Freitag, 21. Juli 2017

Ian Dury & The Blockheads – Sex & Drugs & Rock & Roll




Ian Dury & The Blockheads – Sex & Drugs & Rock & Roll


Besetzung:

Ian Dury – vocals


Gastmusiker:

John Turnbull – guitar, back-up vocals
Davey Payne – saxes 
Norman Watt-Roy – bass
Charley Charles – drums
Mickey Gallagher – keyboards
Wilko Johnson – guitar, back-up vocals
Chaz Jankel – guitar


Label: Demon Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Rock, Funk, Disco


Trackliste:

1. Hit Me With Your Rhythm Stick (3:44)
2. I Want To Be Straight (3:20)
3. There Ain't Half Been Some Clever Bastards (3:05)
4. What A Waste! (3:31)
5. Common As Muck (4:00)
6. Reasons To Be Cheerful Pt.3 (5:00)
7. Sex And Drugs And Rock And Roll (3:05)
8. Supermans Big Sister (2:51)
9. Razzle In My Pocket (3:01)
10. You're More Than Fair (3:01)
11. Inbetweenies (5:20)
12. You'll See Glimpses (3:40)

Gesamtspieldauer: 43:38




Die Platte „Sex & Drugs & Rock & Roll“ von Ian Dury & The Blockheads ist ein Kompilationsalbum mit Hits und mehr oder weniger bekannteren Liedern des Ian Dury aus der Zeit zwischen 1977 bis 1980. Darauf zu hören gibt es eine sehr abwechslungsreiche Mischung verschiedenster musikalischer Stilrichtungen. Von Rock über Pop bis Reggae, Funk und Soul haben Ian Dury und seine Begleitband kein musikalisches Genre ausgelassen und all diese Stile wurde hier auf „Sex & Drugs & Rock & Roll“ zusammengeführt.

Musik, welche Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre entstand und bei der der Synthesizer nicht die zentrale Rolle einnimmt, ist keine Selbstverständlichkeit. Bei Ian Dury & The Blockheads ist dies aber der Fall. Hier hört man hauptsächlich „handgemachten“ Rock, der oftmals auch in den Nachbar-Genres wildert. Nicht schlecht gemacht, trotzdem kann einen bei solch einer Vielfalt natürlich nicht alles überzeugen. Was allen Stücken dabei allerdings gemein ist, das ist der Groove, den alle Lieder durchgängig transportieren. Man kommt gar nicht umhin, mit den Füßen mitzuwippen, auch wenn gerade nicht die eigene Lieblingsmusik läuft. Musik zum Tanzen.

Höhepunkte der Scheibe sind sicherlich das bekannteste Lied des Ian Dury und gleichzeitig auch Titelgeber für dieses Kompilationsalbum: „Sex & Drugs & Rock & Roll“. Das Lied, welches allerdings den meisten Erfolg verbuchen konnte und auch auf dieser Zusammenstellung einen Höhepunkt darstellt ist „Hit Me With Your Rhythm Stick“. Das Stück schaffte es 1978 sowohl in England wie in Australien auf Platz 1 der Charts und war nie auf einem offiziellen Studioalbum enthalten. Tolle Nummer, die sehr gut in die Beine geht. Und der Rest der Scheibe klingt ebenfalls – mal mehr mal etwas weniger überzeugend, jedoch immer nach durchdachter und grooviger Rock-Musik.

Fazit: Eine schöne Zusammenstellung der Musik von Ian Dury & The Blockheads ist „Sex & Drugs & Rock & Roll“ geworden. Man erhält einen sehr guten Überblick und Eindruck der Musik des Ian Dury Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre. Diese ist immer rhythmisch und tanzbar, geht zum größten Teil auch gut ins Ohr. Nichts Weltbewegendes zwar, doch das gibt es musikalisch gesehen sowieso nur ganz selten. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sex & Drugs & Rock & Roll, Hit Me With Your Rhythm Stick



Donnerstag, 20. Juli 2017

Japan – Assemblage




Japan – Assemblage


Besetzung:

David Sylvian – vocals, synthesizers. piano, electric guitar
Mick Karn – bass guitar, oboe, saxophone, recorder
Steve Jansen – drums, synthesizer, percussion
Richard Barbieri – synthesizers, sequencer, piano
Rob Dean – guitar, ebow


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: New Wave, Pop


Trackliste:

1. Adolescent Sex (Re-Recorded Version) (4:15)
2. Stateline (B-Seite) (4:48)
3. Communist China (vom Album "Adolescent Sex") (2:43)
4. ...Rhodesia (vom Album "Adolescent Sex") (6:48)
5. Suburban Berlin (vom Album "Obscure Alternatives") (5:01)
6. Life In Tokyo (Single, Remix) (3:33)
7. European Son (B-Seite, Remix) (3:40)
8. All Tomorrow's Parties (Alternative Version vom Album "Quiet Life") (4:15)
9. Quiet Life (vom Album "Quiet Life") (4:53)
10. I Second That Emotion (Single) (3:46)

Gesamtspieldauer: 43:42




„Assemblage” ist ein Kompilationsalbum der englischen Band Japan. Veröffentlicht wurde es im Jahr 1981 auf dem Plattenlabel EMI. „Assemblage“ beinhaltet Aufnahmen aus den Jahren 1977 bis 1980. Ganze sechs Singles wurden in den Jahren von 1981 bis 1983 aus dem Album ausgekoppelt und veröffentlicht – welche allerdings nur im Vereinigten Königreich eingeschränkten Erfolg aufwiesen.

Zu hören ist auf „Assemblage“ dieser typische 80er Synthesizer-Sound, der sich musikalisch irgendwo zwischen New Wave und Synthi-Pop bewegt. Heutzutage klingt das alles mehr nach einem musikalischen Zeitdokument, denn nach interessanter Musik. Die Lieder auf „Assemblage“ gehen weder gut ins Ohr noch sind sie anderweitig besonders interessant. Auch waren diese Stücke von Japan keine Hits im eigentlichen Sinne. Für die Band Japan mag das vielleicht stimmen, dass es sich hierbei um deren erfolgreichste Nummern handelt. Weit vorne in den Charts konnten sich diese Lieder jedoch nicht platzieren – zumindest nicht in Deutschland. In England erreichte immerhin der Remix von „I Second That Emotion“ Platz 9 der Charts.

Somit gibt es heutzutage kaum noch einen Grund „Assemblage“ aufzulegen. Noch nicht einmal eine 80ies Party kann hier weiterhelfen, da die Lieder zum einen zu unbekannt und des Weiteren auch nicht besonders gut tanzbar sind. Vielmehr langweilt der synthetische Sound der ganzen Platte ziemlich schnell. Dieser setzt sich sofort fest und nervt schon bald, wohingegen die einzelnen Nummern eher zum einen Ohr hinein, zum anderen wieder herauswandern.

