Mittwoch, 14. November 2018

Fox And Bones – Better Land




Fox And Bones – Better Land


Besetzung (keine weiteren Instrumentenangaben):

Sarah Vitort
Scott Gilmore


Gastmusiker (keine weiteren Instrumentenangaben):

Joe Intile,
Joey Harmon
Peter Marcott
Todd Gee
Jeramy Burchett
Morgan Quinn
John Kim
Amy akansson
Everett Carlson
Saeeda Wright
Arietta Ward
Alonzo Chadwick
Phinizea Chadwick
Matt Greco
Nathan Alef
Milo Fultz
Dominick Lukas Schmidt


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Folk, Pop, Country


Trackliste:

1. Little Animal (3:32)
2. Love Me Like A River (3:29)
3. Roots (3:40)
4. Roads (3:44)
5. Reckless (4:17)
6. Tricky Love (1:57)
7. Better Land (3:59)
8. Strange (4:32)
9. Pin Up (3:56)
10. Any Of It With You (3:043)
11. Welcome Home (3:29)

Gesamtspieldauer: 39:44




Fox And Bones, das sind Sarah Vitort und Scott Gilmore aus Portland, Oregon, USA, die mit „Better Land“ am 19. Oktober 2018 ihr zweites Studioalbum veröffentlichten. Auf diesem hört man eine Mischung aus Folk, Pop und auch Country-Anleihen, welche ziemlich schnell, zum großen Teil sogar bereits beim ersten Mal des Hörens ins Ohr geht und auch dort längerfristig nachhallt.

Es sind die Melodien, die bei den Liedern von Fox And Bones im Zentrum stehen. Diese beseelen die Lieder mit tiefen Emotionen, welche zwischen einer gewissen Fröhlichkeit und einer unüberhörbaren Sehnsucht hin- und herpendeln. Musik, die wirkt und der man sich kaum entziehen kann. Hier lohnt es sich in die Lieder fallen zu lassen, die Augen zu schließen und einfach zu genießen. Den Gesang teilen sich Sarah Vitort und Scott Gilmore, wodurch weitere Spannung aufgebaut wird und „Better Land“ noch abwechslungsreicher aus den Boxen erklingt.

Man kann „Better Land“ durchhören, ohne dabei die Fernbedienung in den Händen halten zu müssen. Es gibt keine Ausfälle auf diesem Album, auf dem sich elf Titel befinden, die wirken und unterhalten. Meine persönlichen Favoriten sind dabei die Lieder „Love Me Like A River“, „Roots“ und „Welcome Home“. „Love Me Like A River“ ist das rockigste Lied auf „Better Land“, geht wunderschön in die Füße, da muss man einfach mitwippen. „Roots“ ist dagegen eine sanfte Ballade mit ein wenig Ohrwurmcharakter. Der letzte Titel des Albums schließlich, „Welcome Home“, klingt wunderschön sehnsüchtig bis melancholisch. Allen drei Nummern ist dabei diese bereits erwähnte Eingängigkeit gemein, die die Hörerin und den Hörer einfach mitnimmt.

Fazit: Ein schönes, zumeist sanftes Album ist „Better Land“ des Duos Fox And Bones geworden. Musik, die sich zum größten Teil im Genre des Folk bewegt, allerdings auch Einflüsse des Pop und Rock zulässt und zudem an mancher Stelle das Genre des Country ganz leicht streift. Die Melodien stehen im Vordergrund auf „Better Land“ und das macht diese Scheibe für alle sehr hörenswert, die auf Eingängigkeit stehen. Neun Punkte.

Anspieltipps: Love Me Like A River, Roots, Welcome Home



Dienstag, 13. November 2018

Neon Saturdays – Freaks In The Ocean




Neon Saturdays – Freaks In The Ocean


Besetzung:

Andrew – lead vocals 
Edwin – lead guitar, backing vocals 
Martin – bass, backing vocals 
Lynard – drums


Label: Solid Sounds


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Pop


Trackliste:

1. Phoenix (3:25)
2. Turn Back Time (3:45)
3. Since 17 (3:57)
4. Heartbeat (3:17)
5. Restless (3:05)
6. I‘m Alive (3:50)
7. Lessons Never Learned (3:51)
8. Gravity (3:40)
9. Movie Love (3:32)
10. Shadow My Love (2:46)
11. Get Up (3:27)

Bonus Track:

12. I Don‘t Mind (4:29)

Gesamtspieldauer: 43:09



Die Neon Saturdays sind eine Band aus Sigulda, einer Kleinstadt nahe Riga in Lettland, die im Jahr 2012 gegründet wurde. Mit dem Album „Freaks In The Ocean“ erschien am 9. November 2018 bereits das zweite Album der vier Musiker, nach dem selbstbetitelten Debut im März des Jahres 2014.

Auf „Freaks In The Ocean“ hört man überaus eingängigen Pop, der nur wenige Takte benötigt, um ins Ohr zu gehen. Eingängige poppige Melodien, gepaart mit Rhythmen, die zum Mitwippen animieren und die einzelnen Lieder dadurch auch tanzbar werden lassen. Auf dem Album hört man zwölf Titel, die leicht und locker klingen, dabei ununterbrochen gute Laune verbreiten. Die Länge der einzelnen Lieder weist schon darauf hin, dass es sich bei der Musik der Neon Saturdays um durchweg radiotaugliche Nummern handelt, die zu jeder Zeit und Tätigkeit gehört werden können. Kompliziert oder vertrackt klingt dabei nichts, alles ist auf die schnelle Eingängigkeit hin produziert.

Besonders gelungen klingen die sanfte und melodische Ballade „Lessons Never Learned“, die so wunderschön sehnsüchtig klingt. Auch das folgende Stück „Gravity“, ein Pop-Titel mit Ohrwurmcharakter, der sich wahrlich sehr schnell festsetzt, weiß zu überzeugen und zu gefallen. Weiter zu nennen wären an dieser Stelle das fröhliche „Get Up“, welches zum Mitsingen animiert, sowie der Bonus Track des Albums, „I Don‘t Mind“, ebenfalls eine sehr eingängige Nummer, die mit dem ersten Mal des Hörens wirkt.

Fazit: Die Neon Saturdays erfinden auf ihrem zweiten Album „Freaks In The Ocean“ die Musik bestimmt nicht neu, aber das wollen die Musiker ganz sicher auch nicht. Sie möchten unterhalten mit ihrer Musik und das gelingt den Neon Saturdays mit ihren zwölf Titeln des Albums, die allesamt klingen und wirken. Würde die Band aus den USA oder Großbritannien kommen, hätte man bestimmt schon mehr von ihnen gehört. Acht Punkte.

