesamtspieldauer: 43:43




„Totale Gefühle“ heißt das bereits zehnte Studioalbum der Stefanie Hertel. Veröffentlicht wurde es im Jahr 2004 auf dem Plattenlabel Koch Music, einer Tochter der Universal Music. Deutschen Schlager bietet Stefanie Hertel auf diesem Album ihren Hörerinnen und Hörern, den man auf insgesamt zwölf Liedern dargeboten bekommt. Wieder einmal hatten Jean Frankfurter und Irma Holder Musik beziehungsweise Text komponiert.

Ganz im deutschen Schlager angekommen geht es textlich gesehen bei den Liedern der Stefanie Hertel hauptsächlich um das Thema „Liebe“ und den daraus resultierenden Konsequenzen oder Komplikationen. Klingt nicht sehr spannend? Ist es auch nicht. Die Musik hört sich dazu meist sogar irgendwie billig an, wurde am Synthesizer erstellt und der Schlagzeug-Computer nervt natürlich in jedem Akkord und an jeder Stelle dieses Albums. Irgendetwas, was auf dieser Scheibe hängenbleibt, so etwas wie einen Ohrwurm, das gibt es leider nicht auf „Totale Gefühle“. Zu allermeist rauscht die Musik einfach so durch, klingt langweilig und belanglos, jedoch mit mehr automatisch so, dass man fluchtartig den Raum verlassen wollen würde. Das bedeutet sogar ein gewisses Qualitätssiegel, wenn man es mit so mancher früheren Scheibe der Stefanie Hertel vergleicht.

Fazit: Langweiligen und zum Teil stumpfsinnigen deutschen Schlager gibt es auf „Totale Gefühle“ zu hören. Diese Musik tut keinem weh, ist allerdings extrem belanglos und überflüssig, rauscht durch und nervt gegen Ende auch etwas, da sich irgendwie alles gleich anhört und man sich irgendwann ganz automatisch nach Musik sehnt. Nach Musk, die auch unterhalten kann. Drei Punkte.

Anspieltipps: Erst Du dann Du, Mondscheinsonate



Samstag, 26. Mai 2012

Pink Floyd – Pulse





Pink Floyd – Pulse


Besetzung:

David Gilmour – guitar, vocals
Richard Wright – keyboards, vocals
Nick Mason – drums


Gastmusiker:

Tim Renwick – guitars, vocals
Gary Wallis – percussion, drums
Jon Carin – keyboards, synthesizers, vocals
Dick Parry – saxophones
Guy Pratt – bass guitars, vocals
Claudia Fontaine – backing vocals
Sam Brown – backing vocals
Durga McBroom – backing vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Live-Album, Psychedelic Rock, Rock


Trackliste:


CD 1:

1. Shine On You Crazy Diamond (13:35)
2. Astronomy Domine (4:21)
3. What Do You Want From Me (4:09)
4. Learning To Fly (5:16)
5. Keep Talking (6:53)
6. Coming Back To Life (6:56)
7. Hey You (4:39)
8. A Great Day For Freedom (4:30)
9. Sorrow (10:49)
10. High Hopes (7:52)
11. Another Brick In The Wall (Part Two) (7:07)


CD 2:

1. Speak To Me (2:30)
2. Breathe (2:34)
3. On The Run (3:48)
4. Time (6:47)
5. The Great Gig In The Sky (5:52)
6. Money (8:54)
7. Us And Them (6:58)
8. Any Colour You Like (3:21)
9. Brain Damage (3:46)
10. Eclipse (2:38)
11. Wish You Were Here (6:35)
12. Comfortably Numb (9:29)
13. Run Like Hell (8:37)




Mit dem Live-Album „Pulse“ erhält man eine kleine Übersicht über das Gesamtwerk der britischen Band Pink Floyd. Zwar sind hier nicht alle Platten musikalisch vertreten, allerdings spannt sich das Repertoire doch von der ersten Platte mit „Astronomy Domine“ bis hin zu „The Division Bell“, dem letzten Album der Band. Weiter werden Lieder der Platten „The Wall“, „Wish You Were Here“, „A Momentary Lapse Of Reason“, sowie als Höhepunkt, das komplette Album „The Dark Side Of The Moon“ gespielt. Entstanden sind die Aufnahmen auf der Tour 1995, also ein Jahr nach dem Erscheinen dieses letzten Studioalbums. Und aufgenommen wurde die Platte schließlich während der Konzerte in London, Rom, Modena und Hannover. Somit ist es kein Live-Album eines Konzertes, sondern das mehrerer Konzerte. Beim Anhören der CD bemerkt man dies allerdings nicht.