Fazit: „Assemblage“ ist ein typisches Album im Sound der 80er. Und wenn auch einige Lieder noch Ende der 70er entstanden sind, so bewirken die Überarbeitung in Form von Remixen, dass die Scheibe stark nach den 80ern klingt. Freundinnen und Freunde synthetischer Musik werden hier vielleicht Spaß haben – genau wie Nostalgiker, die mit solcher Musik in ihrer Jugend fischen. Ansonsten in heutiger Zeit nur noch am Rand interessant. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Communist China, I Second That Emotion



Mittwoch, 19. Juli 2017

Godley & Creme – The History Mix Volume 1




Godley & Creme – The History Mix Volume 1


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Pop


Trackliste:

1. Wet Rubber Soup (9:30)
- Rubberbullets
- Minestrone
- I'm Not In Love
2. Cry (8:54)
3. Light Me Up (4:30)
4. An Englishman In New York (5:52)
5. Save A Mountain For Me (3:34)
6. Goldenboy (5:46)

Gesamtspieldauer: 38:06




Eine Art Kompilationsalbum stellt die Platte „The History Mix Volume 1“ von Kevin Godley und Lol Creme dar. Die beiden 10CC-Musiker, die zusammen und losgelöst von der Band ebenfalls einige Hits kreierten, sind hier in neuen Abmischungen, verlängerten Lied-Versionen und einem Medley zu hören. In vielen Aufzählungen wird diese Platte als das sechste von insgesamt sieben Studioalben der beiden britischen Musiker geführt. Einen „Mix Volume 2“ gibt es übrigens nicht.

Diese Zusammenstellung klingt mitunter verquer und will auch nicht mit jedem Takt und schon gar nicht mit jedem Titel ins Ohr gehen, da die beiden hier ihrer experimentellen Spiellaune und Produktion freien Lauf lassen. Zwei Nummern verhalten sich auf „The History Mix Volume 1“ jedoch wie reine Ohrwürmer und klingen überaus eingängig. Dies sind ausgedehnte Version des Stücks „Cry“, sowie „An Englishman In New York“. Zwei tolle Lieder, wobei sich die Nummer „Cry“ sogar in den US Billboard Hot 100 Charts auf Platz 16 platzieren konnte und somit die einzige Single des Duos darstellt, welche sich in den amerikanischen Charts abseits ihrer 10CC Erfolge dort wiederfand.

Zwei sehr eingängigen Stücken steht eine ganze Menge experimenteller Pop gegenüber. Hier hilft es ganz eindeutig, die Musik öfters zu hören, um sie sich besser erschließen zu können. Auch sind die einzelnen Stücke fest in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts verwoben, worauf Synthesizer und Keyboard unentwegt hinweisen. Godley & Creme machen alles andere als Musik, die anbiedernd klingt. Die Lieder hören sich immer spannend und irgendwie anders an, als das, was man sonst so zu hören bekommt. Und wenn dann auch noch solch Titel wie „Cry“ oder „An Englishman In New York“ dabei herauskommen, dann lohnt es noch mehr, mal genauer hinzuhören.

Fazit: Pop-Musik, die anders klingt. Das machten Kevin Godley und Lol Creme zusammen mit Graham Gouldman bei 10CC und das können sie auch außerhalb der Banden ihrer Band. Zum Teil klingt „The History Mix Volume 1“ sehr eingängig, zum Teil auch sehr gewöhnungsbedürftig, immer jedoch ungewöhnlich. Deutlich andere Musik als der Mainstream des Pop. Neun Punkte.

Anspieltipps: Cry, An Englishman In New York



Dienstag, 18. Juli 2017

Eric Clapton – Backtrackin’




Eric Clapton – Backtrackin’


Besetzung:

Eric Clapton – guitars, vocals


Gastmusiker:

Yvonne Elliman – backing vocals
George Terry – backing vocals, guitar
Dick Sims – organ, keyboards
Albhy Galuten – piano
Carl Radle – bass, percussion
Jamie Oldaker – drums
Marcy Levy – backing vocals
Jack Bruce – bass, vocals, harmonica
Ginger Baker – drums
Felix Pappalardi – keyboards
George Harrison (credited as L'Angelo Misterioso) – rhythm guitar
Duane Allman – guitar
Bobby Whitlock – keyboards, acoustic guitar, organ
Jim Gordon – drums, piano
Rita Coolidge – backing vocals
Delaney Bramlett – backing vocals, rhythm guitar
Bonny Bramlett – backing vocals
Leon Russell – piano
Stevie Winwood – keyboards, vocals
Rich Grech – bass
Chris Stainton – keyboards
Albert Lee – guitar, keyboards, vocals
Dave Markee – bass
Henry Spinetti – drums


Label: Starblend Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Blues, Reggae, Rock


Trackliste:

Seite 1 (Singles):

1. I Shot The Sheriff (4:26)
2. Knockin' On Heaven's Door (4:26)
3. Lay Down Sally (3:55)
4. Promises (3:05)
5. Swing Low, Sweet Chariot (3:35)
6. Wonderful Tonight (3:45)


Seite 2 (History):

1. Sunshine Of Your Love (4:14)
2. Tales Of Brave Ulysses (2:50)
3. Badge (2:46)
4. Little Wing (5:38)
5. Layla (7:10)


Seite 3 (Classics):

1. Cocaine (3:40)
2. Strange Brew (2:48)
3. Spoonful (6:32)
4. Let It Rain (5:08)
5. Have You Ever Loved A Woman? (7:04)
6. Presence Of The Lord (4:49)


Seite 4 (Live):

1. Crossroads (Live) (4:17)
2. Roll It Over (Live) (6:39)
3. Can't Find My Way Home (Live) (5:16)
4. Blues Power (Live) (7:26)
5. Further On Up The Road (Live) (7:08)

Gesamtspieldauer: 1:45:54




Das Doppelalbum „Backtrackin’“ bietet einen schönen Überblick über das Wirken und Schaffen des Eric Clapton. Darauf enthalten sind die bekanntesten Lieder des gebürtigen Briten aus Ripley in der Grafschaft Surrey aus seiner Solo-Karriere sowie mit Cream, Blind Faith und Derek And The Dominos in der Zeit von 1966 bis 1980. Veröffentlicht wurde „Backtrackin’“ im Jahr 1984 auf dem Label Starblend Records und erschien ursprünglich zuerst auf dem deutschen Markt, ist in den USA nur als Import zu erhalten. Die einzelnen Seiten der LP sind mit „Singles“, „History“, „Classics“ und „Live“ betitelt, was auch auf die CD-Neuausgabe übertragen wurde.

