Mittwoch, 4. Oktober 2017

Henry Mancini – The Pink Panther




Henry Mancini – The Pink Panther


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Filmmusik, Ambient, Swing, Jazz


Trackliste:

1.The Pink Panther Theme (2:36)
2. It Had Better Be Tonight (Meglio Strasera Mental) (1:44)
3. Royal Blue (2:45)
4. Champagne And Quail (2:34)
5. The Village Inn (2:45)
6. The Tiber Twist (2:47)
7. It Had Better Be Tonight (1:56)
8. Cortina (1:52)
9. The Lonely Princess (2:25)
10. Something For Sellers (2:45)
11. Piano And Strings (2:34)
12. Shades Of Sennett (1:22)

Gesamtspieldauer: 28:05




„The Pink Panther“ ist der Original-Soundtrack zum Film „The Pink Panther“ von Blake Edwards mit Peter Sellers, David Niven, Robert Wagner und Capucine. Henry Mancini schrieb hierfür die Musik und setzte sich damit ein musikalisches Denkmal. Wer kennt sie nicht, diese relaxte und leicht beschwingte Melodie, die sich sofort in den Gehörgang einprägt und durch die, nach den Filmen gestartete Zeichentrickserie, noch an Popularität gewann. Der Film wurde ursprünglich im Jahr 1963 gedreht, bei dieser hier vorliegenden Veröffentlichung handelt es sich um eine Neuauflage der Filmmusik für den europäischen Raum aus dem Jahr 1983, die wie alle Titel des Henry Mancini, auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht wurde.

Damit ist im Grunde genommen bereits alles über diese Platte gesagt, die mit einer Laufzeit vom rund 28 Minuten noch nicht einmal die Halbstundenmarke erreicht. Das Titellied ist toll, kann man immer wieder hören, die restlichen Stücke allerdings sind eine Mischung aus Filmmusik, Ambient mit leichten Swing- und Jazz-Anleihen. Weder besonders spektakulär, noch besonders einprägsam, noch besonders melodiös. Mit den restlichen Liedern wurden Filmszenen untermalt, sehr zurückhaltend zumeist, sodass diese Nummern maximal mit den Bildern wirken können, wenn sie denn überhaupt auffallen.

Fazit: „The Pink Panther Theme“ von Henry Mancini ist ein wahrer Ohrwurm und auch der Titel, der als einziger von diesem Album hängenbleibt. Die restlichen Stücke bewegen sich größtenteils im Rahmen des Ambient und dienen lediglich zur Untermalung filmischer Szenen, wirken ohne diese visuelle Unterstützung kaum. Somit ist die gesamte Platte wohl nur für Cineasten oder absolute Pink Panther Fans interessant – sicherlich auch noch für Henry Mancini Komplettisten, die es vielleicht gibt. Das Lied „The Pink Panther Theme“ selbst, lohnt sich allerdings sehr. Sieben Punkte.

Anspieltipps: The Pink Panther Theme



Dienstag, 3. Oktober 2017

Infamis – Im Westen der Himmel




Infamis – Im Westen der Himmel


Besetzung:

Maren van Ham – Bass, Stimme, Banjo, Gitarre
Pierre Moulin – Gitarre, Piano, Banjo, Stimme
Benno Verch – Drums, Percussion
René Schwettge – Stimme, Gitarre, Percussion, Harmonica


Label: Wenders Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Ganz grosses Kino (4:05)
2. Le Grant (7:22)
3. Entracte I (1:33)
4. Cafard (6:17)
5. Ein weiterer Tag (2:47)
6. Entrace II (1:43)
7. Ihr (5:30)
8. Verrat (2:28)
9. Entracte III (1:37)
10. Keith (auf der Palme) (7:34)
11. Lied ohne Wert (3:03)
12. Walzer (4:53)
13. Entracte IV (1:43)
14. Auf Grund (5:06)

Gesamtspieldauer: 55:49




Das bisher letzte Album der Berliner Band Infamis heißt „Im Westen der Himmel“ und wurde im Jahr 2013 auf Wim Wenders‘ Plattenlabel mit dem Namen Wenders Music veröffentlicht. Darauf zu hören ist eine Mischung aus Alternative Rock mit Country & Western-Einsprengseln, welche man unschwer auch bereits beim Betrachten des Covers vermuten kann. Die Atmosphäre auf „Im Westen der Himmel“ ist erneut eine eher dunkle und traurige, dabei ist die Musik an vielen Stellen des Albums sehr intensiv und packend.

Wenn man viel Musik hört und sich auch dafür interessiert, dann kommt man irgendwann gar nicht umhin festzustellen, dass viel der Musik aus Deutschland sehr viel oberflächlicher klingt als jene aus zum Beispiel aus England. Eine deutsche Band, die so innovativ wie die Beatles oder Pink Floyd klingt oder klang? Oder wie Queen? Wie Supertramp? Nun, um aktueller zu sein. Wer klingt wie Porcupine Tree, The Pineapple Thief, And You Will Know Us By The Trail Of Dead? Keine mir bekannte Band zumindest. International klingt wahrlich nur wenig aus deutschen Landen. Es gibt gute Rockbands, zweifelsohne, doch irgendwie sind wir auch das Land des Schlagers und des Pops, in diesen Genres scheinen sich deutsche Musiker wohler zu fühlen. Aber hört sich doch mal eine Band tiefer und intensiver an, dann wird sie kaum wahrgenommen. Die Konsumenten für solch Musik gibt es hierzulande genug. Doch dann muss wohl Englisch gesungen werden, um auch gehört zu werden. Infamis ist so ein Beispiel einer sehr unterschätzten deutschen Band und mit ihrem Album „Im Westen der Himmel“ stehen sie da stellvertretend.

Die Musik auf „Im Westen der Himmel“ klingt niemals flach oder oberflächlich. Den Berlinern ist auf diesem Album die Vereinigung von deutscher Sprache und Rock der interessanteren Art wunderbar gelungen. Dies bedeutet nun nicht, dass auf dem Album alles sehr eingängig und leicht zu konsumieren wäre. Nein, man muss sich diese Scheibe erarbeiten, hören, eintauchen, wieder hören, tiefer eintauchen. Dann wird diese Platte zu einem Geschenk, welches einen warm umfließt und jede Menge Emotionen zu wecken versteht. Rock Musik mit einer kleinen Western-Note, ohne dabei in die Country-Schiene abzurutschen hört man auf „Im Westen der Himmel“. Sehr Vieles auf dieser Scheibe ist eingängig, jedoch nicht alles. Packend klingt es dafür mit jedem Akkord.

