Mittwoch, 19. Juni 2019

Antimatter – The Judas Table




Antimatter – The Judas Table


Besetzung:

Mick Moss – vocals, acoustic and electric guitars, ebows, keyboards, electric piano, programming, additional lead guitar on “Stillborn empires”


Gastmusiker:

Ste Hughes – bass
Liam Edwards – drums, tabla
Rachel Brewster – violins
Jenny O’Connor – additional vocals
Kevin Dunn – additional lead guitar on “Black Eyed Man” & “Integrity”
Glenn Bridge – additional lead guitar on “Killer” & “Can Of Worms”
Dave Hall – additional lead guitar on “Comrades”
Kirayel – additional vocals on “Little Piggy”


Label: Prophecy Productions


Erscheinungsjahr: 2015


Stil: Art Rock, Independent Rock


Trackliste:

1. Black Eyed Man (6:24)
2. Killer (5:13)
3. Comrades (4:57)
4. Stillborn Empires (7:20)
5. Little Piggy (6:44)
6. Hole (5:03)
7. Can Of Worms (5:37)
8. Integrity (6:06)
9. The Judas Table (6:37)
10. Goodbye (2:44)

Gesamtspieldauer: 56:50




„The Judas Table“ heißt das sechste Album der britischen Band Antimatter, die im Grunde genommen seit dem Ausstieg von Duncan Patterson lediglich aus Multiinstrumentalist Mick Moss besteht, der zum Einspielen seiner Musik weitere Musiker engagiert. „The Judas Table“ wurde am 9. Oktober 2015 auf dem Plattenlabel Prophecy Productions veröffentlicht und ist ganz im Stile der früheren Veröffentlichungen von Antimatter gehalten. Melodisch, angefüllt mit eher trauriger bis dunkler Musik.

Die Musik von Antimatter klingt immer dunkel, düster und traurig, so auch auf „The Judas Table“. Dabei gehen die einzelnen Tracks durchaus gut ins Ohr. Melodisch und harmonisch klingt das alles, dabei in sehr tiefes Moll getaucht. Spricht man da eher von Melancholie, Sentimentalität oder gleich von tiefer Traurigkeit? Das liegt wohl ganz am sich aufbauenden Gefühl der Hörerin beziehungsweise des Hörers, die Grundstimmung wird allerdings immer dieselbe bleiben. Die Stimme des Mick Moss wirkt zerbrechlich und leidend, häufig begleitet von akustischer Gitarre oder Streichern. Doch es gibt auch die Stellen mit dicken und schier undurchdringlichen Klangteppichen, welche vom Synthesizer generiert werden. Eine Änderung der Atmosphäre wird dadurch allerdings nicht bewirkt, diese bleibt traurig – unumstößlich.

Die Höhepunkte des Albums sind die ersten beiden Titel, dazu noch die Nummer „Little Piggy“, das Titellied „The Judas Table“ sowie das letzte Lied „Goodbye“. Und schon ist die Hälfte des Albums aufgezählt, dabei klingen die restlichen fünf Nummer keineswegs schlechter oder gar enttäuschend. „The Judas Table“ ist eine Ansammlung von zehn sehr gelungenen Liedern, die allesamt eine bestimmte Atmosphäre transportieren, dabei ins Ohr gehen und zu denen sich herrlich Entspannen lässt. Da es keine Ausfälle auf der Scheibe gibt, sind die Höhepunkte somit auch frei wählbar und stimmungsabhängig.

Fazit: Auch „The Judas Table“ ist ein überzeugendes Album der englischen Band Antimatter geworden. Wer sich gerne mal dem eigenen Blues hingibt oder in süßer Melancholie zu schwelgen versteht, der oder dem weiß diese Platte einiges zu geben. Eingängige Pop- bis Rock Musik, mit viel Gefühl, reich an Melodien und Harmonien, die allesamt etwas Traurigkeit verströmen. Für die ruhigen Momente des Lebens. Elf Punkte.

Anspieltipps: Little Piggy, The Judas Table, Goodbye



Dienstag, 18. Juni 2019

Chris Squire – Fish Out Of Water




Chris Squire – Fish Out Of Water


Besetzung:

Chris Squire – bass, vocals,12 string electric guitars


Gastmusiker:

Bill Bruford – drums, percussion
Mel Collins – saxophones
Jimmy Hastings – flute
Patrick Moraz – organ, bass synthesizer
Barry Rose – pipe organ
Andrew Pryce Jackman – acoustic & electric pianos, orchestrations, conductor
Julian Gaillard – strings leader
John Wilbraham – brass leader
Jim Buck – horns leader
Adrian Brett – woodwinds leader
Nikki Squire – co-vocals on “Hold Out Your Hand”


Label: Esoteric Recordings


Erscheinungsjahr: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste: 

CD1:

1. Hold Out Your Hand (4:15)
2. You by My Side (5:01)
3. Silently Falling (11:21)
4. Lucky Seven (6:56)
5. Safe (Canon Song) (15:01)

CD2:

The Orchestral Stereo Mix Re-Mastered.

1. Hold Out Your Hand (4:16)
2. You by My Side (5:02)
3. Silently Falling (11:57)
4. Lucky Seven (6:56)
5. Safe (Canon Song) (15:05)

Bonus Tracks:

6. Lucky Seven (Single Mix) (3:29)
7. Silently Falling (Single Version) (2:59)

Chris Squire & Alan White:

8. Run With The Fox (4:11)
9. Return Of The Fox (4:02)

Gesamtspieldauer CD1 (42:36) und CD2 (58:02): 1:40:38



„Fish Out Of Water“ heißt das erste und leider auch einzige Solo-Album des Yes-Bassisten Chris Squire, zählt man das 2007 erschienene Weihnachtsalbum „Chris Squire‘s Swiss Choir“ nicht mit, auf dem vor allen Dingen traditionelle Lieder zu hören sind. „Fish Out Of Water“ wurde ursprünglich auf dem Plattenlabel Atlantic Records am 7. November 1975 veröffentlicht, erschien dann nach dem Tod des Musikers im Juni 2015, im Jahr 2018, erneut in Form einer Special Edition auf dem Label Esoteric Recordings. Diese beinhaltet eine zweite CD mit Remixen, Single-Versionen und zwei Stücken aus der Zusammenarbeit mit dem Yes-Schlagzeiger Alan White. „Fish Out Of Water“ wurde in einer Zeit eingespielt, als Yes gerade inaktiv war. Chris Squire konnte für seine Aufnahmen einige Gastmusiker gewinnen, darunter Bill Bruford, Patrick Moraz, Mel Collins und erweiterte die Instrumentierung durch ein Orchester.

„Fish Out Of Water“ ist ein Progressive Rock Album ganz im Stile der Musik dieses Genres Anfang bis Mitte der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Abwechslungsreiche Musik, durchgehend melodisch und harmonisch klingend, ohne dabei auch nur den Hauch der Anbiederei zu verströmen. Die Nummern gehen allesamt ins Ohr, dabei wird durchaus auch gerockt auf der Scheibe, die gar nicht überraschend ein wenig nach Yes klingt. Bassläufe, Synthesizer-Klänge und orchestrale Instrumente dominieren die Platte, die vom ersten bis zum letzten Akkord zu überzeugen weiß. Mit jedem weiteren Durchlauf kommt die Musik des Chris Squire noch ein wenig besser zu Geltung und schmiegt sich noch deutlicher dem Ohr an. Eine Platte die wächst.