„Backtrackin’“ war das bereits sechste „Best Of…-Album“ des englischen Musikers und überraschend dabei ist, liest man die Credits genauer, wie wenig Lieder Eric Clapton im Grunde genommen selbst geschrieben hat. Seine „Hits“ sind zum größten Teil Cover-Versionen anderer Künstler oder aber er ist lediglich der Co-Autor. Seine bekanntesten Stücke sind allerdings allesamt enthalten und so erhält man mit diesem Album eine Zusammenstellung aus Rock-, ein wenig Pop-, Blues- und Reggae-Stücken, die allesamt, falls wirklich „Hits“, fest mit Eric Clapton assoziiert sind und nur noch wenig mit den ursprünglichen Songschreibern.

Einige der Lieder auf „Backtrackin’“ klingen dabei bereits sehr nach „Oldie“ aus den 60er Jahren. Anderes von Eric Clapton klingt dagegen immer noch aktuell und modern. Bekannt ist viel, jedoch nicht alles. Vor allen Dingen die dritte LP-Seite mit der Überschrift „Classics“ hält, nach dem sicherlich allseits bekannten „Cocaine“ des J.J. Cale, einige eher unbekanntere Stücke des Eric Clapton parat. Um die Scheibe wirklich genießen zu können, sollte man dem Blues auch etwas aufgeschlossen gegenüberstehen.

Fazit: „Backtrackin’“ enthält eine Zusammenstellung mehr oder weniger bekannter Stücke von Eric Clapton, die im Bereich des Blues, Rock und zum Teil noch Reggae beheimatet sind. Die Scheibe lohnt sicherlich nicht für den Eric Clapton Fan, da dieser die einzelnen Stücke wohl schon mit den ursprünglichen offiziellen Veröffentlichungen besitzt. Möchte man sich allerdings einen Überblick über das Wirken und Schaffen des britischen Musikers verschaffen, so kann „Backtrackin‘“ durchaus eine lohnende Anschaffung darstellen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Tales Of Brave Ulysses



Montag, 17. Juli 2017

Eurythmics – Sweet Dreams Are Made Of This




Eurythmics – Sweet Dreams Are Made Of This


Besetzung:

Annie Lennox – vocals, keyboards, synthesizers, flute
David A. Stewart – guitar, keyboards, synthesizers, programming, backing vocals


Gastmusiker:

Robert Crash – guitar, e-drums, synthesiser, robotic vocals
Green Gartside – guest vocal duet on "Wrap it Up"
Dick Cuthell – trumpet
Adam Williams – bass, synthesiser
Andy Brown – bass
Reynard Falconer – synthesisers
John Turnbull – guitar


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: New Wave, Synthie Pop


Trackliste:

1. Love Is A Stranger (3:43)
2. I've Got An Angel (2:45)
3. Wrap It Up (3:33)
4. I Could Give You (A Mirror) (3:51)
5. The Walk (4:40)
6. Sweet Dreams (Are Made Of This) (3:36)
7. Jennifer (5:06)
8. This Is The House (4:56)
9. Somebody Told Me (3:29)
10. This City Never Sleeps (6:33)

Gesamtspieldauer: 41:59




Anfang des Jahres 1983, elf Monate vor dem nächsten großen Erfolg mit „Touch“, veröffentlichten die Eurythmics mit dem Album „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ jenes, welches Annie Lennox und Dave Stewart zum weltweiten Durchbruch verhalf. Am 4. Januar veröffentlicht und auf dem Plattenlabel RCA Records erschienen, war das Album das erste des Duos, welches die Eine-Millionen-Grenze bezüglich der Verkäufe durchbrach. Die bekanntesten Stücke darauf sind das Titellied „Sweet Dreams (Are Made Of This)“, „Jennifer“ sowie „Love Is A Stranger“.

Das Album „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ ist in dem Buch „1001 Albums You Must Hear Before You Die” aufgeführt. Nun, so unterschiedlich können Geschmäcker aber auch Einschätzungen sein. Die Platte ist fest verankert in dem Synthie-Sound Anfang der 80er Jahre. Dieser mag damals durchaus hip und toll geklungen haben. Heute klingt das alles jedoch sehr viel konstruierter und oftmals einfach nur noch synthetisch und irgendwie kalt. Dazu dieser ewige, nervige und immer gleiche Sound der Drum-Machine, der das Hörerlebnis deutlich schmälert. Auch die Band selbst unterlag damals Fehleinschätzungen. Als erste Single wurde die Nummer „This Is the House“ ausgekoppelt und veröffentlicht, in meinen Ohren eines der schlechtesten Stücke der Platte und das Lied floppte genauso wie die nächste Singleauskopplung mit „The Walk“. Erst mit dem Album selbst und dem darauf enthaltenen Titelsong und Hit „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ kam dann der große Erfolg.

An jeder Stelle der Platte gelungen ist der Gesang der Annie Lennox, der unglaublich variabel, spannend und aufregend klingt. Mit der Musik selbst ist das eben dann eine andere Geschichte. Die drei oben erwähnten bekannten Stücke können auch heute noch überzeugen und sind wie der Titelsong selbst in diesen Zeiten noch aktuell und werden immer noch von vielen Radiostationen dieser Welt gespielt. Der ganze Rest allerdings weiß so gar nicht mehr zu überzeugen, klingt nach Füllmaterial, obwohl er es ganz sicher nicht ist, wie die Singleauskopplungen beweisen, von denen man sich einiges versprochen hatte.

Fazit: Das Album „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ konnte in den 80ern schon nur in seiner Gesamtheit überzeugen, wenn man die Musik des Synthesizers geliebt hat. Heutzutage wird es dann nochmal ein wenig schwieriger, da die Zeit dieser Musik durchaus überholt scheint. Trotzdem hat das Album ein paar schöne Stellen und mit dem Titellied einen Hit, der auch in hundert Jahren noch so gesehen werden wird. Das war es dann leider aber auch zum allergrößten Teil. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Sweet Dreams (Are Made Of This), Jennifer



Sonntag, 16. Juli 2017

Various Artists – Love Rock




Various Artists – Love Rock


Label: Ronco


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Pop, Soul


Trackliste:

1. Lou Rawls – You’ll Never Find Another Love Like Mine
2. Boz Scaggs – We’re All Alone You
3. Kenny Nolan – I Like Dreamin’
4. Dan Hill – You Make Me Want To Be
5. Blood, Sweat & Tears – You’ve Made Me So Very Happy
6. The Hollies – The Air That I Breathe
7. Starbuck – Moonlight Feels Right
8. Gladys Knight & The Pips – Best Thing That Ever Happened To Me
9. Patsy Gallant – Are You Ready For Love
10. Hall & Oates – Sarah Smile
11. Morris Albert – Feelings
12. Harold Melvin & The Bluenotes – If You Don’t Know Me By Now
13. Minnie Riperton – Lovin’ You
14. The Manhattans – It Feels So Good To Be Loved So Bad
15. Keith Carradine – I’m Easy
16. Ian Thomas – Right Before Your Eyes
17. Billy Paul – Me & Mrs. Jones
18. Deniece Williams – Free

