Donnerstag, 25. Mai 2017

Spooky Tooth – Spooky Two




Spooky Tooth – Spooky Two


Besetzung:

Mike Harrison – keyboards, vocals
Gary Wright – keyboards, vocals
Luther Grosvenor – guitar
Greg Ridley – bass, guitar
Mike Kellie – drums


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Blues Rock, Rock


Trackliste:

1. Waitin‘ For The Wind (3:44)
2. Feelin‘ Bad (3:24)
3. I‘ve Got Enough Heartaches (3:29)
4. Evil Woman (9:08)
5. Lost In My Dream (5:07)
6. That Was Only Yesterday (3:55)
7. Better By You, Better Than Me (3:41)
8. Hangman Hang My Shell On A Tree (5:50)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

9. Feelin‘ Bad (Top Gear Session / BBC Radio One [Mono]) (2:54)
10. I Can‘t Quit Her (Top Gear Session / BBC Radio One [Mono]) (3:02)
11. Blues Town (Top Gear Session / BBC Radio One [Mono]) (3:34)
12. Something Got Into Your Life [Mono] (3:26)
13. When I Get Home [Mono] (4:12)
14. Waitin‘ For The Wind (First Mix) (3:30)
15. Lost In My Dream (First Mix) (5:45)
16. Better By You, Better Than Me (First Mix) (4:08)
17. Pretty Woman (B-Side Of European Single) [Mono] (3:27)

Gesamtspieldauer: 1:12:25




Spooky Tooth war eine englische Rock Band, die hauptsächlich in den Jahren von 1967 bis 1974 aktiv war. Jedoch gab es in den Jahren danach immer wieder diverse Band-Reunionen, die im Jahr 1999 sogar noch mal in der Veröffentlichung eines erneuten Studioalbums mündeten. Die ersten acht Scheiben der Band entstanden allerdings in den ersten acht Jahren des Bestehens, einer Phase, die allerdings auch von zahlreichen Umbesetzungen geprägt war. „Spooky Two“ ist das dritte Album von Spooky Tooth, jedoch gleichzeitig die zweite Platte, die unter dem Namen Spooky Tooth veröffentlicht wurde. Die erste Veröffentlichung eines Albums fand noch unter dem Bandnamen „Art“ statt. „Spooky Two“ erschien im Jahr 1969 auf dem Label Island Records.

Auf „Spooky Two“ bekommt man hauptsächlich Blues Rock zu hören, der durch den Hintergrundgesang auch mal nach Gospel klingen kann, wie die Lieder „Feelin‘ Bad“ und „I‘ve Got Enough Heartaches“ exemplarisch belegen. Besonders aufregend hört sich diese Musik heute leider nicht mehr an jeder Stelle an. Zwar verstehen es einzelne Lieder mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe in den Ohren noch musikalisch zu wachsen, vieles davon ist heute jedoch kaum mehr dazu in der Lage „Kultstatus“ zu erreichen, was diese Musik bei mancher Hörerin beziehungsweise manchem Hörer unter Umständen früher erreicht haben dürfte.

Am Überzeugendsten klingen das lange und durch diverse, zum Teil auch mitreißende Soli geprägte „Evil Woman“. Hier hört man die Energie und die Hingabe in der Musik von Spooky Tooth sehr schön heraus. Dabei rockt die Nummer ordentlich und ganz egal, ob gerade die Orgel oder die Gitarre ihren Solo-Auftritt haben, das Lied wirkt. Der hohe Gesang ist dabei allerdings nicht nur beim ersten Mal des Hörens gewöhnungsbedürftig. „Lost In My Dream“ ist dagegen eine zunächst deutlich langsamere Nummer, eher rockig angehaucht und dabei immer melodiös. Hier spielt die Band toll mit Geschwindigkeiten und Atmosphären.

Höhepunkt der Scheibe ist allerdings das Lied „Better By You, Better Than Me“. Ebenfalls eine rockige Nummer, in der es sanftere und schnellere Abschnitte zu hören gibt. Das Lied verfügt über eine Melodie, die sich sehr schnell im Ohr festsetzt und bereits nach dem ersten Hören einen Wiedererkennungswert aufweist. Hier ist sogar, die im Rahmen der remasterten Wiederveröffentlichung hinzugefügte Version des Stücks zu empfehlen, die mit „First Mix“ untertitelt wurde. Diese unterscheidet sich musikalisch zwar kaum von jener Fassung, die dann auf Platte gepresst wurde, ist allerdings fast eine halbe Minute länger.

Insgesamt neun „Zugaben“ wurden der remasterten Fassung des Albums beigefügt, die sich mal mehr, mal weniger lohnen gehört zu werden. Allerdings sind dies insgesamt Zugaben, die das gesamte Album durchaus nochmals aufwerten, verlängern sie doch die Scheibe auch durch weitere Titel auf fast die doppelte Laufzeit. Und da spielt es auch keine Rolle, dass viele der Lieder hier in Form von Mono-Aufnahmen hinzugefügt wurden.

Fazit: Kein Höhepunkt in der Musikgeschichte, doch durchaus ein hörenswertes Album ist „Spooky Two“ von Spooky Tooth geworden, was bei vielen Fans auch als die beste Platte der Band gehandelt wird. Nicht jeder Titel darauf ist überzeugend, andere wiederum sind es sehr. Die Band zelebrierte in dieser Phase ihres Bestehens Blues Rock, der mal härter, mal sanfter klang und dabei oftmals sehr melodiös war. Für Musikhörerinnen und Musikhörer, die sich für diese Art der Musik Ende der 60er Jahre interessieren, mit Sicherheit sehr lohnenswert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Evil Woman, Lost In My Dream, Better By You Better Than Me



Mittwoch, 24. Mai 2017

Queen + Paul Rodgers – Live In Ukraine




Queen + Paul Rodgers – Live In Ukraine


Besetzung:

Paul Rodgers – vocals, guitar & piano
Brian May – guitar & vocals
Roger Taylor – drums & vocals


Gastmusiker:

Spike Edney – md & keyboards
Jamie Moses – rhythm guitar
Danny Miranda – bass guitar


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2009


Stil: Rock


Trackliste:

CD1:

1. One Vision (4:03)
2. Tie Your Mother Down (2:29)
3. The Show Must Go On (4:37)
4. Fat Bottomed Girls (5:00)
5. Another One Bites The Dust (3:35)
6. Hammer To Fall (3:42)
7. I Want It All (4:10)
8. I Want To Break Free (3:55)
9. Seagull (4:50)
10. Love Of My Life (5:45)
11. '39 (4:37)
12. Drum Solo (5:00)
13. I'm In Love With My Car (3:42)
14. Say It's Not True (4:31)


CD2:

1. Shooting Star (6:21)
2. Bad Company (5:36)
3. Guitar Solo (3:58)
4. Bijou (2:07)
5. Last Horizon (4:32)
6. Crazy Little Thing Called Love (4:04)
7. C-lebrity (3:52)
8. Feel Like Makin' Love (6:45)
9. Bohemian Rhapsody (5:53)
10. Cosmos Rockin' (4:28)
11. All Right Now (5:31)
12. We Will Rock You (2:19)
13. We Are The Champions (2:59)
14. God Save The Queen (2:05)

