Mittwoch, 26. Dezember 2012

Queen – A Day At The Races




Queen – A Day At The Races


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, piano, choir meister, tantrums
Brian May – guitars, vocals, leader of the orchestra
Roger Taylor – drums, vocals, percussion, pandemonium
John Deacon – fender bass


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock


Trackliste:

1. Tie Your Mother Down (4:50)
2. You Take My Breath Away (5:07)
3. Long Away (3:33)
4. The Millionaire Waltz (4:57)
5. You And I (3:30)
6. Somebody To Love (4:59)
7. White Man (5:00)
8. Good Old-Fashioned Lover Boy (2:53)
9. Drowse (3:46)
10. Teo Torriatte (Let Us Cling Together) (5:56)

Gesamtspieldauer: 44:29




„A Day At The Races“ heißt das fünfte Studioalbum der englischen Band Queen und erschien 1976. Wie der Vorgänger „A Night At The Opera“ wurde auch dieses Album nach einem Film der Marx-Brothers benannt. Auch die Aufmachung ähnelt sich mit der ein Jahr früher erschienen Platte. Während bei beiden Alben das Queen-Logo die Mitte des Covers ziert, so ist dieses bei „A Night At The Opera“ sonst ganz weiß umrandet, bei „A Day At The Races“ ist der Rest des Covers dagegen ganz schwarz gehalten.

Auch das, was musikalisch für „A Night At The Opera“ galt, das gilt auch für „A Day At The Races“. Die Musik ist eingängig und packend. Die Musik ist abwechslungsreich und niemals langweilig. Auf „A Day At The Races“ gibt es mal Hard-Rock zu hören, ein anderes Mal dann die ganz sanften und leisen Töne. Da wird auch mal stimmlich gerockt, ein anderes Mal sind die Stimmen so durchdacht arrangiert, dass man es sich perfekter und besser gar nicht vorstellen kann. Das Glück bescherte Queen dazu die Gelegenheit, in der Band mit Freddie Mercury, Brian May und Roger Taylor drei ausgezeichnete Sänger zu haben, die alle drei über ein unglaublich großes und breites gesangliches Spektrum verfügen und dieses auch immer wieder wunderschön einzubringen verstehen.

Und der Zufall führte hier auch vier Musiker zusammen, die alle in der Lage waren, außergewöhnliche Songs zu schreiben. Zwar ist es auch auf „A Day At The Races“ so, dass die Lieder hauptsächlich von Mercury und May komponiert wurden, aber auch die Beiträge von John Deacon „You And I“ und Roger Taylor „Drowse“ brauchen sich musikalisch nicht zu verstecken. Ganz im Gegenteil, auch diese können absolut überzeugen.

Die Musik auf der Platte ist bei aller Abwechslung und Variationsbreite eindeutig immer Queen zuzuweisen. Es gibt nur sehr wenige Bands, die solch einen Wiedererkennungswert in sich vereinigen. Und dies liegt im Fall von Queen nicht nur an den Stimmen Freddie Mercurys, Brian Mays oder Roger Taylors. Jedes der zehn Lieder hat etwas, was es unverwechselbar und gleichzeitig eindeutig Queen zuordenbar macht. Dabei lässt sich spielend leicht in diese Musik eintauchen, ganz egal ob man die Platte jetzt beim Autofahren oder aber gemütlich mit Kopfhörern auf der Couch hört.

Fazit: „A Day At The Races“ ist kein Konzeptalbum. Es ist ein Album mit zehn Liedern, die jeweils zwischen knapp drei und knapp sechs Minuten dauern. Alle diese zehn Titel passen dabei so perfekt zueinander, dass es wie eine große Komposition klingt. Auf dieser Platte lässt sich kein Schwachpunkt ausmachen. Alle Titel klingen und wirken. Viele Lieder auf „A Day At The Races“ rühren einen sogar. Auf „A Day At The Races“ gibt es nur Musik zu hören, die den Hörer packt, nur Musik zu hören, die einen bewegt, wenn man sich darauf einlassen kann. Queens Meisterwerk. So und kein bisschen anders muss Musik klingen. Vierzehn Punkte.

Anspieltipps: You Take My Breath Away, Long Away, Somebody To Love, Teo Torriatte (Let Us Cling Together) und natürlich der ganze Rest der Platte!




Dienstag, 25. Dezember 2012

Styx – Edge Of The Century




Styx – Edge Of The Century


Besetzung:

Dennis DeYoung – keyboards & vocals
James Young – guitars & vocals
Glen Burtnik – guitars & vocals
John Panozzo – drums & percussion
Chuck Panozzo – bass guitar


Gastmusiker:

Howard Levy – harmonica
Joe Pusateri – additional percussion
Jon Negus – clarinet, saxophone
Mark Ohlson – trumpet
Mike Halpin – trombone
Dan Barber – trumpet
Michael Smith – saxophone
Ron Kolber – baritone saxophone
John Negus & Max Bialystock – horn arrangement on “Back To Chicago”
Gary Fry – synclavier programming on “Love At First Sight”
Terry Fryer – sound collage on “Homewrecker”


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Mainstream, AOR


Trackliste:

1. Love Is The Ritual (3:49)
2. Show Me The Way (4:37)
3. Edge Of The Century (4:22)
4. Love At First Sight (4:36)
5. All In A Day's Work (4:13)
6. Not Dead Yet (3:33)
7. World Tonite (3:40)
8. Carrie Ann (4:29)
9. Homewrecker (5:14)
10. Back To Chicago (4:19)

Gesamtspieldauer: 42:50




Ab April 1989 fanden sich die Mitglieder der Band Styx wieder zusammen, um ihr zwölftes Studioalbum „Edge Of The Century“ aufzunehmen. Dieses erschien schließlich Ende 1990, zehn Jahre nach dem elften Werk „Kilroy Was Here“. Eine wichtige Veränderung hatte es dabei bezüglich der Zusammensetzung gegeben: Tommy Shaw gehörte nicht mehr zum Line-Up der Band und war durch Glen Burtnik ersetzt worden. Und noch etwas hatte sich geändert beziehungsweise verstärkt. Die Musik der Band war nun noch einseitiger geworden. Auf „Edge Of The Century“ hört man nun praktisch durchgehend und ununterbrochen Mainstream Rock der Sorte, wie er auch von Bands wie Foreigner oder Boston hätte stammen können.