Gesamtspieldauer: ~45:00




Groß aufgemacht ist das Album mit dem Titel: „Ronco presents A Collectors Edition of Love Rock“ und als Zusatz: „18 Original Hits by the Original Stars“. „Ronco“ ist dabei die Plattenfirma, die mit solch Namen wie Marvin Gaye, Bill Withers, Diana Ross, Aretha Franklin und anderen wirbt. Nur leider stimmt das alles nicht. Auf der Platte befinden sich zwar achtzehn Titel, die gerade genannten Sängerinnen und Sänger sind allerdings nicht dabei. Auch die auf der Plattenrückseite angegebene Liederliste stimmt absolut nicht. So etwas gibt es auch nur selten und man weiß nicht genau, ob dies absichtlich geschah oder ob es sich einfach um einen Fehldruck handelt.

Unabhängig davon ist die Musik auf der Scheibe ebenfalls alles andere als gelungen und gut. Natürlich weiß man oder ahnt zumindest, auf was man sich bei einer Scheibe einlässt, die mit „Love Rock“ betitelt ist. Aber so viel Schmalz auf einem Haufen kann man wahrlich kaum erwarten. Es ist zum Weglaufen. Viele der Titel klingen soulig und sind weder melodiös noch sonst auf irgendeine Art und Weise hörenswert. Nicht nur, dass die angegebenen Künstler fehlen, zum größten Teil hört man hier zweit- bis drittklassige Musik, die so überhaupt nicht mehr begeistern kann. Und hört man dann doch mal eine bekannte Band, so ist sie hier mit B-Ware vertreten.

Wenige Ausnahmen gibt es dabei. Eine ist der Hollies Hit „The Air That I Breathe“, dazu noch die Kenny Nolan Nummer „I Like Dreamin’” sowie das sanfte „I’m Easy“ von Keith Carradine und das war es dann auch schon mit der ganzen Herrlichkeit. Der Rest ist meist belanglos von „nicht erwähnenswert“ bis schlecht.

Fazit: „Love Rock“ ist eine Mogelpackung. Zum einen ist nicht das auf der Scheibe vertreten, was draufsteht, zum anderen ist das, was darauf ist, keinesfalls dazu angetan, in Jubelstürme auszubrechen. Schleimige und zumeist mit Streichern zugekleisterte Lieder, die alles andere als gut klingen. Definitiv schlecht. 1 Punkt.

Anspieltipps: Kenny Nolan – I Like Dreamin’, The Hollies – The Air That I Breathe, Keith Carradine – I’m Easy



Samstag, 15. Juli 2017

Mike Oldfield – Discovery




Mike Oldfield – Discovery


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments (except drums)


Gastmusiker:

Maggie Reilly – vocals
Barry Palmer – vocals
Simon Phillips – Tama Drums


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. To France (4:43)
2. Poison Arrows (3:52)
3. Crystal Gazing (3:02)
4. Tricks Of The Light (3:52)
5. Discovery (4:34)
6. Talk About Your Life (4:24)
7. Saved By A Bell (4:38)
8. The Lake (12:13)


Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

9. To France (Extended Version) (5:33)
10. In The Pool (3:42)
11. Bones (3:20)
12. Afghan (2:41)
13. Tricks Of The Light (3:55)

Gesamtspieldauer: 1:00:36




„Discovery“ oder „Discovery And The Lake“, wie man auf der Rückseite der Platte nachlesen kann, nannte Mike Oldfield sein neuntes Studioalbum. Im Juni des Jahres 1984 wurde die Scheibe auf dem Plattenlabel Virgin Records veröffentlicht. Auf dem Album befindet sich jede Menge Pop-Musik, worauf die Plattenfirma, nach dem großen Erfolg des Stücks „Moonlight Shadow“ vom Vorgängeralbum „Crisis“, sehr großen Wert gelegt hatte.

Auf dem ersten Titel, „To France“, hört man dann auch wieder Maggie Reily singen, die dies auch schon bei dem gerade erwähnten „Moonlight Shadow“ tat. Pop-Musik in Reinkultur ist das, fast schon einen Tick zu lieblich. Das Lied geht in die Nummer „Poison Arrows“ über. Hier hört man jetzt Barry Palmer am Gesang. Dieses Stück ist etwas rockiger gehalten und wirkt auch ansonsten sehr viel spannender als noch der Opener. Poppig geht es dann wieder weiter mit „Crystal Gazing“ und erneut Maggie Reilly als Sängerin. Erneut sehr lieblich, jedoch noch ganz okay. Der Tiefpunkt folgt schließlich mit „Tricks Of The Light“. Beide, Sängerin und Sänger sind hier zu hören und das Lied ist wahrlich einfachster Pop, extrem langweilig und belanglos. Wenn man sich überlegt, welche Art der Musik Mike Oldfield nur wenige Jahre zuvor schrieb, so blutet einem das Herz.

Es wird wieder zumindest ein wenig besser. Der Titelsong „Discovery“ ist deutlich rockiger, wird wieder nur von Barry Palmer eingesungen und verfügt dabei über eine Melodie, die tatsächlich etwas hängenbleibt. Es folgen die Stücke „Talk About Your Life” sowie „Saved By A Bell“. Fast schon unfassbar, wie langweilig die Musik von Mike Oldfield klingen kann. Dies bedeutet nicht, dass diese Stücke nicht melodiös wären, jedoch sind sie dabei fast schon anbiedernd und nur dazu gemacht, auch im Radio gespielt werden zu können. Schlimm. Bliebe noch das über zwölfminütige „The Lake“. Aus steuertechnischen Gründen hatte Mike Oldfield seinen Wohnsitz in die Schweiz verlegt, genauer gesagt nach Villars-sur-Ollon in den Schweizer Alpen, hoch über dem Genfer See. Dieser Anblick hat ihn angeblich zu diesem Stück inspiriert. „The Lake“ ist auch der Höhepunkt der Platte. Zwar nicht mehr in einem Atemzug zu nennen wie die Longtracks auf seinen ersten Veröffentlichungen, dennoch eine schöne Instrumentalnummer, etwas verklärt und mit einer schönen Melodie versehen, die sich im Laufe des Liedes wandelt und entwickelt.

Auf der remasterten Version des Albums bekommt man fünf Zugaben mitgeliefert. Eine verlängerte Version von „To France“, eine Instrumentalversion von „Tricks Of The Light“ sowie drei bisher noch nicht veröffentlichte Titel. Diese Bonus Tracks lohnen die Anschaffung keineswegs, denn diese Version von „Tricks Of The Light“ schafft es tatsächlich noch schlechter zu sein, als das Original und den drei neuen Stücken hört man an, warum sie es nicht auf eine offizielle Platte geschafft haben.