Gesamtspieldauer CD1 (1:00:04) und CD2 (1:00:38): 2:00:42


DVD:

1. One Vision
2. Tie Your Mother Down
3. The Show Must Go On
4. Fat Bottomed Girls
5. Another One Bites The Dust
6. Hammer To Fall
7. I Want It All
8. I Want To Break Free
9. Seagull
10. Love Of My Life
11. '39
12. Drum Solo
13. I'm In Love With My Car
14. Say It's Not True
15. Shooting Star
16. Bad Company
17. Guitar Solo
18. Bijou
19. Last Horizon
20. Crazy Little Thing Called Love
21. C-lebrity
22. Feel Like Makin' Love
23. Bohemian Rhapsody
24. Cosmos Rockin'
25. All Right Now
26. We Will Rock You
27. We Are The Champions
28. God Save The Queen

Gesamtspieldauer DVD: 2:00:34




„Live in Ukraine“ ist ein Doppel-Live-Album mit dazugehöriger DVD, welche von den beiden verbliebenen Queen-Mitgliedern Brian May und Roger Taylor sowie vom Ex-Bad Company und Ex-Free Sänger Paul Rodgers unter dem Namen Queen + Paul Rodgers veröffentlicht wurde. Das Konzert wurde im September des Jahres 2008 während der „Rock The Cosmos-Tour“ der drei Musiker auf dem Freiheitsplatz in Charkiv, Ukraine, eingespielt und erschien schließlich im Juni 2009 in verschiedenen Versionen auf dem Label EMI.

Auf diesem Konzert gab es siebzehn Lieder von Queen in der ursprünglichen Besetzung zu hören, dazu vier Lieder aus Paul Rogers Zeit mit Bad Company („Seagull“, „Shooting Star“, „Bad Company“ und „Feel Like Makin' Love“), ein Lied von Free („All Right Now“) sowie insgesamt drei Titel („Cosmos Rockin'“, „Say It's Not True“, „C-lebrity“), die auch auf dem ersten und einzigen Studioalbum der Formation Queen + Paul Rodgers, „The Cosmos Rocks“, enthalten sind und alle aus der Feder von Roger Taylor stammen. Hinzu kommen noch ein Drum-Solo, welches Roger Taylor zum Teil auf einem Bass einspielt sowie zwei Gitarrensoli von Brian May. Ersteres, kurz mit „Guitar Solo“ benannt, kennt man in ähnlicher Form von der Scheibe Live Killers, da dieses Gitarrensolo dort den größten Teil des Liedes „Brighton Rock“ ausmacht. Das zweite Gitarren-Solo heißt schließlich „Last Horizon“ und hat längst nicht mehr die Klasse des ersten.

Man darf diese Scheibe ganz bestimmt nicht mehr mit einem Queen-Konzert vergleichen. Wurde dieses hier in der Ukraine gegeben, um in Erinnerungen an Queen und Freddie Mercury zu schwelgen, so kann man das Ganze auch noch einigermaßen nachvollziehen. Bei den Titeln „Bijou“ und „Bohemian Rhapsody“ singt Freddie Mercury sogar selbst, da er auf der Videoleinwand eingeblendet wird und man seine Stimme hört. Bei den restlichen Stücken kommt man gar nicht umhin, den Gesang der Paul Rodgers mit dem von Freddie Mercury zu vergleichen. Und dieser ist nun mal sehr unterschiedlich…

Wenn man allerdings bereits Live-Aufnahmen von Queen besitzt, bekommt man von Queen + Paul Rodgers mit „Live In Ukraine“ etwas geliefert, was man wahrlich nicht mehr benötigt. Die Queen-Lieder klingen mit dem Gesang von Freddie Mercury einfach besser, die drei Stücke, die vom Album „The Cosmos Rocks“ von Queen + Paul Rodgers stammen, langweilen wahrlich. Das Lied „Bad Company“ vom Album „Bad Company“ der Band Bad Company ist ein gutes, jedoch muss man es nicht zusammen mit Queen hören. Selbiges gilt für „All Right Now“ von Free. Somit bleibt nur wenig bis gar nichts, was diese, zugegebenermaßen aufwendig gestaltete und zusammengestellte Platte irgendwie wertvoll macht. Zumindest dann nicht, wenn man Queen von früher kennt.

Fazit: Für die Menschen dort im September 2008 in Charkiv sicherlich ein ganz tolles Erlebnis. Wirklich live hätte ich dieses Konzert sicherlich auch genossen, auch wenn ich das Glück hatte Queen in jungen Jahren tatsächlich live gesehen zu haben. Als Retorte, mit einem Doppel-Live-Album und der dazugehörigen DVD, wirkt das Ganze allerdings nicht mehr. Oder bin ich jetzt da irgendwie unfair? Fünf Punkte.

Anspieltipps: Bohemian Rhapsody



Dienstag, 23. Mai 2017

Rammstein – Sehnsucht




Rammstein – Sehnsucht


Besetzung:

Till Lindemann – vocals
Richard Z. Kruspe – lead guitar, backing vocals
Paul Landers – rhythm guitar, backing vocals
Oliver Riedel – bass guitar, backing vocals (track 1)
Christoph Schneider – drums
Christian "Flake" Lorenz – keyboards


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1997


Stil: Neue Deutsche Härte, Industrial Metal


Trackliste:

1. Sehnsucht (4:04)
2. Engel (4:24)
3. Tier (3:47)
4. Bestrafe mich (3:38)
5. Du hast (3:55)
6. Bück dich (3:22)
7. Spiel mit mir (4:46)
8. Klavier (4:24)
9. Alter Mann (4:24)
10. Eifersucht (3:37)
11. Küss mich (Fellfrosch) (3:30)

Gesamtspieldauer: 43:51




„Sehnsucht“ heißt das zweite Studioalbum der deutschen Band Rammstein. Es erschien am 22. August 1997 auf dem Label Universal Music. Das Album wurde mit sechs verschiedenen Covern ausgestattet, die man durch ein speziell gefaltetes Booklet auswählen kann. Der österreichische Maler und Fotograf Gottfried Helnwein schminkte alle sechs Mitglieder der Gruppe und versah sie mit einzelnen Drahtgestellen, bei denen es sich um medizinische Originalinstrumente des Chirurgen Ferdinand Sauerbruch handelte.

Auf der Scheibe zu hören ist dieser für Rammstein so typische Sound der neuen deutschen Härte, geprägt meist durch den tiefen, sonoren und mit einem rollenden „R“ ausgestatteten Gesang des Till Lindemann. Die Scheibe brachte für Rammstein den internationalen Durchbruch. In Deutschland, Österreich und auch den USA wurde das Album aufgrund der Verkaufszahlen mit Platin ausgezeichnet.

Man kann diese Musik unmöglich ohne die dazugehörigen Texte bewerten. Und diese handeln von BDSM, Inzest, Kannibalismus, Analverkehr und was nicht noch alles. Das Ganze ist dabei natürlich bewusst provokativ gehalten und klingt auch genau so, um eben Aufsehen zu erregen. Um an solchen Texten Gefallen zu finden, darf man aber wohl noch nicht dem Teenager-Alter entwachsen sein. Mit jedem weiteren Lebensjahr setzt dann immer mehr der Trieb zum Fremdschämen ein.