Nun, die Musik ist gut bis sehr gut, das kann man auch auf den Rezensionen zu den jeweiligen Studioplatten nachlesen. Und klar ist auch, dass die Lieder drei bis sechs und acht bis zehn der ersten CD andere sind, als die restlichen der Livemitschnitte. Hier kann man die beiden Ären der Band gut nachvollziehen: Die doch deutlich mehr psychedelischen Ansätze der Ära mit Roger Waters und die dann deutlich poppigere Musik - ohne den ursprünglichen Bassisten.

Klangtechnisch ist alles perfekt. Der Ehrlichkeit halber muss hier allerdings dann auch erwähnt werden, dass das Album im Studio nachbearbeitet wurde, um „kleinere Verspielfehler“ auszumerzen. Aber der Sound kommt wirklich erstklassig aus den Boxen und die Band hält sich größtenteils auch sehr nahe am Original, von kleineren Variationen einmal abgesehen. Einige Stücke werden dabei um ein etwas längeres Solo oder aber Intro ein wenig verlängert. Und man merkt, was Clare Torry auf dem Original geleistet hat. Denn von Ihr klingt der Gesang auf „The Great Gig In The Sky“ einfach doch noch einen Tick besser, verzweifelter, packender. Aber solch ein Gesang ist wahrscheinlich live, wenn man wirklich nur einen einzigen „Versuch“ hat, sehr schwer umzusetzen.

Fazit: Als Pink Floyd Fan muss man dieses Live-Album wohl besitzen. Es ist vollgepackt mit toller Musik, die sicherlich auch jede Menge anderer Musikfreunde begeistern wird. Das „Live-Flair“, dieses Gefühl beim Augenschließen, sich gerade auf dem Konzert zu befinden, das erzeugt „Pulse“ allerdings nur an manchen Stellen. Am ehesten noch bei der Live-Version von „The Dark Side Of The Moon“. Ein Manko ist auch, dass auf CD 1 ein paar nur durchschnittliche Songs der „Post Waters Ära“ vertreten sind. Wer sollte das den restlichen drei Musikern Pink Floyds im Jahr 1995 auch verdenken, nach all diesen gerichtlichen Klagen, die dort zwischen Waters und dem Rest der Band hin- und herflogen. Aber besser werden die Stücke deswegen trotzdem nicht. „Pulse“ ist wahrlich nicht schlecht, ein Geniestreich wie so manch andere Pink Floyd Platte allerdings auch nicht. Neun Punkte.

Anspieltipps: Da sollte man sich die Zeit nehmen und alles durchzuhören.



Freitag, 25. Mai 2012

Randy Newman – 12 Songs





Randy Newman
– 12 Songs



Besetzung:

Randy Newman – piano


Gastmusiker:

Ry Cooder – guitar
Clarence White – guitar
Ron Elliott – guitar
Al McKibbon – bass
Lyle Ritz – bass
Gene Parsons – drums
JimmGordon – drums
Milt Holland – percussion
Roy Harte – percussion


Label: Warner Music Group


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Blues, Country, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. Have You Seen My Baby? (2:35)
2. Let's Burn Down The Cornfield (3:05)
3. Mama Told Me Not To Come (2:12)
4. Suzanne (3:08)
5. Lover's Prayer (1:59)
6. Lucinda (2:44)
7. Underneath The Harlem Moon (1:54)
8. Yellow Man (2:24)
9. Old Kentucky Home (2:40)
10. Rosemary (2:10)
11. If You Need Oil (2:59)
12. Uncle Bob's Midnight Blues (2:02)




Das zweite Album Randy Newmans „12 Songs“ war ebenfalls überaus unerfolgreich - genau wie sein Vorgänger. Es verkaufte sich zunächst kaum. Von den Kritikern wurde diese Platte allerdings schon immer deutlich anders beurteilt und so nimmt „12 Songs“ auch in der Liste des Rolling Stone Magazins, mit den angeblich „500 besten Alben aller Zeiten“, den Platz 354 ein.