Fazit: Mit „Discovery” war Mike Oldfield ganz tief in den Niederungen des Pop angekommen. Der Erfolg sollte ihm allerdings Recht geben, denn seine Platten verkauften sich nun sehr viel besser als früher. Der letzte Titel „The Lake“ scheint da nur ein Versöhnungsangebot an die alten Fans zu sein, die gerne „ihren“ Mike Oldfield von früher wieder hören würden. Aber die Zeit war vorbei, jetzt war erst mal Pop angesagt. Pop, der zwar klingt, zumeist jedoch unfassbar langweilig ist. Schade. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Poison Arrows, The Lake



Freitag, 14. Juli 2017

Ph.D. – Is It Safe?




Ph.D. – Is It Safe?


Besetzung:

Jim Diamond – vocals
Tony Hymas – keyboards, bits & pieces


Gastmusiker:

Mark Craney – drums
Simon Phillips – drums
Ray Russell – guitar on “Fifth Of May”
Helen Chap-pelle – backing vocals
Joy Yates – backing vocals
George Chandler – backing vocals
Michael Rennie – leader (string section)


Label: WEA International


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop, Rock, New Wave


Trackliste:

1. I Didn't Know (4:32)
2. Pretty Ladies (3:24)
3. Johnny (3:33)
4. Shotgun Romance (3:24)
5. Changing Partners (3:43)
6. No Right To Be Sad (3:59)
7. Fifth Of May (5:08)
8. No Happy Endings (4:09)
9. Beautiful Day (5:12)
10. New York City (2:28)

Gesamtspieldauer: 39:32




„Is It Safe?“ heißt das zweite Studioalbum der britischen Band Ph.D. Es sollte für 27 Jahre die letzte Veröffentlichung von Ph.D. sein, bis im Jahr 2009 nochmals eine neue Platte unter dem Namen „Three“ erschien. Dies war nun allerdings definitiv der letzte Auftritt der Band, da Sänger Jim Diamond völlig überraschend im 8. Oktober 2015 verstarb. „Is It Safe?“ konnte sich weder als Album in den Charts platzieren, noch schaffte dies eine der beiden Single-Auskopplungen „I Didn't Know“ und „Fifth Of May“. Ph.D. lösten sich nach der Platte erst einmal für lange Zeit auf.

Hört man sich durch die Scheibe hindurch, ist dieser Misserfolg bezüglich der Verkaufszahlen auch nicht weiter überraschend. Richtig packend ist hier nichts mehr. Seichten Pop kann man hier hauptsächlich erfahren, der zumeist einfach so dahinplätschert, ohne jegliche Spur zu hinterlassen. Wirklich ins Ohr geht hier nichts und wenn doch, dann nur sehr kurz. Dabei ist die Musik von Ph.D. auch auf dieser Scheibe nicht zum Weglaufen, allerdings schon etwas sehr belanglos und zumeist sehr langweilig.

Dabei fällt es dann auch schwer, Höhepunkte auf diesem Album zu entdecken, da man diese einfach nicht ausmachen kann. Zum Teil ist es ein Gesäusel, zum Teil 08/15-Pop, der langweilt. Auch gibt es immer wieder mal diverse Streicher zu hören, die ein durchschnittliches Lied jedoch auch nicht über das Mittelmaß hinausheben. Und bei solch Titeln wie zum Beispiel „Changing Partners“, klingt es zunächst etwas funky, dann wie die Musik eines Alleinunterhalters beim Tanzabend im Seniorenheim. Fürchterlich. Um hier doch noch Titel anzuführen, die man mal anspielen kann, seien die Lieder „Pretty Ladies“ und das langsame und etwas soulige „No Right To Be Sad“ erwähnt. Dazu noch das letzte Lied der Scheibe, „New York City“, was allerdings wohl noch nicht einmal auf jeder Ausgabe der Platte enthalten ist. Der Höhepunkt schlechthin, jedoch völlig untypisch für das Album. Ansonsten eher Fehlanzeige.

Fazit: Einigermaßen langweiligen Pop gibt es auf „Is It Safe?“, dem zweiten Studioalbum der britischen Formation Ph.D. zu hören. Fest in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts verwurzelt, erklingt auf dem Album poppige Musik ohne Ecken und Kanten, meistens flach, nicht weiter von Belang und für ein Publikum geschaffen, welches auf Mainstream steht – das allerdings mit dieser Veröffentlichung auch nicht mehr erreicht wurde. Von daher sehr verzichtbar. Vier Punkte.

Anspieltipps: Pretty Ladies, No Right To Be Sad



Donnerstag, 13. Juli 2017

Stephan Sulke – Versöhnung




Stephan Sulke – Versöhnung


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Intercord Records


Erscheinungsdatum: 1985


Stil: Liedermacher, Schlager, Pop


Trackliste:

1. Und Ich Mach Es Halt Doch Noch Einmal (3:58)
2. Der See In Meinem Land (1:56)
3. Weisst Du Was Ich Lieb Dich (2:54)
4. Du Ich Und Sie (2:05)
5. Das Paradies (2:22)
6. Ich Fühle Dich Schlagen (1:59)
7. Bin Da (3:01)
8. Die Kinder Sind OK (2:56)
9. Mann Ich Gebs Auf (3:00)
10. Gefunden (1:55)
11. Kleine Annabella (1:59)
12. Das Lied (1:38)

Gesamtspieldauer: 29:43




Sein neuntes Studio-Album nannte der Schweizer Sänger Stephan Sulke „Versöhnung“. Es erschien im Jahr 1985 auf dem Label Interchord, welches in die EMI-Gruppe überging und inzwischen schließlich Teil der Universal Music Group ist. Auf „Versöhnung“ wurde Stephan Sulke poppiger, der Chanson-Charakter seiner Lieder trat etwas deutlicher in den Hintergrund – trotzdem ist auch dieses musikalische Genre auf der Platte noch vertreten.

„Versöhnung“ ist zumindest abwechslungsreicher geworden. Durch den etwas poppigeren Ansatz vieler Lieder wurde die Musik des Stephan Sulke deutlich massenkompatibler. Trotzdem ist das noch Musik, die ganz bestimmt nicht für jede und jeden geeignet ist. Als Beispiel seien hier zunächst die drei letzten Stücke des Albums angeführt. „Gefunden“, „Kleine Annabella“ und „Das Lied“ sind allesamt drei sehr kurze Titel, die durchaus ins Ohr gehen. „Kleine Annabella“ ist dabei eine Pop-Nummer, die anderen beiden erwähnten Stücke sind sanfte und nachdenkliche Lieder, fast zerbrechlich wirkend. Allen drei Titeln ist gemeinsam, dass sie ins Ohr gehen. Wobei die sanften Stücke nachdenkliche Texte aufweisen, „Kleine Annabella“ allerdings mit einem Text versehen wurde, der unfassbar peinlich klingt. Zuckersüß und für erwachsene Menschen wirklich schwierig durchzuhalten lässt er Überlegungen aufkommen, was sich ein erwachsener Mann wohl dabei gedacht hat – aber auch in diesem Fall ist das natürlich reine Geschmackssache. 

