Fairport Convention – Liege & Lief Besetzung: Sandy Denny – vocals Dave Swarbrick – fiddle, viola Richard Thompson – electric & acoustic guitars, backing vocals Simon Nicol – electric, 6-string & 12-string acoustic guitars, backing vocals Ashley Hutchings – bass guitar, backing vocals Dave Mattacks – drums, percussion Label: Island Records Erscheinungsdatum: 1969 Stil: Folk, Pop Trackliste: 1. Come All Ye (5:03) 2. Reynardine (4:34) 3. Matty Groves (8:09) 4. Farewell, Farewell (2:39) 5. The Deserter (4:24) 6. Medley (4:08) The Lark In The Morning Rakish Paddy Foxhunters' Jig Toss The Feathers 7. Tam Lin (7:14) 8. Crazy Man Michael (4:46) Bonus Tracks der CD-Wiederveröffentlichung: 9. Sir Patrick Spens (4:03) 10. Quiet Joys Of Brotherhood (10:16) Gesamtspieldauer: 55:21
„Liege & Lief“ heißt das vierte Studioalbum der englischen Folk Rock Band Fairport Convention. Es ist bereits das dritte Album, welches die Band im Jahr 1969 veröffentlichte und erschien im Dezember dieses Jahres auf dem Plattenlabel Island Records. Nach dem Einspielen und noch vor seiner Veröffentlichung der Platte verließ die Sängerin Sandy Denny bereits wieder die Band, zu der sie Mitte der 70er Jahre, kurz vor ihrem Tod, nochmals zurückkehren sollte.
Alle Titel auf „Liege & Lief“ basieren auf traditionellen englischen und keltischen Musikstücken, die hier allerdings in veränderten Versionen zu hören sind. Sehr stark an diesen Transformationen beteiligt war Sängerin Sandy Denny, die zwar die Band nach der Fertigstellung verließ, damit jedoch den bis heute vorherrschenden Sound der Band maßgeblich mitgestaltete. Das Album kletterte bis auf Platz 17 der UK Album Charts und hielt sich fünfzehn Wochen in diesen. Die Platte wird häufig als die erste reine britische Folk Platte beschrieben und ebnete den Weg für zahlreiche andere Veröffentlichungen dieses Genres. In einer Zuschauerabstimmung der BBC Radio 2 Folk Awards im Jahr 2006 wurde „Liege & Lief“ zum „einflussreichsten Folk Album aller Zeiten“ gewählt.
Schöne und eingängige Folk Musik hört man auf „Liege & Lief“, die sich häufig deutlich von der Musik desselben Genres westlich des Atlantiks unterscheidet. Dies gilt zwar nicht für das Medley in der Mitte der Platte, bestehend aus vier Stücken. Bei diesem Titel steht die Violine im Vordergrund und es ist auch kein Gesang zu hören. Das Lied könnte so ohne Weiteres auch von einer US-amerikanischen Band eingespielt worden sein, es klingt sehr nach den USA und ist keinesfalls typisch für „Liege & Lief“. Ansonsten stehen die bereits erwähnten harmonischen und eingängigen Folk-Titel im Vordergrund, die von Sandy Denny mit ihrer hellen und schönen Stimme dominiert werden. Sehr viele Stücke gehen schnell ins Ohr, melodiös klingt auf „Liege & Lief“ so gut wie alles.
Fazit: Schönen und eingängigen englischen Folk bekommt man auf „Liege & Lief“ zu hören. Die Lieder klingen sanft und entspannt, nie hektisch oder aufgeregt. Nicht „aufgeregt“ bedeutet allerdings auch, nicht besonders aufregend. Gut anzuhören ist das alles, richtiggehend begeistern kann diese Musik allerdings heutzutage nicht mehr. Trotzdem, „Liege & Lief“ ist eine Platte, die gegen die Hektik des Alltags ankämpft. Musik zum Durchschnaufen und zum entspannten Zuhören. Neun Punkte.
David Gilmour – Live In Gdansk Besetzung: Musicians David Gilmour – guitars, lead and backing vocals, console steel guitar, acoustic lap steel guitar, alto saxophone on “Red Sky At Night” Richard Wright – piano, hammond organ, farfisa organ, lead and backing vocals Jon Carin – keyboards, synthesiser, backing vocals, lap steel guitar, programming Guy Pratt – bass guitars, backing vocals, double bass, guitar on “Then I Close My Eyes”, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond” Phil Manzanera – guitars, backing vocals, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond” Dick Parry – tenor and baritone saxophones, electronic organ, glass harmonica on “Shine On You Crazy Diamond” Steve DiStanislao – drums, percussion, backing vocals Zbigniew Preisner – conductor Leszek Możdżer – piano Polish Baltic Philharmonic Orchestra Barn Jam Personnel David Gilmour – guitar, console steel guitar, drums on “192” Richard Wright – keyboards Guy Pratt – bass, guitar on “192” Steve DiStanislao – drums, double bass on “192” Label: Sony Music Erscheinungsdatum: 2008 Stil: Rock, Live Trackliste: CD1: 1. Speak To Me (1:22) 2. Breathe (2:48) 3. Time (5:37) 4. Breathe (Reprise) (1:31) 5. Castellorizon (3:47) 6. On An Island (7:26) 7. The Blue (6:38) 8. Red Sky At Night (3:02) 9. This Heaven (4:32) 10. Then I Close My Eyes (7:41) 11. Smile (4:25) 12. Take A Breath (6:47) 13. A Pocketful Of Stones (5:40) 14. Where We Start (8:01) Gesamtspieldauer: 1:09:25 CD2: 1. Shine On You Crazy Diamond (12:06) 2. Astronomy Domine (5:02) 3. Fat Old Sun (6:39) 4. High Hopes (9:57) 5. Echoes (25:25) 6. Wish You Were Here (5:15) 7. A Great Day For Freedom (5:56) 8. Comfortably Numb (9:22) Gesamtspieldauer: 1:19:45 DVD1: Das Danzig Konzert: 1. Castellorizon 2. On An Island 3. The Blue 4. Red Sky At Night 5. This Heaven 6. Then I Close My Eyes 7. Smile 8. Take A Breath 9. A Pocketful Of Stones 10. Where We Start 11. Astronomy Domine 12. High Hopes 13. Echoes 14. A Great Day For Freedom 15. Comfortably Numb 16. Wot's... Uh The Deal? (Nicht aufgeführt im Booklet, wird während des Abspanns gespielt) Gesamtspieldauer: 2:00:36 Gdańsk Diary - Dokumentation (37:34) DVD2: The Mermaid Theatre, London, March 2006 1. Shine On You Crazy Diamond (10:57) 2. Wearing The Inside Out (8:09) 3. Comfortably Numb (7:20) The AOL Sessions, New York, April 2006 1. On An Island (6:48) 2. High Hopes (9:10) Live from Abbey Road, London, August 2006 1. The Blue (6:27) 2. Take A Breath (6:20) 3. Echoes (Acoustic) (6:51) Barn Jams, Sussex, England, January 2007 1. Barn Jam 166 (4:49) 2. Barn Jam 192 (2:49) 3. Barn Jam 121 (7:32) Gesamtspieldauer der vier Konzerte / Sessions: 1:17:07 5.1 Surround Sound Mix des Albums „On An Island“ (nur Audio) 1. Castellorizon (3:54) 2. On An Island (6:47) 3. The Blue (5:27) 4. Take A Breath (5:45) 5. Red Sky At Night (2:53) 6. This Heaven (4:29) 7. Then I Close My Eyes (5:24) 8. Smile (4:04) 9. A Pocketful Of Stones (6:18) 10. Where We Start (6:49) Gesamtspieldauer: 51:42 Gesamtspieldauer aller CDs und DVDs: 7:16:09
Insgesamt sieben Stunden, sechzehn Minuten und neun Sekunden Musik bekommt man mit dieser Ausgabe von „Live In Gdansk“ von David Gilmour geboten. Auf zwei CDs und zwei DVDs gibt es jede Menge David Gilmour Musik und auch eine gehörige Portion Pink Floyd Musik zu hören. Veröffentlicht wurde das Album am 22. September des Jahres 2008, eine Woche nachdem Richard Wright, der hier ebenfalls eine Hauptrolle spielt, verstorben war. Diese Zusammenstellung enthalt auf den zwei CDs das Danziger Konzert vom 26. August 2006, welches den letzten Auftritt der „On An Island“-Tour wiedergibt. Dieses fand vor 50.000 Zuschauern zu Ehren der Gründung der Gewerkschaft Solidarność statt. Die erste DVD beinhaltet einen zweistündigen Konzertausschnitt in Form eines Videos, jedoch nicht das komplette Konzert. Auf der zweiten DVD gibt es dann noch Live-Video-Ausschnitte anderer Konzerte und Sessions sowie, im 5.1 Surround Sound Mix, das komplette dritte Soloalbum des David Gilmour Album mit dem Titel „On An Island“ zu hören.
