Montag, 18. Juni 2018

Kaipa – Keyholder




Kaipa – Keyholder


Besetzung:

Hans Lundin – hammond organ, synthesizers, mellotron, pianos, vocals
Roine Stolt – electric and acoustic guitars, percussion, vocals
Morgan Ågren – drums
Aleena Gibson – lead and backing vocals
Patrik Lundström – lead and backing vocals
Jonas Reingold – bass guitar


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Progressive Rock, RetroProg


Trackliste:

1. Lifetime Of A Journey (8:14)
2. A Complex Work Of Art (11:57)
3. The Weed Of All Mankind (9:29)
4. Sonic Pearls (6:06)
5. End Of The Rope (13:59)
6. Across The Big Uncertain (8:31)
7. Distant Voices (13:00)
8. Otherworldly Brights (7:09)

Gesamtspieldauer: 1:18:27




„Keyholder“ heißt das siebte Studio-Album der schwedischen Progressive Rock Band Kaipa, welches am 28. August 2003 erschien. Gleichzeitig ist es auch die zweite Scheibe, die die Band nach der Reunion im Jahr 2002 veröffentlichte. Die Musik und die Texte stammen einmal mehr von Hans Lundin und Roine Stolt und das Album wurde, wie bereits der Vorgänger „Notes From The Past“, auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht.

Zu hören gibt es auch „Keyholder“ den für die Schweden durchaus typischen und an die Flower Kings erinnernden RetroProg. Großartig verwundern darf das nicht, denn Roine Stolt hat in beiden Bands einen sehr großen Einfluss auf das musikalische Wirken, auch wenn bei Kaipa Hans Lundin wohl der Musiker ist, der den Sound größtenteils beeinflusst. Leider ist es allerdings so, dass gerade „Keyholder“ nicht so richtig zünden will. Gewiss ist das gut gemachte und abwechslungsreiche Musik, aber einen so richtig packen, das schaffen die Lieder auf „Keyholder“ leider nicht. Im Falle des Titels „A Complex Work Of Art“, bei dem Aleena Gibson den Gesang übernimmt, klingt das alles gar richtiggehend kitschig und ein Unwohlsein breitet sich beim Hören aus. Schade. Große Gesangsparts übernimmt sie auch bei den Stücken „Across The Big Uncertain“ und „Distant Voices“. Leider klingt es an diesen Stellen auch nicht viel besser.

Die einzelnen Titel sind ansonsten eher frickelig denn melodiös gehalten und gehen kaum ins Ohr. Phasenweise klingt die Musik von Kaipa auf „Keyholder“ ganz interessant und auch mal eingängig, aber auf ein vollständiges Lied hin betrachtet und damit in Summe aller Titel, ist es eine Platte geworden, mit der man deutlich weniger warm werden kann, als mit manch anderer Scheibe der Schweden. Es bleibt viel zu wenig hängen von dieser Musik und wenn man an Kaipa denkt und ein Album auflegen möchte, kommt einem „Keyholder“ ganz bestimmt nicht zuerst in den Sinn.

Genug gejammert. „Keyholder“ ist musikalisch perfekt eingespielt worden, immer wieder hört man auch die Spielfreude der Musiker heraus. Und die ein oder andere schöne Stelle gibt es auch auf diesem Album zu entdecken, wenn sie sich auch meist auf eine Phase in einem der längeren Stücke bezieht und begrenzt. Am eingängigsten klingt für mich noch das etwas kürzere „Sonic Pearls“. Ein etwas atmosphärischer und vor allen Dingen einfacher und sanfter Titel, der ins Ohr geht.

Fazit: Das haben Kaipa schon mal deutlich besser hinbekommen. „Keyholder“ ist ein Album geworden, welches zwar musikalisch auf hohem Niveau eingespielt wurde, allerdings irgendwie nicht restlos zu begeistern versteht. Die einzelnen Melodien schaffen es nicht einen zu begeistern und es bleibt auch nur sehr wenig von dieser Scheibe hängen. Wenn schließlich auch noch Aleena Gibson singt, wird es ganz schwierig. Das liegt nicht allein an ihrer Stimme, die Musik passt auch nicht. Für RetroProg-Fans und auch Freundinnen und Freunde der Flower Kings aber ganz sicher geeignet. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Sonic Pearls



Sonntag, 17. Juni 2018

Fugees – The Score




Fugees – The Score


Besetzung:

Wyclef Jean – vocals, guitar
Lauryn Hill – vocals
Pras Michel – vocals


Gastmusiker:

John Forté – vocals, drum programming
Diamond D – vocals
DJ Red Alert – vocals
Omega – vocals
Pacewon – vocals
Rah Digga – vocals
Young Zee – vocals
Sly Dunbar – drums, drum programming
Ras Baraka – vocals
Robbie Shakespeare – bass
Backspin – dj scratches
DJ Scribble – dj scratches
Handel Tucker – keyboards
Warren Riker – recorder


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Hip Hop, Rap


Trackliste:

1. Red Intro (1:51)
2. How Many Mics (4:28)
3. Ready Or Not (3:47)
4. Zealots (4:20)
5. The Beast (5:37)
6. Fu-Gee-La (4:20)
7. Family Business (5:43)
8. Killing Me Softly (4:58)
9. The Score (5:02)
10. The Mask (4:50)
11. Cowboys (5:23)
12. No Woman, No Cry (4:33)
13. Manifest / Outro (5:59)

Bonus Tracks:

