Dienstag, 7. August 2012

Eels – Electro-Shock Blues






Eels – Electro-Shock Blues


Besetzung:

Marc Oliver Everett – vocals, guitar, wurlitzer
Jonathan “Butch” Norton – drums, vocals


Gastmusiker:

Jim Jacobsen –keyboards, bass, clarinet
Parthenon Huxley – guitar
Bill Liston – saxophones
Cynthia Merrill – backwards cello
Grant Lee Philips – electric guitar, banjo, harmony
T-Bone Burnett – danelectro-shock bass
Jon Brion – chamberlin, organ
Lisa Germano – violin
John Leftwich – upright and bowed bass
Stuart Wylen – ½ rhodes, guitar, alto and bass flutes


Label: Dreamworks Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: ArtPop, Psychedelic Pop


Trackliste:

1. Elisabeth On The Bathroom Floor (2:09)
2. Going To Your Funeral, Part I (2:37)
3. Cancer For The Cure (4:47)
4. My Descent Into Madness (3:55)
5. 3 Speed (2:45)
6. Hospital Food (3:24)
7. Electro-Shock Blues (2:30)
8. Efils’ God (3:20)
9. Going To Your Funeral, Part II (1:30)
10. Last Stop: This Town (3:27)
11. Baby Genius (2:04)
12. Climbing To The Moon (3:39)
13. Ant Farm (2:12)
14. Dead Of Winter (2:59)
15. The Medication Is Wearing Off (3:52)
16. P.S. You Rock My World (3:09)

Gesamtspieldauer: 48:17




Ein absolut verstörendes Album ist diese zweite Veröffentlichung von den Eels aus dem Jahr 1998. Die Texte handeln vom Tod, von Selbstmord und von Krebs. Das ganze Album ist tieftraurig, da Marc Oliver Everett auf ihm seine Verluste verarbeitete. Sein Vater erlitt einen Herzinfarkt und verstarb, seine Schwester hatte sich selbst das Leben genommen und schließlich erlag seine Mutter noch einer Krebserkrankung. Dabei lagen der jeweilige Tod seiner Schwester und seiner Mutter zeitlich ziemlich eng zusammen.

Unter diesen Eindrücken entstanden die sechszehn Songs, die zum Teil sehr „abgefahren“ sind. Stellvertretend für diese nicht ganz leichte Musik seien hier „Cancer For The Cure“, und „Hospital Food“ genannt. Keine leicht zu verdauende Kost tischt uns Herr Everett da auf.

Aber es gibt auch jede Menge eingängige Highlights auf dem Album. Gleich der erste Song „Elisabeth On The Bathroom Floor” erzählt von einem Erlebnis, als er seine Schwester nach einer ihrer Selbstmordversuche auf dem Badezimmerboden findet. Musikalisch ist das tieftraurig und sehr ergreifend umgesetzt. „3 Speed“, ist ebenfalls ein sehr ruhiges Lied, welches durch seine Melancholie punktet, die es ausstrahlt. Man hört Mr. Everett einfach gerne zu, wenn er seine Geschichten erzählt. „Going To Your Funeral, Part I“ ist noch sehr schräg umgesetzt, „Part II“ klingt dagegen wie ein Sonnenschein, nach vielen Tagen Regen. Klasse hier der Klarinetteneinsatz. Und dann gibt es auf „Electro-Shock Blues” natürlich so Klassiker wie „Last Stop: This Town“. Obwohl auch dieser Song mit den Worten: „You‘re dead, but the world keeps spinning“ beginnt, so ist er doch, von der Stimmung her, eine Auflockerung und kommt fast fröhlich aus den Boxen. Das Video sollte man sich auch mal ansehen, gut und witzig gemacht.

„Dead Of Winter“ ist ein wunderschöner, auch wieder ruhiger Titel, der hauptsächlich mit der Akustikgitarre eingespielt wurde, genau wie „The Medication Is Wearing Off“. Nur, dass bei letzterem Stück dem Keyboard ein wesentlich größerer Spielraum eingeräumt wurde. Fast schon symphonisch, durch seine Instrumentierung, kommt der letzte Titel „P.S. You Rock My World“ daher. Und hier verströmt der Text dann die Hoffnung, die in allen vorherigen Liedern vollkommen abhanden gekommen zu sein schien: “Sitting down on the steps at the old post office, the flag was flying at half mast, and i was thinking 'bout how everyone is dying, and maybe it is time to live”.

Fazit: “And maybe it is time to live” ist die letzte Aussage des Albums, eines Albums, welches sehr traurig und depressiv ist. Eigentlich das traurigste Album, welches ich kenne. Aber „Electro-Shock Blues“ hat eben, neben verstörenden Momenten, diese vielen wunderschönen, wenn auch melancholisch depressiven Stellen, die das Album so ungemein hörenswert machen. Für alle, die nicht nur auf 08/15-Pop stehen. Von mir gibt es dafür 11 Punkte.

Anspieltipps: Elisabeth On The Bathroom Floor, 3 Speed, Last Stop: This Town, P.S. You Rock My World





Freitag, 3. August 2012

Stefanie Hertel – Herzlichst




Stefanie Hertel – Herzlichst


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Eurotrend


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Volkstümlicher Schlager


Trackliste:

1. Auch ganz kleine Lügen tun weh (3:38)
2. Die kleine Ewigkeit bis morgen (3:26)
3. Immer wieder Sehnsucht (3:13)
4. Lippen schweigen (2:03)
5. Mein Liebeslied muss ein Walzer sein (2:32)
6. Soweit die Träume tragen (3:04)
7. Wenn nicht deine frechen blauen Augen wären (3:29)
8. Wolkenlos (3:28)
9. Aber dich gibt's nur einmal für mich (3:19)
10. Das Leben ist zu kurz zum Traurigsein (3:34)
11. Du tust, was ich liebe und liebst, was ich tu' (2:55)
12. Gib einem Kind Deine Hand (3:39)
13. Hast du Zeit für ein paar Träume? (3:33)
14. Ich bin immer da, wo die Musi spielt (2:58)
15. Ich hab ein Handy in meinem Herzen (3:30)
16. Liebe geht im Herzen los (3:07)

Gesamtspieldauer: 51:33



„Herzlichst“ ist eine Reihe des Plattenlabels Eurotrend, in der eine Art Best Of-Album verschiedener Künstlerinnen, Künstler und Bands veröffentlicht wird. Hierbei handelt es sich immer um „Stars“ der Schlagerszene. Die Ausgabe mit Stefanie Hertel erschien im Jahr 2012 und ist eine der zahllosen Best Of-Alben der gebürtigen Oelsnitzerin.

