Sonntag, 13. Juli 2014

Iron Butterfly – In-A-Gadda-Da-Vida




Iron Butterfly – In-A-Gadda-Da-Vida


Besetzung:

Doug Ingle – organ, lead vocals (except on "Termination")
Erik Brann – guitars, backing vocals, lead vocal on "Termination"
Lee Dorman – bass guitar, backing vocals
Ron Bushy – drums, percussion


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Most Anything You Want (3:43)
2. Flowers And Beads (3:07)
3. My Mirage (4:53)
4. Termination (2:51)
5. Are You Happy (4:30)
6. In-A-Gadda-Da-Vida (17:03)

Gesamtspieldauer: 36:06




„In-A-Gadda-Da-Vida“ von Iron Butterfly ist eine besondere Platte. Und das liegt am Titellied „In-A-Gadda-Da-Vida“ selbst, welches mit über siebzehn Minuten Spielzeit die ehemalige zweite LP-Seite komplett ausfüllte. Die Nummer wurde in einem Take eingespielt, da man im Studio zum Soundcheck bereits das Band mitlaufen ließ und die vier Musiker den Titel zunächst noch einmal üben wollten. Diese Aufnahme wurde jedoch sofort für die Veröffentlichung gewählt und stellte den größten Erfolg der Band dar. Millionenfach verkaufte sich die Scheibe und stellt einen Meilenstein der Rock-Musik und des Psychedelic Rock dar. Diese Nummer, die ursprünglich laut Aussage der Musiker „In The Garden Of Eden“ heißen sollte und nur durch ein Verständigungsproblem während der Aufnahmen als „In-A-Gadda-Da-Vida“ unter dem Notenblatt vermerkt wurde, ist angefüllt mit vielen, bis dahin noch nie so gehörten Sounds und Passagen.

Die Musik von Iron Butterfly ist allgemein sehr Orgel-lastig, so ist es auch bei dem Titellied „In-A-Gadda-Da-Vida“ selbst. Parallelen zum Orgelsound des Ray Manzarek von den Doors sind hier unüberhörbar (beim Titel „Most Anything You Want” sind die Ähnlichkeiten zu „Light My Fire“ absolut nicht zu verleugnen). Lange und ausgedehnte Gitarren- und Orgel-Passagen gibt es zu hören, die um sich selbst kreisen, ineinander übergehen und doch auch gleichberechtigt nebeneinanderstehen. Das Ganze klingt überaus psychedelisch und es ist kaum anzunehmen, dass diese Musik ohne entsprechende Einnahme von jeder Menge bewusstseinserweiternden Substanzen so hätte aufgenommen werden können. Mantra-artig wird hier ein Thema immer und immer wiederholt, alles umschließt sich und plötzlich geht das Ganze in ein Schlagzeugsolo über, welches es so, in dieser Art, bisher noch nicht auf eine Platte geschafft hat – jedenfalls nicht auf ein Studio-Album. Das klingt zugegebenermaßen alles sehr spannend und war zu dieser Zeit auch einzigartig.

Und der Rest der Platte? Allgemein merkt man den Liedern schon ein wenig an, dass sie in nicht allzu ferner Zukunft bald fünfzig Jahre auf dem Buckel haben werden. Ein wenig Patina hat da bereits angesetzt. Trotzdem ist alles noch gut hörbar, vor allem „My Mirage” ist ebenfalls sehr gelungen, wieder auch aufgrund des Orgelsounds und einer Melodie, die durchaus ins Ohr geht. Gegenbeispiele gibt es allerdings auch. „Flowers And Beads“ hört sich schon sehr gewöhnungsbedürftig, da so unglaublich gewöhnlich an. Zwar dominiert auch hier die Orgel, allerdings klingt das Ganze trotzdem wie ein etwas einfältiges Pop-Liedchen der 60er Jahre. Und dazu gesellt sich dann noch ein schmachtender Text à la: „Girl, he just knows he loves you now. You're all I talk about and everything I say and... Girl, I just know I love you now. Girl I love you, I love and need you in my lifetime. Girl, I just know I love you.” Der Ehrlichkeit halber muss man hier allerdings auch erwähnen, dass der Text zu „In-A-Gadda-Da-Vida“ auch nicht sehr viel geistreicher gestaltet ist und in dieselbe Kerbe schlägt: „Mädchen, ich liebe Dich so doll!“

Fazit: Unabhängig vom Text ist „In-A-Gadda-Da-Vida“ ein Album, welches heute immer noch an vielen Stellen begeistern kann. Zwar hört man der Musik ihr Entstehungsdatum zum größten Teil an, trotzdem hat das was. Irgendetwas Besonderes ist Teil dieser Musik. Wer sich für Rock-Musik interessiert, der sollte dieses Album kennen. Und welche Hörerin, welcher Hörer auch für die psychedelische Seite der Musik offen ist, die oder der kann hier nur begeistert sein – zumindest bei den meisten Titeln. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: In-A-Gadda-Da-Vida



Samstag, 12. Juli 2014

Hugo Race – We Never Had Control




Hugo Race – We Never Had Control


Besetzung:

Hugo Race – vocals, steelstring, keys


Gastmusiker:

Antonio Gramentieri – electric guitar lapsteel, bass
Diego Sapignoli – drums, balafon, treated percussion
Franco Naddei – synthesizers
Francesco Giampaoli – double bass
Vicki Brown – violin, vocals (1)
Catherine Graindorge – violin, viola (7, 8)
Violetta Delconte Race – vocals (3, 8)
Hellhound Brown – vocals (1)


Label: Gusstaff Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: ArtRock, Indie Rock


Trackliste:

1. Dopefiends (6:58)
2. Ghostwriter (4:03)
3. Meaning Gone (5:46)
4. Snowblind (3:32)
5. No Angel Fear To Thread (4:18)
6. Shining Light (3:09)
7. No Stereotype (4:31)
8. We Never Had Control (5:48)

Gesamtspieldauer: 38:06




Hugo Race ist ein australischer Musiker, der hier auf diesen Seiten bereits Erwähnung fand. Dies geschah im Rahmen seines Bandprojekts „Dirtmusic“ zusammen mit Chris Eckman und Chris Brokaw. Seine ersten musikalischen Meriten verdiente er sich bei Nick Caves Begleitband The Bad Seeds, bei denen er die Gitarre spielte. Im Bezug auf Veröffentlichungen ist Hugo Race sehr fleißig, denn bis heute, im Jahr 2014, ist „We Never Had Control” eine von 29 Platten-Erscheinungen, auf denen er vertreten ist.

Nun zur Musik auf diesem im Jahr 2011 veröffentlichten Album. Diese ist zumeist sehr ruhig gehalten, lediglich sanft instrumentiert und tieftraurig bis düster gehalten. Nicht zuletzt die dunkle und tiefe Stimme des Hugo Race trägt mit zu dieser schweren Atmosphäre bei. Die einzelnen Titel sind dabei überaus melodiös, meistens ist es die akustische Gitarre, die neben dem Gesang im Vordergrund steht. So wirkt alles ein wenig getragen, bestes Beispiel hierfür ist das sehr intensive „Shining Light“. Ein Titel, der durchaus auch ein wenig an Leonard Cohen erinnert.