Fazit: Sehr schade und seltsam, dass Infamis nicht einem breiteren Publikum bekannt sind. Es würde sich definitiv lohnen. Auf „Im Westen der Himmel“ hört man Rock Musik, die internationale Vergleiche nicht fürchten muss. Die Lieder sind packend und intensiv, die Stimmung auf „Im Westen der Himmel“ ist eine eher dunkle, jedoch wärmende. Man benötigt ein paar Durchläufe, um in diese Musik vollständig eintauchen zu können. Nimmt man sich allerdings diese Zeit, so eröffnet sich einem der musikalische Kosmos von Infamis – und das lohnt sich. Ein schönes Album. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ganz grosses Kino, Le Grant, Keith (auf der Palme)



Montag, 2. Oktober 2017

Corvus Corax – Gaudia Vite Live (DVD)




Corvus Corax – Gaudia Vite Live (DVD)


Inhalt:


  • Konzertmitschnitt von der Seikilos-Tour (32:35)
  • Dokumentationsfilm „Unterwegs mit Corvus Corax” (40:49)
  • Geheime Videos
  • Diashow
  • Bandinfo



Label: EFA Medien GmbH


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Mittelaltermusik, Mittelalter Rock




Die DVD „Gaudia Vite Live“ von Corvus Corax beinhaltet neben einem etwas über halbstündigen Konzertmittschnitt aus der 2002er Seikilos-Tour, den Dokumentationsfilm „Unterwegs mit Corvus Corax – Ein Jahr unterwegs mit den Königen der Spielleute, Einblicke hinter die Kulissen“, acht „geheime“ Videos, eine Photogalerie sowie eine Bandinformation über die Geschichte der Band Corvus Corax.

Der Konzertmitschnitt ist mit 32:35 definitiv zu kurz geraten. Da helfen auch die „geheimen“ Videos nicht mehr, bei denen es sich zumeist um sehr schlechte Aufnahmen von Freunden oder Fans handelt. Im Zentrum der DVD steht von daher der Dokumentationsfilm „Unterwegs mit Corvus Corax“, in dem man viel über die Band erfährt. Ist man an solchen Informationen interessiert, wird man auch mit zahlreichen geschriebenen Bandinformationen über Corvus Corax bestens ausgestattet. Dazu gibt es noch zahlreiche Bilddokumente von den Anfängen Ende der 80er Jahre bis zur Bandgeschichte am Anfang des 21. Jahrhunderts.

Für Corvus Corax Fans gibt es hier einige Informationen und viel wissenswertes Material, wer sich allerdings für die Musik der Berliner Mittelalter Band interessiert, wird hier deutlich schlechter bedient, da zum einen sehr wenig musikalisches Material vorhanden ist und auch die Tonqualität selbst beim Konzertmitschnitt nicht alle Wünsche erfüllt, obwohl man dieses sogar in 5.1 Qualität anhören kann.

Fazit: Für Fans von Corvus Corax bestens geeignet und auch für all jene, die etwas über die Hintergründe dieser Berliner Band erfahren wollen. Für Hörerinnen und Hörer, die jedoch in die Musik der Mittelalter Band eintauchen möchten nur wenig geeignet, da diese auf dieser DVD nur am Rande eine Rolle spielt. Sieben Punkte.



Sonntag, 1. Oktober 2017

Pekka Pohjola – Keesojen Lehto




Pekka Pohjola – Keesojen Lehto


Besetzung:

Pekka Pohjola – bass, piano, harpsichord, string synthesizer, keyboard
Mike Oldfield – acoustic and electric guitar, percussion, mandolin, whistle
Sally Oldfield – vocals
George Wadenius – guitar, percussion
Wlodek Gulgowski – synthesizer, piano
Vesa Aaltonen – drums
Pierre Moerlen – drums, percussion, bells


Label: Love Records (Happy Bird)


Erscheinungsdatum: 1977 (Englische Wiederveröffentlichung 1981)


Stil: Fusion, Jazz Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Oivallettu Matkalyhty (The Sighted Light) (5:05)
2. Kädet Suoristavat Veden (Hands Calming The Water) (4:34)
3. Matemaatikon Lentonäytös (Mathematical Air Display) (7:27)
4. Pääntaivuttelun Seuraukset (The Consequences Of Indecisions)
1. Osa: Sulamaan Jättey Kipu (Part One: Time Heals All Wounds) (4:30)
2. Osa: Nykviä Keskustelu Tuntemattoman Kanssa (Part Two: Comfort With A Stranger) (11:21)
5. Varojen Varaslähtö (False Start) (1:53)

Gesamtspieldauer: 34:50




Pekka Pohjola ist ein finnischer Multi-Instrumentalist und Komponist, der hauptsächlich Musik in den Genres Jazz Rock, Fusion und Progressive Rock schreibt. Genauso verhält es sich auch mit seinem, im Jahr 1977 erschienen Album „Keesojen Lehto“. Für dessen Fertigstellung und Einspielung konnte er sogar Mike Oldfield und dessen Schwester Sally Oldfield gewinnen. Der Erfolg blieb allerdings wohl aus und so wurde vier Jahre später die Platte erneut aufgelegt. Plötzlich stand da jetzt „Mike & Sally Oldfield“ über dem Namen Pekka Pohjola, das Album hatte keinen eigenen Titel mehr und die Liedernamen waren nun, anstatt auf Finnisch, in englischer Sprache auf dem Cover abgedruckt.

Nun, ein klein wenig ist diese Neuauflage schon eine Schummel-Packung geworden. Denn zum einen hört man hier keine Mike Oldfield Musik, wie die Aufmachung vermuten lässt, sondern Jazz Rock und Fusion à la Pekka Pohjola und zum anderen nimmt man Sally Oldfield kaum wahr, da sie lediglich bei zwei Titeln ein paar „Aaaahs“ und „Lalalas“ in Form eines Hintergrundgesangs ins Mikrophon haucht. Auf dieser Scheibe, egal ob sie jetzt titellos ist oder „Keesojen Lehto“ heißt, hört man sehr jazzige Instrumentalmusik, die ab und an auch dem Genre des Progressive Rock zugeordnet werden kann. Der Schwerpunkt liegt jedoch ganz klar auf den Genres Jazz Rock und Fusion.

Bei einigen Liedern hört man deutlich den typischen Klang der Gitarre des Mike Oldfield, was die Musik etwas wärmer und vertrauter klingen lässt. Nicht viel auf diesem Album ist eingängig und melodiös, was sicherlich sowieso kein vorrangiges Ziel im Jazz darstellt. Noch deutlicher als die Gitarre, steht bei den meisten Liedern das Keyboard und der Bass im Zentrum der Musik. Nicht weiter verwunderlich bei den Instrumenten, die Pekka Pohjola selbst eingespielt hat. Wirr klingen diese fünf Lieder für ein Jazz-ungeübtes Ohr zwar mitunter, spannend jedoch ebenfalls und auch nicht zu abgefahren, wie manche Free-Jazz-Stücke.