Auffällig ist zunächst einmal der Stilwechsel, den Randy Newman mit diesem Album, im Vergleich zum Vorgänger, vollzog. Waren auf dem Debut „Randy Newman“ noch hauptsächlich Songs zu hören, die unglaublich nach Filmmusik klangen, beziehungsweise an einen Soundtrack aus den 50er oder 60er Jahren erinnerten und aufwendig, oftmals mittels Orchester, instrumentiert wurden, so kehrte Randy Newman hier vom „Aufwendigeren“ zum „Einfacheren“ zurück. Die zwölf Lieder sind meist sparsam instrumentiert und gehen in die Richtung Blues und zum Teil Rock’n’Roll.

Und da zeigt sich wieder einmal, wie unterschiedlich doch die Geschmäcker sein können. Wie es dieses Album auf eine Liste mit den 500 besten Alben aller Zeit schaffen konnte – ein Rätsel. Die Lauflänge des Albums beträgt noch nicht einmal eine halbe Stunde, die Texte sind, wie immer bei Randy Newman, klasse gelungen und spannen sich von lustig über ironisch bis sarkastisch. Gut und unterhaltsam gemacht. Der Blues wurde allerdings nicht mit diesem Album erfunden, den gab es schon vorher und auch deutlich packender.

In die Kategorie „Blues“ passen die Stücke “Let's Burn Down The Cornfield”, “Suzanne”, “Lover's Prayer”, “Lucinda”, “Underneath The Harlem Moon”, “Yellow Man”, “If You Need Oil” und “Uncle Bob's Midnight Blues”. Wobei von diesen Songs “Suzanne” sogar noch einen starken “Country-Touch” aufweist. Und der Country-Musik-Fan wird auch bestens mit „Old Kentucky Home“ bedient. Das kann man mögen – oder eben nicht … Die restlichen Stücke gehen in die Richtung Rock’n’Roll, wobei hier der Fokus auf die langsame Variante gelegt wurde.

Diese zwölf Songs plätschern so dahin, wobei „Mama Told Me Not To Come” und “Yellow Man” sich noch positiv vom restlichen, fast schon „Hintergrundrauschen“, abheben. Zumindest diese beiden Titel haben etwas, was man auch gerne noch mal hört. Die restlichen Stücke schaffen es dagegen überhaupt nicht den Zuhörer zu packen. Sind irgendwie langweilig und auf eine gewisse Art und Weise belanglos.

Fazit: Vielleicht, wenn man großer Blues-Fan ist und auch einem amerikanischen Country-Touch nicht ganz ablehnend gegenübersteht, dann, ja dann vielleicht kann man auf diesem Album etwas für sich finden. Mir ist das hier zu eintönig, auch wenn es nur etwas mehr als 29 Minuten andauert. Mir fehlen hier die Melodien, die hängenbleiben. Und auch in das Blues-Feeling kann hier nur schwer eingetaucht werden. Denn hat sich dieses aufgebaut, ist der entsprechende Song nach zwei Minuten schon wieder vorbei. Über vierzig Jahre nach der Veröffentlichung ist das Album überholt. Drei Punkte.

Anspieltipps: Have You Seen My Baby?, Mama Told Me Not To Come, Yellow Man




Donnerstag, 24. Mai 2012

Barclay James Harvest – Barclay James Harvest





Barclay James Harvest – Barclay James Harvest


Besetzung:

John Lees – guitar, recorder, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, guitar, harmonica, vocals
Les Holroyd – bass, guitar, cello, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Gastmusiker:

Norman Smith – arrangement and conduction „Mother Dear“
Robert Godfrey – arrangement and conduction „When The World Was Woken“, “Dark Now My Sky”


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Pop


Trackliste:

1. Taking Some Time On (5:30)
2. Mother Dear (3:21)
3. The Sun Will Never Shine (5:08)
4. When The World Was Woken (5:50)
5. Good Love Child (5:11)
6. The Iron Maiden (2:43)
7. Dark Now My Sky (12:05)


Bonus Tracks:

8. Early Morning (2:34)
9. Mr. Sunshine (2:54)
10. So Tomorrow (BBC Session) (3:28)
11. Eden Unobtainable (BBC Session) (3:10)
12. Night (BBC Session) (3:20)
13. Pools Of Blue (BBC Session) (3:29)
14. Need You Oh So Bad (BBC Session) (1:18)
15. Small Time Town (BBC Session) (2:13)
16. Dark Now My Sky (BBC Session) (3:43)
17. I Can't Go On Without You (2:13)
18. Eden Unobtainable (3:04)
19. Poor Wages (2:34)
20. Brother Thrush (3:06)