Höhepunkt auf „We Never Had Control” ist sicherlich der Opener und gleichzeitig auch das längste Stück der Platte „Dopefiends”. Auch hier sind die Zutaten dieselben: Dunkle Stimme, akustische Gitarre und eine, sehr zum Text passende, tieftraurige Stimmung. Hier setzt sich die Melodie ebenfalls ziemlich schnell im Ohr des Hörers fest und lädt ein zum Augenschließen und dem Genießen dieser intensiven Atmosphäre. Etwas flotter wird es im Grunde genommen nur bei „Snowblind”, einer Nummer, die fast schon ein wenig in die Richtung Folk geht.

Fazit: „We Never Had Control” von Hugo Race und den „Fatalists“, wie sich hier die Begleitband nennt, ist ein sehr gelungenes Album geworden, welches trotz der relativ gleichen Machart der einzelnen Stücke, nie Langeweile aufkommen lässt. Die Musik wirkt. Ausfälle sind ebenfalls nicht zu beklagen, sodass das Album, einmal aufgelegt, seine melancholische Tristesse über die volle Lauflänge verbreiten kann. Diese Lauflänge ist mit unter vierzig Minuten jedoch ein wenig kurz geraten. Oder hatte Hugo Race gar die Sorge, dass noch mehr Musik dieser Art die Suizid-Rate in die Höhe schnellen lassen würde? Ein schönes, aber trauriges Album. Elf Punkte.

Anspieltipps: Dopefiends, Shining Light



Freitag, 11. Juli 2014

Kasabian – Velociraptor!




Kasabian – Velociraptor!


Besetzung:

Tom Meighan – lead vocals (all tracks except 4, 6 and 11), backing vocals (tracks 4, 6 and 11)
Sergio Pizzorno – guitars, backing vocals (all tracks except 4, 6 and 11), lead vocals (tracks 4, 6 and 11), co-lead vocals (track 5), synthesizer, bass guitar, production
Chris Edwards – bass guitar
Ian Matthews – drums


Gastmusiker:

Jay Mehler – guitar
Ben Kealey – keyboards
Sandris Skyrimš – guitar
Tim Carter – guitar, percussion
Dan Ralph Martin – guitar, percussion (tracks 4 and 9)
Gary Alesbrook – trumpet
Mat Coleman – trombone
Andrew Kinsman – saxophone
London Metropolitan Orchestra – strings
Jessica Dannheisser – orchestration
Andy Brown – conducting


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Indie Rock


Trackliste:

1. Let's Roll Just Like We Used To (4:48)
2. Days Are Forgotten (5:03)
3. Goodbye Kiss (4:07)
4. La Fee Verte (5:48)
5. Velociraptor! (2:54)
6. Acid Turkish Bath (Shelter From The Storm) (6:02)
7. I Hear Voices (3:59)
8. Re-Wired (4:47)
9. Man Of Simple Pleasures (3:52)
10. Switchblade Smiles (4:15)
11. Neon Noon (5:21)

Gesamtspieldauer: 50:55




„Velociraptor!” heißt das vierte Studio-Album der der britischen Indie-Rock-Band Kasabian. Warum diese im deutschsprachigen Raum allerdings immer mit Brit-Pop in Verbindung genbracht wird, erschließt sich dem Hörer zumindest musikalisch kaum – aber wenn dies durch die Herkunft der Musiker begründet wird, muss man dem natürlich zustimmen… Die Musik auf „Velociraptor!“ ist sehr abwechslungsreich, meist etwas rockig gehalten und ganz klar, die fünf Musiker haben das Gespür für die eingängige Melodie, für die Akkordfolge, die beim Hörer hängenbleibt und sich auch länger festzusetzen versteht.

Auch dieses Album von Kasabian ist erneut sehr vielschichtig geworden. Musikstile gibt es im Grunde genommen eine ganze Menge zu entdecken. Rock, Pop, etwas Rave und auch ein wenig HipHop, der allerdings, wie beim sehr überzeugenden „Switchblade Smiles“, in andere Stile und Sounds eingebettet wurde. Hier gesellt sich ein fetter Rhythmus zu Rave Musik und der Sprechgesang zu gesungenem Text und fertig ist ein mitreißendes Lied, welches sogar Leute begeistern kann, die sonst bei den Worten „HipHop“ oder „Rave“ eher das Weite suchen würden.

Immer wieder verirren sich auch orientalisch angehauchte Sounds in die Lieder, sodass man sich ein klein wenig an Kula Shaker erinnert fühlt. Deses Stilmittel sorgt für weitere Abwechslung. Ein einheitlicher Stil wird nicht verfolgt, sodass sich dem Hörer immer wieder neue und spannende Facetten der Musik von Kasabian eröffnen. Gerade der Anfang der Platte ist dabei überaus gelungen. Ein Lied mit Ohrwurmcharakter reiht sich hier an das nächste. Zudem verfügen die meisten Titel auf „Velociraptor!” über eine Art Einleitung, durch die noch nicht auf den wahren Charakter des Liedes geschlossen werden kann, der sich dann plötzlich in eine ganz andere Richtung entwickelt. Sehr gut durchdacht und auch gemacht.

Fazit: Ein tolles und sehr unterhaltsames Album ist Kasabian mit „Velociraptor!“ gelungen. Ausfälle lassen sich darauf nicht finden, alles läuft in hoher Qualität durch und somit kann man die Skip-Taste der Fernbedienung getrost vergessen. Ein Album, das den meisten Rockfreunden großen Spaß bereiten wird. Gute Unterhaltung. Elf Punkte.

Anspieltipps: Let's Roll Just Like We Used To, Days Are Forgotten, Switchblade Smiles



Donnerstag, 10. Juli 2014

Tori Amos – Unrepentant Geraldines




Tori Amos – Unrepentant Geraldines


Besetzung:

Tori Amos – vocals, piano, hammond organ


Gastmusiker:

Mac Aladdin – all guitars
Mark Hawley – additional instrumentation
Natashya Hawley – vocals on "Promise"


Label: Mercury Classics


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Baroque Pop, Art Pop


Trackliste:

1. America (4:12)
2. Trouble's Lament (3:44)
3. Wild Way (2:55)
4. Wedding Day (3:45)
5. Weatherman (4:41)
6. 16 Shades Of Blue (3:52)
7. Maids Of Elfen-Mere (2:53)
8. Promise (4:05)
9. Giant's Rolling Pin (4:11)
10. Selkie (4:05)
11. Unrepentant Geraldines (6:57)
12. Oysters (5:14)
13. Rose Dover (3:56)
14. Invisible Boy (4:58)

Gesamtspieldauer: 59:29




„Unrepentant Geraldines” ist das bereits vierzehnte Studio-Album der amerikanischen Pianistin und Songwriterin Tori Amos. Der Titel bedeutet dabei „uneinsichtige“ oder „reuelose“ Geraldines. Wobei der Frauenname Geraldine hier für die Frauen allgemein steht, die sich nicht für irgendeine Tat oder ein Ereignis entschuldigen möchten. Nun, dass Männer bei Tori Amos nicht immer unbedingt gut wegkommen, ist seit dem Album „Boys For Pele“ sowieso kein Geheimnis mehr.