Vier der hier erhaltenen Titel sind nicht auf den offiziellen Studio-Platten der Stefanie Hertel enthalten. Das sind die Lieder „Lippen schweigen“, „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“, „Aber dich gibt's nur einmal für mich“ sowie „Gib einem Kind Deine Hand“. Allesamt Cover-Versionen. „Mein Liebeslied muss ein Walzer sein“ wird man aus der Operette „Im weißen Rössl“ von Robert Stolz kennen. Die Musik zu „Lippen schweigen“ stammt von Franz Léhar, aus seiner Operette „Die lustige Witwe“. Und da geht es los, denn Stefanie Hertel versucht sich hier als Sopranistin. Das geht schief und klingt gar nicht gut.

Die restliche Musik ist auch schlecht, billigster Schlager, lieblos komponiert und ohne jegliche Nachhaltigkeit. Schlimm. Dies gilt ausdrücklich für die Musik wie für die Texte. Beides erfordert sehr viel Toleranz, um hier nicht aggressiv zu werden und die Boxen zu zerstören, aus denen diese Töne gerade herauslaufen.

Fazit: Eine relativ sinnfreie Zusammenstellung stellt die Veröffentlichung „Herzlichst“ mit der Musik der Stefanie Hertel dar. Denn wenn das die guten Lieder der Stefanie Hertel sein sollen, wie klingen dann die schlechten Stücke? Besser nicht Nachfragen. Das Album lohnt sich noch nicht mal für die Fans, da diese die Lieder sowieso schon haben werden und für die vier restlichen Titel ist die Anschaffung ebenfalls nicht ratsam, da sie die Begrenzung der Stimme Stefanie Hertels offenlegen. Fans wird das stören. Ein Punkt.

Anspieltipps: Gib einem Kind Deine Hand



Donnerstag, 2. August 2012

Archive – Noise





Archive – Noise


Besetzung:

Craig Walker – vocals
Danny Griffiths – guitar, harmonica, percussion
Darius Keeler – bass, programming


Gastmusiker:

Smiley – drums
Steve “Keys” Watts – hammond
Lee Pomeroy –bass
Steve Harris – guitar
Archive and Graham Preskett – strings
Carl Holt – bass
Pete (Cluff) – guitar
James Tonkin – guitar


Label: Warnermusic


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Progressive Rock


Trackliste CD:

1. Noise (6:44)
2. Fuck U (5:14)
3. Waste (9:58)
4. Sleep (6:51)
5. Here (1:03)
6. Get Out (4:30)
7. Conscience (4:17)
8. Pulse (4:50)
9. Wrong (0:57)
10. Love Song (6:21)
11. Me And You (7:57)

Gesamtspieldauer: 58:42


Trackliste DVD:

1. Again (Video)
2. Men Like You (Video)
3. Gangsters (Video)
4. Conscience (Video)
5. St Malo (Video)




Rechnet man den Soundtrack zu dem Film „Michel Vaillant“ mit hinzu, so ist „Noise“ bereits das fünfte Album der drei Engländer. Und es bleibt gleich festzuhalten: Wieder konnten sie sich steigern.

Die CD beginnt gleich mit dem Titeltrack, „Noise“. Das Stück ist richtiggehend hypnotisierend und lebt von seinem Gitarrenspiel. Immer wieder wird das Grundthema wiederholt. Dazu passt perfekt der Gesang Craig Walkers, der hier seine Botschaft rau hinaussingt. Viel Abwechslung gibt es nicht in diesem fast siebenminütigen Song, muss es auch nicht, denn das Grundthema wird perfekt gesteigert, sodass niemals Langeweile aufkommt.

Der nächste Track „Fuck U“ ist ein Klassiker und wurde bereits von Placebo gecovert. Während einer schönen Melodie wird da über jemanden ziemlich hergezogen, dass diesem die Ohren klingeln müssen. Der Text ist dabei so eindeutig, dass man ihn noch nicht einmal deutschen acht- oder neunjährigen Kindern vorspielen kann, denn den verstehen sogar diejenigen, die des Englischen nicht so mächtig sind. Klasse hier auch wieder die Steigerungen im Stück.

„Waste“ ist dann ein weiteres Highlight der Silberscheibe. Fängt das längste Stück der CD noch ganz langsam und getragen an, so verändert sich die Instrumentierung bei 3:35 ein wenig, ein Synthesizer setzt ein, bis dann bei 4:08 ein knallharter Drumssound einsetzt und das Lied Fahrt aufnimmt. Die Becken werden dabei völlig übersteuert wiedergegeben, um noch einen größeren Abstand zum bisherigen Lied zu erzielen. Schließlich setzt Craig Walker wieder ein und schreit seine Botschaft, „Waste on you, I’ve got time to waste on you“, heraus. Absolut genial umgesetzt. Ein klasse Lied und ein großes Highlight im Schaffen der Band Archive.

Der nächste Track „Sleep“ kommt dann zunächst wie ein Schlaflied daher. Nur ganz zart instrumentiert und mit einem fast schon geflüsterten Gesang. Dann setzen die Streicher ein und das Lied steigert sich weiter, bis es richtig orchestral wird. Nach dem kurzen „Here“, kommt dann ein weiterer Höhepunkt der Platte. „Get Out“ Ein Track, der auch von seinen manchmal „schrägen Tönen“ lebt und ebenfalls das aufweist, was Archive hier auf der Platte absolut perfektioniert haben: Eine tolle Steigerung. Klingt es in der Strophe noch ein wenig dumpf und verzerrt, so wird es beim Refrain ganz klar und hell. Toll gemacht.