14. Fu-Gee-La (4:23)
15. Fu-Gee-La (5:27)
16. Mista Mista (2:42)
17. Fu-Gee-La (4:20)

Gesamtspieldauer: 1:17:51




Das zweite und bislang letzte Studio-Album der US-amerikanischen Hip-Hop-Gruppe Fugees heißt „The Score“. Das Album wurde am 13. Februar 1996 auf dem Plattenlabel Columbia Records, einer Tochter der Sony Music veröffentlicht. Das Album bietet eine breite Palette von Samples und verschiedenen Instrumenten, die zu hören sind, in den Credits allerdings nicht extra aufgeführt wurden. Viele Aspekte des alternativen Hip Hop sind hier enthalten, die die Hip-Hop-Musikszene von nun an stark beeinflussen sollten. Daher ist das Album durchaus mit „wegweisend“ zu umschreiben. Über fünfzehn Millionen Mal wurde die Platte bisher verkauft und zusätzlich mit zahlreichen Auszeichnungen versehen. Ergänzend zu den meist positiven Kritiken, die das Album bei seiner Veröffentlichung erhalten hat, stieg dessen Beachtung sogar im Laufe der Jahre noch an. Viele Kritiker bezeichnen „The Score“ als eines der größten Alben der 90er Jahre und als eines der größten Hip-Hop-Alben aller Zeiten. 1998 wurde das Album in die Liste der 100 besten Rap-Alben der Zeitschrift The Source aufgenommen, und 2003 wurde es auf Platz 477 der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten des Rolling Stone Magazins gesetzt. „The Score“ wurde zudem bei den 39. Annual Grammy Awards mit dem Grammy Award für das beste Rap-Album ausgezeichnet.

Bei „The Score“ handelt es sich um, auf Samples basierenden Hip Hop, bei dem man sich allerdings manchmal das Original wünschen würde, wenn man dem Hip Hop nicht ganz so zugetan ist. Die drei Musiker haben über die leicht veränderten Stücke ihren Gesang und ihr Texte gelegt und vollführen dabei so einige „Späße“. Was der Platte dabei ganz bestimmt zugesprochen werden muss, das ist die Coolness und ein unfassbar entspanntes Gefühl, welches sie verströmt. Alles auf „The Score“ klingt überaus relaxt und groovt.

Auch als Nicht-Hip-Hop-Fan kann man sich der Stimmung nicht entziehen, die die Platte verströmt. Die Titel „Fu-Gee-La“, „Family Business“, „Cowboys“ sowie die Version von „No Woman, No Cry“, die ursprünglich von Vincent Ford für Bob Marley & The Wailers geschrieben wurde, machen durchaus Laune und regen zum Mitwippen an. Anderen Titeln auf „The Score“ fehlt dagegen völlig die Melodiösität und diese wirken und funktionieren ohne das „Rhythmus-Gen“ der Hörerin beziehungsweise des Hörers deutlich schlechter. So bleibt insgesamt kein einheitlicher Eindruck beim Hören der Platte zurück, die manchmal durchaus das Interesse weckt, an anderer Stelle allerdings äußerst gewöhnungsbedürftig klingt – zumindest für Rock Fans.

Fazit: Hip Hop Fans werden dieses Album lieben. Auf diversen Samples setzen Wyclef Jean, Lauryn Hill und Pras Michel ihre Texte auf und grooven dabei relaxt aus den Boxen. Mit einer gewissen Portion an Eingängigkeit kann man das auch als Freundin oder Freund eher rockiger Töne gut hören. Auf „The Score“ gibt es eine Mischung aus monotonem Sprechgesang und Hip Hop mit melodiöser Untermalung zu hören. Interessant ist das allemal, herausragend weniger. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Fu-Gee-La, Family Business, Cowboys, No Woman No Cry



Samstag, 16. Juni 2018

Rick Springfield – Success Hasn’t Spoiled Me Yet




Rick Springfield – Success Hasn’t Spoiled Me Yet


Besetzung:

Rick Springfield – lead vocals, acoustic & electric guitars, backing vocals


Gastmusiker:

Tim Pierce – guitar
Charles Sandford – guitar
Gabriel Katona – keyboards
Alan Pasqua – keyboards
Dennis Belfield – bass
Michael Baird – drums
Tommy Funderburk – backing vocals
Tom Kelly – backing vocals
Richard Page – backing vocals


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Calling All Girls (3:27)
2. I Get Excited (2:34)
3. What Kind Of Fool Am I (3:20)
4. Kristina (3:02)
5. Tonight (3:20)
6. Black Is Black (2:54)
7. Don’t Talk To Strangers (3:00)
8. How Do You Talk To Girls (3:18)
9. Still Crazy For You (3:58)
10. The American Girl (3:09)
11. Just One Kiss (3:16)
12. April 24, 1981 (1:33)

Gesamtspieldauer: 36:56



„Success Hasn‘t Spoiled Me Yet“ ist das sechste Studioalbum des australischen Rockmusikers Rick Springfield. Es erschien am 23. März 1982 auf dem Plattenlabel RCA Records. Das Album wurde in den USA mit Platin ausgezeichnet und beinhaltet drei Top 40 Singles: „Don‘t Talk To Strangers“ erreichte Platz 2 der US Charts, „What Kind Of Fool Am I“ Platz 21 und schließlich „I Get Excited“ Platz 32. Mit dem Lied „Black Is Black“ befindet sich eine sehr bekannte Cover-Version des gleichnamigen Titels der spanischen Rock Band Los Bravos aus dem Jahr 1966 auf dem Album. Das Lied „Kristina“ ist dagegen eine Neuauflage des Liedes „Jamaica“ der Band Bachman-Turner Overdrive, zu dem Rick Springfield einen neuen Text verfasste.

Einmal mehr ist ein Rick Springfield Album eine poppige Rock-Veranstaltung, wobei hier der Rock ein klein wenig mehr im Vordergrund steht, als noch auf der Vorgänger-Platte „Working Class Dog“. Doch auch auf „Success Hasn‘t Spoiled Me Yet“ setzt Rick Springfield auf die schnelle und vor allen Dingen massentaugliche Eingängigkeit. Zwölf Lieder, von denen mindestens zehn ohne Schwierigkeiten im Radio in der Dauerschleife laufen könnten. Diese gab es Anfang der 80er Jahre wohl noch nicht, umso öfters wurde die Scheibe eben aufgelegt, um sie zum Erfolg zu puschen. Es hat funktioniert.