Die letzten beiden Alben der Tori Amos waren so ganz anders. Auf „Night Of Hunters“ aus dem Jahr 2011, ließ sich Tori Amos von klassischen Komponisten inspirieren, die Musik wurde entsprechend auch mit einem klassischen Orchester eingespielt. „Gold Dust“ veröffentlicht die Sängerin 2012. Diese Platte enthält Stücke aus der Feder der Tori Amos, die nun jedoch neu arrangiert wurden – eingespielt wieder mit einem klassischen Orchester. Aber „Unrepentant Geraldines” ist nun anders, ganz anders sogar. Obwohl dies nicht auf die gesamte Diskographie der Tori Amos zutrifft, denn man könnte sogar behaupten, es ist ein Schritt zurück in die Anfangsjahre ihrer Karriere. Die Musik auf diesem neuen Album klingt stilistisch wie jene, die Tori Amos bereits in den 90ern des letzten Jahrhunderts veröffentlicht hat.

Das Piano und die Stimme der Sängerin stehen wieder ganz klar im Zentrum aller Titel. Und wer die Musik der Amerikanerin in den 90ern liebte, die oder der wird vom neuen Album der Tori Amos begeistert sein. Hier gibt es sie wieder, diese wunderbar leichten, feinen, perlenden oder schwebenden Pianoklänge, verbunden mit der Stimme der Sängerin. Vieles wirkt manchmal ein wenig zerbrechlich, schwelgt immer in Harmonie und ist angefüllt mit Melodiösität. Ein verträumtes Album zum Augenschließen und Träumen. Atmosphärisch bewegen sich die einzelnen Titel zumeist zwischen Melancholie, einer gewissen Traurigkeit und einer nicht zu überhörenden Sentimentalität. Dabei wirkt diese Art des Pop überaus weiblich. Und wenn einmal das Genre „Female Pop“ definiert werden würde, dann würde die Musik der Tori Amos auf „Unrepentant Geraldines” dafür beispielhaft stehen.

Vom Songmaterial her befinden sich die überzeugenderen Stücke gerade am Anfang der Platte. „America“, „Trouble's Lament”, „Wedding Day” oder aber „Weatherman” stellen alles Nummern zum Eintauchen dar, die man am besten an seinem Lieblingsplatz ganz entspannt genießt. Und auch wenn die Lieder in der zweiten Hälfte des Albums durchaus ebenfalls diese bereits erwähnten Gefühle transportieren, so packen einen die Melodien mitunter nicht mehr ganz so stark. Tori Amos singt hier zwar noch genauso schön, das Piano ist bestens gestimmt, jedoch klingen die einzelnen Titel ein wenig selbstverliebt. Vielleicht liegt dies an dem Umstand, dass man Tori Amos hier jetzt häufig in vielen Stimmen hört, die immer und immer wieder übereinandergelegt wurden.

Fazit: Ein sehr schönes, melodiöses Album ist „Unrepentant Geraldines” geworden. Meist sehr sanfte Musik zum Träumen und Augenschließen. Ein Wiederaufleben der Tori Amos der 90er Jahre ohne, dass dies in irgendeiner Art und Weise störend wäre. Einfach irgendwie gut. Zehn Punkte.

Anspieltipps: America, Wedding Day, Rose Dover



Mittwoch, 9. Juli 2014

Peter Murphy – Deep




Peter Murphy – Deep


Besetzung:

Peter Murphy – vocals


Gastmusiker:

Terl Bryant – drums, percussion
Eddie Branch – bass
Paul Statham – guitar, keyboards
Peter Bonas – guitar
Gill Tingay – harp
Jim Williams – guitar
Simon Rogers – acoustic guitar


Label: RCA


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Alternative


Trackliste:

1. Deep Ocean Vast Sea (4:09)
2. Shy (4:36)
3. Crystal Wrists (4:09)
4. Marlene Dietrich's Favourite Poem (5:20)
5. Seven Veils (5:58)
6. The Line Between The Devil's Teeth (And That Which Cannot Be Repeat) (5:34)
7. Cuts You Up (5:26)
8. A Strange Kind Of Love (Version One) (3:48)
9. Roll Call (6:34)
10. Roll Call (Reprise) (8:17)

Gesamtspieldauer: 53:54




„Deep” heißt das dritte Solo-Album des Ex-Bauhaus Frontmanns Peter Murphy. 1989 erschienen, hält es einige sehr intensive Momente für den Hörer parat. Über allem schwebt dabei die tiefe und eindringliche Stimme des Peter Murphy, die dieser, manchmal verwunschen wirkenden Alternative-Rock-Musik, noch sehr viel zusätzlichen Ausdruck verleiht.

Die zehn Titel stellen eine Mischung aus getragenen Stücken sowie Liedern dar, die vom Rhythmus leben. Es sind allerdings die ruhigeren Songs, die einen auf „Deep“ wirklich fesseln können und die man, einmal gehört, nicht mehr missen möchte. An erster Stelle steht hier „A Strange Kind Of Love (Version One)”. Die Nummer, zunächst lediglich mit der akustischen Gitarre instrumentiert, besitzt eine solche Eindringlichkeit, wie es nur wenige Lieder überhaupt in der Lage sind zu erzeugen. Auch hier wird diese Atmosphäre sehr stark durch die Stimme des Peter Murphy transportiert.

Ebenfalls sehr gelungen ist der ebenso ruhige und verträumte Titel „Marlene Dietrich's Favourite Poem”. Die Zutraten sind dieselben: ruhige Klänge und diese, einen packende Stimme sowie eine Melodie zum Herzerweichen. Dass Peter Murphy es allerdings auch flotter kann, soll heißen eine tolle Melodie mit einem treibenden Groove zu verbinden, zeigt er auf „Cuts You Up“. Dieser Titel war die erfolgreichste Single-Auskopplung des Albums und schafft es ebenso schnell, sich im Ohr des Hörers festzusetzen.

Peter Murphy kann auf „Deep“ allerdings auch ein wenig experimenteller klingen. Dann ist das Ganze nicht mehr ganz so eingängig wie zum Beispiel beim letzten und längsten Titel „Roll Call (Reprise)”. Jetzt will die Musik eher erarbeitet werden, ist nicht mehre unbedingt mit dem Adjektiv „melodiös“ zu umschreiben und zündet sicherlich auch nicht beim ersten Hören. Das wiederum macht die Platte allerdings nur noch ein wenig spannender.

Fazit: Ein sehr differenziertes und abwechslungsreiches Album stellt „Deep“ dar. Nicht alles darauf kann restlos überzeugen, allerdings befinden sich auf der Platte auch Titel, die man unbedingt gehört haben muss, vor allem wenn man auf Eingängigkeit in der Musik steht. Ein sehr spannendes und lohnendes Album, was weniger vom Rock, sondern eher von der hier verströmten Atmosphäre lebt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Marlene Dietrich's Favourite Poem, Cuts You Up, A Strange Kind Of Love



Dienstag, 8. Juli 2014

Midnight Oil – Diesel And Dust




Midnight Oil – Diesel And Dust


Besetzung:

Martin Rotsey – guitars
Peter Gifford – bass, vocals
Robert Hirst – drums, vocals
Jim Moginie – guitars, keyboards
Peter Garrett – vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Beds Are Burning (4:14)
2. Put Down That Weapon (4:38)
3. Dreamworld (3:36)
4. Arctic World (4:21)
5. Warakurna (4:38)
6. The Dead Heart (5:10)
7. Whoah (3:50)
8. Bullroarer (4:59)
9. Sell My Soul (3:35)
10. Sometimes (3:53)

Gesamtspieldauer: 43:17




1987 erschien das sechste Studio-Album der australischen Alternative Rock-Band Midnight Oil unter dem Titel „Diesel And Dust“. Diese Scheibe sollte verkaufstechnisch zur erfolgreichsten der Bandgeschichte werden und auch fast alle Kritiker waren der Meinung, dass Midnight Oil hier etwas Großes gelungen war. Das Rolling Stone Magazine setzte das Album dann auch auf Platz 13 der besten Alben der 80er Jahre. Und in der Rock-Enzyklopädie der „100 besten australischen Platten“, geschrieben von den Musikjournalisten Toby Creswell, Craig Mathieson und John O'Donnell, wurde es noch vor „Back In Black“ von AC/DC auf Platz 1 gewählt.