Im Zentrum der ersten CD steht das David Gilmour Album „On An Island“. Nur wenige der 50.000 Zuschauer und Zuhörer werden deswegen zu diesem Konzert gekommen sein. Das Konzert startet zwar mit vier Liedern aus dem Pink Floyd Album „The Dark Side Of The Moon“, dann ist jedoch Schluss und es folgt der Schwenk auf dieses David Gilmour Solo-Album, welches so gar nichts mehr mit der Pink Floyd Musik zu tun hat. Die Platte wird hier komplett durchgespielt, klingt auch ganz nett, ist jedoch wahrlich nichts Besonderes mehr. Langsamer Rock mit leichtem Einschlag zum Pop, es gibt heute wahrlich interessantere und vor allen Dingen auch innovativere Musik.
Die zweite CD ist da für den Pink Floyd Fan, aber auch für Musikfreundinnen und -freunde insgesamt deutlich interessanter. Jetzt gibt es Pink Floyd zu hören und auch ältere Stücke haben Aufnahme in die Seltlist gefunden. „Astronomy Domine“, „Fat Old Sun“ und vor allen Dingen „Echoes“ lassen einem das Herz schneller schlagen und ein Gefühl der Wärme macht sich breit. Hier lohnt das Zuhören nun wahrlich. Die Mischung aus älteren und „neueren“ Pink Floyd Stücken stimmt nun ebenfalls und stellt eine Bereicherung der Musik dieser Band dar.
Höhepunkt der Veröffentlichung ist allerdings die erste DVD. Auch hier wird zwar zuerst das komplette Album „On An Island“ erneut vollständig durchgespielt, aber die Version von „Echoes“ in Ton und Bild entschädigt für vieles. In diesen Aufnahmen Rick Wright auch beim Gesang zu sehen und zu hören, lässt jede Menge Melancholie aufkommen. Dazu ist diese Version des Pink Floyd Klassikers eine überaus gelungene. Dass die Musiker von Pink Floyd allerdings nicht die allerbesten Sänger waren, um es mal freundlich zu formulieren, hört man dann an der letzten Nummer „Comfortably Numb“. Auf „The Wall“ hatten sich noch Roger Waters und David Gilmour den Gesang geteilt, hier übernimmt jetzt Rick Wright den Part von Roger Waters. Es klingt zumindest „bemüht“, trotzdem hat man ein Lächeln auf den Lippen, die beiden hier dieses Lied spielen zu sehen. Auf allen Stücken, auf denen Rick Wright auch ursprünglich sang, passt sein Gesang allerdings perfekt.
Die zweite DVD enthält schließlich Ausschnitte aus verschiedenen Konzerten des David Gilmour. Auch hier sind es die Pink Floyd Titel und die Szenen mit Rick Wright, die überzeugen können. Dazu gibt es noch drei Session Lieder aus dem Januar 2007, die in David Gilmours Tonstudio aufgenommen wurden. Eine ganz nette Zugabe. Ebenfalls eine Zugabe stellt dann der 5.1 Surround Sound Mix des Albums „On An Island“ dar. Nur leider ist diese Platte unfassbar langweilig, sodass sich ein häufigeres Abspielen einfach nicht lohnt.
Fazit: „Live In Gdansk“ lebt von den Pink Floyd Liedern und den Bildern mit Rick Wright. Leider ist das Album „On An Island“, in dessen Zusammenhang diese Veröffentlichung entstand, eine sehr langweilige Platte geworden. Trotzdem hat „Live In Gdansk“ etwas, nämlich einen hohen Nostalgie-Faktor, der Melancholie aufkommen lässt und die Sentimentalität befeuert. Aber das war es dann auch schon. Bei über sieben Stunden Laufzeit sind die Höhepunkte einfach zu rar gesät. Neun Punkte.
Jane – Fire, Water, Earth & Air Besetzung: Klaus Hess – les paul deluxe, gibson firebird guitar & vocals Martin Hesse – gibson thunderbird bass & backing vocals Werner Nadolny – organ, strings, moog synthesizer & piano Peter Panka – famous ludwig drums & vocals Label: Brain / Metronome Erscheinungsdatum: 1976 Stil: Progressive Rock, Krautrock Trackliste: 1. Fire, Water, Earth & Air / Fire (You Give Me Some Sweet Lovin') / Water (Keep On Rollin') (17:00) 2. Earth (Angel) (5:26) 3. Air (Superman) / Air (Let The Sunshine In) / The End (10:53) Gesamtspieldauer: 33:20
Während sich die englischen Bands um diese Zeit schon fast vom Progressive Rock verabschiedet hatten, so schien die deutsche Band Jane aus Hannover Mitte der 70er Jahre noch tiefer in dieses musikalische Genre einzusteigen. Auf ihrem fünften Album mit dem Titel „Fire, Water, Earth & Air“ hört man Progressive Rock mit einem Hauch Krautrock, der das Herz des Fans dieser Musik Anfang der 70er Jahre höherschlagen lässt. Veröffentlicht wurde „Fire, Water, Earth & Air“ im Jahr 1976 auf dem Plattenlabel Brain.