Was folgt, sind weitere fünf Lieder, die zwar nicht mehr die Genialität der ersten Stücke erreichen, aber immer noch gut und vor allem hörenswert sind. Da ist das fast schon verstörende „Pulse“ oder aber das sehr ruhige „Me and You“. Da gib es den etwas experimentellen „Love Song“, genau wie das meist schwebende „Conscience“. In der Edition mit DVD kann man sich dann noch fünf Videos ansehen. Da diese Ausgabe meist nur wenige Euro mehr kostet, als die einfache Edition, lohnt sich auch hier der Kauf.

Fazit: „Noise“ ist ein tolles Album mit vielen klasse Liedern. Es gibt keinen richtigen Ausfall auf der Scheibe (es ist kein Hip Hop Track dabei), sogar ganz im Gegenteil, einige der besten Stücke von Archive befinden sich auf diesem Silberling. Klasse Musik, die den Kauf der CD lohnt. Von mir gibt es dafür 13 Punkte.

Anspieltipps: Fuck U, Waste, Get Out



Mittwoch, 1. August 2012

Blue October – History For Sale





Blue October – History For Sale


Besetzung:

Justin Furstenfeld – vocals, guitars, piano
Jeremy Furstenfeld – drums
Dewayne Casey – bass
C.B. Hudson – guitars, backing vocals
Ryan Delahoussaye – strings, backing vocals, mandolin


Gastmusiker:

Matt Novesky – bass
David Castell – programming, flute


Label: Universal Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Alternative


Trackliste:

1. Ugly Side (4:22)
2. Clumsy Card House (3:21)
3. Razorblade (3:19)
4. Calling You (4:00)
5. Chameleon Boy (5:49)
6. Sexual Powertrip (One Big Lie) Bla Bla (3:05)
7. A Quiet Mind (4:09)
8. 3 Weeks, She Sleeps (1:49)
9. Inner Glow (4:25)
10. Somebody (3:26)
11. Come In Closer (5:26)
12. Amazing (14:23)

Gesamtspieldauer: 57:33




Mit dem 2003 erschienenen Album „History For Sale“, dem insgesamt dritten Studioalbum der texanischen Band, hatte Blue October seinen Stil endgültig gefunden. Und dieser Stil, geprägt durch den Hauptkomponisten Justin Furstenfeld, ist durchaus abwechslungsreich. Gut gemachte Rockmusik bekommt man auf „History For Sale“ zu hören. Mal ein wenig ruhiger und nachdenklicher, ein anderes Mal deutlich treibender und temperamentvoller.

Das Album startet mit „Ugly Side“ einer sehr eingängigen Nummer, die mit jedem weiteren Hören noch wächst und sich fester im Gehirn eingräbt. Ein richtig gut gemacht Pop-Rock-Song. Deutlich härter, aber nicht weniger fesselnd, hört sich „Razorblade“ an. Der Song pulsiert immer wieder und lebt auch von der ab und an verzerrten beziehungsweise übersteuerten Stimme Justin Furstenfelds.

„Calling You“ wurde schließlich sogar ein Hit für die Band, da das Lied im Soundtrack des dritten Teils von „American Pie“ mit dem Titel „American Wedding“ oder auf Deutsch „American Pie – Jetzt wird geheiratet“ Verwendung fand. Den Film habe ich nicht gesehen und das will ich auch gar nicht, das Lied ist allerdings ganz nett, so ein gute Laune Song, eingängig und mit Wiedererkennungswert. „Chameleon Boy“, im Anschluss daran, ist wieder eine deutlich ruhigere Nummer, ebenfalls eingängig, allerdings auch nicht besonders aufregend.

Klasse wird es erneut mit „3 Weeks, She Sleeps“, gerade weil dieses Lied so aus dem Rahmen fällt. Klasse wird hier in ganz kurzer Zeit eine schöne Melodie entwickelt, die in einem Flötenspiel mündet, welches nicht anders zu beschreiben ist als: das klingt! Und genauso melodiös geht es mit „Inner Glow“ weiter. Dieses Mal ein wenig treibender und irgendwie ganz typisch für die Musik von Blue October.

„Somebody“ ist dann gar nicht mehr so „typisch“. Denn das Lied kracht los und zieht dies auch ununterbrochen durch. Der Aufdruck auf dem CD-Booklet „Explicit Content“ wurde auch nicht zuletzt wegen dieses Liedes erforderlich. „Come In Closer“ lebt von der Atmosphäre die es vermittelt. Diese relaxte und manchmal sogar irgendwie mystische Stimmung wird perfekt umgesetzt, sodass auch dieses Lied zu den Höhepunkten des Albums gezählt werden kann.

„Amazing“ bildet schließlich den Abschluss der Platte. Und dieses Lied ist eine richtig schöne und getragene Akustiknummer, die allerdings nur knapp fünf Minuten währt und nicht die angegebenen vierzehneinhalb. Wieder mal so ein Hidden Track Ding, mit dem man seine Gesamtlaufzeit nach oben puschen kann. Ab etwa Minute 10 tut sich dann akustisch wieder etwas. Ein Liebeslied ohne Titel wird einem hier akustisch dargeboten. Und wer sich wundert, dass er dieses Lied doch schon mal gehört hat, der kommt spätestens beim Refrain darauf, dass es sich hierbei um eine Akustikversion der vierten Nummer „Calling You“ handelt.

Fazit: Ganz klar, dieses Album ist gelungen und hat seine Höhepunkte. Es kommt nicht ganz an die beiden Nachfolger heran, aber viel fehlt dazu nicht. Wer auf gut gemachten Pop-Rock steht, der immer wieder mal sehr eingängig und melodiös ist, der kann mit „History For Sale“ von Blue October aber gar nichts falsch machen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Ugly Side, Razorblade, Calling You, 3 Weeks She Sleeps, Inner Glow, Come In Closer, Amazing (Der Beginn bis Minute 5)



Dienstag, 31. Juli 2012

Haindling - Muh








Haindling – Muh


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – Gesang, Flügel, Tenor-, Alt- und Sopransaxophon, Flügelhorn, Trompete, Tenor-Horn, Tuba, Akkordeon, Xylophon, Schlagzeug, Perkussion


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Popmusik mit Volksmusikanleihen


Trackliste:

