Donnerstag, 7. April 2016

The Stranglers – The Gospel According To The Meninblack




The Stranglers – The Gospel According To The Meninblack


Besetzung:

Hugh Cornwell – guitar, vocals
Dave Greenfield – keyboards, vocals
Jean-Jacques Burnel – bass, vocals
Jet Black – drums, vocals, percussion


Label: Liberty


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Post Punk, New Wave


Trackliste:

1. Waltzinblack (3:38)
2. Just Like Nothing On Earth (3:55)
3. Second Coming (4:22)
4. Waiting For The Meninblack (3:44)
5. Turn The Centuries, Turn (4:35)
6. Two Sunspots (2:32)
7. Four Horsemen (3:40)
8. Thrown Away (3:30)
9. Manna Machine (3:17)
10. Hallow To Our Men (7:26)

Gesamtspieldauer: 44:07




„The Gospel According To The Meninblack” heißt das fünfte Studio-Album der englischen Post Punk Rock bis New Wave Band The Stranglers. Es war eines der am wenigsten erfolgreichen Platten der Stranglers, blieb wie Blei in den Regalen liegen, was man vom Nachfolger, „La Folie“ mit Sicherheit nicht mehr sagen kann. Dass sich allerdings „The Gospel According To The Meninblack” relativ wenig verkaufte, wundert nicht großartig, wenn man es sich zu Gemüte führt und in Ruhe anhört. Auf „The Gospel According To The Meninblack” hört sich die Musik leider äußerst gewöhnungsbedürftig an, so gar nicht eingängig und möchte auch nach vielen Durchläufen einfach nicht ins Ohr gehen.

Dabei fängt die Scheibe sogar überaus witzig und durchaus auch melodiös an. „Waltzinblack“ ist eine schöne Instrumentalnummer, geht durchaus sofort ins Ohr und ist völlig untypisch für eine ehemalige Punk Band. Allerdings ist es bezeichnend, dass gerade diese Instrumentalnummer zu den Höhepunkten der Platte gehört. Ein weiteres Highlight ist ebenfalls ein Titel ohne Gesang, nämlich „Turn The Centuries, Turn“. Der ganze Rest der Scheibe klingt dagegen allerhöchstens nach atonalem New Wave, ist ansonsten recht gewöhnungsbedürftig und wirkt völlig uninspiriert. Das ist dann schon extrem langweilige Musik, die man im Grunde genommen nicht nebenbei hören kann: Allerdings sollte man diese Platte auch nicht ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit stellen, da sie eben so gar nichts Interessantes hergibt und letztendlich sogar ein wenig nervt.

Stilistisch lässt sich diese Musik unter einem etwas experimentelleren New Wave einordnen, der sich um keinerlei Konventionen kümmert. Etwas Neues auszuprobieren ist immer irgendwie spannend, aber es kann leider, wie in diesem Fall, auch völlig schiefgehen. Genau das passierte nämlich hier offensichtlich und sehr gut hörbar auf „The Gospel According To The Meninblack”.

Fazit: „The Gospel According To The Meninblack” heißt das fünfte Studio-Album der Stranglers und ist eine sehr gewöhnungsbedürftige Scheibe geworden, an die man sich leider nicht gewöhnen kann. Die Instrumentalnummern klingen noch ganz gut, der Rest der Platte ist alles andere als überzeugend. Die Band wollte hier wohl mal was Neues ausprobieren. Hat sie auch gemacht, gebracht hat das allerdings gar nichts. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Waltzinblack



Mittwoch, 6. April 2016

Spandau Ballet – Heart Like A Sky




Spandau Ballet – Heart Like A Sky


Besetzung:

Tony Hadley – vocals
John Keeble – drums, drum programming
Gary Kemp – guitars, backing vocals
Martin Kemp – bass
Steve Norman – saxophone, yamaha wx7, guitar


Gastmusiker:

Tony Chapman – keyboards, keyboard programming, backing vocals
Luis Jardim – live percussion
Debbie Bishop – backing vocals
Tessa Niles – backing vocals
Carol Kenyon – backing vocals
The Phantom Horns – brass
The London Community Gospel Choir – choir


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Sophisti-Pop


Trackliste:

1. Be Free With Your Love (4:39)
2. Crashed Into Love (4:43)
3. Big Feeling (3:47)
4. A Matter Of Time (5:15)
5. Motivator (4:00)
6. Raw (3:46)
7. Empty Spaces (3:57)
8. Windy Town (4:22)
9. A Handful Of Dust (4:54)

Gesamtspieldauer: 39:30




„Sophisti-Pop“ machen Spandau Ballet hier auf ihrem 1989 erschienenen sechsten Album mit dem Titel „Heart Like A Sky“. „Sophisti-Pop“ ist eine Mischung aus Soft Rock, Jazz, New Wave und Soul des weißen Mannes. Auf dieser Platte kommt auch noch eine ganz gehörige Portion Funk hinzu. Genauso wie sich diese Mischung anhört, klingt auch „Heart Like A Sky“: Katastrophal schlecht! Die Scheibe war dann auch absolut unerfolgreich, konnte sich kaum und dann nur sehr kurz, in den Hitparaden Europas platzieren.

Das Album beginnt mit „Be Free With Your Love“ und man ahnt bereits sehr schnell, was hier auf dieser Scheibe auf einen zukommen wird. Dieser Satz „Be Free With Your Love“ wird in dem Lied immer und immer wieder wiederholt, manchmal noch garniert mit einem „Baby“ dahinter. Absolut desaströser Text, unfassbar schlechte Musik. Die Lieder haben allerdings allesamt außergewöhnlich schmalzige Texte, fremdschämen ist hier definitiv angesagt. Dazu gibt es musikalisch absolut nichts, was einen in irgendeiner Art und Weise fesseln könnte. Größtenteils mit jeder Menge Bläser und Background Sängerinnen ausgestattet, spielen die Musiker von Spandau Ballet drauf los, ohne anscheinend auch nur den kleinsten Funken von Gefühl für eine Melodie oder Harmonie zu besitzen.

Es ist alles nicht gut auf „Heart Like A Sky“. Falsch. Man sollte besser sagen: Es ist alles schlecht auf „Heart Like A Sky“. Unter den neun Nummern findet sich mit „Empty Spaces“ lediglich eine, bei der man nicht sofort den Plattenarm weiterheben, beziehungsweise die Skip-Taste der Fernbedienung nutzen möchte. Trotzdem ist die Nummer auch nicht gut, allerdings noch erträglich, was man vom ganzen Rest dieses Synthie-Pop-Soul-Funk-Jazz-Mistes einfach nicht behaupten kann.