Leider schafft es hier auch die Musik oftmals nicht, so richtig zu überzeugen. Neue Deutsche Härte gemischt mit Synthesizer-Klängen, die allerdings oftmals leider eben nicht ins Ohr gehen, hört man zu allermeist auf „Sehnsucht“. Begeisternd klingt das zumeist jedoch nicht. Die Höhepunkte sind von daher schnell aufgezählt. „Engel“ platzierte sich in Deutschland in den Charts, war ein Hit und kletterte dort bis auf Platz 3. Die Nummer hat auch was und besitzt sogar einen gewissen Ohrwurmcharakter. Ansonsten ist an dieser Stelle im Grunde genommen nur noch die Nummer „Klavier“ zu erwähnen. Auch diese geht ins Ohr, der Stil des Liedes ist auch ein völlig anderer, als jener der anderen auf der Scheibe enthaltenen Lieder. Sanft klingt hier die Stimme des Till Lindemann, genau wie auch die Stimmung des Liedes eine eher sanfte ist, um den dunklen Hintergrund des Titels gut zu unterstreichen. Das klingt hier auch wirklich sehr gelungen. Ansonsten kann man die Titel „Du hast“, „Spiel mit mir“ und „Alter Mann“ noch gut hören.

Fazit: Beim zweiten Studioalbum der Band Rammstein mit dem Titel „Sehnsucht“ nerven leider manchmal die Texte sehr und auch der Gesang des Till Lindemann geht einem mitunter auf die Nerven. Doch es gibt auch schöne Momente auf dieser Scheibe und zwar in Form der Titel „Engel“ und „Klavier“. Irgendwie überwiegen auf „Sehnsucht“ allerdings noch die eher negativen bis langweiligen Momente. Das machten Rammstein später noch deutlich besser. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Engel, Klavier



Montag, 22. Mai 2017

Rage – XIII




Rage – XIII


Besetzung:

Peter „Peavy“ Wagner – vocals & bass
Chris Efthimiadis – drums
Spiros Efthimiadis –guitars
Sven Fischer – guitars


Gastmusiker:

Lingua Mortis Orchestra
Lutz Thomas – Didgeridoo


Label: Gun Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. Overture (1:55)
2. From The Cradle To The Grave (4:51)
3. Days Of December (4:36)
4. Changes - Sign Of Heaven (4:17)
5. Changes - Incomplete (5:10)
6. Changes - Turn The Page (5:03)
7. Heartblood (6:21)
8. Over And Over (3:48)
9. In Vain (I Won't Go Down) (5:19)
10. Immortal Sin (5:28)
11. Pain It, Black (4:34)
12. Just Alone (6:29)

Gesamtspieldauer: 57:56




Rage ist eine Heavy Metal Band aus Herne, Deutschland, die im Jahr 1984 unter dem Namen „Avenger“ gegründet wurde. 1986 wurde die Band dann von „Avenger“ in Furious Rage umbenannt, weil es in Großbritannien bereits eine Band mit dem Namen „Avenger“ gab. Die damalige Plattenfirma strich allerdings 1986, im Zuge der Veröffentlichung des zweiten Albums „Reign Of Fear“, den ersten Teil des Namens. Seitdem ist der Bandname Rage unverändert. Der Sänger und Bassist Peter „Peavy“ Wagner ist das einzige verbliebene Gründungsmitglied.

„XIII“ erschien im Jahr 1998 auf dem Label Gun Records und ist wirklich bereits das dreizehnte Studioalbum der Band. Darauf zu hören gibt es wohl den Versuch, klassische Musikinstrumente mit den „normalen“ Rockinstrumenten in Einklang zu bringen und in der Musik verschmelzen zu lassen. Aus diesem Grund wurde das Album unter Mithilfe des Lingua Mortis Orchestra eingespielt. Auf „XIII“ hört man allerdings natürlich keine klassische Musik, sondern durchaus Heavy Metal, der mit Hilfe einer ganzen Armada von Streichern auf bombastisch getrimmt wurde.

Das klingt vor allem zu Beginn der Platte sehr überzeugend. Die einzelnen Titel zünden, gehen ins Ohr und klingen dabei durchaus auch mitreißend. Hier wird gerockt, die Beats kommen schnell und kraftvoll und dazu gibt es eben die orchestrale Unterstützung. Voll und fett klingt die Musik von Rage hier, das Wort „bombastisch“ müsste hierfür erfunden werden, würde es dies noch nicht geben. Leider verläuft sich dieser Eindruck allerdings mit dem Fortschreiten der Platte. Ein wenig mehr Konsequenz hätte man sich hier gewünscht. Der orchestrale Anteil geht irgendwie ein wenig verloren, die einzelnen Melodien überzeugen nicht mehr ganz so sehr und lediglich das etwas balladeske Lied „In Vain (I Won't Go Down)“ schafft es hier noch richtig zu begeistern. Allgemein steht in der zweiten Hälfte der Scheibe dann sehr viel deutlicher der „reine“ Heavy Metal im Vordergrund.

Fazit: Ein sehr aufwendiges Album ist die dreizehnte Veröffentlichung der deutschen Heavy Metal Band Rage mit dem passenden Namen „XIII“ geworden. Hier gibt es Heavy Metal zu hören, der mit Hilfe eines ganzen Orchesters eingespielt wurde. Der Charakter des Heavy Metal wurde dabei keineswegs zerstört, vielmehr sorgt der Einsatz des Orchesters für den Bombast, der auf „XIII“ durchaus überzeugend klingt. Zumindest bis etwa zur Mitte des Albums, danach fällt die Qualität der einzelnen Titel leider etwas ab und Rage werden deutlich langweiliger in ihrer Musik. Trotzdem lässt sich das alles sehr gut hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Overture, From The Cradle To The Grave, Changes – Incomplete, In Vain



Sonntag, 21. Mai 2017

The Great Bertholinis – Objects Travel In More Than One Direction




The Great Bertholinis – Objects Travel In More Than One Direction


Besetzung:

Todor Bertholini – lead vocals & acoustic guitar
János Bertholini – banjo, lapsteel & choir
Oszkár Bertholini – lead vocals on “Clown”, electric guitar, choir
Jósef Bertholini – drums
Zoltán Bertholini – bass guitar
László Bertholini – alto saxophone, soprano saxophone
Zsazsa Bertholini – tenor saxophone
Sándor Bertholini – trumpet
Gábor Bertholini – trumpet
Ferenc Bertholini – trombone


Gastmusiker:

Jochen Hesch – additional acoustic guitar
Leif Sommermeyer – piano forte


Label: Hazelwood Vinyl Plastics


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Indie Brass Rock


Trackliste:

1. Intermission 1 (0:37)
2. No One Knows (3:13)
3. Zeppelin Disaster (2:36)
4. Clowns (3:38)
5. Seven Stairs (5:35)
6. Intermission 2 (0:18)
7. Drink Up! (4:17)
8. Intermission 3 (0:46)
9. Gasoline (4:46)
10. Intermission 4 (0:31)
11. The Girl Behind The Wall (3:32)
12. Intermission 5 (0:51)
13. Caved To The Evil (3:35)
14. Good To Be Gone (4:45)
15. Oh, What A Morning (4:02)
16. Intermission 6 (0:25)
17. Pogue Mahoney (4:00)

Gesamtspieldauer: 47:37




Manche Art der Musik ist für einen wahrlich schlecht zu beurteilen. Dies passiert immer dann, wenn man etwas hört, was so gar nicht in das eigene „musikalische Beuteschema“ passt. Musik ist allerdings ganz bestimmt nicht schlecht, nur weil sie einem selbst nicht gefällt, da sie anders oder ungewöhnlich ist. Die Qualität von Musik ist in ganz anderen Punkten begründet. Aber ich bewerte hier meine Platten und CDs, dabei kann ich für mich gesehen auch niemals ganz objektiv sein, denn Musik gefällt mir eben oder macht dies nicht.