1. Über Alle Meere (3:25)
2. Aja (2:47)
3. Alles Gute (3:35)
4. 145 Mark (0:38)
5. Auf Jeden Fall (3:18)
6. Uns Geht Es Gut (1:45)
7. Kleiner Mensch (2:25)
8. Blasmusik In Moll (2:14)
9. Muh (3:13)
10. Alabama (3:41)
11. Männer Hart Wie Stahl (3:13)
12. Aus Dem Poesiealbum (3:27)
13. Danke! (3:02)
14. Ich Bin Ganz Ruhig (4:46)

Gesamtspieldauer: 41:30




1989 veröffentlichte Haindling alias Hans-Jürgen Buchner unter der Überschrift „Muh“ sein bisher fünftes Studio-Album. Und wieder einmal hat es der Multiinstrumentalist geschafft, ganz viele verschiedene Eindrücke und Stimmungen auf eine Platte beziehungsweise CD zu pressen. Da gibt es das Nachdenkliche, das Skurrile, das Ergreifende, das Poppige und auch das einfach nur schön Melodiöse.

Doch trotz dieser unterschiedlichen Stimmungen, herrscht eine dabei deutlich vor, sticht besonders aus dem Rest heraus. Das ist auf „Muh“ diese Melancholie, die mitunter in deutliche Traurigkeit übergeht. Stellvertretend hierfür stehen die drei Instrumentalstücke etwa in der Mitte des Albums, die vorher das letzte Lied der ersten Plattenseite und die beiden ersten Stücke der zweiten Seite zierten. „Blasmusik In Moll“, „Muh“ und „Alabama“ heißen diese drei traurigen Nummer. Ganz instrumental sind die Stücke auch nicht gehalten. Zumindest nicht der Titelsong „Muh“. Da hört man während dem Läuten von Kirchenglocken und zwischen einer irgendwie entrückten Trompete Hans-Jürgen Buchner sagen: „Vater ziag Dein Anzug o, es wird Zeit für Di“. Wenn ich mich recht erinnere, hat Hans-Jürgen Buchner Ende der 80er Jahre mal in einem Interview erwähnt, dass er mit diesem Lied die Beerdigung seines Vaters verarbeitete beziehungsweise nochmals durchlebte. Wenn dem wirklich so ist, dann ist die gedrückte Stimmung zumindest bei diesen drei Liedern durchaus nachvollziehbar und die Empfindungen wurden beeindruckend umgesetzt.

Das Kritische, welches auch immer wieder in den Liedern von Haindling enthalten ist, hat seinen Auftritt beim Opener „Über Alle Meere“ und bei den ebenfalls traurig gehaltenen „Alles Gute“ und „Kleiner Mensch“, sowie beim eher poppigen „Männer Hart Wie Stahl“. Skurril wird es in allerbester Manier bei „Aja“ und „145 Mark“, wohingegen „Aus Dem Poesiealbum“ ebenfalls sehr traurig gehalten ist, man aber irgendwie nicht genau weiß, ob das wirklich ernst gemeint ist, was da gesungen wird.

Poppig wird die Musik mit „Auf Jeden Fall“ und bei „Danke“. Blieben noch zwei Nummern, die erneut hauptsächlich instrumental gehalten sind. Da ist zum einen das kurze, aber durchaus ausnahmsweise mal fröhliche „Uns Geht Es Gut“ und das letzte Stück des Albums „Ich Bin Ganz Ruhig“, mit dem uns Hans-Jürgen Buchner einen fast schon sphärisch zu bezeichnenden Abschied von diesem Album ermöglicht.

Fazit: Die Melancholie siegt auf „Muh“. Sie ist der dominierende Faktor des Albums. Und diese Melancholie wurde von Haindling perfekt umgesetzt. Hier hört man keine Party-Musik, sondern nachdenkliche Lieder, die auch ohne Text sehr gut wirken. Etwas für dunkle Tage und zehn Punkte wert.

Anspieltipps: Über Alle Meere, Aja, Blasmusik In Moll, Muh, Alabama



Montag, 30. Juli 2012

Stefanie Hertel – Ein Rucksack voller Lieder




Stefanie Hertel – Ein Rucksack voller Lieder


Besetzung:

Stefanie Hertel – Gesang


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Volkstümlicher Schlager


Trackliste:

1. Über jedes Bacherl (2:55)
2. Mit dem Sonnenschein im Herzen (2:33)
3. Kinder brauchen gar nicht viel (3:29)
4. Was macht der Elefant in unserem Gartenhaus (2:52)
5. Achmed (Wo die Sonne scheint) (3:04)
6. Hab mich lieb (3:52)
7. Heut möcht' ich am liebsten ein Schmetterling sein (2:46)
8. Mit einem Rucksack voller Lieder (3:13)
9. Für Opa ist immer ein Zimmer frei (2:49)
10. Ferien auf dem Bauernhof (3:03)
11. Papa, die Oma hat erzählt (3:17)
12. Ein Zuhause gesucht (3:29)
13. Jeder braucht sein Kuscheltier (3:10)
14. Mehr Zeit für uns Beide (2:53)
15. Das Glück fällt ganz leise vom Himmel (3:22)
16. Auf einer Insel am Ende der Welt (2:52)
17. Die alte Birke darf nicht sterben (3:41)
18. So a Stückerl heile Welt (3:00)

Gesamtspieldauer: 56:28



„Ein Rucksack voller Lieder“ ist eine Art Best Of-Album der Stefanie Hertel, welches sich fast ausschließlich aus ihren ersten beiden Alben „So a Stückerl heile Welt“ von 1991 und „Über jedes Bacherl geht a Brückerl“ aus dem Jahr 1992 zusammensetzt. Lediglich der Titel „Auf einer Insel am Ende der Welt“ ist nicht auf einem dieser beiden Alben enthalten. Veröffentlicht wurde „Ein Rucksack voller Lieder“ im Jahr 1995 auf dem Plattenlabel Warner Music.

Zu hören gibt es die beiden genannten Alben in Kurzform, man hört dementsprechend Kinder-Volkstümliche-Musik, die damals die Herzen der Omis und Opis gerührt hat und heutzutage praktisch nicht mehr hörbar ist. Die beiden Einzelalben wurden auf diesen Seiten auch schon erwähnt, sodass eine ausführlichere Besprechung überflüssig ist.