„Success Hasn‘t Spoiled Me Yet“ fällt nicht sehr auf, läuft mit und durch. Richtige Höhepunkte gibt es nicht auf dem Album. Dafür allerdings auch keine Ausreißer nach unten. Alles ist in etwa im selben Stil gehalten, somit sind auch jegliche Besonderheiten ausgemerzt worden. Mainstream in Reinkultur. Am auffälligsten und überraschendsten ist da fast schon das bereits erwähnte Los Bravos Cover „Black Is Black“. Ganz nett sind noch „Don’t Talk To Strangers“, „How Do You Talk To Girls“ und „Still Crazy For You“, sodass sich die hörenswerteren Titel allesamt in der Mitte des Albums befinden. Nicht weiter erwähnen muss man an dieser Stelle, dass die Lieder von Rick Springfield auf „Success Hasn‘t Spoiled Me Yet“ hauptsächlich das Thema „Liebe“ von verschiedenen Seiten beleuchten – als ob nicht schon des Öfteren gemacht worden wäre.

Fazit: Durchaus möglich, dass diese Musik auf „Success Hasn‘t Spoiled Me Yet“ Anfang der 80er Jahre für Aufsehen sorgte. Heute klingt das Ganze eher langweilig und überholt. Massenkompatibler Pop Rock, der von Liebe handelt. Melodien, die unbedingt gehört werden sollten, gibt es nicht auf diesem Album. Genauso wenig Melodien, die längerfristig hängenbleiben. Eher langweilig. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Black Is Black, Don’t Talk To Strangers



Freitag, 15. Juni 2018

Beardfish – Mammoth




Beardfish – Mammoth


Besetzung:

Rikard Sjöblom – lead vocals, guitars, keyboards and percussion
David Zackrisson – guitars, vocals and arp odyssey
Robert Hansen – bass and vocals
Magnus Östgren – drums


Gastmusiker:

Johan Holm – alt and baritone saxophones on „And The Stone Said ”If I Could Speak”“ & „Akakabotu“
Jimmy Jönnsen – growling on „And The Stone Said ”If I Could Speak”“
Matthias Bengtsson – tambourine on „Tightrope“ & „Akakabotu“


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2011


Stil: Hard Rock, RetroProg, Progressive Rock


Trackliste:

1. The Platform (8:06)
2. And The Stone Said ”If I Could Speak” (15:08)
3. Tightrope (4:33)
4. Green Waves (8:54)
5. Outside / Inside (1:44)
6. Akakabotu (5:41)
7. Without Saying Anything (feat. Ventriloquist) (8:11)

Gesamtspieldauer: 52:16



Das sechste Studio-Album der schwedischen RetroProg-Band Beardfish heißt „Mammoth“ und erschien am 25. März 2011 auf dem Plattenlabel InsideOut Music. Die Musik der vier Schweden hatte sich einmal mehr gewandelt. Waren sonst eher die Genres RetroProg und Progressive Rock die musikalische Heimat von Beardfish, so wird auf „Mammoth“ deutlich mehr gerockt.

Zumindest der Beginn der Platte tendiert schon deutlich in die Richtung Hard Rock. Gerade die ersten beiden Stücke rocken fröhlich drauf los, wobei sich in der Nummer „And The Stone Said ”If I Could Speak”“ sogar eine kurze Growling-Einlage findet. Kann man mögen, muss man allerdings nicht. Trotzdem ist dieses Lied schon etwas vielschichtiger gestaltet und wechselt zwischen verschiedenen Teilen hin und her. „Tightrope“ beginnt deutlich fröhlicher, zieht dann das Tempo in Richtung des Rocks ebenfalls an und ist ganz bestimmt kein Lied, welches man mit dem Genre Progressive Rock in Verbindung bringen würde.

Und so geht es erst mal mit „Green Waves“ weiter. Ein klassischer Rocker, der in den Genres Hard Rock und Metal angesiedelt ist. Für Freunde der Headbanging-Fraktion bestens geeignet. Kräftiges Haarschütteln ist angesagt. Mit der Nummer „Outside / Inside“ folgt sodann eine kleine und kurze Auflockerung in Form eines nicht allzu langen Piano-Solo Stücks. Sehr melodiös. Beim folgenden „Akakabotu“ fühlt man sich allerdings zu Beginn durch den Klang der Orgel gleich an Uriah Heep erinnert. Doch dieses Instrumental-Lied wandelt sich weiter, wird deutlich jazziger und pulsiert aus den Boxen heraus. Den Pfad des Hard Rock haben Beardfish nun verlassen. Ganz zum Schluss, mit der Nummer „Without Saying Anything“, bewegen sich die vier Schweden dann letztendlich doch noch auf dem Terrain des Progressive Rock. Eine vielschichtige und abwechslungsreiche Nummer, die allerdings nicht allzu schnell ins Ohr geht und dort auch zunächst nicht länger verweilen möchte. Doch das ändert sich mit den weiteren Durchläufen, weshalb schließlich auch genau dieses Lied den Höhepunkt des Albums darstellt.

Fazit: Ein Hard Rock Album mit ein paar jazzigen und progressiven Einsprengseln ist die Platte „Mammoth“ von Beardfish geworden. Man sollte definitiv auf härtere Musik stehen, um auf diesem Album etwas für sich finden zu können. Schlecht klingt das alles keineswegs, allerdings stellt dieses Album auch nicht das Meisterwerk von Beardfish dar. Gut gemachter Hard Rock, ohne zu viele Höhepunkte. Neun Punkte.

