Freitag, 15. Dezember 2017

PJ Harvey & John Parrish – Dance Hall At Louse Point




PJ Harvey & John Parrish – Dance Hall At Louse Point


Besetzung:

PJ Harvey – vocals
John Parish – all instruments


Gastmusiker:

Mick Harvey – organ, bass, additional guitar on „Is That All There Is?“


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Alternative Rock, Experimental Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Girl (1:29)
2. Rope Bridge Crossing (5:10)
3. City Of No Sun (2:14)
4. That Was My Veil (3:01)
5. Urn With Dead Flowers In A Drained Pool (3:03)
6. Civil War Correspondent (4:23)
7. Taut (3:15)
8. Un Cercle Autour Du Soleil (5:07)
9. Heela (3:19)
10. Is That All There Is? (5:11)
11. Dance Hall At Louse Point (2:10)
12. Lost Fun Zone (1:28)

Gesamtspieldauer: 39:56




„Dance Hall At Louse Point“ ist das vierte Album der englischen Musikerin Polly Jean Harvey und gleichzeitig die erste von bisher zwei Platten, die sie in Co-Produktion mit dem Musiker John Parish veröffentlichte, der sie auf einigen weiteren Alben unterstützte. Veröffentlicht wurde „Dance Hall At Louse Point“ am 23. September 1996 auf dem Plattenlabel Island Records. John Parish schrieb auf „Dance Hall At Louse Point“ den allergrößten Teil der Musik und spielte sie auch gleichzeitig ein, währenddessen PJ Harvey die Texter schrieb und einsang. Beide Musiker kannten sich schon lange. Polly Jean Harvey hatte als Teenagerin bereits in John Parrishs Band Automatic Dlamini Saxophon und Gitarre gespielt sowie im Hintergrund gesungen, bis sie 1991 anfing eigene Lieder zu schreiben und aufzunehmen. John Parish war später Co-Produzent Gitarrist, Perkussionist und Keyboarder auf PJ Harveys 1995er Album „To Bring You My Love“ und war ebenfalls stark in die Entstehung des 1998er Albums „Is This Desire?“ eingebunden.

Die Musik auf „Dance Hall At Louse Point“ klingt sehr experimentell und unterschiedet sich deutlich von den anderen Veröffentlichungen der PJ Harvey. Richtiggehend melodiös klingt nur sehr wenig auf der Scheibe, die dafür an der ein oder anderen Stelle eher atonal und mitunter sogar extrem schrill klingt – nicht zuletzt durch den Gesang selbst. PJ Harvey sagte in späteren Interviews, dass es ihr bei diesem Album hauptsächlich darum ging, ihre Fähigkeiten im Schreiben von Texten zu verbessern – die Musik selbst hätte für sie auf der Scheibe nicht so sehr im Vordergrund gestanden. Von daher ist es auch nicht sonderlich verwunderlich, dass „Dance Hall At Louse Point“ sowohl bei Kritikern wie auch den Hörerinnen und Hörern nicht auf allzu viel Lob stieß. Auch ist es wohl jene Scheibe mit größerer Beteiligung der englischen Musikerin, die sich mit Abstand am schlechtesten verkaufte.

Es fällt wahrlich schwer auf „Dance Hall At Louse Point“ Höhepunkte auszumachen. Es ist definitiv nicht so, dass experimentelle Musik nicht auch zünden und gut sein kann. Auf diesem Album hört man allerdings lediglich wenige Lieder, die wirklich lohnend sind. Die beiden Lieder zu Beginn seien an dieser Stelle jedoch genannt. Das kurze und sehr sanfte, fast schwebende „Girl“, ein Lied ohne eigentlichen Gesang sowie „Rope Bridge Crossing“, ein etwas bluesiger Titel, der sich langsam steigert. „Civil War Correspondent“ rockt dagegen sogar etwas und besitzt auch eine Melodie, die zumindest etwas ins Ohr geht. „Heela“ klingt ebenfalls rockig, dabei sehr dunkel und etwas verschroben und weiß mit dieser Mischung ebenfalls zu überzeugen. Bliebe noch die Nummer „Is That All There Is?“ aus der Feder des Komponisten-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller zu erwähnen, die diese für Peggy Lee im Jahr 1969 schrieben und welche PJ Harvey hier so wunderschön naiv, fast erzählend vorträgt.

Fazit: Wenig Eingängigkeit oder Melodiösität gibt es auf „Dance Hall At Louse Point“ zu hören. Dafür ist das Album angefüllt mit eher experimentellen Klängen, die auch gar nicht harmonisch klingen müssen. Leider klingen sie dabei allerdings auch nicht gerade spannend, manchmal eher nervig. PJ Harvey wollte diese Scheibe benutzen, um ihre Fähigkeiten beim Textschreiben zu verbessern. Ob ihr dies an dieser Stelle gelungen ist, kann ich nicht erkennen. Auf späteren Alben jedoch sehr wohl. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Girl, Civil War Correspondent, Heela, Is That All There Is?



Donnerstag, 14. Dezember 2017

Michael Bublé – It’s Time




Michael Bublé – It’s Time


Besetzung:

Michael Bublé – vocals


Gastmusiker:

David Foster – keyboards
Chris Botti – trumpet
Gilbert Castellanos – trumpet
Sal Cracchiolo – trumpet
Kye Palmer – trumpet
George Bohanon – trombone
Ira Nepus – trombone
Bill Reichenbach Jr. – bass trombone
Jeff Clayton – alto saxophone
Keith Fiddmont – alto saxophone
Charles Owens – tenor saxophone
Rickey Woodard – tenor saxophone
Lee Callet – baritone saxophone
Dan Higgins – flute, saxophone
Alan Chang – piano
Tamir Hendelman – piano
Randy Waldman – piano
Jochem van der Saag – harmonica, organ
John Chiodini – guitar
Brian Green – guitar
Brandon Jenner – guitar
Dean Parks – guitar
Heitor Pereira – guitar
Michael Thompson – guitar
Anthony Wilson – guitar
Brian Bromberg – bass
Robert Hurst – bass
Christian McBride – bass
Vinnie Colaiuta – drums
Jeff Hamilton – drums
Joseph Quevedo – drums
David Tull – drums
Rafael Padilla – percussion
Nelly Furtado – vocals
Debbie Timuss – background vocals