Werner Nadolny, der Keyboarder von Jane auf den ersten beiden Platten, war wieder zur Band gestoßen und sein Orgel-, Piano- und Synthesizer-Spiel prägt den Sound auf diesem Album sehr stark. Fett klingt sie, die Orgel, wohingegen Synthesizer-Klangteppiche für die Fülle in den Liedern sorgen. Dazu gesellen sich immer wieder elegische Gitarrensoli und runden das musikalische Bild ab. Die einzelnen Lieder klingen dabei durchaus rockig, sind allerdings weit davon entfernt mit Hard Rock umschrieben werden zu können. Die einzelnen Stücke gehen allesamt sehr gut ins Ohr und wirken bereits nach wenigen Durchläufen wie gute alte Bekannte, die man gerne wiedertrifft.
Dies gilt noch etwas mehr für die ersten beiden Nummern, wobei das erste Lied sich aus mehreren Abschnitten zusammensetzt. „Fire, Water, Earth & Air / Fire (You Give Me Some Sweet Lovin') / Water (Keep On Rollin')“ sowie „Earth (Angel)“ sind überaus eingängige und abwechslungsreiche Lieder, die weder mit verschiedenen Atmosphären, diversen Rhythmen noch schönen Melodien geizen. Vieles daran erinnert durchaus ein wenig an Eloy, ist bei Jane dann aber doch ein klein wenig rockiger geraten. Der dritte Titel des Albums, „Air (Superman) / Air (Let The Sunshine In) / The End“, fällt dabei qualitativ nur unmerklich gegenüber den ersten beiden ab, was zu einem niemals langweilig klingenden und gelungenen Gesamteindruck beiträgt.
Fazit: Wer den progressiven Rock in der deutschen Ausführung mag, die oder der kommt an „Fire, Water, Earth & Air“ schwerlich vorbei. Die Platte ist überaus abwechslungsreich, mit etwas über 33 Minuten Laufzeit allerdings ein wenig kurz geraten. Spaß macht das Hören allerdings trotzdem und man kann mit der Scheibe bestens in das musikalische Progressive Rock Universum aus deutschen Landen einsteigen. Ob man dazu jetzt Krautrock oder Progressive Rock sagt, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Lohnt sich. Elf Punkte.
Anspieltipps: Fire, Water, Earth & Air / Fire (You Give Me Some Sweet Lovin') / Water (Keep On Rollin')
Brian Eno – Ambient 1 - Music For Airports Besetzung: Brian Eno – synthesizer, electric piano, vocals Gastmusiker: Christa Fast – vocals ("2/1", "1/2") Christine Gomez – vocals ("2/1", "1/2") Inge Zeininger – vocals ("2/1", "1/2") Robert Wyatt – acoustic piano ("1/1", "1/2") Label: Virgin Records Erscheinungsdatum: 1978 Stil: Ambient Trackliste: 1. 1/1 (acoustic and electric piano, synthesizer) (17:21) 2. 2/1 (vocals, synthesizer) (8:54) 3. 1/2 (vocals, acoustic piano) (12:07) 4. 2/2 (synthesizer) (9:38) Gesamtspieldauer: 48:01
„Ambient 1 - Music For Airports” heißt das sechste Studioalbum des gebürtigen Engländers Brian Eno. Erschienen ist das Album ursprünglich im Jahr 1978 auf dem Plattenlabel Polydor. Selten war der Titel eines Albums dabei trefflicher gewählt als bei „Ambient 1 - Music For Airports”. Zumindest gilt das für den Begriff „Ambient“. „Ambient“ steht drauf und nichts anderes bekommt man auf dieser Scheibe zu hören, als ganz sanfte und sehr sphärische Hintergrundmusik.
Hinter den Titeln wird immer gleich die jeweilige Instrumentierung mit angegeben. Und diese ist wahrlich sparsam gewählt und auch der Einsatz der Instrumente wird mitunter fast nur angedeutet. Alles klingt sanft, entrückt, zerbrechlich. Musik zum Entspannen, welche auch keinerlei Melodieführung mehr aufweist. Lieder, welche einfach vor sich hinfließen. Hier geht es nur noch um atmosphärische Stimmungen, nicht mehr um Unterhaltung im eigentlichen Sinne.
Bei den Titeln „2/1“ und „1/2“ werden neben dem Synthesizer und dem Piano auch Vocals in der Instrumentierung mit erwähnt. Hierbei handelt es sich jedoch auch nicht um Gesang im eigentlichen Sinne. Vielmehr sind hier einige „Aaaahs“ zu hören, die zusätzlich noch mit dem Synthesizer bearbeitet wurden, um wohl nicht mehr ganz so menschlich zu klingen und lediglich die entrückte, sphärische Stimmung mit zu unterstützen.
Fazit: Nun, von einem unterhaltsamen Album kann man bei „Ambient 1 - Music For Airports” wahrlich nicht mehr sprechen. Auch die Begrifflichkeit bezüglich des „Flughafens“ sorgt etwas für Verwirrung. Vielleicht ist damit jedoch auch das Sphärische in der Musik des Brian Eno auf diesem Album gemeint. Dies ist definitiv da. Musik zum Träumen und Entspannen. Nichts, aber auch gar nichts regt hier auf. Zum Anhören allerdings furchtbar langweilig. Zum Träumen bestens geeignet. Sieben Punkte.
Steven Wilson – To The Bone Besetzung: Steven Wilson – vocals, guitars, bass, keyboards Gastmusiker: Ninet Tayeb – vocals, backing vocals David Kollar – guitars Paul Stacey – guitar solo Nick Beggs – bass Robin Mullarkey – bass Adam Holzman – piano, clavinet, organ, solina strings Craig Blundell – drums Jeremy Stacey – drums Pete Eckford – percussion Mark Feltham – harmonica Sophie Hunger – vocals Jasmine Walkes – spoken word David Kilminster – backing vocals Dave Stewart – strings The London Session Orchestra – strings Paul Draper – sequencer Andy Partridge – lyrics Label: Caroline International Erscheinungsdatum: 2017 Stil: Pop, Rock Trackliste: 1. To The Bone (6:41) 2. Nowhere Now (4:03) 3. Pariah (4:46) 4. The Same Asylum As Before (5:14) 5. Refuge (6:44) 6. Permanating (3:34) 7. Blank Tapes (2:08) 8. People Who Eat Darkness (6:02) 9. Song Of I (5:21) 10. Detonation (9:19) 11. Song Of Unborn (6:00) Gesamtspieldauer: 59:58
Ich zähle „To The Bone“ an dieser Stelle als sechstes Steven Wilson Solo-Album, da die Vorgängerplatte, „4½“, zwar aus nicht ganz neuem Material bestand, dieses jedoch noch unveröffentlicht war und mit einer Gesamtlaufzeit von knapp 37 Minuten auch nicht mehr richtig als EP bezeichnet werden kann. Dementsprechend wurde also am 18. August 2017 das sechste Studioalbum des Steven Wilson veröffentlicht. „To The Bone“ heißt dieses wie bereits erwähnt und es erschien auf dem Plattenlabel Caroline International.