Anspieltipps: Lessons Never Learned, Gravity, Get Up, I Don‘t Mind



Montag, 12. November 2018

Riverside – Rapid Eye Movement




Riverside – Rapid Eye Movement


Besetzung:

Mariusz Duda – vocals, bass, acoustic guitar
Piotr Grudzinski – guitars
Piotr Kozieradzki – drums
Michał Łapaj – keyboards


Gastmusiker:

Artur Szolc – percussion on “Schizophrenic Prayer”


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2007


Stil: Progressive Rock, Art Rock, Progressive Metal


Trackliste:

Part One: Fearless
     1. Beyond The Eyelids (7:56)
     2. Rainbow Box (3:36)
     3. 02 Panic Room (5:29)
     4. Schizophrenic Prayer (4:20)
     5. Parasomnia (8:10)
Part Two: Fearland
     6. Through The Other Side (4:05)
     7. Embryonic (4:10)
     8. Cybernetic Pillow (4:45)
     9. Ultimate Trip (13:13)

Gesamtspieldauer: 55:48




„Rapid Eye Movement“ heißt das dritte Studioalbum der polnischen Progressive Rock Band Riverside. Gleichzeitig ist die Platte auch der dritte und letzte Teil der Reality Dream Trilogie, die mit dem ersten Album „Out Of Myself“ begonnen und mit dem Album „Second Life Syndrom“ fortgesetzt wurde. „Rapid Eye Movement“ wurde am 24. September auf dem Plattenlabel Mystic Production in Polen veröffentlicht und erschien vier Tage später europaweit auf dem Label InsideOut Music. Das Album wurde von der britischen Musikzeitschrift „Classic Rock“ als eines der zehn wichtigsten Progressive-Rock-Alben des Jahrzehnts bezeichnet.

Wer auf die etwas härtere Ausführung des Progressive Rock steht, die oder der wird mit dem Album „Rapid Eye Movement“ jede Menge Spaß haben. Zumindest, wenn man sich die „Mühe“ macht und sich der Ausdauer hingibt, die Platte öfters als ein oder zwei Mal durchzuhören und sich dann erst sein Urteil bildet. Im Falle von „Rapid Eye Movement“ dürfen es durchaus ein paar Durchläufe mehr sein, damit sich die Musik einem vollends erschließt, die Melodiebögen zu guten Bekannten werden, die man gerne wiedertrifft, die härteren Abschnitte noch besser rocken und die progressiveren Passagen noch besser und überzeugender klingen. Viele der Lieder gehen erst später ins Ohr und wirken dann erst richtig spannend. Schließlich hört man mit „Rapid Eye Movement“ eine Platte, angefüllt mit sehr melodischem Rock, durchaus an vielen Stellen bis zum Genre des Hard Rock beziehungsweise Metal reichend, ohne dabei jedoch den Atem der Eingängigkeit zu verlieren. Dabei ist die Musik überaus abwechslungsreich und an keiner Stelle vorhersehbar.

Es gibt keinerlei Ausfälle auf diesem Album, alles wirkt und klingt überzeugend. Meine persönlichen Favoriten auf „Rapid Eye Movement“ lauten „Schizophrenic Prayer“, „Through The Other Side“ und schließlich „Ultimate Trip“. Diese drei Nummern ragen noch etwas heraus. „Schizophrenic Prayer“ ist ein eher ruhiges Lied, versehen mit einer Melodie, die sofort ins Ohr geht und dabei so wunderschön verwunschen bis mystisch klingt. Dazu gesellt sich gegen Ende des Stücks eine Perkussion, die aus gehauchten „Hah‘s“ besteht und dieses Lied durchaus besonders und außergewöhnlich klingen lässt. „Through The Other Side“ ist das ruhigste Lied auf „Rapid Eye Movement“ und ebenfalls mit einer wunderschönen Melodie ausgestattet. „Ultimate Trip“ schließlich, das längste Stück des Albums, ist auch gleichzeitig das abwechslungsreichste Lied auf „Rapid Eye Movement“. Hier bewegen sich Riverside am ehesten im Bereich des Progressive Rock, verschiedene Lied-Passagen gehen ineinander über, werden erneut aufgegriffen und spielen mit den Atmosphären, mit laut und leise, schnell und langsam.

Fazit: Ein sehr abwechslungsreiches Album der polnischen Band Riverside mit ihrer dritten Veröffentlichung „Rapid Eye Movement“ gelungen. Man hört hier Progressive Rock, der im 21. Jahrhundert angekommen ist. Die Lieder gehen ins Ohr und hallen nach. Um das Gehörte vollends einordnen zu können sind zwar mehrere Durchläufe ratsam, damit sich einem diese Musik restlos erschließt, dann jedoch hallt sie beständig nach. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Schizophrenic Prayer, Through The Other Side, Ultimate Trip



Sonntag, 11. November 2018

Procol Harum – Procol Harum




Procol Harum – Procol Harum


Besetzung:

Gary Brooker – vocals, piano
Robin Trower – guitar
Matthew Fisher – organ
Dave Knights – bass
B.J. Wilson – drums
Ray Royer – guitar
Keith Reid – lyrics


Label: Esoteric Recordings (ursprünglich: Regal Zonophone)


Erscheinungsdatum: 1967


Stil: Pop, Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

CD1:

1. Conquistador (2:40)
2. She Wandered Through The Garden Fence (3:24)
3. Something Following Me (3:37)
4. Mabel (1:54)
5. Cerdes (Outside The Gates Of) (5:03)
6. A Christmas Camel (4:49)
7. Kaleidoscope (2:54)
8. Salad Days (Are Here Again) (3:40)
9. Good Captain Clack (1:31)
10. Repent Walpurgis (5:05)

Bonus Tracks:

11. A Whiter Shade Of Pale (Single Version) (4:08)
12. Lime Street Blues (Single Version) (2:52)
13. Homburg (Single Version) (3:57)
14. Good Captain Clack (Single Version) (1:29)
15. Alpha (Previously Unreleased) (3:50)
16. Salad Days (Are Here Again) (4:12)
17. Understandably Blue (Previously Unreleased) (2:59)
18. Pandora's Box (Previously Unreleased Instrumental) (3:05)
19. Cerdes (Outside The Gates Of) (Alternate Mono Mix) (4:45)
20. Something Following Me (Alternate Mono Mix) (3:38)

CD2:

1. A Whiter Shade Of Pale (Extended Early Version - March 1967) (6:04)
2. Homburg (Extended Stereo Version) (5:33)
3. Repent Walpurgis (Extended Stereo Version - August 1967) (7:27)
4. Conquistador (1971 Stereo Mix) (2:39)
5. She Wandered Through The Garden Fence (1971 Stereo Mix) (3:27)
6. Something Following Me (Stereo Mix) (3:47)
7. Mabel (Undubbed Stereo Mix) (1:55)
8. Kaleidoscope (Stereo Mix) (3:08)
9. Cerdes (Outside The Gates Of) (Stereo Mix) (5:23)
10. Homburg (1971 Stereo Mix) (3:56)
11. Morning Dew - BBC Easybeat Session June 14, 1967 (Previously Unavailable) (3:12)
12. A Whiter Shade Of Pale - BBC Easybeat Session June 14, 1967 (Previously Unavailable) (5:12)
13. Mabel - BBC Easybeat Session June 14, 1967 (Previously Unavailable) (1:37)
14. Homburg - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (3:50)
15. Good Captain Clack - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (1:17)
16. She Wandered Through The Garden Fence - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (3:12)
17. Kaleidoscope - BBC Top Gear Session September 27, 1967 (Previously Unavailable) (2:27)