Label: Reprise Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Vocal Jazz


Trackliste:

1. Feeling Good (3:57)
2. A Foggy Day (In London Town) (2:31)
3. You Don't Know Me (4:14)
4. Quando, Quando, Quando (4:45)
5. Home (3:45)
6. Can't Buy Me Love (3:14)
7. The More I See You (3:47)
8. Save The Last Dance For Me (3:38)
9. Try A Little Tenderness (4:05)
10. How Sweet It Is (2:58)
11. Song For You (4:42)
12. I've Got You Under My Skin (3:40)
13. You And I (3:54)

Gesamtspieldauer: 49:16



„It’s Time“ heißt das vierte Studioalbum des Kanadiers Michael Bublé. Es erschien am 8. Februar des Jahres 2005 auf dem Plattenlabel Reprise Records, einem Tochterunternehmen der Warner Brothers Records. Das Album enthält Cover Versionen von traditionellen sowie zeitgenössischen Pop-Stücken. Die Komponisten sind unter anderem George Gershwin, Cole Porter, Stevie Wonder oder die Beatles John Lennon und Paul McCartney. Dazu gibt es die Nummer „Home“, bei der Michael Bublé als Co-Autor aufgeführt ist.

„It’s Time“ heimste überwiegend sehr schlechte Kritiken ein, verkaufte sich nichtsdestotrotz jedoch sehr gut. Michael Bublé transformierte die dreizehn Lieder hin zu einem etwas jazzigen Big Band Sound, der in die Kategorie fällt: Mag man oder hasst man. Auch ich empfinde es als Desaster, solch ein Lied wie „Can‘t Buy Me Love“ von den Beatles in einer solchen Version anhören zu müssen. Irgendetwas sperrt sich da in mir. Big Band Sound und die Beatles? Das klingt mehr als gewöhnungsbedürftig. Auch sonst, dieser swingende Sound, wie er früher in US-amerikanischen Revuen zu hören war, das ist ganz bestimmt nicht jedermanns Sache. Die Stimme des Michael Bublé ist ausdrucksstark, die Lieder klingen größtenteils jedoch gekünstelt, langweilig und vor allen Dingen zeitlich überholt.

Wer allerdings Frank Sinatra oder Sammy Davis Jr. mochte, der oder dem wird auch dieser Retro-Sound sicherlich gefallen. Diese bewusst ultrarelaxte oder dann wieder swingende Musik, kann andere wiederum ziemlich langweilen. Das gilt für alle Lieder – mit zwei Ausnahmen. Eines der bekanntesten Interpretationen des Michael Bublé dürfte das Lied „Feeling Good“ sein. In diesem Titel verströmt der kanadische Musiker auch genau dieses Gefühl, welches der Titel aussagt. Die Nummer geht ins Ohr, ist absolut gelungen und der Höhepunkt der Platte. Dazu gesellt sich als zweite Ausnahme von der Tristesse noch das Lied „Home“. An diesem Stück war Michael Bublé kompositorisch beteiligt und es klingt und wirkt. Ebenfalls ein Stück, welches längerfristig hängenbleibt. Man hätte sich mehr davon auf „It’s Time“ gewünscht.

Fazit: „It’s Time“ ist eine Platte, die Big Band Freunden und solchen, die Fans der Musik der großen amerikanischen Entertainer der 50er Jahre sind, gefallen wird. Pop-Musik wurde hier in den jazzigen Big Band Sound konvertiert. Das kann gefallen, muss allerdings nicht. Im Falle von „Feeling Good“ ist dieses Vorhaben überaus gelungen, sonst leider kaum noch. Selten ist Musk mehr Geschmacksfrage als im Falle von Michael Bublé. Vier Punkte.

Anspieltipps: Feeling Good



Mittwoch, 13. Dezember 2017

Curtis Stigers – Curtis Stigers




Curtis Stigers – Curtis Stigers


Besetzung:

Curtis Stigers – lead vocals, backing vocals (1, 3, 4, 5, 8, 9, 10), tenor saxophone (1, 7, 11), alto saxophone (2, 10)


Gastmusiker:

Danny Kortchmar – guitar (1, 4, 9)
Michael Landau – guitar (1-7, 9, 10, 11), guitar solo (5)
Buzz Feiten – guitar (2, 3, 5, 6, 10)
Basil Fung – guitar (2, 3, 5)
Michael Thompson – guitar (8)
T. M. Stevens – bass (1, 4, 9, 11)
Abraham Laboriel – bass (2, 3, 6, 7, 8, 10)
Neil Stubenhaus – bass (5)
Jeff Porcaro – drums (1, 4, 9, 11)
John Robinson – drums (2, 3, 5, 6, 7, 10)
Mike Baird – drums (8)
Paulinho da Costa – percussion (3, 5, 6, 7, 10)
David Paich – keyboards (1, 4, 11)
Randy Kerber – keyboards and piano (2, 3, 5-8)
Glen Ballard – additional keyboards (2, 3, 5, 6, 7, 10)
Bill Payne – organ (2, 3, 5, 6, 7, 10)
Jerry Hey – string arrangements (2, 3, 9, 11), horn arrangements (3)
Brandon Fields – horns (3)
Gary Grant – horns (3)
Jerry Hey – horns (3)
Kim Hutchcroft – horns (3)
Ralph Morrison – strings (2, 3)
Reg Hill – strings (2, 3)
Rene Mandel – strings (2, 3)
Helen Nightingale – strings (2, 3)
Frederick Seykora – strings (2, 3)
Richard Altenbach – strings (2, 3)
Roland Kato – strings (2, 3)
Carole Kleister-Castillo – strings (2, 3)
Lisa Johnson – strings (2, 3)
Paula Hochhalter – strings (2, 3)
Ralph Morrison – strings (9, 11)
Frederick Seykora – strings (9, 11)
Margaret Wooten – strings (9, 11)
Roland Kato – strings (9, 11)
Lisa Johnson – strings (9, 11)
Kenneth Yerks – strings (9, 11)
Karen Jones – strings (9, 11)
Ronald Folsom – strings (9, 11)
Christine Ermacoff – strings (9, 11)
Carrie Holzman-Little – strings (9, 11)
Sheldon Sanov – strings (9, 11)
Michael Markman – strings (9, 11)
Angel Rogers – backing vocals (2, 3, 7, 10)
Alfie Silas – backing vocals (2, 6, 7)
Táta Vega – backing vocals (2, 3, 7, 10)
Siedah Garrett – backing vocals (3, 10)
Sarah Taylor – backing vocals (4, 9)
Alexandria Brown – backing vocals (4, 9)
Pattie Brooks – backing vocals (4, 9)
Andraé Crouch – backing vocals (6)
Pattie Howard – backing vocals (6)
Perry Morgan – backing vocals (6)
Sandra Crouch – backing vocals (6)
Rose Banks – backing vocals (6)
Howard McCrary – backing vocals (6)
Jackie Gouche – backing vocals (6)
Geary Faggett – backing vocals (6)