Soweit so gut. Steven Wilson ist unfassbar kreativ, sodass man sich schon bei der Ankündigung der Veröffentlichung auf einer weitere tolle Platte des Musikers freuen konnte, der dem Progressive Rock auch im neuen Jahrtausend ein Gesicht gab. Umso enttäuschter ist man dann als Musikhörer und Fan, wenn man sich diese Platte anhört. Immer und immer wieder anhört, aber es wird einfach nicht besser oder interessanter. Nein, auf „To The Bone“ gibt es keinen Progressive Rock mehr zu hören. Das, was man hier zu hören bekommt, ist mit wenigen Ausnahmen schlichter Pop-Rock, meist sehr radiotauglich und auch genau dafür geschrieben. Nicht anders kann man wohl die sechs Single-Auskopplungen („Pariah“, „The Same Asylum As Before“, „Song Of I“, „Permanating“, „Refuge“ sowie „Nowhere Now“) in der Zeit von Mai bis September 2017 interpretieren. Als eingängiger Pop-Rock ist die Musik konzipiert und genauso klingt sie auch.
Leider versinkt Steven Wilson mit seiner Musik auf „To The Bone“ im poppig rockigen Mittelmaß. Nur noch sehr wenig weiß hier zu begeistern, kaum mehr etwas erinnert an seine frühere Band Porcupine Tree, wenig an so manch überzeugendes Lied seiner bisherigen Solo-Veröffentlichungen. Zumeist hören sich die Lieder langweilig bis belanglos an. Musik dieser Art gibt es zuhauf und sie hinterlässt auch dort keine Spuren. Nur noch wenig geht auf „To The Bone“ ins Ohr und wenn Steven Wilson beim Titel „Permanating“ sowohl musikalisch wie gesanglich versucht einen Auftritt in einer Disco zu ergattern, dann bleibt man als Musikfreund, der die Lieder dieses begnadeten Musikers und Komponisten wegen seiner Besonderheiten liebte, nur kopfschüttelnd zurück. Das Electric Light Orchestra lebt hier während seiner Disco-Phase wieder auf.
Fazit: Man muss nicht kreischend den Raum verlassen, wenn man „To The Bone“ hört. Ganz im Gegenteil, man wird diese Platte kaum wahrnehmen, zu angepasst und im Enddefekt dann auch belanglos klingt die Scheibe an vielen Stellen. Ab und an kann ein Lied mal mehr überzeugen, leider jedoch eben nur manchmal. Vieles auf „To The Bone“ klingt nach gezielter Eingängigkeit, um oft im Radio gespielt zu werden. Wahrscheinlich werden Steven Wilson die Verkaufszahlen Recht geben. Aber ich muss mir das wirklich nicht zu oft anhören. Verlangt ja auch keiner. Acht Punkte.
The Waterboys – Book Of Lightning Besetzung: Mike Scott – vocals guitar (acoustic), guitar (electric) guitar (rhythm), percussion, piano, sound effects, tambourine, bells, loops, bellzouki, sleigh bells, effects Leo Abrahams – guitar (electric) Johnny Andrews – vocals, falsetto Brady Blade – drums Chris Bruce – guitar (electric) Clive Deamer – tabla Roddy Lorimer – trumpet Barry Mirochnick – drums Richard Naiff – organ, piano Ida Nilsen – piano Daniel Presley – vocals (background), harmony Mike Rowe – organ, piano (electric) Jeremy Stacey – drums Steve Wickham – fiddle, viola Label: Universal Music Erscheinungsdatum: 2007 Stil: Rock Trackliste: 1. The Crash Of Angel Wings (4:02) 2. Love Will Shoot You Down (4:34) 3. Nobody's Baby Anymore (4:43) 4. Strange Arrangement (3:33) 5. She Tried To Hold Me (7:18) 6. It's Gonna Rain (3:03) 7. Sustain (3:21) 8. You In The Sky (4:38) 9. Everybody Takes A Tumble (7:05) 10. The Man With The Wind At His Heels (3:04) Gesamtspieldauer: 45:35
„Book Of Lightning” heißt das neunte Studioalbum der schottischen Band The Waterboys. Das Album erschien am 2. April 2007 auf dem Plattenlabel Universal Records. Aufgenommen wurde die Scheibe hauptsächlich im Heimstudio von Mike Scott in London. Auf „Book Of Lightning” hört man erneut die für Mike Scott so typische, melodiöse Rock-Musik. Beim Songwriting hat sich der in Edinburgh geborene Schotte lediglich bei den Nummern „Sustain“, „Everybody Takes A Tumble“ sowie „The Man With The Wind At His Heels” kompositorische Unterstützung geholt.
Sehr eingängigen und melodiösen Rock gibt es somit wieder einmal von Mike Scott und seinen Waterboys zu hören. Musik, die sehr schnell ins Ohr geht und einen sehr hohen Wiederkennungswert besitzt. Die Stimmung der Lieder reicht dabei von fröhlich beschwingt bis eher nachdenklich oder verträumt. Genauso breit gefächert sind auch die Tempi auf „Book Of Lightning”. Rockige und treibende Töne gibt es hier zu hören und daneben auch sehr sanfte und ruhige Nummern, eine Zusammenstellung, die sehr zur Abwechslung des Albums beiträgt. Häufig wird dabei der Violine und der Viola des Steve Wickham ein großer Spielraum eingeräumt, was das Album allerdings keineswegs in die Richtung von Folk oder gar Country rutschen lässt.
Einer der Höhepunkte auf der Platte ist zugleich auch das Eröffnungsstück „The Crash Of Angel Wings“. Eine wunderschöne rockige Nummer, die sogar einen gewissen Ohrwurmcharakter aufweist. Es lassen sich noch eine ganze Reihe anderer schöner Stücke auf dem Album entdecken. Von den eher ruhigeren Nummern sei an dieser Stelle das melodiöse und Piano-dominierte „You In The Sky“ erwähnt. Ebenfalls sehr gelungen ist das letzte Lied auf der Platte, „The Man With The Wind At His Heels“. Einzig das über siebenminütige Stück „She Tried To Hold Me“ kann auf „Book Of Lightning” nicht so ganz überzeugen, denn es ist mit seiner Länge und der dabei fehlenden Abwechslung einfach zu lang geraten. Diese Nummer ist allerdings wirklich die Ausnahme, die restlichen neun Stücke wissen da sehr viel mehr zu überzeugen.