Fazit: Im Grunde genommen stellt die Platte „Ein Rucksack voller Lieder“ eine Zusammenfassung und kein Best Of-Album dar. Man hört infantile volkstümliche Musik und auch für den Fan der Stefanie Hertel lohnt sich der Erwerb dieser Scheibe wegen einem neuen Lied nicht, wenn sie oder er denn bereits die Originalalben besitzt. Null Punkte.

Anspieltipps: Was macht der Elefant in unserem Gartenhaus



Sonntag, 29. Juli 2012

R.E.M. – Out Of Time





R.E.M.
– Out Of Time



Besetzung:

Michael Stipe – vocals
Mike Mills – bass, vocals, organ, piano
Bill Berry – drums, percussion, congas
Peter Buck – guitar, mandolin


Gastmusiker:

Peter Holsapple – bass, acoustic guitar
Mark Bingham – string arrangements
Kid Jordan – tenor & alto & baritone saxophones, clarinet
Scott Litt – echo-loop feed
Cecil Welch – flugelhorn
Kate Pierson – vocals
John Keane – pedal steel guitar


Label: Warner Bros. Records Inc.


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Alternative / Pop


Trackliste:

1. Radio Song (4:16)
2. Losing My Religion (4:29)
3. Low (4:57)
4. Near Wild Heaven (3:20)
5. Endgame (3:51)
6. Shiny Happy People (3:46)
7. Belong (4:07)
8. Half A World Away (3:28)
9. Texarkana (3:40)
10. Country Feedback (4:10)
11. Me In Honey (4:07)




Die Veröffentlichung ihres siebten Albums, “Out Of Time” bedeutete für die vier Amerikaner von R.E.M. den weltweiten Durchbruch. Bis heute hat sich das Album bereits über zehn Millionen mal verkauft und ist damit ihr zweiterfolgreichstes Werk. Und das Album bedeutete auch einen Wechsel in der Stilrichtung der Band. War sie in den früheren Veröffentlichungen noch im Alternative Rock beheimatet, so handelt es sich bei „Out Of Time“ um ein Pop Album.

Und auch Pop kann unterhaltend und gut sein, zumindest wenn dieser so gemacht wird wie von R.E.M. Stellvertretend dafür steht wohl der Song „Losing My Religion“, inzwischen bereits ein Klassiker. Und wenn irgendein DJ irgendwo auf der Welt seine Tanzfläche füllen möchte, so legt er dieses Lied auf…

Aber auch sonst befinden sich einige tanzbare Popstücke auf dem Album: „Radio Song“, „Near Wild Heaven“ und „Shiny Happy People“. Okay, zugegeben, alles drei keine besonders anspruchsvollen Nummern, aber manchmal genügt ja auch das Adjektiv „nett“.

Was hat das Album noch zu bieten? Da ist zum einen die schöne und schwebende Instrumentalnummer „Endgame“ oder aber „Half A World Away“, was für mich sogar in Richtung „Losing My Religion“ geht. Toll auch „Country Feedback“, welches eine schöne melancholische Stimmung transportiert. Den Abschluss bildet dann „Me In Honey“, klasse Rhythmus und Groove, ein würdiges letztes Lied auf der Scheibe.

Fazit: „Out Of Time“ ist ein schönes Album, was man auch sehr gut nebenbei oder aber während des Autofahrens hören kann. Es ist kein weltbewegendes Album, aber es enthält den Track „Losing My Religion“, was fast schon für sich alleine eine Kaufempfehlung darstellt. Wenn, ja wenn man eben auch ab und zu gerne Musik hört, die Mainstream ist und auch genau für die Masse produziert wurde. Mit ist das Album mit allen seinen tollen aber auch belanglosen Stücken acht Punkte wert.

Anspieltipps: Losing My Religion, Endgame, Half A World Away, Country Feedback, Me In Honey



Samstag, 28. Juli 2012

Nektar – Down To Earth




Nektar – Down To Earth


Besetzung:

Derek Moore – bass
Ron Howden – drums, percussion
Allan Freeman – keyboards, vocals
Roye Albrighton – guitars, lead vocals


Gastmusiker:

P.P Arnold – vocals
Phil Brown – tuba
Bob Calvert – ringmaster
Ron Carthy – trumpet
Kenneth Cole – vocals
Steve Gregory – saxophone
Butch Hudson – trumpet
Chris Mercer – saxophone
Chris Pyne – trombone
Stephen Wick – tuba
The Chipping Norton Mandies – choir


Label: Bellaphon


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Astral Man (3:13)
2. Nelly The Elephant (4:55)
3. Early Morning Clown (3:24)
4. That's Life (6:52)
5. Fidgety Queen (4:07)
6. Oh Willy (4:01)
7. Little Boy (3:04)
8. Show Me The Way (5:57)
9. Finale (1:36)

Gesamtspieldauer: 37:04




Es stimmt wirklich, dass man einem Cover oftmals bereits ansehen kann, welche Musik sich auf der dazugehörigen Platte oder CD wohl sehr wahrscheinlich nicht befindet. Genau so verhält es sich auch bei „Down To Earth“ von Nektar aus dem Jahr 1974, der fünften Veröffentlichung der Band. Auf dem Cover sieht man einen englischen Doppeldeckerbus und davor vier Clowns und einen Zirkusdirektor. Nun und Clowns und Zirkusdirektoren haben noch nie Progressive Rockmusik gemacht. Zumindest nicht, dass ich wüsste. Und somit hat die Musik auf „Down To Earth“ auch nur wenig mit der der Vorgängeralben zu tun.

„Down To Earth“ rockt mehr. Meist sehr geradlinig. Dabei kann es sich wie beim Auftaktstück “Astral Man” um eine Art Rockabilly-Adaption handeln, für die man schon eine ganz gehörige Menge an Toleranz aufbringen muss, um hier nicht die „Ein-Lied-Weiter“-Taste zu drücken. Oder aber es sind Rocker der Marke „Fidgety Queen“, ein wenig härter und mit Massen an Bläsern unterlegt. Allerdings groovt es hier und lässt sich jetzt auch gut anhören.