Die Texte handeln auf „Diesel And Dust“ nicht von Herzschmerz oder sonstigen Liebeleien, sondern beschäftigen sich mit der Situation der Ureinwohner Australiens, den Aborigines, sowie der Fortschreitenden Umweltzerstörung. Hierbei hat man jedoch niemals das Gefühl, dass man jetzt mit einem erhobenen Zeigefinger gemaßregelt werden soll, vielmehr liefern die transportierten Botschaften Anregungen zum Nachdenken. Sehr schlau gemacht.

Die Musik auf „Diesel And Dust“ ist kraftvoll, es rockt, ohne zu übertreiben. Bei jedem Titel steht die Melodie noch im Vordergrund, die sich häufig auch sehr schnell im Ohr festzusetzen weiß. Größter Hit des Albums war „Beds Are Burning“, ein wahrlich leidenschaftlicher Titel. Dies kann man durchaus auch von „The Dead Heart“ behaupten. Zwar ist die Nummer ein klein wenig ruhiger gestaltet, jedoch eines der Lieder, welches man auch viele, viele Jahre später immer noch sehr gerne hören wird. Unglaublich eingängig wird hier die Situation der Aborigines sehr eindringlich geschildert. Eines der besten Lieder, wenn nicht der beste Titel, den die Band geschrieben hat. Unbedingt auch noch Erwähnung finden muss hier „Put Down That Weapon“. Sicherlich nicht ganz so bekannt, wie die bereits erwähnten Nummern, jedoch nicht weniger hörenswert. Durch das Keyboard klingt das Lied ein klein wenig „verwunschen“, was durch die manchmal fast schon flüsternd gehauchte Stimme des Peter Garrett noch verstärkt wird. Im Grunde könnte man hier jetzt noch weitere Titel aufzählen, die je nach ganz persönlichem Geschmack an erster Stelle auf diesem Album rangieren. Festzustellen bleibt dabei, dass alle Lieder überaus hörenswert sind und man nach Ausfällen beziehungsweise weniger geglückten Stücken auf „Diesel And Dust“ vergeblich Ausschau hält.

Fazit: Australischer Alternative Rock at its best. Eine Scheibe, die einfach Spaß macht. Rockig und eingängig, intelligent und abwechslungsreich. Wer auf gut gemachte Rock-Musik steht und dieses Album noch nicht kennt, die oder der hat etwas verpasst. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Put Down That Weapon, The Dead Heart



Montag, 7. Juli 2014

Howard Jones – Human’s Lib




Howard Jones – Human’s Lib


Besetzung:

Howard Jones – synthesizer, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Davey Payne – saxophone


Label: WEA


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Synthie Pop, New Wave


Trackliste:

1. Conditioning (4:34)
2. What Is Love? (6:33)
3. Pearl In The Shell (4:01)
4. Hide And Seek (5:39)
5. Hunt The Self (3:43)
6. New Song (4:15)
7. Don't Always Look At The Rain (4:13)
8. Equality (4:29)
9. Natural (4:27)
10. Human's Lib (4:04)
11. China Dance (3:50)

Gesamtspieldauer: 49:48




Die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts waren auch das Jahrzehnt des Synthie-Pop. Ein Vertreter dieses Musik-Genres stellt sicherlich auch der Engländer Howard Jones dar, der im Jahr 1984 sein erstes Album mit dem Titel „Human’s Lib“ veröffentlichte. Dieser Musikstil wird schon alleine beim Blick auf die beteiligten Musiker in den Credits bestätigt. Bis auf das Saxophon hat Howard Jones alles in Eigenregie eingespielt. Das bedeutet, er hat den Synthesizer und das Keyboard betätigt und dazu gesungen. Synthie-Pop eben.

Legt man nun die Platte auf beziehungsweise die CD ein, so wird dieser Eindruck vollends bestätigt. Die Musik klingt ein wenig nach Plastik, künstlich eben. Vieles daran ist sicherlich auf die Drum-Beats aus dem Computer zurückzuführen, die einfach nicht so klingen können wie ein echtes, organisches Schlagzeug. Den Sound des Synthesizers variiert Howard Jones dagegen sehr, wodurch doch eine gewisse Abwechslung entsteht. Manchmal klingt dieser sphärisch bis mystisch, ein anderes Mal wiederum nach „flotten“ Disco-Klängen. Wieder ein anderes Mal steht der Piano-Klang im Vordergrund.

All das hilft jedoch auch nicht allzu viel, wenn man mit diesen synthetischen Klängen nichts anzufangen weiß, denn dann wird man mit dem Album große Schwierigkeiten haben und wohl nicht damit warm werden können. Wenn, ja wenn da nicht doch noch etwas wäre, was Howard Jones zumindest zum Teil sehr überzeugend gelungen ist. Und das sind die Melodien, die er mit seinem Equipment zu generieren versteht. Dies trifft zwar nicht auf jeden der elf Titel zu, doch bei einigen verweilt man als Hörer sehr gerne. An erster Stelle ist hier „Hide And Seek” zu erwähnen. Unglaublich sehnsüchtig und auch irgendwie mystisch klingt diese sehr ruhige Nummer, ausgestattet mit einer Melodie, die eben sofort ins Ohr geht. Der Höhepunkt der ganzen Scheibe.

Auch der größte Hit der Platte „What Is Love?“ hat was. Ein Lied, welches einmal gehört, sich ebenfalls festsetzt und bei Menschen, die damals, 1984, schon Musik gehört haben, melancholische Gefühle aufkommen lässt. Nun und so finden sich noch ein paar andere Titel, die ebenfalls überzeugen können. Dies wären „New Song“, „Equality“ und das Titelstück „Human’s Lib“. Allerdings immer unter der Prämisse, dass man dieser synthetischen Musik nicht absolut abgeneigt gegenübersteht. Klingt zum Teil wahrlich nicht schlecht, der Synthie-Sound bleibt jedoch immer derselbe. Übrigens auch noch lohnend ist das letzte Stück, eine Instrumentalnummer, „China Dance“. Diese ist allerdings nur auf der CD-Version des Albums enthalten, auf der LP fehlt sie. Klingt schön fernöstlich und eingängig.