Fazit: Auf „Keesojen Lehto“ hört man jazzige Musik. Jazz Rock, Fusion und ein wenig Progressive Rock. Experimenteller klang Mike Oldfield noch nie und er spielt hier auch keine Hauptrolle, wie die Cover-Aufmachung vielleicht suggeriert. Keyboard und Bass stehen im Zentrum der Musik von Pekka Pohjola. Das klingt dann selten eingängig, nie jedoch langweilig und immer abwechslungsreich. Acht Punkte.

Anspieltipps: Pääntaivuttelun Seuraukset (The Consequences Of Indecisions)



Samstag, 30. September 2017

Gitane Demone – Stars Of Trash




Gitane Demone – Stars Of Trash


Besetzung: (Ohne Instrumentenangabe)

Gitane Demone


Gastmusiker: (Ohne Instrumentenangabe)

Sven Friedrich
André Feller
Thommy Hein
Norman Selbig
Jens Riediger


Label: Andromeda


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Stars Of Trash (5:35)
2. Solitary War (5:18)
3. The Only One (6:03)
4. I Lost A Friend To Heroin (4:43)
5. Rock And Roll Child (4:54)
6. Little Dreamer (4:47)
7. Cancel Logic Brain (6:26)
8. Kill The Censor (4:16)
9. Strange - Baby - Strange (4:19)
10. Valentine (6:24)
11. Shangri-La-La-Land (6:54)
12. Memoriam (5:14)

Gesamtspieldauer: 1:04:58




„Gitane Demone“, die mit bürgerlichem Namen Mary Carbone heißt, ist eine US-amerikanische Musikerin, die ihre ersten musikalischen Auftritte Mitte der 80er Jahre als Keyboarderin und Sängerin der Deathrock-Band Christian Death hatte. Ende der 80er Jahre stieg sie dann bei Christian Death aus und veröffentlichte ab diesem Zeitpunkt Solo-Alben. Ihre zweite Solo-Platte erschien im Jahr 1999, war eine Zusammenarbeit mit der Band Dreadful Shadows und trägt den Namen „Stars Of Trash“. Veröffentlicht wurde das Album auf dem Plattenlabel Andromeda.

Auf „Stars Of Trash“ hört man eine Mischung aus Rock- und Pop-Musik. Die etwas rockigeren Titel befinden sich dabei eher zu Beginn des Albums, im weiteren Verlauf zeigen sich auf „Stars Of Trash“ immer mehr poppigere Einflüsse. Den Liedern beider musikalischer Genres ist dabei gemein, dass die entsprechenden Titel absolut eingängig und melodiös klingen. Man benötigt nicht viele Durchläufe der Scheibe, damit sich ein Wiedererkennungswert einstellt und einige der Nummern sich gut festsetzen. Melodiös ist sie, die Musik der Gitane Demone. Dazu verfügt sie als Sängerin noch über eine interessante und einprägsame Stimme, die einen rockig-dreckigen Touch aufweist und perfekt zur Musik passt.

Einige Höhepunkte gibt es auf „Stars Of Trash“ zu hören, je nach Stimmungslage können diese mal rockiger, mal sanfter klingen. Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle das Einführungs- und gleichzeitig auch Titellied „Stars Of Trash“. Eine klasse Rocknummer, eingängig und zum Mitwippen animierend. Nicht weniger eingängig, dafür jedoch deutlich sanfter gehalten ist das Lied „Valentine“. Hier sind es nicht die Gitarren, die im Vordergrund stehen, sondern eine Keyboard-Linie, die sich sehr einprägend und melodiös anhört. Und auch zu diesem, wesentlich weniger rockenden Lied passt die Stimme der Gitane Demone hervorragend.

Fazit: Eine interessante und schöne Platte ist „Stars Of Trash“ von Gitane Demone geworden. Eine gute Mischung aus rockigeren und poppigeren Nummern gibt es auf dem Album zu hören, die alle melodiös sind und gut ins Ohr gehen. Außergewöhnlich ist dabei nichts, allerdings birgt jeder Titel etwas Hörenswertes in sich, wobei sich auch kein Füllmaterial auf der Scheibe befindet. Neun Punkte.

Anspieltipps: Stars Of Trash, Valentine



Freitag, 29. September 2017

Godley & Creme – Goodbye Blue Sky




Godley & Creme – Goodbye Blue Sky


Besetzung:

Lol Creme – guitar, bass, keyboard & vocals
Kevin Godley – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Mark Feltham – harmonica
Mitt Gamon – harmonica
Jimmy Chambers – backup vocals
George Chandler – backup vocals
Jimmy Helms – backup vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. H.E.A.V.E.N. / A Little Piece of Heaven (5:06)
2. Don't Set Fire (To The One I Love) (3:27)
3. Golden Rings (4:17)
4. Crime & Punishment (7:22)
5. The Big Bang (2:32)
6. 10,000 Angels (5:16)
7. Sweet Memory (4:50)
8. Airforce One (3:40)
9. The Last Page Of History (4:01)
10. Desperate Times (3:41)

Gesamtspieldauer: 44:12




Im Jahr 1988 veröffentlichte das Duo Godley & Creme ihr siebtes und letztes Studioalbum unter dem Titel „Goodbye Blue Sky“. Die Platte erschien seinerzeit auf dem Label Polydor. Darauf zu hören ist eine poppig-rockige Musikmischung, bei der Kevin Godley und Lol Creme die Mundharmonika in das Zentrum ihrer Musik rückten. Erahnen lässt sich dies bereits bei der Ansicht des Covers. Die zwei Lieder „Little Piece Of Heaven” sowie „10,000 Angels” wurden als Singles veröffentlicht, wobei sich erstgenanntes Lied immerhin noch in Deutschland und den Niederanden in den Charts platzieren konnte.

Musikalisch ist das Album nicht ganz einfach zu hören, da auch hier mit den musikalischen Genres gespielt wird. Ist die Nummer „The Big Bang“ eine irgendwie geartete Mischung aus Rock’n’Roll und Big Band Sound und nicht so ganz einfach verdaulich, so ist das über siebenminütige „Crime & Punishment“ eine langsame und auf eine Art dunkle Nummer, die sehr träge aus den Boxen wabert, allerdings gerade durch die hier transportierte Atmosphäre Eindruck hinterlässt. Dabei klingt das Lied aufgrund nur weniger Wechsel – trotz einer leichten Steigerung – fast ein wenig hypnotisch und geht auch ins Ohr. Die zweite Singleauskopplung „10,000 Angels“ hört sich dagegen wieder wie ein überaus hektischer Pop-Song an und rauscht an einem vorbei. „Airforce One“ klingt wieder wie ein poppiges Experiment, welches irgendwie gar nicht geglückt zu sein scheint.