So stellt die erste Scheibe der Nürnberger Band The Great Bertholinis mit dem Titel „Objects Travel In More Than One Direction“ eine große Herausforderung für mich dar. Das Album erschien im Jahr 2006 auf dem Label Hazelwood Music. Die zehn Musiker tragen alle den Namen Bertholini und stammen angeblich von einer ungarischen Zirkusfamilie ab. Ein netter Spaß natürlich nur, aber von daher wundert es nicht weiter, dass man auf „Objects Travel In More Than One Direction“ eine Mischung aus Zirkus-Musik und ungarischer Blasmusik, vermischt mit Polka und Rock zu hören bekommt. Eine seltsame und krude Mischung wahrlich, doch das Gesamtergebnis kann sich durchaus hören lassen, denn es klingt so ganz anders und damit vom ersten Takt an interessant.

Viele der Nummern gehen ins Ohr und stellen allesamt Musik dar, die man sonst so nicht zu hören bekommt. Etwas Besonderes sind die Great Bertholinis damit allemal. Den Spaß, den sie beim Musizieren haben, scheint man auch jedem einzelnen Titel anzuhören. Trotzdem ist die allgemeine Stimmung auf dem Album eine eher melancholische bis sentimentale. Um hier allerdings auch etwas für sich finden zu können, sollte man jedoch schon etwas mit den Worten „Polka“, „Zirkusmusik“, „ungarische Weisen“ und vor allen Dingen auch Big Band Sound anzufangen wissen. Und trotz der häufig eher traurigen Grundstimmung klingt die Musik der Great Bertholinis oftmals ein wenig aufgeregt bis hektisch. Lieder zum „Ausruhen“ hört man auf der Scheibe nur wenige, vielmehr sollen diese wohl unterhalten, indem sie die ganze Aufmerksamkeit von Hörerin und Hörer auf sich ziehen. Nebenbei ist „Objects Travel In More Than One Direction“ definitiv nicht hörbar.

Fazit: Wirklich ausgefallene Musik präsentieren einem die Great Bertholinis. Auf ihrem Debut-Album „Objects Travel In More Than One Direction“ bekommt man ein Potpourri aus Rock, Polka, Zirkus Musik und Big Band Sound zu hören. Ganz bestimmt nicht jedermanns Musik, doch außergewöhnlich ist das allemal. Man sollte sich jedoch gewiss die Zeit nehmen, um sich auf diese Klänge zu konzentrieren. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Seven Stairs, The Girl Behind The Wall, Caved To The Evil



(Kein Video verfügbar

Samstag, 20. Mai 2017

The Fair Sex – Thin Walls - Part I




The Fair Sex – Thin Walls - Part I


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Endless Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Electro Wave, Dark Wave


Trackliste:

1. Anne.Lyz (1:03)
2. The Ever Unreached Aim (6:05)
3. Not Now. Not Here. (5:30)
4. Alaska (4:39)
5. What's To Be Done Now (4:42)
6. Soulspirit: Antifascism (4:54)
7. Fat Bellies' Hunger (5:23)
8. Cold Contempt (4:24)
9. Cyberbite (4:59)
10. Shelter (3:45)
11. Eat Me (4:41)
12. White Noise (4:16)
13. You Know How (4:26)
14. Woe. (1:03)
15. In The Desert (5:35)

Gesamtspieldauer: 1:05:29




The Fair Sex ist eine deutsche Electro-Wave-Gothic-Band aus Essen. Gegründet wurde The Fair Sex im Jahr 1984 und veröffentlichte in den Jahren von 1988 bis 2002 neun Studioalben. Seitdem sind lediglich noch drei Kompilationsalben erschienen, obwohl die Band immer noch aktiv ist. „Thin Walls - Part I“ ist dabei das erste dieser kurzen Reihe und erschien 2003 auf dem Label Endless Records.

Vierzehn der fünfzehn auf der Platte enthaltenen Lieder entstammen den drei Platten „Bite Release Bite“ aus dem Jahr 1991, „Spell Of Joy“, veröffentlicht 1992 sowie „Labyrinth“ von 1995. Das zweite, auf „Thin Walls - Part I“ enthaltene Stück, „The Ever Unreached Aim“ ist dagegen ein neues Lied, was bisher noch nicht veröffentlicht worden war. 2004 wurde schließlich übrigens auch noch „Thin Walls - Part II“, ebenfalls auf Endless Records veröffentlicht.

Zu hören gibt es auf dieser Zusammenstellung eine Mischung aus Electro Wave mit schweren Gitarren. Gerockt wird dabei durchaus, doch die elektronischen Klänge stehen immer ganz klar im Vordergrund. Harte und schnelle Beats fliegen einem um die Ohren, sodass schnell klar wird, dass dies Musik für die Tanzfläche ist, weniger für das Hören Zuhause auf dem Sofa. Die Melodie steht bei dieser Art der Musik deutlich weniger im Vordergrund, sehr viel mehr der Rhythmus, der Beat, der schnell nach vorne prescht und einen mitzunehmen versucht. Einzige Ausnahme hierbei ist die letzte Nummer „In The Desert“. Hier hört man eine Spieluhr, Gesang und schließlich noch einen atmosphärischen Synthesizer-Hintergrundteppich sowie eine akustische Gitarre neben später einsetzender Perkussion. Ganz anders als der Rest der Scheibe und irgendwie mystisch, verwunschen und beeindruckend.

Fazit: Electro Wave ist ganz bestimmt keine Musik, die für jede und jeden geeignet ist, beziehungsweise nicht jede und jeder findet sich darin wieder. Mitunter klingt das Ganze auf Dauer etwas zu elektronisch, konstruiert und auch ein wenig aggressiv, aber das ist sicherlich reine Geschmackssache. Für die Tanzfläche sicherlich geeignet. Und dann ist da noch die letzte Nummer, die völlig aus dem Rahmen fällt und irgendwie genau dadurch am meisten überzeugt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Alaska, In The Desert



Freitag, 19. Mai 2017

The Rolling Stones – Hot Rocks 1964-1971




The Rolling Stones – Hot Rocks 1964-1971


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: ABKCO Music and Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

CD1:

1. Time Is On My Side (3:00)
2. Heart Of Stone (2:46)
3. Play With Fire (2:14)
4. (I Can't Get No) Satisfaction (3:48)
5. As Tears Go By (2:46)
6. Get Off of My Cloud (2:57)
7. Mother's Little Helper (2:49)
8. 19th Nervous Breakdown (3:59)
9. Paint It Black (3:48)
10. Under My Thumb (3:43)
11. Ruby Tuesday (3:20)
12. Let's Spend The Night Together (3:38)