Gerade die letzten Nummern auf „Fish Out Of Water“ können dabei besonders überzeugen. Die Instrumentalpassagen werden länger, stellenweise klingt das richtiggehend hypnotisierend. Der Groove ist durch das Zusammenspiel des Basses von Chris Squire mit seinem Ex-Bandkollegen Bill Bruford immer gegeben, welches in Verbindung mit dem Orchester das Eintauchen in die Musik nochmals erleichtert. „Silently Falling“, „Lucky Seven“ oder „Safe (Canon Song)“ sind alles sehr eindringliche Titel, die die Herzen der Yes-Fans und derer der progressiven Musik der 70er Jahre höherschlagen lassen. Lange wunderschöne melodische und instrumentale Passagen, die sich mit Abschnitten mit der unverwechselbaren Stimme des Chris Sqiure abwechseln, lassen hier den Daumen nach oben zeigen. Dazu im Falle des Titels „Lucky Seven“ das beeindruckende Saxophon-Spiel des Mel Collins ergeben hier ein sehr überzeugendes Gesamtbild der Platte.

Die zweite CD stellt dabei eine nette Zugabe dar, wobei die remastereten Stücke kaum Unterschiede zu den Originalen aufweisen und der Mehrwert hauptsächlich von den beiden Stücken mit Alan White herrührt.

Fazit: Ein sehr gelungenes Album ist „Fish Out Of Water“ von Chris Squire geworden. Der Titel der Platte ist dabei eine Anspielung auf seinen Solo-Pfad. „Fish“ war der Spitzname des Chris Squire und „Out Of Water“ steht für seine hier dargebotene Musik, abseits von Yes. Die Melodien auf der Platte gehen ins Ohr, werden durch die eingestreute orchestrale Instrumentierung immer wieder unterstützt und bleiben auch längerfristig hängen. „Fish Out Of Water“ ist eines der wirklich sehr überzeugenden Solo-Platten der Yes-Bandmitglieder geworden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Lucky Seven, Safe (Canon Song)



Samstag, 15. Juni 2019

Dirtmusic – Live (Colours of Ostrava 2018)




Dirtmusic – Live (Colours of Ostrava 2018)


Besetzung:

Hugo Race
Chris Eckman
Murat Ertel
Milan Cimfe


Label: Eigenverlag


Erscheinungsjahr: 2019


Trackliste:

1. Bi De Sen Soyle
2. Safety In Numbers
3. Black Gravity
4. The Border Crossing
5. Fitzcarraldo
6. Love Is A Foreign Country
7. Go The Distance
8. Bu Bir Ruya
9. Outrage
10. Troubles



Ich höre Musik. Viel Musik. Seitdem ich 11 Jahre alt bin kaufe und sammele ich Platten. Da häufte sich über die Jahrzehnte einiges zusammen. Hinzu kam, dass ich seit nunmehr fast 23 Jahren Radio Goethe produziere, eine „syndicated“ Sendung auf rund 40 Stationen. Und auch für eine große deutsche Airline produzierte und moderierte ich zehn Jahre lang eine Country/Folk/Americana Show. Auch so landete viel Musik hier bei mir.

Einen Musiker, den ich schon sehr lange beobachte, begleite, verfolge ist Hugo Race, der einmal zu den Bad Seeds von Nick Cave gehörte. Es muss 1991 gewesen sein, da spielte Hugo Race in einem fast leeren Klüpfel. Begeistert war er davon nicht, das sah man ihm an. Race ist für mich einer der begnadetsten Musiker, der unermüdlich seinen Weg weitergeht. Da sind Konzerte wie im Klüpfel einfach mal Stolpersteine, die man schnell vergisst.

Dirtmusic live, ein Klangerlebnis.

Der Australier veröffentlicht seine Songs unter eigenem Namen, mit den Fatalists, True Spirit und sucht auch immer wieder Kollaborationen mit anderen Musikerinnen und Musikern. Herausragend zuletzt sind da die Projekte „Long Distance Operators“ mit der belgischen Violinistin Catherine Graindorge und auch die Zusammenarbeit mit dem Italiener Michelangelo Russo. Aber das ist vor allem Dirtmusic, ein faszinierendes Weltmusik Projekt. Seit vielen Jahren arbeitet Hugo Race da mit Chris Eckman zusammen, der mit den Walkabouts aus Seattle bekannt wurde.

Dirtmusic waren anfangs noch mit Chris Brokaw von Codeine im Americana Sound unterwegs, bevor sie mit BKO eine Platte in Mali mit Tamikrest aufnahmen. Das eröffnete ihnen ganz neue Klanglandschaften. Für das jüngste Album zog es Race und Eckman nach Istanbul, um dort mit Murat Ertel von „Baba Zula“ „Bur Bir Ruya“ einzuspielen, ein unglaublich komplexes, tiefes und ergreifendes Album zwischen den Musikwelten und Genres. Nun legt die Band mit einer selbst veröffentlichten Live-Platte nach, einem Konzert, das auf dem Ostravia Festival in Tschechien aufgenommen wurde. Es gibt diese Bands, die ich unbedingt einmal live sehen möchte. Und Dirtmusic ist so eine dieser wenigen Gruppen. Gerade nach dem Hören dieser Live-Platte, die das hervorragende Zusammenspiel der drei Musiker beschreibt. Drei Stimmen, drei musikalische Schwerpunkte, drei unterschiedliche Musikergeschichten, die sich hier treffen, sich ergänzen, sich austauschen, sich gegenseitig antreiben. Dirtmusic schaffen es, diesen gewaltigen Studio Sound auf die Bühne zu bekommen. Es ist ein Rausch der Musik, der Töne, der Einflüsse. Ich habe selten so ein gutes und mitreißendes Live-Album gehört. Dirtmusic muss ich nach dieser Platte irgendwann einfach mal selbst im Konzert erleben.

Freitag, 14. Juni 2019

Jordsjø – Jord




Jordsjø – Jord


Besetzung:

Håkon Oftung – vocals, flute, guitars & keys
Kristian Frøland – drums & percussion


Gastmusiker:

Robert William Dall Frøseth – bass on “Finske Skoger”


Label: Karisma Records


Erscheinungsjahr: 2017


Stil: Progressive Rock


Trackliste: 

1. Over Vidda (1:48)
2. Abstraksjoner Fra Et Dunkelt Kammer (6:50)
3. Finske Skoger (2:56)
4. Jord I (6:24)
5. Jord II (8:27)
6. La Meg Forsvinne! (6:38)
7. Postludium (4:42)

Gesamtspieldauer: 37:47



Die Skandinavier haben es ziemlich „drauf“, wenn es um Progressive Rock geht, der in der heutigen Zeit meist unter der Überschrift „RetroProg“ subsumiert wird. Jordsjø ist eine weitere Band aus Skandinavien, genauer gesagt aus Norwegen, die eben dieses Genre auch im zweiten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts bedient. „Jord“ heißt ihr Erstlingswerk, erschien im Jahr 2017 zunächst im Eigenverlag, ein Jahr später dann auf dem norwegischen Plattenlabel Karisma Records.