Label: Arista Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Soul, Pop


Trackliste:

1. Sleeping With The Lights On (4:03)
2. I Wonder Why (4:28)
3. You're All That Matters To Me (4:40)
4. The Man You're Gonna Fall In Love With (4:26)
5. People Like Us (4:36)
6. Never Saw a Miracle (3:43)
7. I Guess It Wasn't Mine (3:57
8. Nobody Loves You Like I Do (4:04)
9. I Keep Telling Myself (3:56)
10. Count My Blessings (4:22)
11. The Last Time I Said Goodbye (3:41)

Gesamtspieldauer: 46:02



„Curtis Stigers“ heißt das selbstbetitelte Debut-Album des US-amerikanischen Jazz-Musikers Curtis Stigers. Veröffentlicht wurde das Album am 24. September 1991 auf dem Plattenlabel Arista Records. Auf dieser ersten Scheibe des US-Amerikaners hört man allerdings keinen Jazz, sondern sehr viel Soul-Musik, angereichert mit etwas Pop. Die Platte enthält den größten Hit des Curtis Stigers, „I Wonder Why” und kletterte in den britischen Albumcharts bis auf Platz 7.

Genauso wie das Coverbild aussieht, so klingt auch die Musik des Curtis Stigers auf seiner Debut-Platte: Sehr schleimig die Musik betreffend und in Bezug auf die Texte hin absolut einfallslos. Dieses Thema der „Liebe“ wird hoch und runter gewälzt, manchmal blutet ihm wohl das Herz, manchmal springt es vor Freude – absolut uninteressant und uninspiriert. Bezüglich der Musik bleibt festzuhalten, dass sie keine ist, die ins Ohr geht, melodiös klingt oder gar längerfristig hängenbleibt. Ein süßliches Soul-Gesäusel, garniert mit allzu viel Streichern gibt es auf dem Album zu hören, welches an es keiner Stelle schafft mich zu interessieren geschweige denn zu faszinieren.

Auf „Curtis Stigers“ von Curtis Stigers Höhepunkte auszumachen fällt mir daher sehr schwer, weil diese Musik eben an keiner Stelle auch „meine“ Musik ist. Um jedoch trotzdem ein Lied zu erwähnen, sei hier die Nummer „I Guess It Wasn't Mine“ genannt. Ein Lied, welches sich deutlich weniger in den Gefilden des Soul bewegt, sondern vielmehr im Pop beheimatet ist. Ansonsten ist diese Scheibe eher Qual als Spaß. Nun, Musik ist und bleibt eben Geschmackssache.

Fazit: „Curtis Stigers“, das Debut-Album des US-Amerikaners Curtis Stigers ist eine Platte, angefüllt mit weißer Soul Musik, die hier und da mit ein paar Pop-Einflüssen unterfüttert wird. Gefallen wird einem diese Musik sicherlich nur, wenn man mit dem Genre des Soul auch etwas anzufangen weiß. Ich kann es leider nicht. Außerdem scheint es ein Gesetz zu geben, dass Musik dieser Art immer mit unterirdisch schlechten Texten ausgeliefert wird. Nachhören kann man das einmal mehr auf dem ersten Album des Curtis Stigers mit gleichnamigem Titel. Zwei Punkte.

Anspieltipps: I Guess It Wasn't Mine



Dienstag, 12. Dezember 2017

Anastacia – Anastacia




Anastacia – Anastacia


Besetzung:

Anastacia – vocals, background vocals


Gastmusiker:

Jeff Anderson – bass
Kenny Aronoff – drums
Dallas Austin – guitar, keyboards, midi drums
Glen Ballard – guitar, keyboards
Paul Bushnell – bass
Gary "Mudbone" Cooper – vocals (background)
Andrew Dawson – keyboards
Kara DioGuardi – vocals (background)
Ned Douglas – drum programming, synthesizer programming
Josh Freese – drums
Siedah Garrett – vocal arrangement, vocals (background)
Teese Gohl – string Arrangements
Sean Hurley – bass
Richie Jones – drums
Randy Kerber – keyboards
Eric Kupper – drums, guitar, keyboards
Michael Landau – guitar
Matt Laug – drums
Patrick Leonard – keyboards, programming
Paul Lequerica – vocals (background)
Dan Levitt – guitar
David Levitt – guitar
Brian Macleod – drums
Billy Mann – vocals (background)
MC Foureyez – vocals
Lance Morrison – bass, guitar
Jamie Muhoberac – keyboards
Tim Pierce – guitar
Tony Reyes – bass, guitar
Mark Russell – bass
John Shanks – guitar, keyboards
Rick Sheppard – midi
Ed Sherman – conductor
Dave Stewart – guitar
Shari Sutcliffe – music contractor
Lisa Vaughn – vocals (background)
Audrey Wheeler – vocals (background)
Colin Wolfe – bass