Die obligatorischen Schmachtfetzen des Dennis DeYoung dürfen dabei aber natürlich auch nicht fehlen und sind mit dem Titeln „Show Me The Way“ und „Carrie Ann“ vertreten. Der ganze Rest läuft tatsächlich einfach so durch. Mainstream Hard Rock oder AOR, ganz egal wie man es nennen möchte, radiotaugliche drei- bis vierminütige Nummern, denen es vor allem an einem fehlt: Ideen. Überraschend dabei ist, dass sich der Aufnahmeprozess deutlich über ein Jahr hinzog.

Wenn man sich ganz viel Mühe gibt und doch noch was „nettes“ entdecken möchte, dann trifft dieses Adjektiv wohl am ehesten noch auf „All In A Day’s Work“ zu. Die Melodie ist schön und vor allem der mehrstimmige Gesang ist hier richtig gut aufeinander abgestimmt. Dazu wird noch gepfiffen und man hört ein Akkordeon. Klingt irgendwie fröhlich – obwohl der Text etwas ganz anderes vermitteln will. Mit Abstrichen „spannender“ zu hören ist auch noch „Back To Chicago“. Das wiederum liegt aber wohl an der Tatsache, dass der hier ab und an zu hörende Big Band Sound sich vom Rest der Platte abhebt, da es mal was anderes ist.

Fazit: An alle Boston-, REO Speedwagon- und Foreigner-Freunde: Diese Platte wird Euch gefallen. Für Freunde progressiver Rockmusik gibt es hier gar nichts. Und auch Fans der Styx-Platten der 70er Jahre werden hiermit sehr viele Schwierigkeiten haben. Alles viel zu unspektakulär, glatt und manchmal sogar schmierig für Leute, die gerade die Ecken und Kanten an der Musik zu schätzen wissen. Vier Punkte.

Anspieltipps: All In A Day's Work, Back To Chicago




Montag, 24. Dezember 2012

Genesis – The Lamb Lies Down On Broadway




Genesis – The Lamb Lies Down On Broadway


Besetzung:

Tony Banks – keyboards, piano
Phil Collins – drums, percussion, vibraphone, backing vocals
Peter Gabriel – vocals, flute, oboe
Steve Hackett – guitars
Mike Rutherford – bass, twelve-string guitar, bass pedals


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Lamb Lies Down On Broadway (4:48)
2. Fly On A Windshield (2:47)
3. Broadway Melody Of 1974 (2:11)
4. Cuckoo Cocoon (2:11)
5. In The Cage (8:14)
6. The Grand Parade Of Lifeless Packaging (2:46)
7. Back In NYC (5:44)
8. Hairless Heart (2:09)
9. Counting Out Time (3:42)
10. Carpet Crawlers (5:14)
11. The Chamber Of 32 Doors (5:39)


CD2:

1. Lilywhite Lilith (2:45)
2. The Waiting Room (5:21)
3. Anyway (3:08)
4. Here Comes The Supernatural Anaesthetist (2:59)
5. The Lamia (6:56)
6. Silent Sorrow In Empty Boats (3:06)
7. The Colony Of Slippermen (8:13)
     a. The Arrival
     b. A Visit To The Doctor
     c. Raven
8. Ravine (2:04)
9. The Light Dies Down On Broadway (3:32)
10. Riding The Scree (3:57)
11. In The Rapids (2:30)
12. It (4:14)

Gesamtspieldauer: 1:34:05




„The Lamb Lies Down On Broadway“ ist die letzte Platte, die Genesis in der Konstellation Peter Gabriel, Steve Hackett, Tony Banks, Michael Rutherford und Phil Collins aufnahm. Das progressive Line-Up der Band Genesis schlechthin. Nach Fertigstellung des Albums verließ Peter Gabriel Genesis, um sich seiner Solo-Karriere zu widmen. Anschließend veröffentlichten die verbleibenden vier Musiker nur noch zwei Alben, die ebenfalls das Label „progressive Rockmusik“ tragen konnten. Danach war die Band, nun letztendlich zum Trio geschrumpft, nachdem auch Steve Hackett andere Wege gehen wollte, beim Mainstream-Pop angekommen.

„The Lamb Lies Down On Broadway“ erschien 1974 und ist bereits das sechste Album der britischen Band. Die Ideen, die die fünf Musiker in dieser Zeit entwickelten, waren schier grenzenlos und so wurde aus dieser Platte sogar ein Doppelalbum. Und „The Lamb Lies Down On Broadway“ ist nicht nur ein Musik-Album. „The Lamb Lies Down On Broadway“ ist eine Reise, eine musikalische Reise durch eine zugegebenermaßen reichlich wirre Story, in der ein gewisser Rael, ein puertorikanischer Junge, einiges Mögliche und Unmögliche in New York erlebt, während er seinen Bruder John zu retten versucht. Dabei entsteht musikalisch eine so dichte Stimmung, solch eine packende Atmosphäre, die einen in die Musik eintauchen lässt, die einen packt, beschäftigt und nicht mehr so ohne weiteres loslässt. Auf „The Lamb Lies Down On Broadway“ gibt es Musik zu hören, die einen bewegt. Musik, die nicht oder nur kaum im Radio laufen kann, da sie dort nicht wirken würde. Es geht hierbei also nicht um einen einzelnen Titel, es geht um das Ganze, es geht um ein Gefühl, welches nur wenige Musikwerke in ihrer Gesamtheit in einem Menschen zu erwecken befähigt sind.