Fazit: Diese Schallplatte wurde gemacht, um Menschen beim Abnehmen zu helfen. Gebrauchsanweisung: „Falls Dir ein Titel nicht gefällt, gehe zum Plattenteller und bewege den Plattenarm zum nächsten Lied und setze Dich wieder.“ Man ist echt nur noch unterwegs… Der Erfolg des Gewichtsverlustes wird durchschlagend sein. Durch die Erfindung der CD hatte diese Gebrauchsanweisung allerdings ihren Sinn verloren, damit ging auch die Notwendigkeit verloren, diese Scheibe überhaupt aufzulegen. Musikalisch ist dieser kommerzielle Synthie-Mist absolut reine Zeitverschwendung. Ein Punkt.

Anspieltipps: Be Free With Your Love, Empty Spaces



Dienstag, 5. April 2016

Kasabian – 48:13




Kasabian – 48:13


Besetzung:

Tom Meighan – lead vocals
Sergio Pizzorno – guitar, backing vocals, synthesizers, programming, lead vocals
Chris Edwards – bass guitar
Ian Matthews – drums, percussion


Gastmusiker:


Tim Carter – guitar, additional drum programming
Wilf Dillon – latin reading on "(Mortis)"
Ben Kealey – wurlitzer on "Treat", piano on "Clouds"
Gary Alesbrook – trumpet on "Stevie", "Treat" and "S.P.S."
Trevor Mires – trombone on "Stevie", "Treat" and "S.P.S."
Andrew Kinsman – saxophone on "Stevie", "Treat" and "S.P.S."
Suli Breaks – additional vocals on "Glass"
London Metropolitan Orchestra


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Electronic Rock


Trackliste:

1. (shiva) (1:07)
2. bumblebeee (4:01)
3. stevie (4:45)
4. (mortis) (0:48)
5. doomsday (3:40)
6. treat (6:53)
7. glass (4:48)
8. explodes (4:18)
9. (levitation) (1:19)
10. clouds (4:45)
11. eez-eh (3:00)
12. bow (4:27)
13. s.p.s. (4:22)

Gesamtspieldauer: 48:13




Auch mal ein interessanter Ansatz für einen Album-Titel, den Kasabian hier für ihr fünftes Studioalbum gewählt haben. „48:13“ heißt es und gibt somit die Laufzeit des Albums wieder. Die entsprechenden Liedlaufzeiten werden dann gleich auch noch mit darunter hinterlegt, um angeblich nicht abzulenken, sondern gleich auf das Wesentliche, nämlich die zu erwartende Musik zu fokussieren. Das Ganze wird dann auch noch mit einem schreienden Pink hinterlegt und fertig ist das Aufmerksamkeit erhaschende Album-Cover.

Eines wird beim Hören der Platte auch schnell klar, die Musiker um den Gitarristen Sergio Pizzorno, der erneut alle Titel auf „48:13“ schrieb, wollen eines und das ist unterhalten. Genau diesem Anspruch werden Kasabian dann auch auf dieser fünften Scheibe gerecht. Zu hören gibt es hier sehr eingängigen und melodiösen Pop-Rock, der manches Mal sogar Teile des Hip Hop aufweist. Musik, die über alle dreizehn Titel hinweg fröhlich klingt, sehr schnell ins Ohr geht und dazu wirklich nur sehr wenige Momente des Austestens benötigt.

Gerade in der ersten Hälfte der Scheibe können die vier Musiker besonders gut überzeugen, obwohl auch im weiteren Verlauf der Platte kein großartiger Qualitätsabfall bei den Liedern des Albums festzustellen ist. Allerdings ist dieser Block mit „bumblebeee“, „stevie“, „(mortis)“, „doomsday“ und „treat“ schon sehr überzeugend zusammengestellt. Es ist auch die Abwechslung, die diesem Album innewohnt, welches es zu einem guten und hörenswerten werden lässt. Kein Lied gleicht dem anderen, obwohl der Stil selbstverständlich eindeutig Kasabian zugeschrieben werden kann. Gelungen sind dabei auch die drei kurzen Einsprengsel in Form der Mini-Lieder „(shiva)“, „(mortis)“ und „(levitation)“, die zur besseren Kennzeichnung auch gleich in Klammern angegeben wurden.

Fazit: Ein sehr eingängiges und abwechslungsreiches Electronic Rock Album, angefüllt mit Pop und Rock und etwas Hip Hop, ist „48:13“ geworden. Sehr kurzweilig klingt die Scheibe, enthält jede Menge Lieder, die schnell ins Ohr gehen und macht einfach Spaß. Kasabian haben dabei einen ganz unverwechselbaren Sound, der immer wieder mitreißend klingt. Es schadet allerdings auch nicht, wenn man beim Hören eines Drum-Computers nicht gleich wahnsinnig wird. Und auch wenn dieses Album kein tiefgründiges oder richtungweisendes ist, so schafft es doch, die Hörerin beziehungsweise den Hörer zu unterhalten. Nichts anders soll es wohl auch. Zehn Punkte.

Anspieltipps: stevie, doomsday, bow



Montag, 4. April 2016

David Bowie – Peter And The Wolf




David Bowie – Peter And The Wolf


Besetzung:

David Bowie – narrator, guitar, keyboards, saxophone
Philadelphia Orchestra – all other instruments
Eugene Ormandy – conductor


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Klassische Musik


Trackliste:


Peter And The Wolf, Op. 67.

1. Introduction (2:51)
2. The Story Begins (0:51
3. The Bird Diverts The Wolf (1:33)
4. The Duck, Dialogue With The Bird, Attack Of The Cat (4:13)
5. Grandfather (2:13)
6. The Wolf (2:02)
7. The Duck Is Caught (0:53)
8. The Wolf Stalks The Bird And The Cat (1:42)
9. Peter Prepares To Catch The Wolf (1:06)
10. The Bird Diverts The Wolf (1:50)
11. Peter Catches The Wolf (1:29)
12. The Hunters Arrive (1:18)
13. The Procession To The Zoo (4:56)


The Young Person's Guide to the Orchestra, Op. 34 (Variations and Fugue on a Theme of Purcell): 

14. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Full Orchestra (0:22)
15. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Woodwinds (0:22
16. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Brass (0:18)
17. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Strings (0:17)
18. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Theme: Percussion (0:14)
19. I. Theme: Allegro Maestoso E Largamente: Full Orchestra (0:18)
20. II. Variation A: Presto: Flute, Piccolo (0:35)
21. III. Variation B: Lento: Woodwinds (0:58)
22. IV. Variation C: Moderato: Clarinets (0:37)
23. V. Variation D: Allegro Alla Marcia: Bassoons (0:56)
24. VI. Variation E: Brillante. Alla Pollaca: Violins (0:44)
25. VII. Variation F: Meno Mosso: Violas (1:06)
26. VIII. Variation G: Cellos (1:13)
27. IX. Variation H: Comminciando Lento Ma Poco A Poco Accelerando Al Allegro: Doublebasses (1:02)
28. X. Variation I: Maestoso: Harp (0:45)
29. XI. Variation J: L'istesso Tempo: French Horns (0:39)
30. XII. Variation K: Vivace: Trumpets (0:34)
31. XIII. Variation L: Allegro Pomposo: Trombones & Tuba (1:09)
32. XIV. Variation M: Moderato: Percussion (1:55)
33. XV. Fugue. Allegro Molto: Full Orchestra (2:58)


The Nutcracker Suite.