Gesamtspieldauer CD1 (1:09:42) und CD2 (1:04:14): 2:13:56




Mit ihrem Namen „Procol Harum“ betitelte die englische Rockband Procol Harum ihr Debut-Album, welches im September 1967 auf dem Plattenlabel Regal Zonophone in Europa und auf Deram in den USA veröffentlicht wurde. Der Name „Procol Harum“ stammt angeblich von der burmesischen Katze des Produzenten Gus Dudgeon, welche Procol Harun gerufen wurde. Ein Übermittlungsfehler machte schließlich aus einem „n“ ein „m“ und fertig war der außergewöhnliche Name, die viel Spielraum für Spekulationen um seine Herkunft ließ. Überraschenderweise enthält die ursprüngliche britische beziehungsweise europäische Ausgabe des Albums nicht das Lied „A Whiter Shade Of Pale“, welches vorab als Single veröffentlicht worden war und sich bisher über zehn Millionen Mal verkauft hat. Auf der US-Ausgabe des Albums war der Titel enthalten, dafür fehlte dort die Nummer „Good Captain Clack“ und die Lieder „Kaleidoscope“ und „Salad Days (Are Here Again)“ waren zu einem Titel zusammengefasst worden.

Auf „Procol Harum“ hört man Pop, Rock und Blues-Musik, die noch eine gewisse Verbindung zur Klassik besitzt. Immer wieder schimmern diese Ansätze durch, was beim ursprünglich letzten Titel des Albums, „Repent Walpurgis“, dann nochmals deutlicher wird, da in diesen Titel ein Bach-Zitat mit eingeschlossen wurde. Diese Nummer als Abschluss sowie der Opener „Conquistador“ stellen auch die beiden Höhepunkte der Platte dar. Tendiert das Instrumentalstück „Repent Walpurgis“ genremäßig bereits in Richtung des Prog, so stellt „Conquistador“ einen kleinen poppig-rockigen Ohrwurm dar, der auch längerfristig hängenbleibt. Auch sonst gibt es nichts zu mäkeln am Debut der Briten. Neun weitere, manchmal sehr kurze Titel, die zum Teil bereits Vorstufen des Progressive Rocks markieren. Der Sound der Lieder wurde auf der vorliegenden, remasterten Version des Albums aufgefrischt. Klangen die einzelnen Titel bisher von ihrer Machart her schon deutlich frischer, moderner und zukunftsweisender, als viele Lieder anderer Bands der damaligen Zeit, so gilt dies nun auch für den Klang. Dieser erklingt allerdings selbstverständlich auf dem „ursprünglichen“ Album, also den Liedern 1 bis 10 dieser Ausgabe, immer noch in Mono.

Dafür gibt es mit der erweiterten und remasterten Version des Albums gleich 27 Zugaben. Neue Abmischungen – auch in Stereo. Bisher unveröffentlichtes Material, nicht nur in Form variierter Einspielungen sondern auch Lieder, die bisher noch gar nicht auf CD erschienen sind. Dazu enthält das Album ein Booklet mit zahlreichen Informationen über die Band und die Entstehung des Albums und dabei speziell auch über das Lied „A Whiter Shade Of Pale“. Schließlich kann man das Cover der LP noch in Originalgröße entfalten. Für den Fan wird hier jede Menge geboten. Und genau dafür ist sind diese Zugaben auch gedacht, denn als „normaler“ Hörer braucht man bestimmt nicht vier verschiedene Varianten zum Beispiel des Titels „Homburg“. Für alle anderen ist es die neue Abmischung, die diese Veröffentlichung besonders lohnend werden lässt.

Fazit: Das erste, selbstbetitelte Album der englischen Band „Procol Harum“ klingt sehr viel weniger nach Pop und Rock der 60er Jahre, als viele andere Bands zur damaligen Zeit. Procol Harum läuteten den Progressive Rock mit ein, auch wenn es diesen, in seiner ausgeprägten Form, auf diesem Album noch nicht zu hören gibt. Spannend klingt das jedoch allemal und nun auch klanglich schön aufbereitet, sodass der Kauf des Albums auch lohnt, wenn man die ursprüngliche Platte bereits besitzen sollte. Dazu gibt es jede Menge an Zusatzmaterial, was das Herz des Fans – trotz zahlreicher Wiederholungen – höherschlagen lassen dürfte. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Conquistador, Repent Walpurgis



Samstag, 10. November 2018

Rival Sons – Great Western Valkyrie




Rival Sons – Great Western Valkyrie


Besetzung:

Jay Buchanan – vocals
Scott Holiday – guitar
Dave Beste – bass guitar
Michael Miley – drums


Gastmusiker:

Ikey Owens – keyboards
Mike Webb – keyboards on "Where I've Been"
Kristen Rogers – backing vocals


Label: Earache


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Rock, Blues Rock, Hard Rock


Trackliste:

CD1:

1. Electric Man (Take You To The Sugar Shack) (3:20)
2. Good Luck (It's Going To Hurt Right Now) (3:18)
3. Secret (Just Bring Me A Jar Full Of Shine) (4:41)
4. Play The Fool (The Way That Girls Talk) (3:17)
5. Good Things (Boy With A Bomb In His Jacket) (5:56)
6. Open My Eyes (Folding Like A Jack Knife) (3:55)
7. Rich And The Poor (Her Teeth Bound by Braces) (5:15)
8. Belle Starr (The Gem Inside Sparkles Yet) (4:35)
9. Where I've Been (The Habit Wasn't Cheap) (6:18)
10. Destination On Course (Slipped From The Rail) (7:06)

CD2:

1. Too Much Love (3:44)
2. My Nature (4:33)
3. Open My Eyes (Live At Juke Joint Studio) (3:43)
4. Long As I Can See The Light (Live At Juke Joint Studio) (3:32)
5. Where I've Been (Live At Juke Joint Studio) (6:06)
6. Black Coffee (5:35)

Gesamtspieldauer CD1 (47:44) und CD2 (27:16): 1:15:00



„Great Western Valkyrie“ heißt das vierte Studioalbum der amerikanischen Rockband Rival Sons. Das Album erschien am 6. Juni 2014 auf dem Plattenlabel Earache und konnte sich in zahlreichen Charts platzieren. In Deutschland kletterte die Platte immerhin bis auf Platz 24. Auf „Great Western Valkyrie“ ist zum ersten Mal Dave Beste am Bass zu hören, der Gründungsmitglied Robin Everhart ersetzt hat. Mit den Titeln „Electric Man“, „Open Your Eyes” sowie „Good Things“ wurden drei Singles aus dem Album ausgekoppelt.

Auf „Great Western Valkyrie“ hört man Rock, der zwischen den Genres Blues Rock und Hard Rock pendelt, mal mehr in diese, mal mehr in jene Richtung ausschlägt. Mit jedem Durchgang der Scheibe scheint die Musik darauf intensiver und fesselnder zu werden. Häufig ist es ein qualitätsmerkmal, dass Musik einiger Durchläufe bedarf, um letztendlich vollends im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers zu zünden. Bei den Rival Sons und ihrem „Great Western Valkyrie“ ist dies definitiv der Fall. Erstklassigen und abwechslungsreichen Rock bekommt man auf diesem Album von den vier US-Amerikanern präsentiert, der ins Ohr und in die Beine geht, begeistert und an vielen Stellen des Albums richtiggehend mitreißt. Und dieser wächst eben noch im Laufe der Zeit. Mit jedem Anhören ein klein wenig mehr. Die Musik klingt dabei nicht wie aus diesem Jahrtausend, sondern sehr viel eher nach den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Trotzdem hört sich die Musik keineswegs antiquiert an, sondern wie eine erstklassig verpackte Reminiszenz an längst vergangene Zeiten. Sehr beeindruckend.

