Freitag, 10. März 2017

Glamourboys – Glamourboys




Glamourboys – Glamourboys


Besetzung:

Toshi T. – vox, guitar
Hendrik Labuhn – guitar
Achim Fischer – bass
Thomas Hellriegel – drums


Label: InterPool Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Redeem Yourself (3:39)
2. Draggin' Around (2:51)
3. Petrified (6:01)
4. Going Under (4:13)
5. Things In Heaven (3:28)
6. Me & Myself (1:14)
7. The Real Thing (4:42)
8. Unreachable (7:23)
9. Personal Jesus (3:42)
10. Amber (2:37)
11. Happy Day (3:49)
12. Helpless (4:28)
13. Nameless Recall (5:42)
14. The Stinking Rose (6:13)

Gesamtspieldauer: 1:00:09




Die Glamourboys waren eine deutsche Band, die Ende des 20. Jahrhunderts wohl ihr einziges Album veröffentlichten, mehr habe ich über die vier Musiker nicht gefunden. Das Album hatte denselben Titel wie die Band selbst, „Glamourboys“ eben, erschien im Jahr 1999 auf dem Label InterPool Records und ist angefüllt mit durchaus eingängigem Alternative Rock, der den Glamourboys allerdings wohl doch nicht zum Durchbruch verhalf.

Ob es an dem wahrlich seltsamen Namen der Band lag, dass es mit dem Bekanntheitsgrad nicht weiter nach vorne ging, glaube ich eher weniger. Die Lieder der vier Musiker sind auch durchaus hörbar und unterhalten. Die einzelnen Nummern gehen dabei durchaus ins Ohr, allerdings besitzen sie nicht dieses gewisse Etwas, was sie zu „besonderen“ Liedern werden lässt. „Ganz nett“, möchte man fast sagen, aber das war es dann auch schon. „Glamourboys“ von den Glamourboys enthält zwar keine Ausreißer nach unten, allerdings eben auch nicht die Titel, die ein Album zu etwas ganz Wichtigem werden lassen.

Trotzdem, gut anhören lässt sich diese Platte, bei der man an keiner Stelle in Versuchung gerät, die Fernbedienung in die Hand zu nehmen und ein Lied zu überspringen. Auf „Glamourboys“ gibt es die sanfteren Lieder neben den harten Rockern, wie zum Beispiel das sehr kurze „Me & Myself“. Dabei kann festgestellt werden, dass die ruhigeren Titel von den Glamourboys besser ausgespielt wirken und klingen. Eine weite Spannbreite des Alternative Rock wird den Hörerinnen und Hörern auf jeden Fall geboten.

Fazit: Alternative Rock aus Deutschland gibt es für die Hörerinnen beziehungsweise Hörer auf „Glamourboys“ von den vier Glamourboys zu hören. Die Musik fegt einen nicht aus dem Raum, hat aber etwas und lässt sich immer wieder gut auflegen. Es gibt jede Menge Bands aus dem englischsprachigen Raum, die das nicht so hinbekommen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Real Thing, Unreachable



(Kein Video vorhanden)

Donnerstag, 9. März 2017

Excrementory Grindfuckers – Fertigmachen Szeneputzen!




Excrementory Grindfuckers – Fertigmachen Szeneputzen!


Besetzung:

Rob – guitars, bass, vocals, programming, pimple-keys
Him – vocals, programming, pimple-keys, trumpet, flute


Gastmusiker:

Miriam Kanter – sweet female voice appearance
Michael “Millo” Wolf – guest grunting
David “Metalgreg” Gregori – guest hossa-barking
Christian “Christus” Sander – guest burner
Jan Koslowski – guest burner


Label: Selbstveröffentlichung


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Grindcore, Schlager


Trackliste:

1. Prelude: Szene Putzen (0:33)
2. Intro (0:31)
3. Back In Anal Territory (0:51)
4. Interlude: Wauzi (0:04)
5. Marder, Hund Und Schwein (0:58)
6. Mexicore (1:28)
7. Interlude: Segel (0:11)
8. Grindfuckers (0:32)
9. Im Graben Vor Mir (2:59)
10. Interlude: Muße (0:23)
11. Grindcore Joe (0:37)
12. How To Make A Grind (1:18)
13. Grind Gehört Zu Core (0:36)
14. Interlude: Pilze (0:11)
15. Excrementory G.Punkt (1:44)
16. I Like My Grindcore (0:33)
17. Interlude: Harry’s Po (0:04)
18. Verdammter Grindcore (2:39)
19. Grindcore(a)sozialprodukt (0:11)
20. Interlude: Yippie (0:08)
21. Karamba Karacho Ein Grindcore (2:43)
22. Neue Deutsche Soziale Härte (0:42)
23. Kraft Zum Leben (3:01)
24. Da-da-da (Party Remix) (0:04)
25. Enter Madman 1 (0:47)
26. Enter Bluesman 2 (2:40)
27. Interlude: Tee (0:11)
28. Greiscore 666 (0:23)
29. Untitled (0:04)
30. Wann Spielt Ihr Endlich Wieder Grindcore? (3:08)
31. Interlude: Puppen (0:12)
32. Ungrind My Heart (1:29)
33. Interlude: Schnee Im Koppe (0:04)
34. Thrash Is Fresh (1:24)
35. Grindfuckers Lügen Nicht (0:29)
36. Zlatcore (1:44)
37. Güllepille (2:22)
38. Interlude: Schlüpfer (0:11)
39. Burner (2:28)
40. Das Haar (0:16)
41. Interlude: Das Ende (0:05)
42. For Whom The Shit Rolls (1:41)
43. Grindcore Jack (0:18)
44. The Meshuggles – Yellow Breed Machine (0:30)
45. Mr. Grind (0:41)
46. Interlude: Fahrschein (0:11)
47. Dröhnung Light (0:24)
48. Untitled (0:04)
49. Supermarket Knight (3:20)
50. Grindcore Machen Lohnt Sich Nicht, My Darling (0:16)
51. Interlude: Muße Chocolat (0:10)
52. Grindcore For The Masses (1:59)
53. Sweet Grind Alabama (0:25)
54. Idiotic (0:33)
55. Der Turmkacker (1:56)
56. Anitas Tod (1:16)
57. Interlude: Ballerboost (0:28)
58. I Will Always Ultra (0:40)
59. Grindfuckers Out Of Hell (2:19)
60. Grindcore Im Gummiboot (0:18)
61. Nebelmacht – Ganz In Grind (3:12)
62. Interlude: Schipse (0:07)
63. Another Grindcore Of Us (0:17)
64. Untitled (0:12)
65. Ganz In Grind (Reprise) (1:20)
66. Untitled (0:21)
67. Entengrind (0:18)
68. Ein Grind, Ein Guter Grind (0:19)
69. Grindcore Is Love (3:42)
70. Interlude: Petersilie (0:17)
71. Hallo Bomme (2:44)
72. 99 Grindcoresongs (Part 01) (0:04)
73. 99 Grindcoresongs (Part 02) (0:04)
74. 99 Grindcoresongs (Part 03) (0:04)
75. 99 Grindcoresongs (Part 04) (0:04)
76. 99 Grindcoresongs (Part 05) (0:04)
77. 99 Grindcoresongs (Part 06) (0:04)
78. 99 Grindcoresongs (Part 07) (0:04)
79. 99 Grindcoresongs (Part 08) (0:04)
80. 99 Grindcoresongs (Part 09) (0:04)
81. 99 Grindcoresongs (Part 10) (0:04)
82. 99 Grindcoresongs (Part 11) (0:04)
83. 99 Grindcoresongs (Part 12) (0:04)
84. 99 Grindcoresongs (Part 13) (0:17)
85. 99 Grindcoresongs (Part 14) (0:04)
86. 99 Grindcoresongs (Part 15) (0:04)
87. 99 Grindcoresongs (Part 16) (0:04)
88. 99 Grindcoresongs (Part 17) (0:04)
89. 99 Grindcoresongs (Part 18) (0:04)
90. 99 Grindcoresongs (Part 19) (0:04)
91. 99 Grindcoresongs (Part 20) (0:04)
92. 99 Grindcoresongs (Part 21) (0:04)
93. 99 Grindcoresongs (Part 22) (0:04)
94. 99 Grindcoresongs (Part 23) (0:04)
95. 99 Grindcoresongs (Part 24) (0:04)
96. 99 Grindcoresongs (Part 25) (0:04)
97. 99 Grindcoresongs (Part 26) (0:04)
98. 99 Grindcoresongs (Part 27) (0:04)
99. 99 Grindcoresongs (Part 28) (0:04)