Sehr gelungen ist auch „Nelly The Elephant“. Man hört Nelly tröten, dann gibt es ein paar Begrüßungsworte unter anderem in Denglisch zu hören, was wiederum dem Umstand geschuldet ist, dass die Musiker zur damaligen Zeit in Hessen lebten. Das Orgelspiel des Stückes ist klasse, die Bläser und das Gitarrensolo sind bestens eingebettet, sodass der Titel während seines langen Instrumentalteils sogar in die Richtung Psychedelic Rock abdriftet.

Mit „Early Morning Clown” bewegen sich Nektar dann auf der Schiene „netter und eingängiger Pop“, wohingegen „That’s Life“, die längste Nummer des Albums, mit uninteressanten Melodien und seltsamen Choreinlagen aufwartet. Zwar kommt dieses Stück dem Genre „Progressive Rock“ immer wieder relativ nah, allerdings aufregend ist das wahrlich nicht.

„Oh Willy“ ist schließlich zunächst ein Rocker im Stile von „Fidgety Queen“, weist im weiteren Verlauf allerdings einen Stilbruch auf und entwickelt sich hin zu einer relaxten, fast schon funkigen Nummer, um dann wieder in den ersten Part zu münden. „Little Boy“ ist erneut eine eingängige Popnummer, wohingegen sich „Show Me The Way“ gefährlich nahe der Überschrift „Hier packen wir mal alles rein“ nähert. Und man hofft inständig bei diesem dauernden weinerlichen „Show Me The Way“-Gesinge, dass sich doch endlich mal jemand erbarmt und Sänger Roye Albrighton den Weg zeigt, damit er nicht weiter danach rufen muss. Das letzte Stück, „Finale“ hat man bereits gehört und ist ein Teil von „Nelly The Elephant“, welches hier einfach noch mal recycelt wurde.

Fazit: Das ist kein Prog mehr, den Nektar hier fabriziert hat. Pop und Rock hört man auf „Down To Earth“. Manchmal ist dieser sogar ganz spannend gemacht, allzu oft allerdings auch einfach nur belanglos. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Nelly The Elephant, Early Morning Clown, Fidgety Queen



Freitag, 27. Juli 2012

Blue October – The Answers





Blue October – The Answers


Besetzung:

Justin Furstenfeld – vocals, acoustic and electric guitar, drums on track 13, piano after track 13
Jeremy Furstenfeld – drums, percussion
Liz Mullally – bass guitar, piano on “For My Brother” and “Black Orchid”
Ryan Delahoussaye – violin, mandolin


Label: Scoop LLC.


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Pop, Rock, Folk


Trackliste:

1. The Answer (5:57)
2. Two A.M. Lovesick (3:08)
3. The 21st (4:09)
4. Breakfast After Ten (3:01)
5. Italian Radio (3:53)
6. For My Brother (5:28)
7. Sweet And Somber Pigeon Wings (5:14)
8. Weaknesses (4:12)
9. Blue Sunshine (4:39)
10. Mr. Blue's Menu (3:25)
11. Darkest Side Of Houston's Finest Day (4:13)
12. Tomorrow (3:47)
13. Black Orchid (6:10)

Gesamtspieldauer: 57:13




1998 veröffentlichte die amerikanische Band Blue October ihr Debutalbum. Und mit dieser Platte war die Band um den Songschreiber und Texter Justin Furstenfeld zunächst vor allem in ihrer Heimat rund um Houston, Texas erfolgreich.

Die Stücke auf „The Answers“ sind durch die Bank weg alle eingängig und melodiös. Und klar, das ist Pop-Musik, die man hier hört. Natürlich mit Rockanteilen. Allerdings mischen sich auch immer wieder leichte Country-Anleihen unter die einzelnen Stücke, sodass die Musiker ihre geographische Herkunft gar nicht verheimlichen können.

Dieser Umstand an sich wäre sicherlich noch nichts Negatives, denn amerikanische Country-Einflüsse hört man auch bei Bands wie „16 Horsepower“ oder aber der schwedischen Combo „Hyacinth House“. Und hier sind diese Anleihen perfekt und spannend umgesetzt, sodass auch ein Hörer, der sonst nicht viel mit dieser Art von Musik anfangen kann, hier etwas für sich entdeckt. Aber genau das gelingt Blue October auf „The Answers“ leider nicht. Diese Assoziationen zur amerikanischen Volksmusik entstehen immer dann, wenn die Violine Ryan Delahoussayes erklingt. Allerdings hört man dieses Musikinstrument auch, wenn das Lied ein reines Pop-Lied oder aber ein Rock-Lied ist und so gar nichts mit Country Musik zu tun hat.

Diese Violine ist immer dabei. Bei jedem einzelnen Stück. Dass so etwas ein Lied aufpeppen kann und durchaus auch in der Rockmusik seine Daseinsberechtigung hat, weiß man nicht erst seit „Kansas“. Richtig eingesetzt ist das ein tolles Stilmittel. Auf diesem Album hier ist die Violine jedoch allgegenwärtig. Auf „The Answers“ ersetzt diese Geige häufig sogar die Gitarre und man kann es drehen und wenden wie man will, irgendwann nervt das. Irgendwann geht einem dieses Gefiedel fürchterlich auf den Senkel, da es auch immer und immer wieder ähnlich ist. Sehr ähnlich sogar.

Fazit: Die Musik auf „The Answers“ ist eigentlich eine gute, wenn auch diese ganz mitreißenden Titel, wie man sie immer wieder auf den weiteren Veröffentlichungen von Blue October findet, hier fehlen. Allerdings einzeln betrachtet sind die Stücke interessant und meist auch überzeugend. Jedoch in Summe gesehen durch diesen Violineneinsatz zu ähnlich, da sie sich alle auch in einem sehr begrenzten Fenster bezüglich des Tempos bewegen. Dieses ist meistens gemächlich. Nun somit bleiben gerade mal noch sieben Punkte, da diese einheitliche und durchgängig gleiche Instrumentierung mit der Violine den ganz großen Hörspaß nicht nur ein wenig schmälert.

Anspieltipps: The Answer, Italian Radio, For My Brother, Black Orchid und alle anderen Titel auch, es klingt meist so ähnlich.



