Freitag, 10. Juni 2016

Volcano Suns – Thing Of Beauty




Volcano Suns – Thing Of Beauty


Besetzung:

David Kleiler – guitar, vocals
Bob Weston – bass, vocals
Peter Prescott – drums


Label: SST Records


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Barricade (3:22)
2. It's A Conspiracy (3:42)
3. Man Outstanding (2:44)
4. Courageous Stunts (2:49)
5. No Place (4:08)
6. Noodle On The Couch (3:56)
7. Ask The Pundits (3:26)
8. Arm And A Leg (2:42)
9. How To Breathe (3:29)
10. Rite Of Way (3:23)
11. Soft Hit (4:13)
12. Malamondo (2:29)
13. Deeply Moved (3:22)
14. Now File (2:29)
15. Fill The Void (3:49)
16. Nightmare Country (5:38)
17. Needles In The Camel's Eye (2:31)
18. Kick Out The Jams (2:34)
19. Red Eye (2:29)
20. Mud (2:50)
21. Veteran (4:57)
22. Hang-Up (3:26)

Gesamtspieldauer: 1:14:38




Die Volcano Suns waren eine Band aus Boston, Massachusetts, die in den Jahren 1985 bis 1991 insgesamt sechs Studio-Alben veröffentlichte. „Thing Of Beauty“ stellt dabei die fünfte Veröffentlichung in dieser Reihe dar und erschien im Jahr 1989 auf SST Records. Ursprünglich wurde diese Scheibe als Vinyl-Doppelalbum auf den Markt gebracht, war also durchaus ambitioniert, denn dies zeugt eigentlich vom Vorhandensein sehr vieler Ideen, die heraus müssen, um das Publikum zu erfreuen.

Der Name, „Thing Of Beauty“, lässt sich hier jedoch, im Falle der Vulcano Suns, leider nicht unter der Rubrik „Nomen est omen“ einreihen, denn diese Platte hat nichts mit Schönheit oder aber einem Klangerlebnis zu tun. Eine immer gleicht schlecht klingende Gitarre schrammelt sich durch 22 Titel, dazu gibt es einen nicht schön anzuhörenden Gesang. Leider hat den Jungs anscheinend niemals jemand gesagt, dass sie nicht singen können – oder sie wollten das ganz einfach nicht hören. Alternative Rock soll das sein und mit jedem Takt wird einem klar, dass es sehr wohl gute und schlechte Musik gibt.

Alles auf „Thing Of Beauty“ hört sich gleich an, leider gleich langweilig. Irgendwelche schönen Melodien? Fehlanzeige! Irgendwelche interessante Ideen? Fehlanzeige. Die Scheibe läuft einfach nur so durch. Der Sound ist häufig ein wüster Brei, sehr undifferenziert und nicht selten nach Lärm und irgendwie falsch klingend. Dazu noch dieses Gegröle, was der Gesang sein soll und fertig ist eine der belanglosesten Scheiben der Musikgeschichte. Irgendwie klingt das alles sehr unausgegoren, gerade so als ob jedes Riff, was den Jungs mal über den Weg lief, ein eigenes Lied werden sollte. Und da spielte es anscheinend keine Rolle, dass alle diese Riffs unfassbar belanglos klingen.

Fazit: Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass ein Album mit Alternative Rock so dermaßen langweilig sein kann. Auf „Thing Of Beauty“ befinden sich 22 mehr oder weniger belanglose Stücke, die einfach an einem vorbeiziehen, ohne auch nur den Hauch eines Aufhorchens zu erzeugen. Sogar schlimmer noch, manchmal ist man einfach dankbar, dass das eine Lied vorbei ist und das nächste startet. Wie unfassbar traurig ist man dann allerdings, wenn dieses dann wie der Vorgänger klingt. Ein wirklich sinnloses Musik-Album. Drei Punkte.

Anspieltipps: Ask The Pundits, Arm And A Leg



Donnerstag, 9. Juni 2016

Frida Gold – Juwel




Frida Gold – Juwel


Besetzung:


Alina Süggeler – vocals, keyboard, piano, querflöte
Andreas Weizel – bass, beats und programming
Julian Cassel – gitarre
Thoas Holtgreve – drums, beats und percussion


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Dance, Elektro, Schlager


Trackliste:

1. Morgen (3:33)
2. Wovon sollen wir träumen (3:32)
3. Unsere Liebe ist aus Gold (3:26)
4. Verständlich sein (3:36)
5. Undercover (4:30)
6. Zeig mir wie du tanzt (4:05)
7. Waffen und Pferde (3:17)
8. Aufgewacht (3:48)
9. Nackt vor deiner Tür (4:20)
10. Komm zu mir nach Haus (3:37)
11. Denn Liebe ist... (3:57)
12. Cold Hearted Baby (3:52)

Gesamtspieldauer: 45:38




Man könnte fast meinen, zumindest wenn man die Instrumentenangabe liest, in der Gitarre, Bass, Keyboard und Schlagzeug auftauchen, dass Frida Gold auf ihrem ersten Album Pop bis sogar Rock Musik darbieten. „Juwel“ heißt dieses und wurde im April 2011 auf dem Label Warner Music veröffentlicht. Rock hört man darauf jedoch nie, in keinem einzigen Titel. Pop dann wohl schon eher, aber richtiggehende Pop-Musik ist das auch nicht. Mich erinnert das Ganze sehr viel mehr an tanzbaren Schlager. Und ich komme mal wieder in die Situation, dass ich diese Musik fast nicht bewerten kann, da sie mit Sicherheit für ein ganz anderes Klientel „entwickelt“ wurde.

Die Musik auf „Juwel“ ist absolut elektronisch, wenn das Pop ist, dann eher Synthie Pop. Dazu werden jede Menge Beats gemischt und fertig ist die Musik mit Stilrichtung „Dance“. Jetzt muss das Ganze nur noch in den diversen Clubs aufgelegt werden. Dazu gesellen sich Texte in allerbester Schlagermanier. Ganz viel Liebe und Schmalz und auf gar keine Fall irgendwelche Probleme, höchstens Mal Liebeskummer. Und natürlich, viele Leute würden sich auch über so manche Schmalzeinlage der englischen Rock-Musik wundern, wenn sie denn hinhören würden. Besser macht das die Texte von Frida Gold jedoch auch nicht.

