Samstag, 21. Juli 2018

Elvis – 30 #1 Hits




Elvis – 30 #1 Hits


Besetzung:

Elvis Presley – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. Heartbreak Hotel (2:09)
2. Don’t Be Cruel (2:04)
3. Hound Dog (2:15)
4. Love Me Tender (2:44)
5. Too Much (2:36)
6. All Shook Up (2:00)
7. (Let Me Be Your) Teddy Bear (1:49)
8. Jailhouse Rock (2:37)
9. Don’t (2:51)
10. Hard Headed Woman (1:56)
11. One Night (2:34)
12. (Now And Then There’s) A Fool Such As I (2:41)
13. A Big Hunk O’Love (2:16)
14. Stuck On You (2:20)
15. It’s Now Or Never (3:17)
16. Are You Lonesome Tonight? (3:08)
17. Wooden Heart (2:04)
18. Surrender (1:55)
19. (Marie’s The Name) His Latest Flame (2:08)
20. Can’t Help Falling In Love (3:00)
21. Good Luck Charm (2:27)
22. She’s Not You (2:12)
23. Return To Sender (2:11)
24. (You’re The) Devil In Disguise (2:22)
25. Crying In The Chapel (2:26)
26. In The Ghetto (3:05)
27. Suspicious Minds (4:34)
28. The Wonder Of You (2:28)
29. Burning Love (2:59)
30. Way Down (2:39)

Bonus Track:

31. A Little Less Conversation (JXL Radio Edit Remix) (3:33)

Gesamtspieldauer: 1:19:35




Gibt man auf dem Portal Discogs den Namen Elvis Presley ein, um nach einer Veröffentlichung des US-amerikanischen Musikers zu suchen, erhält man nicht weniger als 3.245 Treffer. Dazu kann man in der Einleitung nachlesen: „Elvis Presley ist einer der berühmtesten und einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Er war in vielen Genres kommerziell erfolgreich, darunter Rock'n'Roll, Pop und Gospel, und ist der meistverkaufte Solokünstler in der Geschichte der Tonträger mit einem geschätzten Rekordabsatz von mehr als einer Milliarde Einheiten weltweit.“ Das ist mal eine Ansage wenn man bedenkt, dass Elvis Presley nie ein Lied selbst schrieb, sondern immer nur interpretierte und reproduzierte. „30 #1 Hits“ ist eine dieser 3.245 Veröffentlichungen und eines der hunderte an Kompilationsalben. Das Album erschien im Jahr 2002 auf dem Plattenlabel RCA Records.

Mit dieser Scheibe enthält man einen schönen Überblick über die Musik des Elvis Presley, die sich vor allem im Bereich des Rock’n’Rolls bewegt. Viele der Titel sind auch bekannt, werden zudem heute noch auf entsprechenden Oldie-Stationen gespielt. Bespiele hierfür wären die Lieder „Heartbreak Hotel“, „Hound Dog“, „Love Me Tender“, „Jailhouse Rock“, „It‘s Now Or Never“, „Are You Lonesome Tonight?“, „In The Ghetto“, „Suspicious Minds“, um nur ein paar zu nennen.

Den Titeln hört man freilich das Alter an, modern klingt da rein gar nichts mehr. Und solch ein Stück wie „Wooden Heart“, die englische Adaption des deutschen Volksliedes „Muss i denn, muss i denn zum Städtele hinaus“, welches Elvis in einer Strophe auch auf Deutsch einsingt, erzeugt in heutiger Zeit zumindest Verwunderung. Ansonsten kann man das alles gut anhören, mitreißend klingt hier allerdings nichts mehr.

Fazit: Für Elvis Fans ist diese Zusammenstellung wahrscheinlich weniger geeignet, da sie die Lieder bereits anderweitig besitzen. Um sich allerdings einen Überblick über das Schaffen des Elvis Presley zu verschaffen, eignet sich „30 #1 Hits“ perfekt. Die Musik selbst klingt allerdings überholt und nach völlig anderen Zeiten, aber auch das werden Oldie-Fans ganz bestimmt ganz anders sehen. Vier Punkte.

Anspieltipps: Suspicious Minds



Freitag, 20. Juli 2018

Ronan Keating – 10 Years Of Hits




Ronan Keating – 10 Years Of Hits


Besetzung:

Ronan Keating – vocals


Gastmusiker:

Divers


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Pop


Trackliste:

1. When You Say Nothing At All (4:18)
2. Life Is A Rollercoaster (3:55)
3. The Way You Make Me Feel (3:38)
4. Lovin' Each Day (3:34)
5. If Tomorrow Never Comes (3:35)
6. I Love It When We Do (3:55)
7. We've Got Tonight (3:39)
8. The Long Goodbye (4:18)
9. Lost For Words (3:48)
10. She Believes (In Me) (4:08)
11. Last Thing On My Mind (3:59)
12. Father And Son (3:23)
13. Words (3:52)
14. Baby Can I Hold You (3:11)
15. I Hope You Dance (3:36)
16. Somebody Else (4:08)
17. This Is Your Song (3:59)

Gesamtspieldauer: 1:05:04



„10 Years Of Hits“ heißt das erste Solo-Kompilationsalbum des Boyzone Sängers Ronan Keating. Das Album erschien am 11. Oktober 2004 auf dem Plattenlabel Polydor und beinhaltet alle bisherigen Keating-Singles sowie drei neue Singles, zwei weitere noch unveröffentlichte Tracks und die B-Seite „This Is Your Song“. Insgesamt also sechs bisher unveröffentlichte Lieder. Bei den neuen Titeln handelt es sich um Cover-Versionen anderer Künstler.

Die ersten vier Lieder stammen vom Album „Ronan“. Titel fünf bis acht vom zweiten Keating-Album „Destination“ und schließlich die Nummern neun bis elf von „Turn It On“, der dritten Solo-Platte des Ronan Keating. Dazu noch die unveröffentlichten Lieder in Form von Cover-Songs, wenn das mal nicht ein guter Marketing-Schachzug war. War es auch, denn das Album ist eines von vier Platten des Ronan Keating, welches bis auf Platz 1 der Charts im Vereinigten Königreich kletterte.