Die Höhepunkte auf „Great Western Valkyrie“ befinden sich unter anderem in der Mitte der Platte. „Good Things“, „Open My Eyes“ und „Rich And The Poor” sind drei Rock-Titel, die ins Ohr gehen und die Füße mitwippen lassen. Dabei sind die Lieder abwechslungsreich und klingen auf ihre Art retro. Besonders genial dabei auch immer wieder ein fetter Orgelteppich im Hintergrund, der die Lieder im Falle von „Good Things“ und „Rich And The Poor” zusätzlich anschwellen lässt. „Open My Eyes“ lebt dagegen vom sehr atmosphärischen Spiel der Gegensätze. Schwere E-Gitarren gegenüber der akustischen Gitarre, wunderbar abwechslungsreich arrangiert. Schließlich sei an dieser Stelle auch noch das abwechslungsreichste Lied der gesamten Platte erwähnt. „Destination On Course“ spielt ebenfalls mit den Stimmungen, geht ins Ohr, wirkt an der einen oder anderen Stelle fast schon psychedelisch und durchgängig packend. Die Nummer endet in einer Hommage an Pink Floyd, wenn ein rockiger Teil aus „Echoes“ gecovert wird und sich dabei weiterentwickelt. Wahrlich gelungen.

Die „Tour Edition“ des Albums hält für die Hörerin beziehungsweise den Hörer noch eine zweite CD parat. Sechs weitere Titel, drei davon live eingespielt. Zwei dieser live eingespielten Lieder sind allerdings bereits auf der offiziellen ersten CD enthalten. Macht nichts, denn auch diese zweite Scheibe weiß zu überzeugen und stellt eine willkommene Erweiterung des ursprünglichen Albums dar.

Fazit: Eine wahrlich gelungene Rock-Platte haben die Rival Sons mit „Great Western Valkyrie“ vorgelegt. Rock Musik, im weiten Feld zwischen Blues und Hard Rock angesiedelt, die wirkt und klingt und an vielen Stellen auch mitreißt. Die einzelnen Lieder klingen leicht retro, geradezu so, als ob sie in den 1970er Jahren entstanden wären. Für Freundinnen und Freunde gut gemachten Rocks bestens geeignet. Elf Punkte.

Anspieltipps: Open My Eyes, Rich And The Poor, Destination On Course











Freitag, 9. November 2018

Iron Butterfly – Ball




Iron Butterfly – Ball


Besetzung:

Erik Brann – guitar, vocals
Ron Bushy – drums, percussion
Lee Dorman – bass guitar, backing vocals
Doug Ingle – organs, vocals


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Rock, Psychedelic Rock


Trackliste:

1. In The Time Of Our Lives (4:52)
2. Soul Experience (2:53)
3. Lonely Boy (5:00)
4. Real Fright (2:45)
5. In The Crowds (2:13)
6. It Must Be Love (4:26)
7. Her Favorite Style (3:15)
8. Filled With Fear (3:47)
9. Belda-Beast (5:46)

Gesamtspieldauer: 35:00



„Ball“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Iron Butterfly, welches am 17. Januar 1969 auf dem Plattenlabel ATCO veröffentlicht wurde. Das Album erreichte Platz 3 in den Billboard 200 Charts, was „Ball“ zu Beginn erfolgreicher als den Vorgänger „In-A-Gadda-Da-Vida“ werden ließ. „Ball“ wurde bereits im März 1969 in den USA aufgrund der Verkaufszahlen mit Gold ausgezeichnet. Mit den Titeln „Soul Experience“ sowie „In The Time Of Our Lives“ wurden zwei Singles aus dem Album ausgekoppelt. Erstgenannter Titel erreichte Platz 75 der Billboard-Charts, letztgenannter immerhin noch Platz 96. „Ball“ ist das zweite und letzte Studioalbum, welches in der Besetzung mit Doug Ingle, Ron Bushy, Lee Dorman und Eric Brann eingespielt wurde.

Schon überraschend wie damals von manchen Bands Alben im Halbjahrestakt veröffentlicht wurden. Im Fall von Iron Butterfly stellt „Ball“ das dritte Album innerhalb eines Jahres dar und trotzdem besitzt die Scheibe Qualität. Anscheinend ließen die Musiker damals in den neu erschlossenen musikalischen Genres einfach ihrer Kreativität freien Lauf und alles an Ideen musste endlich raus. Nach dem großen Erfolg des Vorgängeralbums „In-A-Gadda-Da-Vida modifizierte Iron Butterfly seinen Sound etwas und experimentierte mit melodischeren Kompositionen. Der markante schwere Gitarrensound der Band ist allerdings immer noch auf Tracks wie zum Beispiel „In The Time Of Our Lives“ zu hören. Wobei dieser Titel zu den Höhepunkten der Platte gehört. Insgesamt geht viel auf „Ball“ ins Ohr und verbleibt dort auch. Die auf dem Album zu hörenden Melodien verfügen über ein gehöriges Maß an Eingängigkeit und setzen sich fest.

Weiterer Höhepunkt der Scheibe ist das ebenfalls rockige und sehr rhythmisch gehaltene „Filled With Fear“, auf dem man auch das für Iron Butterfly so typische Orgelspiel des Doug Ingle neben einem sehr schönen Gitarrensolo des Erik Brann genießen kann. Schließlich sei an dieser Stelle noch die letzte Nummer der Platte erwähnt. „Belda-Beast“ heißt diese und tendiert sogar ein wenig zum Progressive Rock. Mehrere Teile, versetzte Takte, erneut ein markantes Orgelspiel und eine eingängige Melodie, die sich im Ohr festsetzt prägen dieses Lied. Nicht alles auf „Ball“ klingt allerdings so überzeugend. Beim Titel „Lonely Boy“ versuchen sich die Musiker im Genre des Soul und das geht gründlich daneben. Die beiden Nummern „In The Crowds” sowie „It Must Be Love” klingen zwar etwas besser, sind auch durchaus noch mit Rock zu umschreiben, dafür allerdings etwas gewöhnlicher als der Rest der Platte. Insgesamt macht „Ball“ jedoch durchaus Spaß und die Höhepunkte überwiegen deutlich.

Fazit: „Ball“ ist ein schönes Album geworden, angefüllt mit spannender Musik, die sich im noch nicht ganz ausgereiften Genre des Hard Rocks ausprobiert. Dabei gehen viele der Titel durchaus angenehm ins Ohr, verweilen dort auch länger und weisen auch nach Jahren der Vergessenheit einen Wiedererkennungswert auf. Den Ursprüngen der Rock Musik zu lauschen lohnt allemal. Zehn Punkte.