Gesamtspieldauer: 1:14:01




Rob und Him sind mit Sicherheit ganz gute Musiker, das hört man immer wieder in Ansätzen auf „Fertigmachen Szeneputzen!“, dem zweiten Studio-Album der Excrementory Grindfuckers, welches als Selbstveröffentlichung im Jahr 2004 erschienen ist. Darauf zu hören ist eine Mischung aus Grindcore und deutschem Schlager, die es so wohl kein zweites Mal zu hören gibt.

Nun, 99 Lieder auf ein Album zu packen ist sicherlich eine nette Idee, dazu sind auch einige Ansätze auf „Fertigmachen Szeneputzen!“ ganz witzig. Trotzdem, wenn ich alle meine Platten durchhöre und mir überlege, welches wohl die schlechteste davon ist, so lande ich immer wieder bei „Fertigmachen Szeneputzen!“ von den Excrementory Grindfuckers. Das wiederum liegt daran, dass die Scheibe absolut unhörbar ist. Ein unfassbares und aggressives Geschrei, neben deutschen Schlagern, das ist kaum auszuhalten. Dazu Lieder im Minutentakt, die sich jeweils noch unterbieten.

Klar, man kann natürlich auch sagen, dass sei experimentell und hier werden Grenzen ausgetestet. Das stimmt alles absolut, jedoch bewegt sich die Band bei dieser „Grenzaustestung“ in einem Bereich, der einfach nicht mehr erträglich ist. Dazu dieser schwachmatische Bandname und das ergibt in Kombination etwas Schreckliches. Musik kann so toll sein, aber auch so grausam. Nicht alle der 99 „Lieder“ sind absolut fies, manches wie das rockige „Supermarket Knight“ klingt sogar gelungen, jedoch ist es eben nur ein kleiner Baustein in der Umgebung von ganz viel Trash.

Fazit: Wie immer ist Musik natürlich reine Geschmackssache. Grindcore sowie deutscher Schlager sind zwei musikalische Stilrichtungen, die man entweder mag oder nicht. Wenn man auf beides nicht so steht und hier dann auch noch die Kombination dieser musikalischen Genres hört, dann wird es wahrlich schwierig. Und es ist nicht der deutsche Schlager, der hier dem Fass unten den Boden ausschlägt. Und auch wenn es den ein oder anderen kleinen Höhepunkt gibt, so bleibt „Fertigmachen Szeneputzen!“ doch unhörbar. Null Punkte.

Anspieltipps: Keine



Mittwoch, 8. März 2017

Serge Gainsbourg – Du Jazz Dans Le Ravin




Serge Gainsbourg – Du Jazz Dans Le Ravin


Besetzung:

Ohne Angaben


Gastmusiker:

Ohne Angaben


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Französisches Chanson gepaart mit Jazz


Trackliste:

1. Angoisse (2:38)
2. Du Jazz Dans Le Ravin (2:11)
3. Requiem Pour Un Twisteur (2:39)
4. Chez Les Ye-Ye (3:20)
5. Black March (1:37)
6. Black Trombone (2:36)
7. Ce Mortel Ennui (2:56)
8. Générique (1:28)
9. Coco And Co (3:01)
10. Intoxicated Man (2:37)
11. Elaeudanla Teiteia (1:37)
12. Le Talkie Walkie (2:02)
13. Some Small Chance (1:58)
14. Quand Tu T'y Mets (1:46)
15. La Fille Au Rasoir (2:16)
16. Quand Mon 6,35 Me Fait Les Yeux Doux (1:53)
17. Fugue (1:06)
18. Machins Choses (3:17)
19. Negative Blues (1:31)
20. Wake Me At Five (2:44)

Gesamtspieldauer: 45:22




Ich bin der absolute Kunstbanause. Ich kann nämlich nichts mit einer der Ikonen des französischen Chansons, einem quasi Nationalhelden der Franzosen anfangen. Zumindest nicht, wenn dieser sich auch im Jazz versucht, was eine seiner musikalischen Lieblingsstilrichtungen war. Der Pianist war zunächst durchaus im Bereich des Jazz unterwegs und genau dieses Engagement soll die 1997 auf dem Label Mercury Records veröffentlichte Zusammenstellung „Du Jazz Dans Le Ravin“ widerspiegeln.