Richtig überzeugend ist die Musik leider nicht mehr auf „Goodbye Blue Sky“. Die Mundharmonika immer ins Zentrum seiner Musik zu setzen kann man natürlich, muss man aber nicht. Auch die zahlreichen Hintergrundgesänge klingen allzu oft mach Gospel-Chor. Dies ist ebenfalls eine Möglichkeit, wirkt allerdings auf die Dauer ebenfalls etwas langweilig. Zudem gehen nur wenige der Titel wirklich ins Ohr, zumeist läuft die Musik einfach durch, ohne sich irgendwie festsetzen zu können.

Fazit: Das siebte und letzte Studioalbum der ehemaligen 10CC-Musiker Kevin Godley und Lol Creme ist alles andere als ein überzeugendes geworden. Die Musik mag einfach nicht mehr zünden und die hier durchaus vorhandenen Ideen der beiden Musiker werden konsequent in jedem der zehn Titel durchgezogen. Dazu vermisst man auf „Goodbye Blue Sky“ eine gewisse Melodiösität. Das wiederum bewirkt in seiner Gesamtheit ein eher etwas langweiliges Album, welches man irgendwie nur ganz selten auflegt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Crime & Punishment



Donnerstag, 28. September 2017

Yes – Yesshows




Yes – Yesshows


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals, harp
Chris Squire – bass, vocals
Alan White – drums, percussion
Steve Howe – guitar, vocals
Rick Wakemann – keyboards
Patrick Moraz – keyboards


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Progressive Rock, Live


Trackliste:

Seite 1:

1. Parallels (7:06)
2. Time And A Word (4:05)
3. Going For The One (5:22)

Seite 2:

4. The Gates Of Delirium (22:40)

Seite 3:

5. Don‘t Kill The Whale (6:50)
6. Ritual / Nous Sommes Du Soleil [Part 1] (11:48)

Seite 4:

7. Ritual / Nous Sommes Du Soleil [Part 2] (17:06)
8. Wonderous Stories (3:53)

Gesamtspieldauer: 78:54



„Yesshows“ ist nach dem 1973er Album „Yessongs“ das zweite Live-Album der englischen Progressive Rockband Yes. Veröffentlicht wurde das Doppelalbum im November des Jahres 1980 auf dem Plattenlabel Atlantic Records. „Yesshows“ beinhaltet Aufnahmen aus verschiedenen Tourenauftritten, die am 17. August 1976 in Detroit, am 18. November 1977 in Frankfurt, am 24. November 1977 in Rotterdam und schließlich am 27. und 28. Oktober 1978 in London stattfanden. Dementsprechend hört man auf den 1976er Aufnahmen zur „Relayer-Tour“ auch den Schweizer Patrick Moraz an den Keyboards, wohingegen bei den Aufnahmen während der „Going For The One“-Tour (1977) und den 10-Jahres-Jubiläumkonzerten (1978) Rick Wakeman an den Tasten zu hören ist.

Zu hören gibt es auf „Yesshows“ Auszüge aus den Alben „Tales From Topographic Oceans“ (1973, „Ritual“), „Relayer“ (1974, „The Gates Of Delirium“), „Going For The One“ (1977, „Parallels“, „Going For The One“ sowie „Wonderous Stories“), „Tormato“ (1978, „Don‘t Kill The Whale“) und als Reminiszenz an die Anfangsjahre „Time And A Word“ aus dem Jahr 1970 mit dem gleichnamigen Titelsong. Somit gibt „Yesshows“ eine schöne Übersicht über die Yes Musik vor allen Dingen Mitte bis Ende der 70er Jahre.

Und dieser Überblick klingt rund und gelungen. Gerade die langen Stücke wie „The Gates Of Delirium“ und „Ritual“ wirken hier sehr kraftvoll und zeigen beziehungsweise lassen viel von der Spielfreude der Band hören. Das klingt dann auch definitiv nicht immer nur eingängig, sondern durchaus auch mal vertrackt und sogar etwas experimentell. Allerdings solch ein Titel und Ohrwurm wie „Don‘t Kill The Whale“ wird hier ebenfalls live sehr gut und mitreißend umgesetzt. Es stört dabei auch wenig, dass die Lieder zu unterschiedlicher Zeit und mit zum Teil zumindest unterschiedlichen Musiker eingespielt wurden. „Yesshows“ klingt wie eine passende Einheit, weder zerstückelt noch konstruiert.

Fazit: Wer Yes damals nicht live gehört hat, bekommt mit „Yesshows“ eine gute Möglichkeit geboten, dies nachzuholen. Zwar klingen viele der Lieder nicht mehr ganz so spektakulär und auch eingängig, wie jene auf den früheren Alben der Band, trotzdem hört man hier mitreißenden Progressive Rock, der das Herz des Fans jenes musikalischen Genres höherschlagen lassen dürfte. Für Yes-Fans sowieso eine schöne Sache. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Don‘t Kill The Whale, Ritual



Mittwoch, 27. September 2017

Johnny Cash – I Walk The Line




Johnny Cash – I Walk The Line


Besetzung:

Johnny Cah – vocals, guitar


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Hallmark Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Country


Trackliste:

1. I Walk The Line (2:43)
2. There You Go (2:18)
3. Hey Porter (2:12)
4. New Mexico (2:07)
5. Mean Eyed Cat (2:28)
6. Rock Island Line (2:09)
7. You Win Again (2:16)
8. Life Goes On (1:59)
9. I Could Never Be Ashamed Of You (2:14)
10: Wreck Of The Old '97 (1:50)

Gesamtspieldauer: 22:16



„I Walk The Line“ ist eines der schier unendlich vielen Kompilationsalben des Johnny Cash. Man kann natürlich im Internet bestens recherchieren und ich fand sage und schreibe 820 (!) „Best Of…“-Alben des Johnny Cash. Sicherlich waren das immer noch nicht alle und da diese immer noch in verschiedensten Ausführungen jedes Jahr neu aufgelegt werden, dürfte die Anzahl bald vierstellig sein . Circa zwanzig dieser Platten haben auch den Namen „I Walk The Line“. Diese Ausgabe hier stammt aus dem Jahr 1973 und wurde auf dem Plattenlabel Hallmark Records veröffentlicht.