34. Overture (3:40)
35. March (2:15)
36. Dance Of The Sugar Plum Fairies (2:13)
37. Russian Dance (1:10)
38. Arab Dance (3:36)
39. Chinese Dance (1:10)
40. Dance Of The Merlitons (2:16)
41. Waltz Of The Flowers (7:08)

Gesamtspieldauer: 1:08:01




Selbstverständlich maße ich mir hier nicht an, in irgendeiner Art und Weise klassische Musik zu bewerten. Meine Klassik-Platten werden hier nicht auftauchen, zumal ich sowieso nicht unterscheiden kann, warum dieses Stück mit jenem Orchester und Dirigenten besser klingen soll als jenes mit jenem Orchester und dem anderen Dirigenten.

„Peter And The Wolf“ von Sergei Prokofiev taucht hier auf diesen Seiten auf, da es eine David Bowie Veröffentlichung ist – zumindest ein Teil des Albums. David Bowie erzählt auf dieser Platte die Geschichte von Peter und dem Wolf in sehr schönem Englisch, währenddessen die Orchesterinstrumente eingeführt werden. Eugene Ormandy dirigiert dabei das Philadelphia Orchestra. Angeblich war David Bowie nur die dritte Wahl für die Aufnahme, da Alec Guinness und Peter Ustinov zuvor gefragt wurden, beide jedoch absagten. David Bowie sagte schließlich zu, auch um seinem Sohn Zowie ein Weihnachtsgeschenk zu bereiten.

Auf der Rückseite der LP befindet sich Benjamin Brittens „The Young Person’s Guide To The Orchestra“, welches ebenfalls das Ziel hatte, Kinder an die Instrumente der klassischen Musik heranzuführen. Hier ist David Bowie allerdings nicht mehr zu hören, genauso wenig wie natürlich bei den Auszügen der Nussknacker Suite von Peter Tchaikovsky. Beide letztgenannten Werke wurden wieder unter der Leitung von Eugene Ormandy durch das Philadelphia Orchestra eingespielt.

Fazit: Schön erzählt, schöne Musik. Klassische Musik, die für reine Pop- oder Rockmusik-Interessierte sicherlich nicht großartig interessant ist. Diese Leute nähern sich der Platte eher, weil sie eben alles von David Bowie haben möchten. Ohne Bewertung.



Sonntag, 3. April 2016

Lou Reed – The Blue Mask




Lou Reed – The Blue Mask


Besetzung:

Lou Reed – guitar, vocals


Gastmusiker:

Robert Quine – guitar
Fernando Saunders – bass, backing vocals
Doane Perry – drums


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. My House (5:25)
2. Women (4:57)
3. Underneath The Bottle (2:33)
4. The Gun (3:41)
5. The Blue Mask (5:06)
6. Average Guy (3:12)
7. The Heroine (3:06)
8. Waves Of Fear (4:11)
9. The Day John Kennedy Died (4:08)
10. Heavenly Arms (4:47)

Gesamtspieldauer: 40:30




Es wäre wahrlich vermessen, Lou Reed irgendwelche kommerziellen Interessen vorzuwerfen, die er mit der Veröffentlichung von „The Blue Mask“ verfolgt hätte. Dieses, im Jahr 1982 veröffentlichte Album, gleichzeitig die elfte Solo-Platte des gebürtigen New Yorkers, entzieht sich sehr stark den Anfang der 80er Jahre vorherrschenden Musiktrends. Hier gibt es keine Synthesizer und Keyboards zu hören, keinerlei Synthie Pop, nur Gesang, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Zudem wurde die Platte live im Studio eingespielt, was in den 80ern auch kaum mehr praktiziert wurde.

Aber das ist es noch nicht einmal, was diese Scheibe weniger kommerziell werden lassen würde als andere Platten. Es ist die Musik selbst, die einen zu diesem Schluss kommen lässt. Sanft ist sie, überwiegend sehr ruhig gehalten. Doch dann gibt es auch wieder solch Ausbrüche, wie beim Titellied „The Blue Mask“, in dem sich die Musik, wie die Lava bei einem Vulkanausbruch, einfach ihren Weg sucht, brachial, kompromisslos, hart und rau. Dabei klingt das Ganze – egal ob leiser oder lauter Titel – allerdings nicht sehr melodiös, manches Mal sogar fast schon ein wenig atonal, geradezu so, als ob Lou Reed so ein klitzekleines bisschen mit Absicht den Ton nicht so hundertprozentig treffen mochte. Dieser Eindruck relativiert sich zwar etwas mit jedem weiteren Hören des Albums, verschwindet jedoch nie so ganz.

„The Blue Mask“ gilt allgemein als Wendepunkt in der Karriere des Lou Reed, da er nach vorher schwächeren Scheiben nun wieder „bessere“ Musik zu schreiben imstande war. Da hört man ihn im Titel „Women“ immer wieder wiederholen, dass er doch Frauen liebt, um vielleicht homosexuellen Gerüchten Einhalt zu gebieten und andererseits weist er darauf hin, dass er nur ein ganz durchschnittlicher Typ sei, wie man bei „Average Guy“ hört. Durchschnittlich ist die Musik des Lou Reed auf „The Blue Mask“ allerdings sicherlich nicht. Eher passen hier schon die Wörter „besonders“ und „außergewöhnlich“, um die einzelnen Lieder treffender zu umschreiben. Allerdings ist „The Blue Mask“ deshalb noch lange kein Meisterwerk geworden. Dazu ist die Musik des Lou Reed auf dieser Scheibe einfach ein wenig zu sperrig und dann doch nicht innovativ genug. Die Lieder auf dem Album wachsen mit der Zeit. Viele Dinge erschließen sich einem dabei erst nach vielen Durchläufen, ein „Ohrenschmeichler“ wird „The Blue Mask“ deshalb aber trotzdem nie werden.