Somit ist „The Lamb Lies Down On Broadway“ ein Konzeptalbum mit einer Geschichte und damit auch genau in dieser Art und Weise am besten zu genießen. Im Ganzen nämlich. Zwar gibt es jede Menge Höhepunkte auf diesem Doppelalbum zu erhören, am besten wirkt das Gehörte allerdings wirklich nur dann, wenn man sich die Zeit nimmt, es in einem durchzuhören. Ich kenne kein Lied, welches eindringlicher klingt als „The Lamia“. Es gibt sicherlich nicht viele Lieder die sich schöner anhören als „Carpet Crawlers“, „Anyway“ oder „The Light Dies Down On Broadway“. Und es gibt wohl kaum eine Platte, die abwechslungsreicher gestaltet ist, mit eingängigen wie fast schon experimentellen Klängen, mit verschrobenen wie auch sphärischen Elementen, die genau dann ihre Wirkung erzielen, wenn sie im Kontext des Ganzen gehört werden.

Fazit: Ich kenne in meinem Musikverständnis nichts, was besser klingt als diese Platte. Ein paar wenige Alben haben es noch mit auf genau diese Stufe geschafft. Besser, das geht aber nicht, denn das, was hier zu hören ist, das ist perfekt, obwohl es nicht perfekt ist. Nicht alle dreiundzwanzig Titel auf „The Lamb Lies Down On Broadway“ sind fünfzehn Punkte Lieder. Kann gar nicht sein. Aber dieses Album strömt so eine Atmosphäre aus, bereitet solch eine Stimmung, die einen wärmt, umschlingt, in die man eintauchen möchte und die es ermöglicht, einem das Leben zu versüßen. Dies schafft gute Musik immer wieder mal, aber selten in solch Konsequenz und solcher Intensität und auch solcher Länge. Über eineinhalb Stunden Wahnsinn. Wahrlich ein Meisterwerk. Fünfzehn Punkte.

Anspieltipps: Alles




Sonntag, 23. Dezember 2012

Barclay James Harvest – XII




Barclay James Harvest – XII


Besetzung:

John Lees – guitars, fender telecaster, vocals
Les Holroyd – guitars, bass, banjo, bass, piano, fender telecaster, vocals
Mel Pritchard – percussion, drums
Stewart "Woolly" Wolstenholme – piano, synthesizer, 12-string guitars, mellotron, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Soft-Rock, Soft-Pop


Trackliste:

1. Loving Is Easy (Fantasy) (4:05)
2. Berlin (4:56)
3. A Tale Of Two Sixties (3:35)
4. Turning In Circles (3:32)
5. Fact: The Closed Shop (3:49)
6. In Search Of England (4:19)
7. Sip Of Wine (4:31)
8. Harbour (3:49)
9. Nova Lepidoptera (5:59)
10. Giving It Up (4:49)
11. Fiction: The Streets Of San Francisco (5:47)


Bonus Tracks:

12. Berlin (Single Edit) (4:12)
13. Loving Is Easy (3:48)
14. Turning In Circles (First Mix) (3:34)
15. The Closed Shop (First Mix) (3:50)
16. Nova Lepidoptera (Ambient Mix) (7:07)

Gesamtspieldauer: 1:11:42




Ihr neuntes Studioalbum, welches 1978 erschien, nannten die Schmuserocker von Barclay James Harvest „XII“. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass sie in ihrer Zählweise die bis dahin erschienen zwei Live-Alben sowie die Kompilation „Early Morning Onwards“ mitrechneten. Von der Musik her bewegen sich die Briten dabei genau in der Tradition ihrer vorherigen Werke. Alles klingt überaus harmonisch und melodiös, da verirrt sich kein „ungewöhnlicher“ Ton in eines der Lieder, alles ist harmonisch durchdacht und diesbezüglich ausgereift.

Für die Lieder zeichneten sich wieder vor allem John Lees und Les Holroyd aus. Zwei Stücke jedoch stammen aus der Feder Woolly Wolstenholmes. Dies wären die Lieder „Harbour“ und „In Search Of England“. Letztere Nummer ist sehr viel symphonischer gehalten als der Rest der Platte und damit durchaus eine willkommene Abwechslung. Beide Titel stellen gleichzeitig die letzten Beiträge Stuart Wolstenholmes für Barclay James Harvest dar, denn nach „XII“ verließ er die Band, um sich seiner Solo-Karriere zu widmen und mehr die Musik verwirklichen zu können, die ihm vorschwebte.

Es gibt nichts Überraschendes auf „XII“. Es ist genau die Musik, die man erwartet, wenn man auch die vorherigen Alben der Band kennt. Die ganz großen Höhepunkte, die sonst auch immer auf den ersten sieben Platten zu entdecken waren, diese „Übersongs“, die fehlen hier allerdings. Aber nichtsdestotrotz, handwerklich sehr gut gemacht sind alle Stücke. Der Barclay James Harvest Fan wird begeistert sein, der eingeschlagene und typische Weg, den die Band beschritt, der wurde hier konsequent fortgesetzt.

Als zugaben auf der remasterten Fassung gibt es fünf Titel des offiziellen Albums in etwas anderen Abmischungen. Ganz interessant sicherlich, essentiell allerdings nicht.