Fazit: Wer auf Gitarren-Musik steht, die oder der ist hier definitiv schlecht bedient. Musikhörer, die in der Zeit der Entstehung mit dieser Musik in Berührung kamen, haben hier jedoch die Möglichkeit in alten Erinnerungen zu schwelgen. Nicht absprechen kann man Howard Jones das Gespür für die besondere Melodie, sodass sich das Hören von „Human’s Lib“ auch nach dreißig Jahren noch durchaus lohnt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Hide And Seek, China Dance, Human's Lib



Sonntag, 6. Juli 2014

The Boomtown Rats – Mondo Bongo




The Boomtown Rats – Mondo Bongo


Besetzung:

Bob Geldof – lead and backing vocals
Johnny Fingers – keyboards, backing vocals
Gerry Cott – guitar
Garry Roberts – guitar, backing vocals
Pete Briquette – bass, keyboards, backing vocals
Simon Crowe – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Dr. Dave McHale – saxophone
T.V. – backing vocals, recorder, drunken bass, guitar
Tom Winter – bazouki on "Please Don't Go"
Andy Duncan – percussion on "Please Don't Go"


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: New Wave, Pop


Trackliste:

1. Straight Up (3:20)
2. The Elephants Graveyard (3:45)
3. This Is My Room (3:41)
4. Another Piece Of Red (2:41)
5. Hurt Hurts (3:06)
6. Please Don't Go (3:37)
7. Fall Down (2:32)
8. Go Man Go! (4:03)
9. Under Their Thumb Is Under My Thumb (2:50)
10. Banana Republic (5:03)
11. Whitehall 1212 (3:47)
12. Mood Mambo (4:10)
13. Cheerio (1:16)


Bonus Tracks:

14. Don't Talk To Me (B-Side) (2:54)
15. Arnold Layne (Recorded For TV) (3:11)
16. Another Piece Of Red (Live In Portsmouth) (3:33)

Gesamtspieldauer: 53:23




Dass New Wave durchaus auch abwechslungsreich sein kann, ist nicht weiter verwunderlich. Was die Boomtwon Rats allerdings auf „Mondo Bongo“, ihrem vierten Studioalbum aus dem Jahr 1981, dem Hörer akustisch zu bieten haben, ist noch mal ein ganz gewaltiger Schritt nach vorne. Viele verschiedene Musikstile werden hier vereinigt, sodass man gar nicht immer von New Wave sprechen kann. Auf „Mondo Bongo“ gibt es neben diesem Musik-Genre noch Pop, Reggae und auch Rock zu hören. Alles passt dabei jedoch perfekt zusammen und wirkt in keinster Weise aufgesetzt oder aber zusammengeschustert.

Bob Geldorf, der wie immer einen Großteil der Stücke der Boomtown Rats auf „Mondo Bongo“ alleine schrieb, scheint hier von der Muse der Kreativität sehr intensiv geküsst worden zu sein. Und dies gilt gleichermaßen für die Musik wie für die einzelnen Texte, die witzig und überraschend sind. Bestes Beispiel hierfür ist die ehemalige letzte Nummer des Albums „Cheerio“. Wie Bob Geldorf hier das Album verabschiedet, zaubert dem Hörer ein Lächeln ins Gesicht.

Neben den Texten kann, wie bereits erwähnt, auch die Musik überzeugen – sehr sogar. Wunderschöne Melodien entwickeln die Boomtown Rats auf dieser Platte, die mal treibender und rockiger gestaltet sind, ein anderes Mal jedoch ganz sanft und zurückhaltend dargeboten werden. Hier spielt dann das Piano zumeist die tragende Rolle. Kein Titel gleicht dabei dem anderen, sodass das Album eine kleine Reise durch verschiedene Stimmungen und Atmosphären darstellt, auf die man sich jedoch ohne große Anpassungsschwierigkeiten immer sehr schnell einstellen kann. Tanzbares neben Verträumtem lassen der Langeweile keine Chance und obwohl die Scheibe in sich wahrlich nicht geschlossen zu sein scheint, passt doch irgendwie alles perfekt zusammen.

Fazit: Abwechslungsreichtum pur bekommt der Hörer auf „Mondo Bongo“ geboten. Dazu gesellen sich schöne Melodien, tolle Grooves und Texte, die das genaue Zuhören beziehungsweise Mitlesen durchaus lohnenswert werden lassen. Die Platte enthält jede Menge Ideen und viele passend umgesetzte Einfälle, die all jene Hörer begeistern wird, die auf Musik aus den 80er stehen. Synthie-Pop ist hier nicht zu hören, jedoch ein ganz breit gefächerter New Wave. Sehr lohnenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: Another Piece Of Red, Fall Down, Banana Republic, Cheerio



Samstag, 5. Juli 2014

Ben Folds – Rockin’ The Suburbs




Ben Folds – Rockin’ The Suburbs


Besetzung:

Ben Folds – piano, vocals, keyboards, drums, guitar, bass guitar


Gastmusiker:

Larry Corbett – cello
DJ Swamp – beats
Richard Fortus – guitar
John McCrea – vocals (on "Fred Jones Part 2")
Frally Hynes – vocals (on "Gone" and "The Luckiest)
Vincent Palmeri – acoustic guitar, vocals


Label: EPIC


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Annie Waits (4:17)
2. Zak And Sara (3:12)
3. Still Fighting It (4:26)
4. Gone (3:23)
5. Fred Jones Part 2 (3:46)
6. The Ascent Of Stan (4:15)
7. Losing Lisa (4:11)
8. Carrying Cathy (3:49)
9. Not The Same (4:18)
10. Rockin' The Suburbs (4:59)
11. Fired (3:50)
12. The Luckiest (4:25)

Gesamtspieldauer: 48:49




Das erste Solo-Album Ben Folds‘ mit dem Namen „Rockin‘ The Suburbs“ wurde am 11. September 2001 veröffentlicht. Der Titel selbst ist dabei ein wenig verwirrend. Denn Rock hört man hier nur ganz am Rande, wie zum Beispiel am Ende des Titelliedes „Rockin‘ The Suburbs“, da gibt es Geschrei und ganz harte Gitarren zu hören. Dies bleibt allerdings die ganz große Ausnahme, da Ben Folds auf dieses Instrument bei den meisten anderen Titeln weitestgehend verzichtet.

Die Platte ist viel mehr vollgestopft mit ruhiger, sehr Piano-lastiger Popmusik. Die kann mal sehr verträumt klingen, ein anderes Mal dann deutlich grooviger und auch treibender. An erster Stelle steht bei Ben Folds auf jeden Fall immer die Harmonie, die eingängige Melodie. Alles wirkt in sich geschlossen und hört sich sehr einnehmend an. Das soll heißen, die einzelnen Titel kommen einem bereits beim zweiten Hören sehr vertraut vor, besitzen diese gewisse Nachhaltigkeit und die eine oder andere Melodie möchte einem gar nicht mehr aus dem Kopf gehen. Ohrwurmcharakter eben.

War Ben Folds vorher mit seiner Band „Ben Folds Five“ unterwegs, die allerdings – trotz des Namens – aus lediglich drei Musikern bestand, so spielte er hier, auf seinem ersten Solo-Album die Drums und den Bass gleich selbst mit ein. An der Musik des Ben Folds hat sich jedoch nichts geändert, soll heißen, diese weichen Balladen, für die auch schon seine Band stand, die gibt es hier auch zu hören. Dazu gesellen sich nachdenklich machende und auch witzige Texte, in denen man Liebes-Herzschmerz-Phrasierungen vergeblich sucht. Die Lieder handeln vom Wandel, von der Jugend, von amerikanischen Vorstädten. Immer werden kleinere Geschichten erzählt, die sich zu verfolgen lohnt.