Jordsjø klingen ziemlich typisch nach der skandinavischen Variante dieses musikalischen Genres. Eingängige und melodiöse Melodiebögen bauen sich auf „Jord“ auf, verändern sich, mäandern durch den Raum und verschmelzen schließlich zu einem Ganzen, welches eher dunkel denn fröhlich klingt. Nicht immer hört sich das ausnahmslos harmonisch an, ein paar Ecken und Kanten haben Håkon Oftung und Kristian Frøland durchaus in ihre Musik eingebaut, die dann erst beim wiederholten Mal des Hörens ins Ohr gehen. Vor allen Dingen gegen Ende und Anfang der Platte hört man deutsche Synthesizer-Musik der frühen 70er heraus, die die Band neben alten Horrorfilmen, norwegischem Jazz, Lagerfeuer, schwedischer Volksmusik, Fantasy-Romanen und norwegischer Natur als Inspiration angibt. Der Gesang steht bei Jordsjø auf „Jord“ sicherlich nicht im Vordergrund, der instrumentale Anteil der Musik überwiegt. Die Norweger singen dabei die Titel in ihrer Heimatsprache ein, was den etwas dunkleren Touch der Musik noch ein wenig zu verstärken scheint.

Interessant klingt die Musik für Fans dieses musikalischen Genres vom ersten bis zum letzten Akkord. Auch fällt keiner der sieben Titel hinten herunter, Querflöte und Synthesizer-Teppiche tragen ihren Teil zum gelungenen Hörerlebnis bei. Neben der deutschen Synthie-Musik der frühen 70er Jahre hört man ebenfalls den englischen Progressive Rock derselben Zeit an vielen Stellen auf „Jord“ heraus. Besonders gelungen klingen für mich die beiden Titelnummern „Jord I“ und „Jord II“ sowie das nachfolgende „La Meg Forsvinne!“. Doch auch der Rest dieses Debuts ist ausnahmslos hörenswert.

Fazit: Wer die norwegische Band Wobbler oder die schwedischen Kollegen von Änglagård gern hört, kann mit „Jord“ von Jordsjø bestimmt nichts falsch machen. Skandinavischer RetroProg der zumeist sehr harmonischen und melodiösen Ausrichtung gibt es auf „Jord“ zu hören. Dabei ist die Platte auch wieder mal ein Album, welches mit dem Hören und Wiederhören wächst. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Jord II, La Meg Forsvinne!



Samstag, 1. Juni 2019

Antimatter – Saviour




Antimatter – Saviour


Besetzung:

Duncan Patterson – bass guitar, acoustic guitar, electric guitar, keyboards, programming
Mick Moss – bass guitar, acoustic guitar, electric guitar, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Michelle Richfield – guest vocals on tracks 1, 2, 3, 4, 6, 8
Hayley Windsor – guest vocals on tracks 5, 6, 7, 9
Brian Moss – sampling
Les Smith – sampling
Mags – lead guitar on "Going Nowhere"


Label: Prophecy Productions


Erscheinungsjahr: 2001


Stil: Art Rock, Trip Hop, Independent Rock


Trackliste: 

1. Saviour (3:07)
2. Holocaust (4:25)
3. Over Your Shoulder (4:40)
4. Psalms (3:41)
5. God Is Coming (5:28)
6. Angelic (4:34)
7. Flowers (5:11)
8. The Last Laugh (5:04)
9. Going Nowhere (7:58)
10. Over Your Shoulder (Acoustic) (3:40)

Gesamtspieldauer: 47:54



„Saviour” nannten die beiden Engländer Duncan Patterson, vormals Bassist von Anathema und Mick Moss das Debut-Album ihrer Band Antimatter. Dieses erschien am 4. September 2001 auf dem Plattenlabel Prophecy Productions und enthält eine sehr intensive musikalische Mixtur aus Art Rock, Trip Hop und Independent Rock.

Es sind die Stimmungen und Atmosphären, die diese Platte zu einer machen, die auch längerfristig nachhallt. Die Musik auf „Saviour” klingt düster bis dunkel, hält für die Hörerin und den Hörer weniger Eingängiges und Melodiöses parat. Allerdings gibt es diese Stellen selbstverständlich ebenfalls auf dem Album, wie bei den Liedern „Angelic“ und „Flowers“ zu hören ist. Mehr jedoch sind es sehr intensive Klangwelten, die das Ohr umgarnen und dabei eine mystisch traurige Atmosphäre hervorzaubern, die den eigenen Blues noch verstärken ohne sich dabei zerstörerisch zu generieren. Auch das Wechselspiel im Gesang, bestehend aus zwei Gast-Sängerinnen und Mick Moss, unterstreicht die Stimmung der Scheibe und trägt zudem zur Abwechslung auf „Saviour” bei.

Für den besonders schwebenden und stimmungsvollen Moment auf dem Album steht der Titel „Going Nowhere“. Im Gegensatz zum unaufhaltsam hektischen Geticke einer Uhr hört man zeitgleich harmonische, sphärische und absolut unaufgeregte Klangwelten, die das Voranschreiten der Uhr herrlich konterkarieren und einen Widerspruch so in Szene setzen, dass dieser zu einer stimmungsvollen und logischen Einheit zu verschmelzen scheint. Keine Gegensätze mehr, sondern sich ergänzende gegensächliche Strömungen sind auf „Going Nowhere“ zu hören, die wunderbar sanft instrumentiert schließlich ein überzeugendes Ganzes bilden.

Fazit: Das Debüt-Album von Antimatter zeigt durchaus den Weg vor, den die Band in Zukunft gehen sollte. Sanfte, oftmals sehr melodische und immer wieder höchst fragil klingende Musik, die sehr atmosphärisch aus den Boxen fließt und Räume ausfüllt. Die Stimmung auf „Saviour” ist eine eher dunkle und traurige, wie geschaffen dafür, sich in süßer Melancholie zu wiegen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Angelic, Flowers, Going Nowhere



Freitag, 31. Mai 2019

Big Big Train – Grand Tour




Big Big Train – Grand Tour


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, percussion, backing vocals, co-lead vocals on "Theodora in Green and Gold", additional keyboards, guitars
Dave Gregory – 6-string and 12-string guitars
Rachel Hall – violin, backing vocals
David Longdon – lead vocals, flute, additional keyboards, guitars
Danny Manners – keyboards
Rikard Sjöblom – 6-string and 12-string guitars, keyboards, backing vocals
Greg Spawton – bass guitar, bass pedals, additional 12-string guitars


Gastmusiker:

Rachel Hall – string arrangements on “Voyager”
Dave Desmond – brass arrangements

Big Big Train Brass Ensemble:

Dave Desmond – trombone
Ben Godfrey – trumpet and cornet
Nick Stones – french horn
John Storey – euphonium
Jon Truscott – tuba

and

Everton Nelson – first violin
Richard George – violin
Ian Humphries – violin
Kate Robinson – violin
Nicky Sweeney – violin
Oliver Heath – violin
Martyn Jackson – violin
Oli Langford – violin
Kathy Gowers – violin
Emil Chakalow – violin
Max Baillie – first viola
Fiona Bonds – viola
Jake Walker – viola
Ian Burdge – first cello
Chris Allen – cello
Tony Woollard – cello
Richard Pryce – first double bass
Paul Kimber – double bass


Label: English Electric


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Novum Organum (2:33)
2. Alive (4:31)
3. The Florentine (8:17)
4. Roman Stone (13:33)
     Part One: Foundation
     Part Two: Rise
     Part Three: Ne Plus Ultra
     Part Four: Fall
     Part Five: Legacy
5. Pantheon (6:12)
6. Theodora In Green And Gold (5:32)
7. Ariel (14:28)
     Part One: Come Unto These Yellow Sands
     Part Two: Noises, Sounds And Sweet Airs
     Part Three: New Place
     Part Four: O! There Are Spirits Of The Air
     Part Five: Music, When Soft Voices Die
     Part Six: Casa Magni, 1822
     Part Seven: Approach, My Ariel, Come
     Part Eight: Coda: The Triumph Of Life
8. Voyager (14:20)
     Part One: On The Ocean
     Part Two: The Farthest Shore
     Part Three: The Pillers Of Hercules
     Part Four: Further Beyond
     Part Five: Grand Finale
     Part Six: The Space Between The Stars
     Part Seven: Homecoming
9. Homesong (4:50)

Gesamtspieldauer: 1:14:34




„Grand Tour“ ist das bereits zwölfte Studioalbum der englischen Progressive Rockband Big Big Train und erschien am 17. Mai 2019 auf dem Plattenlabel English Electric. Das Album kristallisiert sich bereits nach wenigen Takten als eine für Big Big Train sehr typische Platte heraus und beinhaltet Progressive Rock bis Art Rock der sehr melodiösen und eingängigen Ausführung. Das eine oder andere Mal fühlt man sich beim Hören der Musik auch an Genesis der ersten Hälfte der 70er Jahre erinnert. Dazu gehört auch, dass die Stimme David Longdons sich der von Peter Gabriel noch ein wenig weiter angenähert zu haben scheint.

„Grand Tour“ wächst mit der Anzahl der Durchläufe, die man dieser Platte einräumt. Die einzelnen Titel klingen mit jedem weiteren Hören noch harmonischer und durchaus auch noch packender und man kann immer tiefer in die klangliche Welte von Big Big Train eintauchen. Dieser „Tauchgang“ wird auch durch nichts gestört, denn das Album klingt in allen seinen neun Titeln sehr überzeugend, weist keinerlei Ausfälle auf. Auf „verfrickelte“ Passagen muss man dabei freilich verzichten, bei Big Big Train steht auf „Grand Tour“ die Melodiösität und Eingängigkeit im Vordergrund.

Die drei Longtracks des Albums sind nochmals in fünf, acht und sieben Einzelabschnitte unterteilt. Dies erlebt und hört man nicht nur klanglich, sondern kann es auch im sehr schön gestalteten Booklet nachlesen. Die CD ist wie ein kleines Buch gestaltet und auch in die Umsetzung der „Verpackung“ der Musik wurde sehr viel Kreativität und Liebe zum Detail gesteckt. „Das Lied“ des Albums ist für mich die Nummer „Roman Stone“. Wunderschöne Melodien, die ineinander übergehen, sich ergänzen und austauschen. Dazu eine perfekt arrangierte Instrumentierung, wobei gerade bei diesem Titel die Bläsersätze knieerweichend schön klingen. Da dies allerdings nicht das einzige sehr gelungene Lied auf „Grand Tour“ ist, steht dem Musikgenuss nichts mehr im Wege.

Fazit: Wer auf die melodiöse Ausrichtung des RetroProgs beziehungsweise des Progressive Rocks steht, die oder der wird mit „Grand Tour“ knappe 75 Minuten Musik für sich finden, die Augenblicke verschönern kann. Zu hören gibt es auf dem Album melodische, an die frühen Genesis erinnernde Lieder, die trotz aller aufkommender Assoziationen für sich selbst stehen. Insgesamt eine sehr gelungene Scheibe, hörenswert, abwechslungsreich und einer der Höhepunkte in der bisherigen Bandgeschichte von Big Big Train. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Roman Stone



Freitag, 24. Mai 2019

Rammstein – Rammstein




Rammstein – Rammstein


Label: Universal Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Neue Deutsche Härte


Trackliste: 

1. Deutschland (5:23)
2. Radio (4:37)
3. Zeig dich (4:15)
4. Ausländer (3:51)
5. Sex (3:56)
6. Puppe (4:33)
7. Was ich liebe (4:29)
8. Diamant (2:34)
9. Weit weg (4:20)
10. Tattoo (4:11)
11. Hallomann (4:11)

Gesamtspieldauer: 46:20




Es sind über 20 Jahre vergangen, seitdem ich mit Paul Landers im Backstage Bereich des kleinen Clubs „The Edge“ in Palo Alto saß. Damals eröffneten Rammstein den Abend für KMFDM. In Deutschland waren sie schon in den großen Hallen unterwegs, in den USA kannte man sie noch kaum. Ich war wohl damals mit der erste, der sie im amerikanischen Radio spielte. „Du hast“ und „Engel“ aus dem „Lost Highway“ Soundtrack waren gerade erst erschienen.

Rammstein spielten auf, als ob ihnen der Club gehören würde. Schon beim ersten Song stand Till Lindemann am Bühnenrand in Flammen. Als „Bück Dich“ gespielt wurde, hielten die schockierten begleitenden Eltern ihren 15jährigen Knaben und Mädels die Hand vor die Augen. Doch all das konnte Rammstein in den USA nicht aufhalten. Selbst das Schulmassaker in Columbine ein paar Jahre später, für das übereilige, rechtskonservative Besserwisser Rammstein, KMFDM und Marilyn Manson mitverantwortlich machen wollten, stoppte den Erfolgszug der Berliner nicht.

Rammstein sind ein Phänomen. Das Management ist heute streng kontrolliert, Interviews und Fotos wie damals Backstage in Palo Alto würde es heute nicht mehr geben. Paul Landers war neugierig auf die USA, erzählte davon, dass sie selber nicht verstehen würden, was da genau passiert. Sie wollten mal sehen, mal die Wasser in Amerika testen, meinte er. Wenn es klappt, dann ist gut. Wenn nicht, dann eben nicht.