Anspieltipps: Outside / Inside, Without Saying Anything



Donnerstag, 14. Juni 2018

Gazpacho – March Of Ghosts




Gazpacho – March Of Ghosts


Besetzung:

Jan Henrik Ohme – vocals
Thomas A. Anderson – keyboards
Jon-Arne Vilbo – guitars
Mikael Krømer – violins & mandolin
Kristian Olav Torp – bass
Lars Erik Asp – drums


Gastmusiker:

Kristian „The Duke“ Skedsmo – tin whistle, low whistle, tenor banjo, five string banjo, accordion, mandriola, octave mandola & flute


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Progressive Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Monument (2:06)
2. Hell Freezes Over I (5:45)
3. Hell Freezes Over II (4:36)
4. Black Lily (4:58)
5. Gold Star (4:15)
6. Hell Freezes Over III (2:36)
7. Mary Celeste (5:43)
8. What Did I Do? (4:19)
9. Golem (5:10)
10. The Dumb (4:33)
11. Hell Freezes Over IV (6:11)

Gesamtspieldauer: 50:17




Gazpacho sind Gazpacho sind Gazpacho. Wenn man eine Platte der sechs Norweger erwirbt, dann weiß man, was einen erwartet. Man bekommt eingängigen Art Rock bis Progressive Rock zu hören, der sehr schnell ins Ohr geht. Nicht anders ist das auch bei ihrem siebten Studio-Album, welches den Namen „March Of Ghosts“ trägt. Am 12. März im Jahr 2012 wurde die Scheibe auf dem Plattenlaben KScope veröffentlicht und enthält einmal mehr die für Gazpacho so typische Musik, den Sound, den man erwartet. „March Of Ghosts“ ist eine Sammlung von Kurzgeschichten. Die Idee hinter dem Album ist, dass in einer Nacht verschiedene Geister ihre Erlebnisse in Form von Geschichten erzählen. Zu den Charakteren dieser „Geister“ gehören haitianische Kriegsverbrecher, die Besatzung der Mary Celeste, ein zurückkehrender amerikanischer Soldat des Ersten Weltkriegs, der sich im Jahr 2012 wiederfindet und der Geist eines englischen Comedy-Autors, der zu Unrecht des Verrats beschuldigt wurde.

„March Of Ghosts“ ist randvoll gefüllt mit sanfter und sehr melodiöser Musik, die im Umkreis des Progressive Rock und des Art Rocks beheimatet ist. Die Lieder gehen bereits beim ersten Mal des Hörens gut ins Ohr und klingen nach Melancholie, Sentimentalität und unerfüllter Sehnsucht. Alles, wirklich alles auf „March Of Ghosts“ klingt harmonisch. Das bedeutet allerdings keineswegs Langeweile, sondern ergänzt die Musik von Gazpacho durch ein weiteres sehr hörenswertes Album. Einen kleinen Unterschied zu den bisherigen Platten der Band gibt es dann allerdings doch. Gazpacho haben auf „March Of Ghosts“ den Folk noch ein wenig mehr in ihre Lieder einfließen lassen. Kurze folkige Abschnitte tauchen immer wieder in den einzelnen Stücken auf und bereichern die Musik damit durchaus noch einmal mehr.

Es klingt wirklich alles auf „March Of Ghosts“. Jede und jeder, die oder der diese Art der Musik schätzt, wird hier andere Favoriten für sich entdecken. Zudem wachsen die Lieder auch noch mit jedem weiteren Durchlauf, sodass die eigenen Höhepunkte sich durchaus im Laufe der Zeit ändern können. Meine Favoriten sind im Moment die Stücke „Hell Freezes Over I, II und IV“ sowie „Gold Star“. Oder sind es doch „Mary Celeste“ und „What Did I Do?“? Schwierig, es klingt wahrlich alles sehr überzeugend. Ein großes Lob auch für das 24-seitige Booklet. Dieses ist sehr schön gestaltet und es lohnt einmal mehr, die Texte darin nachzulesen. Da hat sich jemand viel Mühe gegeben.

Fazit: Ein sehr überzeugendes Album ganz im Stile von Gazpacho ist „March Of Ghosts“ geworden. Eingängigen und harmonischen Progressive Rock bis Art Rock gibt es auf dem Album zu hören. Gazpacho erfinden dabei weder sich neu, noch irgendwelche musikalischen Genres. Trotzdem lohnt sich diese Platte, da sie dieses Gazpacho-Universum erweitert. Musik voller Melancholie, abwechslungsreich und warm. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hell Freezes Over, Gold Star



Mittwoch, 13. Juni 2018

Udo Lindenberg – Panische Nächte




Udo Lindenberg – Panische Nächte


Besetzung:

Udo Lindenberg – Gesang, Schlagzeug, Perkussion


Gastmusiker:

Herbert Bornholdt – Perkussion
Curt Cress – Schlagzeug
Bertram Engel – Schlagzeug
Eckhart Hofmann – Saxophon
Dave King – Bass
Jean Jacques Kravetz – Keyboards
Thomas Kretschmer – Gitarre
Johnny Muller – Harmonika
Michael Naura – Keyboards
Kristian Schultze – Keyboards
Steffi Stephan – Bass
Paul Vincent – Gitarre
Lorenz Westphal – Violine


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Deutsch Rock


Trackliste:

1. Mister Nobody (4:20)
2. Riki Masorati (4:08)
3. Schneewittchen (4:20)
4. Der Sizilianische Werwolf (5:33)
5. Fliesenlied (1:25)
6. Teddi (3:16)
7. Sie Ist 40 (3:54)
8. Cowboy (4:16)
9. Flipper (4:20)

Gesamtspieldauer: 35:35



Das achte Studio-Album des Udo Lindenberg heißt „Panische Nächte“ und wurde am 15. Oktober im Jahr 1977 veröffentlicht. Darauf zu hören ist der typische musikalische Mix des Udo Lindenberg zur damaligen Zeit aus sanften Liedern, die kleine Geschichten über die unterschiedlichsten Typen erzählen. Des Weiteren gibt es erneut deutlich rockigere Lieder zu hören, oftmals im Rock’n’Roll beheimatet und inhaltlich gleich bestückt wie die sanfteren Nummern.