Fazit: Ben Folds hat hier mit „Rockin‘ The Suburbs“ ein Album vorgestellt, welches zum Träumen einlädt. Man muss sich einfach in dieser Harmonie des Gehörten suhlen, daran führt irgendwie kein Weg vorbei. Selbst wenn man auf etwas härtere Töne steht, kann man auf diesem Album immer wieder etwas für sich entdecken. Füller befinden sich ebenfalls keine auf der Scheibe, alles besitzt Qualität und eben diese wunderschöne Eingängigkeit. Zu oft gehört, kann das zwar mitunter einen „Gewöhnungseffekt“ auslösen, der sich dann sogar beim ein oder anderen im Stempel „doch langweilig“ manifestieren könnte, was bei der entsprechenden Dosierung der Scheibe jedoch garantiert nicht eintritt. Wer also auf vom Piano dominierte weiche Pop-Musik steht, der sollte hier mal ein Ohr riskieren. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Zak And Sara, The Ascent Of Stan



Freitag, 4. Juli 2014

The Beatles – 1967 – 1970




The Beatles – 1967 – 1970


Besetzung:

John Lennon – vocals, guitars, etc.
Paul McCartney – vocals, bass, etc.
George Harrison – guitars, etc.
Ringo Starr – drums


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD 1:

1. Strawberry Fields Forever (4:10)
2. Penny Lane (3:03)
3. Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band (2:02)
4. With A Little Help From My Friends (2:44)
5. Lucy In The Sky With Diamonds (3:28)
6. A Day In The Life (5:06)
7. All You Need Is Love (3:48)
8. I Am The Walrus (4:37)
9. Hello, Goodbye (3:31)
10. The Fool On The Hill (3:00)
11. Magical Mystery Tour (2:51)
12. Lady Madonna (2:17)
13. Hey Jude (7:08)
14. Revolution (3:21)


CD 2:

1. Back In The U.S.S.R. (2:45)
2. While My Guitar Gently Weeps (4:45)
3. Ob-La-Di, Ob-La-Da (3:05)
4. Get Back (3:14)
5. Don't Let Me Down (3:33)
6. The Ballad Of John And Yoko (2:59)
7. Old Brown Shoe (3:18)
8. Here Comes The Sun (3:05)
9. Come Together (4:20)
10. Something (3:03)
11. Octopus's Garden (2:51)
12. Let It Be (3:52)
13. Across The Universe (3:48)
14. The Long And Winding Road (3:38)

Gesamtspieldauer: 99:34




Bei „1967 – 1970“, in Fankreisen auch „Blaues Album“ genannt, handelt es sich um eine Kompilationen von Beatles-Liedern, die in diesem Zeitraum geschrieben wurden. Sowohl das „Rote-“ (1963 – 1966) wie auch das „Blaue Album“ wurden dabei zeitgleich am 2. April 1973 in den USA beziehungsweise am 19. April 1973 in Europa veröffentlicht.

26 der 28 Stücke kann man dabei bereits auf den Studio-Alben der Beatles hören, wenn auch mitunter in etwas anderer Abmischung. Lediglich die Nummern „The Ballad Of John And Yoko” und „Old Brown Shoe” sind dort nicht zu finden. „The Ballad Of John And Yoko” ist ein John Lennon Titel, den dieser zusammen mit Paul McCartney einspielte – und zwar ohne George Harrison und Ringo Starr. John Lennon hatte die Idee für den Song und wollte ihn sofort aufnehmen. Da sich George Harrison jedoch gerade im Urlaub befand und Ringo Starr bei Dreharbeiten zum Film „The Magic Christian“ weilte, spielten die zwei Musiker diese Nummer alleine ein und betätigten auch sämtliche Instrumente selbst. Das Lied wurde als Single veröffentlicht und stellte gleichzeitig den 17. und letzten Nummer 1 Hit der Beatles in Großbritannien dar. Auf der B-Seite der Single befindet sich das bereits erwähnte und ebenfalls nicht auf einem Studioalbum vorhandene „Old Brown Shoe“, welches George Harrison schrieb. Beides sind Lieder, mit einem etwas flotteren Rhythmus, die jedoch von der Melodiösität her nicht an viele der anderen Beatles-Nummern heranreichen.

Noch kurz ein paar Worte zum Cover der beiden Alben. Das Titelbild von „1963-1966“ entstammt der Photosession zur Aufnahme des Titelbilds für das erste Beatles-Album „Please, Please Me“. 1969 fragten die Beatles schließlich beim damaligen Photograph Angus McBean nach, ob er diese Aufnahme nicht noch einmal wiederholen könnte, was dieser auch tat. Dieses Bild sollte jetzt für das 1969 geplante Album „Get Back“ verwendet werden. Das erschien jedoch erst ein Jahr später unter dem endgültigen Titel „Let It Be“ und zudem mit einem dann doch anderen Album-Cover. So wurde schließlich ein Photo der 1969er Aufnahmen ausgewählt, um dem zweiten Teil der Kompilation ein Gesicht zu geben.

Fazit: Was für „1963 – 1966“ galt, gilt ebenso für „1967 – 1970“: Diese Anschaffung lohnt sich nur für die ganz „harten“ Beatles-Fans oder eben für jene Sammler, die alles von einer Band besitzen möchten. Die beiden hier zusätzlich vorhandenen Titel sind auch auf zahlreichen anderen Best Of-Alben oder Zusammenstellungen vorhanden und wegen diesen beiden Liedern, die wahrlich nicht zu den Höhepunkten im Schaffen der Beatles gehören, lohnt sich der Kauf wahrlich nicht. Allerdings erhält man auch hier, sollte man noch nichts von den Beatles haben, einen guten Einblick in die zweite Schaffensphase der Band. Elf Punkte.

Anspieltipps: Siehe Studioalben




Donnerstag, 3. Juli 2014

The Beatles – 1962 – 1966




The Beatles – 1962 – 1966


Besetzung:

John Lennon – vocals, guitars, etc.
Paul McCartney – vocals, bass, etc.
George Harrison – guitars, etc.
Ringo Starr – drums



Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

CD 1:

1. Love Me Do (2:23)
2. Please Please Me (2:03)
3. From Me To You (1:57)
4. She Loves You (2:22)
5. I Want To Hold Your Hand (2:26)
6. All My Loving (2:08)
7. Can't Buy Me Love (2:13)
8. A Hard Day's Night (2:34)
9. And I Love Her (2:31)
10. Eight Days A Week (2:45)
11. I Feel Fine (2:19)
12. Ticket To Ride (3:10)
13. Yesterday (2:05)


CD 2:

1. Help! (2:19)
2. You've Got To Hide Your Love Away (2:11)
3. We Can Work It Out (2:16)
4. Day Tripper (2:49)
5. Drive My Car (2:27)
6. Norwegian Wood (This Bird Has Flown) (2:05)
7. Nowhere Man (2:44)
8. Michelle (2:42)
9. In My Life (2:27)
10. Girl (2:31)
11. Paperback Writer (2:31)
12. Eleanor Rigby (2:08)
13. Yellow Submarine (2:37)

Gesamtspieldauer: 63:00





Kompilationen sind von den Beatles jede Menge veröffentlicht worden. Die beiden bekanntesten und erfolgreichsten „Best Of-Werke“ sind dabei die am 2. April 1973 in den USA beziehungsweise am 19. April 1973 in Europa veröffentlichten Alben „1962 – 1966“ und „1967 – 1970“, besser bekannt als „Rotes-“ und „Blaues Album“.