CD2:

13. Jumpin' Jack Flash (3:43)
14. Street Fighting Man (3:18)
15. Sympathy For The Devil (6:27)
16. Honky Tonk Women (3:03)
17. Gimme Shelter (4:36)
18. Midnight Rambler (9:12)
19. You Can't Always Get What You Want (7:33)
20. Brown Sugar (3:51)
21. Wild Horses (5:40)

Gesamtspieldauer CD1 (38:54) und CD2 (47:27): 1:26:21




„Hot Rocks 1964-1971“ ist das mit Abstand erfolgreichste Album der Rolling Stones. Keine andere Platte der Band hat je höhere Verkaufszahlen erzielt. Das Doppelalbum, welches im Jahr 1971 auf dem Label ABKCO Music erschien, hielt sich insgesamt 265 Wochen in den US Billboard 200 Charts, in denen es bis auf Platz 4 kletterte. Allein in den USA wurden von diesem Kompilationsalbum zwölf Millionen Kopien verkauft. Seltsamerweise erschien diese Platte in Europa erst im Jahr 1990 im Rahmen der Urban Jungle Tour der Rolling Stones und war dort in den einzelnen Ländern allerdings auch sehr erfolgreich.

Auf dem Kompilationsalbum „Hot Rocks 1964-1971“ hört man die „Hits“ der Rolling Stones aus diesen Jahren. Jedoch sind nicht alle Chart-Erfolge darauf vertreten, weil man mit diesem Album den Hörerinnen und Hörern auch einen besseren Gesamteindruck über die Band und deren Musik in den frühen Jahren geben wollte. Hierzu wurden auch die Nummern „Under My Thumb“ und „Gimme Shelter“ diesem „Best Of…“-Album hinzugefügt, obwohl sie niemals als Single veröffentlicht worden waren. Hinzu kommt das Stück „Play With Fire“, welches ursprünglich eine B-Seite der Single „The Last Time“ darstellte. Eine weitere Ausnahme ist das Lied „Midnight Rambler“, welches hier in einer Live-Version vorliegt, die im Madison Square Garden, New York City, am 28. November 1969 eingespielt wurde.

Mit diesem Album erhält man wahrlich einen guten Überblick über das Schaffen der Rolling Stones in ihren ersten Jahren. Vieles klingt dabei nach 60ies Pop oder Rock, manches durchaus auch schon innovativ und sehr viel tiefergehend, als so manch andere Pop-Combo dieses Jahrzehnts. Mit diesen 21 Stücken kann jeder für sich auch bestens die Frage beantworten, ob sie oder er sich bezüglich des eigenen Musikgeschmacks denn nun mehr den Beatles oder den Rolling Stones zugehörig fühlt.

Fazit: Das erfolgreichste Album der Rolling Stones ist ein Kompilationsalbum über die knappe erste Dekade ihres Wirkens. Mit „Hot Rocks 1964-1971“ erhält man darüber eine sehr gute Übersicht und kann gut in die Klangwelten der Rolling Stones zu Beginn ihrer langen Karriere eintauchen. Das Album war zur damaligen Zeit das bereits sechste „Best Of...“-Album der Band, durch den Umfang mit 21 Titeln verkaufte es sich allerdings mit Abstand am besten. Neun Punkte.

Anspieltipps: Play With Fire, Paint It Black, Ruby Tuesday, You Can't Always Get What You Want



Donnerstag, 18. Mai 2017

Santana – Definitive Collection




Santana – Definitive Collection


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Latin Rock


Trackliste:

1. Jin-Go-Lo-Ba (4:19)
2. Evil Ways (3:57)
3. Soul Sacrifice (6:37)
4. Black Magic Woman / Gypsy Queen (5:17)
5. Oye Como Va (4:16)
6. Samba Pa Ti (4:36)
7. Everybody's Everything (3:28)
8. Song Of The Wind (6:13)
9. Let The Children Play (3:29)
10. Europa (Earth's Cry, Heaven's Smile) (5:01)
11. She's Not There (4:04)
12. I'll Be Waiting (5:10)
13. Well All Right (4:12)
14. Hold On (4:31)
15. They All Went To Mexico (4:49)
16. Say It Again (3:22)

Gesamtspieldauer: 1:13:28




Manchmal, wenn man sich ein Album zulegt und Musik sammelt, dann geschieht das auch mit Künstlern und Bands, von denen man weiß, dass es eher schwierig werden könnte, diese nun zu hörende Musik mit dem eigenen Musikgeschmack kompatibel werden zu lassen. Im Falle von Santana und meinen musikalischen Vorlieben war das so, doch man möchte schließlich auch immer wieder über den Tellerrand hinaussehen und keinesfalls was verpassen, was im Allgemeinen hoch angesehen ist.

Daher also ein Kompilationsalbum von Carlos Santana, um sich mal eine entsprechende Übersicht über diese Musik zu verschaffen. 24 Studioalben hat der US-Amerikaner mit mexikanischen Wurzeln bereits veröffentlicht, eine noch größere Anzahl von Kompilationsalben gesellt sich dazu, was einen schon ein wenig skeptisch werden lässt. (Und das sind nur die Alben, die er mit seiner Band Santana veröffentlichte. Unter seinem Namen Carlos Santana gibt es noch mal sieben Studioalben und sieben Kompilationsalben.) Der Titel dieses Albums „Definitive Collection“ ist natürlich ein sehr irreführender, da das auf Sony Music veröffentlichte „Best Of…“-Album im Jahr 1992 erschien und danach noch weitere acht Alben mit seiner Band und ein weiteres Solo-Album veröffentlicht wurden.

Nun, egal ob Solo oder mit seiner Band, Carlos Santana macht Fusion zwischen Rock Musik und Latin. Allerdings klingt hier auch ein gehöriger Anteil Disco-Musik mit. Wenn man gerne Samba tanzt oder sich öfters in Discotheken aufhält, ist das sicher auch kein Problem, ist man jedoch musikalisch nicht so beheimatet in diesen Welten, wird es anstrengender. Auf „Definitive Collection“ sind die ersten Titel durchaus noch gelungen und machen Spaß. Rockige und lange Instrumentalsoli mit der Gitarre und der Orgel lassen das Herz wohl jedes Rock Fans höherschlagen. Der mittel- bis südamerikanische Einfluss ist dabei deutlich zu spüren und zu hören und stellt hier noch eine schöne Abwechslung in der sonst so vorherrschenden musikalischen Welt Mitteleuropas dar. Wie gesagt, hier hört man auch noch Rock heraus. Etwa ab Mitte des Albums „kippt“ dann allerdings die Musik hin zu einem süßlichen Disco-Sound, der fast kaum erträglich ist. Wenn man Earth, Wind and Fire Fan ist, macht da vielleicht noch Sinn, ansonsten wird es ganz schwierig.

Höhepunkte der Scheibe sind die Titel, in denen nicht oder nur wenig gesungen wird. „Soul Sacrifice“ ist ein wirklich überzeugendes Lied, bei dem man Santana auch mit jedem Takt folgen kann. Für mich auch der absolute Höhepunkt dieser ganzen Zusammenstellung. „Jin-Go-Lo-Ba“ ist ein guter Einstieg in das Album, auch wenn hier gesungen wird. Rein instrumental und ausschweifend ist dagegen wieder „Song Of The Wind“, in das man ebenfalls gut eintauchen kann. Und natürlich lässt sich auch das wohl bekannteste Lied des Carlos Santana, „Samba Pa Ti“, gut hören.