Das Besondere an den Texten des gebürtigen Gronauers ist, dass sie sich nicht unbedingt reimen müssen, sie klingen trotzdem. Auch die Wortschöpfungen des Udo Lindenberg sind etwas Spezielles, die oftmals beeindrucken und einem ein kleines Grinsen in das Gesicht zaubern. All das gibt es auch auf „Panische Nächte“ zu hören, trotzdem ist die Scheibe ganz bestimmt nicht seine beste Platte der damaligen Zeit geworden. Das wiederum liegt allerdings eben nicht an diesen Texten, die auch auf dieser Scheibe wieder überzeugen. Es ist schlicht und ergreifend die Musik, die dieses Mal fast gar nicht mehr zu zünden versteht. So richtig mag da kaum etwas ins Ohr gehen, vieles langweilt irgendwie – auch wenn die Texte sich lohnen.

Lediglich eine Nummer sticht etwas heraus und ist auch der Höhepunkt der ganzen Patte. Das Lied „Schneewittchen“ besitzt alles, wofür man Udo Lindenbergs Musik mag. Ein toller Text, der zum Nachdenken anregt und dieses Mal eine Melodie, die sich im Ohr festsetzt – auch wenn das Lied eines der rockigsten auf der Platte überhaupt ist. Leider ist „Schneewittchen“ allerdings die große Ausnahme auf „Panische Nächte“. Ansonsten überzeugt hier lediglich noch der direkt darauf folgende Titel „Der Sizilianische Werwolf“. Auch dieses Lied ist eingängig und überzeugt. Das war es dann allerdings leider auch schon. Der ganze Rest läuft irgendwie maximal noch mit.

Fazit: „Panische Nächte“ heißt das achte Studio-Album des Udo Lindenberg und ist gewiss nicht seine beste Platte geworden. Auch wenn viele Zutaten seiner Musik der 70er Jahre darauf enthalten sind, so überzeugen maximal noch die Texte, nicht jedoch die Musik, die einfach nicht so recht ins Ohr gehen will. Zwei Ausnahmen gibt es mit den Liedern „Schneewittchen“ und „Der Sizilianische Wolf“. Doch das ist einfach zu wenig. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Schneewittchen, Der Sizilianische Werwolf



Dienstag, 12. Juni 2018

Sons Of Noel And Adrian – Sons Of Noel And Adrian




Sons Of Noel And Adrian – Sons Of Noel And Adrian


Besetzung:

Jacob Richardson
Tom Cowan
William Calderbank
Michael Siddell
Catherine Cardin
Jo White
Alistair Strachan
Nick Hemming
Rowan Coupland
Marcus Hamblett


Gastmusiker:

Lindsey Oliver
James De Malplaquet
Beatrice Sanjust Di Teulada
John Chescoe
Will Oldham


Label: Shelsmusic


Erscheinungsdatum: 2008


Stil: ArtPop, Experimental


Trackliste:

1. Indigo (4:55)
2. Kernow (4:11)
3. Damien. Lessons From What’s Poor (9:25)
4. Cave (3:23)
5. Ragwort (6:10)
6. Divorce (5:58)
7. Violent Violet (3:24)
8. The Wreck Is Not A Boat (4:54)
9. Inside Olympia (4:47)

Gesamtspieldauer: 47:12



Was bei einem beim Hören der Musik der Band Sons Of Noel And Adrian aus Brighton, England sofort auffällt, das ist die Instrumentierung, die hauptsächlich aus akustischen Instrumenten besteht. Gitarre, Glockenspiel, Violine, Cello, Piano, Banjo, Kornett, Kuhglocken, Flöte, Horn, Harfe und vieles mehr ist da zu hören. Dazu gesellt sich der arg weinerliche Gesang des Jacob Richardson und fertig ist die Musik, die so ganz anders klingt als alles, was man sonst im Bereich des Pop und Rock zu hören bekommt. Auf dem selbstbetitelten Debut-Album, welches am 1. Juli 2008 veröffentlicht wurde, taucht man mit dem ersten Takt direkt in diese musikalische Welt ein und verlässt sie erst wieder mit dem Ausklingen des letzten Akkords.

Diese musikalische Welt der Sons Of Noel And Adrian klingt melancholisch bis traurig, von daher passt die Stimme des Jacob Richardson im Grunde genommen perfekt zur Musik. Trotzdem ist genau diese auch der „Knackpunkt“ beim Hören der Alben der englischen Band. Man muss diesen besonderen Klang mögen oder zumindest akzeptieren können, um in die Lieder der Sons Of Noel And Adrian vollends eintauchen, sie vollends genießen zu können. Ansonsten wird es trotz aller Schönheit und Melodiösität schwierig mit der Musik der Sons Of Noel And Adrian. Immer wenn Joanne White und Catherine Cardin mit in den Gesang einstimmen, werden die Lieder um eine weitere Facette bereichert. Im mehrstimmigen Gesang erklingen die einzelnen Stücke nochmals einen Tick intensiver, melodiöser und auch packender. Dis allerdings auf bereits sehr hohem und vieles durchdringendem Niveau.

Eingängig klingt die Musik der Sons Of Noel And Adrian an jeder Stelle des Albums. Mitunter auch etwas schräg und verdreht, dennoch gehen die einzelnen Titel relativ schnell ins Ohr, was durch mehrmaliges Hören noch deutlich verstärkt wird. Die mitunter angespielten musikalischen Redundanzen wirken in sich geschlossen und geradezu hypnotisierend. Höhepunkt der Platte ist das neuneinhalbminütige „Damien. Lessons From What’s Poor“. Mit einem akustischen Gitarrenlauf wird das Lied eingeleitet, der immer und immer wieder wiederholt wird. In diesen setzen dann Bläser und Streicher ein, um sich alsbald wieder zu verabschieden. Das klingt so wunderbar eingängig und es fällt nicht schwer, in diese Töne einzutauchen. Nach drei Minuten wird der fast schon beschwörende Gesang angestimmt, danach nimmt die Musik Fahrt auf und wird noch ein wenig intensiver. Eine Wand aus monotoner Melodiösität bricht über einen herein, Mid-Tempo-Rhythmus, eine sehnsüchtig klingende Violine, alles steigert sich, wallt auf, um schließlich in einem Duett-Gesang zu müden. Alles sehr fein und subtil. Großes musikalisches Kino. Doch auch die anderen Titel lohnen gehört zu werden. „Sons Of Noel And Adrian“ von den Sons Of Noel And Adrian beinhaltet keine Schwächen, macht Spaß vom ersten bis zum letzten Akkord und ergreift.