Vor der Veröffentlichung der beiden Alben, gab es jedoch noch kein „Best Of-Album“ der Beatles in den USA. Dem musste also abgeholfen werden und beide Platten wurden am selben Tag veröffentlicht. Die Besonderheit beim „Roten Album“ liegt dabei auf der Tatsache, dass für diese Zusammenstellung lediglich Lieder von John Lennon und Paul McCartney verwendet wurden – auf George Harrisons Kompositionen wurde völlig verzichtet. Ringo Starr, der auf den meisten Platten der Beatles ein Lied einsingen durfte, ist jodoch auch hier mit einem Titel („Yellow Submarine“) vertreten. Zudem setzt sich „1962 – 1966“ aus Kompositionen zusammen, die hauptsächlich die Hitsingles der Beatles in den entsprechenden Jahren darstellen. Zusätzlich wurden noch einige weitere Lieder der diversen Platten hinzugefügt. Jedoch nicht alle Hits finden sich auf dem Doppelalbum beziehungsweise der Doppel-CD wieder, denn auch auf Cover-Versionen, wie zum Beispiel „Twist And Shout“, verzichtete Allen Klein, der damalige Beatles-Manager, der sich für die Zusammensetzung der Titel verantwortlich zeigt.

Auf die Musik der Platte möchte ich hier nicht weiter eingehen, da die einzelnen Stücke bereits bei den entsprechenden Alben (von „Please, Please Me“ bis „Revolver“) hier, auf diesen Seiten besprochen werden. Dies trifft jedoch nicht auf „I Feel Fine“ zu, da dieser Titel die achte britische Single-Veröffentlichung der Beatles darstellt, jedoch auf keinem regulären Studio Album der Band vertreten ist. Die Nummer ist ein rockiges Lied aus der Feder John Lennons und ganz in der damaligen Zeit verwurzelt. Treibender Rhythmus, schöne Melodie, schmachtender Text und man hört der Nummer deutlich ihr Alter an – trotzdem sehr gelungen, wenn man es mit vielen früheren Kompositionen der Beatles vergleicht.

Fazit: Falls man bereits die Studio-Platten der Beatles sein Eigen nennt, dann lohnt die Anschaffung dieser Zusammenstellung nicht, auch wenn diese mitunter Titel aufweist, die leicht anders abgemischt sind, als auf den entsprechenden Studio-Alben. Der Kauf lohnt sich ebenfalls nicht wegen dieses einen neuen Titels „I Feel Fine“, der auf keinem anderen regulären Album vertreten ist. Beim Durchhören kann man jedoch schön der musikalischen Entwicklung der Beatles lauschen, wobei die Höhepunkte des Doppelalbums meist auf der zweiten Platte liegen. Alle in allem sicher zum Teil sehr schöne Musik, in dieser Form jedoch eher etwas für Komplettisten. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Siehe Studioalben



Mittwoch, 2. Juli 2014

Rory Gallagher – Irish Tour ‘74




Rory Gallagher – Irish Tour ‘74


Besetzung:

Rory Gallagher – vocals, guitar, harmonica
Gerry McAvoy – bass guitar
Lou Martin – keyboards
Rod de'Ath – drums


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Cradle Rock (7:36)
2. I Wonder Who (7:54)
3. Tattoo'd Lady (5:00)
4. Too Much Alcohol (8:30)
5. As The Crow Flies (5:48)
6. A Million Miles Away (9:33)
7. Walk On Hot Coals (11:27)
8. Who's That Coming? (10:04)
9. Back On My Stompin' Ground (After Hours) (5:18)
10. Just A Little Bit (8:38)

Gesamtspieldauer: 69:27





Ganz klar, Live-Musik ist toll, kann begeistern und wenn es dann auch noch den eigenen Musikstil so richtig trifft, dann fühlt man sich wie in anderen Welten, vergisst alles um sich herum und schwelgt in Tönen und Klängen auf einer Reise, die am besten noch sehr lange andauert. Manche Musiker schaffen es dann auch noch zusätzlich, diese Atmosphäre auf Platte beziehungsweise CD zu pressen und man hat das Gefühl, wenn man die Augen schließt, Teil dieser Party zu sein. Eine fast noch höhere Kunst ist es dabei, Live-Musik auf einem Tonträger zu veröffentlichen und sogar jene Hörer einzufangen, deren Musikstil dem Gehörten noch nicht einmal uneingeschränkt entspricht.

All dies trifft in meinem Fall auf Rory Gallaghers „Irish Tour ‘74“ zu. Eben nicht uneingeschränkt kann ich immer dem Blues Rock etwas abgewinnen, manchmal klingt mir das dann zu verspielt und mitunter auch langweilig. Jedoch nicht so bei diesem Live-Album des Rory Gallagher. Auf diesen knapp siebzig Minuten Spieldauer hört man so viel unglaublich kraftvolle Musik, dass man nur begeistert sein kann. Jeder Akkord, jeder Ton, den Rory Gallagher seiner Fender Stratocaster entlockt, enthält so viel Spielfreude, dass man gespannt lauscht und jeden einzelnen Ton dieser Platte uneingeschränkt inhaliert.

Sollte Rory Gallagher in den späteren Jahren seines Schaffens etwas mehr zum Hard Rock hin tendieren, so überwiegt auf diesem Album doch ganz klar noch der Blues Rock, obwohl es diese „härteren Momente“ durchaus auch zu hören gibt. Zudem bleibt festzuhalten, dass die Abmischung der Platte wahrlich gelungen ist und auch bei der remasterten Version des Albums wurden keine Experimente gestartet. Der ursprüngliche Sound des Konzerts bleibt bestens erhalten und man fühlt sich mitten im Publikum.

Fazit: Dass Rory Gallagher einer der besten Gitarristen nicht nur seiner Zeit war, steht außer Frage. Auf „Irish Tour ‘74“ zeigt Rory Gallagher, was man so alles aus einer Gitarre herausholen kann. Die Lieder sind mitreißend gespielt, auch das Zusammenspiel mit dem Publikum schien Rory Gallagher damals viel Spaß gemacht zu haben und verbreitet auch heute noch Freude beim Anhören. Ein tolles Live-Album, wenn man auf Gitarren-Rock steht – selbst wenn man dem Blues nicht unbedingt absolut zugetan ist. Elf Punkte.

Anspieltipps: A Million Miles Away



Dienstag, 1. Juli 2014

Roger Hodgson – In The Eye Of The Storm




Roger Hodgson
– In The Eye Of The Storm


Besetzung:

Roger Hodgson – guitars, keyboards, lead and backing vocals, bass guitar, drums on "Lovers In The Wind" and "Hooked On A Problem"


Gastmusiker:

Michael Shrieve – drums (except on "Lovers In The Wind" and "Hooked On A Problem")
Ken Allardyce – harmonica on "I'm Not Afraid", additional vocals on "In Jeopardy", "Lovers In The Wind", and "Give Me Love, Give Me Life"
Jimmy Johnson – fretless bass on "Lovers In The Wind" and "Only Because Of You"
Claire Diament – female voice on "Only Because Of You"
Scott Page – saxophones on "Hooked On A Problem"


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, Soft Rock


Trackliste:

1. Had A Dream (Sleeping With The Enemy) (8:26)
2. In Jeopardy (5:56)
3. Lovers In The Wind (4:13)
4. Hooked On A Problem (5:08)
5. Give Me Love, Give Me Life (7:32)
6. I'm Not Afraid (7:02)
7. Only Because Of You (8:40)

Gesamtspieldauer: 47:11





1982 war für Roger Hodgson Schluss bei Supertramp. Er konnte sich mit Rick Davies einfach nicht mehr auf einen gemeinsamen Stil einigen, wie denn nun die Musik von Supertramp in Zukunft klingen sollte. Roger Hodgson, der die meisten der großen Hits von Supertramp geschrieben hatte, ging jetzt also auf Solo-Pfaden und das erste Werk, welches er dabei „in den Ring warf“ ist „In The Eye Of The Storm“ aus dem Jahr 1984.