Die Aufnahmen stammen allesamt aus den Jahren 1958 bis 1964. Kompositeur und Texter ist dabei Serge Gainsbourg selbst, lediglich bei den Nummern „Angoisse“ und „Générique“ wurde er von Alain Goraguer unterstützt. Dies sind beides Instrumentalstücke, genau wie vier weitere Nummern auf diesem Kompilationsalbum. Beim Rest singt Serge Gainsbourg und dann wird es ganz schwierig. In meinen Ohren klingt das weder gelungen noch irgendwie empathisch, ich bin eben ein Kunstbanause. Melodien sind größtenteils nicht auszumachen, was allerdings beim Jazz auch nicht unbedingt erforderlich ist. Wenn dann jedoch ein zum Teil swingender Groove in Verbindung mit Chanson-Gesang erklingt, wirkt das eher aufgesetzt und absolut nicht mehr überzeugend.

Definitiv nicht meine Musik, da das Ganze irgendwie nervig klingt und dabei doch entspannt klingen soll. Es wirkt allerdings übertrieben entspannt. Nur ganz zum Schluss, mit dem letzten Stück, da hat mich Serge Gainsbourg auch eingefangen. Er singt nicht und „Wake Me At Five“ klingt gut. Aber dafür ein Album kaufen?

Fazit: Hörerinnen und Hörer, die mit dem Jazz-Gen in Verbindung mit einem Faible für das französische Chanson geboren wurden, werden hier ganz, ganz viel Spaß haben. Fehlt es an einem der beiden Zutaten, wird es unfassbar schwierig, dieser Scheibe etwas abzugewinnen. Dieses Gesäusel klingt manchmal nach Fahrstuhlmusik, dann wieder nach Hintergrundmusik in einem französischen Möbelhaus und schließlich einfach konstruiert. Schwierig. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Wake Me At Five



Dienstag, 7. März 2017

Gov’t Mule – Dark Side Of The Mule




Gov’t Mule – Dark Side Of The Mule


Besetzung:

Warren Haynes – guitar, vocals
Matt Abts – drums, percussion, vocals
Danny Louis – keyboards, guitar, backing vocals
Jorgen Carlsson – bass


Gastmusiker:

Machan Taylor – background vocals
Sophia Ramos – background vocals
Dunga McBroom-Hudson – background vocals
Ron Holloway – saxophone
Leslie Bloom – sound effects


Label: Mascot Music


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. Brighter Days (7:54)
2. Bad Little Doggie (3:43)
3. Brand New Angel (7:06)
4. Gameface (12:02)
5. Trane / Eternity's Breath / St. Stephen Jam (19:17)
6. Monkey Hill (5:34)
7. Child Of The Earth (6:18)
8. Kind Of Bird (14:30)


CD2:

1. One Of These Days (6:15)
2. Fearless (5:37)
3. Pigs On The Wing, Pt. 2 (1:36)
4. Shine On You Crazy Diamond, Pts. 1 - 5 (13:57)
5. Have A Cigar (6:30)
6. Speak To Me (1:00)
7. Breathe (In The Air) (2:54)
8. On The Run (3:41)
9. Time (6:47)
10. The Great Gig In The Sky (5:24)
11. Money (7:15)
12. Comfortably Numb (6:26)


CD3:

1. Shine On You Crazy Diamond, Pts. 6 - 9 (14:00)
2. Wish You Were Here (7:38)
3. Million Miles From Yesterday (3:44)
4. Blind Man In The Dark (10:43)

Gesamtspieldauer CD1 (1:16:28) und CD2 (1:07:29) und CD3 (36:07): 3:00:05


DVD:

Konzertvideo (1:16:04) + (1:42:59): 2:59:03




Gov’t Mule ist eine US-amerikanische Rockband, die 1994 durch zwei Mitglieder der The Allman Brothers Band gegründet wurde. Gitarrist und Sänger Warren Haynes sowie Bassist Allen Woody gründeten Gov’t Mule zusammen mit dem Schlagzeuger Matt Abts. „Dark Side Of The Mule“ ist ein Live-Album, welches am 8. Oktober des Jahres 2008 im Orpheum Thaetre, Boston aufgenommen und 2014 unter anderem in einer sehr aufwendigen Deluxe Edition mit drei CDs und einer DVD veröffentlicht wurde. Die Band steht im Grunde genommen für Southern Rock, Blues Rock, Jam Rock und Hard Rock. Auf „Dark Side Of The Mule“ gibt es eigene Stücke sowie Cover-Versionen, hauptsächlich von Pink Floyd zu hören. Den Southern oder Blues Rock findet man auf „Dark Side Of The Mule“ allerdings kaum. Southern Rock so gut wie gar nicht, Blues Rock ab und an. Vielmehr wird bei den eigenen Stücken eher gejamt und etwas härter gerockt, wohingegen die gecoverten Pink Floyd Lieder relativ nahe bei den Originalen angesiedelt sind.

Auf der CD1 befinden sich vor allem eigene Stücke von Gov’t Mule, neben je einer Cover-Version eines John McLaughlin Stücks sowie einer Nummer von Grateful Dead. Das ist auch die CD des Albums, auf der am meisten gejamt wird. Die Musiker leben sich hier an ihren Instrumenten wahrlich aus, scheinen mitunter gar kein Ende mehr finden zu können und schaffen es gerade in diesen epischen Instrumentalpassagen zu begeistern. Hier hört man den Spaß, den die Musiker an ihrem Auftritt haben wunderbar heraus. Wermutstropfen an der Geschichte ist leider, dass die Zuschauer auch ihren Spaß zu haben scheinen. Soweit sicherlich nichts Schlimmes, sondern eher sogar erwünscht. Dass dazu allerdings fast ununterbrochen in die Lieder hineingegrölt und geschrien werden muss, senkt das Hörerlebnis doch schon. Zwar hört man die Zuschauer nur an den ruhigeren Stellen lauter hineinschreien, jedoch weiß man, dass sie dies auch in den lauteren Passagen machen und bemerkt dies dann auch bei genauerem Hinhören beziehungsweise entsprechender Lautstärkewiedergabe.

Auf CD2 sind dann nur Pink Floyd Titel zu hören. Diese werden eher nachgespielt denn interpretiert. Nur manchmal entfernen sich die Musiker etwas weiter von der ursprünglichen Vorlage. Das wiederum bewirkt natürlich, dass man die Lieder noch mehr mit dem Original vergleicht. Guv’t Mule machen das ganz bestimmt nicht schlecht, aber ein wenig Variation oder Interpretation hätte ihren Versionen an mancher Stelle ganz gut getan, denn an das Original reichen sie eben nicht heran. Trotzdem klingt das gelungen. Auch hier ist allerdings das Zuschauergeschrei wieder ein Punkt, der das Hörerlebnis schmälert.