Auf „Juwel“ befindet sich Musik maximal für den Augenblick. Auf Tiefgang oder Nachhaltigkeit ist da nichts ausgelegt. Muss ja auch nicht immer sein, allerdings wird dadurch schon eine ganz gewaltige Hörergemeinde ausgeschlossen und es fokussiert sich wieder alles auf ein gerade ins Teenager-Alter gerutschtes junges Publikum. Die Lieder sind tanzbar, gehen allerdings nicht sonderlich ins Ohr. Hmmm…

Fazit: Auf „Juwel“ hört man tanzbaren Schlager. Viele Beats, sehr viele elektronische Klänge, etwas einfach gestaltete Texte, die genau wie die Musik wenig Tiefgang besitzen. Musik für den Moment, für die Tanzfläche oder für junge Teenager. Irgendwie so etwas. Ich kann bei so etwas leider nur ausschalten, skippen bringt nichts, da der nächste Titel genauso schlecht ist wie der davor. Belanglos ist das irgendwie alles. Und wenn einem dann gleich beim Öffnen der CD ein Rabatt-Gutschein für den Frida Gold Shop entgegenfällt, mit dem man 10% auf alles bekommt, na dann hat sich die CD ja doch noch gelohnt… Zwei Punkte.

Anspieltipps: Verständlich sein, Waffen und Pferde



Mittwoch, 8. Juni 2016

Rockbitch – Motor Driven Bimbo




Rockbitch – Motor Driven Bimbo


Besetzung:

Lisa Wills ("Babe") – analogue synthesizer, rhythm guitar, vocals
Nikki Fay – digital synthesizer, keyboards, programming
Joanne Heeley – drums
Julie Worland – vocals
Amanda Smith-Skinner ("the Bitch") – bass
Tony Skinner ("the Beast") – guitars


Label: Steamhammer


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Hard Rock, Metal


Trackliste:

1. Snafu (5:19)
2. The Church (4:15)
3. Eveline (4:33)
4. Baby (4:21)
5. Sex & The Devil (3:39)
6. Open Letter (1:24)
7. Nympho (3:41)
8. Innocence (5:08)
9. Lucifer (5:21)
10. Essex Girl (4:19)
11. Tell Me (3:38)
12. Bride Of Christ (4:15)
13. Diva (3:20)

Gesamtspieldauer: 53:18




Rockbitch war eine britische Hard Rock / Metal Band, die hauptsächlich aus Frauen bestand. Berühmt und in so mancher Munde waren sie gar nicht mal wegen ihrer Musik, sondern eher aufgrund ihrer Live-Auftritte. Der Name Rockbitch scheint dabei Programm gewesen zu sein. Diese Auftritte hatten es nämlich in sich, denn nicht selten tanzten die Damen dabei nackig über die Bühne. Auch wurden auf der Bühne sexuelle Praktiken vollzogen, was ihnen selbstverständlich großen Ärger einbrachte. „Motor Driven Bimbo“ ist übrigens das einzige Album, welches die Band im Jahr 1999 auf dem Label Steamhammer veröffentlichte. Eine zweite Scheibe mit dem Titel „Psychic Attack“ wurde zwar 2002 fertiggestellt, es kam jedoch nicht mehr zu einer Veröffentlichung.

Die Musik auf „Motor Driven Bimbo“ ist keinesfalls eine schlechte, wie man vielleicht vermuten könnte, aufgrund der Geschichte der Band und deren Ende, bei dem es dann noch nicht mal mehr zur Veröffentlichung eines bereits fertiggestellten Albums kam. Auf „Motor Driven Bimbo“ hört man gut gemachten und zumeist sogar eingängigen Hard Rock bis Metal, der sich durchaus von dem ihrer männlichen Kollegen unterscheidet, da er etwas differenzierter ist. Die Texte behandeln zumeist sexuelle Themen, man muss sich über die Performances auf der Bühne also nicht allzu sehr wundern.

Die einzelnen Lieder gehen durchaus ins Ohr, enthalten neben den, in diesen Genres obligatorischen Gitarren, allerdings auch melodietragende Synthesizer-Abschnitte. Der Gesang weiß nicht immer zu überzeugen, vielleicht liegt das allerdings auch nur daran, dass hier die Sängerin ab und an versucht sehr tief zu singen, was bei einer Frau – zumindest in diesem Fall – allerdings etwas seltsam klingt. Frauen in einem zutiefst männlichen Genre, das klingt hier sehr überzeugend. Der einzige Titel auf „Motor Driven Bimbo“, der hier aus dem Rahmen fällt ist die letzte Nummer, „Diva“, bei der man auch Streicher hört und die deutlich weniger bis gar nicht mehr nach Metal klingt, sondern sehr viel eher nach Pop.

Fazit: Interessant klingt „Motor Driven Bimbo“ auf jeden Fall. Keine Ahnung, ob die Musikerinnen diese Performances auf der Bühne noch nötig hatten. Die Musik klingt kraftvoll und eingängig zugleich. Sicherlich kein Jahrhundertalbum oder etwas absolut Außergewöhnliches, interessant allerdings durchaus. Wer auf die härteren Töne steht und sich auch nicht an sehr direkter und oft ausfallender Sprache stößt, der oder dem dürfte „Motor Driven Bimbo“ von Rockbitch gefallen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Eveline, Innocence, Tell Me, Diva



(( Für die offiziellen Videos der Band benötigt ihr einen Altersnachweis, da die Damen nackig sind ;-) ))



Dienstag, 7. Juni 2016

Blitzkids MVT – Silhouettes




Blitzkids MVT – Silhouettes


Besetzung:

All instruments by:

T. Peters
M. Pittner
S. Marx


Gastmusiker:

L. Kunstmann – guitar


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Dance, Synthie-Pop


Trackliste:

1. Water (2:59) 
2. Blinded (3:18) 
3. Heart On The Line (3:42)
4. My Delirium (3:29)
5. Black & White (3:31)
6. Break Free (3:16)
7. Idiot (3:07)
8. Cold (3:21)
9. Mirror (4:24)
10. Electrify (3:43)
11. Hush (4:11)
12. Pegasus (4:07)

Gesamtspieldauer: 43:12




Blitzkids MVT, wobei das „MVT“ für Movement steht, ist ein Berliner Musikprojekt. Die Sängerin nennt sich NOMI, nach Klaus Nomi. Dazu eines gleich vorweg: Mit der Musik des Klaus Nomi hat dies hier gar nichts zu tun. Das erste Album dieses „Projekts“ nennt sich „Silhouettes“ und wurde im Jahr 2013 veröffentlicht. Und schließlich, liest man Rezensionen im Internet zu dieser Scheibe, wird diese mit Lobhymnen überhäuft und ich merke, dass ich langsam alt werde.