Dieses Album „In The Eye Of The Storm“ könnte dabei wahrlich als achtes Studioalbum von Supertramp durchgehen, so sehr klingt der Sound der Platte nach der Band. Sehr klar wurde dadurch auch, wer im Grunde genommen der musikalische Kopf von Supertramp war - ganz offensichtlich Roger Hodgson. Es befindet sich dabei mit „I’m Not Afraid“ sogar ein Song auf dem Album, der vom Stil her eher von Rick Davies geschrieben hätte sein können. Diese rockigste Nummer der Platte stellt zudem eine schöne Abwechslung dar, groovt sehr gut und unterscheidet sich, durch die hier durchaus vorhandene „Härte“, sehr wohl von den restlichen Titeln der Platte, die eindeutig als Kompositionen des Roger Hodgsons auszumachen sind.

Hervorzuheben sind hierbei vor allen Dingen zwei Nummern. Zum einen das wunderschöne und sanfte „Lovers In The Wind“, das kürzeste Lied des Albums, bei welchem Roger Hodgson einmal mehr sein Gespür für die eingängige Melodie beweist. Und dann natürlich als Kontrast die längste Nummer der Platte, „Only Because Of You“, bei der ebenfalls die Harmonie in der Melodie an allererster Stelle steht. Vielleicht kommt dieses Stück nicht ganz an die früheren, längeren Kompositionen des Roger Hodgson wie „Hide In Your Shell“ oder „Fool’s Overture“ heran, allzu viel fehlt jedoch nicht.

Fazit: „In The Eye Of The Storm“ ist deutlich besser gelungen als „Famous Last Words“, dem letzten gemeinsamen Auftritt von Roger Hodgson zusammen mit Rick Davies und Supertramp. Die Ideen und Einfälle schienen wieder vorhanden zu sein und wurden auf diesem ersten Solo-Werk des Briten aus Portsmouth überzeugend umgesetzt. Während sich Supertramp immer weiter von ihrem ursprünglichen Sound entfernten, ließ Roger Hodgson diesen hier noch mal aufleben. Wer also die Musik von Supertramp der 70er Jahre mag, der kann hier getrost zuschlagen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Lovers In The Wind, Only Because Of You



Montag, 30. Juni 2014

Phil Collins – Face Value




Phil Collins – Face Value


Besetzung:

Phil Collins – vocals, drums (1, 3, 6, 7, 9-12), percussion (2, 10), vocoder (1, 6, 10), piano (4-8, 10), roland cr-78 drum machine (1, 6, 12) , prophet-5 synthesizer on tracks 1, 2, 5, 6, 7, 10, 11, 12; fender rhodes (1, 2, 9, 11), handclaps (5, 9), congas (5), marimba (6)

Gastmusiker:

Daryl Stuermer – guitars, banjo on track 4
John Giblin – bass on tracks 1, 9, 10, 12
Shankar – violins on tracks 1, 5, 6, tamboura on track 5, "voice drums" on track 5
Alphonso Johnson – bass on tracks 2, 3, 6, 7, 11
J. Peter Robinson – prophet on track 3
Joe Partridge – slide guitar on track 4
Stephen Bishop – background vocals on track 2
Eric Clapton – guitar on tracks 4 & 11
Arif Mardin – string arrangements on tracks 8 and 11
Don Myrick – alto and tenor saxophones, alto sax solos on track 11
Louis Satterfield – trombone
Rahmlee Michael – trumpets, flugelhorns on track 11
Davis and Michael Harris – trumpets, flugelhorns on track 11
Ronnie Scott – tenor saxophone, solo on track 7
Other background vocals on tracks 6 and 12 by several children choirs in Los Angeles


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. In The Air Tonight (5:32)
2. This Must Be Love (3:55)
3. Behind The Lines (3:53)
4. The Roof Is Leaking (3:16)
5. Droned (2:55)
6. Hand In Hand (5:12)
7. I Missed Again (3:41)
8. You Know What I Mean (2:33)
9. Thunder And Lightning (4:12)
10. I'm Not Moving (2:33)
11. If Leaving Me Is Easy (4:54)
12. Tomorrow Never Knows (4:46)

Gesamtspieldauer: 47:50




Das erste Solo-Album Phil Collins mit dem Namen „Face Value“ wurde 1981 veröffentlicht. Überaus erfolgreich verkaufte sich die Platte weltweit, wie über fünf Millionen beziehungsweise 1,75 Millionen verkaufte Exemplare in den USA und Deutschland belegen. Die Musik ähnelt dabei schon sehr den noch folgenden Platten des Musikers. Warum sollte Phil Collins ein solch erfolgreiches Konzept auch abändern?

Mit der Musik von Genesis hat dieses Album nur sehr wenig zu tun. Phil Collins wollte hier ein wenig R&B einbringen und engagierte dazu die Phenix Horns, die als Bläser schon bei Earth, Wind & Fire zu hören waren. Somit ist „Face Value“ zwar ein Pop-Album geworden, jedoch mit starken Einfärbungen in Richtung R&B und auch einige Funk-Elemente wurden mit eingebaut. Also eine ganz neue Stilrichtung, die man so von Phil Collins nicht erwartet hätte. Genesis-Freunde schlugen die Hände über dem Kopf zusammen, Disco-Fans jubelten.

Poppig ist das Album jedoch auch ein wenig. Der erste Titel, auch die erfolgreichste Single-Auskopplung, „In The Air Tonight“, lief zur damaligen Zeit im Radio rauf und runter. Und wahrlich ist der Titel gelungen. Ein wenig mystisch und träumerisch klingend explodiert das Lied gegen Ende durch eine tolle Schlagzeugeinlage. Sehr gelungen. Das kann man auch von „The Roof Is Leaking“ behaupten. Vielleicht sogar da beste Lied, welches Phil Collins jemals geschrieben hat. Ob das wohl daran liegt, dass hier nichts, außer der Stimme des Sängers an Phil Collins erinnert? Auch diese Nummer klingt ein wenig mystisch und verwunschen, ist ganz sanft und weiß mit einer wunderschönen Melodie und dem perfekt abgestimmten Zusammenspiel aus Piano, Gitarre und Banjo zu überzeugen. Das immer wieder zu hörende Grillengezirpe am Anfang und am Ende des Titels machen das Lied dabei noch interessanter. Ebenfalls sehr hörenswert ist die folgende Instrumentalnummer „Droned”. Klasse Rhythmus und irgendwie ein wenig abgefahren. Der Rest der Platte setzt sich dann aus ein paar kleinen Pop-Nummern sowie diesen bereits erwähnten R&B Stücken zusammen, bei denen Phil Collins seinen Herzschmerz einfach nicht verbergen kann.

Fazit: Zwölf Titel, von denen drei wahrlich gelungen sind, mit dem Rest kann ich persönlich nicht mehr so viel bis gar nichts mehr anfangen. Leute, die auf die jüngeren Platten von Phil Collins stehen und diese hier noch nicht kennen, können mit „Face Value“ sicherlich noch etwas für sich entdecken. Disco-Pop-Freunde sowieso. Sechs Punkte.

Anspieltipps: In The Air Tonight, The Roof Is Leaking, Droned