Fazit: Manches auf „Definitive Collection“ ist ganz nett, manches auszuhalten, anderes wiederum nicht. Am besten klingt die Musik von Carlos Santana und seiner Band, wenn nicht gesungen wird und sie sich in langen Instrumentalsoli verlieren. Ansonsten klingt das Ganze eher süßlich und mitunter fast schon kitschig. Nicht meine Musik, aber man muss es mal ausprobieren. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Soul Sacrifice



Mittwoch, 17. Mai 2017

Psychoviolets – Too Little, Too Late




Psychoviolets – Too Little, Too Late


Besetzung:

Bob Ramskill – guitar, vocals
Jerry Landers – drums, back-up vocals
Art Space – guitar, keyboards
Steve Nunley – bass


Label: Restless Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Too Little, Too Late (3:52)
2. 1000 Voices (3:01)
3. Stoned (4:30)
4. End Of It All (4:58)
5. Addicted To The Thought (5:10)
6. Feel Like Giving Up (4:30)
7. Think Twice (3:25)
8. I'm Down (3:40)
9. On The Edge (3:12)
10. Come On (8:18)

Gesamtspieldauer: 44:39




Über die Psychoviolets ist nicht mehr allzu viel zu erfahren. Es scheint zumindest eine US-amerikanische Band gewesen zu sein, denn ihr Debut-Album und gleichzeitig auch ihre einzige Studio-Veröffentlichung ist in Kansas City eingespielt worden. Im Jahr danach gab es noch eine Art Sampler-Veröffentlichung, anschließend war dann endgültig Schluss. Diese eine Studio-Platte erschien im Jahr 1992 auf dem Label Restless Records und trägt den Titel „Too Litte, Too Late“. Bob Ramskill, Sänger und Gitarrist der Psychoviolets, hat sowohl die Musik komponiert, wie auch die entsprechenden Texte geschrieben.

Auf „Too Litte, Too Late“ hört man eine Mischung aus Rock mit leichten Blues-Anteilen, wobei die Musik immer wieder in das Genre Psychedelic Rock abdriftet. Hier gibt es zwar keine abgefahrenen Klanggebilde zu hören, jedoch ziemlich düster klingenden Rock, der von einer irgendwie rau, kantig, ja fast schon dreckig klingenden Gitarren dominiert wird. Die Musik will nicht so recht ins Ohr gehen, auch wenn sie keineswegs atonal klingt. Ohrwürmer sind das jedoch nicht, die man auf „Too Litte, Too Late“ zu hören bekommt. Dumpf-düstere Klänge wabern einem um die Ohren, die fast so wirken, als ob sie sich bei Sonnenaufgang in irgendwelche Keller oder unterirdische Höhlen zurückziehen müssten.

Höhepunkte sind das rockige Titellied „Too Litte, Too Late“, welches gleich am Beginn des Albums zu hören ist. Weiterhin sehr überzeugend klingt „Think Twice“, was die dunkle Atmosphäre des Albums bestens transportiert. Schließlich darf an dieser Stelle auch das letzte und längste Lied des Albums, „Come On“, nicht unerwähnt bleiben. Ebenfalls recht dunkel gehalten, breitet sich dieses Stück immer weiter aus. Ein langes und langgezogenes Gitarrensolo bildet das Herzstück des Titels, der sowohl mit einer schönen Melodie sowie mit einem Spannungsbogen in Form von Akzentuierungen aufwarten kann.

Fazit: „Too Litte, Too Late“ von den Psychoviolets wurde kein großer Erfolg. Von der Band hörte man danach auch nichts mehr. Das liegt sicherlich daran, dass die hier zu hörende Musik keine ganz einfache ist. Sie möchte zunächst nicht so ins Ohr gehen und auch die Lieder bleiben nicht ohne Weiteres hängen. Man sollte ein Freund der etwas düsteren Musik sein und auch langen, nicht zu abwechslungsreichen Gitarrensoli etwas abgewinnen können, dann wird man auch Spaß an dieser Scheibe haben. Ich finde das Ganze auch deshalb nicht schlecht, weil es einfach anders klingt und man solche Musik nicht allzu oft zu hören bekommt. Sicherlich nichts für die „lustige Cabriofahrt“ im Frühling, aber bestens geeignet für einen verregneten Novembertag. Acht Punkte.

Anspieltipps: Too Little, Too Late, Think Twice, Come On



Dienstag, 16. Mai 2017

Placebo – Placebo (10th Anniversary Collectors Edition)




Placebo – Placebo (10th Anniversary Collectors Edition)


Besetzung:

Brian Molko – acoustic guitar, bass guitar, guitar, keytar, vocals
Stefan Olsdal – acoustic guitar, bass guitar, electric piano, guitar, moog synthesizer, piano
Robert Schultzberg – drums, percussion, didgeridoo on "I Know"


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1996 (2006)


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Come Home (5:09)
2. Teenage Angst (2:42)
3. Bionic (5:01)
4. 36 Degrees (3:04)
5. Hang On To Your IQ (5:13)
6. Nancy Boy (3:30)
7. I Know (4:44)
8. Bruise Pristine (3:38)
9. Lady Of The Flowers (4:48)
10. Swallow (4:54)


Bonus Tracks der Collectors Edition von 2006:

11. Paycheck (demo) (3:00)
12. Flesh Mechanic (demo) (4:29)
13. Drowning By Numbers (2:58)
14. Slackerbitch (3:25)
15. H K Farewell (7:33)

Gesamtspieldauer: 1:04:16


10th Anniversary Collector's Edition DVD:

1. Come Home (Alexandra Palace - 11.04.06) (5:00)
2. Teenage Angst (The Big Breakfast - 29.08.96) (2:39)
3. Nancy Boy (Top Of The Pops - 31.01.97) (3:09)
4. Lady Of The Flowers (Glastonbury Festival - 27.06.98) (5:41)
5. Teenage Angst (The White Room - 23.08.96) (2:29)
6. Bruise Pristine (Top Of The Pops - 23.05.97) (2:33)
7. 36 Degrees (Wembley Arena - 05.11.04) (5:02)
8. 36 Degrees (Video) (3:15)
9. Teenage Angst (Video) (2:40)
10. Nancy Boy (Video) (3:20)
11. Bruise Pristine (Video) (2:59)




Zum zehnjährigen Jubiläum des ersten und selbstbetitelten Albums der englischen Band Placebo, wurde dieses in einer etwas umfangreicheren Fassung neu veröffentlicht. Diese „10th Anniversary Collectors Edition“ erschien im Jahr 2006 auf dem Musiklabel Virgin Records und enthält im Unterschied zur Originalausgabe noch fünf Bonus Tracks, wovon zwei in Form von Demos vorliegen, zwei Titel sind B-Seiten. Die ursprünglich an das ehemalige letzte Lied des Albums in Form eines Hidden Tracks angehängte Nummer „Honk Kong Farewell“, ist nun als eigenständiges Lied mit dem Titel „H K Farewell“ beigefügt worden. Zusätzlich gibt es noch einen zweiten Datenträger in Form einer DVD, die die zugehörigen Musikvideos, Fernsehauftritte und Liveauftritte beinhaltet.