Auf „Silhouettes“ hört man tanzbaren Synthie-Pop, kommerziell bis in den letzten Takt, der manchmal nach Dieter Bohlen, dann wieder nach „Was weiß ich“ klingt. Das ist alles, nur nicht interessant, unterhaltend, eingängig oder gut. Bumm-Tsching-Bumm-Tsching. Das ist der Rhythmus, der sich über die ganze Scheibe zieht. Schön künstlich natürlich. Ein einziges Mal gibt es ein anderes Instrument, als einen Synthesizer zu hören. Dieser Glücksmoment ereignet sich bei dem Lied „Idiot“ in Form einer Gitarre. Definitiv der Höhepunkt auf „Silhouettes“.

Ich tue mich schwer damit daran zu glauben, dass solche Musik jemand kauft oder anhört, die oder der bereits über Achselbehaarung verfügt – abrasierte zählt da nicht, sie muss wachsen. Unterstützung erhalte ich mit dieser These dadurch, dass es das Album neu bereits für 3,99 Euro zu kaufen gibt, für kleines Taschengeld also.

Fazit: Tanzbaren Synthie-Pop liefern die Blitzkids MVT hier auf ihrer ersten Scheibe ab. Alles klingt sehr künstlich, manchmal richtiggehend anbiedernd eingängig. Das dann allerdings jedoch so oberflächlich, dass man sich bereits während des Liedes an diesem zu überhören glaubt. Musik kann so schön sein und dann hört man plötzlich so etwas. Allenfalls einige wenige Ansätze kann man noch als gelungen ansehen, allerdings glaube ich fest daran, dass meine Beurteilung dieses Albums auf mein Alter zurückzuführen ist. Von daher, ihr zehnjährigen Tänzer, zögert nicht, greift zu, das Taschengeld gibt es sicher her. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Idiot



Montag, 6. Juni 2016

Andrea Schroeder – Where The Wild Oceans End




Andrea Schroeder – Where The Wild Oceans End


Besetzung:

Andrea Schroeder – vocals


Gastmusiker:

Dave Allen – bass
Jesper Lehmkuhl – guitars
Chris Eckman – keyboards
Chris Hughes – drums
Catherine Graindorge – violin, viola


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Dark Folk, Gothic Folk


Trackliste:

1. Dead Man's Eyes (3:54) 
2. Ghosts of Berlin (4:39) 
3. Until the End (3:50)
4. Helden (5:11)
5. Fireland (3:32)
6. The Spider (3:58)
7. Where The Wild Oceans End (4:18)
8. The Rattlesnake (2:56)
9. Summer Came To Say Goodbye (3:57)
10. Walk Into The Silence (4:06)

Gesamtspieldauer: 40:26




„Where The Wild Oceans End” heißt das zweite Studioalbum der Berlinerin Andrea Schroeder. Im Jahr 2014 wurde es auf dem Label Glitterhouse Records veröffentlicht. Zu hören ist darauf eine Art Gothic Folk, tief und dunkel, den Andrea Schroeder in neun Fällen zusammen mit dem dänischen Gitarristen Jesper Lehmkuhl geschrieben hat. Der Titel „Helden“ ist die Cover-Version des David Bowie Liedes „Heroes“, welches dieser ebenfalls bereits in Deutsch eingesungen hat. Produziert wurde das Ganze von Chris Eckman, der hier auf diesen Seiten ja auch schon mehrmals Erwähnung fand.

Die Musik der Andrea Schroeder klingt dunkel und düster auf „Where The Wild Oceans End”. Im Zentrum aller darauf enthaltener Lieder, steht sicherlich die tiefe Stimme der Sängerin, die einen durchaus in den Bann zu ziehen weiß. Diese Mischung aus dunkler Atmosphäre, tiefer Stimme und dazu noch die Streichereinlagen der Catherine Graindorge lassen die Musik allerdings auch etwas getragen wirken. Das ist sicherlich ein bewusst gesetztes Stilmittel, ein klein wenig mehr „Hoffnung“ hätte dem Album jedoch nicht geschadet. Solche, fast schon brachiale Ausbrücke mit stark verzerrter Gitarre, wie beim Stück „Rattlesnake“, hellen die Platte zwar keineswegs stimmungsmäßig auf, dafür jedoch ein klein wenig stilistisch.

Genug „gemeckert“, denn „Where The Wild Oceans End” ist wahrlich ein beeindruckendes Album geworden. Es ist nämlich genau diese düstere Atmosphäre, die dann diese Platte zu etwas sehr Intensiven werden lässt. Alle zehn auf der Scheibe enthaltenen Titel sind melodiös und gehen ins Ohr. Und wenn es dann doch mal etwas schräger oder lauter wird – was zugegebenermaßen selten passiert – so lockert dies alles lediglich ein wenig auf. Am überzeugendsten sind dabei der Opener „Dead Man's Eyes“, ein Lied was sehr „unter die Haut geht“ und etwas zurücklässt. Ebenfalls sehr gelungen klingt „Spider“. Auch diese Nummer geht ins Ohr, klingt jedoch irgendwie ein wenig fordernder und auch rockiger als der Rest. Sehr überzeugend. Die restlichen acht Titel wirken ebenfalls, wenn auch das Original des Titels „Helden“ von David Bowie noch überzeugender klingt. Aber so ist das ja häufig mit Cover-Songs – zumindest wenn sie nicht von Johnny Cash nachgespielt und nachgesungen werden.

Fazit: Es ist die Stimmung, die transportierte Atmosphäre, die dieses Album ausmacht und es zu einem gelungenen werden lässt. Stimme, Musik und Instrumentierung klingen düster und dunkel. Dazu allerdings auch packend und eingängig melodiös. „Where The Wild Oceans End” ist ein Album, welches über Tiefgang verfügt, keine 08/15-Musik für seine Hörerinnen und Hörer bereithält. Musik, die nicht ganz alltäglich ist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Dead Man's Eyes, Spider



Sonntag, 5. Juni 2016

Rummelsnuff – Sender Karlshorst




Rummelsnuff – Sender Karlshorst


Besetzung:

Roger Baptist – Gesang

Ohne weitere Instrumenten- oder Musikerangaben


Label: Out Of Line Music


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Elektro-Punk


Trackliste:

1. Der Heizer (3:25)
2. Freier Fall (3:58)
3. Eindruck Schinden (3:25)
4. Donnerbolzen (2:12)
5. Pumper (3:52)
6. Salzig schmeckt der Wind (3:48)
7. Mandy (3:47)
8. Winterlied (2:57)
9. Nathalie (3:51)
10. Boxerlied (2:52)
11. Der Sieg Ist Pflicht (2:23)
12. Stalinallee (4:13)
13. Wolgastrom (3:29)
14. Wenn Du Aus Dem Leben Schwindest (3:23)
15. Hombres Hombres (3:02)

Gesamtspieldauer: 50:42




„Sender Karlshorst“ nannte Roger Baptist alias Rummelsnuff sein zweites Studioalbum, welches im Jahr 2010 auf dem Label Out Of Line Music veröffentlicht wurde. Zu hören ist darauf sehr elektronische Musik, die nur ab und zu um „greifbare“ Instrumente ergänzt wird. Dazu gesellt sich die tiefe Stimme des Roger Baptist, die so klingt, wie man sich einen knuddeligen Brummbär vorstellt. Wenn man ihn dann auch noch auf dem Cover und im Booklet sieht, dann wird dieses Bild noch weiter abgerundet.