Fazit: Manche Leute sagen „The Blue Mask“ von Lou Reed sei eine wunderbar eingängige Platte. Das kann ich so nicht bestätigen oder nachvollziehen. „The Blue Mask“ ist allerdings sicherlich eine interessante Platte, die vollgepackt ist mit Musik, die man so nur selten zu hören bekommt. Die Texte sind gut gemacht, spannend und auch nachdenklich, die Musik selbst wird melodiöser, je öfters man sie hört. Aber eingängig? Nun, vielleicht zum Teil, mehr aber sicherlich nicht – und da spielt es auch keine Rolle mehr, wie oft man sich das Album auflegt. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Blue Mask, The Heroine, The Day John Kennedy Died



Samstag, 2. April 2016

Chris Rea – Tennis




Chris Rea – Tennis


Besetzung:

Chris Rea – vocals, guitar, keyboards, piano, synthesizer, slide guitar


Gastmusiker:

Robert Ahwai – guitar
Dave Burton – guitar
Mick Hutchinson – guitar, bass
Bruce Lynch – bass
Eoghan O'Neill – bass
Kevin Leach – keyboards
Max Middleton – keyboards
Graham Watson – keyboards, synthesizer, accordion
Pete Wingfield – keyboards, backing vocals
Geoff Driscoll – saxophone
Raphael Ravenscroft – saxophone
Raoul Gonzales – trombone
Lee Thornburg – trumpet
Dave Mattacks – drums
Norman Nosebait – drums
Adrian Rea – drums
Martin Ditcham – percussion
Mark Rea – percussion
Jimmy Chambers – backing vocals
George Chandler – backing vocals
Stuart Epps – backing vocals
Watsoni – backing vocals


Label: Magnet Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Mainstream Rock, AOR


Trackliste:

1. Tennis (5:18)
2. Sweet Kiss (4:33)
3. Since I Don't See You Anymore (3:41)
4, Dancing Girls (4:02)
5. No Work Today (2:33)
6. Every Time I See You Smile (6:18)
7. For Ever And Ever (4:09)
8. Good News (3:54)
9. Friends Across The Water (3:45)
10. Distant Summers (2:10)
11. Only With You (3:42)
12. Stick It (5:19)

Gesamtspieldauer: 49:19




„Tennis“ heißt das dritte Studio-Album des Engländers Chris Rea, welches 1980 veröffentlicht wurde. Im März dieses Jahres erschien die Scheibe auf dem Label Magnet Records, welches 1988 von Warner Music aufgekauft wurde. Das Album floppte total, obwohl Chris Rea hierfür extra seinen bisherigen Produzenten Gus Dugeon gefeuert hatte und die Platte selbst produzierte. Allerdings daran lag es sicher nicht. Es ist einfach das Liedmaterial, welches sich auf „Tennis“ befindet, welches in Punkto Anspruch und Einfallsreichtum ganz schwer gegen Null tendiert. Ein bisschen fassungslos bleibt man schon zurück, wenn man diese absolut langweilige Zusammenstellung absolut langweiliger Lieder zu hören bekommt. Das ist alles nicht wenig interessant, das ist alles überhaupt nicht mehr interessant.

Auf „Tennis“ gibt es keinen Titel, der irgendwie weniger langweilig wirkt als der andere. Da werden Bläser eingesetzt, mal sind mehr Gitarren, mal mehr Keyboards zu hören. Das Ergebnis ist immer wieder dasselbe. Die Lieder packen einen einfach nicht, gehen nicht ins Ohr, sind äußerst langweilig und belanglos. Chris Rea reiht sich mit „Tennis“ in die Liga jener Musiker ein, der mit einfachen AOR-Liedchen die Charts erobern wollten und auch heutzutage immer noch wollen. Viel mehr gibt es da eigentlich nicht mehr zu sagen. Vielleicht noch, dass es sich um eine Art bluesigen Mainstream Rock handelt, der auch mal soulig klingen kann. Die einzelnen Stücke sind entweder langsam oder maximal im Mid-Tempo gehalten. Auch das trägt mit dazu bei, dass die jeweiligen Lieder sich alle irgendwie ähnlich anhören.

Doch will ich all das relativieren, denn einen, einen guten Titel gibt es doch auf „Tennis“. Dieser ist leider gleichzeitig die kürzeste Nummer des Albums. „Distant Summers“ geht ins Ohr, wirkt wehmütig und man kann am Anfang die Hitze dieses entfernten Sommers fast spüren. Sehr gelungen. Und danach folgt „Only With You“ und man wird grausam aus allen schönen Tagträumen wieder herausgerissen. Mein Gott, kann Musik grausam sein.

Fazit: Freunde des langsamen Mainstream und AOR könnten hiermit vielleicht etwas anzufangen wissen. Oder doch nicht? Denn das Album lag ja schwer wie Blei in den Regalen, wurde kaum gekauft. Nun, wer kommt dann dafür in Frage? Vielleicht alle die, die Musik gerne im Hintergrund hören möchten, denn da liegt sicher eine Stärke von Chris Reas „Tennis“. Das Ganze ist so unauffällig, dass es im Hintergrund abgespielt, garantiert niemanden stört. Man wird es einfach überhören. Vier Punkte.

Anspieltipps: Distant Summers



Freitag, 1. April 2016

Kula Shaker – K2.0




Kula Shaker – K2.0


Besetzung:

Crispian Mills – lead vocals, guitars
Alonza Bevan – bass, backing vocals
Paul Winterhart – drums
Harry Broadbent – keyboards


Gastmusiker:

Olivier Leclerqz – sitar
Stéphanie Gilly – trumpet, french horn
Miss Isabel – additional vocals
Jean-Noël Bastin – trombone
Audrey Evans – backing vocals


Label: Strange F.O.L.K. Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Rock


Trackliste:

1. Infinite Sun (4:37)
2. Holy Flame (3:35)
3. Death Of Democracy (2:54)
4. Love B (With U) (4:04)
5. Here Come My Demons (6:19)
6. 33 Crows (3:04)
7. Oh Mary (3:54)
8. High Noon (3:14)
9. Hari Bol (The Sweetest Sweet) (2:00)
10. Get Right Get Ready (3:56)
11. Mountain Lifter (5:11)

Gesamtspieldauer: 42:54




„K2.0“ nannte die englische Band Kula Shaker ihr fünftes Studio-Album, welches am 12. Februar 2016 auf dem Label StrangeF.O.L.K. veröffentlicht wurde. Zu hören gibt es darauf ziemlich typischen Kula Shaker Sound, wenn auch der indische Hauch in der Musik der Band nun oftmals etwas in den Hintergrund gerückt wurde. Doch auch auf „K2.0“ gibt es diese kulturübergreifenden Klänge noch, die die Musik von Kula Shaker bereits seit den ersten Veröffentlichungen zu etwas Außergewöhnlichem werden lassen.