Die erste Seite des Albums plätschert so vor sich hin, kann selten bis gar nicht überzeugen. Dies ist in musikalischer Hinsicht, wie in textlicher zu verstehen. Immer wieder verfällt Stephan Sulke in allzu süßes Gesäusel umgeben von Melodien, die keineswegs packen. So ist als weiterer Höhepunkt noch ein Lied der zweiten LP-Seite zu nennen. „Die Kinder Sind OK“ ist ebenfalls ein Pop-Lied. Schöne und eingängige Melodie, die flott und fast schon ein wenig rockig aus den Boxen quillt und die sich festsetzt. Der Text soll wohl mitunter „cool“ klingen, heute wirkt dies allerdings etwas unfreiwillig komisch, aber so passt es wenigstens, wie Vieles aus den 80er Jahren, stimmig zur Entstehungszeit des Albums.

Fazit: Ein paar schöne Stellen weist „Versöhnung“ auf. Wenn Stephan Sulke sehr ruhig und sanft klingt, hört er sich überzeugend an, wenn auch sehr weich – mitunter hart an der Grenze. Auch einige Pop-Melodien gibt es hier zu hören, die ganz nett klingen. Aber natürlich wird diese Musik einen Rock-Freund aus dem Raum treiben. Sehr negativ ist dabei auch wieder die Kürze der Laufzeit des Albums zu erwähnen. Unter einer halben Stunde für ein Studio-Album, das klingt nach sehr wenig Ideen und als ob wirklich alles, was gerade zur Verfügung stand, auch gepresst werden musste. Manchmal klingt es auch leider so. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Ich Fühle Dich Schlagen, Die Kinder Sind OK, Gefunden, Kleine Annabella, Das Lied



(Leider kein Video verfügbar)

Mittwoch, 12. Juli 2017

Rainhard Fendrich – Zwischen eins und vier




Rainhard Fendrich – Zwischen eins und vier


Besetzung:

Rainhard Fendrich – Gesang, Gitarre


Gastmusiker:

Christian Kolonovits – Keyboards, Mariazeller Terzen
Johann Daansen – Gitarren
Jürgen Zöllner – Schlagzeug
Werner Kopal – Bass
Christian Felke – Saxophon
Dieter Frank – Gitarre
Gertraud Winkelbauer – Akkordeon
Robert Ponger – Keyboards
Andi Steirer – Perkussion
Bernhard Rabitsch – Chor
Gerry Lux – Chor


Label: Phonogram


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Liedermacher


Trackliste:

1. Intro (3:10)
2. Sonntagnachmittag (3:40)
3. Die Erde (6:20)
4. A winzig klaner Tropfen Zeit (4:24)
5. Es hat sie keiner gefragt (3:56)
6. Zwischen eins und vier (4:58)
7. Irgendwann (4:17)
8. Feine Damen (3:34)
9. Oben ohne (3:54)
10. Es lebe der Sport (4:13)

Gesamtspieldauer: 42:26




Zu Beginn seiner Karriere war der österreichische Liedermacher Rainhard Fendrich sehr produktiv und kreativ und veröffentlichte nach 1980 und 1981 im Jahr 1982 bereits sein drittes Album, welches den Titel „Zwischen eins und vier“ trägt. Diese Platte erschien ebenfalls wieder auf Phonogram, erreichte genauso wie der Vorgänger Platz 1 der österreichischen Charts und konnte sich erstmalig sogar in den Deutschen Album-Charts platzieren.

Wieder scheint das Album musikalisch zweigeteilt zu sein. Auf der ersten Plattenseite überwiegen sie sanften und nachdenklicheren Nummern, wohingegen es dann auf der zweiten Albumseite, sowohl vom Text, wie auch von der Musik her, sehr viel fröhlicher und ausgelassener klingt. Zudem enthält das Album als letztes Lied auch den wohl bekanntesten Titel des Rainhard Fendrich, „Es lebe der Sport“. Eine wirklich schöne Nummer, die ins Ohr geht und auch textlich durchaus Spaß macht. Ansonsten können die Lieder auf dieser Albumseite jedoch deutlich weniger überzeugen, klingen zum Teil fast schlageresk. Und auch wenn das Album mit „Oben Ohne“ noch einen zweiten Hit produzierte, kann hier nichts mehr überzeugen.

Ganz anders jedoch die nachdenkliche, melancholische und erste Plattenseite. „Intro“, „Die Erde“, „A winzig klaner Tropfen Zeit“ sowie „Es hat sie keiner gefragt“ sind alles schöne und melodiöse Lieder, die ins Ohr gehen. Freilich ist es bei deutschsprachiger Musik immer ein schmaler Grat zwischen nachdenklichen Texten und Kitsch, bei englischsprachiger Musik fällt einem dies vor allen Dingen bei Liebesliedern deutlich auf. Nun, nachdenklich und kritisch sind die Texte hier auch von Rainhard Fendrich. Die Grenze zum Kitsch oder zum erhobenen Zeigefinger wird auf dem Album allerdings nicht überschritten, sodass die ersten Stücke auf „Zwischen eins und vier“ textlich wie musikalisch überzeugen können.

Fazit: Rainhard Fendrich scheint seine ersten Veröffentlichungen gerne stilistisch zu differenzieren. Auf seinem dritten Album mit dem Titel „Zwischen eins und vier“ gibt es eine melancholische erste Seite, sowie eine poppige zweite Seite. Das Album enthält den Titel „Es lebe der Sport“ sowie auf Seite 1 eine Reihe sehr schöner, nachdenklicher und melodiöser Nummern, die allesamt sehr hörenswert sind. Neun Punkte.

Anspieltipps: Intro, Die Erde, A winzig klaner Tropfen Zeit, Es hat sie keiner gefragt, Es lebe der Sport



Dienstag, 11. Juli 2017

Tangerine Dream – Hyperborea




Tangerine Dream – Hyperborea


Besetzung:

Edgar Froese
Christopher Franke
Johannes Schmoelling


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. No Man's Land (9:12)
2. Hyperborea (8:41)
3. Cinnamon Road (3:58)
4. Sphinx Lightning (19:51)

Gesamtspieldauer: 41:43




„Hyperborea“ heißt das bereits neunzehnte Album der Band Tangerine Dream. Die Platte erschien im November des Jahres 1983 und stellte gleichzeitig die letzte Veröffentlichung von Tangerine Dream auf dem Label Virgin Records dar, da der Vertrag mit der Plattenfirma ausgelaufen ist. Zwei Wochen lang konnte sich die Scheibe in den britischen Charts auf Platz 45 halten.