Fazit: Wenn ich mir ein Album von Barclay James Harvest kaufe, dann möchte ich auch genau diese Musik hören. Für mich muss sich eine Band nicht immer wieder neu erfinden, immer wieder etwas ganz Neues bringen. Aber dann kommt mir da ein Spruch aus der Metzgerei in den Sinn: „Darf’s auch etwas mehr sein?“ Nein, muss es nicht - aber es darf. Diese absoluten Ohrwürmer, für die Barclay James Harvest nämlich auch immer stand, die fehlen mir ein wenig auf „XII“. Und genau das macht auch den Ausschlag, dass für mich „XII“ ein durchschnittliches Album geworden ist und eben kein richtig gutes mehr. Aber neun Punkte sind das schon noch. Auch wegen der drei unten angegebenen und dann doch wieder überzeugenden Anspieltipps.

Anspieltipps: Berlin, Fact: The Closed Shop, Fiction: The Streets Of San Francisco




Samstag, 22. Dezember 2012

Sigur Rós – ()




Sigur Rós – ()


Besetzung:

Jón Þór Birgisson – vocals, guitar, keyboards
Kjartan Sveinsson – keyboards, guitar
Georg Hólm – bass, keyboards, glockenspiel
Orri Páll Dýrason – drums, keyboards


Gastmusiker:

María Huld Markan – violin
Edda Rún Ólafsdóttir – violin
Ólöf Júlía Kjartansdóttir – viola
Sólrún Sumarliðadóttir – violoncello


Label: fatcat Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Post-Rock, Art-Rock, Ambient


Trackliste:

1. 1 (6:39)
2. 2 (7:34)
3. 3 (6:33)
4. 4 (7:33)
5. 5 (9:57)
6. 6 (8:48)
7. 7 (13:00)
8. 8 (11:45)

Gesamtspieldauer: 1:11:49




Nur mit zwei Klammern in Form von „()“ betitelten die vier Isländer von Sigur Rós ihr drittes Werk, welches im Oktober 2002 veröffentlicht wurde. Und genauso spartanisch wie der Titel des Albums, so ist auch die Aufmachung der CD gestaltet. Hier gibt es keine Musiktitel mehr, es ist weder ein Name noch die Anzahl der Lieder auf der CD-Hülle vermerkt, sodass sich der Hörer die acht im CD-Player angezeigten Stücke zur Unterscheidung selbst kurz von 1 bis 8 durchnummeriert. Auch sonst ist nur wenig bis überhaupt nichts zu erfahren. Wer waren denn die Musiker, die Gastmusiker etc.? All das muss man sich von der Homepage der Band herunterlesen.

Die Musik auf „()“ bewegt sich irgendwo zwischen Sphäre und Atmosphäre. Wobei man Letztgenanntes allen Liedern uneingeschränkt zuschreiben kann. Atmosphärisch ist das immer, was Sigur Rós hier bieten – sogar sehr atmosphärisch. Und genau dieser Umstand kann auch manches Mal der Haken an der Musik von Sigur Rós auf „()“ sein. Zwar sind die Isländer Meister im Steigern von Melodien, dies kann sich mitunter allerdings auch quälend langsam hinziehen. Die Musik ist überaus minimalistisch gehalten, drei, vier, fünf Töne sind es meistens nur, die da immer und immer wieder wiederholt werden. Und wenn dann diese oftmals wirklich gelungene Steigerung in Form von Geschwindigkeit und Lautstärke und kleineren Variationen doch etwas zu langsam ausfällt, dann kann das Ganze allerdings auch ein wenig in Richtung Langeweile abdriften.

Allgemein ist die Musik auf „()“ überaus ruhig gehalten. Schlagzeug hört man selten und gerockt, richtig gerockt wird eigentlich nur einmal und dies ziemlich am Ende des ganzen Albums bei Titel 8. Hier ist diese bereits angesprochene Steigerung auch überaus gelungen. Hier passt alles perfekt. Wobei, alle Lieder sind sehr eingängig und doch benötigt man als Hörer eine geraume Zeit, bis man sich in dieses Werk eingehört hat, denn leicht zugänglich ist auf diesem Album wahrlich nichts. Alles will hier erhört und sogar ein wenig erarbeitet werden. Gibt man dieser Musik allerdings diese „Zeit zum Reifen“, eröffnen sich einem fast schon neue Horizonte.

Fazit: Kein Album für Rocker, sieht man mal vom letzten Stück ein wenig ab. Kein Album für Hektiker, keines für Leute, die „Abtanzen“ möchten, keines für den „normalen“ Radiohörer und auch keines für Leute, die erwarten, dass Musik immer aus Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – kurzes Solo – Strophe – Refrain besteht. So etwas gibt es hier nicht. Klar, das ist Musik für dunkle Tage, Musik zum Nachdenken, wohl auch zum Entspannen. Musik, die in depressiven Momenten dieses unangenehme erspürte Gefühl noch verstärken kann. Aber auf „()“ gibt es Musik zum Träumen. Wer sich auf so etwas einlassen kann, der wird hier auch für sich etwas finden. Elf Punkte.

Anspieltipps: 3, 6, 7, 8




Freitag, 21. Dezember 2012

Queen – A Night At The Opera




Queen – A Night At The Opera


Besetzung:

Freddie Mercury – vocals, vocals, piano and more vocals
Brian May – guitars, orchestral backdrops and vocals
Roger Taylor – percussion and vocals
John Deacon – bass guitar and backing vocals


Label: Universal International Music


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Rock


Trackliste:

1. Death On Two Legs (3:44)
2. Lazing On A Sunday Afternoon (1:07)
3. I'm In Love With My Car (3:05)
4. You're My Best Friend (2:53)
5. '39 (3:31)
6. Sweet Lady (4:04)
7. Seaside Rendezvous (2:17)
8. The Prophet's Song (8:21)
9. Love Of My Life (3:39)
10. Good Company (3:24)
11. Bohemian Rhapsody (5:55)
12. God Save The Queen (1:16)