Fazit: Das selbstbetitelte Debut-Album der Sons Of Noel And Adrian ist ein ganz besonderes geworden. Schöne, melodiöse und eingängige Musik, die alles andere als alltäglich klingt. Das liegt an der etwas ausgefalleneren Instrumentierung mit hauptsächlich akustischen Instrumenten sowie am weinerlichen Gesang des Jacob Richardson. Die Platte verströmt eine unglaublich intensive Melancholie, beinhaltet keinesfalls Musik, die man nebenbei hören kann und weiß zu begeistern. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Damien. Lessons From What’s Poor



Montag, 11. Juni 2018

Al Stewart – Zero She Flies




Al Stewart – Zero She Flies


Besetzung:

Al Stewart – guitar, keyboards, vocals


Gastmusiker:

Louis Cennamo – bass
Gerry Conway – drums
Pete Gavin – drums
Steve Gray – guitar
Tim Hinkley – keyboards
Trevor Lucas – guitar


Label: CBS Records


Erscheinungsdatum: 1970


Stil: Folk


Trackliste:

1. My Enemies Have Sweet Voices (5:14)
2. A Small Fruit Song (2:02)
3. Gethsemane, Again (5:28)
4. Burbling (3:19)
5. Electric Los Angeles Sunset (3:47)
6. Manuscript (4:45)
7. Black Hill (1:22)
8. Anna (1:47)
9. Room Of Roots (3:52)
10. Zero She Flies (5:35)

Gesamtspieldauer: 37:16



Alles wie gehabt könnte man sagen, wenn man das dritte Album des Meisters der leisen Töne, Al Stewart, hört. „Zero She Flies“ heißt diese Scheibe und erschien im April 1970 auf dem Plattenlabel CBS Records. Darauf zu hören ist einmal mehr sehr sanfter und zurückhaltender British Folk, der zwar auch mal einen ganz kleinen Ausflug in Richtung US-amerikanische Musik nimmt, ansonsten jedoch überwiegend bei seinen Wurzeln bleibt.

Das Album beginnt mit dem Titel „My Enemies Have Sweet Voices“. Und dies ist gleich jenes, welches etwas anders klingt, als der typische Al Stewart Song. Sehr viel Mundharmonika lässt automatisch Reminiszenzen an die US-amerikanische Country- und Western-Music aufkommen. „Schuster bleib bei Deinen Leisten!“ möchte man Al Stewart fast zurufen, denn die Nummer ist zum einen nicht typisch für diese Platte, zum anderen ist sie auch deren schwächstes Lied. Doch schon mit dem nächsten kurzen Titel, „A Small Fruit Song“, wird man wieder versöhnt. Bis ganz zum Schluss wird man mit wunderschönen akustischen Gitarrenklängen umgarnt, um gegen Ende von der Liebesbeziehung eines Apfels zu einer Orange zu erfahren. Nebenbei bemerkt ist auch das Album-Cover eine weitere Skurrilität. Was sich Al Stewart wohl dabei dachte, lediglich seinen Kopf in all dem Gestrüpp zu zeigen? Man wird es wohl nie erfahren.

Es reiht sich im weiteren Verlauf eine schöne Akustik-Nummer an die nächste. Ab und an gibt es im Hintergrund mal eine E-Gitarre zu hören und mit den Liedern „Burbling“ und „Room Of Roots“ sind auch zwei Instrumentalstücke mit auf „Zero She Flies“ enthalten. Alles klingt lieb, nett, sanft, melodiös und eingängig. Eine kleine Ausnahme befindet sich noch am Ende des Albums mit dem Titellied. Das Lied steigert sich und wird gegen Ende hin sogar richtiggehend rockig. Genauso wie der Opener des Albums so steht auch diese Nummer nicht stellvertretend für „Zero She Flies“, sondern stellt eine Ausnahme dar. Und auch wenn sich keine außergewöhnlichen Ohrwürmer mit auf diesem Album befinden, so unterhält die Musik doch und hat mit dem bereits erwähnten „A Small Fruit Song“, dem kurzen „Anna“ sowie dem Instrumentallied „Room Of Roots“ ihre Höhepunkte.

Fazit: Wer Folk Musik mag, wird auch „Zero She Flies“ mögen. Zumeist ist die Musik eine sehr ruhige, nur selten, wie beim Titellied, klingt es ein klein wenig rockiger oder etwas nach Country, wie beim Opener. Ansonsten bleibt sich Al Stewart treu, entwickelt auf seiner akustischen Gitarre sanfte Lieder, zu denen er seine kleinen Geschichten erzählt. Unaufgeregt. Neun Punkte.

Anspieltipps: A Small Fruit Song, Anna, Room Of Roots



Sonntag, 10. Juni 2018

Westlife – Face To Face




Westlife – Face To Face


Besetzung:

Nicky Byrne – vocals
Kian Egan – vocals
Mark Feehily – vocals
Shane Filan – vocals


Gastmusiker:

Steve Pearce – basss
The Tuff Session Singers – choir
Chris Laws – drums
Ian Thomas – drums
Fridrik Karlsson – guitar
Paul Gendler – guitar
Steve Mac – keyboards
Dave Arch – piano
Steve Mac – piano
Stockholm Session Strings – strings


Label: RCA Records


Erscheinungsdatum: 2005


Stil: Pop


Trackliste:

1. You Raise Me Up (4:02)
2. When You Tell Me That You Love Me (3:58)
3. Amazing (2:51)
4. That's Where You Find Love (3:46)
5. She's Back (3:12)
6. Desperado (3:38)
7. Colour My World (3:57)
8. In This Life (4:10)
9. Heart Without A Home (4:49)
10. Hit You With The Real Thing (3:02)
11. Change Your Mind (3:44)
12. Maybe Tomorrow (3:08)

Gesamtspieldauer: 44:23



Nachdem Brian McFadden Anfang 2004 die Band verlassen hatte, wurde im November 2004 das fünfte Studio-Album „...Allow Us To Be Frank“ veröffentlicht. Dieses war die erste Platte von Westlife, die nicht Platz 1 in Großbritannien und Irland erklomm und aus Liedern bestand, die Frank Sinatra zuvor eingesungen hatte. Es wurde also Zeit zur bewährten Herangehensweise zurückzukehren: Schmuse-Pop. So wurde am 31. Oktober 2005 das sechste Studio-Album mit dem Titel „Face To Face“ veröffentlicht. Dieses erschein einmal mehr bei den Plattenlabels RCA und Sony BMG und erreichte auch tatsächlich wieder Platz 1 der Charts in Irland und Großbritannien.