Die Texte handeln von Sport und der Seefahrt und ganz besonders häufig ist dabei auch Russland oder die ehemalige Sowjetunion ein Thema. Das klingt alles sehr skurril und man ist sich nicht ganz sicher, ob der liebe Rummelsnuff einen nicht nur mit dieser Musik veralbert und staunend dasitzt und sich wundert, dass es wirklich Menschen gibt, die so etwas kaufen. Ein klein wenig klingt es nämlich nach Comedy auf „Sender Karlshorst“ und ich befürchte leider, dass dies gar nicht so gemeint ist, sondern ernsthaft versucht wird, hier interessante Musik für die Hörer darzubieten.

Nun, auch dies wird sicherlich seine Hörer finden, wobei die Musik so Testosteron-geschwängert ist (Oh welch Paradoxon), dass Hörerinnen wohl deutlich weniger mit dieser Musik und diesen Liedern anzufangen wissen. Drei Cover-Versionen sind auf der Platte enthalten. Neben dem durch Barry Manilow bekannt gewordenen „Mandy“ sind das noch „Nathalie“ und das „Boxerlied“. Dabei bleibt festzuhalten, dass mit „Mandy“ hier der absolute Tiefpunkt erreicht wurde. Unfassbar, schlechter geht es fast nicht mehr. Dieser Gesang in Verbindung mit den elektronischen Klängen und einem hanebüchen schlechten Text, das alles lässt einen innerlich erzittern und jagt einem kalte Angstschauer über den Rücken. Leider sind die eigenen Titel des Rummelsnuff auch nicht viel besser, sodass die ganze Platte wie ein gewagter Versuch klingt, etwas Neues zu machen, der allerdings scheiterte. Aber etwas Neues ist diese Musik dann trotzdem, das kann man Roger Baptist wahrlich nicht absprechen. Leider macht das diese Musik nur leider keinen Deut besser.

Fazit: Wirklich außergewöhnliche Lieder hört man auf „Sender Karlshorst“ von Rummelsnuff. Sehr elektronische Klänge in Verbindung mit einer brummigen Stimme, die nur so vor Manneskraft strotzt. Das Ganze klingt mehr nach Comedy, als nach ernst gemeinter Musik und wahrscheinlich benötigt man eine ordentliche Prise Humor, um das Album wirklich ganz durchhören und genießen zu können. Vier Punkte.

Anspieltipps: Freier Fall, Wolgastrom



Samstag, 4. Juni 2016

Keith Jarrett – Concerts




Keith Jarrett – Concerts


Besetzung:

Keith Jarrett – piano


Label: ECM Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Jazz


Trackliste:

1. Part I (21:54)
2. Part II (12:04)
3. Untitled (9:30)
4. Heartland (6:03)

Gesamtspieldauer: 49:32




Am 28. Mai 1981 gab der Jazz Pianist Keith Jarrett im Festspielhaus zu Bregenz, Österreich, ein Konzert, welches anschließend im Herbst desselben Jahres auf dem Label ECM Records veröffentlicht wurde. Zu hören ist darauf eine Improvisation des US-Amerikaners, die er mit vollem Körpereinsatz einspielt. Man hört ihn neben seinem Pianospiel summen und brummen, seufzen und ächzen, singen und stöhnen, stampfen und wischen. Das klingt mitunter sehr überraschend, manchmal sogar ein klein wenig skurril, macht das gesamte Hörerlebnis allerdings nur noch ein wenig mehr einnehmend.

Das Bregenzer Konzert beinhaltet vier Abschnitte, die allesamt durchaus eingängig sind. Mal etwas fordernder, mal ganz sanft und zart, bearbeitet Keith Jarrett das Piano und entlockt diesem wunderschöne Läufe, die ins Ohr gehen und beeindrucken. Mal klingt es zwar auch etwas schräger, verwirrender, doch ist auch dieses Album des Jazz Pianisten alles andere als eine Free Jazz Improvisation. Vielmehr entwickelt Keith Jarrett hier immer wieder neue, eingängige Melodiebögen, die zum Teil auch ohne großartige Umwege direkt ins Ohr der Zuhörer gehen.

Trotzdem benötigt man für dieses Album einige Durchläufe. Es scheint geradezu so, als ob sich die Musik erst setzen muss, um von der Hörerin, vom Hörer völlig erschlossen werden zu können. Gibt man diesen Klängen allerdings die Zeit zu „reifen“, indem man ihnen mehrere Durchläufe und eines gewisses Maß an Konzentration einräumt, so werden viele Melodiebögen plötzlich offener, einnehmender, vertrauter und auch konsequent logischer. Plötzlich entdeckt man hier etwas Neues, dort etwas Interessantes und die Musik scheint anzuschwellen, zu wachsen, wichtiger zu werden.

Fazit: Eine weitere jazzige Improvisation für den eher gemäßigten Musik-Markt hat Keith Jarrett mit diesem Bregenzer Piano-Konzert vorgelegt. Man muss kein Jazz-Kenner und schon gar kein Jazz-Freund sein, um mit dieser Art der Musik etwas anfangen zu können. Die Melodien auf „Concerts“ gehen ins Ohr, auch wenn sie dies nicht ohne weiteres gleich beim ersten Durchlauf schaffen. Mit jedem weiteren Durchgang wächst dieses Album allerdings. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Part I


(Die GEMA verhindert hier jegliche YouTube Wiedergabe. In anderen Ländern ist dies kein Problem.)