Es klappte. Rammstein sind die erfolgreichste deutschsprachige Band aller Zeiten, und das weltweit. Mittlerweile füllen sie die ganz großen Hallen und Stadien in den USA. Schon jetzt ist klar, ihre kommende US Tour wird ausverkauft sein. Zehntausende singen ihre Songs auf Deutsch mit, das hat vor ihnen noch niemand geschafft. Nena, Falco, Peter Schilling und auch Tokio Hotel haben ihre Hits in den USA lieber auf Englisch präsentiert. Selbst Grönemeyer sang hier auf Englisch, ließ sich auch von den Fans nicht beirren, die ihm zuriefen: „Sing Deutsch“. Rammstein haben ihr Englisch mal mit „Du Hast“ und „Engel“ ausprobiert, doch merkten schnell, ihre Sprache ist Deutsch. In den USA schrieben sich Schüler in „German classes“ in den High Schools ein, um die Texte der Berliner verstehen zu können. Online wurde darüber diskutiert. Rammstein Texte waren der Türöffner für Diskussionen in Foren über deutsche Filme, Kultur, Politik und Leben in Deutschland. Ich lehne mich mit der Behauptung nicht weit aus dem Fenster, wenn ich erkläre, Rammstein haben für die deutsche Sprache im Ausland mehr als viele staatlich geförderte Projektideen erreicht.

Und nun sind sie zurück. Mit dem siebten Album haben sie gleich im Vorfeld auf den Skandal gesetzt. Rammstein in KZ-Uniform, eine Sequenz aus ihrem Video zum Song „Deutschland“ wurde veröffentlich und zugleich heftigst diskutiert. Dürfen die das, darf man das? Einladungen an Gedächtnisorte folgten, Rammstein hätten eine rote Linie überschritten. Nur einen Tag später folgte das komplette Video, ein Meisterwerk. Die Kritiker versuchten zurück zu rudern, ohne ihren Schnellschuss zuzugeben.

Auch für „Radio“ wurde eine geniale PR-Aktion gewählt. Das Video zum Song wurde in verschiedenen Städten an Häuserwände geworfen, den Fans erklärt, zu einem bestimmten Zeitpunkt einen bestimmten Lokalsender einzuschalten. Das alte Radio in seiner ganzen Bedeutung.

Jetzt läuft hier die gesamte Platte. Eine typische Rammsteinscheibe. Sie knallt gut, ist laut, durchdacht, provokant, klar, auch etwas poppig. „Ausländer“ und „Zeig Dich“ gefallen mir richtig gut. Doch „Deutschland“ ist für mich das absolute Highlight dieses Albums. Hervorragend, aber das ist wohl Geschmackssache. Hier drüben in den USA berichten Zeitungen, Magazine, Online-Portale über die neue Rammstein CD, in den sozialen Medien wird #7 breit diskutiert. Deutsche Texte stören da niemanden, die Kritiken sind durchgehend positiv. Rammstein haben ihren Sound, dazu ihr Image. Da kommt niemand ran. Ich bin mir sicher, in einigen High School Klassenzimmern zwischen Long Beach und Long Island werden in den kommenden Wochen im Deutschunterricht einige der Texte der neuen Rammstein Platte genauer angehört werden. So macht „German“ Spaß. Bitte lauter, Frau Lehrerin!



Donnerstag, 23. Mai 2019

Antimatter – Lights Out




Antimatter – Lights Out


Besetzung:

Duncan Patterson – all instruments & vocals
Mick Moss – all instruments & vocals


Gastmusiker:

Hayley Windsor – guest vocals on tracks 1, 2, 3
Michelle Richfield – guest vocals on tracks 4, 5, 7


Label: Prophecy Productions


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Dark Rock, Art Rock


Trackliste: 

1. Lights Out (4:07)
2. Everything You Know Is Wrong (4:05)
3. The Art Of A Soft Landing (4:31)
4. Expire (8:01)
5. In Stone (7:51)
6. Reality Clash (7:47)
7. Dream (5:56)
8. Terminal (7:46)

Bonus Track der Wiederveröffentlichung:

9. Everything You Know Is Wrong [Acoustic] (2:55)

Gesamtspieldauer: 53:03




„Lights Out“ heißt das zweite Album der britischen Band Antimatter, das am 24. Juni 2003 auf dem deutschen Plattenlabel Prophecy Productions veröffentlicht wurde. Duncan Patterson und Mick Moss sind die beiden Musiker, die alle Lieder des Albums schrieben, selbst einspielten und sich lediglich beim Gesang weibliche Unterstützung holten.

„Lights Out“ ist ein trauriges bis melancholisches und sehr intensives Album geworden. Zumeist sind die Lieder eher sanft instrumentiert, Stimmung und Tempo werden nur selten erhöht. Die Lieder sind allesamt sehr eingängig und melodiös gehalten, gehen ins Ohr, wenn sie auch keine Ohrwürmer im eigentlichen Sinne darstellen. Die Musik von Antimatter wirkt durch die Atmosphäre, die hier verbreitet wird. Dichter Sound und trotzdem klingt alles gleichzeitig sehr sanft. Musik, die man sich allerdings durchaus ein klein wenig erschließen muss. Beim ersten Durchlauf funktioniert das Album erst teilweise, dann jedoch umso besser und intensiver.

Höhepunkte auf „Lights Out“ sind der Opener und Titeltrack. Was etwas „aufgeregt“ mit Sirenengeheul beginnt, entwickelt sind nach einigen Augenblicken zu einem zarten musikalischen Geflecht, welches berührt. Art Rock bis Post Rock ist da nun zu hören, der einen sanft einzuhüllen versucht. Das letzte offizielle Lied des Albums heißt passenderweise „Terminal“, ist eine Instrumentalnummer und steht dem Titeltrack an Weichheit, musikalischer Wärme und Atmosphäre in nichts nach. Da auch die restlichen Lieder des Albums in genau derselben Art und Weise unterhalten können, enthält „Lights Out“ nicht nur zwei, sondern neun Höhepunkte.

Fazit: Wer sanfte und traurige Musik mag, die oder der wird an „Lights Out“ von Antimatter sehr viel Freude haben. Musik die zart klingt und die berührt, einen anfasst. An dunklen Novembertagen kann der Genuss der Platte mit Sicherheit gefährlich werden – falls man eine Neigung zu depressiven Gefühlsausbrüchen hat. Liebt man allerdings die Süße der Melancholie in der Musik, so kann man sich in dieser beim Hören von „Lights Out“ suhlen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Lights Out, Terminal



Freitag, 17. Mai 2019

Sarajane – Fuel




Sarajane – Fuel


Besetzung (ohne Instrumentenangabe):

Sarajane McMinn
Philip Kraus
Konrad Wissmann
Robin McMinn
Arne Vogeler
Christopher Baum
Alex Saenda
Sebastian Horn
Joscha Farries
Florian Lang


Label: McNificent Music


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Pop


Trackliste: 

1. On Top (3:17)
2. Diamonds & Pearls (3:32)
3. Do It Again Now (3:40)
4. Cobblestones (3:14)
5. I Like You (2:55)
6. Bullets Out Of Love (3:30)
7. The Boss (3:15)
8. Kaleidoscope (3:10)
9. Pieces (2:49)
10. Guess Who’s Back (3:53)
11. Get Up 10 (4:03)

Gesamtspieldauer: 37:24



„Fuel“ heißt das bereits zweite Album der Britin Sarajane, die in der Nähe von Wolfsburg in einer britisch-deutschen Patchwork-Familie als eines von 6 Kindern aufwuchs. „Fuel“ erscheint heute am 17. Mai als Download, CD oder Platte auf dem Plattenlabel McNificent Music. Auf dem Album hört man mitreißenden Pop, der modern und aktuell klingt und eindeutig aus der heutigen Zeit stammt.