Insgesamt weiß das Album wahrlich zu überzeugen und hält jede Menge eingängigen Rock für die Hörerin beziehungsweise den Hörer parat. Kula Shaker laufen auch immer unter der Rubrik „Psychedelic Rock“, ein musikalisches Genre, welches sich hier auf „K2.0“ jedoch kaum ausfindig machen lässt. Zu hören gibt es stattdessen sehr abwechslungsreichen Rock, meist im Mid-Tempo gehalten, der äußerst melodiös und eingängig gehalten ist und somit absolut schnell ins Ohr geht. Psychedelisch oder experimentell ist in der Musik von Kula Shaker auf „K2.0“ jedoch kaum etwas – außer man ist natürlich der Meinung, dass die vorhandenen indischen Einflüsse in einigen der Lieder das Ganze zu etwas „Psychedelischem“ werden lassen.

Die Höhepunkte der Scheibe sind breit gesät, sodass es schwerfällt, einzelne Titel herauszuheben. Qualität besitzen diese alle. Sehr lohnenswert, auch zum Anspielen, um diese Musik etwas kennenzulernen, sind die Nummern „Death Of Democracy“ und „Here Comes My Demons“. Beides sind schöne und eingängige Lieder, die man einmal gehört, so schnell nicht mehr vergisst. Und wer dann auch auf diesem Album doch noch das Indien-Feeling etwas geballter erleben möchte, der oder dem sei „Hari Bol (The Sweetest Sweet)“ empfohlen. Wenn auch nur zwei Minuten lang, so gibt es doch auf sehr anschauliche Weise das Spezielle an der Musik von Kula Shaker wieder. Und dann ist da noch die letzte Nummer des Albums, „Mountain Lifter“. Hier zeigen die vier Musiker noch mal eine Symbiose aus europäischen und indischen Klängen in einer wunderbar rockenden Art und Weise. Sehr gelungen.

Fazit: Auch das fünfte Album von Kula Shaker, „K2.0“, weiß zu überzeugen. Diese Mischung aus europäischen und indischen Klängen ist schon eine ganz besondere Ausprägung der Musik. Und dies gibt es so vorgetragen wohl nur von Kula Shaker zu hören. Die Lieder sind melodiös, gehen dabei gut ins Ohr, rocken und bewegen sich nahezu alle im mittleren Tempo-Bereich. Auch auf „K2.0“ ist die Musik von Kula Shaker eine unverwechselbare. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Death Of Democracy, Here Comes My Demons, Hari Bol (The Sweetest Sweet), Mountain Lifter



Donnerstag, 31. März 2016

Klaus Schulze – Miditerranean Pads




Klaus Schulze – Miditerranean Pads


Besetzung:

Klaus Schulze – synthesizer


Gastmusiker:

Georg Stettner – synthesizer solo auf „Miditerranean Pads“ (nicht auf der Schallplatte enthalten)
Elfi Schulze – vocals auf „Miditerranean Pads“ (nicht auf der Schallplatte enthalten)


Label: Brain


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Decent Changes (25:15)
2. Percussion Planante (25:01)

Gesamtspieldauer: 50:16




Im Jahr 1990 erschien Klaus Schulzes 19. Studio-Album unter dem Titel „Miditerranean Pads“. Auch diese Scheibe erschien auf dem Label Brain und ist vor allen Dingen dadurch gekennzeichnet, dass man auf ihr in lange und ausgedehnte Klangwelten eintaucht, die zum Teil sehr sphärisch klingen, sich dann jedoch auch wieder in vollere und dominantere musikalische Bereiche vorarbeiten. Dazu gesellt sich jede Menge Perkussion, die es in der Musik des Klaus Schulze davor noch nicht so dominant zu hören gab, obwohl der Berliner seine Musik-Karriere am Schlagzeug startete. Nun, jeweils 25 Minuten Spieldauer geben einem Titel natürlich auch ordentlich Zeit verschiedene Richtungen einzuschlagen, sich zu entwickeln und Hörerin sowie Hörer auch zu überraschen.

Der Rhythmus ist auf „Miditerranean Pads“ also zu einem wichtigen Bestandteil in der Musik des Klaus Schulze geworden. Die Perkussion wird hier mal schleppend, dann wieder nach vorne treibend eingesetzt. Die Klangteppiche werden rhythmisch untermalt, sodass man durchaus in Versuchung kommen kann, hier mitzuwippen, denn immer rasselt, klopft und rumpelt irgendwas. So ganz will einem das allerdings dann doch nicht gelingen, denn dazu würde auch eine gewisse Melodie gehören. Diese fehlt allerdings weitestgehend auf „Miditerranean Pads“. Klar gibt es hier Klavierläufe und feine Synthesizer-Linien, jedoch, dass diese ins Ohr gehen, das lässt sich nicht so ohne weiteres feststellen. Man taucht ein in die Klanggebäude des Klaus Schulze, man verlässt diese allerdings auch wieder ohne jegliche Erinnerung daran, wenn die Platte ausgelaufen ist. Die „Überraschung“, die man bei solch langen Stücken erwartet, die bleibt aus, wodurch das Ganze ein klein wenig zäh und zu sehr gedehnt wirkt.

Fazit: Die CD-Ausgabe dieser Scheibe hielt noch einen weiteren Titel für den Hörer parat, nämlich den eigentlichen Titeltrack „Miditerranean Pads“, der in die beiden auf Platte vorhandenen Stücke eingebettet wurde. Diese Nummer gestaltet sich auch sehr viel abwechslungsweicher, während die Platten-Ausgabe des Albums selbst etwas konturlos dasteht. Zwar ist „Miditerranean Pads“ eine durchaus hörbare Scheibe, allerdings auch ein klein wenig langweilig geraten, da außer breiten Synthesizer-Teppichen und Rhythmus einfach etwas zu wenig passiert. Acht Punkte.

Anspieltipps: Percussion Planante



(Leider lässt sich kein Titel des Albums auf YouTube in Deutschland abspielen, da die GEMA dies unterbindet.)

Mittwoch, 30. März 2016

Loverboy – Wildside




Loverboy – Wildside


Besetzung:

Mike Reno – vocals
Scott Smith – bass
Paul Dean – guitar, vocals
Matt Frenette – drums, percussion
Doug Johnson – keyboards


Gastmusiker:

Darrell Mansfield – harmonica, harp
Neil Shilkin – keyboard programming
Paul Hyde – vocals (voice-over)
Alison Glass – vocals (voice-over)


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Mainstream Rock, AOR


Trackliste:

1. Notorious (4:39)
2. Walkin' On Fire (4:17)
3. Break It To Me Gently (4:37)
4. Love Will Rise Again (4:29)
5. Can't Get Much Better (4:05)
6. Hometown Hero (4:13)
7. Wildside (3:31)
8. Don't Let Go (3:36)
9. That's Where My Money Goes (4:14)
10. Read My Lips (5:03)

Gesamtspieldauer: 42:44




Wie unglaublich und abwegig es auch scheint, sich als Band „Loverboy“ zu nennen, trotzdem gab es wirklich Musiker, die unter diesem Namen firmierten und das dann wahrscheinlich sogar noch „cool“ fanden. Loverboy (ich tue mich selbst beim Schreiben schwer) ist eine kanadische Rock-Band, die sich1979 in Calgary, Alberta gründete. Kurz hatten sich Loverboy mal aufgelöst, dann jedoch wieder schnell wiedervereinigt und sie sind sogar bis heute noch aktiv.