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop, Rock, Soul


Trackliste:

1. Seasons Change (4:17)
2. Left Outside Alone (4:17)
3 Time (3:33)
4. Sick And Tired (3:30)
5. Heavy On My Heart (4:26)
6. I Do (3:04)
7. Welcome To My Truth (4:03)
8. Pretty Little Dum Dum (4:37)
9. Sexy Single (3:52)
10. Rearview (4:12)
11. Where Do I Belong (3:26)
12. Maybe Today (5:15)

Gesamtspieldauer: 48:37



Im Jahr 2003 war bei der US-amerikanischen Sängerin Anastacia Lyn Newkirk Brustkrebs diagnostiziert worden. Sie besiegte den Krebs und ein Jahr später spielte sie ihr drittes, jetzt selbstbetiteltes Studioalbum „Anastacia“ ein und plötzlich klang die Musik der US-Amerikanerin völlig anders, als auf den beiden zuvor veröffentlichten Scheiben. Kein R&B mehr, kein Funk, wenig Pop und nur noch ein Hauch von Soul. Nein, Anastacia klang nun völlig anders – stimmlich wie musikalisch – und das Genre, in dem sie nun wandelte heißt Rock. Am 29. März 2004 wurde das neue Album auf dem Plattenlabel Sony Music veröffentlicht.

Selbst die Stimme von Anastacia klingt hier nicht mehr so übertrieben schnarrend, auch wenn sie es nicht ganz lassen kann. Doch bei vielen Titeln klingt sie fast wie eine „normale“ Rocksängerin, was in diesem Fall ein großer Vorteil ist. So gibt es auf ihrem dritten Album einiges zu hören, was auch wahrlich hörenswert ist. Da bekannteste Stück der Platte ist da zu nennen, „Left Outside Alone“. Das Lied kletterte bis auf Platz 1 der Charts in Australien, Österreich, Italien, Spanien und der Schweiz. „Left Outside Alone“ ist eine melodiöses Rock-Nummer, welche schnell, ins Ohr geht und dort auch länger verbleibt. Weiter überaus hörenswert sind die Stücke „Pretty Little Dum Dum“, ein Lied, welches irgendwo zwischen den Genres Pop und Rock angesiedelt ist. Dazu noch die Nummer „Where Do I Belong“. Sanft startend und sich dann rockig weiterentwickelnd gehört es ebenfalls zu den eingängigen Höhepunkten der Platte.

Das Album selbst belegte in elf europäischen Ländern den ersten Platz der Charts. Darunter waren auch Deutschland, das Vereinigte Königreich, die Niederlande und Schweden. Umso kurioser wirkt es von daher, dass „Anastacia“ von Anastacia in der Heimat der Amerikanerin, den USA, seltsamerweise nie veröffentlicht wurde. Hätte sich jedoch sicherlich gelohnt, denn der hier zu hörende Rock kann durchaus überzeugen, ist melodisch und kraftvoll und bleibt im Ohr hängen – und in den USA soll es ja bekanntlich auch eine ganze Menge Rockfreundinnen und -freunde geben. Anastacia singt deutlich besser und vor allen Dingen wenige aufdringlich, als auf ihren ersten beiden Alben, sodass man auf diesem Album als Fan rockiger Musik durchaus etwas für sich finden wird. Unter den zwölf Liedern versteckt sich auch kein Ausfall, was ebenfalls positiv anzumerken ist.

Fazit: Im Gegensatz zu den ersten beiden Alben der US-Amerikanerin Anastacia, auf denen R&B, Soul und Funk zu hören waren, bekommt man auf ihrer dritten Studioveröffentlichung eine ganze Menge sehr gelungenen Rock geboten. Ihre Stimme nimmt die Sängerin etwas zurück, sie klingt sehr viel angenehmer, als diese schnarrende und schrille Ausführung auf den beiden vorherigen Alben. Die Musik rockt und geht ins Ohr. Lohnt sich für Rock-Fans. Acht Punkte.

Anspieltipps: Left Outside Alone, Pretty Little Dum Dum, Where Do I Belong



Montag, 11. Dezember 2017

Various Artists – Lieder der Heimat




Various Artists – Lieder der Heimat


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Karussell


Erscheinungsdatum: 1989


Stil: Volksmusik, Schlager


Trackliste:

1. Lieder der Heimat (Edith Prock) (3:58)
2. Das Echo vom Königssee (Michael Berger) (2:39)
3. Der Weg zum Herzen (Alfons Bauer / Almdudler) (2:22)
4. Das Glück is a Vögerl (Erich Kunz) (3:35)
5. Heimatwalzer (Maria-Hellwig-Trio) (2:56)
6. Mühlviertlerland mein Heimatland (Hansl Krönauer) (2:37)
7. Schau das Alpenglühn (Keferloher Musikanten & Rita und Alfons Bauer) (3:13)
8. Heimweh nach den Bergen (Herlinde) (3:34)
9. Verlassen, verlassen bin i (Teddy Parker) (1:52)
10. Traumwalzer (Alfons Bauer und sein Orchester) (3:34)
11. 's ist Feierabend (Lolita) (3:02)
12. Das Rennsteiglied (Herbert-Roth-Duo) (3:07)
13. Sehsuchtsjodler (Michael Berger) (2:21)
14. Schicksalslied (Hans Ehrlinger) (3:25)
15. Hoch vom Dachstein an (Mozart-Chor) (3:04)

Gesamtspieldauer: 45:26



„Lieder der Heimat“ ist ein Kompilationsalbum, auf dem man ältere Volkslieder neben etwas neuerer Volksmusik hört. Diese Zusammenstellung erschien im Jahr 1989 auf dem Plattenlabel Karussell. Auch wenn sich auf dem Album zum Teil deutlich modernere Volksmusikklänge finden lassen, so muss man doch positiv anmerken, dass diese Musik mit „richtigen“ Instrumenten eingespielt wurde. Drum-Computer und Synthesizer haben auf dieser Veröffentlichung nichts verloren. Hier grenzt sich diese Musik wunderbar vom volkstümlichen Schlager ab.