Auf dem Debut-Album von Placebo hört man relativ rauen und ungeschliffenen Alternative Rock, der schon alleine dadurch einen Wiederkennungswert besitzt, da Brian Molko in seiner unverwechselbaren Art und Weise singt. „Placebo“ von Placebo kletterte in den britischen Album Charts bis auf Platz 5, ansonsten blieb dem Album der Verkaufserfolg in anderen Ländern jedoch mehr oder weniger verwehrt. Das liegt sicherlich daran, dass die Musik der Band hier nicht sonderlich eingängig klingt, man nach dem ersten Mal des Hörens diese Scheibe sicherlich noch nicht für sich erschlossen hat, da dies aufgrund seiner geringeren Eingängigkeit deutlich mehrerer Durchläufe bedarf.

„Placebo“ ist allerdings trotzdem eine interessante und spannende Scheibe geworden, da dieser Alternative Rock durchaus außergewöhnlich ist. Zwar gibt es auf der Platte nicht diesen einen Ohrwurm oder mehrere Titel, die sich festsetzen, mit der Zeit bilden sich jedoch auch hier Favoriten heraus – wenn dies auch etwas länger dauert. In meinem Fall wären das die Nummern „Bionic“, „Swallow“ sowie „H K Farewell“. „Bionic“ ist ein schönes und rockiges Lied, welches dann doch zügig ins Ohr geht. „Swallow“ und „H K Farewell“ sind allerdings doch eher ungewöhnliche Stücke für dieses Album, welche die Musik darauf nicht ganz wiedergeben. Beide Lieder sind eher experimentell und leben von der nehr sphärischen Atmosphäre, die sie dabei transportieren.

Die DVD ist eine nette Zugabe. Darauf bekommt man die Videos zu fünf Fernsehauftritten aus der Zeit zu sehen, zwei Liveauftritte wurde hinzugefügt, sowie die vier Videos, die zu diesem Album gedreht wurden. Sicherlich nichts, was man sich regelmäßig ansieht, jedoch eine schöne Abrundung dieser Jubiläumsausgabe des ersten Placebo-Albums.

Fazit: Placebo klingen zwar bereits wie Placebo auf ihrem ersten Album, trotzdem hat die Band noch nicht ganz das Level bezüglich der Ideen und des Songwritings erreicht, was sie ihren Hörerinnen und Hörern auf späteren Veröffentlichungen präsentieren werden. „Placebo“ von Placebo allerdings sicherlich kein schlechtes Album geworden und in dieser Aufmachung, in Kombination mit dem Videomaterial eine schöne Zusammenstellung. Placebo rocken hier noch rau und unverfälscht, da macht es gar nichts, dass die Lieder zum Teil eben nicht so schnell ins Ohr gehen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Bionic, Swallow, H K Farewell



Montag, 15. Mai 2017

Sun – Jam House Wah




Sun – Jam House Wah


Besetzung:

Ralf Aussem – guitar
Jörg Schröder – vocals
Bogdan Skowronek – drums
Holger Seeling – bass


Label: Gun Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Grunge, Alternative Rock


Trackliste:

1. Intro (0:52)
2. Water (4:44)
3. Blisters (4:37)
4. Honky Tonk Man (6:08)
5. Groundraper (4:38)
6. Smile (0:28)
7. Jam House Wah (4:41)
8. Tools (3:55)
9. Like A Rolling Stone (6:24)
10. Ego Problem D.T.B. (3:40)
11. Yeah (5:09)
12. Uncle Bob (5:40)
13. Plastic Roses (5:08)
14. Rain (5:37)
15. Spanish Castle Magic (3:18)
16. House Of Papermaché (5:09)
17. Spike Song (3:06)

Gesamtspieldauer: 1:13:20




Sun war eine deutsche Rock-Band aus Mönchengladbach, die bis ins Jahr 2001 existierte. In dieser Zeit veröffentlichten sie insgesamt sechs Studioalben, von denen „Jam House Wah“ das dritte dieser Reihe war, im Jahr 1993 erschien und auf dem Label Gun Records veröffentlicht wurde.

Auf „Jam House Wah“ hört man eine Mischung aus Alternative Rock und Grunge, der durchaus an die amerikanischen Kollegen von Pearl Jam erinnert. Doch klingen Sun noch etwas härter und rauer als Pearl Jam. Die Musik und damit die Lieder von Sun hören sich dabei keineswegs nach Deutschland an, sondern brauchen den Vergleich mit internationalen Bands auf gar keinen Fall zu scheuen. Richtige Ohrwürmer enthält die Scheibe zwar nicht, dafür jede Menge gut gemachten Rock, der mal mehr und mal weniger reinknallt. Grunge- und Alternative Rock-Fans, die auf die härteren Töne stehen, dürften an dieser Scheibe ihre Freude haben.

Allerdings scheint der Prophet im eigenen Lande wahrlich nicht zu zählen, denn richtig großen Erfolg hatten Sun nie, weshalb sich die Band auch schließlich auflöste. „Jam House Wah“ beinhaltet jede Menge Nummern, die genau so auch in Seattle hätten entstanden sein können. Die Musik hat internationale Qualität. Und trotzdem will das Ganze in meinen Ohren im Fall von „Jam House Wah“ nicht vollends zünden. Das liegt an dem Umstand, dass die Lieder an sich zwar gelungen sind, die Variation innerhalb der einzelnen Titel allerdings nur gering ist. Sicherlich wird hier ein spezieller musikalischer Stil verfolgt, die Abwechslung in diesem Genre fehlt mir allerdings völlig, sodass sich beim Hören von „Jam House Wah“ leider nie richtige Höhepunkte herauskristallisieren. Vielleicht ging es nicht nur mir so beim Hören der Scheibe, aber wer weiß das schon…

Fazit: Der Grunge von Sun genügt durchaus internationalen Ansprüchen. Auf „Jam House Wah“ wird gerockt, sodass Freunde der härteren Töne ihre Freude haben werden. Die Musik der Band löst immer wieder Vergleiche mit Pearl Jam aus. Doch sind die Lieder von Sun noch ein wenig härter, rauer, klingen auf ihre Art ein bisschen dreckiger. Für alle Musikhörerinnen und Musikhörer, die Pearl Jam lieben und dem Grunge allgemein zugetan sind, sicherlich eine lohnende Anschaffung. Acht Punkte.

Anspieltipps: Groundraper, Rain, House Of Papermaché



Sonntag, 14. Mai 2017

Thin Lizzy – Lizzy Killers




Thin Lizzy – Lizzy Killers


Besetzung:

Ohne weitere Angaben


Label: Vertigo


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Whiskey In The Jar (5:44)
2. Wild One (4:18)
3. Jailbreak (4:01)
4. The Boys Are Back In Town (4:28)
5. Don't Believe A Word (2:20)
6. Dancing In The Moonlight (3:25)
7. Waiting For An Alibi (4:10)
8. Do Anything You Want To (3:49)
9. Sarah (3:31)
10. Chinatown (4:43)
11. Killer On The Loose (3:53)

Gesamtspieldauer: 44:27




Eine ganz gute Übersicht über das Schaffen der irischen Band Thin Lizzy mit ihrem Sänger und Bassisten Phil Lynott erhält man mit dem Kompilationsalbum „Lizzy Killers“, welches im Jahr 1981 auf dem Label Vertigo veröffentlicht wurde und nur in Europa und Australien erschien. Diese Zusammenstellung gibt eine gute Übersicht über die Musik von Thin Lizzy, wie sie vor allen Dingen in der Mitte der Schaffensperiode der Band entstand.