„Wildside“ heißt das fünfte von bisher insgesamt neun veröffentlichten Platten und erschien im Jahr 1987 bei Columbia Records. Auf dieser Scheibe gibt es Mainstream Rock zu hören, Adult Oriented Rock (AOR), der so etwas von unfassbar kommerziell klingt, wie der Name „Loverboy“ schlecht. Miserable Texte, gepaart mit einfallslosem Rock, der nur dazu gemacht wurde, möglichst häufig im Radio gespielt werden wird. Wurde er zum Teil auch. Kein Wunder, haben doch auch so Größen der „anspruchsvollen Musik“ wie John Bon Jovi oder Bryan Adams an je einem Titel mitgeschrieben. Allerdings waren die vier Alben der Band zuvor deutlich erfolgreicher gewewsen, nach „Wildside“ lief dann verkaufstechnisch sogar kaum mehr was.

Klar, die Musik auf diesem Album kann man zugegebenermaßen hören, allerdings fragt man sich, warum man es tun sollte. „Wildside“ ist so etwas von anspruchslos, so unfassbar belanglos, wie ich es von kaum einer anderen Platte her kenne. Da packt einen als Konsument – und genau dazu wird man hier gemacht – nichts. Alles ist auf stumpfsinnig einfach hin komponiert, um das Publikum beziehungsweise die Hörer auch ja nicht zu überfordern. Es gibt definitiv Musik, die schlechter klingt, aber wohl kaum anspruchslosere Lieder.

Fazit: Es gibt garantiert eine Millionen Möglichkeiten die Zeit totzuschlagen oder zu verschwenden. Eine Möglichkeit davon heißt „Wildside“ und stammt von der Band mit dem intelligenten Namen Loverboy. Direkt gemacht für Radiohörer, die es noch nicht mal interessiert, wer denn da gerade zu hören ist. Ganz nach der Devise: „Was ich für Musik höre? Ach einfach alles. Querbeet, was halt so im Radio läuft.“ Ist noch nicht mal böse gemeint, aber mich langweilt das wirklich sehr. Kam wahrscheinlich in meinen Zeilen bisher nicht ganz so raus. Aber zum Schluss, wenn auch überraschend, muss ich es ja dann doch mal loswerden: „Wildside“ langweilt und wild ist an dieser Seite auch nichts. Vier Punkte.

Anspieltipps: Egal.



(GEMA verhindert mal wieder die Videos auf YouTube, deshalb leider nur dieses hier.)

Dienstag, 29. März 2016

Eloy – Live




Eloy – Live


Besetzung:

Frank Bornemann – Gesang, Gitarre
Klaus-Peter Matziol – Bass, Gesang
Detlev Schmidtchen – Keyboards
Jürgen Rosenthal – Schlagzeug, Stimme


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Progressive Rock, Live


Trackliste:

1. Poseidon's Creation (11:37)
2. Incarnation Of Logos (8:46)
3. The Sun-Song (8:30)
4. The Dance In Doubt And Fear (7:26)
5. Mutiny (7:36)
6. Gliding Into Light And Knowledge (4:24)
7. Inside (6:34)
8. Atlantis' Agony At June 5 Th - 8498, 13 P.M. Gregorian Earthime (20:54)

Gesamtspieldauer: 75:47




Im Jahr 1978 wurde „Live” veröffentlicht, welches bis zum Jahr 2014 das einzige Live-Album Eloys bleiben sollte. Erst dann wurde mit „Reincarnation On Stage“ eine zweite solche Konzertscheibe veröffentlicht. Auf „Live“ ist vor allen Dingen das Album „Ocean“ vertreten. Außer dem Lied „Decay Of The Logos“ sind alle drei weiteren Nummern der Platte vertreten. Aus dem Album „Dawn“ gibt es drei weitere Titel, eines aus „Power And The Passion" sowie ein weiterer Titel aus dem zweiten Album „Inside“.

„Live“ vermittelt im Grunde genommen eine tolle Übersicht über das Schaffen von Eloy Anfang bis Mitte der 70er Jahre. Zu hören ist hier sehr melodiöser Progressive Rock, absolut verspielt und überaus eingängig. Nahezu alles auf „Live“ klingt harmonisch und bombastisch. Die Musiker schwelgen in ihrem vollen Sound, zelebrieren ihre Musik und errichten hier wundervolle Klangwelten, die einen einfach einzunehmen verstehen.

Natürlich hört sich das alles auf den jeweiligen Studio-Alben noch etwas voller an, trotzdem klingt der Sound auch auf diesem Live-Album ausgereift und dicht. Man kann sehr gut eintauchen in die musikalische Welt der deutschen Progressive Rocker, die gerade in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts so innovativ und überzeugend klangen. Aber auch eine Neuerung gibt zu hören. Vor dem Titel „Sun-Song“ wird eine Einleitung in Deutsch gesprochen. Man wünschte sich, das wäre immer so gewesen, denn dann hätte man sich zum Beispiel den Beginn der Scheibe erspart, bei dem sehr pathetisch ein Eingangstext zu „Poseidon's Creation“ gesprochen wird – auf Englisch. Oder sollte man doch besser sagen „Denglisch“. Es klingt einfach nicht gut, wenn Deutsche mit diesem Akzent versuchen Englisch zu sprechen. Gut, irgendwie gehört das auch zur Musik von Eloy dazu, aber es klingt einfach nicht gut…

Fazit: „Live“ von Eloy ist eine sehr gelungene Scheibe, die einen guten Überblick über die Musik der Band im ersten Jahrzehnt ihres Bestehens liefert. Der Sound kommt für eine Live-Platte ebenfalls gut rüber, auch von daher sind dem Klangerlebnis also keine Grenzen gesetzt. Die Musik von Eloy klingt auf „Live“ verspielt, voll, melodiös und auch ein wenig bombastisch. Für alle, die diese Ausprägung des Progressive Rock mögen natürlich eine tollen Scheibe. Ein kleiner Nachteil ist wieder mal die etwas seltsame Aussprache, aber das hatten wir ja schon zu genüge. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: The Sun-Song, The Dance In Doubt And Fear, im Grunde genommen alles.