Freitag, 3. Juni 2016

Heidi Happy – Flowers, Birds And Home




Heidi Happy – Flowers, Birds And Home


Besetzung:

Heidi Happy – flute, glockenspiel, all vocals


Gastmusiker:

Ephrem Lüchinger – rhodes
Michel Gsell – violin
Markus Wieser – viola
Nicola Romano – cello
Andreas Tschopp – trombone
Anomé Pousaz – double bass
Arno Trozler – drums
Stephan Diethelm – vives
Gregor Heini – guitar


Label: Little Jig Records


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Kammer-Pop, Folk, Pop-Jazz


Trackliste:

1. Hush (5:27)
2. Turn (0:45)
3. Fool (2:38)
4. I Think I'm In Love (3:27)
5. Fulltime Running (2:28)
6. Instrumental One (2:55)
7. Deheree (0:44)
8. Spring (1:46)
9. I Understand (2:46)
10. Why (3:47)
11. I've Got Something (2:20)
12. Instrumental Two (0:48)
13. Home (2:51)
14. Take Four (3:18)
15. Push The Door (4:05)
16. You And Your Moods (4:07)
17. Instrumental Three (1:00)
18. O-o-oh (3:29)

Gesamtspieldauer: 48:48




„Flowers, Birds And Home“ heißt das zweite Studioalbum der Schweizerin Priska Zemp alias Heidi Happy. Im Jahr 2008 wurde die Scheibe auf Little Jig Records veröffentlicht und ist angefüllt mi sehr eingängiger Musik, die meistens sehr still klingt, durchaus auch mal swingt und gerade durch eine relativ ungewöhnliche Instrumentierung positiv auffällt. „Flowers, Birds And Home“ ist wahrlich nichts Alltägliches.

Stilistisch ist das Ganze nur sehr schwer einzuordnen. Eine Art Kammer-Pop, die auch Elemente des Pop-Jazz enthält. Streicher und Posaune spielen dabei eine zentrale Rolle, allerdings nur neben der schönen Stimme der Priska Zemp, die im Vordergrund wie auch als Hintergrundchor zu überzeugen weiß. Die Stimmung auf „Flowers, Birds And Home“ ist zumeist eine melancholische bis sentimentale. Traurig wirkt die Musik dabei selten, sehr viel eher nachdenklich. Und diese süße Melancholie, die jedem der achtzehn Titel anhaftet, diese geht ins Ohr, umschmeichelt es und bleibt auch länger erhalten.

Die Zusammenstellung der achtzehn Lieder ist sehr gelungen. Die Notwendigkeit hier ein Lied zu überspringen, besteht definitiv nicht. Sehr gelungen sind dabei auch die kurzen instrumentalen Titel, die ebenfalls sofort ins Ohr gehen und die man sich sogar gerne noch etwas länger gewünscht hätte. Höhepunkte gibt es auf „Flowers, Birds And Home“ eine ganze Menge. Da ist der wunderschöne Opener „Hush“, das sanfte „Home“, das getragene „Take Four“, was nun wirklich auch traurig klingt oder das eingängige und ein klein wenig an Tori Amos erinnernde „You And Your Moods“. Im Grunde genommen hätte ich hier allerdings auch jeden anderen Titel aufführen können, denn die Musik der Heidi Happy wirkt.

Fazit: Wer die sanften und zarten und trotzdem ausdrucksstarken Momente in der Musik sucht, die oder der wird mit „Flowers, Birds And Home“ von Heidi Happy genau das finden, was sie beziehungsweise ihn begeistern wird. Die Musik ist dabei sehr feminin, ein Mann könnte diese hier erzeugten Atmosphären wohl sehr viel weniger beziehungsweise lediglich schlechter transportieren. Alles ist rund und melodisch auf dieser Scheibe, die viel melancholische bis sentimentale Musik bereithält. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hush, Instrumental One, You And Your Moods



Donnerstag, 2. Juni 2016

Cat Stevens – Profile




Cat Stevens – Profile


Besetzung:

Cat Stevens – vocals, guitar


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Decca


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Folk, Pop


Trackliste:

1. The First Cut Is The Deepest (3:00)
2. Where Are You (3:00)
3. Portobello Road (2:23)
4. Image Of Hell (3:02)
5. I’m So Sleepy (2:19)
6. The View From The Top (3:28)
7. Here Comes My Baby (2:51)
8. The Tramp (2:05)
9. Blackness Of The Night (2:27)
10. Come On Baby (Shift That Log) (3:48)
11. Humming Bird (2:31)
12. Matthew & Son (2:40)

Gesamtspieldauer: 33:34




Die Platte „Profile“ von Cat Stevens ist kein „Best Of…“-Album, sondern eine krude und absolut sinnfreie Zusammenfassung der ersten beiden Cat Stevens Alben „Matthew & Son“ sowie „New Masters“, die im März beziehungsweise Dezember des Jahres 1967 veröffentlicht wurden. „Where Are You“, „Image Of Hell“ sowie „The View From The Top“ hatten es dabei noch nicht einmal auf eines der Alben geschafft und wurden auch bei der Wiederveröffentlichung auf CD im Jahre 1989 als Bonus Tracks mit dazu gepackt.

Der Grund dieser seltsamen Zusammenstellung liegt bei der Plattenfirma. Nach dem zweiten Album verließ Cat Stevens nämlich Decca Records und da er anschließend den großen Durchbruch schaffte, wollte wohl seine alte Plattenfirma mit dem ersten Material des Cat Stevens auch noch mal Umsatz generieren. Hier kann wirklich jedem Musikhörer nur dazu geraten werden zu den Einzelalben zu greifen, die nun auch mit den entsprechenden Zusatztiteln ausgestattet wurden.

Auf der Scheibe hört man also eine Mischung der ersten Titel des Cat Stevens. Sonderlich beeindruckend klingt dies alles noch nicht, auch wenn man bereits die Ansätze heraushört, die den Briten zu einem sehr guten Songschreiber nur wenige Jahre später werden ließen. Trotzdem, so richtig überzeugend klingt Cat Stevens hier noch nicht. Mitunter sind auch die Lieder mit Streichern quasi zugekleistert, sodass alles ein wenig sehr süßlich wirkt. Auch wurden hier zum Teil sogar ganze Orchester mit eingesetzt, welche die Lieder des Cat Stevens gar nicht nötig haben. Trotzdem bleiben auch in dieser Mixtur noch ein paar sehr eingängige Nummern übrig, die vielleicht nicht ganz die Klasse manch späteren Titels des Cat Stevens besitzen, anhören kann man sich das allerdings gut, wenn man Folk und Soft Pop mag.