Das ist ganz schön starker Tobak, den Barclay James Harvest den Hörern hier auf ihrem ersten Album aus dem Jahr 1970 bieten. Zumindest zum Teil. Wie die Band, so heißt auch diese erste Platte Barclay James Harvest und ist leider immer wieder mal allzu schwülstig und kratzt dabei mitunter an der Peinlichkeit nur haarscharf vorbei. Nur zu deutlich wird das beim Stück „The Sun Will Never Shine“, welches wohl als eine Art Hymne fungieren soll oder gedacht war, so ist zumindest der Hintergrundgesang beim Refrain arrangiert und wahrscheinlich auch zu verstehen. Ganz fies wird es nochmal bei „When The World Was Woken“. Die schöne Alliteration im Titel kann die Schwülstigkeit der Nummer natürlich nicht wettmachen. Mit all seinen Streichern und Bläsern wirkt das Lied maßlos überladen.

„Taking Some Time On“, der Opener, ist ein nettes Poplied, an dem man sich allerdings durch seine eingängige Gitarrenlinie schnell mal überhören kann. Und auch „Good Love Child“ geht in die Richtung „ganz nettes Poplied“. Gar nicht so schlecht gemacht, aber doch auch nichts Besonderes. Es läuft eben so mit.

Dann gibt es da noch zwei sehr getragene Nummern mit „Mother Dear“ und „The Iron Maiden“. Und diese beiden Stücke sind trotzdem auch Höhepunkte der Platte, da sie über eine tolle Melodie verfügen, die einfach gefallen kann. Die oben bereits erwähnte „Schwülstigkeit“ geht diesen beiden Titeln sogar ab, obwohl sie natürlich auch auf das Äußerste weichgespült sind. Allerdings zünden beide Lieder viel wirksamer, durch die sehr viel zurückhaltendere und besser gewählte Instrumentierung. Und wie gesagt, die Melodien und Harmonien passen hier toll zusammen.

Bliebe noch das letzte Lied des ursprünglichen Albums, der Longtrack, der Barclay James Harvest wohl in die progressivere Ecke drängen sollte. Das Stück beginnt mit einem gesprochenen Part, nur unterlegt von ein wenig Perkussion. Dann startet die Nummer orchestral durch, erinnert zunächst ein wenig an eine klassische Symphonie, bevor es schließlich doch noch rockig weitergeht. Immer wieder wechseln sich schließlich ruhigere, sanftere Abschnitte mit kraftvolleren Teilen ab. Davon lebt das Stück, genau wie vom Zusammenspiel der Rockinstrumente mit denen des Orchesters. Im Booklet kann man nachlesen, dass Barclay James Harvest hier etwas Neues wagen wollte, zu einer Zeit, als Deep Purple oder The Nice dies noch nicht gemacht hatten. Nun, das Lied ist nicht schlecht, allerdings ist es kein Vergleich zu Deep Purples „April“. Überhaupt keiner!

Auf der remasterten CD befinden sich sage und schreibe 13 Bonus Titel. Entweder handelt es sich dabei um in den sechziger Jahren veröffentlichte Singles oder Aufnahmen einer BBC Session. Alles ganz nett, jedoch nicht unbedingt wirklich essentiell. Aber, obwohl, „Early Morning“, „Mr. Sunshine“ und auch „Poor Wages“ haben irgendwie doch was und wenn es auch nur eine schöne Melodie ist. Man hört den Stücken ihr Alter zwar an, das macht sie aber trotzdem nicht unbedingt schlechter.

Fazit: Das erste Album von Barclay James Harvest hat schöne Momente, genau wie Titel, die man am liebsten gleich wegdrücken würde. Wer allerdings auf überaus eingängigen Pop Ende der 60er Jahre steht, der wird mit diesem Album sicherlich glücklich werden. Neben den bereits erwähnten Highlights gibt es für mich allerdings auch diese zähen Stücke, für die man sich als Mann beim Anhören fast schämt… Daher ist Barclay James Harvest von Barclay James Harvest ein Durchschnittsalbum mit ein paar schönen Höhepunkten und progressiveren Ansätzen. Nicht mehr und auch nicht weniger. Acht Punkte.