CD3 ist dann ein Mix aus Pink Floyd Covern und Guv’t Mule Tracks. Hier gilt im Grunde genommen dasselbe, was für CD1 und CD2 gegolten hat: Guv’t Mule sind immer dann am überzeugendsten, wenn sie jamen und die Musik laufen lassen. Die beiden Pink Floyd Titel sind ebenfalls gelungen, sodass sich auch diese Seite des Albums lohnt. Genau wie auch die ebenfalls enthaltene DVD, auf der man das Gehörte sogar noch mit bewegten Bildern untermalt serviert bekommt. Der hier enthaltene Film rundet das Gesamtbild und Erlebnis des Albums perfekt ab.

Fazit: Sehr viel zu hören gibt es auf „Dark Side Of The Mule“, dem Live-Album von Guv’t Mule. Drei Stunden Musik und dann dieselbe Menge noch mal als Konzertmittschnitt. Die Musik von Guv’t Mule ist immer dann wirklich beeindruckend, wenn sie zu jamen scheinen und sich in endlosen Soli verlieren. Auch die Cover-Versionen von Pink Floyd haben was, schaffen es jedoch nicht, an die Originale heranzureichen. Gut und überzeugend zu hören ist das jedoch allemal. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Gameface, Trane



Montag, 6. März 2017

The DeSoto Caucus – The DeSoto Caucus




The DeSoto Caucus – The DeSoto Caucus


Besetzung:

Peter Dombernowsky – drums and percussion
Anders Pedersen – vocals, guitar, piano and synthesizer
Nikolaj Heyman – guitars, vocals, bass, organ, piano and other ass. keyboards and marimba
Thøger Tetens Lund – vocals, piano, and all kind of tetensifying stuff
Henrik Poulsen – bass and harmony vocals




Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Alternative Country, Alternative Rock


Trackliste:

1. Nail In The Wall (2:55)
2. Skills Of Warfare (3:46)
3. Stepping Outside (3:00)
3. Wasteland (4:15)
5. Come Undone (3:46)
6. Just The Other Day (2:10)
7. Lighthouse (3:34)
8. Bridges Of Bern (3:22)
9. Crack In The Cover (3:55)
10. Don’t Fear (3:08)
11. Lonesome Train (3:55)

Gesamtspieldauer: 37:50



The DeSoto Caucus ist eine Alternative Rock bis Alternative Country Band aus unserem nördlichen Nachbarland Dänemark. Das selbstbetitelte Album The DeSoto Caucus“ ist dabei bereits das dritte Studio-Album der Dänen und erschien im Jahr 2014 auf dem deutschen Label Glitterhouse Records.

Der Alternative Country-Ansatz in der Musik von The DeSoto Caucus ist nicht zu stark ausgeprägt, jedoch allgegenwärtig. Damit ist die Band allerdings meilenweit davon entfernt in die Country-Schiene geschoben zu werden. Etwas sanfteren Alternative Rock gibt es auf der Platte hauptsächlich zu hören, der sich auch mal ein klein wenig experimenteller anhört und im Falle des Titels „Don‘t Fear“ sogar Teile aufweist, die absolut atonal, aggressiv und damit auch überaus nervig klingen. Dieses Lied stellt allerdings eine Ausnahme auf dem Album dar, auf dem die Lieder sonst eher sentimental bis sehnsüchtig klingen. Aber leider, auch wenn der allergrößte Teil auf „The DeSoto Caucus“ eher melodiös klingt, so richtig überzeugen will diese Platte trotzdem nicht.

Irgendwie möchte keines der elf Lieder gut ins Ohr gehen. Mal plätschert das Ganze etwas sanfter, mal etwas flotter aus den Boxen – Hauptsache es plätschert. Nur leider hinterlassen die einzelnen Titel dabei keinerlei Spuren, laufen wirklich einfach so an der Hörerin beziehungsweise am Hörer vorbei. Mehrmaliges Hören der Platte hilft da auch nicht großartig, die Musik versteht sich nicht festzusetzen. Einige wenige Nummern erschließen sich einem zwar nach vielen Durchläufen etwas mehr, doch überzeugen klingen The DeSoto Caucus damit leider noch lange nicht.

Fazit: Eine Mischung aus Alternative Rock und Alternative Country gibt es auf der dritten, selbstbetitelten Scheibe der dänischen Band The DeSoto Caucus zu hören. Keine Musik zum Davonlaufen wird einem auf diesem Album geboten, jedoch ist das auch nicht richtig überzeugend, was man hier zu hören bekommt. Leider eher ein wenig langweilig größtenteils. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Stepping Outside, Just The Other Day, Crack In The Cover



Sonntag, 5. März 2017

Fury In The Slaughterhouse – Brilliant Thieves




Fury In The Slaughterhouse – Brilliant Thieves


Besetzung:

Gero Drnek – serious cooking and various instruments
Christian Decker – basses, backing vocals
Thorsten Wingenfelder – guitars, dobro, backing vocals
Rainer Schumann – drums, acoustic guitar, backing vocals
Christof Stein – guitars, backing vocals
Kai Wingenfelder – vocals, sample programming


Gastmusiker: 

Sabine van Baaren – backing vocals
Christina Lux – backing vocals
Joo Kraus – trumpet, midi trumpet
Hilke Schomerus – percussion
Paul Grau – keyboards
Kai Liekenbröcker – wurlitzer piano


Label: SPV


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Intro (0:58)
2. Bring Me Home (3:47)
3. Riding On A Dead Horse (5:11)
4. Turn Around (4:21)
5. Don't Slow Down (3:52)
6. Around My World In 80 Days (3:24)
7. Afternoon In The Cemetery (4:10)
8. In Love With A Clown (4:00)
9. Enough Is Enough (4:32)
10. Brilliant Thieves (3:11)
11. Bar Des Boulistes (2:48)
12. My Little World (2:53)
13. Gero Hat Geburtstag (0:19)
14. Ship Of Fools (3:05)
15. Out On The Weekend (4:33)

Gesamtspieldauer: 51:12




Mit „Brilliant Thieves“ veröffentlichte die deutsche Band Fury In The Slaughterhouse im Jahr 1997 ihr sechstes Studio-Album, welches auf dem Label SPV erschien. Independent Rock gibt es darauf zu hören, zumeist weich und sanft. Immerhin bis auf Platz 3 der deutschen Album-Charts kletterte „Brilliant Thieves“, die höchste Platzierung eines Albums der Band überhaupt. Für insgesamt zwanzig Wochen hielt sich die Scheibe zudem in den Charts. Weniger erfolgreich war da schon die Single-Auskopplung des Titelsongs „Brilliant Thieves“. Lediglich eine Woche auf Platz 92 konnte diese Nummer verbuchen und war überhaupt die vorletzte Single der Band, die sich überhaupt in den deutschen Charts platzieren konnte.