Anspieltipps: In The Time Of Our Lives, Filled With Fear, Belda-Beast



Donnerstag, 8. November 2018

Paul McCartney – Pipes Of Peace




Paul McCartney – Pipes Of Peace


Besetzung:

Paul McCartney – bass guitar, guitars, piano, keyboards, synthesizer, drums, vocals


Gastmusiker:

Linda McCartney – keyboards, backing vocals
Michael Jackson – vocals on "Say Say Say" and "The Man"
Eric Stewart – guitars, backing vocals
Denny Laine – guitars, keyboards, vocals
Hughie Burn – guitar
Geoff Whitehorn – guitar
David Williams – guitar on "Say Say Say"
Stanley Clarke – bass guitar, vocals
Nathan Watts – bass on "Say Say Say"
Chris Hammer Smith – harmonica on "Say Say Say"
Bill Wolfer – keyboards on "Say Say Say"
Gavyn Wright – violin
Jerry Hey – strings, horns
Gary Herbig – flute
Chris Hammer Smith – harmonica
Andy Mackay – saxophone
Ernie Watts – saxophone
Gary Grant – horns
Ringo Starr – drums on "So Bad" and "Average Person"
Steve Gadd – drums
Dave Mattacks – drums
Ricky Lawson – drums on "Say Say Say"
James Kippen – tabla on "Pipes of Peace"
Pestalozzi's Children's Choir – backing vocals on "Pipes of Peace"


Label: Parlophone


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Pop


Trackliste:

CD1:

1. Pipes Of Peace (3:55)
2. Say Say Say (3:55)
3. The Other Me (3:58)
4. Keep Under Cover (3:06)
5. So Bad (3:22)
6. The Man (3:56)
7. Sweetest Little Show (2:52)
8. Average Person (4:34)
9. Hey Hey (2:54)
10. Tug Of Peace (2:56)
11. Through Our Love (3:30)


CD2 (Bonus CD der remasterten Wiederveröffentlichung von 2015):

1. Average Person (demo) (4:04)
2. Keep Under Cover (demo) (3:44)
3. Sweetest Little Show (demo) (3:00)
4. It's Not On (demo) (2:55)
5. Simple As That (demo) (3:16)
6. Say Say Say (2015 remix) (6:58)
7. Ode To A Koala Bear (3:47)
8. Twice In A Lifetime (3:02)
9. Christian Bop (2:03)

Gesamtspieldauer: CD1 (39:01) und CD2 (32:54): 1:11:56



„Pipes Of Peace“ ist das vierte Solo-Studioalbum des englischen Musikers Paul McCartney und das elfte, welches er nach der Auflösung der Beatles veröffentlichte. Die anderen sieben Platten dieser Reihe erschienen in Zusammenhang mit seiner neuen Band Wings. „Pipes Of Peace“ wurde am 17. Oktober 1983 auf dem Plattenlabel Parlophone veröffentlicht und ist randvoll gefüllt mit Pop-Musik, die durchaus auch im Bereich des Genres Disco fischt.

War auf dem Vorgängeralbum noch eine Kollaboration mit dem US-amerikanischen Musiker Stevie Wonder zu hören, die als Ergebnis unter anderem die Hit-Single „Ebony And Ivory“ beinhaltete, welche weltweit die Charts stürmte, so war es dieses Mal die Zusammenarbeit mit Michael Jackson, die auf „Pipes Of Peace“ zu hören ist. Im Falle des Liedes „Say Say Say“ klingt dies zumindest noch ganz nett, eine Pop-Nummer, die durchaus hängenbleibt, ohne dabei jedoch etwas Besonderes zu beinhalten oder einen Ohrwurm darzustellen. Die zweite Zusammenarbeit stellt das Lied „The Man“ dar, welches sehr an die Disco-Nummern des Michael Jackson erinnert. Auch sonst befindet sich auf dem Album allerhöchstens noch durchschnittlicher Pop der, wenn er denn nicht von Paul McCartney stammen würde, kaum von jemanden gehört werden würde. Im Falle von „So Bad“, bei dem sich Paul McCartney auch mal im Falsett-Gesang auszuprobieren scheint, klingt es dann richtiggehend peinlich – musikalisch wie textlich. Doch auch auf dem Album „Pipes Of Peace“ lässt sich durchaus auch etwas Lohnendes und Hörenswertes ausmachen.

Da ist zum einen der Titeltrack „Pipes Of Peace“, ein Lied, welches das Ohr umschmeichelt und sich in diesem festsetzt. Ganz klar ein Titel, der so auch aus der Zeit der Beatles stammen könnte. Eingängige Melodie mit Ohrwurmcharakter. Schließlich gibt es noch den Titel „Keep Under Cover“, welcher phasenweise wie ein Klon des Electric Light Orchestras aus dessen ersten Jahren daherkommt. Auch diese Nummer klingt sehr melodiös und geht ins Ohr. Schön gemacht und der zweite und letzte Höhepunkt der Platte. Der ganze Rest auf dieser Platte pendelt zwischen belanglos und schlecht hin und her. Allerwelts-Pop, der zumindest, wenn er denn nicht nervt, heftig langweilt. Schade.

Die Wiederauflage des Albums wird mit einer zweiten CD ausgeliefert, die mit einer Laufzeit von über einer halben Stunde gut ausgestattet ist. Dabei handelt es sich größtenteils um bisher noch nicht veröffentlichtes Material aus Demos, einem Remix und drei weiteren Stücken, die nicht auf dem ursprünglichen Album zu finden sind. Für den Paul McCartney Fan vielleicht ganz nett und lohnend auch diese Versionen zu besitzen, ansonsten wohnt diesen Liedern jedoch keinerlei Mehrwert inne.

Fazit: Paul McCartney hat wunderschöne Lieder geschrieben und damit die Musikwelt nachhaltig beeinflusst. Seine größten „Taten“ vollführte er natürlich innerhalb seiner kompositorischen Partnerschaft mit John Lennon bei den Beatles. Aber auch danach gibt es auf vielen Veröffentlichungen weitere Höhepunkte des Liverpoolers zu hören. Auch auf „Pipes Of Peace“ ist dies der Fall, nämlich durch das wirklich wunderschöne Titellied. Noch ein bis zwei weitere Nummern lassen sich auf dem Album finden, die es lohnt gehört zu werden. Doch der Rest ist zumeist belangloser Pop, der langweilt. Daran ändert auch die Zusammenarbeit mit Michael Jackson nichts. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Pipes Of Peace, Keep Under Cover



Mittwoch, 7. November 2018

Crippled Black Phoenix – New Dark Age




Crippled Black Phoenix – New Dark Age


Besetzung (keine Instrumentenangabe):

Justin Greaves
Mark Furnevall
Daniel Änghede
Daisy Chapman
Ben Wilsker
Niall Hone
Jonas Stälhammar


Gastmusiker (keine Instrumentenangabe):

Belinda Kordic
David Norman
David Greaves
Andy Solomon


Label: Season Of Mist


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Spider Island (5:15)
2. New Dark Age (14:10)
3. Echoes Pt.1 (19:18)
4. Echoes Pt.2 (18:18)