Anspieltipps: Mother Dear, The Iron Maiden, Dark Now My Sky, Early Morning, Mr. Sunshine, Poor Wages




Mittwoch, 23. Mai 2012

The Alan Parsons Project – Eve





The Alan Parsons Project – Eve


Besetzung:

Alan Parsons – keyboards
Eric Woolfson – keyboards
Duncan Mackay – keyboards
Ian Bairnson – guitars
David Paton – bass, vocals
Stuart Elliott – drums, percussion
Lesley Duncan – vocals
Chris Rainbow – vocals
Clare Torry – vocals
Dave Townsend – vocals
Lenny Zakatek – vocals
Orchester der Kammeroper München


Label: Sony Music

Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop


Trackliste:

1. Lucifer (5:09)
2. You Lie Down With Dogs (3:49)
3. I'd Rather Be A Man (3:54)
4. You Won't Be There (3:43)
5. Winding Me Up (3:56)
6. Damned If I Do (4:53)
7. Don't Hold Back (3:37)
8. Secret Garden (4:44)
9. If I Could Change Your Mind (5:59)


Bonus Tracks:

10. Elsie's Theme From The Sicilian Defence (The Project That Never Was) (3:01)
11. Lucifer (Demo) (2:48)
12. Secret Garden (Rough Mix) (4:42)
13. Damned If I Do (Rough Mix) (4:46)
14. Don't Hold Back (Vocal Rehearsal Mix) (3:43)
15. Lucifer (Early rough Mix) (4:18)
16. If I Could Change Your Mind (Rough Mix) (5:47)




Auf dem vierten Album des Alan Parsons Projects geht es wieder einen Schritt zurück. Die beiden Musiker, die sich hauptsächlich für den Inhalt dieser CD auszeichnen, Alan Parsons und Eric Woolfson, waren endgültig im Pop angekommen. Das wiederum muss an sich nichts Schlechtes bedeuten und so beginnt das Album mit „Lucifer“ auch eindrucksvoll. Das Album „Eve“, welches sich thematisch mit den Frauen und deren Einfluss auf Männer auseinandersetzt, beginnt mit einem Lied namens „Lucifer“. Echt interessant. Da würden mich die Hintergründe und Gedankengänge der Komponisten schon sehr interessieren … Es fällt allerdings schwer, beim Hören dieses Liedes, Assoziationen zum Teufel aufkommen zu lassen. Vielmehr ist das Stück eine treibende und melodische Instrumentalnummer, die kurze Zeit später die Titelmusik für das Magazin Monitor in der ARD werden sollte. Wohl auch deswegen mit eines der bekanntesten Stücke des Alan Parsons Projects.

Nun, jetzt wird es allerdings deutlich poppiger und auch nichtssagender. „You Lie Down With Dogs“ beinhaltet zwar noch ein Gitarrensolo, ist allerdings trotzdem ein Pop-Lied. Und noch nicht mal ein gutes. „I'd Rather Be A Man“ ist im Anschluss daran eine Synthie-Pop-Nummer. Diese ist jedoch ausgestattet mit einer ins Ohr gehenden Melodie. Schlimm wird es dann bei „You Won't Be There“. Das Stück ist so was von getragen und schmalzig, dass man unweigerlich nach Luft schnappt, da hier irgendetwas modrig riecht.

Auch poppig, aber gar nicht mehr schmalzig und damit wieder deutlich besser, ist dann „Winding Me Up“. Eine Pop-Nummer mit einer netten Melodie, die man auch mehrmals anhören kann. „Damned If I Do“ erinnert ein wenig an das Vorgängeralbum „Pyramid“. Das Lied groovt, poppt und ist auch nicht schlecht, aber leider eben auch nicht mehr gut. Irgendwie so ein Durchschnittstitel, wie man ihn häufiger im Radio hört. Einen Tick schlechter wird es dann mit „Don’t Hold Back“. Absolut seichter Pop. Und dabei singt hier sogar Clare Torry. Genau die Clare Torry, die durch ihren Gesang auf „The Great Gig In The Sky“ von Pink Floyd Berühmtheit erlangte. Wenn man allerdings dieses Lied hier hört, kann man kaum glauben, dass es sich beide Male um dieselbe Sängerin handelt. „Secret Garden“ ist ein Instrumentalstück, von denen Woolfson und Parsons auch schon bessere produziert haben. Auch hier gilt: Nicht richtig schlecht, man vermisst allerdings auch nichts, wenn man es nie wieder hört.