Bei Fans auch schon mal mit „musikalisches Meisterwerk“ betitelt, bietet „Brilliant Thieves“ auch den anderen Musikhörerinnen und Musikhörern gute Unterhaltung. Der Independent Rock, den Fury In The Slaughterhouse hier ihren Hörern servieren, ist ein sanfter und weicher, oftmals nachdenklich klingender. Dabei sind viele der Nummern zudem sehr eingängig, auch wenn das Album vielleicht noch nicht gleich beim ersten Mal des Hörens zündet. Ein paar mehr Durchläufe bedarf es da schon, dann jedoch erschließen sich einem viele dieser Lieder, die absolut international klingen und keinesfalls an eine deutsche Band erinnern.

Am überzeugendsten für meine Ohren klingen jene Titel, die nicht ganz so geradlinig pop-rockig verlaufen, die sich etwas „anders“ anhören. Zum einen ist das „Don't Slow Down“, eine sehr sanfte Nummer, die allerdings durch die Art der Instrumentierung etwas schräger klingt. Bei „Afternoon In The Cemetery“ ist es die Gesamtstimmung, die durch den Gesang in Form eines Zwiegespräches erzeugt wird, die hier überzeugt. Und schließlich gibt es da noch das kurze „My Little World“. Ausgestattet wurde dieses Lied mit einer schönen und eingängigen Melodie, die einfach trifft und hängenbleibt. Dazu noch einige Streicher und ab und an ein etwas schrägerer Ton und fertig ist das Lied, an das man sich bereits beim zweiten Hören erinnert.

Fazit: Auf „Brilliant Thieves“ gibt es erneut zumeist ruhigen und eingängigen Independent Rock zu hören, der niemals nervt, aber immer unterhält. Vielleicht sind die Lieder hier nicht gleich beim ersten Mal des Hörens zu überzeugend, jedoch erschließt sich einem das Album mit den weiteren Durchläufen der Scheibe. Ein Überalbum ist „Brilliant Thieves“ zwar nicht geworden, dazu fehlen die wirklichen Höhepunkte, jedoch gibt es diese in etwas kleinerer Ausführung. Acht Punkte.

Anspieltipps: Don't Slow Down, Afternoon In The Cemetery, My Little World



Samstag, 4. März 2017

Mobile Homes – Mobile Homes




Mobile Homes – Mobile Homes


Besetzung:

Andreas Brun
Patrick Brun
Hans Erkendahl
Per Liliefeldt


Label: SPV


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Pop


Trackliste:

1. United (4:25)
2. You Make The Sun Shine (4:22)
3. See The World (4:22)
4. Definitly Wrong (4:33)
5. Love Relation (4:22)
6. Take It Or Leave It (4:55)
7. String Of Light (4:20)
8. Paradise (4:46)
9. I Do What I Can (3:45)
10. United (Reprise) (2:50)
11. Circle Of Stars (5:26)

Gesamtspieldauer: 48:13




Über die Band Mobile Homes lässt sich nicht mehr allzu viel herausfinden, fast schon egal wie tief man im Internet stöbert. Anscheinend stellt dieses Album allerdings das selbstbetitelte Debut-Album der vier schwedischen Musiker dar. Das war im Jahr 1998 und diese Platte, die auf dem Label SPV erschien, klingt irgendwie retro. Retro in Bezug auf den Anfang der 80er Jahre. Man hört auf „Mobile Homes“ relativ synthetischen Pop, der nicht immer die Tür zum Synthie Pop durchschreitet, aber manchmal dann eben doch.

Spannend klingt hier nichts, alles ist harmlos und vorhersehbar. Musik für das Radio, wobei ich mich nicht daran erinnern kann, die Band jemals im Radio gehört zu haben. Mobile Homes tun keinem weh, werden jedoch auch sicherlich keine Begeisterungsstürme ernten beziehungsweise auslösen. Ansätze des Rock werden oftmals im Keim erstickt und es wird wieder in den Pop umgeschwenkt, der auch sehr gut nebenbei gehört werden kann, wobei er dann wohl überhaupt nicht mehr wahrgenommen werden wird, zu oberflächlich beziehungsweise zu uninteressant klingt das alles. 

Ganz schlimm sind leider die Texte geraten, die mitunter etwas klebrig wirken, so etwas von zuckersüß sind sie geraten. Da hat dann nicht nur die Musik fast schon schlagereske Phasen, auch der textliche Inhalt tendiert ganz eindeutig in diese Richtung. Aber es wird ja auf Englisch gesungen und viele hören da dann sowieso nicht hin. Keinesfalls soll hier aber der Eindruck auftreten, dass die Musik von Mobile Homes absolut grauenvoll wäre, sie ist vielmehr absolut langweilig. Noch ehesten gelungen klingt da das Ende der Scheibe. „United (Reprise)“ hört sich deswegen ganz gut, da man hier mal eine akustische Gitarre vernimmt und sich die Melodie vom Anfang des Albums doch etwas eingeprägt zu haben scheint. Und schließlich ist da noch „Circle Of Stars“. Dieses Lied hat eine eingängige Melodie und ist jetzt auch mal etwas spannender produziert, sodass man hier ein Pop-Lied hört, welches deutlich besser ins Ohr geht als der Rest und dabei auch vom Aufbau her nicht langweilig wird, da hier mit Wechseln und Stimmungen gespielt wird.

Fazit: „Mobile Homes“ von Mobile Homes ist eine Pop-Platte, die ganz bestimmt nicht allzu viele Musikhörerinnen und Musikhörer kennen werden. Und leider, wenn man ehrlich ist, haben sie alle auch nicht allzu viel verpasst. „Mobile Homes“ ist streckenweise unfassbar langweilig und die Lieder wurden mit wirklich, sagen wir mal, einfach gestrickten Texten ausgestattet. Zum Schluss hin wird es etwas besser und interessanter, aber leider bedeutet das auch immer noch nicht allzu viel. Drei Punkte.