Man hört auf „I Walk The Line“ Country Musik pur. Nur Country in Reinstform. Lieder, wie sie diesem Genre entsprechend der 50er und 60er Jahre entsprochen und geklungen haben. Das muss man wirklich mögen, ansonsten ist die Scheibe nur sehr schwer verdaulich. Die Musik darauf hat auch nichts mehr mit den Liedern zu tun, für die Johnny Cash gegen Ende seiner Karriere stand. Ur-amerikanische Musik gibt es auf diesem Kompilationsalbum, alles dazu noch sehr ähnlich klingend und bereits nach zehn Takten fürchterlich nervend.

Die Zeitangaben auf dem Plattencover fehlen. Dies hat wohl System und einen Grund, denn ich habe nachgestoppt und die Spieldauer von „I Walk The Line“ beträgt ganze 22:16 Minuten. Das ist natürlich fast schon Betrug, dieses Album dann auch noch ungekennzeichnet als vollständige LP zu verkaufen. Da auch die Musik für heutige und europäische Ohren nur schwer zu begreifen ist, ist dieser Umstand allerdings fast schon ein Vorteil, denn alle Lieder sind schnell vorbei.

Fazit: „I Walk The Line“ von Johnny Cash ist ein Kompilationsalbum mit Liedern aus der frühen Zeit der Karriere des US-Amerikaners. Leute, die auf sehr unverfälschte Country Musik stehen, die werden hier natürlich ihre Freude haben, auch wenn das gesamte Album nach Country-Oldie klingt. Oder gerade deswegen werden sie ihre Freude haben? Auf jeden Fall wird die kurze Laufzeit des Albums zum Ärgernis und bei Fans von Rock-Musik wirft solche Musik unglaublich viele Fragen auf, da man einfach nicht glauben kann, dass so etwas überhaupt jemand hören möchte. Zwei Punkte.

Anspieltipps: I Walk The Line



Dienstag, 26. September 2017

Neil Young – Decade




Neil Young – Decade


Besetzung:

Neil Young – guitar, harmonica, piano, vibes, vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock, Folk


Trackliste:

Seite 1:

1. Down To The Wire (2:25)
2. Burned (2:14)
3. Mr. Soul (2:41)
4. Broken Arrow (6:13)
5. Expecting To Fly (3:44)
6. Sugar Mountain (5:43)

Seite 2:

1. I Am A Child (2:17)
2. The Loner (3:50)
3. The Old Laughing Lady (5:59)
4. Cinnamon Girl (2:59)
5. Down By The River (9:16)

Seite 3:

1. Cowgirl In The Sand (10:01)
2. I Believe In You (3:27)
3. After The Gold Rush (3:45)
4. Southern Man (5:31)
5. Helpless (3:34)

Seite 4:

1. Ohio (2:56)
2. Soldier (2:28)
3. Old Man (3:21)
4. A Man Needs A Maid (3:58)
5. Harvest (3:08)
6. Heart Of Gold (3:06)
7. Star Of Bethlehem (2:46)

Seite 5:

1. The Needle And The Damage Done (2:02)
2. Tonight's The Night (Part 1) (4:41)
3. Tired Eyes (4:33)
4. Walk On (2:40)
5. For The Turnstiles (3:01)
6. Winterlong (3:05)
7. Deep Forbidden Lake (3:39)

Seite 6:

1. Like A Hurricane (8:16)
2. Love Is A Rose (2:16)
3. Cortez The Killer (7:29)
4. Campaigner (3:30)
5. Long May You Run (3:48)

Gesamtspieldauer: 2:24:22



„Decade“ heißt das erste Kompilationsalbum des Neil Young und sollte für lange Zeit auch das letzte bleiben. Am 28. Oktober des Jahres 1977 wurde das Album in Form einer Dreifachplatte auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Darauf enthalten sind 35 Lieder, die zwischen 1966 und 1976 von Neil Young geschrieben worden sind. Fünf dieser Nummern waren bis zu diesem Zeitpunkt jedoch noch unveröffentlichte Stücke. Dieses sind die Lieder „Down To The Wire“, „Love Is A Rose“, „Winterlong“, „Campaigner“ sowie „Long May You Run“.

Ob sich auf „Decade“ die „richtigen“ Lieder befinden, also der eigene Musikgeschmack bezüglich Neil Young treffend widergespiegelt wird, kann natürlich nur jede und jeder einzelnen für sich bestimmen. Eine gute Auswahl aus den vielen Veröffentlichungen des Neil Young findet auch allerdings allemal auf „Decade“. Das Dreifachalbum, welches inzwischen auch als Doppel-CD erhältlich ist, bietet einen schönen Überblick über das Schaffen des Neil Young, kann allerdings die Originalalben nicht ersetzen, wenn man vollständig in den musikalischen Kosmos des Neil Young eintauchen möchte.

Wer auf folkig angehauchten Rock steht, die oder der dürfte mit dieser Platte allerdings sehr viel Spaß haben. Singen kann Neil Young zwar nicht besonders gut, jedoch gehört seine Stimme einfach zu seiner Musik dazu und bildet mit ihr eine Einheit, die die Lieder des Kanadiers so unverwechselbar werden lässt. Diese Kompilation ist reich gesegnet mit Höhepunkten. Auch gibt es keine Stücke auf „Decade“, die man am liebsten überspringen würde. Alles wirkt und kling auf dieser Zusammenstellung, deren Grundton ein eher melancholischer, nachdenklicher bis trauriger ist.

Fazit: Eine sehr schöne Übersicht über das Schaffen des Neil Young in der Zeit von 1966 bis 1976 bietet das Dreifachalbum „Decade“. Sehr melodiösen Folk Rock gibt es hier zu hören, die allermeisten Lieder setzen sich über ihre Eingängigkeit schnell fest und wirken nach. Zumeist ist die Musik von Neil Young warm und weich und sanft, nur ab und zu klingt das Ganze etwas rockiger, kann allerdings auch in diesen Passagen überzeugen. Neil Young lohnt sich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Cowgirl In The Sand und vieles mehr



Montag, 25. September 2017

Bläck Fööss – Et Es 20 Johr Jenau Jetz Her




Bläck Fööss – Et Es 20 Johr Jenau Jetz Her


Besetzung: (Ohne Instrumentenangabe)

Blääck Fööss


Gastmusiker:

Willy Millowitsch – Gesang
Wolfgang Niedecken – Gesang
Jürgen Zeltinger – Gesang
Florian Cretu – Alto Sax
Jan Dix – Percussion
Werner Dies – Sax
Peer Fischer – Akustische Gitarre
Mike Gong – Slide Gitarre, E-Gitarre
Klaus Heuser – E-Gitarre & Dobro
Joko Jaenisch – Piano
Rolf Lammers – Orgel, Synthesizer Bass, Piano
Burkhard Lipps – E-Gitarre
John Parsons – E-Gitarre
Klaus Vooemann – Bass
Helmut Zerlett – Computer Programmierung, Orgel
Reiner Winterschladen – Trompete
Achim Fink – Posaune, Tuba
Armin Tretter – Sax
Michael Heupel – Flöte