Es wird viel gejodelt auf „Lieder der Heimat“, dann klingt es auch mal nach Operette wie beim Lied „Das Glück is a Vogerl“. Man muss das alles mögen, für Freunde der Rockmusik wird es da natürlich eng, sehr eng. Doch auch wenn man mit dieser Art der Musik wenig bis ganz wenig anzufangen weiß, so ist sie doch handgemacht, tanzbar und geht zum Teil auch ganz nett ins Ohr. Ein Walzer im Viervierteltakt nach dem anderen bekommt man hier zu hören und mit Margot Hellwig, Lolita, Edith Prock und Hansl Krönauer sind auch einige bekannte Musiker der Volksmusik-Szene vertreten.

Fazit: Für Freundinnen und Freunde „echter“ Volksmusik geeignet. Schlager-Fans werden damit schon deutlich weniger anzufangen wissen, denn hier fehlt ja der Schlagzeugcomputer und der Synthesizer. Musik passend zu den Bergen, weniger für das Bierzelt, sehr viel mehr zum Walzertanzen, wenn man das denn kann. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Das Rennsteiglied



Sonntag, 10. Dezember 2017

Robbie Williams – Intensive Care




Robbie Williams – Intensive Care


Besetzung:

Robbie Williams – lead vocals, backing vocals, guitar, bass guitar, epiphone casino, synthesizer


Gastmusiker:

Stephen Duffy – guitar, keyboards, nord lead, wine glass, sitar, harp, sequencers, shakers, dilruba, harmonica
Claire Worrall – backing vocals, (track 11) piano, mellotron, hammond b3, helicopter
Melvin Duffy – pedal steel guitar (track 11)
Neil Taylor – guitar (track 11)
Greg Leiz – guitar
Justin Duarte – acoustic guitar
Jerry Meehan – bass guitar, fender precision (track 11)
Matt Chamberlain – drums, percussion (track 11)
Kate Kissoon – backing vocals
Tessa Niles – backing vocals
Jeff Babko – trombone (track 11)
Cleto Escobedo – baritone saxophone (track 11)
Waddy Wachtel – guitar (track 11)
Jebin Bruni – synthesizer
Davey Farragher – bass guitar, fender precision
John Paterno – guitar
Buddy Judge – guitar
Max Beesley – percussion, vibes
Gary Nuttall – backing vocals (track 11)
Carlton E. Anderson – choir (tracks 3 and 11)
Maxi Anderson – choir (tracks 3 and 11)
Randy Crenshaw – choir (tracks 3 and 11)
Judith Hill – choir (tracks 3 and 11)
Julia Tillman – choir (tracks 3 and 11)
Carmen Twillie – choir (tracks 3 and 11)
Oren Waters – choir (tracks 3 and 11)
Maxine Waters Willard – choir (tracks 3 and 11)
Will Wheaton Jnr – choir (tracks 3 and 11)
Terry Wood – choir (tracks 3 and 11)
Charlie Bisharat – violins (tracks 1, 2, 3, 5, 6, 8, 10 and 12)
Mario De Leon – violins (tracks 1, 3, 5, 6 and 8)
Armen Garabedian – violins (tracks 1, 2, 3, 5, 10 and 12)
Berj Garabedian – violins (tracks 1, 3, 5, 6 and 8)
Alan Grunfeld – violins (tracks 1, 3 and 5)
Sara Pakins – violins (tracks 1, 2, 3, 5, 6, 8, 10 and 12)
Michelle Richards – violins (tracks 1, 2, 3, 5, 6, 8, 10 and 12)
Sarah thornblade – violins (tracks 1, 3, 5, 6 and 8)
Josefina Vergara – violins (tracks 1, 2, 3, 5, 6, 8, 10 and 12)
John Wittenburg – violins (tracks 1, 2, 3, 5, 6, 8, 10 and 12)
Denyse Buffum violas (tracks 1, 2, 3, 5, 6, 8, 10 and 12)
Matt Funes – cello
Roland Kato – cello
Evan Wilson – cello
Larry Corbett – cello
Suzie Katayama – cello
Dan Smith – cello


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Pop, Soft Rock


Trackliste:

1. Ghosts (3:42)
2. Tripping (4:36)
3. Make Me Pure (4:33)
4. Spread Your Wings (3:50)
5. Advertising Space (4:37)
6. Please Don't Die (4:47)
7. Your Gay Friend (3:21)
8. Sin Sin Sin (4:09)
9. Random Acts Of Kindness (4:15)
10. The Trouble With Me (4:20)
11. A Place To Crash (4:34)
12. King Of Bloke And Bird (6:13)

Gesamtspieldauer: 53:03



„Intensive Care“ heißt das sechste Studioalbum des englischen Musikers Robbie Williams. Veröffentlicht wurde die Scheibe am 24. Oktober im Jahr 2005 auf dem Plattenlabel EMI. Auf „Intensive Care“ hört man eine Mischung aus Pop und Rock, wobei es sich im Falle der rockigen Passagen eher um Soft Rock, denn um Hard Rock handelt. Die Platte verkaufte sich überaus gut und platzierte sich im Vereinigten Königreich, Deutschland, Australien, Argentinien und vielen anderen Ländern mehr auf dem ersten Platz der Verkaufscharts. Zur Tour zum Album gibt es sogar einen Vermerk im Guinness Book of World Records, denn am ersten Tag des Vorverkaufs für die anstehenden Konzerte wurden insgesamt 1,6 Millionen Tickets verkauft – das gab es so noch nie.