Die Sitar kommt mehrfach auf dem Album zum Einsatz. Dies geschieht gleich beim Opener „No Man's Land“, welches für Tangerine Dream Verhältnisse wahrlich ungewöhnlich ist. Das klingt dann fast ein wenig nach Weltmusik, die hier im poppigen Gewand erscheint. Mit dem Titeltrack „Hyperborea“ wird es anschließend allerdings wieder sehr sphärisch und die Musik der Band nähert sich sehr stark dem Ambient-Genre an. Das auf der ehemaligen ersten LP-Seite zum Abschluss kommende „Cinnamon Road“ ist schließlich fast schon wieder Synthesizer-Pop. Flotter Rhythmus, einprägsame Melodie und dazu erneut ein paar Sitar-Klänge, die das Stück noch ein wenig spannender und abwechslungsreicher werden lassen.

Auf der ursprünglichen zweiten LP-Seite folgte schließlich der „richtige“ Long-Track des Albums, „Sphinx Lightning“. In diesem Stück hört man schnellere sowie sphärische Passagen, die ineinanderfließen und verwoben werden. Hier klingen Tangerine Dream nun auch ein wenig wie noch ein paar Jahre zuvor. Sequenzer-Muster paaren sich mit ruhigen und ausgedehnten Klangteppichen. Rhythmus findet sich mal mehr, mal weniger, sodass „Sphinx Lightning“ einen großen Teil der musikalischen Bandbreite der Band widerzuspiegeln scheint.

Fazit: „Hyperborea“ ist ganz bestimmt nicht der Höhepunkt unter den vielen, vielen Veröffentlichungen von Tangerine Dream. Allerdings klingt die Platte auch noch nicht seicht nach Fahrstuhlmusik, wie es einige Tangerine Dream Scheiben ebenfalls machen. Von daher ist „Hyperborea“ sicher eine der besseren Alben der Band in den 80er Jahren. Das Besondere ist der Einsatz der Sitar, die der Musik einen zusätzlichen Aspekt verleiht. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Cinnamon Road, Sphinx Lightning



Montag, 10. Juli 2017

Coldplay – Ghost Stories




Coldplay – Ghost Stories


Besetzung:

Guy Berryman – bass guitar, synthesizer, piano
Jonny Buckland – electric guitar, slide guitar, synthesizer, piano
Will Champion – drum pad, percussion, reactable, backing vocals
Chris Martin – lead vocals, acoustic guitar, piano, synthesizer


Gastmusiker:

Timbaland – extra drums (track 4)
Apple Martin – additional vocals (track 9)
Moses Martin – additional vocals (track 9)
Mabel Krichefski – additional vocals (track 9)
John Metcalfe – strings arrangement, conductor
Davide Rossi – individual arrangement and strings (track 4)
Tim Bergling (Avicii) – piano (track 8)


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, Electronica, Synthie Pop


Trackliste:

1. Always In My Head (3:36)
2. Magic (4:45)
3. Ink (3:48)
4. True Love (4:06)
5. Midnight (4:54)
6. Another's Arms (3:54)
7. Oceans (5:21)
8. A Sky Full Of Stars (4:28)
9. O ("Fly On" – 0:00–3:54 / "O" – 6:18–7:47) (7:46)

Gesamtspieldauer: 42:42




„Ghost Stories“, heißt das sechste Studioalbum der britischen Band Coldplay. Veröffentlicht wurde die Platte am 19. Mai 2014 auf dem Plattenlabel Parlophone. Die Veröffentlichung von „Ghost Stories“ war durch jede Menge Werbung unterstützt worden. Es gab ein TV-Special zur besten Sendezeit, eine sechstägige Promotionstour zum Album sowie diverse Auftritte im Fernsehen, wie im Radio. Fünf Singles wurden aus dem Album ausgekoppelt. Im März des Jahres 2014 erschein „Magic“, im April „Midnight“; „A Sky Full Of Stars“ erschien im Mai, „True Love“ im August und schließlich „Ink“ im Oktober des Jahres 2014. „Ghost Stories“ wurde für die 57. Grammy Awards als bestes Pop-Album nominiert, gewann diesen Titel allerdings nicht. Jedoch verkauften sich von der Scheibe allein im Jahr 2014 3,7 Millionen Kopien.

Die Stimmung auf dem Album ist eine überaus melancholische und sentimentale. Vielleicht liegt das daran, dass Sänger Chris Martin hier auch ein wenig seine Trennung von Gwyneth Paltrow verarbeitete, wie er in einem Interview sagte. Die Musik ist zu jeder Zeit melodiös, geht ins Ohr – und trotzdem ist „Ghost Stories“ kein gutes Album mehr geworden. Wenn man ein Beispiel hören möchte, wie anbiedendere Musik klingt, dann wäre genau diese Platte prädestiniert dazu, hier exemplarisch gehört zu werden.

Die Musik von Coldplay auf „Ghost Stories“ ist austauschbar und langweilig geworden. Nichts klingt auf „Ghost Stories“ falsch oder wirklich schlecht, allerdings hört sich das meist so zuckersüß an, dass man immer die Insulinspritze bereithalten sollte. Auf „Ghost Stories“ hört man ein Elektro-Pop-Sammelsurium, bei dem fast jedes Lied wie das andere klingt. Das ist alles in höchstem Maße langweilig, jedoch selbstverständlich radiotauglich bis zum letzten Takt und Akkord. Jedoch von Innovation, Ideen, Ecken und Kanten kann hier keinerlei Rede mehr sein. „Ghost Stories“ ist eine Scheibe für den Massenmarkt. Auch die Texte sind unfassbar einfallslos. Natürlich steht das Thema „Liebe“ mal wieder im Vordergrund, mit dem man anscheinend nur wenig falsch machen kann. Langeweile pur. Der Erfolg gibt den vier Briten jedoch sicherlich Recht, denn auch diese Scheibe verkaufte sich bis heute 4,5 Millionen mal. Trotzdem ist es allerdings das Album von Coldplay, welches am wenigsten über die Theke ging. Nun, ich besitze es ebenfalls, lege diesen zuckrigen Einheitsbrei jedoch kaum auf, da es sogar von Coldplay selbst sehr viel bessere Musik gibt.