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Deutscher Schlager, Pop


Trackliste:

Seite 1:

1. Bläck Fööss Bänd (Intro) (4:27)
2. Rievkoche Walzer (3:00)
3. De Mama Kriet Schon Widder E Kind (2:31)
4. Indianer Kriesche Nit (3:26)
5. Kaffeebud (2:44)
6. Schötzefess (4:15)
7. Lück Wie Ich Und Du (3:30)

Seite 2:

1. Mir Klääve Am Lääve (3:02)
2. Achterbahn (2:49)
3. Lange Samstag En D'r City (3:28)
4. Et Spanien-Leed (3:09)
5. Ming Eetste Fründin (3:45)
6. Polterovend (3:01)
7. Familijedach (4:14)

Seite 3:

1. Bye, Bye My Love (3:34)
2. Surfen Am Frühlinger See (2:41)
3. Kölsche Bröck (3:15)
4. Frankreich, Frankreich (4:34)
5. Dat Wasser Vun Kölle (4:17)
6. Huusmeister Kaczmarek (3:00)
7. Drink Doch Eine Met (3:00)

Seite 4:

1. Buuredanz (5:30)
2. Elvis Lääv (3:36)
3. Katrin (3:35)
4. Leev Linda Lou (3:11)
5. Mir Losse D'r Dom En Kölle (3:29)
6. Bläck Fööss Bänd (Reprise) (1:32)
7. En Unserem Veedel (3:15)

Gesamtspieldauer: 1:35:50




Zum 20-jährigen Jubiläum des Bandbestehens veröffentlichte die Kölner Band Bläck Fööss das Kompilationsalbum „Et Es 20 Johr Jenau Jetz Her“ mit den „Hits“ ihrer bisherigen Veröffentlichungen. Am 12. April des Jahres 1990 erschien das Album in Form einer Doppel-LP auf dem Plattenlabel EMI. 28 Titel enthalten die beiden Platten, angefüllt mit Kölner Stimmungsmusik, die zu allermeist im Bereich des Deutschen Schlagers angesiedelt ist. Dazu gesellen sich noch einige Pop-Einflüsse sowie der ein oder andere Ausflug in den Folk.

Beim Hören dieser Lieder hilft definitiv, bereits ordentlich getankt zu haben. Kölner Stimmungsmusik, ideal für die diversen Karnevalssitzungen jeweils zu Jahresbeginn. Um hier etwas für sich zu finden bedarf es also mehrerer Zutaten: 1. Alkohol. 2. Eine Beziehung zu Köln, am besten in Form des Wohn- und Geburtsortes. 3. Eine große Karnevalsaffinität. 4. Viel Spaß am Deutschen Schlager. 5. Eine geringe Humorschwelle, sodass man auch über flache Witze noch herzhaft lachen kann. Fehlt eine dieser Zutaten, kann das Hören dieses Albums zu einer ganz bitteren Erfahrung werden.

Auf „Et Es 20 Johr Jenau Jetz Her“ Höhepunkte zu entdecken ist reichlich schwierig, wenn man die Platte Zuhause im Wohnzimmer hört. Die gibt es dann nicht, da es sich hier hauptsächlich um Stimmungsmusik handelt, die einfach so nicht wirkt. Zur Karnevalszeit, in entsprechendem Ambiente, mit den passenden Leuten dazu, mag das schon wieder ganz anders aussehen. Aber so, losgekoppelt von Köln und Karneval, finden hier wohl nur wirkliche Schlagerfreunde etwas für sich.

Fazit: Es gibt Musik, die wirkt nur an bestimmten Orten, in bestimmten Situationen. Das gilt für Bierzelt-Musik, wenn man freudetrunken seine Maß Bier in die Höhe reckt und Volksmusik und Deutschen Schlager mitschmettert. Selbiges gilt für die Karnevalszeit und solch Lieder wie „Mir Losse D'r Dom En Kölle“. Auf Platte entfaltet die Musik für sich alleine nicht ihre Wirkung, höchstens auf einer privaten Feier in der Kölner Umgebung. Doch dann ist wieder Alkohol im Spiel, lustige Typen und… Ach das hatten wir ja schon. Drei Punkte.

Anspieltipps: Frankreich, Frankreich



Sonntag, 24. September 2017

Peter & Gordon – Remember The Golden Years




Peter & Gordon – Remember The Golden Years


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: 60ies Pop, Oldies


Trackliste:

Seite 1:

1. A World Without Love (2:37)
2. Nobody I Know (2:27)
3. Sunday For Tea (2:20)
4. High Noon (Do Not Forsake Me) (3:50)
5. The Green Leaves Of Sommer (3:01)
6. If I Fell (2:18)

Seite 2:

1. Exodus Song (2:57)
2. Woman (2:26)
3. A Taste Of Honey (2:35)
4. Somewhere (2:41)
5. Love Is A Many Splendored Thing (2:09)
6. I Don't Want To See You Again (2:00)

Seite 3:

1. Lady Godiva (2:23)
2. Baby I'm Yours (2:44)
3. To Know You Is To Love You (2:35)
4. Willow Garden (3:01)
5. Five Hundred Miles (3:12)
6. All My Trials (2:30)
7. True Love Ways (2:37)

Seite 4:

1. Knight In Rusty Armour (2:36)
2. Let It Be Me (3:40)
3. Stranger With A Black Dove (2:33)
4. The Flower Lady (3:55)
5. I Would Buy (2:39)
6. Baby What You Want Me To Do (3:15)
7. Homeward Bound (2:19)

Gesamtspieldauer: 1:11:20




„Peter & Gordon“ waren ein britisches Pop-Musik-Duo, das ab dem Jahr 1964 Alben veröffentlichte. Ihre Schallplatten erschienen bis zum Jahr 1967, danach trennten sich Peter Asher und Gordon Waller wieder. In diesen vier Jahren der gemeinsamen musikalischen Karriere veröffentlichte das Duo unfassbare elf Studio-Alben. Zu allermeist hörte man auf diesen Platten allerdings Cover-Versionen anderer Künstler oder extra für das Duo geschriebene Titel. Auf „Peter & Gordon – Remember The Golden Years“ sind lediglich die beiden Titel „Stranger With A Black Dove“ und „I Would Buy“ von ihnen selbst komponiert und geschrieben. „Remember The Golden Years“ ist eine Reihe der EMI, die in Deutschland durch die Fernsehzeitschrift Hörzu veröffentlicht wurde. Diese Reihe erschien Ende der 70er Jahre und obwohl auf der Platte nirgendwo ein Datum zu finden ist, müsste die Scheibe im Jahr 1977 veröffentlicht worden sein, als die Platten dieser Reihe erschienen.