Auf den elf Titeln des Albums zelebriert Sarajane ihre Stimme, die abwechslungs- und facettenreich sehr viel zum überzeugenden Gesamteindruck der Platte beiträgt. Die Lieder klingen poppig und beinhalten gleich mehrere Ohrwürmer, die sich bereits nach sehr wenigen Durchläufen des Albums tief eingebrannt haben. Melodiös und eingängig klingt die Musik der Sarajane, dies gilt für alle Titel des Albums, die einem zudem immer wieder auch in die Beine fahren und dabei nicht nur zum Mitwippen animieren. Gute-Laune-Musik, die eine Autofahrt beschwingter macht, einen Sonnentag noch ein wenige heller erstrahlen lässt und dunkle Wolken vertreiben kann.

Einer der Höhepunkte des Albums ist gleich der Opener „On Top“. Eine tolle, groovende und einprägsame Nummer, ausgestattet mit jeder Menge Melodiösität. Das Lied „Guess Who’s Back“ ist dagegen eine wunderschöne Ballade, Musik mit sehr viel Gefühl und bestens geeignet, um darin einzutauchen. Schließlich soll an dieser Stelle auch noch das ebenfalls groovende und melodiöse „Bullets Out Of Love“ Erwähnung finden. Gute-Laune-Musik eben, die zum Mitsingen animiert.

Fazit: Eine gelungene und eingängige Platte ist Sarajane mit ihrem zweiten Album „Fuel“ gelungen. Musik, die ins Ohr geht und den Tag erhellt. Auf „Fuel“ wird nicht experimentiert, die Musik soll unterhalten und durch den Tag begleiten. Und dies gelingt Sarajane mit ihren elf Liedern bestens. Wer moderne Pop-Musik mag, die oder der wird mit Sicherheit auch „Fuel“ von Sarajane mögen. Dieses Jahr hat man zudem noch die Möglichkeit die Sängerin live zu erleben. Lohnt sich. Acht Punkte.

Anspieltipps: On Top, Guess Who’s Back



Live:

23.08. Bucholz Empore Openair
09.11. TOUR Bocholt, Alte Molkerei
11.11. TOUR Buchholz, Empore
14.11. TOUR Magdeburg, Feuerwache
20.11. TOUR Hamburg, Knust
23.11. TOUR Schwerin, Speicher
04.12. Feature bei Inga Rumpf in Oldenburg
14.12. Feature bei Inga Rumpf in der Fabrik Hamburg



Mittwoch, 15. Mai 2019

Quella Vecchia Locanda – Il Tempo Della Gioia




Quella Vecchia Locanda – Il Tempo Della Gioia


Besetzung:

Claudio Gilice – Violine
Giorgio Giorgi – Gesang, Flöte
Massimo Giorgi – Bass, Gesang
Masimo Roselli – Gesang, Keyboards
Patrick Traina – Gesang, Schlagzeug
Raimondo Cocco – Gesang, Gitarre, Klarinette


Label: Sony BMG Music


Erscheinungsjahr: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Villa Doria Pamphili (5:28)
2. A Forma Di... (4:12)
3. Il Tempo Della Gioia (6:18)
4. Un Giorno, Un Amico (9:43)
5. È Accaduto Una Notte (8:18)

Gesamtspieldauer: 34:01



„Il Tempo Della Gioia“ heißt das zweite und leider bereits letzte Album der italienischen Progressive Rock Band Quella Vecchia Locanda. Es wurde ursprünglich im Jahr 1974 auf dem Label RCA Italiana veröffentlicht, erschien dann Jahre später in Form der Compact Disc bei Sony BMG Music erneut.

„Il Tempo Della Gioia“ unterscheidet sich etwas vom selbstbetitelten Debut von Quella Vecchia Locanda. Der Einfluss der klassischen Musik ist etwas größer geworden, was nicht zuletzt durch den Einsatz entsprechender Musikinstrumente zum Ausdruck kommt. Gleich der Opener „Villa Doria Pamphili“ lebt vom Zusammenspiel des Pianos und der Violine. Das Lied ist eine wunderschöne und eingängige Nummer und bildet gleich den Höhepunkt der ganzen Platte. Beinhaltet dieses Lied noch Gesang, der selbstverständlich in italienischer Sprache gehalten ist, so ist das zweite Lied „A Forma Di...“ rein instrumental gehalten. Lediglich ein Chor mit eingesungenen „Aaahs“ ist hier zu hören und das Ganze erinnert nun schon sehr an klassische Musik, die in das 20. Jahrhundert transferiert wurde. Das Titellied „Il Tempo Della Gioia“ ist zu Beginn noch eine relativ harmonische Nummer, die im weiteren Verlauf allerdings rhythmischer, schneller und zum Teil auch sehr viel weniger melodiös klingt. Ein klein wenig erscheinen nun jazzige Akzente in der Musik der Italiener, bei denen Melodiösität nicht mehr an erster Stelle des musikalischen Anspruchs steht.

Auch die beiden folgenden längeren Stücke „Un Giorno, Un Amico“ und „È Accaduto Una Notte“ klingen deutlich experimenteller als alles, was auf der ersten Platte von Quella Vecchia Locanda zu hören war. Wie ein Derwisch lässt sich Claudio Gilice phasenweise bei „Un Giorno, Un Amico“ an der Violine aus und das Lied wechselt zwischen etwas sanfteren und treibenderen Passagen hin und her. Schnell ins Ohr geht das Ganze allerdings nicht mehr, besitzt jedoch einen nicht wegzudiskutierenden und abwechslungsreichen Unterhaltungswert. Ähnlich verhält es sich mit der letzten Nummer des Albums. „È Accaduto Una Notte“ beginnt mit Chorgesang, geht in einen etwas unmelodischeren Part über, der wiederum von sanften Flötenklängen abgelöst wird. Auch dieses Mal wird die Abwechslung groß geschrieben, denn plötzlich klingt es wieder rockiger, dabei erneut weniger melodiös, allerdings jederzeit abwechslungsreich.