Musikalisch hört man auf „10 Years Of Hits“ relativ typischen Boygroup-Schmalz, der inhaltlich immer das Thema „Liebe“, „verlorene Liebe“, „erfüllte Liebe“, „große Liebe“, „erste Liebe“ und so weiter enthält. Der Titel „When You Say Nothing At All“, übrigens ein Liebeslied, klingt sehr süßlich, geht allerdings ins Ohr. Ansonsten sind auch noch ein paar der Cover hörbar, aber es sind eben Cover.

Fazit: Wem die Musik des Ronan Keating gefällt, dem gefällt selbstverständlich auch dieses Kompilationsalbum. Wer die ersten drei Platten des Iren bereits besitzt, braucht die Scheibe nicht mehr, denn nur für die letzten Titel lohnt „10 Years Of Hits“ definitiv nicht. Ansonsten hört man auf dieser Zusammenstellung diesen etwas schmalzigen Liebes-Pop, für den der Name Ronan Keating stellvertretend steht. Vier Punkte.

Anspieltipps: When You Say Nothing At All



Donnerstag, 19. Juli 2018

Al Stewart – Year Of The Cat




Al Stewart – Year Of The Cat


Besetzung:

Al Stewart – vocals, guitar, keyboards


Gastmusiker:

Peter White – guitar, keyboards
Tim Renwick – guitar
Peter Wood – keyboards
Don Lobster – keyboards
George Ford – bass
Stuart Elliott – drums, percussion, background vocals
Andrew Powell – string arrangements
Bobby Bruce – violin
Marion Driscoll – triangle
Phil Kenzie – alto saxophone
David Pack – background vocals
John Perry – background vocals
Tony Rivers – background vocals
Graham Smith – harmonica


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Folk, Rock


Trackliste:

1. Lord Grenville (5:06)
2. On The Border (3:23)
3. Midas Shadow (3:12)
4. Sand in Your Shoes (3:05)
5. If It Doesn’t Come Naturally, Leave It (4:34)
6. Flying Sorcery (4:23)
7. Broadway Hotel (3:59)
8. One Stage Before (4:41)
9. Year Of The Cat (6:49)

Gesamtspieldauer: 39:15




„Year Of The Cat“ nannte der Engländer Al Stewart sein siebtes und bisher auch erfolgreichstes Studio-Album. Produziert von Alan Parsons erschien es im Juli 1976 ursprünglich auf dem Plattenlabel RCA Records und wurde später von Parlophone, einer Tochter der Warner Music, wiederveröffentlicht. Das Album war weltweit erfolgreich und kletterte in den USA sogar bis auf Platz 5 der dortigen Billboard Charts.

„Year Of The Cat“ enthält selbstverständlich auch das Titellied „Year Of The Cat“, der wohl bekannteste Titel des Al Stewart. Nicht zuletzt dieses Lied trug auch mit zum Erfolg des Albums bei. Dabei steht dieser Titel stellvertretend für viele der Lieder auf „Year Of The Cat“. Man hört hier eingängigen und sehr melodiösen Folk bis Pop-Rock, der nun deutlich aufwendiger instrumentiert ist, als auf vielen anderen Al Stewart-Platten. Nicht mehr nur – wie so häufig – Gesang und Gitarre, sondern mehrere Gitarren, Orgel, Streicher, Piano, Saxophon und mehr gibt es jetzt zu hören. Das Ganze zu einem sehr melodischen Ganzen zusammengesetzt, von Alan Parsons perfekt produziert und fertig war das Erfolgsalbum des Al Stewart.

Höhepunkte der Platte sind die Titel „On The Border“, „One Stage Before“ und eben jenes „Year Of The Cat“. Gerade diese drei Lieder sind es, die so wunderschön ins Ohr gehen, den Charakter des Ohrwurms besitzen, ohne dabei penetrant zu werden. Allerdings lässt sich auch der Rest der Scheibe wahrlich sehr gut hören, denn Ausfälle gibt es glücklicherweise keine auf „Year Of The Cat“. Selbstverständlich sollte man jedoch mit der etwas monotonen Stimme des Al Stewart kein Problem haben, um die Scheibe wirklich genießen zu können. Dann wirkt und klingt alles und lohnt gehört zu werden.

Fazit: Ein sehr eingängiges Album ist „Year Of The Cat“, das siebte Studio-Album des Al Stewart geworden. Es ist nicht weiter überraschend, dass dies auch seine erfolgreichste Platte wurde, denn in diese Musik kann man völlig eintauchen, sie ist massenkompatibel ohne dabei anbiedernd zu klingen. Schöne und unaufgeregte Musik, die gut unterhält. Zehn Punkte.

Anspieltipps: On The Border, One Stage Before, Year Of The Cat



Mittwoch, 18. Juli 2018

Sam Smith – In The Lonely Hour




Sam Smith – In The Lonely Hour


Besetzung:

Sam Smith – vocals


Gastmusiker:

Steve Fitzmaurice – drum programming, drums
Fraser T. Smith – guitar
Simon Hale – string arrangements, string conductor
Earl Harvin – drums, percussion
Darren Heelis – keyboards, programming
Reuben James – organ, piano
Jodi Milliner – bass guitar
Mojam – additional drum programming
James Murray – programming
Jimmy Napes – drums, percussion
Mustafa Omer – programming
William Phillips – organ, piano
Matt Prime – keyboards
Ben Thomas – guitar
Two Inch Punch – drum programming, instrumentation
Eg White – cymbals, guitar, guitar (acoustic), piano, strings, vocals (background)
Charles Wong – piano


Label: Capitol Records


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Pop, Soul, R&B


Trackliste:

1. Money On My Mind (3:13)
2. Good Thing (3:21)
3. Stay With Me (2:52)
4. Leave Your Lover (3:08)
5. I’m Not The Only One (3:59)
6. I’ve Told You Now (3:30)
7. Like I Can (2:47)
8. Life Support (2:53)
9. Not In That Way (2:52)
10. Lay Me Down (4:13)

Bonus Tracks der Deluxe Edition:

11. Restart (3:52)
12. Latch (3:43)
13. La La La (3:39)
14. Make It To Me (2:43)

Gesamtspieldauer: 46:51




Man wird ihn lieben oder aber Reißaus nehmen, viel dazwischen wird es nicht geben, hört man die Musik des Sam Smith, der mit vollem Namen Samuel Frederick Smith heißt. Bekannt wurde er zunächst als Gastsänger der Disclosures beim Lied „Latch“ im Oktober 2012 und abschließend ebenfalls als Gastsänger der Naughty Boys beim Lied „La La La“ im Mai 2013. Beide Titel sind hier der Deluxe Edition seiner ersten Solo-Veröffentlichung hinzugefügt. Dieses Debut heißt „In The Lonely Hour“ und erschien am 26. Mai 2014 auf dem Plattenlabel Capitol Records. Im Dezember des Jahres 2013 wurde Sam Smith für den Critics‘ Choice Award der Brit Awards nominiert, den er dann im Jahr 2014 auch gewann.