Fazit: Auch die ersten beiden Platten des Cat Stevens hören sich „ganz nett“ an. Die Lieder zünden noch nicht ganz so, wie auf den Alben der 70er Jahre, trotzdem klingt auch hier alles schon ziemlich melodiös und eingängig, wenn auch noch nicht sonderlich nachhallend. Das Ärgernis an dieser Scheibe ist allerdings die Zusammenstellung, die absolut willkürlich stattfand und wohl nur getätigt wurde, um einen kleinen Bissen des Erfolgs-Kuchens mit abzubekommen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Where Are You, The Tramp



Mittwoch, 1. Juni 2016

Selig – Selig




Selig – Selig


Besetzung:

Jan Plewka – Gesang
Lenard „Leo“ Schmidthals – Bass
Christian Neander – Gitarre
Stephan „Stoppel“ Eggert – Schlagzeug
Malte Neumann – Keyboard


Label: Epic Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Deutschrock


Trackliste:

1. Sie hat geschrien (4:07)
2. Mädchen auf dem Dach (4:28)
3. Wenn ich wollte (3:32)
4. Tina (4:19)
5. Die Besten (4:21)
6. Glaub Mir (3:29)
7. Ja (3:46)
8. Ohne dich (5:13)
9. High (5:22)
10. Frei (3:44)
11. Regenbogenleicht (2:26)
12. Hey, Hey, Hey (3:43)
13. Meinetwegen (4:18)
14. Fadensonnen (8:25)

Gesamtspieldauer: 1:01:21




Musikgeschmäcker können wahrlich so unterschiedlich sein. Liest man nämlich im Internet irgendwelche Bewertungen der ersten Scheibe der Hamburger Band Selig, so stößt man da auf Lob, praktisch ausschließlich auf Lob. Das erste, selbstbetitelte Album der Band aus dem Jahr 1994, welches auf Epic Records veröffentlicht wurde, wird wie die Innovation der Musik schlechthin angepriesen. Selig als Messias des deutschsprachigen Rocks. Das muss man allerdings nicht unbedingt so sehen.

Die Scheibe klingt gut, wenn die fünf Hamburger rocken. Das Ganze wird allerdings schon deutlich schwieriger, wenn die Musiker glauben auch noch mal funkig klingen zu müssen, wie bei den Titeln „Glaub Mir“ und auch noch ein wenig bei „Ja“. Zwar rocken Selig hier auch, trotzdem können gerade diese Titel so überhaupt nicht zünden. Auch ansonsten fehlt es der Scheibe ein wenig an den Melodien, die sich einprägen und auch mal länger hängenbleiben. Diese absolut herausragenden Lieder, die fehlen leider auf dieser Scheibe, die allerdings insgesamt gesehen und gehört keinen schlechten Eindruck hinterlässt.

Also genug gemeckert, denn schlecht ist diese Debut-Scheibe keinesfalls. Solche Titel wie „Tina“ und  „Die Besten“ rocken gut und gehen dann doch auch ins Ohr, auch wenn sie keine Ohrwürmer im herkömmlichen Sinne darstellen. Eine Nummer wie „Fadensonnen“ zeigt dann dagegen die ruhigere und etwas zurückhaltende Seite der Band. Hier klingen Selig nun auch sehr melodiös und eingängig. Das Lied ist allerdings nur dreieinhalb Minuten lang. Zu hören gibt es hier – wie in den 90er Jahren von so vielen Bands, die das alle wohl furchtbar komisch und innovativ fanden – einen Hidden Track. Nach ziemlich viel Stille, die dem eigentlichen Titel folgt, hört man zum Schluss für zwölf Sekunden schließlich noch einen idiotischen Hidden Track. Das Besondere an der Musik von Selig auf „Selig“ ist allerdings auf jeden Fall die Art des Rocks, den sie hier ihren Hörerinnen und Hörern präsentieren. Diesen gibt es sonst nämlich nur in Verbindung mit der englischen Sprache. Deutsche Bands, die diese Art der Musik spielen, sind da sehr rar gesät. Zudem können die Texte von Selig überzeugen, die weit über das dumpfe „Ich liebe Dich, warum liebst Du mich nicht?“ hinausgehen.

Fazit: Rock Musik mit deutschen Texten, die so klingt wie von Selig, gibt es sonst kaum. Das macht die Band Selig und ihr gleichnamiges Debut-Album durchaus zu etwas Besonderem. Dass die fünf Hamburger dabei allerdings unfassbar innovativ wären, sei mal so dahingestellt. „Selig“ von Selig klingt – mal mehr, mal weniger. Hörenswert ist das allerdings allemal. Acht Punkte.

Anspieltipps: Tina, Die Besten, Fadensonnen



Dienstag, 31. Mai 2016

Papa Roach – Lovehatetragedy




Papa Roach – Lovehatetragedy


Besetzung:

Jacoby Shaddix – lead vocals
Jerry Horton – guitar, backing vocals
Tobin Esperance – bass guitar, backing vocals
Dave Buckner – drums, percussion


Label: DreamWorks Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Nu Metal, Alternative Metal


Trackliste:

1. M-80 (2:26)
2. Life Is A Bullet (4:05)
3. Time And Time Again (2:58)
4. Walking Thru Barbed Wire (3:04)
5. Decompression Period (3:59)
6. Born With Nothing, Die With Everything (3:49)
7. She Loves Me Not (3:29)
8. Singular Indestructible Droid (3:48)
9. Black Clouds (4:01)
10. Code Of Energy (4:04)
11. Lovehatetragedy (3:13)


Bonus Tracks:

12. Gounge Away (2:07)
13. Never Said It (3:05)

Gesamtspieldauer: 44:16




„Lovehatetragedy“ nannte die US-amerikanische Hard Rock Band Papa Roach aus Vacaville, Kalifornien ihr drittes Studio-Album, welches im Juni 2002 bei DreamWorks Records veröffentlicht wurde. Die Scheibe war zwar längst nicht mehr so erfolgreich wie der Vorgänger „Infest“, erreichte allerdings in den USA, Kanada und Großbritannien immerhin noch Gold-Status. Grund hierfür war wohl, dass viele der Fans etwas enttäuscht waren, da dieser Mix aus HipHop und Rock nicht mehr allzu stark auf „Lovehatetragedy“ vertreten ist. Die Band bewegt sich mit diesem Album schon ein wenig mehr in den Weiten des Mainstream von Metal und hartem Rock.

Beim Hören von „Lovehatetragedy“ bekommt man ordentlich was auf die Ohren, denn Kompromisse wollten die vier Kalifornier anscheinend in Bezug auf die Härte der Musik dann doch keine eingehen. Papa Roach knallt einem fast schon die Akkorde entgegen, da wird gerockt und geschrien, was die Instrumente und die Stimmen eben hergeben. Waren Rap-Einlagen in der Musik von Papa Roach früher ein gängiges Stilmittel so wurde dies, wie bereits erwähnt, nun auf „Lovehatetragedy“ sehr weit zurückgefahren. Aggressiv und absolut energiegeladen klingt die Musik allerdings immer noch. Jedoch hört man auf dieser Scheibe nunmehr harten Gitarrenrock und deutlich weniger von diesem Rap-Metal-Rock-Mix. Somit ist die Platte eher was für die breitere Musikhörerschaft geworden, haben sich Papa Roach damit sicherlich neue Hörergruppen erschlossen, andere vielleicht verloren.