Robbie Williams schwimmt mit „Intensive Care“ ganz auf der Pop-Mainstream-Schiene. Solcher Art Musik muss einfach kommerziell erfolgreich sein. Die Lieder hören sich durch die Bank weg eingängig und melodiös an. Alles klingt und geht ins Ohr auf dieser Platte. Die einzelnen Titel sind perfekt produziert und abgemischt, an keiner Stelle des Albums gibt es hier etwas Negatives zu erwähnen oder einen Anlass zum Nörgeln. Nichtsdestotrotz überzeugt die Platte nicht vollends. Die Lieder mögen melodiös klingen, schwimmen dabei jedoch nur oberflächlich an einem vorbei. Nur sehr wenig geht hier in die Tiefe, klingt und wirkt packend und spannend. Alles scheint genau auf diese schnelle Eingängigkeit hin produziert worden zu sein. Nur wenige der Lieder klingen länger nach.

Trotzdem soll das nicht bedeuten, dass „Intensive Care“ ein schlechtes Album wäre, das ist es nämlich nicht. Robbie Williams unterhält mit der Platte seine Hörerinnen und Hörer – das ist ihm wahrlich nicht abzusprechen. Man kann die Musik des Engländers genießen, wenn sie gerade gespielt wird. Doch wenn das letzte Lied verklungen, der letzte Akkord ausgeblendet ist, dann bleibt nicht mehr so viel von dieser Scheibe hängen. Doch eine Ausnahme gibt es da auf „Intensive Care“ auch. Das Lied „Advertising Space“ ist eines jener Stücke, die wirken und nachhallen, hängenbleiben und auf die man sich bei jedem neuen Anstimmen freut. Bei aller Unterhaltung ist es jedoch lediglich dieses eine Lied, welches so überzeugt und aus den anderen herausragt.

Fazit: Freundinnen und Freunde der Pop-Musik und des sanfteren Rocks, werden an „Intensive Care“ ihre Freude haben. Das Album ist vollgestopft mit Mainstream-Pop, der durchaus ins Ohr zu gehen versteht. Nachhaltig ist das zwar nicht sonderlich, doch schön anzuhören allemal. Und dann gibt es da auf der Platte noch das Lied „Advertising Space“. Dieses klingt nach, ist gefühlvoll, einfach schön und lohnt sehr gehört zu werden. Acht Punkte.

Anspieltipps: Tripping, Advertising Space



Samstag, 9. Dezember 2017

Vangelis – 1492 - Conquest Of Paradise




Vangelis – 1492 - Conquest Of Paradise


Besetzung:

Vangelis – all instruments


Gastmusiker:

Bruno Manjarres – spanish guitar, voices
Pepe Martinez – spanish guitar, voices
Francis Darizcuren – mandolin, violin
Didier Malherbe – flutes
Guy Protheroe – vocals
English Chamber Coir


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Soundtrack, Instrumentalmusik


Trackliste:

1. Opening (1:22)
2. Conquest Of Paradise (4:48)
3. Monastery Of La Rábida (3:38)
4. City Of Isabel (2:16)
5. Light And Shadow (3:46)
6. Deliverance (3:28)
7. West Across The Ocean Sea (2:53)
8. Eternity (1:59)
9. Hispañola (4:56)
10. Moxica And The Horse (7:06)
11. Twenty Eighth Parallel (5:14)
12. Pinta, Niña, Santa María (Into Eternity) (13:20)

Gesamtspieldauer: 54:52




„1492 - Conquest Of Paradise“ ist das vierundzwanzigste Album des griechischen Komponisten Evangelos Odysseas Papathanassiou, der den meisten wohl eher unter seinem Künstlernamen Vangelis bekannt sein dürfte. Gleichzeitig ist das Album der neunte Soundtrack, den Vangelis zu einem Film beisteuerte und veröffentlichte. Auf „1492 - Conquest Of Paradise“ arbeitete Vangelis erneut mit Regisseur Ridley Scott zusammen, für dessen Film „Blade Runner“ aus dem Jahr 1982 er ebenfalls den Soundtrack komponierte. Der Soundtrack und die im Film verwendete Musik unterschieden sich im Falle von „1492 - Conquest Of Paradise“ jedoch deutlich.

„1492 - Conquest Of Paradise“ klingt sehr intensiv, zum Teil auch fast schon martialisch. Das bekannteste Lied des Soundtracks dürfte das Titellied „Conquest Of Paradise“ sein. Genau wie der Film wenig Zuschauer anlockte, so verkaufte sich auch der Soundtrack zunächst wenig erfolgreich. Das änderte sich allerdings, als der deutsche Boxer Henry Maske das Lied „Conquest Of Paradise“ Ende des Jahres 1994 für den Einmarsch in den Ring bei einem seiner Weltmeisterschaftskämpfe verwendete. Das Lied stand danach elf Wochen lang auf Platz Eins der deutschen Single-Charts. Im Sog dieses Erfolgs verkaufte sich nun auch das ganze Soundtrack-Album deutlich besser.

Die Musik ist oftmals dicht, seltener klingt es auch mal sphärischer. Jedes Lied auf der Platte geht gut ins Ohr, ist melodiös und eingängig gehalten. Man kann die einzelnen Stücke auch ganz herausgelöst aus dem Gesamtzusammenhang hören, da sie sehr wohl einzeln wirken. Im weiteren Verlauf der Platte klingt es dann allerdings manchmal etwas experimenteller, was wohl daran liegt, dass die entsprechenden Bilder zu den filmischen Szenen nicht gesehen werden können. Trotzdem lässt sich alles – im Gegensatz zu manch anderem Soundtrack – auch gut ohne bildliche Untermalung anhören. Die Musik klingt intensiv und wirkt.

Fazit: „1492 - Conquest Of Paradise“ ist ein Soundtrack-Album zum gleichnamigen Film. Die Musik vom griechischen Komponisten Vangelis klingt dicht gepackt und wirkt auch ohne den Film, dessen musikalische Untermalung sowieso stark vom Soundtrack abweicht. Berühmtestes Lied ist jenes, welches der Boxer Henry Maske zu seinem Einlauflied auserkor, das Titellied „Conquest Of Paradise“. Acht Punkte.