Getragen wird es auch auf dem letzten offiziellen Titel der ursprünglichen Platte: „If I Could Change Your Mind“. Wer Musicals mag, der findet sicherlich auch dieses Stück toll. Und wer Andrew Lloyd Webber noch am Allerbesten findet, der wird beim Hören dieses Stücks überrascht sein, dass nicht nur er solche Lieder schreiben konnte. Gesungen wird das Lied übrigens von Lesley Duncan. Und damit ist sie, zusammen mit Clare Torry, die einzige Dame, die jemals einen Song des Alan Parsons Projects auf einem Album intonierte.

Sieben Zugaben gibt es als Bonusmaterial. Sechs davon sind alternative Versionen oder Demoversionen, wobei hier „Lucifer“ sogar zweimal verewigt ist. So bleibt als richtig neue Nummer noch „Elsie's Theme From The Sicilian Defence (The Project That Never Was)“. Eine ruhige Klaviernummer, die gefallen kann. Schön getragen, ohne dabei schnulzig oder schmalzig zu klingen.

Fazit: Sie können es wirklich, Alan Parsons und Eric Woolfson. Leider zeigen sie das nur nicht immer und manches klingt nur allzu banal. Und gerade das Album „Eve“ geizt genau mit diesen „weniger guten“ Songs überhaupt nicht. Ganz viel schlageresken Pop, vollgesogen mit viel Pathos und Schmalz, bekommt man auf „Eve“ zu hören. Alles in allem ein ganz klarer Rückschritt im Vergleich zum Vorgängeralbum und mir gerade mal fünf Punkte wert. Das Album nervt einfach an viel zu vielen Stellen gewaltig.

Anspieltipps: Lucifer, I’d Rather Be A Man, Winding Me Up, Damned If I Do, Elsie's Theme From The Sicilian Defence (The Project That Never Was)



Dienstag, 22. Mai 2012

Uriah Heep – Look At Yourself





Uriah Heep – Look At Yourself


Besetzung:

Ken Hensley – organ, piano, guitar, acoustic guitar and vocal
Mick Box – lead guitar and acoustic guitar
David Byron – lead vocal
Paul Newton – bass guitar
Ian Clarke – drums


Gastmusiker:

Manfred Mann – keyboards auf “July Morning”
Osibisa – percussion auf “Look At Yourself”


Label: Sanctuary Records


Erscheinungsdatum: 1971 / 2004


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Look At Yourself (5:12)
2. I Wanna Be Free (4:01)
3. July Morning (10:33)
4. Tears In My Eyes (5:02)
5. Shadows Of Grief (8:40)
6. What Should Be Done (4:13)
7. Love Machine (3:43)


Bonustracks:

8. What's Within My Heart (Out-Take From Look At Yourself Sessions) (5:24)
9. Why (Look Out Yourself Out-Take) (11:18)
10. Look At Yourself (Alternative Single Version) (3:19)
11. Tears In My Eyes (Extended Version) (5:38)
12. What Should Be Done (Out-Take, Original Studio Version) (4:27)
13. Look At Yourself (BBC Session) (4:33)
14. What Should Be Done (BBC Session) (3:27)




Nein, das dritte Album der britischen Band von Uriah Heep, “Look At Yourself”, welches im selben Jahr wie der Vorgänger „Salisbury“ veröffentlicht wurde, ist keine Platte mehr mit progressiver Rockmusik. Vielleicht noch ganz am Rande hört man hier und da etwas, was in die „progressive“ Richtung geht, meistens hört man hier jedoch Rock oder besser gesagt Hard Rock. Und dann fällt noch auf, dass Ken Hensley nun das Heft des Handelns in die Hand genommen hatte. War er auf dem Debut „Very 'eavy...Very 'umble“ noch an keiner Komposition beteiligt, waren es auf „Salisbury“ bereits derer fünf Beteiligungen. Und hier, auf „Look At Yourself“, war er bei allen Kompositionen mit eingebunden.

Das Album wird eröffnet mit dem Titellied „Look At Yourself“, der gleich ordentlich und ziemlich kompromisslos losrockt. Klasse hier der fette Orgelsound Ken Hensleys und der absolut passende und treffende Gesang David Byrons. Dazu gesellen sich noch eindrucksvolle Soli Mick Box‘ und fertig ist eines der Höhepunkte auf „Look At Yourself“. „I Wanna Be Free” ist ebenfalls ein Rocker, der zwar etwas zurückhaltend beginnt, dann allerdings kraftvoll Fahrt aufnimmt. Dabei ist das Stück überaus eingängig, fast schon ein wenig zu sehr eingängig, sodass die Gefahr des „Überhörens“ hier durchaus besteht.