Gesamtspieldauer: 43:17




„A Night At The Opera“ betitelten Queen ihr viertes Studioalbum, welches 1975 erschien. Der Name der Platte wurde dem gleichnamigen Film der Marx-Brothers aus dem Jahr 1935 entliehen. Inspiriert wurde die Band zu diesem Titel wohl aber auch durch das vorletzte Lied des Albums “Bohemian Rhapsody” aus der Feder Freddie Mercurys, da dieses Stück in seinem Verlauf auch Opern-Anleihen aufweist. Und da wären wir gleich, bei einem der Höhepunkte des Albums. So ein Lied wie „Bohemian Rhapsody“ kann nur und ausschließlich von Queen stammen. Alles was es hier zu hören gibt, die Verbindung von Opernklängen mit Hard-Rock, diese Konstellation und diese vielstimmigen Gesangsarrangements sind einzigartig in der Musiklandschaft. Sie waren es bis 1975, also bis zur Entstehung des Albums und sie sind es auch seitdem geblieben.

Aber nicht nur mit „Bohemian Rhapsody“ wird diese Außergewöhnlichkeit ausgelebt. Als weiteres Beispiel für die Einmaligkeit der Musik steht der Titel „The Prophet’s Song“. Und auch hier sind des wieder die Gesangsarrangements, die die Nummer zu etwas Außergewöhnlichem werden lassen. Und wer einmal seine Stereoanlage auf deren Stereoeigenschaften überprüfen möchte, der sollte diesen Song einlegen und im Mittelteil dann zwischen Mono und Stereo hin- und herwechseln. Beeindruckend.

„Death On Two Legs“ und „I’m In Love With My Car“ überzeugen durch ihre Kraft, die diesen beiden Liedern innewohnt. “Love Of My Life“ bewegt dagegen durch seine Eingängigkeit. Eine überaus süße Eingängigkeit ist da zu hören und sogar zu spüren, die sich trotzdem meilenweit von jeglichem Schmalz oder Schnulz entfernt bewegt.

Auch sonst gibt es auf diesem Album so viel zu entdecken, das von seiner fast schon einzigartigen Abwechslung lebt. Dies wird auch nicht zuletzt durch die Unterschiedlichkeit des Gesangs erzeugt, den Mercury, May und Taylor hier ausleben. Da gibt es das Sanfte, das Rockige und das Divenhafte zu hören – alles in höchster, jedoch niemals störender Perfektion. Und obwohl jedes Lied völlig anders klingt als der Vorgänger, in Bezug auf den Gesang aber auch in Bezug auf die Musik, so sind diese Titel doch immer einzig und allein Queen zuzuordnen.

Fazit: „A Night At The Opera“ ist beeindruckend, auch wenn ich zugeben muss, dass sich mit „Lazing On A Sunday Afternoon“ und „Seaside Rendezvous“ sogar etwas gewöhnungsbedürftigere Titel auf dem Album befinden. Dafür habe ich lange Zeit benötigt, heute gehören auch diese Nummern für mich einfach zu „A Night At The Opera“ dazu und sorgen noch mal zusätzlich für Abwechslung. Auf „A Night At The Opera“ befindet sich Rock-Musik, wie sie eingängiger, intelligenter und kreativer kaum sein könnte. Ein absolutes Meisterwerk der Musikgeschichte, welches jeder Musikhörer kennen sollte. Hochverdiente dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Death On Two Legs, I'm In Love With My Car, ’39, The Prophet's Song, Love Of My Life, Bohemian Rhapsody




Donnerstag, 20. Dezember 2012

Styx – Kilroy Was Here




Styx – Kilroy Was Here


Besetzung:

Dennis DeYoung – keyboards & vocals
Chuck Panozzo – bass & vocals
John Panozzo – drums & vocals
Tommy Shaw – guitars & vocals
James Young – guitars & vocals


Gastmusiker:

Dan Barber – horn
Steve Eisen – saxophone
Mike Halpin – horn
Michael Mossman – horn
Mark Ohlson – horn


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Mainstream, AOR


Trackliste:

1. Mr. Roboto (5:29)
2. Cold War (4:27)
3. Don't Let It End (4:57)
4. High Time (4:29)
5. Heavy Metal Poisoning (4:57)
6. Just Get Through This Night (6:07)
7. Double Life (3:47)
8. Haven't We Been Here Before? (4:06)
9. Don't Let It End (Reprise) (2:22)

Gesamtspieldauer: 40:40




„Kilroy Was Here“ erschien 1983 und war bereits das elfte offizielle Studioalbum der amerikanischen AOR-Band Styx, die in den 70er Jahren durchaus auch immer wieder mit progressivem Rock auf sich aufmerksam machen konnte. Davon ist auf „Kilroy was Here“ allerdings überhaupt nichts mehr zu hören. Dieses Album ist eine Pop-Rock-Scheibe geworden, auf der sich von Schnulze bis Heavy Metal mehrere Schattierungen des Rocks ausleben dürfen.

Aber auch ein Klassiker der Band befindet sich auf dem Album. „Mr. Roboto“ ist eine klasse Rocknummer, die groovt, die über eine tolle und eingängige Melodie verfügt und dabei zusätzlich noch sehr abwechslungsreich ist. Auch „Just Get Through This Night“ ist überaus gelungen. Zwar sehr viel ruhiger als das erste Lied der Platte, jedoch hat die Nummer was. Balladesk und schwebend ist sie eine der eingängisten Lieder im Songkatalog von Styx.