Fazit: Das zweite Album der italienischen Progressive Rock Band Quella Vecchia Locanda mit dem Titel „Il Tempo Della Gioia“ kann nicht mehr so überzeugen wie noch das Debut der Band. Abwechslungsreich klingt die Musik der Italiener immer noch, jedoch deutlich weniger einheitlich und eingängig. Es wurde mehr experimentiert, mit klassischen und melodiösen Klängen in Verbindung zu deutlich schrägeren Passagen. Unterhaltsam klingt dies immer noch, dennoch deutlich weniger ausgereift und einnehmend, als noch auf dem Debut. Freundinnen und Freunde des italienischen Progressive Rocks der frühen 70er Jahre werden auf dem Album allerdings trotzdem etwas für sich entdecken können. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Villa Doria Pamphili



Dienstag, 14. Mai 2019

Imagine Dragons – Night Visions




Imagine Dragons – Night Visions


Besetzung:

Dan Reynolds – lead vocals
Wayne Sermon – electric and acoustic guitars, mandolin, backing vocals
Ben McKee – bass guitar, keyboards, backing vocals
Daniel Platzman – drums, viola, backing vocals


Gastmusiker:

J Browz – additional guitar (tracks 1 and 4), additional bass (track 4)
Jonathan Vears – additional guitar (track 9)
Benjamin Maughan – additional piano, additional bass


Label: Interscope Records


Erscheinungsjahr: 2012


Stil: Pop Rock, Alterbnative Rock, Electro Pop


Trackliste:

1. Radioactive (3:06)
2. Tiptoe (3:14)
3. It’s Time (4:00)
4. Demons (2:57)
5. On Top Of The World (3:12)
6. Amsterdam (4:01)
7. Hear Me (3:55)
8. Every Night (3:37)
9. Bleeding Out (3:43)
10. Underdog (3:29)
11. Nothing Left To Say / Rocks (8:57)

Bonus Tracks der Wiederveröffentlichung im Jahr 2013:

12. Cha-Ching (Till We Grow Older) (4:09)
13. Working Man (3:55)

Gesamtspieldauer: 52:19



„Night Visions“ heißt das erste Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Imagine Dragons. Es wurde am 4. September 2012 auf dem Plattenlabel Interscope Records veröffentlicht und erschien im Februar 2013 erneut, erweitert um zwei Lieder. Sechs Lieder auf „Night Visions“ waren zuvor bereits auf mehreren EPs veröffentlicht worden. Stilistisch werden auf dem Album die musikalischen Genres Alternative Rock, Rock, Pop fast bis hin zum Synthie Pop bedient. Die Platte verkaufte sich sehr gut, erreichte in Deutschland Platz 6 der Charts und war in den USA das viert-meistverkaufte Album des Jahres 2013.

Ein einheitliches musikalisches Bild bekommt man auf „Night Visions“ nicht geboten, zu weit ist die musikalische Spannbreite der darauf zu hörenden Lieder. Von überzeugend bis fast schon peinlich erklingen die einzelnen Stücke, die sich manchmal nach Alternative Rock anhören, dann jedoch auch fast die Grenzen des Synthie Pop überschreiten und leider mitunter phasenweise sogar nach Teenie-Boygroup-Schmalz-Soße klingen. Das kann richtig fies klingen, die Texte passen sich diesem Niveau leider allzu sehr an. Insgesamt bilden diese Ausflüge allerdings glücklicherweise die Ausnahme.

Denn es gibt auf der Scheibe auch ein paar schönere und bessere Stellen. Immer dann, wenn es doch eher nach Rock denn nach Pop klingt, macht die Musik von Imagine Dragons auch Spaß. „Radioactive“, „It‘s Time“, „Bleeding Out“ oder auch „Nothing, Left To Say“ sind solche Lieder, die durchaus auch einen kleinen poppigen Anteil aufweisen, doch immerhin ins Ohr gehen und eben doch auch zumindest etwas rocken. Mal mehr, mal weniger. Richtige Ausfälle findet man zwar auch nur ganz vereinzelt auf „Night Visions“, allerdings sehr viel massentauglicher Einheits-Pop, der dann im Radio gedudelt werden kann. Aber manchmal braucht man eben auch so etwas. Manche Tage dürfen und sollten auch einfach nicht kompliziert sein.

Fazit: Unspektakulären Pop-Rock gibt es auf dem ersten Album der US-amerikanischen Band aus Las Vegas Imagine Dragons zu hören. „Nigh Visions“ ist angefüllt mit eher unaufgeregten und massentauglichen Nummern, die mitunter durchaus gut ins Ohr gehen und auch zum Mitwippen animieren. Wird diese Eingängigkeit allerdings übertrieben, klingt es im Falle von Imagine Dragons leider nach Anbiederei. Trotzdem keine schlechte Scheibe. Acht Punkte.

Anspieltipps: Radioactive, It‘s Time, Bleeding Out Nothing, Left To Say



Sonntag, 12. Mai 2019

Antimatter – Planetary Confinement




Antimatter – Planetary Confinement


Besetzung:

Lieder: “Planetary Confinement”, “Line Of Fire”, “Mr. White”, “Relapse” & “Eternity Part 24”

Duncan Patterson – piano, acoustic guitars, bass guitar, keyboards
Amélie Festa – vocals
Mehdi Messouci – additional keyboards on “Relapse”
Barry Whyte – lead guitar
Alex Mazarguil – djembe
Michael Cronin – drums


Lieder: “The Weight Of The World”, “Epitaph”, “A Portrait Of The Young Man As An Artist” & “Legions”

Mick Moss – acoustic guitars, vocals
Rachel Brewster – violins
Stephen Hughes – bass guitar
Chris Phillips – drums
Sue Marshall – additional vocals on “Legions”


Label: Prophecy Productions


Erscheinungsjahr: 2005


Stil: Dark Rock


Trackliste: 

1. Planetary Confinement (1:33)
2. The Weight Of The World (4:45)
3. Line Of Fire (6:28)
4. Epitaph (4:11)
5. Mr. White (4:07)
6. A Portrait Of The Young Man As An Artist (4:54)
7. Relapse (5:03)
8. Legions (7:24)
9. Eternity Part 24 (8:45)

Gesamtspieldauer: 47:15



Antimatter ist eine britische Dark Rock Band, die im Jahr 1997 gegründet wurde und ursprünglich das Projekt von Duncan Patterson, ehemaliger Bassist und Komponist von Anathema, sowie dem Gitarristen Mick Moss war. Die beiden Musiker veröffentlichten zusammen insgesamt drei Alben mit den Titeln „Saviour“, „Lights Out“ und „Planetary Confinement“. Kurz nach der Fertigstellung von „Planetary Confinement“ verließ Duncan Patterson Antimatter, um eine weitere Band namens Íon zu gründen. Mick Moss hat seitdem unter der Überschrift „Antimatter“ vier weitere Alben veröffentlicht. „Planetary Confinement“ erschien am 28. Juli 2005 auf dem Plattenlabel Prophecy Productions.

Das musikalische Genre, in welchem sich die Musik von Antimatter bewegt heißt Dark Rock und beschreibt die Musik der Band sehr passend. Die Lieder klingen allesamt tieftraurig und sind hauptsächlich in Moll gehalten. Zumeist werden die Stücke lediglich sehr sanft und zurückhaltend instrumentiert, die akustischen Instrumente stehen im Vordergrund. Eine elektrische Gitarre hört man überhaupt nicht, der Einsatz des Keyboards erfolgt überaus dosiert. Weiche und warme und eben eher traurige Melodien umspielen das Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Musik, die immer sehr eingängig und melodiös wirkt und klingt. Musik zum Träumen und Entspannen und zugleich auch Musik, die einen trüben Tag noch etwas trüber erscheinen lässt.