Gut, es knallt und fetzt auf „Lovehatetragedy“. Genau das möchte so mancher Headbanger auch hören. Allerdings fehlt mir dabei ganz klar die Abwechslung. Die einzelnen Lieder ähneln sich durchaus, zum Teil sogar sehr. Kann gut sein, dass dies damit zu begründen ist, dass ab einer gewissen Härte die Melodie dann doch etwas in den Hintergrund rutscht, auf diesem Album lässt sich das zumindest sehr gut nachvollziehen.

Fazit: Harter Sound, schnelle Riffs, oftmals schreiender Gesang. Das erwartet die Hörerin und den Hörer auf „Lovehatetragedy“. Sicherlich etwas für Freunde der aggressiven und kompromisslosen Töne und auch allgemein für Rock Fans durchaus geeignet. Leider ist das Ganze allerdings auch ein wenig langweilig geraten, da sich die Lieder schon ziemlich ähneln und letztendlich dann sogar ein wenig austauschbar klingen. Die Musik wirkt durchaus, jedoch hätte ich persönlich jetzt nicht allzu viel verpasst, wenn diese Scheibe an mir vorbeigegangen wäre, da es von Musik dieser Art durchaus eine ganze Menge gibt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Decompression Period, Black Clouds



Montag, 30. Mai 2016

Eisbrecher – Eisbrecher




Eisbrecher – Eisbrecher


Besetzung:

Alexander Wesselsky – vocals
Noel Pix – instruments


Label: Zyx Music


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Neue Deutsche Härte, electronischer Gothic Rock


Trackliste:

1. Polarstern (2:32)
2. Herz steht still (3:55)
3. Willkommen im Nichts ( 4:09)
4. Schwarze Witwe (3:52)
5. Ruhe (0:57)
6. Angst? (4:17)
7. Fanatica (3:22)
8. Taub-stumm-blind (5:14)
9. Dornentanz (4:14)
10. Hoffnung (2:17)
11. Eisbrecher (4:04)
12. Frage (4:20)
13. Zeichen der Venus (4:09)
14. Mein Blut (4:24)
15. Sakrileg 11 (4:23)
16. Fanatica (Club Mix) (5:15)

Gesamtspieldauer: 1:01:31




„Eisbrecher“ nannten Alexander Wesselsky und Noel Pix, die ehemaligen Megahertz-Mitglieder, sowohl ihre neue „Band“, wie auch deren ersten Output, das Debutalbum, welches im Jahr 2004 bei Zyx Music veröffentlicht wurde. Zu hören gibt es darauf die sogenannte „Neue Deutsche Härte“, was sich stilistisch nach sehr, sehr viel Elektronik anhört und irgendwo zwischen Rammstein und Gothic Rock zu schweben scheint und praktisch immer eher „hart“ klingt.

Wahrlich, die sechzehn Titel des Debuts klingen fast allesamt hart, dicht und treibend, was nicht zuletzt den fetten Beats zuzuschreiben ist, die sich dumpf stampfend durch die meisten Titel ziehen. Dazu gesellt sich der martialisch klingende Gesang des Alexander Wesselsky, den man eben mögen muss – oder weniger damit anfangen kann. Wobei das Wort „Gesang“ den Kern der Sache auch nicht ganz trifft, allerhöchstens ist dies nämlich eine Art Sprechgesang, die hier sehr kalt zum Besten gegeben wird. Die Texte reißen einen dabei allerdings nicht von den Sitzen, sind im Grunde genommen eher absolut aussagefrei, austauschbar und weniger interessant.

Höhepunkte gibt es dann, wenn sich die einzelnen Titel etwas abheben vom Rest, sich unterscheiden vom Allerlei. Der kurze Titel „Ruhe“ beschert einem wirklich etwas Ruhe – und das ist in diesem Fall sogar sehr wohltuend. „Dornentanz“ weiß dadurch zu überzeugen, dass die Nummer ins Ohr geht. Gleiches gilt für „Mein Blut“. Letztere Nummer unterscheidet sich auch noch dadurch, dass es hier pastorale Klänge zu hören gibt, die das Ganze noch ein wenig auflockern.

Fazit: Auf „Eisbrecher“ von Eisbrecher hört man harte, elektronische Musik im Stile der Neuen Deutschen Härte. Kraftvoll wirkt das Ganze durchaus und auch kompromisslos. Dabei allerdings auch mit der Zeit etwas langweilig und etwas zu kühl und steril. In irgendwelchen dunklen Clubs kann der ein oder andere Titel sicher zum Abtanzen taugen, ansonsten ist dieser poppig-elektronische Gothic-Sound allerdings nicht sonderlich überzeugend. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Ruhe, Dornentanz, Mein Blut



Sonntag, 29. Mai 2016

Great White – Let It Rock




Great White – Let It Rock


Besetzung:

Jack Russell – lead and backing vocals
Mark Kendall – guitars, backing vocals
Michael Lardie – guitars, keyboards, banjo, flute, backing vocals
Audie Desbrow – drums


Gastmusiker:

Dave Spitz – bass
Cody McDonald – harmonica
Steffen Pressley – alto sax
Lovely Previn – violin
Don Teschner – viola
Martin Tillman – cello


Label: Imago Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Hard Rock, AOR


Trackliste:

1. My World (5:26)
2. Lil Mama (4:26)
3. Where Is The Love (4:23)
4. Hand On The Trigger (5:18)
5. Easy (4:26)
6. Pain Overload (4:40)
7. Lives In Chains (6:16)
8. Anyway I Can (6:05)
9. Man In The Sky (4:38)
10. Ain't No Way To Treat A Lady (2:45)
11. Miles Away (5:32)

Gesamtspieldauer: 53:59




„Let it Rock“ heißt das achte Studioalbum der US-amerikanischen Hard Rock Band Great White. Im Mai des Jahres 1996 wurde es auf dem Label Imago veröffentlicht. Angefüllt ist die Scheibe mit Hard Rock, der absolut unter der Überschrift „Mainstream“ einzuordnen ist. „Adult Oriented Rock“, also Rock-Musik für den jungen amerikanischen Mann, ist auf „Let It Rock“ zu hören. Geradlinig und sehr angepasst das Ganze.