Fazit: Eine sehr schöne Zusammenstellung gelungener und eingängiger Lieder ist „Book Of Lightning” von den Waterboys geworden. Das Album bietet sehr viel musikalische Vielfalt und kann mit sehr schönen Melodien überzeugen. Mike Scott hat es wieder einmal geschafft, ein überzeugendes und abwechslungsreiches Album zu veröffentlichen. The Waterboys Fans werden das Album sowieso lieben. Musikhörerinnen und Musikhörer, die auf eingängigen Rock bis Pop stehen, werden hier ebenfalls fündig werden. Zehn Punkte.
Anspieltipps: The Crash Of Angel Wings, You In The Sky, The Man With The Wind At His Heels
Justin Sullivan – Justin Sullivan & Friends (DVD) Besetzung: Justin Sullivan – acoustic guitar, vocals Gastmusiker: Dean White – electric guitar, keyboards, vocals Michael Dean – percussion, vocals Label: Attack Attack Records Erscheinungsdatum: 2004 Stil: Rock, Live Trackliste: 1. Better Than Them 2. Aimless Desire 3. Heroes 4. Twilight Home 5. Ocean Rising 6. Masters Of War 7. You Weren't There 8. Sun On Water 9. No Sense 10. Long Goodbye 11. If You Can't Save Me 12. Ballad Of Bodmin Pill 13. Lovesongs 14. Snelsmore Wood 15. Green & Grey 16. All Of This 17. Gimme Shelter 18. Inheritance 19. 225 Gesamtspieldauer: 1:31:31 Extra Titel: 20. Stoned, Fired And Full Of Grace 21. Trees In Winter 22. Lust For Power 23. Tales Of The Road 24. The Attack 25. Green 26. Inheritance (vom Munich Mayday Festival) Gesamtspieldauer: 30:56 Extra Film: Making Of (4:43)
„Justin Sullivan & Friends“ ist eine Live DVD, die im Jahr 2003 im Darmstädter Centralstation aufgenommen wurde und im Jahr 2004 auf dem bandeigenen Plattenlabel Attack Attack Records veröffentlicht wurde. Die hier gespielten Titel stammen dabei sowohl aus dem Solo-Werk des Justin Sullivan und natürlich vor allem aus den zahlreichen Veröffentlichungen seiner Band, New Model Army. Dabei überwiegt ganz deutlich der akustische Charakter der Musik, obwohl Dean White auch des Öfteren an der E-Gitarre zu hören ist.
Die Atmosphäre auf dem Konzert ist eine sehr melancholische und sanfte, was daran liegt, dass hier vor allen Dingen die eher langsamen Stücke des Justin Sullivan und die von New Model Army in der Setlist Aufnahme gefunden hatten. Etwas, in der Studioversion flottere Stücke, werden hier ebenfalls in einer der allgemeinen Grundstimmung angepassten Weise wiedergegeben. Die Musik ist überaus melodiös und eingängig und jede und jeder, die oder der schon mal ein New Model Army Konzert live miterleben durfte, wird sich in genau diese Situation zurückversetzt fühlen.
Wer auf Rock steht, die oder der wird diese Platte lieben. Intelligente Texte, Musik, die das Ohr umschmeichelt, ohne dabei auch nur den Hauch anbiedernd zu sein, tolle und mitreißende Musiker dazu, alles passt bei der Musik des Justin Sullivan. Schön an der DVD ist auch, dass hier die eher weniger bekannten Lieder seiner Solo Karriere wie seiner Band Gehör finden. Das wohl bekannteste Stück von New Model Army, „51st State“, fehlt hier, man hat es allerdings auch schon in vielen anderen Versionen gehört, sodass es auf diesem Konzert auch nicht vermisst wird.
Fazit: Für New Model Army Fans definitiv eine Bereicherung der Veröffentlichungen „ihrer“ Band. Es ist faszinierend, wie Justin Sullivan es schafft, mit nur spärlicher Instrumentierung die Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Hört man diese Musik, sieht dazu seine Spielfreude, so erscheint dies allerdings nur mehr als logisch. Dazu noch seine Interaktionen mit dem Publikum, die nicht ausschweifend sind, jedoch gut gesetzt, all das macht ein New Model Army Konzert – oder in diesem Fall ein Justin Sullivan Konzert – zu etwas ganz Besonderem. Live und auf DVD. Zwölf Punkte.
Sigrid und Marina – Heimatgefühle Folge 3 Besetzung: Sigrid Hutterer – Gesang Marina Hutterer – Gesang Gastmusiker: Fritz Koch – Gitarre Hannes Wallner – Gitarre Manfred Gradwohl – Gitarre, Akkordeon, Posaune Christian Zierhofer – Akkordeon, Chor Karl Heinz Promitzer – Flügelhorn, Trompete Michael Gönitzer – Trompete Andreas Pirringer – Klarinette Mario Urschinger – Klarinette Dan Aldea – Geige Cordula Schröck – Geige Fritz Koch – Gesang Tini Keinrath – Chor Michaela Kollar – Chor Franziska Hetzel – Chor Herbert Moser – Chor Label: Hofbauer Music Erscheinungsdatum: 2017 Stil: Volksmusik, volkstümlicher Schlager Trackliste: 1. Wenn die Sonne erwacht in den Bergen (3:00) 2. An Jodler zum Gebet (3:39) 3. Wo schöne Berge sind (2:43) 4. Heimatgefühle (3:30) 5. Zweisamkeit (2:53) 6. Ave Montagna (3:25) 7. D'Liab is vom Himmi kumma (3:37) 8. Mach den Tag zum Feiertag (3:08) 9. Wenn die Alpenrosen blüh'n (2:41) 10. Hoamatstolz (3:05) 11. Das alte Spinnrad (2:55) 12. Köhler Liesl (2:38) 13. Wenn die Glocken hell erklingen (3:10) 14. Nie sag ich meiner Heimat adieu (2:23) 15. Hahnenkamm Trio - Medley (4:54) Gesamtspieldauer: 48:20
Die jährliche Veröffentlichung des Geschwisterpaares Sigrid und Marina aus dem Salzkammergut in Österreich fand dieses Jahr im September statt. „Heimatgefühle Folge 3“ heißt dieses neue Album, welches auf dem Label Hofbauer Music erschienen ist. Die Scheibe setzt damit die Reihe der Veröffentlichungen unter der Überschrift „Heimatgefühle“ fort, die den beiden Schwestern bisher die größten Verkaufserfolge einbrachte.
Das Schöne an diesem Album ist, dass die beiden Schwestern sich wieder etwas mehr vom volkstümlichen Schlager entfernen, auch wenn dieser auf der Platte durchaus noch gegenwärtig ist. Es gibt jedoch wieder vermehrt Volksmusik aus dem Alpenraum zu hören, die hier im neuen Gewand erscheint und Freundinnen und Freunde dieser Musik wieder etwas mehr begeistern dürfte. Natürlich wird erneut das Klischee der „heilen Welt“ bestens bedient und sogar im beiliegenden Booklet erwähnt. Dort ist nachzulesen: „… unvergessene Melodien aus vergangenen Zeiten, die einem die „heile Welt“ wieder schenken und den oft stressigen und schnelllebigen Alltag vergessen lassen.“ Nun denn, wer das genießen kann, der oder dem sei es vergönnt.