Fazit: „Ghost Stories“ ist so ein typisches Album, welches irgendwie nach Kommerz riecht. Natürlich wollen alle Musikerinnen und Musiker von ihrer Musik leben. Doch „Ghost Stories“ klingt nicht mehr nach Spaß, nach Begeisterung, es klingt nur noch nach schneller Eingängigkeit, um möglichst viele Hörerinnen und Hörer anzusprechen. Was übrig bleibt ist ein ruhiges, melancholisches und glattgebügeltes Album, welches furchtbar langweilig klingt. Sehr nervig ist übrigens auch, dass es im Jahr 2014 immer noch Bands gibt, die mit idiotischen Hidden Tracks die kurze Laufzeit eines Albums künstlich zu verlängern versuchen. Irgendwie dachte ich, dass diese Angewohnheit Ende des letzten Jahrtausends bereits überwunden worden wäre – nicht jedoch bei Coldplay. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Midnight, Another's Arms, O



Sonntag, 9. Juli 2017

Brainticket – Cottonwoodhill




Brainticket – Cottonwoodhill


Besetzung:

Joel Vandroogenbroeck – organ, flute, keyboards, vocals
Ron Bryer – guitar
Werner Fröhlich – bass guitar
Cosimo Lampis – drums
Wolfgang Paap – tablar
Dawn Muir – voice
Hellmuth Klobe – potentiometers, generators and sound effects


Label: Purple Pyramid Records


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Psychedelic Rock


Trackliste:

1. Black Sand (4:04)
2. Places Of Light (4:03)
3. Brainticket Part I (12:38)
4. Brainticket Part II (13:12)

Gesamtspieldauer: 33:58




„Cottonwoodhill“ heißt das erste Studioalbum der Schweizer Band Brainticket, deren Kopf allerdings der belgische Musiker und Multiinstrumentalist Joel Vandroogenbroeck war. Ursprünglich war die Platte im Jahr 1971 auf Bellaphon veröffentlicht worden, im Jahr 2013 gab es dann eine Wiedererscheinung auf dem Plattenlabel Purple Pyramid Records.

Hier die Botschaften, die auf dem Plattencover mit abgedruckt wurden:

Advice: After listening to this disc, your friends won’t know you anymore.

Warning: Only listen once a day to this disc. Your brain might be destroyed!

Join in… Listen to the first recording of this LSD/Hashhigh/Fixy/Jointy Sound. Take a trip to your inner light. See the hallucinations of reality rise out of the groove, you’ve got your brainticket now!

Klingt seltsam. Macht es allerdings nicht mehr, wenn man diese Scheibe hört, denn dann weiß man sofort, was der Schreiber dieser Zeilen meinte. Für mich ist „Cottonwoodhill“ von Brainticket die psychedelischste Musik überhaupt, welche ich kenne. Aber nein, „Cottonwoodhill“ von Brainticket ist überhaupt keine Musik, „Cottonwoodhill“ von Brainticket ist ein Trip, ein in Töne umgewandelter LSD-Trip. Etwas, was man so mit Sicherheit noch nie gehört hat.

Dabei fängt die Scheibe mit dem Stück „Black Sand“ noch relativ unverfänglich an. Natürlich ist das auch schon Psychedelic Rock in einem Lied, bei dem eine Orgel ziemlich zentral angeordnet ist und um diese herum gruppieren sich die anderen Rockinstrumente wie Gitarre, Bass und Schlagzeug. Nicht allzu melodisch, trotzdem auf seine Art eingängig. Es folgt mit „Places Of Light“ eine ebenfalls etwas über vierminütige Nummer, die dann sogar ein klein wenig funky klingt. Klasse hier der Einsatz der Querflöte, die das Gefühl der 70er Jahre aufleben lässt und transportiert. Dann wird es in dem Lied schon etwas ungewöhnlicher. Die Orgel wird zu dominierenden Instrument und Dawn Muir startet eine Art Sprechgesang. Sie erzählt und erzählt, hält sich dabei kaum an die Musik, die nun abwechselnd von der Querflöte, der Gitarre oder der Orgel dominiert wird.

Anschließend folgt das, was die Band Brainticket und die Platte „Cottonwoodhill“ schon sehr speziell werden lässt. Das Lied „Brainticket Part I“ startet mit zersplitterndem Glas und auch sonst fällt einiges zu Boden. Man hört ein startendes Auto, Gehupe und eine Polizei- oder Feuerwehrsirene. Anschließend passiert es dann, ein Orgelakkord wird eingeführt und ist für die nächsten 25 Minuten zu hören. Fast ununterbrochen. Immer wieder derselbe Lauf. Aggressiv, monoton, hypnotisierend. Immer und immer wieder derselbe kurze Lauf. Schier unendlich lang. Garniert wird das Ganze mit zahlreichen Geräuschen. Man hört Lachen, Gurgeln, Sprachfetzen, Affengeschrei, Lärm und vieles mehr. Allerdings ist das nur ein Teil, denn nun läuft Dawn Muir zur Höchstform auf. Mal flüstert sie, mal stöhnt sie, mal weint sie fast, mal wirkt sie gehetzt, mal schreit sie, mal scheint sie große Angst zu haben und manchmal erzählt sie einfach. Dies alles neben diesem gnadenlosen, nie enden wollenden Orgellauf, der aggressiv und vernichtend aus dem Boxen kreischt.

Auf der ursprünglichen LP war „Brainticket Part I“ aufgrund der Lauflänge einer LP-Seite in zwei Teile geteilt worden, wurde am Ende der ersten Seite aus- und zu Beginn der zweiten Plattenseite wieder eingeblendet. „Brainticket Part I“ endet ziemlich plötzlich mit den ersten Akkorden von Beethovens fünfter Symphonie. Sofort startet nun „Brainticket Part II“. Das Überaschende dabei ist, dass dieser eine Orgellauf einfach fortgesetzt wird. Nochmals über dreizehn Minuten Länge. Der Unterschied zu Part I liegt in den Nebengeräuschen und dem, was Dawn Muir erzählt. Wie sie allerdings über Gefühle, Sex, Leben, Ängste und so weiter erzählt, das bleibt unverändert gleich, nämlich mal flüsternd, mal stöhnend, mal fast weinend, mal gehetzt, mal schreiend, mal ängstlich und mal einfach erzählend.

Fazit: Absolut intensiv ist „Cottonwoodhill“ von Brainticket. Psychedelic Rock in exzessiver Ausprägung, aggressiv, verstörend, gnadenlos. Ganz bestimmt keine Musik für die breite Masse der Musikbegeisterten. Die allermeisten Hörerinnen und Hörer wird diese Musik sogar in den Wahnsinn treiben, sodass die Warnhinweise im Cover durchaus ihre Berechtigung besitzen. Solche Musik kann man nicht immer hören, da sie anstrengend ist. Selbstverständlich geht das auch nicht nebenher. Auf „Cottonwoodhill“ muss man sich konzentrieren oder es ganz lassen. Denn eins ist dieses Album ganz gewiss: intensiv, sehr intensiv. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Brainticket Part I & II