Anspieltipps: United (Reprise), Circle Of Stars



Freitag, 3. März 2017

Nervous Nellie – Ego & The Id




Nervous Nellie – Ego & The Id


Besetzung:

Henrik Jonzon – vocals, guitar, banjo
Magnus Johnson – guitar, vocals, piano
Andreas Johansson – drums, percussion background vocals
Sebastian Johansson – bass, accordion


Gastmusiker:

Sarah Snavely – violins, background vocals
Malcolm Pardon – percussion


Label: Hazelwood


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: Alternative Rock, Alternative Country, Flower Pop


Trackliste:

1. June (3:22)
2. They All Laughed Along (3:56)
3. Hopeless Way To Feel (3:06)
4. Tangle To Unwind (4:04)
5. Since I (3:18)
6. In A Month Or Two (2:46)
7. Ever So Slight (3:14)
8. Gold Mine (4:03)
9. So Feel Good (3:19)
10. Best Of Times (2:46)
11. Sweet One (4:30)

Gesamtspieldauer: 38:28




Nervous Nellie ist eine schwedische Band, die stilistisch irgendwo zwischen Alternative Rock, Alternative Country und Flower Pop angesiedelt ist. Das zweite Album der Band mit dem Titel „Ego & The Id“ wurde im Jahr 2008 auf dem Label Hazelwood veröffentlicht. Zu hören gibt es darauf zumeist eingängige Stücke, denen immer ein leichter Hauch des Country anhaftet, allerdings wirklich nur ein ganz leichter.

Die Musik der vier Schweden geht dabei ganz gut ins Ohr, ohne diesbezüglich jedoch zahlreiche Ohrwürmer für die Hörerin beziehungsweise den Hörer bereit zu halten. Ganz nett anzuhören ist das allerdings allemal. Die Musiker um Henrik Jonzon, der alle Titel komponierte, schaffen es hier schöne und unaufgeregte Melodien zu kreieren, die allesamt warm und weich klingen. Klar ist das, was man auf „Ego & The Id“ hört, alles schon mal dagewesen und mit Sicherheit nichts Neues, trotzdem hört man hier gerne hin.

Irgendwie scheint die Band ihre musikalischen Vorbilder auch in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts gesucht und gefunden zu haben. An vielen Stellen auf diesem Album wird man an mehrere Bands aus der damaligen Zeit erinnert, Gar nicht zu überhören ist dies auch beim schönsten Titel der Platte „In A Month Or Two“. Wenn hier nicht die Beatles Pate standen, dann machten sie das niemals. Mit diesem Titel klingen Nervous Nellie jetzt wie gut gemachter 60ies Pop, der genau so auch in dieser Zeit hätte entstanden sein können.

Fazit: Ein unaufgeregtes und hörenswertes Album ist den vier Schweden mit „Ego & The Id“ gelungen. Einige schöne Titel gibt es darauf zu entdecken. Die Musik wird auf der Scheibe nicht neu erfunden, Experimente werden auch keine gestartet, alles ist auf die Melodiösität ausgelegt, die immer wieder auch überzeugt. Nichts Kompliziertes, einfach nur poppig, rockige Lieder, die unterhalten möchten und das auch schaffen. Neun Punkt.

Anspieltipps: June, In A Month Or Two, So Feel Good



Donnerstag, 2. März 2017

Moonbuggy – Planet Lupo




Moonbuggy – Planet Lupo


Besetzung:

Karsten Genz
Mario Mensch


Label: C & P Manic Music (doxa)


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Synthie Pop, Elektronische Musik


Trackliste:

1. Introduction (1:27)
2. Tropica (3:53)
3. Dubby (3:43)
4. Rr-100 (0:24)
5. Wiesel (4:26)
6. Futur (4:21)
7. Rolla (4:10)
8. Space C (5:39)
9. Xpl 13 (0:59)
10. Snoopy (2:39)
11. Rodrow 7.1 (4:25)
12. P.I.P.40 (0:24)
13. Planet Lupo (12:53)

Gesamtspieldauer: 49:29




Moonbuggy, das sind Karsten Genz und Mario Mensch, die ihren Synthesizern gerne sehr elektronische und dabei doch auch allzu minimalistische Töne entlocken. „Planet Lupo“ wurde im Jahr 2002 auf dem Label C & P Manic Music veröffentlicht und verfügt zumindest über ein ganz lustiges Cover-Design.

Nun, die Musik der beiden Deutschen ist eine Art experimenteller Synthie Pop. Um Eingängigkeit geht es da nicht, alles klingt irgendwie so, als ob da gerade irgendwelche Roboter miteinander kommunizieren würden, obwohl es natürlich kein gesprochenes oder gesungenes Wort zu hören gibt. „Planet Lupo“ ist ein rein instrumentales Album und zwar so rein, dass das einzige Instrument, welches es hier zu hören gibt, der Synthesizer ist.

Viele steigen bei solcher Art der Musik aus, ich ebenfalls. Auch wenn hier mal breitere Klangteppiche zu hören sind, die sich mit absolut minimalistischen Klängen abwechseln, so kommt auf „Planet Lupo“ doch einfach nie eine irgendwie geartete Spannung auf. Alles klingt einfach und auch einfach seltsam. Viel mehr fällt mir zu diesen Tönen auch nicht ein, da sich mir diese Art der Musik absolut nicht erschließt.

Fazit: Minimalistischen Synthie Pop ohne Text gibt es auf „Planet Lupo“ von Moonbuggy zu hören. Melodiös ist das nicht, eher experimentell. Alles klingt unfassbar synthetisch und kann einen vielleicht dann erwärmen, wenn man ein Android ist. Ansonsten wirkt das alles nur kalt. Ein Punkt.

Anspieltipps: Wiesel, Planet Lupo



Mittwoch, 1. März 2017

The Pineapple Thief – What We Have Sown




The Pineapple Thief – What We Have Sown


Besetzung:

Bruce Scoord – words and music


Gastmusiker:

Richard Hunt – violin
Steve Kitch – additional synthy bits and riffs


Label: Kscope


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Art Rock, Alternative Rock, Progressive Rock


Trackliste:

CD1: 

1. All You Need To Know (4:08)
2. Well, I Think That's What You Said? (5:21)
3. Take Me With You (5:04)
4. West Winds (8:58)
5. Deep Blue World (6:05)
6. What Have We Sown? (27:46)


Bonus Tracks der remasterten Wiederveröffentlichung 2012:

7. You Sign Out (5:07)
8. Before It Costs Us (3:00)

Gesamtspieldauer: 1:05:33




„What We Have Sown“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Band The Pineapple Thief. Die Platte erschien ursprünglich im Oktober 2007 auf dem Label Cyclops Records und wurde im Jahr 2012 auf Kscope wiederveröffentlicht. Die erstmalige Album-Veröffentlichung fand dabei nur wenige Monate vor dem darauffolgenden Album „Tightly Unwound“ statt. „Tightly Unwound“ war die erste Scheibe, die original auf dem Label Kscope erschien und „What We Have Sown“ gilt somit als kleines Abschiedsgeschenk an die alte Plattenfirma Cyclops Records für deren Unterstützung der Band in deren Anfangsjahren.