Fazit: Für Fans des Deutschen Schlagers, der volkstümlichen Musik sowie der alpenländischen Volksmusik bestens geeignet. All diese Musikhörerinnen und Musikhörer werden auf „Heimatgefühle Folge 3“ etwas für sich entdecken können. Manche werden die hier besungene „heile Welt“ jedoch sehr viel eher als Kitsch bezeichnen. Nun, über den Musikgeschmack lässt sich wahrlich trefflich streiten. Sechs Punkte.
Sparklehorse – It’s A Wonderful Life Besetzung: Mark Linkous – voice (1–7, 9, 10, 12–14), optigan (1, 2, 6, 8, 12, 13), chamberlin (1, 2), sampler (1, 4, 5, 8), guitar (2, 4, 5, 6, 8, 10, 12), wurlitzer piano (2), percussion (2), acoustic guitar (3), casio keyboard (3), mellotron (4, 13), drum machine (5, 12), prophet 5 synthesizer (6, 12), drums (8), backwards midget voice (8), magic genie organ (9), moog synthesizer (12, 13), wire recorder (13), baritone guitar (14), e-bow guitar (14) Gastmusiker: Dave Fridmann – bass (2, 4, 12), wurlitzer piano (2, 14), mellotron (2), piano (4, 12), chamberlin (12, 13), glockenspiel (13), vibraphone (14) Polly Jean Harvey – voice (3, 7), electric guitar (3), piano (3), guitar (7) Sophie Michalitsianos – voice (6, 10, 12–14), bass (6) Scott Minor – drums (2–4, 6, 7, 10, 12, 14), orchestron (2), electronic birds (2), electronics (3, 5, 12, 13), russian satellite (4), chamberlin (4), filtered drums (5), percussion (6, 12), korg ms-20 keyboard (12), harmonium (14) John Parish – bass (3), casio keyboard (3), piano (7) Nina Persson – voice (2, 5) Miguel Rodriguez – drums (9) Bob Rupe – bass (5, 10) Jane Scarpantoni – cello (5, 10, 14) Adrian Utley – dictaphone (2), bass (7), kitty-cat guitar (8), fuzzy-ending bass (8) Tom Waits – voice (8), big seed pod (8), metal things (8), train (8), piano (14) Joan Wasser – violin (5, 10, 14), wurlitzer piano (10) Alan Weatherhead – orchestron (9), mellotron (9), chamberlin (9), lap steel guitar (9) Margaret White – bass (9), violin (9) Rex L. White—pedal-steel guitar (12) Label: EMI Erscheinungsdatum: 2001 Stil: Independent Rock, Dream Pop Trackliste: 1. It's A Wonderful Life (2:59) 2. Gold Day (4:14) 3. Piano Fire (2:43) 4. Sea Of Teeth (4:29) 5. Apple Bed (4:54) 6. King Of Nails (4:18) 7. Eyepennies (5:27) 8. Dog Door (2:46) 9. More Yellow Birds (4:53) 10. Little Fat Baby (3:40) 11. Comfort Me (5:01) 12. Babies On The Sun (4:37) [Morning Hollow (Hidden Track) (7:26)] (15:02) Gesamtspieldauer: 1:00:32
Sparklehorse war eine US-amerikanische Independent Rock Band, bei der der Sänger und Multi-Instrumentalist Mark Linkous das einzige beständige Bandmitglied war. Sparklehorse war in den Jahren von 1995 bis 2010 aktiv. Im Jahr 2010 beging Mark Linkous schließlich Selbstmord. „It's A Wonderful Life” ist das dritte Studioalbum von Sparklehorse und erschien im August 2001 auf dem Plattenlabel EMI. Bekannte Gastmusiker, die an dem Album mitarbeiteten, waren unter anderem Tom Waits und PJ Harvey.
Mark Linkous nahm seine ersten beiden Platten „Vivadixesubmarinetransmissionplot“ sowie „Good Morning Spider“ in Eigenregie und ganz alleine in einem kleinen Zimmer auf seiner Farm in Virginia auf. Bei seiner dritten Veröffentlichung ließ er nun auch den Input und die Ideen anderer Musiker zu. Geschrieben wurden die Stücke allerdings erneut von Mark Linkous. Lediglich bei den Nummern „Dog Door“ (Kathleen Brennan, Tom Waits) sowie „Little Fat Baby“ (Vic Chesnutt) wurde er beim Komponieren unterstützt. Herausgekommen ist mit „It's A Wonderful Life” ein sehr dunkles und düsteres Album. Mark Linkous litt an Depressionen und nahm sich schließlich auch das Leben. Man glaubt seine Verzweiflung in jeder Zeile und mit jedem Akkord auf dieser Platte heraushören zu können – der Titel des Albums „It's A Wonderful Life” klingt das fast wie Hohn.
Die Lieder des Mark Linkous sind sehr ruhige, zarte Gebilde, die zerbrechlich wirken. Alles klingt sanft, jedes Instrument scheint mit sehr viel Vorsicht eingespielt worden zu sein. Dazu gesellt sich der ebenfalls zerbrechlich klingende, manchmal auch fast nur gehauchte Gesang des Mark Linkous. Alles zusammen ergibt eine Melange von einer Stunde „November-Musik“, dunkel, grau, verregnet. Die einzelnen Titel sind sehr melodiös und fast alles klingt harmonisch, geht ins Ohr. Nur ganz selten, wie beim kurzen „Piano Fire“ wird das Tempo der Musik mal angezogen und ein Lied auf „It's A Wonderful Life” rockt.
Besonders gelungen sind die Lieder „Gold Day“, „King Of Nails“ und „Little Fat Baby“. Hier benötigt man auch keine lange Zeit des Einhörens, diese Stücke gehen sehr schnell ins Ohr. Sind erst- und letztgenanntes Stück eher ruhige Nummern, so ist das Lied „King Of Nails“ eines jener etwas rockigeren Ausnahmen auf „It's A Wonderful Life”. Das Lied, welches ein wenig aus der Reihe fällt, ist jenes mit der Beteiligung von Tom Waits und heißt „Dog Door“. Harmonisch klingt hier dann nichts mehr und die Nummer bildet einen starken Gegensatz zur restlichen Harmonie auf der Platte.
Fazit: Sanfte und fast schon traurige Musik gibt es auf „It's A Wonderful Life” von Sparklehorse zu hören. Musik für den Herbst, für dunkle Tage, nichts zum Tanzen oder Feiern. Etwas für die ruhigeren Momente im Leben. Fast alles auf diesem Album klingt sehr melodiös und geht ins Ohr. Wer Musik zum Träumen und Entspannen mag, ist mit dieser Platte bestens bedient. Allerdings sollte man nicht zur Depression neigen, diese könnte mit „It's A Wonderful Life” noch deutlich verstärkt werden. Neun Punkte.