The Album enthält sehr weiche Pop-Musik, die häufig mit zahlreichen Streichern unterlegt wurde. Das klingt zumeist alles sehr schmalzig. Ein Eindruck, der zusätzlich zur sehr oberflächlichen Musik auch durch sehr schlechte Texte vermittelt wird. Im Übrigen bleibt festzuhalten, dass Westlife auf jedem Album irgendwie gleich zu klingen scheinen. Innerhalb einer Platte sowieso. Auch die Cover-Versionen scheinen so ausgesucht zu werden. Dieses Mal sind es „She‘s Back“ von Human Nature, „Desperado“ von den Eagles, Collin Rayes Hit „In This Life“ sowie das Nick Carter Lied „Heart Without A Home“.

Das Album ist musikalisch definitiv ein Rückschritt zu der letzten Veröffentlichung mit Brian McFadden. Das zarte Pflänzchen des Rocks, welches dort zumindest ein klitzekleines bisschen zu hören war, ist verkümmert. Auf „Face To Face“ ist erneut fast ausschließlich schmalziger Pop zu hören, der ab und an auch tanzbar ist, wenn es sich nicht um eine der vielen Balladen handelt. Lediglich ein Lied erweckt zumindest etwas Aufmerksamkeit. Dieses heißt „Hit You With The Real Thing“ und ist ein schnellerer Pop-Song.

Fazit: Westlife bleiben Westlife. Schmuse-Pop der harten Sorte, den man in Verbindung mit sehr schlechten Texten kaum erträgt. Es gibt einfach langweilige und belanglose Musik. „Face To Face“ von Westlife steht dafür stellvertretend. Einen Punkt.

Anspieltipps: Hit You With The Real Thing



Samstag, 9. Juni 2018

Motorpsycho – Heavy Metal Fruit




Motorpsycho – Heavy Metal Fruit


Besetzung:

Bent Sæther – vocals, bass, guitars, keyboards
Hans Magnus Ryan – vocals, guitars, keyboards
Kenneth Kapstad – drums


Gastmusiker:

Mathias Eick – trumpet on track 2
Hanne Hukkelberg – vocals on tracks 2/4/5/6
Kåre Vestrheim – keyboards


Label: Stickman Records


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Psychedelic Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Starhammer (feat. The Electric Psalmon) (12:57)
2. X-3 (Knuckleheads In Space) / The Getaway Special (9:03)
3. The Bomb-Proof Roll And Beyond (for Arnie Hassle) (6:01)
4. Close Your Eyes (3:39)
5. W.B.A.T. (9:43)
6. Gullible's Travails (Pt. I - IV) (20:42)

I. Eye All-Seeing
II. The Elementhaler
III. Circle
IV. Phoot's Flower (A Burly Return)

Gesamtspieldauer: 1:02:08




„Heavy Metal Fruit“ heißt das vierzehnte Studioalbum der norwegischen Band Motorpsycho. Es erschein auf den Plattenlabels Stickman Records sowie Rune Grammofon am 18. Januar 2010 in Form einer Doppel-LP oder einer CD und war das dritte Studioalbum der Band, welches innerhalb eines Zeitraumes von weniger als zwei Jahren veröffentlicht wurde. Kaum zu glauben, wie viel Kreativität in den Musikern von Motorpsycho steckt.

Der Titel der Platte, „Heavy Metal Fruit“, täuscht dabei ein wenig, denn es ist nicht alles Heavy Metal, was man auf dem Album zu hören bekommt. Die hier zu hörenden musikalischen Genres sind da schon sehr viel breiter gestreut und bewegen sich in den Bereichen Psychedelic Rock, Progressive Rock, Folk, Alternative Rock, Fusion und Stoner Rock. Jede Menge Stoff also, den man hier serviert bekommt und der trotz dieses Stilmixes perfekt zusammenpasst. „Heavy Metal Fruit“ ist eine spannende Reise durch die Weiten des Rocks, die einen häufig mitreißt und in den Bann zieht. Auf „Heavy Metal Fruit“ ist alles andere als Mainstream zu hören. Die Atmosphäre ist zumeist eher dunkel gehalten und dieses Mal gibt es mit dem Titel „Close Your Eyes“ für Motorpsycho-Verhältnisse sogar eine sehr ruhige und nachdenkliche Nummer mitgeliefert, die in Moll getaucht sehr viel Melancholie verströmt.

Höhepunkt des Albums ist das etwa zwanzigminütige letzte Lied „Gullible's Travails“. Das Stück ist aus vier Teilen aufgebaut und hier bekommt man das Ganze Können der Norweger präsentiert. Ihr Talent, abwechslungsreiche und packende Lieder zu schreiben. Alle vier Teile dieses musikalischen Kleinods gehen dabei ins Ohr gehen. Mal gibt es auf „Gullible's Travails“ knackigen Rock zu hören, der die Überschrift des Albums, „Heavy Metal Fruit“, nochmals unterstreicht. Treibend prescht der Titel dann nach vorne, um schließlich doch wieder in einem ruhigeren und deutlich sanfteren Part zu münden, der von der akustischen Gitarre dominiert wird und die Emotionen in die andere Richtung verschiebt. Die gerade bereits erwähnte musikalische Reise findet hier ihre Vollendung.