Gesamtspieldauer: 57:02



„New Dark Age“ läuft im Crippled Black Phoenix Kosmos unter der Überschrift EP. Bei einer Laufzeit von fast einer Stunde natürlich eine gewagte Einreihung. „New Dark Age“ ist die achte Studio-Veröffentlichung der Band um Justin Greaves, der das einzige feste und beständige Mitglied bei Crippled Black Phoenix darstellt. Das Album wurde am 26. November 2015 auf dem Plattenlabel Season Of Mist veröffentlicht und enthält neben zwei neuen Liedern auch eine geteilte Cover-Version des Pink Floyd Klassikers „Echoes“ aus dem Album „Meddle“. Der letzte Teil von „Echoes Pt.2“ beinhaltet schließlich auch noch das Cover des Pink Floyd Titels „Childhood‘s End“, den es in der Original-Version auf dem Pink Floyd Album „Obscured By Clouds“ zu hören gibt. Wenn man dieses Verhältnis aus Eigenkompositionen und Cover-Versionen auf „New Dark Age“ in die Waagschale wirft, dann scheint auch die Eingruppierung unter „EP“ einigermaßen erklärbar.

Der Eingangstitel „Spider Island“ rockt, ist kompakt und klingt allerdings eher konventionell. Das Lied geht durchaus ins Ohr, prescht ein wenig düster nach vorne, stellt allerdings lediglich den Einstieg für das folgende Lied dar. Das Titellied „New Dark Age“ ist eine schwermütige, zumeist dunkle Nummer, die zunächst fast schon zäh aus den Boxen quillt, ohne dabei jedoch auch nur im Ansatz langweilig zu klingen. Dass Justin Greaves Pink Floyd nicht so schlecht findet, hört man dem Lied deutlich an. Es ist jedoch nicht der ganze Titel, der wie eine Reminiszenz an dieses musikalische Vorbild klingt, es sind die Zutaten, die es dazu werden lassen. Da mal ein wenig Atmosphäre wie in den 70er Jahren bei Pink Floyd, dort eine Gitarre, wie sie auch David Gilmour hätte spielen können. „New Dark Age“ steigert sich, wird voller, lauter, rockiger, um schließlich wieder in dunkle und sphärische Töne zu münden, die schon fast an „Echoes“ erinnern. Im weiteren Verlauf erklingt die Musik wieder melodiöser, schwillt an und endet fast schon hymnisch. Eine schöne und abwechslungsreiche Nummer, trotz oder gerade durch die Nähe zu Pink Floyd typisch für Crippled Black Phoenix.

Die beiden Cover-Versionen „Echoes Pt.1 & Pt.2“ klingen ebenfalls sehr gelungen, gerade weil sich Crippled Black Phoenix hier nicht absolut strikt an die Vorlage des Originals halten. Sie spielen mit der Musik, variieren sie, wenn auch nicht radikal, so doch durchaus deutlich, indem auch neue Parts eingefügt werden. Die einzelnen Teile werden dabei mit Gesprächen der Pink Floyd Musiker angefüllt, welche vom Director’s Cut des Films „Pink Floyd Live At Pompeii“ stammen. Dies alles wurde der EP „Oh‘ech-Oes“ von Crippled Black Phoenix & Se Delan entnommen. Beide Lieder klingen durchaus gelungen, wenn sie auch nicht den Spannungsbogen des Originals erreichen. Eine Bereicherung dieser EP stellen sie allemal dar.

Fazit: Das Album „New Dark Age“ ist genau aufgrund des Titelliedes eine lohnende Anschaffung für Crippled Black Phoenix Fans. In dieser Nummer klingt die Band abwechslungsreich und spannend. Der Rest ist alles Zugabe. Pink Floyd Fans werden vielleicht sogar ein wenig die Nase rümpfen, da die auf der Platte enthaltenen Cover-Versionen nah, jedoch nicht zu nah am Original sind und somit von diesem abweichen. Aber das ist reine Geschmackssache. Zehn Punkte.

Anspieltipps: New Dark Age



Dienstag, 6. November 2018

Nirvana – In Utero




Nirvana – In Utero


Besetzung:

Kurt Cobain – guitar, vocals
Krist Novoselic – bass guitar
Dave Grohl – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Kera Schaley – cello on "All Apologies" and "Dumb"
Pat Smear – 2nd guitar and backing vocals


Label: DGC Records


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Grunge, Alternative Rock


Trackliste:

1. Serve The Servants (3:37)
2. Scentless Apprentice (3:48)
3. Heart-Shaped Box (4:41)
4. Rape Me (2:50)
5. Frances Farmer Will Have Her Revenge On Seattle (4:10)
6. Dumb (2:31)
7. Very Ape (1:55)
8. Milk It (3:54)
9. Pennyroyal Tea (3:38)
10. Radio Friendly Unit Shifter (4:51)
11. Tourette's (1:35)
12. All Apologies (3:53)

Gesamtspieldauer: 41:28



„In Utero“ ist das dritte und letzte Studioalbum der amerikanischen Rockband Nirvana. Das Album wurde am 21. September 1993 auf dem Plattenlabel DGC Records veröffentlicht und stieg nach der Veröffentlichung sofort auf Platz eins der Billboard 200 Charts ein. Die Platte wurde von der Recording Industry Association of America fünfmal mit Platin ausgezeichnet und hat sich weltweit inzwischen über 15 Millionen Mal verkauft. Im Jahr 1993 wurden die beiden Titel „Heart-Shaped Box“ sowie „All Apologies“ als Singles ausgekoppelt. Im April 2014, zwanzig Jahre nach dem Tod Kurt Cobains, folgte noch die Single-Veröffentlichung von „Pennyroyal Tea“.

In Utero klingt deutlich rauer, kantiger und ungehobelter als noch der Vorgänger „Nevermind“. Dies war der Plattenfirma allerdings etwas zu „rau“, sodass sie den kommerziellen Erfolg der Platte bezweifelte und den Produzenten Steve Albini bat, das Ergebnis nochmals zu überarbeiten. Dieser weigerte sich jedoch, sodass die Band auf Druck der Plattenfirma hin den R.E.M. Produzenten Scott Litt mit kleineren Änderungen am Sound des Albums beauftragte, die dieser auch vollzog.

Nun, dass der Klang etwas „rauer“ klingt, ist nur die halbe Wahrheit. Es wird zum Teil gebrüllt auf „In Utero“, dass die Fensterscheiben wackeln. Dazu erklingen übersteuerte Passagen, die nahe an eine Kakophonie heranreichen. Zugegebenermaßen sind diese Passagen auf „In Utero“ allerdings rar gesät, man kann sich jedoch denken, wie das Album vor der „Überarbeitung“ geklungen hätte. Sehr viel weniger erfolgreich wäre die Scheibe allerdings wohl nicht gewesen, denn Nirvana waren und sind Kult, der durch den kurz darauf erfolgten Suizid des Kurt Cobain noch zusätzliche Nahrung erhielt.