Montag, 28. März 2016

The Dream Syndicate – Ghost Stories




The Dream Syndicate – Ghost Stories


Besetzung:

Steve Wynn – vocals, guitar
Paul B. Cutler – guitar, backing vocals
Mark Walton – bass
Dennis Duck – drums


Gastmusiker:

Chris Cacavas – piano, organ, accordion, backing vocals
N. Velvet – backing vocals
Rob Stennett – guitar
Robert Lloyd – guitar on "Someplace Better Than This"


Label: Enigma Records


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. The Side I'll Never Show (3:52)
2. My Old Haunts (3:07)
3. Loving The Sinner, Hating The Sin (4:30)
4. Whatever You Please (3:45)
5. Weathered And Torn (3:10)
6. See That My Grave Is Kept Clean (4:02)
7. I Have Faith (3:47)
8. Someplace Better Than This (3:37)
9. Black (4:35)
10. When The Curtain Falls (5:22)

Gesamtspieldauer: 39:47




Steve Wynn nahm mit seiner Band The Dream Syndicate in den Jahren 1982 bis 1988 insgesamt vier Studio-Alben auf. Danach löste sich die Band aufgrund des ausbleibenden Erfolgs wieder auf. Sehr schade, denn The Dream Syndicate hatte seinen Hörerinnen und Hörern einiges zu bieten, wenn man auf gut gemachten Alternative Rock steht. Sehr gut kann man dies mit und auf ihrer letzten Studio-Platte „Ghost Stories“ aus dem Jahr 1988 nachvollziehen, die auf dem Label Enigma Records veröffentlicht wurde.

Die einzelnen Titel auf „Ghost Stories“ überzeugen alle. Es beginnt mit dem rockenden und groovenden „The Side I'll Never Show“, setzt sich dann fort mit dem beschwingten und deutlich langsameren „My Old Haunts“. „Loving The Sinner, Hating The Sin“ rockt anschließend wieder deutlich mehr und „Whatever You Please“ ist wiederum ein langsames und nachdenkliches Lied, bei dem nun das Piano noch vor der Gitarre im Vordergrund steht. Und so reiht sich ein Titel an den nächsten, sehr abwechslungsreich und allen diesen Liedern ist gemein, dass sie wirken und ins Ohr gehen. Auf „Ghost Stories“ klingt alles sehr gelungen und dementsprechend überzeugend und dies über die gesamte Laufzeit der Scheibe hinweg. Egal, ob sich die Musik mal langsamer und nachdenklicher anhört oder doch wieder rockiger und deutlich nach vorne preschend gespielt wird, Laune macht sie immer.

Sehr gelungen sind dabei auch die Texte, die Steve Wynn, wie die Musik selbst, mit zwei Ausnahmen allein komponierte. Hier hört man kein Liebesgesülze sondern Texte über Tod, Trauer und über die menschliche Psyche. Auch diesbezüglich ergreift einen die Musik von The Dream Syndicate.

Nicht enden darf diese Rezension allerdings, ohne das letzte Lied der Platte besonders hervorgehoben zu haben. „When The Curtain Falls“ ist eine sanfte Rock-Nummer, allerdings sehr intensiv, ein klein wenig psychedelisch angehaucht und ebenfalls ins Ohr gehend. Besonders viel passiert in dem Lied gar nicht, welches sich aus zwei ruhigen Abschnitten zusammensetzt, die von einem tollen Gitarren-Solo voneinander getrennt werden. Jedoch selbst in dieser leichten Monotonie weiß sich der Titel festzusetzen und zu überzeugen. Noch gar nicht mal typisch für das gesamte Album, trotzdem mit einer der Höhepunkte der Scheibe.

Fazit: Ein faszinierendes und weitestgehend unbeachtetes Album haben The Dream Syndicate mit „Ghost Stories“ zum Ende ihres Bestehens vorgelegt. Darauf gibt es eingängigen und sehr abwechslungsreichen Alternative Rock zu hören, der wirkt. Seit September 2014 spielen die Musiker wieder zusammen und geben auch wieder Konzerte, ob daraus jedoch auch noch mal eine Album-Veröffentlichung wird, dies sei mal so dahingestellt. Diese Platte hier ist zumindest eine sehr gelungene, die sich für Freunde des Alternative Rock uneingeschränkt lohnt. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Side I'll Never Show, Whatever You Please, Someplace Better Than This, When The Curtain Falls



Sonntag, 27. März 2016

Tom Petty And The Heartbreakers – Long After Dark




Tom Petty And The Heartbreakers – Long After Dark


Besetzung:

Tom Petty – lead vocals, 6 and 12 string acoustic and electric guitars, lead guitar on "We Stand a Chance", Prophet 5 synthesizer
Mike Campbell – lead guitar, 12-string guitar, organ on "We Stand a Chance"
Benmont Tench – acoustic and electric pianos, Hammond and Vox organs, synthesizer, backing vocals
Stan Lynch – drums, backing vocals
Howie Epstein – bass guitar, backing vocals
Phil Jones – percussion


Gastmusiker:

Ron Blair – bass guitar on "Between Two Worlds"


Label: Backstreet Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock


Trackliste:

1. A One Story Town (3:06)
2. You Got Lucky (3:37)
3. Deliver Me (3:28)
4. Change Of Heart (3:18)
5. Finding Out (3:36)
6. We Stand A Chance (3:38)
7. Straight Into Darkness (3:49)
8. The Same Old You (3:31)
9. Between Two Worlds (5:12)
10. A Wasted Life (4:35)

Gesamtspieldauer: 37:44




Das fünfte Studio-Album von Tom Petty And The Heartbreakers heißt „Long After Dark“ und ist ganz in der Tradition des Vorgängers „Hard Promises“ entstanden. Im November 1982 wurde die Platte wieder auf dem Label Backstreet Records veröffentlicht, wie auch schon die beiden Scheiben zuvor. Auf „Long After Dark“ hört man erneut hauptsächlich Rock Musik, bei der nur gelegentlich auf den Synthesizer zurückgriffen wird – für Anfang der 80er Jahre durchaus etwas Besonderes. Dass dann allerdings solch ein Synthesizer ausgerechnet beim Hit des Albums, „You Got Lucky“, eine sehr tragende Rolle spielt, ist wohl so etwas wie ein Wink des Schicksals. Später wird Tom Petty, auch durch die Zusammenarbeit mit Jeff Lynne vom Electric Light Orchestra, noch sehr viel mehr auf dieses „Instrument“ zurückgreifen, auf „Long After Dark“ geschieht dies allerdings noch relativ sanft und zurückhaltend und noch in leichten Dosen.

Somit hört man auf dieser fünften Studio-Platte nett gemachten, jedoch auch sehr unspektakulären Rock von Tom Petty und seinen Herzensbrechern. Musikalisch ist daran auch gar nichts auszusetzen, denn alles wirkt, allerdings „wirkt“ es auch nicht übermäßig. Besagtes „You Got Lucky“ geht allerdings natürlich gut und schnell ins Ohr. Selbiges kann man auch dem Titel „Change Of Heart“ attestieren, auch wenn man hier ein paar Durchläufe der Scheibe mehr benötigt, um zum selben Resultat zu gelangen.