Soweit so gut, doch dies sagt selbstverständlich nichts über die Qualität der Musik aus, sehr viel eher etwas über deren Massentauglichkeit. Nun, was man Sam Smith wahrlich nicht absprechen kann, das ist seine Außergewöhnlichkeit bezüglich der Stimme. In luftige Höhen weiß er diese zu steigern, ohne dabei dünn oder lächerlich zu klingen. Doch genau das ist auch der Knackpunkt in der Musik des Sam Smith. So etwas mag man oder eben nicht. Für die eine oder den einen klingt das ganz toll, andere wiederum schütteln nur noch den Kopf. Dazu kommt der Umstand, dass sich die Texte und auch die Musik irgendwo zwischen süßlichem Gesäusel und eingängiger Pop Musik bewegen. Frauenherzen schlagen höher, bei allen Männern wird dies überwiegend nicht der Fall sein.

Die Musik des Sam Smith klingt sanft und ist zumeist sehr eingängig und melodiös gehalten. Dabei handelt es sich weniger um richtiggehende Ohrwürmer, sehr viel eher um Lieder, die auf schnelle Eingängigkeit angelegt sind. Man hört jede Menge Streicher, welche die weiche Atmosphäre des Albums noch unterstreichen. Und dazu passt eben perfekt dieser, zum Teil sehr hohe Gesang des Sam Smith. Für viele Hörerinnen und manche Hörer aber wohl sicherlich zum Dahinschmelzen. Höhepunkt der Scheibe ist das Tom Petty / Jeff Lynne Cover „Stay With Me“, welches von Sam Smith und seinen Mit-Komponisten noch etwas angepasst wurde. Ansonsten klingt alles sanft und weich, geht durchaus ins Ohr, vielleicht die beiden Titel „Good Thing“ und „Like I Can“ noch etwas mehr, als der Rest. Geschmackssache, wie zumeist.

Fazit: Mainstream Pop, der gar nicht so sehr in den Soul hineinreicht, gibt es auf „In The Lonely Hour“ von Sam Smith zu hören. Dieser klingt sehr melodiös, hört sich jederzeit sanft und zerbrechlich an und geht dabei auch ins Ohr. Sehr anspruchsvoll klingt das allerdings nicht, man merkt der Scheibe an, dass die Musik darauf angelegt ist, oft im Radio gespielt zu werden. Ecken und Kanten gibt es nur in Form der Stimme des Sam Smith, diese stellt wirklich etwas Besonderes in all ihren Höhen dar. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Stay With Me



Dienstag, 17. Juli 2018

Klaus Schulze – Silhouettes




Klaus Schulze – Silhouettes


Besetzung:

Klaus Schulze – synthesizer


Label: SPV (Oblivion)


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Silhouettes (15:49)
2. Der lange Blick zurück (22:15)
3. Quae Simplex (21:47)
4. Châteaux Faits De Vent (15:09)

Gesamtspieldauer: 1:15:00




Unter seinem Namen hat Klaus Schulze bisher 45 Alben veröffentlicht. Einige davon wurden im Studio aufgenommen, andere wiederum live eingespielt. Es gibt weitere Veröffentlichungen musikalischen Materials, welches erst viele Jahre nach der der Entstehung auf Tonträger gepresst und veröffentlicht wurde, wie die „La Vie Electronique“-Reihe. Dazu kommen noch Kollaborationen mit anderen Musikern, Box-Sets, Kompilationsalben, Veröffentlichungen unter dem Pseudonym „Wahnfried“ und und und. Die Zahl der Veröffentlichungen übersteigt die 100 bei Weitem. Am 24. Mai 2018 erschien nun das bisher neueste Album des Klaus Schulze auf dem SPV Label Oblivion.

Mein erstes Konzert überhaupt fand in einer Kirche in Nürnberg Gostenhof im Jahr 1981 statt. Knapp zehn Mark Eintritt, krass viel Geld für mich damals, doch ein Kumpel, der mich mitschleppte meinte, es würde sich lohnen. Klaus Schulze spielte dort vor dem Altar, eingerahmt von Synthesizer-Bergen. Ich hatte keine Ahnung, was da auf mich zukommen würde, stellte nur fest, dass wir die Jüngsten in dieser Kirche waren. Das, was ich dann hörte, überraschte mich unglaublich und beamte mich damals in völlig fremde Sphären. Ich verließ die Kirche in diesem Herbst 1981 sehr beeindruckt und Klaus Schulze sollte von nun an mit seiner Musik mein Leben begleiten. Mal mehr, mal weniger, doch war er nie ganz verschwunden.

„Silhouettes“ heißt das neueste Werk des Elektronik-Künstlers und es scheint unter Umständen entstanden zu sein, die alles andere als leicht für Klaus Schulze waren. Im Innencover bedankt sich der Berliner bei seinen Zuhörern unter anderem mit den Worten: „Ich möchte Euch danken, für all die Zeit, die wir gemeinsam auf Tourneen und Konzerten verbracht haben. Für Eure Aufmerksamkeit, Eure Zugewandtheit, Eure Ruhe und auch für Eure Geduld, wenn es mal wieder viel zu lange gedauert hat bis zur nächsten Platte oder bis zum nächsten Konzert. Nun, Konzerte spiele ich keine mehr, jedenfalls nicht öffentlich. Aber hier habe ich für Euch ein Konzert, was ich mir selbst gespielt habe. In einer Zeit der Ruhe, der Besinnung, der Reduktion auf’s Wesentliche. Des Kräfte-Sammelns – und der Genesung. …“ Klaus Schulze, Dezember 2017.