Anspieltipps: Conquest Of Paradise, Monastery Of La Rábida



Freitag, 8. Dezember 2017

Sting – Fields Of Gold (The Best Of 1984 - 1994)




Sting – Fields Of Gold (The Best Of 1984 - 1994)


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: A&M Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. When We Dance (5:59)
2. If You Love Somebody Set Them Free (4:15)
3. Fields Of Gold (3:39)
4. All This Time (4:55)
5. Englishman In New York (4:27)
6. Mad About You (3:53)
7. It's Probably Me (5:00)
8. They Dance Alone (Cueca Solo) (7:15)
9. If I Ever Lose My Faith In You (4:31)
10. Fragile (3:53)
11. We'll Be Together (3:51)
12. Moon Over Bourbon Street (4:00)
13. Love Is The Seventh Wave (3:30)
14. Russians (3:57)
15. Why Should I Cry For You (4:51)
16. This Cowboy Song (5:00)
17. Fragilidad (3:51)

Gesamtspieldauer: 1:16:54




„Fields Of Gold (The Best Of 1984 - 1994)“ heißt das erste Kompilationsalbum des britischen Musikers Sting. Darauf enthalten sind die Hit Singles seiner ersten vier Solo-Alben „The Dream Of The Blue Turtles“, „...Nothing Like The Sun“, „The Soul Cages“ sowie „Ten Summoner's Tales“. Dazu enthält die Platte mit den Liedern „When We Dance“ und „This Cowboy Song“ noch zwei neue Stücke, die beide auch als Singles ausgekoppelt wurden. „Fields Of Gold (The Best Of 1984 - 1994)“ erschien am 8. November 1994 auf dem Plattenlabel A&M Records und ist das mit Abstand erfolgreichste Kompilationsalbum des Sting bis zum heutigen Tag.

Was immer man auch von der Vorgehensweise halten soll, auf einem „Best Of…“-Album zusätzlich noch neue Titel zu platzieren, ein leichter Beigeschmack bleibt auf jeden Fall. Denn solch ein Vorgehen bedeutet nun mal nichts anderes, als den geneigten Fan, der die übrigen Titel bereits von den offiziellen Studioalben her besitzt und dieses Album nicht mehr kaufen würde, doch noch zu animieren, diese Album zu erwerben. Nun, nichtsdestotrotz bleibt festzustellen, die Hits, die Sting bis zum Jahr 1994 in seiner Solo-Karriere verzeichnete, diese sind alle auf „Fields Of Gold (The Best Of 1984 - 1994)“ enthalten.

Auch wenn Sting vielleicht nicht der beste Songschreiber aller Zeiten ist, wie er mal selbst von sich behauptete, so hat er doch einige wirklich sehr schöne Titel geschrieben. Darunter auch solch Ohrwürmer wie „If You Love Somebody Set Them Free“, „Englishman In New York“ oder „Russians“. Hier macht es durchaus Spaß zuzuhören, viele der Lieder des in Wallsend, Northumberland geborenen Musikers bleiben länger im Ohr und besitzen diesen Wiedererkennungswert, der so manches Lied zu etwas Besonderem, werden lässt. Die Musik des Sting ist eher Pop denn Rock, bei dem die Harmonie zumeist an allererster Stelle steht. Sting hat das Gespür für die Melodie und schafft es auch Musik zu erschaffen, die sich niemals ähnelt. Allerdings kann nicht alles von Sting auf diesem Album überzeugen. Einige Lieder auf „Fields Of Gold (The Best Of 1984 - 1994)“ klingen, auch wenn sie sogar Single-Auskopplungen waren, eher nach Füllmaterial, als nach „Hit“. 

Fazit: Mit „Fields Of Gold (The Best Of 1984 - 1994)“ bekommt man einen guten Überblick über das Solo-Werk des Sting auf seinen ersten vier Platten. Seine Hits der damaligen Zeit sind alle auf diesem Album enthalten. Dazu gibt es zwei neue Nummern, nicht sehr interessant und wohl nur dazu gedacht, noch zusätzliche Käufer zum Erwerb zu animieren. Das ändert allerdings nichts am Gesamteindruck, den die Plate hinterlässt und der ist überwiegend gut. „Fields Of Gold (The Best Of 1984 - 1994)“ macht an einigen Stellen durchaus Spaß. Neun Punkte.

Anspieltipps: If You Love Somebody Set Them Free, Englishman In New York, Mad About You, Russians



Donnerstag, 7. Dezember 2017

Kylie Minogue – Fever




Kylie Minogue – Fever


Besetzung:

Kylie Minogue – lead vocals, background vocals


Gastmusiker:

Steve Anderson – keyboards, programming
Rob Davis – drum programming, electric guitar, keyboards
Cathy Dennis – keyboards, background vocals
Bruce Elliot Smith – programming
Greg Fitzgerald – guitar, keyboards, programming
Julian Gallagher – rhodes piano, keyboards
Billie Godfrey – background vocals
Martin Harrington – guitar, keyboards, programming
Ash Howes – keyboards, programming
Anders Kallmark – programming
Phil Larsen – programming
Steve Lewinson – bass
Richard "Biff" Stannard – guitar, background vocals
Alvin Sweeney – programming
John Thirkell – flute, trumpet
Gavyn Wright – lead strings


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Dance Pop


Trackliste:

1. More More More (4:41)
2. Love At First Sight (3:59)
3. Can't Get You Out Of My Head (3:51)
4. Fever (3:31)
5. Give It To Me (2:50)
6. Fragile (3:46)
7. Come Into My World (4:31)
8. In Your Eyes (3:20)
9. Dancefloor (3:25)
10. Love Affair (3:49)
11. Your Love (3:49)
12. Burning Up (3:59)

Gesamtspieldauer: 45:38



„Fever“ nannte die Australierin Kylie Minogue ihr achtes Studioalbum. Veröffentlicht wurde „Fever“ am 1. Oktober 2001 auf dem Plattenlabel Parlophone. Diese Platte ist ein Dance-Pop-Album geworden, das sehr synthetisch klingt und durchaus auch Attribute des Synthie Pop aufweist. Diskotheken- und Club Musik zum Tanzen gibt es auf der Scheibe vom ersten bis zum letzten Takt zu hören.