Ebenfalls noch sehr gelungen klingt „We Stand A Chance“. Ein überzeugendes Rock-Lied, im Mid-Tempo gehalten, welches groovt und in die Beine geht. Der Rest auf „Long After Dark“ ist handwerklich ebenfalls gut gemachter Rock, im Falle von Tom Petty zu jener Zeit in den 80ern auch immer Heartland Rock genannt. Spektakulär ist das alles zwar nicht sonderlich, allerdings grundsolide und Ausreißer nach unten gibt es bei den zehn Nummern auch nicht zu beklagen.

Fazit: Ein relativ unspektakuläres Album ist „Long After Dark“ geworden. Die Nummern klingen von „ganz gut“ bis „okay“. Keine fantastische Platte, kein Meilenstein der Musikgeschichte, speziell der Rock-Musik. Andererseits klingt hier alles unterhaltend, Tom Petty musste zudem auf keine Füller zurückgreifen, um das Album „voll“ zu bekommen. Musikhörer, die auf ehrlich gemachten und schnörkellosen Rock stehen wird die Scheibe sehr gut gefallen. Acht Punkte.

Anspieltipps: You Got Lucky, Change Of Heart, We Stand A Chance



Samstag, 26. März 2016

Conrad Keely – Original Machines




Conrad Keely – Original Machines


Besetzung:

Conrad Keely – all instruments


Gastmusiker:

Benoit Lemelin – drums, bass, additional vocals
Sel Lemelin – additional guitars
Miss Isabel – additional vocals
Jason Reece – additional vocals
Autry Fulbright – additional vocals


Label: Superball Music


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Rock


Trackliste:

1. Original Machines (1:17)
2. Warm Insurrection (2:08)
3. In Words Of A Not So Famous Man (2:16)
4. Inside The Cave (2:56)
5. Drive To Kampot (2:41)
6. Engines Of The Dark (3:12)
7. Your Tide Is Going Out (2:24)
8. Row Away (3:22)
9. Lost The Flow (1:37)
10. Nothing That I Meant (Interstellar) (3:09)
11. The Jungles (1:23)
12. All That's Left Is Land (3:48)
13. Hills Of K-Town (2:21)
14. Drive Back To Phnom Penh (1:48)
15. Forbidden Stones (1:48)
16. Out On The Road (2:15)
17. Rays Of The Absolute (2:21)
18. Trust The Knowledge (2:27)
19. Looking For Anchors (2:06)
20. All Molten (2:24)
21. Waimanalo Drive (1:13)
22. Spotlight On The Victor (3:30)
23. Marcel Was Here (0:33)
24. Before The Swim (2:51)

Gesamtspieldauer: (55:58)




Nach neun Studio-Alben mit „And You Will Know It By The Trail Of Dead“ wollte es Conrad Keely auch mal solo wissen und veröffentlichte im Januar 2016 auf dem Label Superball Music sein erstes Solo-Werk mit dem Titel „Original Machines“. Darauf enthalten sind 24 Lieder, die maximal eine Laufzeit von dreidreiviertel Minuten aufweisen und sich nicht nur durch diese relativ kurzen Spiellängen deutlich von denen seiner Band unterscheiden. Die Musik auf „Original Machines“ klingt etwas geradliniger, hat weniger Ausschläge nach oben und unten, bezogen auf Härte, Tempo, Rhythmus und sonstige musikalische Ingredienzien. Geschrieben wurden die Lieder auf seinen Reisen durch Kambodscha, nachdem sich Konrad Keely im Jahr 2012 in Phnom Penh niedergelassen hatte. Asiatische Klänge gibt es auf der Scheibe allerdings nicht zu vernehmen.

Zudem ist die Musik auf „Original Machines“ weniger experimentell, als die von „And You Will Know It By The Trail Of Dead“, wenn sie auch sicherlich keine 08/15-Musik darstellt. Einen eigenen Stil zelebriert Konrad Keely durchaus auch auf dieser Solo-Platte und immer wieder schimmert auch sein musikalischer Hintergrund durch, allerdings immer nur ansatzweise. Die Musik ist dabei eingängig und melodiös, keineswegs zu hart, eher zumeist im Mid-Tempo angesiedelt, allerdings auch die sanfteren Bereiche der musikalischen Spannbreite austestend.

Die Lieder auf „Original Machines“ gehen also ins Ohr und trotzdem hat diese Scheibe ein großes Manko. Dies ist die Anzahl der Lieder verbunden mit der Laufzeitlänge der Lieder. Viele der Titel bewegen sich im ein- bis dreiminütigen Spielbereich, was wiederum zur Folge hat, dass man sich oftmals gar nicht richtig auf eine Nummer einlassen kann, da sie dann bereits wieder vorbei ist und der nächste Titel startet. Das wiederum hat zur Folge, dass das Album häufig einfach so durchläuft und kaum hängenzubleiben vermag. Greift man sich einige Titel einzeln heraus, so wirken und klingen diese durchaus, im Gesamtverbund wirkt das allerdings mitunter sehr gehetzt und es scheint fast so, als wollte Conrad Keely seinen Fans zeigen, dass er in der Lage ist in weniger als einer Stunde 24 absolut verschiedene Lieder unterzubringen. Nun, das schafft er auch, nur leider wirkt das arg gedrängt und vor allem können viele der Titel sich einfach nicht entfalten. Hat man sich reingehört ist der ganze Spaß bereits wieder vorbei…

Wie immer positiv zu erwähnen ist natürlich wieder die Cover-Gestaltung und das Booklet, in welches Konrad Keely ebenfalls wieder, wie bei den entsprechenden Booklets von „And You Will Know It By The Trail Of Dead“ jede Menge Zeit und Arbeit investiert hat.

Fazit: Wahrlich keine schlechte Platte ist dieses erste Solo-Album des Conrad Keely mit dem Titel „Original Machines“ geworden. Darauf zu hören gibt es eingängige Rock-Musik, die meistens im mittleren Tempo angesiedelt ist. An „And You Will Know It By The Trail Of Dead“ erinnert das Album nur am Rande, obwohl man die Band natürlich immer wieder heraushört. Der Nachteil der Scheibe ist die Laufzeit der Lieder, die deutlich zu kurz ist. 24 Titel in dieser Spiellänge können eben nicht so hängenbleiben. Trotzdem macht die Scheibe aber Spaß. Elf Punkte.

Anspieltipps: In Words Of A Not So Famous Man, Engines Of The Dark, Rays Of The Absolute, Trust The Knowledge