Für mich klingt das ein klein wenig nach Abschied, hoffentlich interpretiere ich da etwas falsch. Doch auch wenn Klaus Schulze in seinen Worten die Musik auf „Silhouettes“ nicht umschreibt, so schwingt in diesen Sätzen doch die Stimmung mit, welche man auf dem Album zu hören bekommt. Die einzelnen Lieder sind ruhig und sanft gehalten, oftmals fast schon mit „meditativ“ zu umschreiben. Keine Hektik, nur keine Hektik. Häufig fehlt der Rhythmus ganz und wenn doch, wird dieser nur sehr sparsam eingesetzt, sodass die entspannte Atmosphäre nicht zerstört, vielleicht knapp angekratzt wird. „Silhouettes“ klingt zumeist eher sphärisch und dabei auch dunkel und düster. Synthesizer-Klangteppiche werden auf „Silhouettes“ übereinandergelegt, miteinander verwoben, gehen ineinander auf. Es geht auf diesem Album nicht um Melodien, es geht um Stimmungen, intensive und traurige Stimmungen, wie ich sie schon damals in dieser Kirche Anfang der 80er Jahre vernahm. Ein Kreis scheint sich zu schließen.

Fazit: „Silhouettes“ ist für mich nicht das beste Klaus Schulze Album und ganz gewiss keines, welches nur so vor Abwechslung vibriert. Genau das Gegenteil ist der Fall. „Silhouettes“ ist fast schon monoton, dafür jedoch sehr intensiv. Angefüllt mit einnehmender Atmosphäre und knisternder Spannung, welche jedoch nie so ganz zum Ausbruch kommt. Auf seine Art dunkel und konsequent. Manche mögen das langweilig finden, andere wiederum werden genau das finden, was sie suchen und damit zufrieden sein. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Silhouettes



Montag, 16. Juli 2018

Rick Springfield – Living In Oz




Rick Springfield – Living In Oz


Besetzung:

Rick Springfield – lead vocals, guitar, bass, backing vocals, string arrangements


Gastmusiker:

Tim Pierce – guitar
Mike Seifrit – bass
Dennis Belfield – bass
Brett Tuggle – keyboards
Alan Pasqua – keyboards
Gabriel Katona – keyboards
John Philip Shenale – keyboards
Mitchell Froom – keyboards
Mike Baird – drums
Jack White – electronic drums
Richard Elliot – saxophone solo on "Human Touch"
Michael Fisher – percussion
Richard Page – backing vocals
Tom Kelly – backing vocals
Tom Scott – string arrangements on „Like Father, Like Son“, conductor
John Philip Shenale – string arrangements on „Like Father, Like Son“


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Human Touch (5:07)
2. Alyson (3:49)
3. Affair Of The Heart (4:33)
4. Living In Oz (3:48)
5. Me & Johnny (4:26)
6. Motel Eyes (3:12)
7. Tiger By The Tail (3:25)
8. Souls (4:15)
9. I Can’t Stop Hurting You (3:48)
10. Like Father, Like Son (2:57)

Gesamtspieldauer: 39:24



„Living In Oz“ heißt das siebte Studioalbum des australischen Rock-Musikers Rick Springfield. Das Album wurde im Juli 1983 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht. Mit den Liedern „Human Touch“ und „Affair Of The Heart“ wurde zwei Singles ausgekoppelt. Für den Titel „Affair Of The Heart“ wurde Rick Springfield 1984 sogar für einen Grammy Award in der Kategorie „Beste männliche Rock-Performance“ nominiert. Das Lied kletterte bis auf Platz 10 der US Billboard Hot 100 und wurde in den USA mit Platin ausgezeichnet.

Auf „Living In Oz“ hört man zwar ebenfalls wieder diesen poppigen Rock, der so typisch ist für die Musik des Rick Springfield in den 80er Jahren. Doch hat es der Australier auf diesem Album geschafft, die Lieder abwechslungsreicher und unterhaltsamer zu gestalten. Die einzelnen Stücke gehen deutlich besser ins Ohr, als jener auf so manch anderer Vorgänger-Platte. Und glücklicherweise erweisen sie sich dabei auch nicht als Eintagsfliege, sondern verbleiben dort sogar ein wenig.

Beginnt die Platte mit „Human Touch“ noch recht gewöhnlich und steigert sich auch mit dem folgenden Titel „Alyson“ nicht großartig, so werden die einzelnen Stücke danach doch sehr viel interessanter und lohnender. „Affair Of The Heart“, das Titellied „Living In Oz“, das sich anschließende „Me & Johnny“, alles Nummern, die sich zwar im unspektakulären Mainstream bewegen, jedoch über Melodien verfügen, die dann doch wirken und nicht nur einfach so durchlaufen. Dies gilt ebenfalls die die folgenden Lieder und mündet schließlich im letzten und mit zahlreichen Streichern instrumentierten Titel „Like Father, Like Son“. Der Höhepunkt der Platte.

Fazit: Auch auf „Living In Oz“ erfindet Rick Springfield die Musik nicht neu und fischt im Mainstream des Pop Rocks. Viele der Lieder hallen allerdings besser nach, als noch auf so manchem Vorgänger-Album des Australiers. Von daher wird man mit dieser Scheibe gut unterhalten, wenn man sich mal nur etwas Berieseln lassen möchte und das Ganze dabei nicht zu kompliziert klingen soll. Acht Punkte.

Anspieltipps: Affair Of The Heart, Tiger By The Tail, Like Father Like Son



Sonntag, 15. Juli 2018

Various Artists – Power Ballads II




Various Artists – Power Ballads II


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

CD1:

1. Queen - Bohemian Rhapsody (5:56)
2. Phil Collins - In The Air Tonight (5:30)
3. Scorpions - Wind Of Change (5:13)
4. John Farnham - You're The Voice (5:05)
5. Boston - More Than A Feeling (3:20)
6. Whitesnake - Here I Go Again (3:54)
7. Toto - Hold The Line (3:58)
8. Cher - If I Could Turn Back Time (3:52)
9. Alice Cooper - Poison (4:29)
10. Mr. Mister - Kyrie (4:26)
11. Marillion - Kayleigh (3:34)
12. Tina Turner - What's Love Got To Do With It (3:17)
13. Foreigner - Waiting For A Girl Like You (4:29)
14. Marc Cohn - Walking In Memphis (4:17)
15. Lonestar - Amazed (4:28)
16. Richard Marx - Hazard (4:43)
17. REO Speedwagon - Can't Fight This Feeling (4:51)
18. Bonnie Tyler - It's A Heartache (3:29)

CD2:

1. Prince - Purple Rain (8:42)
2. Meat Loaf - Bat Out Of Hell (9:52)
3. Simple Minds - Alive And Kicking (4:34)
4. Belinda Carlisle - (We Want) The Same Thing (4:17)
5. Survivor - Burning Heart (3:53)
6. The Babys -­ Every Time I Think Of You (4:01)
7. Bad Company - Feel Like Makin' Love (5:09)
8. Nickelback - Someday (3:28)
9. Gary Moore - Still Got The Blues (For You) (4:12)
10. Journey - Open Arms (3:20)
11. Chicago - Hard Habit To Break (4:44)
12. Roxette - Listen To Your Heart (5:29)
13. Frankie Goes To Hollywood - The Power Of Love (5:31)
14. David Bowie - Life On Mars (3:51)
15. Nilsson - Without You (3:18)
16. The Moody Blues - Nights In White Satin (4:25)

Gesamtspieldauer CD1 (1:19:01) und CD2 (1:18:54): 2:37:55



Drei Veröffentlichungen gab es von der Serie „Power Ballads“, die zusätzlich noch mit den Beschreibungen „Bigger“ und „Better“ beziehungsweise „Even Bigger“ und entsprechend „Even Better“ versehen wurden. Die zweite Veröffentlichung dieser Reihe erschien im Jahr 2004 in Form eines Doppel-Albums auf dem Plattenlabel Virgin Records.

Über zweieinhalb Stunden Musik gibt es hierbei auf zwei CDs zu hören, die sich in den Bereichen von Pop und Rock bewegt. Von tollen Titeln bis hin zu fast unerträglichen Schnulzen ist dabei alles zu hören. Was man denjenigen, die diese beiden Scheiben zusammengestellt haben jedoch hoch anrechnen muss ist der Umstand, dass sich kaum Füllmaterial unter den 34 Titeln befindet. Fast jedes Lied ist bekannt und manch eine Nummer stellt sogar einen richtigen Höhepunkt in der Karriere entsprechender Band, Sängerin oder Sänger dar.

Geschmäcker sind bekanntlich verschieden und über Geschmack sollte man nicht streiten. Von daher wird wohl jede beziehungsweise jeder andere Favoriten auf diesem Kompilationsalbum entdecken. In meinem Fall sind das Queen mit „Bohemian Rhapsody“ sowie David Bowie und „Life On Mars“. Hat man seine Lieblingsstücke bereits in Form der offiziellen Alben Zuhause, lohnt eine derartige Zusammenstellung natürlich nicht.

Fazit: Wieder mal ein Kompilationsalbum, welches nur lohnt, wenn man weniger an den offiziellen Alben der Bands interessiert ist, sondern einfach die „Höhepunkte“ entsprechender Band, Sängerin oder Sänger besitzen möchte. Die hier zu hörende Musik ist zum Teil sehr gut und anspruchsvoll, einige Titel triefen nur so vor Schmalz. Es ist, wie es immer bei solch einer Zusammenstellung kommt. Neben Liedern, die den eigenen Geschmack treffen gibt es auch Stücke, bei denen die Fernbedienung in der Hand wie eine Befreiung wirkt. Eine schöne Übersicht über die Balladen verschiedener Künstler erhält man jedoch allemal. Acht Punkte.

Anspieltipps: Bohemian Rhapsody, Life On Mars



Samstag, 14. Juli 2018

Cluster – Zuckerzeit




Cluster – Zuckerzeit


Besetzung:

Dieter Moebius – elektronische Orgel, Piano, Rhythmusmaschine, Davoli- und Farfisa-Synthesizer, elektrische Gitarre, Hawaii-Gitarre
Hans-Joachim Roedelius – elektronische Orgel, Piano, Rhythmusmaschine, Davoli- und Farfisa-Synthesizer, elektrische Gitarre, Hawaii-Gitarre


Label: Brain / Universal Music


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Hollywood (4:46)
2. Caramel (3:09)
3. Rote Riki (6:00)
4. Rosa (4:11)
5. Caramba (3:56)
6. Fotschi Tong (4:18)
7. James (3:21)
8. Marzipan (3:14)
9. Rotor (2:40)
10. Heiße Lippen (2:21)

Gesamtspieldauer: 38:00




Cluster wurde im Jahr 1969 als Kluster von Conrad Schnitzler, Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius gegründet. Als im Jahr 1971 Conrad Schnitzler die Band verließ, tauften Dieter Moebius und Hans-Joachim Roedelius ihre Band in Cluster um. Das Album „Zuckerzeit“ ist die dritte Platte des Duos und erschien im Jahr 1974 auf dem Label Brain, was später in EMI und schließlich in Universal Music aufging.

„Zuckerzeit“ ist ein reines Instrumentalalbum und klingt für heutige Verhältnisse ziemlich oberflächlich. Ganz sicher liegt dies zum großen Teil an der „Rhythmusmaschine“, die bei den Liedern zum Einsatz kommt und meist sehr synthetisch und fast schon kitschig klingt. Die einzelnen Lieder geben eher recht wirre Atmosphären wieder, denn eine Melodielinie gibt es nur selten zu hören und wenn, so ist diese auch nicht besonders gelungen oder gar auf irgendeine Art und Weise eingängig. Sicherlich wird dieser Typus Musik Anfang der 70er Jahre noch interessant geklungen haben. Da zu jener Zeit allerdings bereits Tangerine Dream oder aber Klaus Schulze ebenfalls Platten im Bereich der elektronischen Musik veröffentlichten, kann Cluster diesen Vergleichen nicht standhalten und wirkt deutlich uninteressanter.

Die Lieder sind auf ihre Art zu kurz geraten, um besser wirken zu können. Freilich hilft es, dem Album mehrere Chancen zu geben, sich im eigenen musikalischen Weltbild entfalten zu können. So schafft es ein Titel wie „Caramba“ schließlich doch noch, aufgrund seiner vorhandenen Melodiösität und der enthaltenen Steigerung, zu überzeugen. Auch die restlichen Lieder wirken mit der Zeit eingängiger, ohne dabei allerdings begeistern zu können. Ein klein wenig klingt „Zuckerzeit“ so, als wollten Moebius und Roedelius mit dieser Platte einfach mal austesten – die Musik und sich selbst.