Und dann folgt er, der „Haupttrack“ des Albums und das mit zehneinhalb Minuten auch längste Lied auf „Look At Yourself“. „July Morning“ ist eine tolle Nummer und wenn Uriah Heep der progressiven Rockmusik Anfang der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts auf diesem Album nahekommt, dann hier, mit diesem Lied – und das nicht nur wegen der Länge des Stücks. Hier wechseln sich treibende mit ruhigeren, ganz leisen Passagen ab. Hier gibt es rockige Abschnitte und fast schon frei schwebende Passagen zu hören. Und all dies wird eingepackt in wunderschöne Melodien. Besonders hervorzuheben hier auch wieder der Gesang David Byrons, der sogar an einer Stelle Assoziationen zu Ian Gillan, Deep Purple und „Child In Time“ aufkommen lässt, welches ein Jahr vorher entstand. Und die Orgel Ken Hensleys nimmt ebenfalls wieder eine dominierende Rolle ein und trägt dazu bei, dass dieses Lied eines der besten Stücke im Liederkatalog von Uriah Heep ist.

Nicht ganz so spektakulär geht es mit „Tears In My Eyes” weiter. Ein schneller Rock’n’Roll wird dem Hörer hier geboten, der im Vergleich zum Vorgängerlied nur verlieren kann. Hier fehlt ganz klar das vorher vorhandene „Besondere“. Zumindest zu Beginn und am Ende des Stücks. Der Mittelteil ist nämlich klasse gelungen und weiß mit seinem mehrstimmigen Gesang, akustischen Gitarren und Breaks zu gefallen. „Shadows Of Grief“ ist erneut eine abwechslungsreiche und schnellere Rocknummer. Startet das Lied ziemlich rasant durch, so gibt es doch auch hier einen etwas anders gestalteten Mittelteil, der fast schon sphärisch daherkommt, unterbrochen nur durch die sehr hohen „Aaahs“, die David Byron im Hintergrund beisteuert. Dann rockt es wieder und schließlich „windet“ sich der Song einem fast schon „Pink-Floyd-mäßigen“ Ende entgegen.

„What Should Be Done“ startet balladenartig wird dann zu einer Bluesnummer. Nun da gibt es auf „Look At Yourself“ andere, wesentlich bessere Songs zu hören. Beendet wurde das ursprüngliche Album durch das kürzeste Lied „Love Machine“. Und das ist ein ganz gerader Rocker, der mit breitem Orgelsound eingeleitet wird und dann losknallt. Und so geht es das ganze Lied über weiter.

Einige Bonustracks finden sich auch wieder auf der remasterten Version des Albums aus dem Jahr 2004. Hervorzuheben ist da gleich der erste Bonustitel „What’s Within My Heart“. Ein ganz ruhiger Titel, lediglich akustisch instrumentiert und ganz sanft und leise gesungen. Eine schöne Abwechslung für das Album. Ebenfalls ruhiger, als die ursprünglichen Titel des Albums zeigt sich der zweite Out-Take „Why“. Das Stück ist sogar länger als „July Morning“ und lebt vor allem von der Atmosphäre, die es erzeugt und von der Steigerung, die ihm innewohnt. Das Lied zündet mit jedem Mal Hören mehr und man kann dem digitalen Zeitalter nur dankbar sein, dass jetzt auch solche, sonst wohl verloren gegangene Titel, hier den Zugang zum Publikum doch noch erhalten.

Die restlichen fünf Bonus-Titel sind dann alternative Versionen der bereits ursprünglich auf dem Album enthaltenen Titel. Nett anzuhören, jedoch in keinster Weise mehr essentiell.

Fazit: An „Salisbury“ kommt das dritte Album von Uriah Heep „Look At Yourself“ nicht ganz heran. Auch hier sind zwar tolle Songs vertreten, allerdings einige auch nur noch durchschnittliche Titel. Hier rockt es noch ein bisschen mehr als auf dem Vorgänger und wer gerade diese Musik, also die Anfänge des Hard Rock am Anfang der 70er des letzten Jahrhunderts mag, der kann hier bedenkenlos zugreifen, denn das ist dann genau ihre beziehungsweise seine Musik. Dazu gibt es noch zwei hörenswerte Zugaben, die sonst nirgendwo zu hören sind. Das macht summa summarum elf hochverdiente Punkte.