Dann gibt es auf „Kilroy Was Here“ allerdings auch so Tiefschläge wie „Don’t Let It End“, das genau wie „Mr. Roboto“ aus der Feder Dennis DeYoungs stammt. „What can I do? Pictures of you still make me cry. Trying to live without your love, it‘s so hard to do!“ Meine Fresse, dass jemand sich traut so etwas überhaupt zu singen. Genauso schmalzig wie der Text ist die Musik. Schlimm. „Haven't We Been Here Before?“ ist das Pendant dazu, welches Tommy Shaw geschrieben hat. Allerdings ist hier der Text unwesentlich, die Musik aber deutlich besser als bei „Don’t Let It End“.

Und sonst? „Don't Let It End (Reprise)“ ist noch ganz hörenswert, der Rest ist Mainstream, der so auch von einer x-beliebigen anderen AOR-Band stammen könnte. Schlechte Musik ist das allerdings auch wieder nicht, aber eben nichts Besonderes mehr.

Fazit: Zwei Ausnahmen, die nach oben hin ausschlagen, gibt es auf „Kilroy Was Here“. Der Rest ist so eine Art 08/15-Ware, die Freunde des American Orientated Rock durchaus begeistern könnte. Die Single „Kilroy Was Here“ verkaufte sich millionenfach, das Album selbst blieb hinter den Erwartungen zurück und so löste sich die Band, nachdem auch die Tour zum Album abgebrochen worden war, schließlich auf, um sich in späteren Jahren und verschiedenen Zusammensetzungen wieder zu reformieren. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Mr. Roboto, Just Get Through This Night, Double Live, Don't Let It End (Reprise)




Mittwoch, 19. Dezember 2012

Curved Air – Phantasmagoria




Curved Air – Phantasmagoria


Besetzung:

Sonja Kristina – vocals, acoustic guitar
Francis Monkman – electric piano, guitars, harpsichord, synthesizer, organ, piano, tubular bells, gong, percussion
Florian Pilkington-Miksa – drums, percussion
Darryl Way – piano, synthesizer, tubular bells, melon, violin
Mike Wedgwood – bass guitar, acoustic guitar, vocals, percussion


Gastmusiker:

Annie Stewart – flute (track 2)
Crispian Steele-Perkins – trumpet (tracks 3 and 8)
Paul Cosh – trumpet (tracks 3, 8 and 9)
Jim Watson – trumpet (tracks 3, 8 and 9)
George Parnaby – trumpet (tracks 3 and 9)
Chris Pyne – trombone (track 3)
Alan Gout – trombone (track 3)
David Purser – trombone (tracks 3, 8 and 9)
Steve Saunders – trombone (tracks 3, 8 and 9)
Frank Ricotti – xylophone (track 8), vibes (tracks 8 and 9), congas (track 9)
Mal Linwood-Ross – percussion, hooters and noises (track 9)
Colin Caldwell – percussion, hooters and noises (track 9)
Jean Akers – percussion, hooters and noises (track 9)


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Marie Antoinette (6:18)
2. Melinda (More Or Less) (3:25)
3. Not Quite The Same (3:44)
4. Cheetah (3:33)
5. Ultra-Vivaldi (1:23)
6. Phantasmagoria (3:16)
7. Whose Shoulder Are You Looking Over Anyway? (3:23)
8. Over And Above (8:34)
9. Once A Ghost, Always A Ghost (4:21)

Gesamtspieldauer: 37:56




„Phantasmagoria“ nannte die britische Progressive Rock Band ihr drittes Werk, welches 1972 erschien. Im Zentrum der Musik steht dabei oftmals melodischer und auch eingängiger progressiver Rock. Allerdings wird auf dem Album zusätzlich experimentiert, was man bei den Stücken „Ultra-Vivaldi“ und vor allem „Whose Shoulder Are You Looking Over Anyway?“ sehr gut hören kann. Bei letztgenannten Stück geht es anscheinend vor allem darum, mit dem Synthesizer, einem 1972 immer noch relativ neuem Instrument, verschiedene Sounds auszuprobieren. Das ist keine Musik mehr, sondern ein Klanggebilde. Dazu noch eines, was beim Durchhören der Platte oder CD sogar immer wieder nervt.

Der Rest klingt aber. Sängerin Sonja Kristina, die einzige feste Größe der Band, da die Zusammensetzung von Curved Air ständigen Umbesetzungen unterworfen war, hört sich dabei an wie eine Mischung aus Annie Haslam von Renaissance und Joan Baez. Der Sound der Band lebt stark von ihrem ausdrucksstarken Gesang. Die Musik aus „Phantasmagoria“ erreicht allerdings nicht ganz die Klasse der Alben, die Renaissance fast zur selben Zeit auf den Markt warf.

Dabei sind die Lieder meist „schön und angenehm“, mitunter sogar „sehr schön“ wie bei „Melinda (More Or Less)“. Wobei sich die Frage stellt, ob man Musik überhaupt mit diesem Adjektiv umschreiben kann. „Schöne“ Musik? Doch, irgendwie passt das ganz gut für diese Art der Musik. Genauso klingt es bei „Marie Antoinette“ oder „Not Quite The Same“. Unaufgeregte Musik, die Geschichten erzählen will – ohne dabei jedoch seicht zu sein.

Ein wenig progressiver als der Rest (lässt man die beiden „Experimente“ jetzt mal außen vor) sind die zwei letzten Stücke gestaltet. Hier werden jetzt verschiedene Tempi, Rhythmen und Melodien miteinander verwoben. Dabei ist das längste Stück der Platte „Over And Above“ nicht zuletzt auch durch die variantenreiche Instrumentierung interessant geworden. „Once A Ghost, Always A Ghost“ erinnert mich dagegen eher an mexikanische Folklore gemixt mit „Beat-Musik“ und ist ein Lied, mit dem ich so gar nichts anzufangen weiß.