Fazit: „Zuckerzeit“ von Cluster ist ein Werk, welches in den 70er Jahren sicherlich interessant wirkte und sich auch so anhörte. In der heutigen Zeit klingt das alles allerdings etwas überholt und mitunter auch sehr langweilig. Ganz schlimm wird es, wenn die Rhythmusmaschine ihre Einsätze erhält, dann klingen Cluster nach Plastik. Am ehesten ist Cluster als ein Abziehbild für die Entwicklung der elektronischen Musik zu verstehen. Ansonsten unterhält diese Scheibe nicht mehr viel. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Rosa, Caramba, Heiße Lippen 



Freitag, 13. Juli 2018

Toto – Toto IV




Toto – Toto IV


Besetzung:

David Paich – keyboards, lead and backing vocals, orchestral arrangements on “I Won't Hold You Back“ and “It's A Feeling“, horn arrangements on “Rosanna“
Steve Lukather – guitar, lead and backing vocals, piano on “Good For You“
Bobby Kimball – lead and backing vocals
Jeff Porcaro – drums, percussion
Steve Porcaro – keyboards, lead vocals on “It's A Feeling“
David Hungate – bass guitar


Gastmusiker:

James Newton Howard – orchestral arrangements and conductor on “I Won't Hold You Back“, “It's A Feeling“, “Afraid Of Love“ and “Lovers In The Night“.
Tom Scott – saxophone on “Rosanna“ and “Lovers In The Night“
Lenny Castro – percussion and congas on “Rosanna“, “Good For You“, “It's A Feeling“, „Lovers In The Night“ and “Africa“.
Joe Porcaro – percussion on “It's A Feeling“ and “Africa“, xylophone on “Afraid Of Love“, tympani on “Lovers In The Night“, marimba on “Africa“.
Ralph Dyck – synthesizer on “Lovers In The Night“
The Martyn Ford Orchestra – strings on “I Won't Hold You Back“, “It's a Feeling“, “Afraid Of Love“ and “Lovers In The Night“.
Gary Grant – trumpet on “Rosanna“
Jerry Hey – trumpet and horn arrangements on “Rosanna“
James Pankow – trombone on “Rosanna“
Jim Horn – saxophone on “Rosanna“ and “Lovers in the Night“, recorders on “Africa“.
Tom Kelly – backing vocals on “Rosanna“ and “Make Believe“
Marty Paich – orchestral arrangements on “I Won't Hold You Back“
Roger Linn – synthesizer programming on “Good For You“
Mike Porcaro – cello on “Good For You“
Timothy B. Schmit – backing vocals on “I Won't Hold You Back“, “Good For You“, and „Africa“
Jon Smith – saxophone on “Make Believe“


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock, Pop, Soul


Trackliste:

1. Rosanna (5:32)
2. Make Believe (3:46)
3. I Won’t Hold You Back (4:56)
4. Good For You (3:18)
5. It’s A Feeling (3:06)
6. Afraid Of Love (3:52)
7. Lovers In The Night (4:26)
8. We Made It (3:58)
9. Waiting for Your Love (4:13)
10. Africa (4:55)

Gesamtspieldauer: 42:08



Kurz mit „Toto IV“ betitelte die US-amerikanische Band Toto ihr viertes Studio-Album. Raffiniert. Es erschien am 8. April 1982 auf dem Plattenlabel Columbia Records. „Toto IV“ sollte das erfolgreichste Album der Band werden. Das lag nicht zuletzt an zwei der insgesamt fünf Single-Auskopplungen aus „Toto IV“. Das erste Lied der Platte, „Rosanna“, klettere bis auf Platz 2 der US Billboard Hot 100 Charts. Die letzte Nummer, „Africa“, machte es noch ein wenig besser und platzierte sich sogar auf Platz 1 der Charts und ist bis heute das einzige Lied von Toto, dem das gelang. „Toto IV“ erhielt 1983 sechs Grammy Awards, darunter „Album Of The Year“ und „Record Of The Year“ für „Rosanna“. Kurz nach ihrer Veröffentlichung erreichte die LP Platz vier der Billboard 200-Album-Charts in den USA. Auch in anderen Ländern wie Kanada, Australien, Neuseeland, den Niederlanden, Italien, Norwegen, Großbritannien und Japan erreichte sie eine Top Ten Platzierung.

„Toto IV“ enthält einen Stil-Mix aus Pop, Funk, Soul und auch Rock. Besonders einheitlich klingt nichts auf dem Album. Alle Titel handeln inhaltlich von der Liebe. Unsäglich dabei, wie schmalzig erwachsene Männer klingen können. Die gilt allerdings nicht nur für die Texte und den Gesang, auch die Musik selbst ist alles andere als gut geraten. Zwar gehen die beiden bereits erwähnten Nummern „Rosanna“ und „Africa“ ins Ohr und haben einen gewissen Wiedererkennungswert, doch mitreißend klingt anders. Richtig schlimm wird es auf dem Rest des Albums. Süßliches Liebes-Gesäusel, welches zum Fremdschämen animiert. Auch bei vielen Kritikern kam die Scheibe alles andere als gut weg, trotzdem hagelte es zahlreiche Grammy Awards und auch viele Fans griffen beherzt zu. Dies zeigt wieder einmal, wie subjektiv Musik im Allgemeinen und im Speziellen ist.

Fazit: Ich kannte die Nummern „Rosanna“ und „Africa“ von Toto und konnte wenig bis gar nichts damit anfangen. Trotzdem haben Toto bei vielen Musikinteressierten einen guten Namen. Das galt es für mich zu ergründen. Doch ich hätte durch die beiden Lieder gewarnt sein sollen. Wenn erwachsene Männer solch einen süßlich-schleimigen Schwachsinn zusammensingen, dann passt sich die Musik meist dem Niveau an. Genau so ist es auch hier auf „Toto IV“ geschehen. Eine Platte, angefüllt mit schmalzigen Liebesliedern, die im Regal verstaubt – zu Recht. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Rosanna, Afrika



Donnerstag, 12. Juli 2018

Celine Dion – A New Day Has Come




Celine Dion – A New Day Has Come


Besetzung:

Celine Dion – vocals, background vocals


Gastmusiker:

Walter Afanasieff – bass, drum programming, keyboards, programming
JoAnders Bagge – background vocals
Janie Barnett – background vocals
Francis Benítez – background vocals
Kevin Breit – acoustic guitar, electric guitar
Terry Britten – guitar
Marcus Brown – bass, drums, keyboard programming, percussion
Jorge Calandrelli – orchestral arrangements, piano
Andreas Carlsson – guitar, background vocals
Jennifer Carr – background vocals
Sue Ann Carwell – background vocals
Dorian Cheah – electric guitar
Sébastien Chouard – guitar
Christian B. – programming
Datz Pyle – orchestra contractor
Joey Diggs – background vocals
Margaret Dorn – background vocals
Felipe Elgueta – synthesizer programming
Keith Fluitt – background vocals
Kevin Fox – cello
Simon Franglen – keyboards, synthesizer programming
Gavin Greenaway – string arrangements, string conductor
Mary Griffin – background vocals
Rutger Gunnarsson – string arrangements, string conductor
Nana Hedin – background vocals
Paul Jackson, Jr. – guitar
Henrik Janson – string arrangements, string conductor
Uli Janson – string arrangements, string conductor
Skyler Jett – background vocals
Richie Jones – drum programming, guitar
Chantal Kreviazuk – background vocals
Eric Kupper – guitar, keyboard programming
Michael Landau – guitar
Robert John "Mutt" Lange – guitar, background vocals
Thomas Lindberg – bass
Kristian Lundin – keyboards, programming
Chieli Minucci – guitar
Steve Morales – midi programming, background vocals
Maryanne Morgan – background vocals
Kenny O'Brien – vocal arrangement, vocal editing, background vocals
Esbjörn Öhrwall – guitar
Jeanette Olsson – background vocals
Rafael Padilla – percussion
Richard Page – background vocals
Mark Portmann – keyboards
Claytoven Richardson – background vocals
Guy Roche – drum programming, synthesizer
Maggie Rodford – string coordinator
William Ross – conductor, orchestral arrangements, string arrangements
Sakai – background vocals
David Siegel – keyboards
Harry "Slick" Sommerdahl – piano
Stockholm Session Orchestra – strings
Shelene Thomas – background vocals
Michael Hart Thompson – guitar
Shania Twain – background vocals
Dan Warner – guitar (acoustic), guitar (electric)
Sam Watters – background vocals
Yvonne Williams – background vocals


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Pop


Trackliste:

1. I’m Alive (3:30)
2. Right In Front Of You (4:13)
3. Have You Ever Been In Love (4:08)
4. Rain, Tax (It's Inevitable) (3:25)
5. A New Day Has Come (4:19)
6. Ten Days (3:37)
7. Goodbye’s (The Saddest Word) (5:19)
8. Prayer (5:34)
9. I Surrender (4:48)
10. At Last (4:17)
11. Super Love (4:17)
12. Sorry For Love (4:10)
13. Aun Existe Amor (3:52)
14. The Greatest Reward (3:29)
15. When The Wrong One Loves You Right (3:49)
16. A New Day Has Come (5:42)
17. Nature Boy (3:45)

Gesamtspieldauer: 1:12:23




„A New Day Has Come“ ist das elfte englischsprachige Studio-Album der kanadischen Sängerin Celine Dion. Veröffentlicht wurde die Scheibe am 22. März des Jahres 2002 auf dem Plattenlabel Columbia Records. Es war ihre erste Veröffentlichung seit dem 1997er Album „Let‘s Talk About Love“. Vorher hatte sich Celine Dion zwei Jahre ganz aus dem Showgeschäft zurückgezogen, da 2001 ihr erstes Kind geboren wurde.

Auf „A New Day Has Come“ gibt es Lieder mit dem Titel „Have You Ever Been In Love“, „Super Love“, „Sorry For Love“ oder mal auf Spanisch „Aun Existe Amor“. Doch keine Sorge, die restlichen Titel drehen sich auch fast ausschließlich um das Thema „Liebe“. Die auf der Platte zu hörenden Titel stammen von fast vierzig verschiedenen Songschreibern – Celine Dion ist selbstverständlich nichtdarunter – die sich allesamt auf die Fahne geschrieben zu haben scheinen, möglichst viel Schmalz musikalisch zu verpacken. Man hört auf „A New Day Has Come“ Pop-Musik, welche mit allerlei Streichern unterlegt wurde, um noch süßlicher zu klingen. Die Texte sind an Primitivität kaum zu unterbieten, die Musik ist ein anbiederndes Gesäusel. Grausam.

Musik ist immer Geschmackssache – und das ist auch wunderschön und genau richtig so. Mit anspruchsvoller Musik hat dieses Album von Celine Dion allerdings trotzdem so gar nichts zu tun. Nun, das hat die Musik von Dieter Bohlen zum Beispiel auch nie, verkauft sich trotzdem sensationell. Genau wie Celine Dion. Allein dieses Album ging sich bisher über zwölf Millionen Mal über den Ladentisch. Ich finde darauf nur ein einziges Lied, was sich lohnt gehört zu werden. „Ten Days“, das war es. Musik ist reine Geschmackssache, Qualität in der Musik allerdings nicht.

Fazit: Mainstream Pop der ultrasüßlichen Sorte gibt es auf „A New Day Has Come“ von Celine Dion zu hören. Mir fehlt hier absolut entsprechendes musikalisches Gen, um mit solch einer Musik klar zu kommen. Auf dieser Platte biedert sich jemand an, versucht jegliche Ecken und Kanten wegzulassen, produziert es auf absolute Massentauglichkeit und endet in langweiliger und absoluter Belanglosigkeit. Ein Punkt.

Anspieltipps: Goodbye’s (The Saddest Word)



Mittwoch, 11. Juli 2018

Udo Lindenberg – Lindenbergs Rock Revue




Udo Lindenberg – Lindenbergs Rock Revue


Besetzung:

Udo Lindenberg – Gesang, Schlagzeug, Perkussion


Gastmusiker:

Curt Cress – Schlagzeug
Bertram Engel – Schlagzeug
Dave King – Bass
Jean Jacques Kravetz – Keyboards
Thomas Kretschmer – Gitarre
Kristian Schultze – Keyboards
Steffi Stephan – Bass
Paul Vincent – Gitarre
Eric Burdon – Gitarre
Das Waldemar Wunderbar Syndikat


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Deutsch Rock, Rock’n‘Roll


Trackliste:

1. Rockin' And Rollin' (3:57)
2. Tutti Frutti (2:53)
3. Verdammt, wir müssen raus aus dem Dreck (We've Gotta Get Out Of This Place) (4:46)
4. Salty Dog (4:42)
5. Ich sitz den ganzen Tag bei den Docks (Sitting On The Dock Of The Bay) (3:39)
6. Reeperbahn (Penny Lane) (3:22)
7. Süsse kleine Sechszehn (Sweet Little Sixteen) (3:27)
8. Der Boss von der Gang (Leader Of The Pack) (3:08)
9. Sympathie für den Teufel (Sympathy For The Devil) (5:31)
10. Immer noch verrückt nach all den Jahren (Still Crazy After All These Years) (2:56)
11. Peter Gunn (3:18)

Gesamtspieldauer: 41:43




„Lindenbergs Rock Revue“ nannte Udo Lindenberg sein neuntes Studio-Album. Es erschien am 15. Mai im Jahr 1978 und wurde von Warner Music Deutschland im Jahr 2012 wieder neu und remastert aufgelegt. Insgesamt elf Lieder sind auf „Lindenbergs Rock Revue“ enthalten. Dabei handelt es sich ausschließlich um Cover-Versionen englischsprachiger Lieder, zu denen Udo Lindenberg neue und deutsche Texte hinzufügte.