„What We Have Sown“ erklingt in allerbester The Pineapple Thief Manier. Tolle Melodien gibt es hier zu erhören, die auch sehr schnell ins Ohr gehen, was oftmals bereits beim ersten Mal des Hörens passiert. Die Lieder sind sehr abwechslungsreich und zwar sogar in sich selbst. Das bedeutet, ein einmal aufgenommenes musikalisches Motiv muss nicht immer bis zum Ende des Stücks durchgezogen werden. Die Lieder entwickeln sich in deren Verlauf, ändern die Richtung, verwandeln sich schließlich sogar fast in neue Lieder. Was allerdings allen diesen Titeln gemein ist, das ist diese allgegenwärtige Melancholie, die über dem ganzen Album zu schweben scheint. Sehr viel Schwermut klingt aus den einzelnen Nummern, allerdings süßer Schwermut, dem sich hinzugeben lohnt.

Alle Titel auf „What We Have Sown“ haben Klasse. Trotzdem kommt man gar nicht umhin, zwei Stücke der Scheibe besonders hervorzuheben. Und dies sind gleichzeitig die beiden längsten Lieder des Albums: „West Winds“ sowie der Titeltrack „What Have We Sown?“. Beides sind Titel, die sich wandeln und entwickeln und für das Genre Progressive Rock stehen – in diesem Fall wäre die Musik wahrscheinlich sogar besser mit dem Ausdruck NeoProg umschrieben, da das Album erst 2007 entstand. Auch in diesen beiden Liedern hört man diese Melancholie, die auch an härter eingespielten Stellen in den Stücken greifbar ist. Ist „West Winds“ dabei noch die eher sanfte und oftmals etwas mystisch klingende Instrumentalnummer, so brechen bei „What Have We Sown?“ dann alle Dämme in Bezug auf Aufbau und Abwechslung. Auf knapp 28 Minuten wechseln die Stimmungen fast schon im Minutentakt. Mit etwas spacigem Sound beginnt das Stück, um dann kraftvoll los zu rocken. Allerdings auch nur für einige Augenblicke, dann stehen Klänge des Synthesizers im Vordergrund, alles wird weicher, sanfter und sphärischer. Plötzlich nimmt das Lied wieder eine andere Wendung, die in das nächste atmosphärische Klanggebäude mündet. „What Have We Sown?“ ist eine knapp halbstündige Achterbahnfahrt durch jede Menge unterschiedliche musikalische Stimmungen, Rhythmen und Tempi. Wunderbar melodische Teile wechseln sich hier mit rockigen Abschnitten ab, die ihrerseits in sanfte Gesangslinien oder Klänge aus dem All beziehungsweise entfernten Welten zu münden scheinen. Und wenn man denkt, alle Stadien des Titels sind durchlaufen, beginnt alles wieder von vorne, nur dieses Mal ganz anders…

Fazit: Ein schönes, typisches und für The Pineapple Thief Fans auch begeisterndes Album ist „What We Have Sown“ geworden. Hier gibt es alles zu hören, was das Herz des Progressive Rock Fans oder auch NeoProg Fans höherschlagen lässt. Tolle Melodien, neben ausgedehnten Instrumentalpassagen, sphärische Klänge neben harten Rock Beats. „What We Have Sown“ ist ein wunderbar abwechslungsreiches Album geworden, das einfach Spaß macht und lohnt gehört zu werden . Elf Punkte.

Anspieltipps: West Winds, What Have We Sown?



Dienstag, 28. Februar 2017

Placebo – Once More With Feeling: Singles 1996-2004




Placebo – Once More With Feeling: Singles 1996-2004


Besetzung:

Brian Molko – lead vocals, guitars, bass guitar, keyboards, piano, percussion, harmonica, saxophone
Stefan Olsdal – bass guitar, guitars, keyboards, piano, backing vocals
Robert Schultzberg – drums, percussion
Steve Hewitt – drums, percussion


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Hut Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. 36 Degrees (3:07)
2. Teenage Angst (2:40)
3. Nancy Boy (3:19)
4. Bruise Pristine (3:36)
5. Pure Morning (3:59)
6. You Don't Care About Us (4:01)
7. Every You Every Me (3:34)
8. Without You I'm Nothing (4:14)
9. Taste in Men (3:59)
10. Slave To The Wage (3:46)
11. Special K (3:50)
12. Black-Eyed (3:44)
13. The Bitter End (3:11)
14. This Picture (3:35)
15. Special Needs (3:29)
16. English Summer Rain (3:10)
17. Protège-Moi (3:14)
18. I Do (2:27)
19. Twenty Years (4:19)

Gesamtspieldauer: 1:07:22




„Once More With Feeling: Singles 1996–2004“ ist ein Kompilationsalbum der englischen Alternative Rock Band Placebo. Veröffentlicht wurde das Album am 30. November 2004 auf dem Label Hut Records. Auf „Once More With Feeling: Singles 1996–2004“ sind alle Singles der Band in diesem Zeitraum enthalten. Die einzige Ausnahme stellt dabei ihre Debut-Single „Come Home“ dar. Dazu finden sich auf der Scheibe noch drei neue, bisher noch nicht veröffentlichte Titel. Diese Titel erklingen am Ende des Albums und heißen „Protège-Moi“, „I Do“ und „Twenty Years“.

Placebo stehen für kraftvollen und eingängigen Alternative Rock, bei dem auch immer sehr viel Wert auf die Melodie gelegt wird. In zu große Härte driftet die Musik der Engländer niemals ab. Das klingt alles sehr melodisch und geht zu jeder Zeit ins Ohr. „Once More With Feeling: Singles 1996–2004“ bietet dabei einen sehr schönen Überblick über das Schaffen und die Musik von Placebo in diesen ersten Jahren des Bandbestehens. Jedes Lied von Placebo ist durchdrungen vom Gesang des Brian Molko, der sicherlich nicht jedermanns Sache ist, allerdings in seiner Zerrissenheit und anscheinenden Unsicherheit perfekt zum Sound von Placebo passt.