Die Lieder auf „Remember The Golden Years“ entstanden zwischen den Jahren 1952 und 1967. Eingespielt wurden sie von dem Duo in ihren aktiven Jahren von 1964 bis 1967. Man hört hier 60ies Pop, der absolut die Kriterien des Oldies erfüllt. Die Instrumentierung beinhaltet oftmals ein ganzes Orchester und den Zweigesang von Peter Asher und Gordon Waller, um die Musik noch eingängiger klingen zu lassen. Heutzutage klingt das alles allerdings nur noch nach ganz viel Patina und längst überholt.

Seltsamerweise kennt man nur relativ wenige Stücke von Peter & Gordon, obwohl viele davon eben Cover-Versionen waren und Zeit hatten bis heute sehr oft irgendwo gespielt zu werden. Natürlich gehen die Lieder allesamt ganz gut ins Ohr, wie das damals eben so war mit dem Pop in den 60ern. Mitreißend klingt hier allerdings nichts mehr. Die Texte handeln selbstverständlich hauptsächlich von der Liebe und Liebeskummer und sind absolut brav. Gut interpretiert klingt das Lied „A Taste Of Honey“, das war es dann leider aber auch schon mit den Höhepunkten.

Fazit: Ein Doppelalbum wie gemacht für Oldie-Fans. Mit „Remember The Golden Years“ von Peter & Gordon kann man perfekt in die 60er Jahre Musik eintauchen. „Oldies but Goldies“? Nun, das kann man sicherlich nur behaupten, wenn man mit dieser Musik groß wurde. Heute klingt das alles längst überholt. Für alle, die nach den 50er Jahren geboren wurden, klingt das alles sehr überholt. Fünf Punkte.

Anspieltipps: A Taste Of Honey, Five Hundred Miles



Samstag, 23. September 2017

Ole Lukkøye – Horse-Tiger




Ole Lukkøye – Horse-Tiger


Besetzung:

Boris Bardash – programming, keyboards, voice, guitars, percussion, buben, samples
Alexander Frolov – bassoons, jaleika, noises, samples, dramatic voice on 6
Sergej Radovski – effects, samples
Andrej Lavrinenko – bass guitar
Tanja Svaha – vocals


Gastmusiker:

Vladimir Konovalov – bass (3, 4)
Sasha Kozyrev – djembe (1, 3)
Artem Zotkin – guitar (2)
Dasha Kusnezova – vocals (6)
Daniil Basner – saabla (3)


Label: Klangbad


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Psychedelic Rock, Worldmusic


Trackliste:

1. Zagoralos’ (12:24)
2. The Free Ones (13:08)
3. Sleepy Herbs (7:48)
4. Tara (8:38)
5. The Peacock (7:33)
6. Further (9:28)

Gesamtspieldauer: 59:02




„Horse-Tiger“ heißt das vierte Studioalbum der russischen Band Ole Lukkøye, die in St. Peterburg beheimatet ist. Im Jahr 2002 erschien die Scheibe auf dem Plattenlabel Klangbad. Zu hören gibt es auf „Horse-Tiger“ sehr rhythmische Musik, die eine Mixtur aus elektronischen Klängen und russischen Weisen darzustellen scheint. Jedoch stimmt das auch nur ein wenig, denn manchmal ist hier elektronische Musik gepaart mit indianischen Gesängen zu hören – ist es zwar nicht, aber es klingt zumindest so.

Ole Lukkøye machen sehr rhythmische Musik, alles scheint ein wenig zu vibrieren und dann setzt dieser manches Mal schamanenhaft klingende Gesang ein und die Musik erscheint in einem völlig neuen Gewand. Viele Nebengeräusche und Klangfetzen vervollständigen den Gesamteindruck zusätzlich. Insgesamt nach einer Art elektronischer Weltmusik klingen die Russen dann, kaum möglich diese Musik in ein Schema zu pressen oder einem bestimmten musikalischen Genre zuzuordnen. Das klingt alles durchaus sehr experimentell und auch ein wenig verquer. Ole Lukkøye haben ihr eigenes musikalisches Genre erschaffen.

Dabei lassen sich die Lieder alle gut hören, sind sogar melodiös und mit netten Melodien versehen. Viel passiert allerdings in den einzelnen Titeln nicht, sodass über deren relativ lange Laufzeit ein fast schon hypnotischer Effekt entsteht, der einen in diese Musik hinzuziehen versucht. Die Lieder klingen dabei allesamt durchaus etwas seltsam und erwecken trotz einer gewissen Monotonie niemals den Eindruck von Langeweile. Es klingt einfach anders – ganz anders.

Fazit: Weltmusik und elektronische Musik gemixt, dazu eine Prise experimentelle Musik und fertig ist der Klangkosmos von Ole Lukkøye, den man sonst so wohl nirgendwo anders zu hören bekommt. Die Lieder sind melodisch, erklingen lang und halten nur wenig Abwechslung für die Hörerin und den Hörer parat. Auf seine ganz spezielle Art und Weise ist „Horse-Tiger“ von Ole Lukkøye ganz sicher ein Erlebnis. Für alle, die einmal was völlig anderes hören wollen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Zagoralos’, The Peacock



Freitag, 22. September 2017

Deine Lakaien – Live In Concert (DVD)




Deine Lakaien – Live In Concert (DVD)


Besetzung:

Alexander Veljanov – vocals
Ernst Horn – keyboards


Gastmusiker:

Be. Deutung – cello
Ivee Leon – violin & backing vocals
Sharifa – violin & backing vocals
Robert Wilcocks – guitar & synthesizers


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Electronica, Dark Wave, Avantgarde


Trackliste:

1. Colour-Ize
2. Generators
3. Kiss The Future
4. In The Chains Of
5. Where You Are
6. Return
7. Wunderbar
8. The Mirror Men
9. Love Me To The End
10. Silence In Your Eyes
11. Manastir Baroue
12. Kiss
13. Don‘t Wake Me Up
14. Overpaid
15. Cupid‘s Disease
16. Rain Dance
17. Dark Star
18. May Be
19. Sometimes

Gesamtspieldauer: 1:55:56


Zusätzliche Features:


  • Extra Live Clip „Reincarnation / Life Is (A Sexually Transmitted Disease)“ (5:15)
  • Band Interview (11:31)





„Live In Concert“ ist eine Live-DVD der deutschen Band Deine Lakaien, die im Rahmen ihrer White Lies Tour im Jahr 2002 im Lindenpark, Potsdam aufgenommen wurde. Auf fast zwei Stunden Spieldauer bekommt man hier hauptsächlich sehr sanfte und eindringliche Musik geboten, die manchmal sehr elektronisch klingt, sich dann wieder fast mittelalterlich bis hin zu klassisch anhört und irgendwo zwischen Avantgarde und Dark Wave pendelt. Es sind dabei weniger die Bilder, die hier überzeugen, sehr viel mehr ist es die Musik selbst.