Fazit: „Phantasmagoria“ ist wahrlich kein schlechtes Album geworden. Richtig gut ist es für mich jedoch auch nicht mehr. Dazu fehlt der Musik zu häufig etwas. Ist es die Eingängigkeit oder das Überraschende? Vielleicht die Mischung aus beidem. Wem allerdings Renaissance gut gefällt, der wird auch mit der Musik von Curved Air etwas anfangen können. Unter Umständen vielleicht etwas weniger – aber wer weiß das schon. Neun Punkte.

Anspieltipps: Marie Antoinette, Melinda (More Or Less), Not Quite The Same, Cheetah, Phantasmagoria




Dienstag, 18. Dezember 2012

AC/DC – Highway To Hell




AC/DC – Highway To Hell


Besetzung:

Angus Young – guitar
Malcolm Young – guitar
Bon Scott – vocals
Phil Rudd – drums
Cliff Williams – bass


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Hard-Rock


Trackliste:

1. Highway To Hell (3:28)
2. Girls Got Rhythm (3:23)
3. Walk All Over You (5:10)
4. Touch Too Much (4:26)
5. Beating Around The Bush (3:56)
6. Shot Down In Flames (3:23)
7. Get It Hot (2:35)
8. If You Want Blood (You’ve Got It) (4:37)
9. Love Hungry Man (4:17)
10. Night Prowler (6:28)

Gesamtspieldauer: 41:43




„Highway To Hell“ stellt gleichzeitig das fünfte Studioalbum sowie das letzte mit Leadsänger Bon Scott dar. 1979 erschienen, war es zusätzlich auch das bis dato erfolgreichste Album der Australier und sollte nur noch vom Nachfolger „Back In Black“ verkaufstechnisch getoppt werden. „Highway To Hell“ bedeutete zudem den endgültigen internationalen Durchbruch für AC/DC. Leider konnte Bon Scott diesen nicht mehr lange genießen, denn am Dienstag den 19. Februar 1980 verstarb der Sänger nach einer durchzechten Nacht durch Ersticken am eigenen Erbrochenen, als die Band sich gerade in London aufhielt, um das nächste Album einzuspielen. Und nicht zuletzt dieser Umstand trug wohl auch mit zu dem Erfolg dieses und des nächsten Albums bei: „Death sells!“

Musikalisch gibt sich „Highway To Hell“ sehr viel mainstreammäßiger als seine Vorgänger. Alles wirkt ein wenig glattgeschliffen und ist trotz des Genres Hard-Rock durchaus radiokompatibel zu nennen. Stellvertretend dafür stehen die beiden größten Hits des Albums „Highway To Hell“ und „Touch Too Much“. Beide Nummern sind überaus eingängig zu nennen und ersterer Song wohl auch das bekannteste Lied der Formation überhaupt.

Doch es fehlt dem Album ein wenig das Raue, welches den beiden Vorgänger-Platten „Let There Be Rock“ und „Powerage“ anhaftete und diese beiden Veröffentlichungen zu einem Erlebnis werden ließ. Dabei ist „Highway To Hell“ natürlich kein schlechtes Album, es ist sogar ein gutes, allerdings ohne, dass diesem das Besondere innewohnt. Manchmal darf Musik einfach nicht zu rund klingen, damit auch mal mehr hängenbleiben kann.

Fazit: „Highway To Hell“ ist ein gutes Hard-Rock-Album geworden, welches viel Faszination aus dem Titel und dem gleichzeitigen Dahinscheiden des Sängers bezieht. Musikalisch erreicht es nicht mehr die Größe der beiden Vorgänger, auch wenn es sich deutlich häufiger verkaufte. Für alle Hard-Rock-Fans jedoch eine absolut lohnende Investition. Für AC/DC-Fans steht das natürlich sowieso außer Frage. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Highway To Hell, Walk All Over You, Touch Too Much, If You Want Blood (You’ve Got It), Night Prowler





Montag, 17. Dezember 2012

Birth Control – Rebirth




Birth Control – Rebirth


Besetzung:

Peter Föller – Bass, Gesang, Triangel
Bruno Frenzel – Gitarre, Gesang, Saxophon
Zeus B. Held – Orgel, E-Piano, Piano, Mellotron, Posaune, Trompete, Flöte
Bernd Noske – Schlagzeug, Perkussion, Moog-Drum, Gesang
Dirk Steffens – Gitarren, Gesang


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Rock


Trackliste:

1. She's Got Nothing On You (5:08)
2. Mister Hero (6:46)
3. Grandjeanville (1:04)
4. No Shade Is Real (4:42)
5. M.P.C. (1:56)
6. Together Alone Tonight (10:31)
7. Back From Hell (8:09)

Gesamtspieldauer: (38:15)




„Rebirth“ von Birth Control ist wahrlich ein Rock-Album geworden. Deep Purple und Uriah Heep Anleihen sind auf diesem vierten Studioalbum der Band absolut unüberhörbar. Geradliniger und meist sehr schnörkelloser Rock, dafür steht „Rebirth“. Für mich klangen da sowohl der Vorgänger, wie der Nachfolger deutlich progressiver. Anscheinend ist der Titel des Albums hier Programm und man wollte sich nach „Hoodoo Man“ wieder auf seine Ursprünge zurückbesinnen. Und der neue Keyboarder Zeus B. Held hatte hier noch nicht so viel Einfluss, denn mit seinem Spiel wurde die Musik auf den nächsten Veröffentlichungen deutlich vertrackter, wieder progressiver und durchaus auch interessanter.

Nun, während der Opener „She's Got Nothing On You“ einfach so durchrockt, wird es dann bei „Mister Hero“ schon wieder sehr viel spannender, denn hier gibt es jetzt auch mal die versetzten Rhythmen, die Tempowechsel und die überraschenderen Ideen. Klasse hier vor allem auch der Auftritt der Bläser-Fraktion. Da klingt die Band richtiggehend mitreißend.