Ein wenig fragt man sich schon, was man mit solch einem Album anfangen soll. Mir sind da die Originale immer lieber, auf entsprechende Interpretationen kann man meist verzichten, denn nur selten sind diese besser als die ursprüngliche Version. Die Texte auf „Lindenbergs Rock Revue“ halten sich oftmals sehr nah an den Original-Versionen, umso mehr fragt man sich da, was der Grund für ein solches Album sein könnte. Zu zeigen, was die Engländer oder Amerikaner da singen? Wohl kaum. Irgendwie erscheint das überflüssig.

Zwei Cover-Versionen klingen sehr gelungen. Da ist zum einen das Procol Harum Lied „Salty Dog“ sowie der Beatles Klassiker „Penny Lane“, der bei Udo Lindenberg nun „Reeperbahn“ heißt und über einen lustigen bis sehnsüchtigen Text verfügt. Ansonsten reißt einen wenig auf dieser Scheibe mit. Zumeist langweilt es sogar und man denkt wehmütig an solche Udo Lindenberg Platten wie „Wotan Wahnwitz“, die nur so vor Kreativität überquollen.

Fazit: „Lindenbergs Rock Revue“ ist eine Platte für Fans von Udo Lindenberg, die alles von „ihrem“ Künstler besitzen möchten. Für alle anderen ist die komplette Platte ziemlich überflüssig und langweilig. Lediglich die beiden Nummern „Salty Dog“ und „Reeperbahn“ lohnen da wirklich. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Salty Dog, Reeperbahn



Dienstag, 10. Juli 2018

Lou Reed – Lou Reed




Lou Reed – Lou Reed


Besetzung:

Lou Reed – vocals, guitar


Gastmusiker:

Caleb Quaye – electric and acoustic guitars, piano
Steve Howe – guitar
Paul Keogh – electric and acoustic guitars
Rick Wakeman – piano
Les Hurdle – bass guitar
Brian Odgers – bass guitar
Clem Cattini – percussion
Kay Garner – harmony vocals
Helene Francois – harmony vocals


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock


Trackliste:

1. I Can't Stand It (2:37)
2. Going Down (2:56)
3. Walk And Talk It (3:41)
4. Lisa Says (5:32)
5. Berlin (5:16)
6. I Love You (2:20)
7. Wild Child (4:43)
8. Love Makes You Feel (3:13)
9. Ride Into The Sun (3:17)
10. Ocean (5:03)

Gesamtspieldauer: 38:42



Schlicht mit „Lou Reed“ betitelte der US-amerikanische Musiker Lou Reed sein Debut-Solo-Album, welches im April 1972 auf dem Plattenlabel RCA Records veröffentlicht wurde. Das war zwei Jahre, nachdem er Velvet Underground verlassen hatte. Das Album wurde mit Londoner Session Musikern eingespielt und auch die beiden Yes-Musiker Rick Wakeman und Steve Howe sind auf dem Album zu hören, was allerdings keinerlei Musik im Stile als Progressive Rock beinhaltet. „Lou Reed“ enthält acht Titel, die bereits in seiner Zeit mit Velvet Underground entstanden sind und dort nicht veröffentlicht worden waren. Dazu gibt es mit den Titeln „Going Down“ und „Berlin“ zwei ganz neue Lieder zu hören. Insgesamt hört man auf diesem Debut-Album eher unspektakulären Rock, der mit der Musik von Velvet Underground oder gar Yes nur wenig bis gar nichts gemein hat. Die Kritiken fielen nicht allzu gut aus und auch kommerziell war die Platte kein Erfolg und landete lediglich auf Platz 189 der US Billboard 200 Charts.

Nichts klingt schlecht auf „Lou Reed“ von Lou Reed, spektakulär oder außergewöhnlich klingt jedoch ebenfalls nichts. Vielmehr ist diese Scheibe eine Platte, angefüllt mit soliden Rock Nummern, die sicherlich auch grooven, jedoch nicht allzu schnell ins Ohr gehen und dort auch nicht länger verweilen. Das Album ist eher eine durchschnittliche Platte, mit durchschnittlicher Rock Musik geworden, die über keine Ausfälle und keine Höhepunkte verfügt. Einfach Durchschnitt eben. Dabei wird die Stimmung auf dem Album niemals zu rockig, meist steht die akustische Gitarre im Vordergrund, zu der Lou Reed mit seiner unverwechselbaren Stimme singt. Mehrere Durchläufe des Albums helfen definitiv dabei, sich die Melodien noch besser zu erschließen und diese für sich zu gewinnen.

Diesen einen, herausragenden Höhepunkt gibt es nicht auf „Lou Reed“. Trotzdem beinhaltet die Platte einige schöne Stellen. Die Lieder „I Love You“, „Love Makes You Feel“ und „Ocean“ wären an dieser Stelle zu erwähnen. Gerade letztgenanntes Lied überzeugt durch eine große Variabilität, in der Lou Reed auch gesanglich etwas variiert. Dazu verfügt dieser Titel über eine wunderschöne Piano-Linie, die die Nummer gleich beim ersten Mal des Hörens eingängig werden lässt.

Fazit: Ein solide gemachtes Rock-Album ist die Solo-Debut-Scheibe des Lou Reed geworden. Auf dieser Platte werden keine Experimente gestartet, es wird die eher sanfte Ausprägung der Rock Musik zelebriert. Die qualitativen Ausschläge nach oben wie nach unten fehlen auf diesem Album, was es zu einer durchschnittlichen, jedoch keineswegs schlechten Platte werden lässt. Acht Punkte.

Anspieltipps: I Love You, Love Makes You Feel, Ocean