Eine Live-DVD soll selbstverständlich nicht nur die Musik, sondern auch die Bilder eines Konzertes transportieren und mit diesen begeistern. Nun, das ist Deinen Lakaien jedoch leider nicht ganz so gelungen, denn auf der Bühne passiert in diesen zwei Stunden des Konzertes nicht allzu viel. Oftmals stehen die Protagonisten auch mit dem Rücken zum Publikum. Lediglich Ivee Leon und Sharifa an den Violinen und beim Hintergrund-Gesang geben sich alle Mühe, gut auszusehen und gut zu klingen – was sie auch tun – jedoch viel Abwechslung gibt es da nicht zu beobachten. Be. Deutung am Cello sowie Robert Wilcocks am Synthesizer und der Gitarre sind da schon noch deutlich unspektakulärer. Von den beiden festen Deine Lakaien Mitgliedern sieht man bei Ernst Horn hauptsächlich den Rücken und Sänger Alexander Veljanov ist alles andere als eine Stimmungskanone und überzeugt eher durch den vorherigen Besuch bei einem kreativen Friseur.

Genug kritisiert, denn die Musik auf „Live In Concert“ hat es wahrlich in sich. Hier gibt es wundervolle Melodien zu entdecken ebenso wie experimentelle Abschnitte, die kraftvoll und spannend klingen. In letztgenannten Sequenzen hören sich Deine Lakaien dann weit weniger eingängig an, allerdings bilden diese „Ausflüge“ lediglich Ausnahmen von sehr viel Melodiösität. Hörerinnen und Hörer, die auf „schöne“ Musik stehen, werden hier allerbestens bedient. Kleiner Wermutstropfen ist, auf die komplette Dauer des Konzertes hin gesehen, die Stimme des Alexander Veljanov. Diese klingt bei einzelnen Titeln wahrlich spannend, über die gesamte Laufzeit hinweg dann ab und an jedoch etwas gekünstelt. Dazu gesellen sich etwas unmotivierte oder aber seltsam ausformulierte Ansagen. Allerdings ist das „Jammern auf hohem Niveau“, durchaus auch mal etwas anderes und die Musik von Deine Lakaien kann hier immer wieder begeistern. In einzelnen Stücken sowieso.

Als Zugaben gibt es noch einen weiteren Live-Titel sowie ein kurzes Bandinterview. Das sind auch die Zutaten, die die DVD von der Live-Doppel-CD unterscheiden.

Fazit: Wer auf schöne melodiöse und eindringliche Musik steht, kann mit Deine Lakaien im Grunde genommen nichts falsch machen. Die Lieder der Band klingen durchaus nach Avantgarde, sind manchmal experimentell und ungewöhnlich, zumeist jedoch sehr eingängig. Ob allerdings eine DVD das richtige Medium ist, diese Musik darzustellen und zu transportieren, das wage ich etwas zu bezweifeln. Trotzdem gibt es mit diesen neunzehn Liedern viel Schönes zu entdecken – man kann ja auch nur hinhören, muss nicht hinsehen. Elf Punkte.

Anspieltipps: In The Chains Of, Return, Wunderbar, Cupid‘s Disease



Donnerstag, 21. September 2017

Various Artists – Moonlighting




Various Artists – Moonlighting


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Funk, Soul, Pop, Musical, Big Band


Trackliste:

1. Moonlighting (Theme) – Al Jarreau (3:00)
2. Limbo Rock – Chubby Checker (2:23)
3. This Old Heart Of Mine (Is Weak For You) – The Isley Brothers (2:51)
4. Blue Moon – Cybill Shepherd (2:19)
5. I Told Ya I Love Ya, Now Get Out! – Cybill Shepherd (2:03)
6. Good Lovin' – Bruce Willis (3:15)
7. Since I Fell For You – Bob James / David Sanborn (5:48)
8. When A Man Loves A Woman – Percy Sledge (2:48)
9. Someone To Watch Over Me – Linda Ronstadt, The Nelson Riddle Orchestra (4:06)
10. Stormy Weather – Billie Holiday (3:38)

Gesamtspieldauer: 32:11




Eine krude Aneinanderreihung verschiedenster musikalischer Stile gibt es auf dem Soundtrack zur 80er Jahre Serie „Moonlighting“, die im Deutschen „Das Model und der Schnüffler“ hieß, zu hören. Die Serie wurde erstmalig in den Jahren 1985 bis 1989 in den USA ausgestrahlt und bildete das Sprungbrett für Bruce Willis zu seiner Kinokarriere. Seine Partnerin, Cybill Shepherd, konnte da deutlich weniger durchstarten. In Deutschland lief die Serie erstmals im Jahr 1990 bei RTL.

Cybill Shepherd und Bruce Willis hört man auf dieser Scheibe sogar selbst singen und beide machen ihre Sache dabei sehr gut. Die Lieder allerdings sind alles andere als überzeugend und absolut belanglos. Cybill Sheperd singt unter Big Band Begleitung, Bruce Willis‘ Lied „Good Lovin‘“ klingt wie frisch aus einem Musical entsprungen. Al Jarreau ist mit dem Titellied und einer weiteren Soul-Nummer vertreten, welche auch nicht zu begeistern weiß. Schließlich hört man auch noch Linda Ronstadt begleitet durch das The Nelson Riddle Orchestra. Auch hier erklingt Musik, die bestens in ein Musical passen würde.

Lediglich ein Lied lohnt auf der Scheibe und dies ist das allseits bekannte Stück „When A Man Loves A Woman“ von Percy Sledge. Alle anderen Lieder nerven eher, als dass sie begeistern würden. Sicherlich liegt das auch an dem Stilmix, der hier vertreten ist. Da es sich allerdings um einen Soundtrack handelt, der nicht vollständig extra für die Serie komponiert wurde, ist dieser Umstand nicht unbedingt verwunderlich.

Fazit: Auch der Soundtrack zu „Moonlighting“ ist eher etwas für die Fans der Serie, denn für andere Musikhörerinnen beziehungsweise Musikhörer. Viele musikalische Genres werden hier bedient, überzeugend klingt davon nichts. Einzige Ausnahme ist das Stück „When A Man Loves A Woman“ von Percy Sledge, ein Klassiker. Jedoch dafür lohnt die Scheibe ganz sicher nicht, das Lied bekommt man auch anders zu hören. Zwei Punkte.

Anspieltipps: When A Man Loves A Woman