Die zwei kurzen Songs der Platte, „Grandjeanville“ und „M.P.C.“, sind zwei sehr melodiöse Nummern. Einmal gitarrenlastig, das andere Mal vom Piano dominiert. Genau das Richtige für diejenigen Musikhörer, denen die Melodiösität eines Stückes wichtig ist. „No Shade Is Real“ rockt erneut durch und enthält ein schönes Orgelsolo. Das längste Stück auf „Rebirth“, „Together Alone Tonight“ ist zunächst etwas getragener, erinnert mich ein wenig an den Sound von Wishbone Ash, ist im ersten Teil bluesig angehaucht und durchaus melodiös zu nennen. Der Mittelteil ist wieder straighter Rock, um dann erneut etwas melodiöser zu werden. Alles ganz nett gemacht, jedoch nicht progressiv. Das wird es dann aber noch mal phasenweise mit „Back From Hell“. Auch dieser Song startet sehr rockig, wird im weiteren Verlauf mittels eines Instrumentalteils deutlich spannender, wobei dieser sogar ein längeres Drum-Solo aufweist.

Fazit: Rock bis Hard-Rock hört man immer wieder auf „Rebirth“. Diese beiden Musikrichtungen gibt es auch von vielen anderen Bands präsentiert – oftmals sogar eindringlicher als von Birth Control. Nach diesem Album hatte die Band nun eine, auf etwas härteren Rock festgelegte Fan-Gemeinde, die dann durch die nun wieder progressiveren Klänge des Nachfolger-Albums etwas vor den Kopf gestoßen wurden. Für mich sind Birth Control immer dann gut, wenn sie etwas Neues ausprobieren und ein wenig experimentieren. Somit ist „Rebirth“ wahrlich kein schlechtes Album, etwas richtig Besonderes ist das aber auch nicht geworden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Mister Hero, Grandjeanville, M.P.C., Back From Hell




Sonntag, 16. Dezember 2012

Wishbone Ash – Wishbone Four




Wishbone Ash – Wishbone Four


Besetzung:

Ted Turner – lap-steel-, 12 string-, acoustic and electric guitars and vocals
Andy Powell – acoustic and electric guitars and vocals
Martin Turner – bass guitar and vocals
Steve Upton – drums and percussion


Gastmusiker:

George Nash – keyboards (Everybody Needs A Friend)
Graham Maitland – piano (No Easy Road)
Jimmy Helms, Phil Kenzie, Dave Coxhill, Bud Parks – brass (No Easy Road)


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Blues Rock, Rock, Folk Rock,


Trackliste:

1. So Many Things To Say (5:06)
2. Ballad Of The Beacon (5:05)
3. No Easy Road (3:49)
4. Everybody Needs A Friend (8:25)
5. Doctor (5:54)
6. Sorrel (5:04)
7. Sing Out The Song (4:25)
8. Rock ‘N’ Roll Widow (5:53)

Gesamtspieldauer: 43:39




„Wishbone Four“ nannten die vier Engländer von Wishbone Ash sinnigerweise ihr viertes Album, welches 1973 erschien. Die Besetzung war zwar noch dieselbe wie auf den ersten drei Platten der Band, die Musik, die sich auf „Wishbone Four“ befindet unterscheidet sich allerdings deutlich von der der Vorgängeralben. Der progressive Anteil in der Musik von Wishbone Ash war bereits auf „Argus“ deutlich zurückgegangen. Auf dem vierten Album der Engländer ist davon jetzt allerdings überhaupt nichts mehr zu finden. Der vierte Output der der Band ist ein hauptsächlich aus Blues-Rock bestehendes Album, bei dem sich auch immer wieder ein paar Folk Elemente mit einschleichen, die zuweilen, hauptsächlich aufgrund des Einsatzes der Pedal-Steel-Gitarre, auch sehr amerikanisch wirken und auch klingen können.

Auch Honky-Tonk-ähnliche Töne haben sich auf das Album verirrt. Da kommt dann bei “No Easy Road” das Boogie-Woogie-Klavier zum Einsatz, unterstützt von der Brass-Sektion. Der Tiefpunkt des Albums. Deutlich gelungener sind da schon das ganz nette „Ballad Of The Beacon“ und das folkig angehauchte „Everybody Needs A Friend“, welches auch ohne typisch amerikanische Country-Instrumente auskommt. Und bei diesem Lied gibt es auch die schöne Melodie, die eingängigen Harmonien, die sonst auf „Wishbone Four“ nicht so allgegenwärtig sind, wie zumindest auf den beiden letzten Vorgängern.

„So Many Things To Say“ und „Doctor“ sind rockigere Stücke, „Rock ‘N‘ Roll Widow“ geht dann schon klarer in die Blues-Rock-Ecke. „Sing Out The Song“ könnte man dagegen so gespielt wohl auch irgendwo in einer Scheune in Texas hören. Da lässt sich der Country-Einfluss wahrlich nicht mehr leugnen und das Lied ist der zweite Tiefpunkt der Platte. Deutlich besser gelungen ist da noch der Titel „Sorrel“. Hier hört man sie wieder, die doppelt gespielte Lead-Gitarre und den mehrstimmigen Gesang. Beides Dinge, die zum Markenzeichen von Wishbone Ash geworden waren und die man auf „Wishbone Four“ einfach vermisst.

Fazit: „Wishbone Four“ ist ein deutlicher Rückschritt zu den beiden vorherigen Veröffentlichungen. Die Lieder packen einen einfach nicht mehr so. Klar kann man nicht laufend solche Höhepunkte wie „Argus“ oder „Pilgrimage“ erschaffen- aber ein bisschen mehr hätte es auf „Wishbone Four“ dann aber doch sein dürfen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Ballad Of The Beacon, Everybody Needs A Friend, Sorrel