Die überzeugendsten Titel der Platte in meinen Ohren sind „Heart-Shaped Box“, „Rape Me“ sowie „Dumb“. Klasse gemachter Grunge, der hängenbleibt und so auch auf dem vorherigen Album „Nevermind“ zu finden war. Viele der weiteren Lieder sind ebenfalls in diesem Stil gehalten, sodass das Album wie eine Ausweitung der vorherigen Platte klingt. Dies ist keineswegs langweilig, sondern sehr viel eher eine Erweiterung guter Musik, die sich zu hören lohnt. Die absoluten Höhepunkte sind auf „In Utero“ jedoch seltener zu finden, als noch auf dem Vorgänger-Album.

Fazit: Das dritte und letzte Album von Nirvana, „In Utero“, ist vom Stil her ähnlich gehalten, wie der Vorgänger „Nevermind“. Dazu gibt es ein paar „Explosionen“, die deutlich rauer, manches Mal sogar zerstörerisch klingen. Trotzdem werden Freundinnen und Freunde des Grunge mit diesem Album auf jeden Fall fündig, denn es gibt genug Musik auf der Platte, die „fetzt“ und gleichzeitig doch eingängig ist. Neun Punkte.

Anspieltipps: Heart-Shaped Box, Rape Me, Dumb



Montag, 5. November 2018

Bob Dylan – Bob Dylan




Bob Dylan – Bob Dylan


Besetzung:

Bob Dylan – vocals, acoustic guitar, harmonica


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1962


Stil: Folk, Country Bluues


Trackliste:

1. You’re No Good (1:40)
2. Talkin’ New York (3:20)
3. In My Time Of Dyin' (2:40)
4. Man Of Constant Sorrow (3:10)
5. Fixin’ To Die (2:22)
6. Pretty Peggy-O (3:23)
7. Highway 51 Blues (2:52)
8. Gospel Plow (1:47)
9. Baby, Let Me Follow You Down (2:37)
10. House Of The Risin’ Sun (5:20)
11. Freight Train Blues (2:18)
12. Song To Woody (2:42)
13. See That My Grave Is Kept Clean (2:43)

Gesamtspieldauer: 37:02



Das erste Album des Bob Dylan ist selbstbetitelt und erschien am 19. März 1962 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Produziert wurde das Debut des Bob Dylan von Columbias legendärem Talentsucher John H. Hammond, der Bob Dylan auch für das Label verpflichtete. Die Platte enthält insgesamt dreizehn Titel, von denen elf bereits bekannt waren und die Bob Dylan interpretierte. Lediglich die beiden Lieder „Talkin’ New York“ sowie „Song To Woody“ schrieb der damals noch zwanzigjährige Musiker selbst.

Bob Dylans Debut gewinnt dadurch an Aufmerksamkeit, da es eben seine erste Studio-Platte ist. Die Musik stammt größtenteils nicht von ihm, klingt auch keineswegs gut, sondern für heutige Ohren eher langweilig und längst überholt. Auch die beiden Eigenkompositionen heben sich dabei leider auch nicht vom vernachlässigbaren Rest der Platte ab. Und, um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen soll an dieser Stelle auch der Gesang des Bob Dylan nicht unerwähnt bleiben. Natürlich ist diese nölende Stimme ein Markenzeichen des Bob Dylan. Auf seinem Debut presst er allerdings seine Stimme immer wieder mal so extrem, dass das zu hörende Ergebnis wahrlich gruselig klingt.

Um hier noch die zumindest halbwegs gelungen Nummern und Interpretationen zu erwähnen, seien folgende vier Titel aufgeführt: „Man Of Constant Sorrow“, „Baby, Let Me Follow You Down“, „House Of The Risin’ Sun“ sowie „Song To Woody“. „House Of The Risin’ Sun“ dürfte dabei wohl das bekannteste Lied sein, welches auf der Platte von Bob Dylan neu interpretiert wird. Das Lied an sich klingt ganz nett, wenn man sicher auch schon gelungenere Versionen gehört hat.

Fazit: „Aller Anfang ist schwer“, im Falle der musikalischen Karriere des Bob Dylan stimmt das wahrlich. Um diese Scheibe „grandios“ zu finden, muss ich eingefleischter Fan des Bob Dylan sein. Hier hört man noch interpretierte Lieder, die keineswegs besonders eingängig oder spannend sind. Dazu gesellt sich die Stimme des Bob Dylan, die auf diesem Album ebenfalls noch auf der Suche nach der richtigen Intonation zu sein scheint. Von daher ist die Platte sicherlich ein musikalisches Zeitzeugnis, aber ganz bestimmt kein musikalisches Meisterwerk – diese kommen erst später. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Man Of Constant Sorrow, Baby Let Me Follow You Down, House Of The Risin’ Sun, Song To Woody



Sonntag, 4. November 2018

Haken – Vector




Haken – Vector


Besetzung:

Conner Green – bass
Charlie Griffiths – guitars
Raymond Hearne – drums
Rich Henshall – guitars
Ross Jennings – vocals
Diego Tejeida – keyboards & sound design


Gastmusiker:

Miguel Gorodi – flugelhorn on "Host" & trumpets on "The Good Doctor" 
Pete Rinaldi – additional guitars on "Veil" and "Host"
Pete Jones – additional drum programming on "Puzzle Box"


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

CD1:

1. Clear (1:50)
2. The Good Doctor (3:56)
3. Puzzle Box (7:43)
4. Veil (12:35)
5. Nil By Mouth (6:51)
6. Host (6:45)
7. A Cell Divides (6:04)

CD2:

1. Clear (instrumental) (1:50)
2. The Good Doctor (instrumental) (3:56)
3. Puzzle Box (instrumental) (7:43)
4. Veil (instrumental) (12:35)
5. Nil By Mouth (instrumental) (6:51)
6. Host (instrumental) (6:45)
7. A Cell Divides (instrumental) (6:04)

Gesamtspieldauer CD1 (45:47) und CD2 (45:47): 1:31:34



„Vector“ heißt das fünfte Studioalbum der britischen Progressive Metal Band Haken. Es wurde am 26. Oktober 2018 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht. Es ist das kürzeste Studioalbum der Band und das erste mit einer Dauer von weniger als einer Stunde. Die erste Single des Albums, „The Good Doctor“, erschien am 31. August 2018 zusammen mit dem offiziellen Musikvideo. Die zweite Single heißt „Puzzle Box“ und wurde am 28. September 2018 als digitaler Download veröffentlicht, nachdem täglich, passend zum Namen, sechs verschlüsselte Teile davon im Sinne des Liedthemas veröffentlicht worden waren. Die Originalversion von „Puzzle Box“ entsteht, wenn die verschlüsselten Teile in die richtige Reihenfolge gebracht werden. Eine dritte Single, „A Cell Divides“, erschien schließlich noch am 19. Oktober zusammen mit dem dazugehörigen Videoclip.