Alle neun Lieder auf „Planetary Confinement“ gehen ins Ohr. Da ist es dann auch völlig egal, ob sie von Duncan Patterson oder Mick Moss geschrieben wurden. Am ehesten sind diese noch durch den Gesang zu unterscheiden. Die Stücke von Duncan Patterson werden von Amélie Festa eingesungen, Mick Moss übernimmt dies bei seinen Nummern selbst. Alles klingt melodiös und gleichzeitig traurig. Die schönsten Lieder auf dem Album heißen „Epitaph“, „A Portrait Of The Young Man As An Artist“, „Relapse“ und „Legions“. Oder sind es doch die anderen fünf Stücke der Platte? Schwer zu sagen, da sich die Nummern weder stilistisch noch in ihrer Eingängigkeit unterscheiden.

Fazit: Wenn man es liebt in schöner Melancholie zu schwelgen, sich seiner Traurigkeit ganz hingeben möchte oder sich gern in Sentimentalität verliert, sich entspannen möchte oder sehr sanfte Musik zu schätzen weiß, immer dann ist „Planetary Confinement“ eine wunderbare Platte, um seine Sehnsüchte zu befriedigen. Wunderschöne sanfte und melodiöse Musik präsentieren die beiden Musiker Duncan Patterson und Mick Moss ihren Zuhörerinnen und Zuhörern. Wer auf Weichheit und viel Gefühl in der Musik steht, die oder der wird diese Scheibe lieben. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Epitaph, A Portrait Of The Young Man As An Artist, Relapse, Legions



Freitag, 10. Mai 2019

Pete Seeger – The Smithsonian Folkways Collection




Pete Seeger – The Smithsonian Folkways Collection


Label: Smithsonian Folkways Recordings


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Folk




Samstagmorgen in Oakland. Pete Seeger wäre nun 100 Jahre alt. „We shall overcome“ ist der erste Song auf der neuen und umfangreichen Box von Smithsonian Folkways, dem langjährigen Label von Pete Seeger. Dort hatte er im Laufe der Jahrzehnte über 70 Schallplatten veröffentlicht. Folk Songs und Arbeiterlieder, Spoken Word genauso wie Platten für Kinder. Pete Seeger war ein Reisender, der mit seiner Musik um die Welt tingelte, Amerikas Folk Musik präsentierte und Lieder von überallher mit in die USA zurückbrachte. Ein musikalischer Kulturbotschafter und Brückenbauer zugleich.

„We shall overcome“ ist wohl eines der wichtigsten amerikanischen Folk Songs. Es steht für die Bürgerrechtsbewegung in den USA, in einer Zeit, als Afro-Amerikaner nicht in dieselbe Toilette pinkeln durften wie Weiße. Als Schwarze nach einer falschen Ausfahrt in den Südstaaten gelyncht wurden. Als weiße Jurys schwarze Angeklagte unschuldig hinter Gitter brachten. Und dennoch war da der Ruf „We shall overcome“. Trotz all der Gewalt, der Ungerechtigkeit, der Benachteiligung, der tief gespaltenen amerikanischen Gesellschaft.

Und wo stehen wir heute? Der Graben in Amerika ist tief und wird tagtäglich noch weiter vertieft und verbreitet. Ich frage mich beim Durchhören dieser umfassenden Werkschau von Pete Seeger, wie die USA es damals geschafft haben, diese gesellschaftlichen Wunden zu heilen, „to overcome“ die Differenzen, irgendwie einen Neustart zu beginnen. Natürlich hat das nicht so geklappt, wie es eigentlich hätte sein sollen. Der tief verwurzelte Rassismus in einigen Teilen der USA existiert nach wie vor. Afro-Amerikaner und Farbige sind weiterhin benachteiligt. Da gibt es die langfristigen Folgen des „Red Lining, die nie ausgeglichen wurden, da gibt es Polizei Übergriffe, da gibt es noch immer Ungleichheit vor dem Gesetz. Man sollte sich nichts vormachen, das steht fest.

„We shall overcome“ war und ist ein kraftvolles Lied, dass Menschen vereinen, zusammenbringen konnte. Auf dieser Box sind viele der „Hits“ von Pete Seeger zu finden, die ihn zu dem machten, was er in seinem 94jährigen Leben geworden ist. Ein Mann mit Hoffnung, mit Mut, mit dem Glauben an das Gute in den Menschen. Ein Mann mit seinem Banjo, der viel mehr war als nur ein Musiker. Auf „Pete Seeger – The Smithsonian Folkways Collection“ wird eine der bedeutenden Stimmen Amerikas präsentiert, der neben seinen Freunden Woody Guthrie und Lead Belly zu den wichtigen Drei der Folk Musik zählt.

Pete Seeger beeinflusste Musiker von Joan Baez, über Bob Dylan bis hin zu Bruce Springsteen und Rage Against The Machine. Er war ein umtriebiger Rebell, der nicht ruhen und rasten wollte. Obwohl er in der McCarthy Ära „blacklisted“ wurde, quasi mit einem Auftritts- und Aufführverbot belegt wurde, schaffte es Pete Seeger zur Stimme einer Nation zu werden. Er ging in jenen Jahren ganz direkt an Schulen und Universitäten, ohne große Ankündigung, und spielte seine Lieder. Niemand konnte ihn stoppen. Joan Baez erlebte Pete Seeger damals an ihrer High School und meinte später, dass dieses Konzert eines der wichtigsten Momente in ihrer Karriere war. Seeger wurde der Vater des großen Folk-Revivals in den USA. „We shall overcome“, das hat er mit seiner Musik vorgelebt.

Auf dieser Werkschau zum 100jährigen Geburtstag von Pete Seeger ist auch eines der für mich bedeutendsten Songs des 20. Jahrhunderts zu finden. „Moorsoldaten“, geschrieben 1933 im Konzentrationslager Börgermoor und über den Spanischen Bürgerkrieg in alle Welt verbreitet. Dieses Lied drückt die Kraft des Widerstands und die Hoffnung der Unterdrückten aus. Ein Lied, das Pete Seeger immer wieder in seinen Konzerten spielte.

6 CDs mit Songs voller Hoffnung, Wärme, Kraft und Mut. Amerika heute bräuchte einen Pete Seeger, eine Stimme der Vernunft, der den Amerikanern vor Augen führt „This land is your land“, ein Land, das nicht perfekt ist, das nicht „God’s Country“ ist, das seine Fehler erkennt, aber daran arbeitet. Die USA, „a work in process“. Ein Land, in dem der Fremde, der Andere, der Unterdrückte, der Benachteiligte, der Farbige, der an einen anderen Gott Glaubende, der sexuell anders Orientierte willkommen ist und seine Chance bekommt. Daran glaubte Pete Seeger. Das klingt nach Friede, Freude, Eierkuchen, und doch, gerade klingt es hier in Oakland ganz laut: „We shall overcome….some day….deep in my heart, I do believe. We shall overcome some day“…