Donnerstag, 26. Juli 2012

Spock’s Beard – X





Spock’s Beard – X


Besetzung:

Nick D’ Virgilio – drums, vocals, additional guitar, timpani, xylophone
Alan Morse – guitar, vocals
Ryo Okumoto – keyboards
Dave Meros – bass, vocals, additional keyboards


Gastmusiker:

John Boegehold – additional keyboards, guitar, voices
Jimmy Keegan – backing vocals
Danielle Ondarza – french horn
Denis Jiron – trombone, bass trombone
Eric Gorfain – violin
Daphne Chen – violin
Lauren Chipman – viola
Richard Dodd – cello


Label: Music Theories Recordings


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: RetroProg


Trackliste:

1. Edge Of The In-Between (10:32)
2. Kamikaze (4:14)
3. The Emperor's Clothes (6:02)
4. From The Darkness (17:10)
Part 1: The Darkness
Part 2: Chance Meeting
Part 3: On My Own
Part 4: Start Over Again
5. The Quiet House (9:15)
6. The Man Behind The Curtain (7:46)
7. Jaws Of Heaven (16:23)
Part 1: Homesick For The Ashes
Part 2: Words Of War
Part 3: Deep In The Wondering
Part 4. Whole Again

Gesamtspieldauer: 71:20




Spock’s Beard sind mit „X“ aus dem Jahr 2010 ein bisschen einen Schritt zurückgegangen in Richtung ihrer Anfänge in den 90er Jahren. Oder soll man etwa sagen in Richtung der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts? Aber genau in diesem Dunstkreis bewegt sich „X“. Natürlich hätte es dieses Album zur damaligen Zeit nicht so geben können, denn jede Menge neuere Einflüsse lassen sich ebenfalls entdecken. Da wird einmal fast schon gerappt und ganz allgemein ist die Platte auch deutlich härter als vergleichbare Alben der 70er. Trotzdem gibt es auf dieser Platte immer wieder Stellen, die einen unweigerlich an King Crimson, Genesis oder Yes denken lassen, die einen an die Musik in der Hochphase der progressiven Rockmusik erinnern.

Ja, dieses Album rockt! Und in diesem Umstand liegt auch der größte Unterschied zu den oben genannten Bands und ihrer damaligen Musik. Gar nicht selten bekommt man auf „X“ die härteren Gitarrenklänge kredenzt, immer bleibt es dabei allerdings melodisch und eingängig. Gerade Letzteres ist eine Stärke dieser Platte. Spock’s Beard schaffen es auf „X“ wunderschöne Melodien zu kreieren. Melodien, die sich langsam entwickeln und herauskristallisieren und schließlich richtiggehend mitreißend werden. Dazu tragen tolle Gitarrenläufe bei, ein anderes Mal ein kurzes Piano-Solo oder aber die Streicher, die alles so wundervoll episch und voll klingen lassen.

Spock’s Beard ist es hier perfekt gelungen eine Melange aus Härte und Eingängigkeit zu erzeugen, die niemals aufgesetzt, gekünstelt oder aber konstruiert klingt. Vielmehr hört sich dieses Album so an, als müsste es sich genau so und kein bisschen anders anhören. Und wenn man all dies kumuliert genießen möchte, dann sei derjenigen Hörerin oder demjenigen Hörer das letzte Stück „Jaws Of Heaven“ empfohlen. Dieser Titel kann quasi stellvertretend für die Musik auf „X“ stehen, denn alle Zutaten der Platte sind in diesem Lied vereinigt. Treibende Parts, melodiöse und ruhige Abschnitte, härtere Töne, kurze, etwas frickelige Anleihen und ganz viele Ideen. Der Höhepunkt des Albums.

Fazit: „X“ von Spock’s Beard ist ein großes Album geworden, wenn man auf Progressiven Rock oder Retro Prog steht. Alle Ingredienzien dieser Musikrichtung sind auf „X“ enthalten und werden hier in bester Qualität präsentiert. Ein tolles Album - 13 Punkte.

Anspieltipps: The Emperor's Clothes, From The Darkness, The Man Behind The Curtain, Jaws Of Heaven



Mittwoch, 25. Juli 2012

Haindling – Höhlenmalerei





Haindling – Höhlenmalerei


Besetzung:

Hans-Jürgen Buchner – Gesang, Konzertflügel, Synthesizer, Tenor-, Alt- und Sopransaxophon, Tenor-Horn, Tuba, Klarinette, Bass-Klarinette, Kornett, Akkordeon, Xylophon, Schlagzeug, Congas, Perkussion


Gastmusiker:

Ulrike Böglmüller – Stimme
Heinz Josef Braun – Stimme


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Popmusik mit Volksmusikanleihen


Trackliste:

1. Höhlenmalerei (3:43)
2. Es geht wieder auf (3:10)
3. Der rote Fluss (3:51)
4. Du siehst gut aus! (2:11)
5. Germoney (3:07)
6. Irgendwie und sowieso (2:03)
7. Bergnot (3:16)
8. Indien? (3:10)
9. Telefon (3:18)
10. Hallo mein Freund (4:00)
11. Im Zwiebelsud (2:38)
12. Ich habe Sehnsucht (2:48)




1987 veröffentlichte Hans-Jürgen Buchner unter dem Band-Namen „Haindling“ seine vierte Platte mit dem Titel „Höhlenmalerei“. Und dieses neue Album ist wieder ein ganz typisches für Haindling geworden. Hier gibt es sie wieder diese wunderschönen Melodien, die nachdenklichen Texte und auch die etwas skurrilen Stücke, die man sonst wohl so nirgendwo hört. Allerdings etwas Neues gibt es dann doch auf „Höhlenmalerei“. „Neu“ ist vielleicht sogar nicht ganz richtig. Es geht nämlich um die kritischen Texte, die nun sehr viel ausgeprägter sind als noch auf den Veröffentlichungen zuvor. Nicht „neu“ also, sondern vielmehr „deutlicher“.