Anspieltipps: Gold Day, King Of Nails, Little Fat Baby
Elbow – Little Fictions Besetzung: Guy Garvey – vocals Craig Potter – keyboards, drum programming (2, 7), kindling (10) Mark Potter – guitars Pete Turner – bass Gastmusiker: Alex Reeves – drums & percussion (1, 3, 4, 5, 6, 9, 10) Lyn Fletcher – violin Sarah Ewins – violin Tiberiu Buto – violin Nicola Clark – violin John Gralak – violin Victor Hayes – violin Philippa Heys – violin Paulette Bayley – violin Julia Hanson – violin Caroline Abbott – violin John Purton – violin Hannah Smith – violin Julian Mottram – viola Martin Schäfer – viola Rob Criswell – viola Chris Emerson – viola Nicholas Trygstad – cello Jane Hallett – cello David Petri – cello Clare Rowe – cello Dan Storer – double bass Bea Schirmer – double bass Kate Westall – backing vocals Sian O’Gorman – backing vocals Marit Røkeberg – backing vocals Hallé Ancoats Community Choir – backing vocals Label: Polydor Erscheinungsdatum: 2017 Stil: ArtPop, ArtRock Trackliste: 1. Magnificent (She Says) (4:25) 2. Gentle Storm (3:39) 3. Trust The Sun (5:55) 4. All Disco (4:27) 5. Head For Supplies (3:56) 6. Firebrand & Angel (5:25) 7. K2 (5:18) 8. Montparnasse (2:40) 9. Little Fictions (8:26) 10. Kindling (4:17 Gesamtspieldauer: 48:33
„Little Fictions” nannte die englische Band Elbow ihr siebtes Studioalbum, welches im Februar 2017 auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht wurde. Produziert wurde die Scheibe von Keyboarder Craig Potter. Gleichzeitig ist „Little Fictions” das erste Album der Band, welches ohne den Schlagzeuger und Gründungsmitglied Richard Jupp eingespielt wurde, der die Band ein Jahr zuvor verlassen hatte.
Ansonsten hat sich jedoch nicht viel geändert bei Elbow. Zumindest nichts Großartiges, was die Musik betrifft. Auch auf „Little Fictions“ hört man wieder sanften und nachdenklichen ArtPop bis ArtRock, der perfekt in die eher dunklere Zeit am Ende eines Jahres zu passen scheint, wenn die Tage kürzer werden und der Himmel mit nicht wenigen Grauschattierungen aufzuwarten weiß. Auch sollte man sich für dieses Album Zeit nehmen, denn es erschließt sich der Zuhörerin beziehungsweise dem Zuhörer nicht gleich beim ersten Mal des Hörens. Einiger Umläufe der Scheibe bedarf es da durchaus und die Melodien erschließen sich einem noch etwas intensiver. Sanfte und ruhige Musik, die völlig unaufgeregt aus den Boxen strömt gibt es auf „Little Fictions“ zu hören. Für manche und manchen an mancher Stelle unter Umständen mit etwas zu viel Streichern versehen, jedoch auch dies trägt zur Wärme bei, die „Little Fictions“ zu verströmen scheint.
Höhepunkte sind in meinen Ohren der schön eingängige Opener „Magnificent (She Says)“. Das sanfte und ruhige, durch seine durchaus vorhandene Monotonie fast schon hypnotisch wirkende „Trust The Sun“ sowie das Titelstück „Little Fictions“ selbst. Auf über acht Minuten präsentieren Elbow während des Liedes, was diese Band ausmacht. Nachdenklichkeit und Einprägsamkeit, schöne Melodie und viel Abwechslung. „Little Fictions“ ist eines der schnelleren Stücke auf der Scheibe, was es selbstverständlich noch zu keinem „Rocker“ werden lässt. Im Verlauf des Liedes werden auch immer wieder ruhigere Passagen eingefügt und die über achtminütige Spielzeit scheint viel zu schnell vergangen zu sein. Sehr schöner Titel im Liedkatalog von Elbow.
Fazit: Wer die sanfte Art der Musik von Elbow liebt, wird auch dieses Album lieben. Es gibt keinerlei Überraschungen, wenn auch bei dieser Veröffentlichung ein neuer Schlagzeuger zu hören ist. Alles an der Musik von Elbow ist altbewährt, ohne dabei langweilig oder gar altbacken zu klingen. Wunderschöne Musik, die sich immer tiefer einprägt. Lieder für den Herbst, um sich seinem eigenen Blues hingeben und ihm den nötigen Spielraum einräumen zu können. Zehn Punkte.
Anspieltipps: Magnificent (She Says), Trust The Sun, Montparnasse, Little Fictions
Fairport Convention – Unhalfbricking Besetzung: Sandy Denny – vocals, harpsichord Richard Thompson – electric and acoustic guitars, electric dulcimer, piano accordion, organ, backing vocals Ashley Hutchings – bass, backing vocals Simon Nicol – electric and acoustic guitars, electric dulcimer, backing vocals Martin Lamble – drums, stacked chair backs on "Si Tu Dois Partir" Gastmusiker: Iain Matthews – backing vocals on "Percy's Song" Dave Swarbrick – fiddle on "Si Tu Dois Partir", "A Sailor's Life", and "Cajun Woman" and Mandolin on "Million Dollar Bash" Trevor Lucas – triangle on "Si Tu Dois Partir" Marc Ellington – vocals on "Million Dollar Bash" Dave Mattacks – drums on "Ballad Of Easy Rider" Label: Island Records Erscheinungsdatum: 1969 Stil: Folk, Pop Trackliste: 1. Genesis Hall (3:38) 2. Si Su Dois Partir (2:21) 3. Autopsy (4:23) 4. A Sailor's Life (11:11) 5. Cajun Woman (2:45) 6. Who Knows Where The Time Goes? (5:08) 7. Percy's Song (6:49) 8. Million Dollar Bash (2:57) Bonus Tracks der CD-Wiederveröffentlichung: 9. Dear Landlord (4:08) 10. Ballad Of Easy Rider (4:55) Gesamtspieldauer: 48:19
„Unhalfbricking“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Folk Band Fairport Convention. Es ist die zweite Platte, die von Fairport Convention im Jahr 1969 veröffentlicht wurde, sollte allerdings noch nicht die letzte Veröffentlichung für dieses Jahr darstellen. Das Album erschien am 3. Juli 1969 auf dem Plattenlabel Island Records und stellte eine weitere Abkehr der Band vom amerikanischen Folk, hin zu traditionellen englischen Folk-Liedern dar – auch wenn es ab und an sogar noch leichte Country-Anleihen auf „Unhalfbricking“ zu hören gibt.