„Vector“ klingt hart, knallhart sogar. Dieses Spiel mit den Atmosphären und Intensitäten, welches Haken auf vorherigen Veröffentlichungen so wunderbar zelebrierte, dieses ist auf „Vector“ eindeutig zugunsten der Metal-Töne verschoben worden. Keinen Retro Prog mehr, keinen New ArtRock, auf „Vector“ hört man Progmetal und das ziemlich konsequent. Schwere Gitarren, ein treibender Bass und ein schier explodierendes und durchgängig treibendes Schlagzeug, das sind die Zutaten auf diesem Album. Beim ersten Hören der Scheibe klang das Gesamterlebnis des neuen Haken-Outputs für mich von daher etwas einseitig – mit der Ausnahme des Titels „Host“. Doch wie so oft – und ganz besonders bei guter Musik – ergibt sich nach vielen Durchläufen der Scheibe ein etwas differenzierterer Eindruck des Albums. Bestimmte Teile erschließen sich einem erst beim wiederholten Hören, Melodien entwickeln sich, scheinen eingängiger zu werden. Freilich bleibt das Gehörte Progmetal, doch die wenigen etwas ruhigeren und gemäßigteren Stellen gewinnen an Bedeutung und lassen das gesamte Album wieder etwas abwechslungsreicher erscheinen.

Besonders gelungen auf „Vector“ sind das längste Lied des Albums „Veil“ und der Titel „Host“. „Veil“ gestaltet sich abwechslungsreicher als die restlichen Nummern, was wohl auch mit seiner Spieldauer zu begründen ist. Über zwölf Minuten nur harter Rock wäre dann doch vielleicht etwas zu fad und langweilig geworden. In dem Stück gibt es brachiale Passagen neben sehr ruhigen Abschnitten, die dabei auch ins Ohr gehen. „Host“ ist dagegen die Ausnahme auf „Vector“ und fällt dadurch aus dem Rahmen, dass es eher sanft, dann sogar abschnittsweise sphärisch klingt. Gegen Ende hin wird auch hier das Tempo angezogen, was allerdings durch eine schöne und spannende Steigerung vermittelt wird.

Die Deluxe-Version des Albums wird mit einer zweiten CD ausgeliefert, auf der alle Titel nochmals in Instrumentalversionen hinterlegt sind. Im Falle von „Clear“ und „Nil By Mouth“, auch auf CD 1 bereits Instrumentallieder, bedeutet dies, dass sie zweimal vorhanden sind – exakt identisch. Der Sinn erschließt sich mir dabei nicht ganz. Doch die Aufmachung des Albums in Form eines kleinen Buches finde ich sehr gelungen und lässt „Vector“ wertvoller wirken, als in einem schlichten Jewel Case.

Fazit: Ich kannte bisher von Haken nur die Alben „Aquarius“ und „The Mountain“. Beide finde ich noch abwechslungsreicher, gelungener und eingängiger als „Vector“. Trotzdem macht auch diese Platte Spaß und Laune – ganz besonders sogar, wenn man mehr auf Progmetal, denn auf Progressive Rock steht. „Vector“ ist relativ uniform gehalten, geradlinigen und zum Teil brachialen Metal gibt es zu hören, Melodien treten dabei eher in den Hintergrund. Doch natürlich gibt es diese auch zu entdecken, besonders wenn man dem Album eine gewisse Zeit zum „Reifen“ einräumt. Ich bin mal sehr gespannt, wie mir diese Scheibe in einem Jahr gefällt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Veil, Host



Samstag, 3. November 2018

Spock’s Beard – Brief Nocturnes And Dreamless Sleep




Spock’s Beard – Brief Nocturnes And Dreamless Sleep


Besetzung:

Ted Leonard – lead and backing vocals, guitar
Alan Morse – electric and acoustic guitars, backing vocals, pedal & lap steel guitar, mandolin, autoharp
Ryo Okumoto – organ, mellotron, piano, synths, clavinet, vocoder
Dave Meros – bass guitar, backing vocals
Jimmy Keegan – drums and percussion, timpani, backing vocals


Gastmusiker:

Stan Ausmus – additional guitar ("The Man You’re Afraid You Are")
John Boegehold – vocoder ("Something Very Strange")
Craig Eastman – violin, viola, hurdy-gurdy ("Waiting For Me", "Down A Burning Road")
Neal Morse – additional guitar ("Waiting For Me")


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Retro Prog, Melodic Rock


Trackliste:

1. Hiding Out (7:14)
2. I Know Your Secret (7:42)
3. A Treasure Abandoned (8:56)
4. Submerged (5:00)
5. Afterthoughts (6:08)
6. Something Very Strange (8:23)
7. Waiting For Me (12:36)

Gesamtspieldauer: 56:02



„Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ heißt das elfte Studioalbum der US-amerikanischen Progressive-Rock-Band Spock's Beard. Es ist das erste Album der Band mit dem neuen Sänger Ted Leonard und dem Schlagzeuger Jimmy Keegan anstelle von Nick D‘Virgilio. Das ehemalige Mitglied und Hauptkomponist Neal Morse schrieb an den Titeln „Afterthoughts“ und „Waiting For Me“ mit, wobei er auf dem letztgenannten Lied auch an der Gitarre zu hören ist.

„Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ klingt rockig, oftmals nach Melodic Rock, angereichert mit einer Prise Progressive Rock. Die Lieder hören sich durchgängig sehr eingängig und melodiös an. Es gibt symphonische Passagen, krumme Takte und wunderschönen mehrstimmigen Gesang auf dem Album zu hören, welches auch gleich beim ersten Durchlauf zu gefallen weiß. Der neue Sänger Ted Leonard macht seine Sache sehr gut, klingt in jeder lauten und leisen Passage überzeugend und lässt den Verlust von Nick D’Virgilio nicht mehr schmerzen, der auch am Schlagzeug vom bereits Spock’s Beard-Tour-erfahrenen Jimmy Keegan unspektakulär und unauffällig ersetzt wurde. „Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ klingt locker und frisch und weiß an vielen Stellen des Albums sehr zu überzeugen.

Dieses Mal sind es jedoch nicht die Stücke, die der ehemalige „Leader“ der Band, Neal Morse schrieb und beisteuerte, die zu den Höhepunkten des Albums gehören. „Afterthoughts“ und „Waiting For Me“ klingen zwar ebenfalls durchaus überzeugend und dabei auch sehr nach der Musik des Neal Morse, allerdings ragen sie aus den restlichen Titeln nicht heraus. Die Highlights auf „Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ heißen „A Treasure Abandoned“ sowie „Something Very Strange“. Mitreißender melodischer NeoProg, der ins Ohr geht und durch zahlreiche Passagen führt, die mal rockiger, mal verträumter und ein anderes Mal progressiver klingen. Überzeugender Gesang, ein- wie mehrstimmig, tolle Soli, klasse Orgelsound und ein Mellotron-Einsatz, der an längst vergangene Zeiten des Progressive Rock zu erinnern scheint. Sehr abwechslungsreich.

Fazit: „Brief Nocturnes And Dreamless Sleep“ ist ein kurzweiliges Album geworden, welches ins Ohr geht. Eingängige und abwechslungsreiche Musik, die beim ersten Hörn zu überzeugen weiß und mit den weiteren Durchläufen der Scheibe noch zu wachsen scheint. Kein platter Melodic Rock und auch kein zu vertrackter Progressive Rock. Irgendwo in der Mitte angesiedelt weiß die Platte zu gefallen und ist genau deswegen auch hörenswert. Elf Punkte.

Anspieltipps: A Treasure Abandoned, Something Very Strange