Zumeist sind die einzelnen Lieder dabei nicht besonders eingängig, es geht um den Beat, der immer auf den Punkt aus dem Synthesizer kommt und geradezu gnadenlos auf die Hörerin und den Hörer einhämmert. Ohne zu viel Melodie gibt es auf diesem Album auch wenig, was wirklich hängenbleibt. Dazu gesellt sich die ziemlich piepsig klingende Stimme der Kylie Minogue und fertig ist ein Album, welches durchaus auch von den Schlümpfen stammen könnte, wenn diese einen Synthesizer ausprobieren und vorher magische Pilze genossen haben. Das klingt alles sehr, sehr gewöhnungsbedürftig nach Plastik, rhythmisch und gleichzeitig monoton und ziemlich langweilig.

Da mich auf dieser Scheibe nichts überzeugt, ist es für mich auch entsprechend schwierig, Höhepunkte herauszuhören. Dieses dumpfe und eintönige Gestampfe mag vielleicht auf Tanzflächen klingen, ist ansonsten allerdings sehr schwere Kost. Eine Melodie kann man immerhin noch bei dem Lied „Can't Get You Out Of My Head“ und dem Titelstück „Fever“ erkennen. Deshalb seien diese beiden Nummern an dieser Stelle auch erwähnt. Ein Qualitätsmerkmal ist dies allerdings sicherlich nicht.

Fazit: Dance und Synthie Pop hört man auf „Fever“, dem achten Studioalbum der australischen Sängerin Kylie Minogue. Ein dumpfer und monotoner Beat wird aufgenommen – zu Beginn des Albums – und bis zum letzten Takt der Scheibe durchgezogen. Die Melodie der Lieder spielt nur eine untergeordnete Rolle, man hört einen absolut synthetischen Sound, nichts klingt echt auf „Fever“, noch nicht einmal die Stimme der Kylie Minogue. Drei Punkte.

Anspieltipps: Can't Get You Out Of My Head, Can't Get You Out Of My Head, Fever



Mittwoch, 6. Dezember 2017

Elton John – Love Songs




Elton John – Love Songs


Besetzung:

Elton John – vocals, piano


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Pop


Trackliste:

1. Can You Feel The Love Tonight (4:02)
2. The One (5:55)
3. Sacrifice (5:09)
4. Daniel (3:55)
5. Someone Saved My Life Tonight (6:47)
6. Your Song (4:03)
7. Don't Let The Sun Go Down On Me (5:50)
8. Believe (4:44)
9. Blue Eyes (3:29)
10. Sorry Seems To Be The Hardest Word (3:50)
11. Blessed (5:03)
12. Candle In The Wind (4:02)
13. You Can Make History (Young Again) (4:56)
14. No Valentines (4:11)
15. Circle Of Life (4:50)

Gesamtspieldauer: 1:10:51



Es gibt eine schier endlose Anzahl von Kompilationsalben des Elton John. „Love Songs“ aus dem Jahr 1995 hat als Aufhänger die Liebeslieder des Elton John gewählt. Die Platte ist eine weitere, die sich in der Diskographie des Engländers sehr gut verkaufte. Die Atmosphäre auf „Love Songs“ ist, genau wie der textliche Gehalt der Lieder, natürlich sehr eindimensional gehalten. Veröffentlicht wurde diese Zusammenstellung am 6. November 1995 auf dem Plattenlabel MCA Records. Die Platte erschien in verschiedenen Versionen, auf dieser hier hört man Elton John beim Titel „Don‘t Let The Sun Go Down On Me“ in einem Live-Duett mit George Michael.

Wenn die Musik im Pop-Bereich lediglich dieses Thema der Liebe behandelt, dann bleibt es häufig gar nicht aus, dass sie auch etwas weicher und manchmal auch etwas schleimiger klingt. Bei den fünfzehn Titeln auf „Love Songs“ trifft das zum allergrößten Teil zu. Sanfte Titel, allesamt melodiös und eingängig, immer harmonisch und das Ohr umschmeichelnd. Dies kann bis zur Nerverei auf die Spitze getrieben werden, passiert auch auf „Love Songs“. So mancher Titel ist da kaum auszuhalten, so unfassbar weich, süßlich, stark überzuckert klingt es dann, dass man sich einfach nach harten Gitarren sehnt.

Selbstverständlich gehen allerdings viele der Lieder eben auch angenehm ins Ohr, bleiben dort zudem hängen. Nur diese geballte Ladung ist irgendwie schwer zu verkraften. Lieder wie „Your Song“, „Believe“ oder auch das berühmte „Candle In The Wind“, welches Elton John zum Tode von Prinzessin Diana nochmals umtextete, besitzen durchaus eine ganz spezielle Atmosphäre, die auch wirkt. Dies allerdings neben anderen Titeln, die nur noch süßlich klingen und leider deutlich weniger begeistern können. Im Gesamtkonvolut dieser Zusammenstellung wirken allerdings alle Lieder irgendwann etwas „komisch“.

Fazit: Eine Zusammenstellung der etwas anderen Art hat Elton John mit „Love Songs“ gewählt. Auf diesem Kompilationsalbum hört man, wie der Name bereits verrät, eine Auswahl seiner Liebeslieder. Die Atmosphäre auf „Love Songs“ ist eine warme, weiche und süße, die hier ganz geballt auf die Hörerin und den Hörer niederprasselt. Durchaus schöne Stücke sind auf diesem Kompilationsalbum enthalten, jedoch auch quälende Nummern, die ultrasüß klingen. Wohl nur etwas für ganz intensive Elton John Fans, die die Einzelplatten nicht besitzen oder aber für Träumer, die sich ab und an gerne in ihre eigene Welt zurückziehen und vom Alltag mit dieser Musik abschalten können. Genau das schaffe ich auch mit Musik, allerdings nicht mit dieser auf „Love Songs“. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Your Song, Believe, Candle In The Wind