Neben traditionellen Arrangements hört man auf „Unhalfbricking“ mehrere Cover-Versionen von bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht veröffentlichten Bob Dylan Stücken. Dazu gesellen sich mit „Autopsy“ sowie „Who Knows Where The Time Goes?“ zwei Nummern, die von Sängerin Sandy Denny geschrieben wurden. Letztgenannter Titel sollte zuerst mit den Strawbs veröffentlicht werden, erschien jedoch in der Version dieser Band erst im Jahr 1973. Auf „Unhalfbricking“ hört man die erste veröffentlichte Version von „Who Knows Where The Time Goes?“ in einer sehr verträumten, leicht rockigen Ausstattung. Das Lied wurde noch von zahlreichen anderen Künstlern und Bands in den folgenden Jahren gecovert.
Auf „Unhalfbricking“ klingt es insgesamt sehr folkig. Die Musik hört sich zumeist zart, fast schon zerbrechlich an, was nicht zuletzt am ausdrucksstarken Gesang der Sandy Denny liegt. Nicht immer will dabei alles sofort ins Ohr gehen, wächst jedoch mit den Durchgängen. Am Überzeugendsten für meine Ohren klingt die lange, traditionelle Nummer „A Sailor's Life“. Hier hören sich Fairport Convention fast schon ein wenig psychedelisch bis experimentell an. Die Überarbeitung des traditionellen Materials kitzelte hier ganz neue Facetten eines alten Liedes hervor, welches dadurch sehr viel an Spannung gewinnt. Ansonsten klingt „Unhalfbricking“ deutlich nach den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts. Dabei noch nicht einmal überholt, jedoch eben eindeutig in dieser Zeit verwurzelt.
Auf dem Cover des Albums ist übrigens weder der Bandname noch der Titel des Albums zu lesen. Stattdessen sieht man Sandy Dennys Eltern, Neil und Edna Denny, vor ihrem Anwesen in der Arthur Road, Wimbledon, Süd-London. Durch den Zaum erkennt man die Band im Garten und im Hintergrund die St. Mary Kirche von Wimbledon.
Fazit: Ein ganz „nettes“ Album ist „Unhalfbricking“ der britischen Band Fairport Convention geworden. Nichts Spektakuläres oder Außergewöhnliches. Dafür bekommt man auf dieser Scheibe britischen Folk geboten, in dessen Zentrum die schöne Stimme der Sandy Denny steht. Die Musik ist nicht unbedingt gleich beim ersten Mal des Hörens eingängig, wächst allerdings mit den weiteren Durchläufen. So hört man auf „Unhalfbricking“ zumeist sehr sanfte Lieder, wobei nur der Titel „A Sailor's Life“ ein wenig aus der Reihe schlägt. Acht Punkte.
Whitesnake – Best Of Whitesnake Besetzung: Keine weiteren Angaben Gastmusiker: Keine weiteren Angaben Label: EMI Erscheinungsdatum: 2003 Stil: Hard Rock Trackliste: 1. Fool For Your Loving (4:19) 2. Don't Break My Heart Again (4:03) 3. Love Ain't No Stranger (4:12) 4. Is This Love (4:41) 5. Now You're Gone (4:12) 6. Give Me All Your Love (3:31) 7. Ready An' Willing (3:44) 8. Guilty Of Love (3:25) 9. Would I Lie To You (4:30) 10. Long Way From Home (4:56) 11. The Deeper The Love (4:20) 12. Ain't No Love In The Heart Of The City (5:08) 13. Too Many Tears (5:48) 14. Give Me More Time (3:41) 15. Standing In The Shadow (3:31) 16. Here I Go Again (4:33) 17. Still Of The Night (6:37) Gesamtspieldauer: 1:08:40
Von David Coverdales „Whitesnake” gibt es inzwischen wohl auch schon an die zwei Dutzend Kompilationsalben, die sich alle mehr oder weniger exakt „The Best Of Whitesnake” nennen. Eine dieser Scheiben ist das im Jahr 2003 auf dem Plattenlabel EMI erschienene Album „Best Oh Whitesnake”. Darauf hört man 17 Hard Rock Lieder, die zum Teil ordentlich rocken, in etwas weniger Fällen allerdings auch Balladen darstellen.
Nun, um sich einen guten Überblick über die Musik des David Coverdale nach seiner Zeit bei Deep Purple zu verschaffen, dazu ist dieses Album bestens geeignet. Man hört hier mehr oder weniger schnellen und guten Hard Rock, der absolut im Mainstream angelegt ist. Das bedeutet, nicht zu harte Gitarren sind hier größtenteils zu hören und alle Lieder wurden mit eingängigen Melodien unterlegt. Dazwischen verbergen sich auch die bereits erwähnten sanften Balladen, ganz nach der Devise: Harte Schale, sanfter Kern. Auch Hard Rocker können ja so gefühlvoll sein.
Und da sind wir auch schon bei den beiden großen Problemen in der Musik von Whitesnake. Zum einen klingen die Lieder alle relativ ähnlich und leider auch ein wenig kommerziell anbiedernd. Alles scheint auf die schnelle Eingängigkeit getrimmt zu sein, Besonderes, vom Mainstream abweichendes, hört man nur sehr wenig. Das weitaus größere Problem versteckt sich allerdings auf andere Weise in den Liedern. „Fool For Your Loving“, „Love Ain't No Stranger“, „Is This Love“, „Give Me All Your Love“, „Guilty Of Love“, „The Deeper The Love“ und „Ain't No Love In The Heart Of The City“ sind die sieben Titel, die das Wort „Love“ bereits im Titel tragen. Bei allen restlichen zehn Stücken handelt der Inhalt ebenfalls vom Thema „Liebe“. Ich habe es nicht gezählt, aber das Wort „Love“ fällt auf dieser Platte ganz sicher im dreistelligen Bereich. Das ist so etwas von unfassbar langweilig und einfallslos, dass man schwer Worte dafür findet. Musik, wenn es keine Instrumentalmusik ist, lebt immer vom Zusammenspiel von Musik und Text. Und auch wenn die Musik wahrscheinlich etwas wichtiger ist, ganz kann man den Text einfach nicht ignorieren. Auch David Coverdale hätte hier mal ein wenig Fantasie an den Tag legen und zumindest für etwas Abwechslung sorgen können. Hat er aber nicht, was sehr schade ist und die Musik von Whitesnake insgesamt abwertet.
Fazit: Nach dem Hören dieses Albums kennt man die Musik von Whitesnake gut. Auftrag also erfüllt. Hard Rock macht die Band um den Sänger David Coverdale. Harter Rock und dazwischen ein paar Balladen für das Herz. Aber das müsste im Grunde genommen gar nicht sein, denn für das Hertz ist wirklich jeder der siebzehn Texte gedacht, die sich alle um das Thema „Liebe“ drehen. Viele der Lieder ähneln sich, die Texte sind absolut identisch und austauschbar. Von daher ist die Musik leider nur an wenigen Stellen, wie beim tollen „Still Of The Night“, lohnend. Sechs Punkte.
Anspieltipps: Don't Break My Heart Again, Here I Go Again, Still Of The Night