Auf solch ein „Best Of…“-Album gleich noch drei neue Lieder hinzuzufügen, lässt natürlich einen etwas faden Beigeschmack zurück. Dies bedeutet natürlich nichts anderes als einen Kaufanreiz für den Fan, der doch eigentlich schon alles von „seiner“ Band besitzt. Ganz fair ist das nicht, denn man hätte die Lieder natürlich auch mit auf die nächste Scheibe packen können. Nun, sei es drum, Placebo und deren Management haben sich anders entschieden und leider kann man an dieser Stelle noch nicht einmal behaupten, dass sich die drei Titel sowieso nicht lohnen. „Protège-Moi“ ist schon eine sehr überzeugende Nummer, wohingegen das kurze „I Do“ eher nach Durchschnitt klingt. Allerdings ist die letzte Nummer des Albums, „Twenty Years“, dann durchaus ein Höhepunkt, nicht nur dieser Zusammenstellung, sondern auch im Schaffen von Placebo. Tolle Melodie, schöne Steigerung und eine allgegenwärtige Melancholie, die über dem Titel schwebt, obwohl dies sicherlich kein langsames Lied ist. Sehr gelungen.

Fazit: „Once More With Feeling: Singles 1996–2004“ vermittelt den Hörerinnen und Hörern des Albums einen guten Überblick über die Musik von Placebo in den ersten Jahren ihrer Karriere. Gut gemachten Alternative Rock hört man hier, meist im Mid-Tempo gehalten, der dabei auch mal an Fahrt gewinnt, allerdings auch an anderer Stelle leiser und sanfter daherkommt. Um in den musikalischen Kosmos von Placebo einzusteigen, ist „Once More With Feeling: Singles 1996–2004“ bestens geeignet. Neun Punkte.

Anspieltipps: Every You Every Me, The Bitter End, This Picture, Protège-Moi, Twenty Years



Montag, 27. Februar 2017

Hugo Race + True Spirit – Long Time Ago




Hugo Race + True Spirit – Long Time Ago


Besetzung:

Hugo Race – voice, guitar, organ, samples, sitar, percussion, stomp
Chris Hughes – drums, cymbals, percussion, samples, tomtoms
Nico Mansy – hammond, guitar, piano, harmonium, banjo, theramin, keyboards
Michelangelo Russo – harmonica, harp, treatments, feedback
Marta Collica – voice
Bryan Colechin – backing vocals, bass, space bass, samples
Glenn. K. Mortimer – drums
Robin Casiander – violin, mandolin, strings
John Molineaux – harmonica
Ralf Droge – keyboards, trombone, accordion
Mick Harvey – piano, voice, brushed snare
Ronnie Hartwig – bass, 12-string
Nago Koite-Gueye – percussion
Kat Hope – flutes
Alex Hacke – guitar
Rainer Lingk – slide guitar
Jan D’Arc – cello
Chris Wilson – harmonica
John Murphy – percussion


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Rock, Blues


Trackliste:

CD1:

1. Louise's Hands (Ghostmix) (4:10)
2. Solid State (Luna Mix) (4:23)
3. Apocalypse (5:04)
4. Polestar (Edited) (3:56)
5. Solar Temple (Unreleased) (4:57)
6. Keep It On (Edited) (5:24)
7. Golden Fly (3:04)
8. Great White (4:53)
9. Can't Find A Reason (4:14)
10. Valley Of Light (5:05)
11. Strike The Red Horizon (2000 Mix) (3:30)
12. Yeah, You Know (4:54)
13. Scorched Earth #3 / Pervatine Daze (Unreleased) (5:36)
14. John The Revelator (Live in Liubjana) (3:58)


CD2:

1. Three Forks (3:07)
2. Deepfried (4:10)
3. Saw The Lights Go By (VVV Mix) (4:09)
4. Icy Roads (4:47)
5. Preaching Blues (Unreleased) (5:51)
6. Papa Doc / Coup De Sang (Edited Version) (4:41)
7. Second Revelator (6:23)
8. River Of No Return (3:22)
9. Treat A Stranger Rright (Unreleased) (3:12)
10. Signifying (3:52)
11. Earls Murder (5:27)
12. Cyprus Grove Blues (3:23)
13. Rebel Walk (1:08)
14. Long Time Ago (5:02)

Gesamtspieldauer CD1 (1:03:15) und CD2 (58:38): 2:01:53




Ein Kompilationsalbum stellt die Platte „Long Time Ago“, auf welcher Hugo Race zusammen mit seiner Begleitband True Spirit zu hören ist, dar. Mit diesem Doppelalbum bekommt man eine Art „Best Of…“-Album geliefert, angereichert mit drei bisher unveröffentlichten Titeln, anderen Abmischungen und auch Live-Einspielungen. Veröffentlicht wurde „Long Time Ago“ im Jahr 2001 auf dem Label Glitterhouse Records.

Nun, „Long Time Ago“ macht leider nicht mehr Lust auf weitere Lieder des Hugo Race. Ganz im Gegenteil sogar, beginnt CD1 noch einigermaßen hörbar, ohne hier allerdings wirklich voll zu überzeugen, so wird es auf CD2 dann absolut schwierig. Ich mag gerne Experimente in der Musik, bin diesen gegenüber auch immer sehr aufgeschlossen, da auf diese Weise immer etwas Neues entsteht, was man auf „Long Time Ago“ allerdings zu hören bekommt, dass klingt weder interessant, noch melodiös, noch in irgendeiner anderen Art und Weise dazu prädestiniert, öfters aufgelegt zu werden. Zu hören bekommt man vor allen Dingen auf CD 2 eine Brühe aus Blues, Rock und scheinbaren Versuchen, irgendwie spannend zu klingen – klingt es allerdings nicht.

CD1 ist da noch deutlich besser gelungen. Eine düstere Stimmung liegt über jedem der Titel, eingängig ist dabei zwar so gut wie gar nichts, aber immerhin wird hier noch eine Atmosphäre transportiert, die durchaus was hat und in ihrem fast schon maroden Stil konsequent umgesetzt wird. Allerdings muss man auch hier wieder bemängeln, warum solchen Zusammenstellungen zum einen neue Lieder hinzugefügt werden, andererseits bereits bekannte Titel in neuen Abmischungen auftauchen. Das riecht immer irgendwie nach „Geldmacherei“, um den treuen Fan davon zu überzeugen, auch noch diese Scheibe zu erwerben, obwohl sie oder er 25 der enthaltenen 28 Lieder bereits besitzt.

Fazit: Hugo Race macht durchaus interessante Musik, manchmal. „Long Time Ago“ allerdings, welches eine Auswahl seiner Lieder aus der Zusammenarbeit mit True Spitrit enthält, langweilt meist extrem und noch schlimmer, nervt auf der zweiten CD sogar richtiggehend. Das ist dort dann weder Blues, noch Rock zu hören, sondern irgendein misslungener Versuch anders zu klingen. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Apocalypse, Polestar, Earls Murder