Auf „Lizzy Killers“ hört man weder zu viel Hard Rock, der gegen Ende der Bandhistorie, bis zum Tod von Phil Lynott zu hören war, noch zu stark geprägten Blues Rock, wie er häufig zu Beginn der Karriere von Thin Lizzy im Fokus stand. Auf „Lizzy Killers“ wird einem zumeist melodiöser Rock geboten, der überwiegend im Mid-Tempo gehalten ist und dabei gut ins Ohr geht. Die besseren Titel befinden sich eher zu Beginn des Albums, wohingegen die Qualität der Songs gegen Ende der Platte etwas schwindet, was nicht nur eine Geschmackssache zu sein scheint.

Die drei größten Hits der Band, „Whiskey In The Jar“, „Jailbreak“ und „The Boys Are Back In Town“, befinden sich unter den ersten vier Nummern. „Whiskey In The Jar“, das wohl bekannteste Stück von Thin Lizzy, ist ein traditionelles irisches Lied, welches von Thin Lizzy neu und spannend interpretiert wurde. Weitere Höhepunkte der Scheibe sind „Wild One“, „Don't Believe A Word“ sowie „Dancing In The Moonlight“. Somit wären hier auch die ersten sechs Stücke des Albums aufgeführt. Die restlichen fünf Nummern klingen da sehr viel unspektakulärer, werden bei Thin Lizzy Fans sicherlich auch hoch im Kurs stehen, bei neutraleren Zuhörerinnen und Zuhörern wohl aber weniger punkten können.

Fazit: Eine schöne Übersicht über das Schaffen von Thin Lizzy vor allem Mitte bis Ende der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts erhält man mit dem Kompilationsalbum „Lizzy Killers“. Der vorherrschende Stil darauf ist Rock, der an den Seiten in die Genres Blues und Hard Rock hineinreicht. Insgesamt 34 Kompilationsalben gibt es inzwischen von dieser Band. „Lizzy Killers“ kann dabei kein vollständiges „Best Of…“-Album sein, da nach dieser Scheibe noch zwei Studio-Platten bis zum Tod von Phil Phil Lynott entstanden und auch veröffentlicht wurden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Whiskey In The Jar, The Boys Are Back In Town, Don't Believe A Word



Samstag, 13. Mai 2017

Various Artists – Classic MTV: Class Of 1983




Various Artists – Classic MTV: Class Of 1983


Label: Rhino Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Pop, New Wave


Trackliste:

CD1:

1. She Blinded Me With Science - Thomas Dolby (5:09)
2. Come On Eileen - Dexy's Midnight Runners (4:15)
3. Always Something There To Remind Me - Naked Eyes (3:43)
4. Mirror Man - Human League (3:53)
5. Cool Places - Sparks & Jane Wiedlin (3:26)
6. Love My Way - Psychedelic Furs (3:41)
7. China Girl - David Bowie (5:33)
8. Twilight Zone - Golden Earring (4:52)
9. Rock This Town - Stray Cats (2:41)
10. The Walls Came Down - The Call (3:46)
11. Lies - Thompson Twins (3:15)
12. True - Spandau Ballet (5:44)
13. Mexican Radio - Wall Of Voodoo (4:11)
14. Why Me? - Planet P (4:09)
15. I Melt With You - Modern English (3:48)


CD2:

1. Our House - Madness (3:24)
2. Too Shy - Kajagoogoo (3:46)
3. Burning Down The House - Talking Heads (4:04)
4. Back On The Chain Gang - The Pretenders (3:53)
5. Strip - Adam Ant (4:01)
6. One Thing Leads To Another - The Fixx (3:20)
7. Do You Really Want To Hurt Me - Culture Club (4:25)
8. In A Big Country - Big Country (3:54)
9. Working Girl - The Members (4:11)
10. Jukebox (Don't Put Another Dime) - The Flirts (3:45)
11. I Eat Cannibals - Total Coelo (3:35)
12. Reap The Wild Wind - Ultravox (3:45)
13. Talking In Your Sleep - The Romantics (3:58)
14. Goodbye To You - Scandal (3:49)
15. Rock-It - Herbie Hancock (5:21)

Gesamtspieldauer CD1 (1:02:10) und CD2 (59:19): 2:01:29




„Classic MTV: Class Of 1983“ ist eine schöne Zusammenstellung der „Hits“ des Jahres 1983. Auf zwei CD’s bekommt man hier eine gute Übersicht über die Musik, die im Jahr 1983 „in“ war und sich in den Charts platzieren konnte. Pop und New Wave herrschten damals vor und dominierten die Hitparaden. Und nichts Anderes gibt es dann auch auf diesem Kompilationsalbum zu hören, welches 1984 auf dem Label Rhino Records veröffentlicht wurde.

Dreißig verschiedene Titel gibt es auf „Classic MTV: Class Of 1983“ zu hören, deren musikalische Bandbreite ganz eindeutig den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zugeordnet werden kann. Pop und New Wave der damaligen Zeit hatten einen ganz speziellen Klang, den man von heutigen Veröffentlichungen gut unterscheiden kann. Es ist allerdings nicht möglich solch ein Kompilationsalbum zu erwerben und darauf nur Titel zu finden, die einem zusagen. Manches klingt da vertrauter und eingängiger, mit anderen Liedern wird man gar nicht warm. Wie immer ist das alles reine Geschmackssache. Jedoch wird hier wohl jede und jeder bei dreißig Titeln etwas für sich finden können.

Einiges auf „Classic MTV: Class Of 1983“ kann man auf den 80ies Partys hören, die immer wieder stattfinden. Vieles auf der Scheibe, wenn auch nicht alles, ist tanzbar. Auch um mal eine Übersicht über die angesagte und in den damaligen Hitparaden erfolgreiche Musik zu erhalten, lohnt dieses Album. Allerdings wird es im Internet im Augenblick zu Mondpreisen angeboten, die sicherlich niemals den Kauf des Albums rechtfertigen.

Fazit: „Classic MTV: Class Of 1983“ lohnt sich für diejenigen, die damals vielleicht ihre Jugend erlebten und mal wieder in alten Zeiten schwelgen möchten. Zudem erhält man einen ganz guten Überblick über den Pop und New Wave der damaligen Zeit und wohl jede und jeder wird hierauf etwas finden, was ihr oder ihm zusagt. Allerdings natürlich auch Musik, die so gar nicht für das eigene Ohr geschaffen scheint. Von daher sind solch Zusammenstellungen immer sehr schwierig objektiv zu bewerten. Musikalisch sind viele der Lieder auf „Classic MTV: Class Of 1983“ weniger interessant, um den damals vorherrschenden Zeitgeist einzuziehen jedoch sehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: She Blinded Me With Science, China Girl, Why Me?, Our House