Und das beginnt sofort mit dem ersten Stück, welches gleichzeitig auch den Titelsong darstellt - „Höhlenmalerei“. Hier ist vom „Ast absägen, auf dem wir sitzen“ die Rede. Genau in dieselbe Richtung entwickelt das Stück „Der rote Fluss“. Von der Umweltzerstörung und dem Profit ist da die Rede. Aber auch „Germoney“ handelt von der Gier des Menschen nach Geld. So kommt es auch zu dem kleinen Wortspiel im Titelnamen „Germoney“. Nun man kann zu diesem leicht erhobenen Zeigefinger stehen wie man will, was man den Titeln „Der rote Fluss“ und „Germoney“ allerdings nicht absprechen kann, das sind ihre packenden Melodien.

Die Skurrilität einiger Lieder wurde bereits angesprochen und kommt in den Stücken „Du siehst gut aus“ und „Im Zwiebelsud“ bestens zu Tage. Gerade ersteres Lied weiß dabei durch die tollen Stimmenarrangements zu überzeugen. Und bei „Hallo mein Freund“ liegt die Pointe im letzten gesprochenen Satz. Eine richtig tolle Instrumentalnummer ist „Irgendwie und sowieso“, die auch die Titelmelodie der gleichnamigen Serie des bayerischen Rundfunks darstellte. Und dann gibt es da auch wieder so ein depressives Lied, welches irgendwie auch zu einem Haindling Album dazugehört. Dieses Mal ist es das letzte Stück mit dem Titel „Ich habe Sehnsucht“. Ich kenne kein anderes Lied, welches noch maroder und depressiver klingt. Diese Nummer kann Hans-Jürgen Buchner nur in einer sehr traurigen Lebensphase geschrieben haben. Packend.

Und auch die Stücke, die ein wenig in die Richtung Schlager tendieren (ohne dieses Genre freilich zu erreichen) gibt es auf „Höhlenmalerei“ in Form der Titel „Es geht wieder auf“ und „Telefon“. Muss man nicht unbedingt haben, aber eingängig sind die beiden Nummern dann doch irgendwie.

Fazit: Es ist alles drin auf „Höhlenmalerei“. Das Nachdenkliche, das ein wenig Abgefahrene, das überaus Eingängige und auch das immer wieder Spannende. Die absoluten Übersongs sind allerdings nicht zu häufig vorhanden, am ehesten noch in dem Instrumentalstück „Irgendwie und sowieso“ und dem traurigen „Ich habe Sehnsucht“. So bleibt ein Album ganz in der Tradition des Vorgängers „Spinn I“ und dafür gibt es neun Punkte.

Anspieltipps: Der Rote Fluss, Du siehst gut aus!, Germoney, Irgendwie und Sowieso, Bergnot, Indien?, Ich habe Sehnsucht



Dienstag, 24. Juli 2012

Blind Passengers – Neosapiens





Blind Passengers – Neosapiens


Besetzung:

Lars Rudell – riffing
Nik Page – the helmsman
Rayner Schirner – vocals, machines
Andy Laaf – drums
Andre Jorgens – bass


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Industrial Metal, Gothic Metal


Trackliste:

1. Lost Inside A Maze (3:59)
2. Insane (4:14)
3. Grey Sunday (3:29)
4. Troops Of Tomorrow (4:35)
5. Why (3:38)
6. Walk On (3:47)
7. Shake The Lie (3:58)
8. Desertland (3:58)
9. Puppetbirthmachine (2:04)
10. Beast (4:14)
11. One Day (3:46)
12. Permutation (1:56)
13. Hall Of Pain (5:23)




Nachdem die Blind Passengers bereits 1987 in Ost-Berlin gegründet wurden, veröffentlichten sie 2001 ihre fünfte und damit auch schon letzte offizielle Platte. Vom Synthi-Pop der Anfangsjahre ist auf „Neosapiens“ nichts mehr übrig geblieben. Knallharten Industrial Metal bekommt der geneigte Hörer und Rockfreund auf diesem Album der Blind Passengers kredenzt. Schwere Gitarren dominieren die Platte, die mit düsteren Synthesizerklängen unterlegt worden sind. Das Schlagzeug kracht, der Bass treibt an und dieses Gemisch aus düsterer und knallharter Stimmung lässt nicht selten die Assoziation der Fusion von Rammstein und Marilyn Manson aufkommen.

Aber es gibt auch Überraschungen. Denn plötzlich schleicht sich da ganz unvermittelt so ein Pop-Song wie „Shake The Lie“ unter all diese düstere und knallharte Atmosphäre und bricht dieses Gebilde aus schweren Riffs, Industrial-Klängen und mitunter auch Growling-ähnlichen Lauten ein wenig auf. Hier und da schleicht sich zudem auch in die etwas härteren Stücke eine poppige Melodie, die die jeweilige Nummer dann ein wenig eingängiger gestaltet.

Mit „Puppetbirthmachine“ wird es schließlich sogar ein klein wenig experimentell. Die Synthesizer können sich hier ganz frei ausleben, ohne sich an ein Konzept oder Raster halten zu müssen. Und auch bei dem zweiten kurzen Instrumentalstück, „Permutation“, wird viel Wert auf Atmosphäre gelegt - nur, dass diese dieses Mal auch sehr melodisch ist. Schließlich wartet am Ende des Albums nochmals eine Überraschung auf den Hörer. „Hall Of Pain“ beginnt mit Streichern. Es entwickelt sich ein eingängiges Pop-Rock-Lied, ein Song, der durchaus länger hängenbleibt und vom Wechselspiel der sanften mit den härteren Passagen lebt. Schön und spannend gemacht.

Fazit: Wer auf Industrial Metal steht, der wird mit vielen Stücken der Platte seinen Spaß haben, denn die werden oftmals konsequent durchgezogen. Die poppigeren Stücke müssen dann eben auch mal „ertragen“ werden. Wer allerdings auf Pop-Musik steht, der kommt hier auf „Neosapiens“ nur zweimal so richtig zum Zuge und dürfte mit dem Rest so seine Probleme bekommen. Und somit bleibt festzuhalten, dass Fans der bereits erwähnten Bands Marilyn Manson oder aber auch Rammstein mehr für sich entdecken werden. Das Album ist nicht schlecht, die Überfliegersongs fehlen allerdings auch. Somit bleibt eine durchschnittliche Scheibe, für die es sieben Punkte gibt.

Anspieltipps: Lost Inside A Maze, Grey Sunday, Why, One Day, Hall Of Pain