Anspieltipps: Look At Yourself, July Morning, Shadows Of Grief, Why



Montag, 21. Mai 2012

Radiohead – The Bends





Radiohead – The Bends


Besetzung:

Thom Yorke – vocals, guitar, piano
Jonny Greenwood – guitar, organ, recorder, synthesizer, piano
Ed O'Brien – guitar, vocals
Colin Greenwood – bass
Phil Selway – drums


Gastmusiker:

Caroline Lavelle – cello
John Matthias – viola, violin


Label: Parlophone / EMI


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Independent, Alternative


Trackliste:

1. Planet Telex (4:19)
2. The Bends (4:06)
3. High And Dry (4:18)
4. Fake Plastic Trees (4:51)
5. Bones (3:09)
6. [Nice Dream] (3:53)
7. Just (3:54)
8. My Iron Lung (4:36)
9. Bullet Proof ... I Wish I Was (3:29)
10. Black Star (4:07)
11. Sulk (3:43)
12. Street Spirit (Fade Out) (4:12)




Das zweite Album der britischen Band Radiohead, „The Bends“, aus dem Jahr 1995, ist ein Pop-Album. Und zwar durch und durch. Die etwas progressiveren Töne, die auf späteren Veröffentlichungen zu hören sein werden, sind auf „The Bends“ nur ganz am Rande zu entdecken. Das Album kommt dem Brit-Pop sehr nahe, allerdings immer wieder in Verbindung zur Independent Musik. Und diese Kombination muss nichts Schlechtes bedeuten, denn das, was die fünf Musiker hier abliefern, weiß durchaus zu gefallen.

Die beiden ersten Stücke des Albums geben dabei gleich einen ganz guten Überblick über die Musik der Platte. Während „Planet Telex“ deutlich in die Richtung Brit-Pop geht, klingt „The Bends“ sehr viel rockiger und mehr dem Independent- beziehungsweise Alternative-Genre zugehörig. Und zwischen diesen beiden Polen bewegen sich die meisten der zwölf auf „The Bends“ enthaltenen Titel.

Ein wenig von der Stimmung auf „Ok Computer“, dem Nachfolgealbum, nimmt der Titel „Fake Plastic Trees“ vorweg, der nicht mehr so ganz dem Genre Brit-Pop oder Independent zuzuordnen ist. Eine tolle, fast schon hymnische Nummer entfaltet sich hier dem Zuhörer, die auch durch den Gesang Thom Yorkes an Ausdruckskraft gewinnt. Ein klein wenig in diese Richtung bewegt sich auch „My Iron Lung“. Ist das Lied zunächst recht eingängig, so mündet es immer wieder in einen fast schon verstörenden Refrain, bei dem Vieles irgendwie falsch klingt.

Und dann gibt es auf „The Bends“ noch ein Stück, so ein „Überlied“, welches einfach nur perfekt gelungen ist, anders kann man das kaum beschreiben. Der letzte Titel des Albums ist damit gemeint, „Street Spirit (Fade Out)“. Wunderschön präsentiert sich hier die Musik und setzt sich beim Hörer fest. Harmonischer und melodiöser geht es kaum. Ein ruhiges Lied, von der Gitarre und dem Gesang getragen, welches eindringlicher kaum sein kann. Ein Meisterwerk eben.

Fazit: Eine schöne, unaufgeregte Platte ist Radiohead mit „The Bends“ gelungen. Die Musik findet sich irgendwo zwischen Brit-Pop und Rock wieder. Wem die neueren Alben von Radiohead zu abgefahren klingen, der könnte vielleicht auf dieser Platte das Passende für sich entdecken. Richtig schlechte Lieder befinden sich nicht auf dem Album, alles lässt sich gut anhören – ohne, dass man dabei ins Schwärmen geraten muss. Letzteres kann man aber beim Hören des letzten Stücks, „Street Spirit (Fade Out)“. Allein dafür lohnt sich schon die Anschaffung der Platte, die insgesamt neun Punkte verdient hat.

Anspieltipps: Fake Plastic Trees, Street Spirit (Fade Out)