Das wiederum bedeutet, wer hier auf etwas Besonderes in der Musik von Grat White wartet, die oder der dürfte schwer enttäuscht werden. Die Musik der Band läuft so mit und auch nach vielen Durchläufen der Scheibe ändert sich daran wenig. Kaum ein Lied, welches einen mal Aufhorchen lässt. Dabei ist die Musik von Great White noch nicht mal schlecht, allerdings leider irgendwie belanglos und langweilig.

Die einzelnen Melodien gehen zwar ins Ohr, verabschieden sich daraus aber sofort nach dem Ausklang des entsprechenden Liedes wieder. Leider gilt das für ziemlich jeden Titel auf „Let It Rock“. Nun, und auch die unfassbar langweiligen Texte, bei denen das Thema „Liebe“ „innovativ“ und ziemlich gründlich von allen Seiten beleuchtet wird, tragen nicht gerade dazu bei, hier eine Hochstimmung oder eine gewisse Neugier aufkommen zu lassen. Noch am ehesten gelungen sind das über sechsminütige und dieses Mal sogar etwas abwechslungsreiche „Anyway I Can“, sowie der darauf folgende und deutlich sanftere Titel „Man In The Sky“. 

Fazit: Ein Mainstream-Hard-Rock-Album ist „Let It Rock” von Great White geworden. Wer hierauf etwas Neues oder Spektakuläres erwartet, dürfte nicht fündig werden. Aber natürlich hat die Scheibe durchaus einen gewissen Unterhaltungswert und Freunde des Hard Rock dürften darauf auch den einen oder anderen Titel für sich entdecken. Für mich klingt das allerdings jedoch irgendwie langweilig, auch wenn die Musik von Great White sicherlich keine schlechte ist. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Anyway I Can, Man In The Sky



Samstag, 28. Mai 2016

Dire Straits – On Every Street




Dire Straits – On Every Street


Besetzung:

Mark Knopfler – vocals, guitar
John Illsley – bass
Alan Clark – organ, piano, synthesizer
Guy Fletcher – synthesizer, backing vocals
Chris White – flute, saxophone


Gastmusiker:

Danny Cummings – percussion
Paul Franklin – pedal steel guitar, acoustic lap steel
Vince Gill – guitar, backing vocals
Manu Katché – percussion, drums
George Martin – conductor, string arrangements
Phil Palmer – guitar
Jeff Porcaro – drums, percussion


Label: Vertigo Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Rock


Trackliste:

1. Calling Elvis (6:27)
2. On Every Street (5:04)
3. When It Comes To You (5:01)
4. Fade To Black (3:50)
5. The Bug (4:16)
6. You And Your Friend (5:59)
7. Heavy Fuel (4:56)
8. Iron Hand (3:09)
9. Ticket To Heaven (4:25)
10. My Parties (5:33)
11. Planet Of New Orleans (7:48)
12. How Long (3:49)

Gesamtspieldauer: 1:00:21




Ganze sechs Jahre dauerte es, bis Mark Knopfler mit seiner Band Dire Straits den Nachfolger für das Album „Brothers In Arms“ einer gespannten Öffentlichkeit präsentierte. „On Every Street“ war das sechste und letzte Studio-Album, was unter der „Überschrift“ Dire Straits veröffentlicht wurde und erschien im September 1991 erneut bei Vertigo Records. Mark Knopfler, Gitarrist, Sänger und Ideengeber der Band, sollte allerdings bis einschließlich 2015 noch neun Solo-Alben nachschieben.

Die Platte verkaufte sich immer noch gut, kam aber selbstverständlich nicht mehr an die Zahlen von „Brothers In Arms“ heran. Die Meinung der Kritiker wie der Fans fiel dabei sehr unterschiedlich aus und reichte von „Ein würdiger Nachfolger“ bis „Das war ja gar nichts mehr“. Nun, die Musik auf „On Every Street“ war eine andere geworden. Zwar lassen sich die Lieder immer noch eindeutig den Dire Straits zuordnen, was allerdings nicht immer an der Musik selbst liegt, sondern eben auch an der Stimme des Mark Knopfler. Dass die Fans der vorherigen Platten Schwierigkeiten mit einer Blues-Nummer wie „Fade To Black“ haben würden, war durchaus vorauszusehen.

Was allerdings wirklich ein klein wenig fehlt, auf diesem sechsten Dire Straits Album, das sind diese berauschenden Melodien und ebenso diese intensiven Stimmungen, die manche der Lieder auf „Love Over Gold“ oder „Brothers In Arms“ noch ausstrahlten und transportierten. Da war etwas vom Geiste der Musik der Band verloren gegangen ohne, dass die Lieder nun völlig missraten wären. Denn es gibt sie auch hier auf „On Every Street“, diese so sanften Nummern, wie zum Beispiel „You And Your Friend“. Und solch ein Lied klingt auch, allerdings mit der Einschränkung, dass es sich eben nicht mehr ganz so überzeugend anhört, nicht mehr ganz so ins Ohr geht, nicht mehr ganz diesen Effekt erzeugen kann, bei dem man beim Hören eines Liedes unbedingt Ruhe um sich herum erhofft, um sich ganz auf den Titel konzentrieren zu können.

Trotzdem klingt die Scheibe alles andere als schlecht oder langweilig. Gerade auch der Mix aus langsamen und rockigeren Liedern, darin eingestreut ein paar Blues- sowie sogar Country-Klänge, lassen die ganze Scheibe zwar nicht unbedingt einheitlich, jedoch durchaus abwechslungsreich klingen. Und ein paar Höhepunkte gibt es ja durchaus. Da ist der rockige Opener „Calling Elvis“, das verträumte Titellied „On Every Street“ oder das sanfte und intensive „Iron Hand“. Vieles vom Rest ist relativ unspektakulär und dieser wirklich krasse und langweilige Bluesausflug mit „Fade To Black“ ist genauso eine Ausnahme, wie der reine Country Titel „How Long“ und die wahrlich zu süßliche Nummer „Ticket To Heaven“. Bei letztgenanntem Titel kann man gut hören, dass zu viel Streicher eben auch nicht funktionieren.

Fazit: Es gibt sie, die wirklich schönen Stellen auf „On Every Street“. Diese sind allerdings nicht mehr ganz so üppig vorhanden wie noch auf den Vorgängern und vermögen einen auch nicht mehr in dieser Intensität zu packen. Einige wenige Ausreißer nach unten gibt es auf dem sechsten Album der Dire Straits und neben den Höhepunkten noch einige durchschnittliche Lieder. Nicht unbedingt der grandiose Abgang dieser so innovativen Band, allerdings hat es da auch schon deutlich schlechtere Abschiede gegeben. Acht Punkte.

Anspieltipps: Calling Elvis, On Every Street, Iron Hand