Fazit: Auch das vierzehnte Studioalbum der norwegischen Band Motorpsycho mit dem Titel „Heavy Metal Fruit“ ist ein sehr überzeugendes geworden. Fern des Mainstreams schaffen es die drei Norweger spielerisch leicht, unterschiedliche musikalische Genres miteinander kommunizieren zu lassen und sich sogar zu vereinigen. Das sorgt an jeder Stelle der etwa einstündigen Spieldauer für wunderbare Unterhaltung. Dies in Form von Musik, in die man vollständig eintauchen kann. Sehr gelungen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Close Your Eyes, Gullible's Travails (Pt. I - IV)



Freitag, 8. Juni 2018

Boyzone – BZ20




Boyzone – BZ20


Besetzung:

Keith Duffy – vocals
Mikey Graham – vocals
Ronan Keating – vocals
Shane Lynch – vocals


Gastmusiker:

Simon Johnson – guitar
Lee McCutcheon – keyboards
Paul Meehan – keyboards
Adam Phillips – guitar
Pat Roche – guitar


Label: Rhino Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Pop


Trackliste:

1. Love Will Save The Day (3:12)
2. Who We Are (3:10)
3. Everything I Own (3:13)
4. Centre Of Gravity (3:41)
5. Heaven Is (3:30)
6. If We Try (3:11)
7. Nobody Knows (4:12)
8. Best Night Of Our Lives (3:02)
9. Light Up The Night (3:13)
10. Rise (3:13)
11. The Hour Before Christmas (3:49)

Gesamtspieldauer: 37:31



„BZ20“ heißt das fünfte Studio-Album der irischen Boy Group Boyzone in Anlehnung an ihr zwanzigjähriges Band-Jubiläum. Die Scheibe erschien am 22. November 2013 auf dem Plattenlabel und war weit weniger erfolgreich, als die Veröffentlichungen der Band zuvor. So ist „BZ20“ auch das erste Album von Boyzone, welches es nicht auf Platz 1 der britischen Charts schaffte.

Auf „BZ20“ hört man einmal mehr diesen etwas süßlichen Pop, gepaart mit unterirdisch schlechten Texten, die von Liebe, Liebeskummer, Herzschmerz und erfüllter beziehungsweise unerfüllter Liebe handeln. Allerdings klingen auf diesem Album nicht alle Titel so überbordend anbiedernd, wie auf so mancher Platte der Iren zuvor. Es gibt auch Stücke, die sich ganz nett anhören und ins Ohr gehen. An dieser Stelle wären die ersten drei Nummern zu nennen, die nun nicht mehr so stark nach Teenie-Pop klingen, sondern erwachsener wirken.

„Love Will Save The Day“, „Who We Are“ und „Everything I Own“ sind die Höhepunkte auf „BZ20“, anschließend verfallen Boyzone wieder in altbekannte Muster, nämlich Liebeslieder darzubieten, die mit immer noch mehr süßlichem Hintergrundgesang überzuckert werden. Zum Dahinschmelzen. Zumindest ein wenig mehr Auflockerung präsentieren die vier verbliebenen Sänger jedoch immerhin auf dieser Platte ihren Hörerinnen und Hörern. Oder soll man sagen, die Songschreiber haben andere Maßstäbe angelegt an eine Band, deren Sänger selbst in die Jahre gekommen sind und sich ihr Publikum nun neu zu erschließen versuchen? Durchaus möglich, musikalisch klingt das allerdings dadurch allemal besser als zuvor, kommerziell war es für Boyzone jedoch ein Rückschritt.

Fazit: Etwas erwachsener Pop und auch wieder Boy Group Musik gibt es dieses Mal auf einem Boyzone Album zu hören. Das klingt zu Beginn auch noch ganz nett, wird dann jedoch wieder sehr anstrengend, wenn man etwas Anspruch in der Musik erwartet. Zumindest an mancher Stelle geht die Musik allerdings ins Ohr und man kann dies auch zulassen, ohne dabei rot zu werden. Ein gutes Pop-Album ist „BZ20“ damit noch lange nicht. Wer jedoch sanfte und poppige Musik mag, findet hier vielleicht etwas für sich. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Love Will Save The Day, Who We Are, Everything I Own



Donnerstag, 7. Juni 2018

Frank Turner – Tape Deck Heart




Frank Turner – Tape Deck Heart


Besetzung:

Frank Turner – lead vocals, acoustic guitar, electric guitar, backing vocals


Gastmusiker:

The Sleeping Souls:

Ben Lloyd – electric guitar, backing vocals, noise (12), drums (12)
Tarrant Anderson – bass guitar, backing vocals, drums (12)
Matt Nasir – piano, accordion, organ, mellotron, rhodes, wurlitzer, mandolin, xylophone, backing vocals, drums (12)
Nigel Powell – drums, percussion, recorder, backing vocals

Weitere Gastmusiker:

Rich Costey – electric guitar (1 and 9), backing vocals (7)
Elle King – banjo (3)
Fergus Coulbeck – jew’s harp („Her Velvet Tones“)
John Hill – soundscapes (3)
Chris Trovero – backing vocals (7)
Scott Keys – backing vocals (7)
Deena Keys – backing vocals (7)
Samantha Keys – backing vocals (7)
Chris Kasych – backing vocals (7)
Ben Hallett – backing vocals (7)


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Folk Rock, Pop


Trackliste:

1. Recovery (3:28)
2. Losing Days (3:32)
3. The Way I Tend To Be (3:41)
4. Plain Sailing Weather (4:01)
5. Good & Gone (3:50)
6. Tell Tale Signs (4:12)
7. Four Simple Words (4:56)
8. Polaroid Picture (3:43)
9. The Fisher King Blues (5:00)
10. Anymore (3:09)
11. Oh Brother (4:18)
12. Broken Piano (5:30)

Gesamtspieldauer: 49:26




„Tape Deck Heart“ heißt das fünfte Studioalbum des englischen Sängers und Song-Schreibers Frank Turner. Veröffentlicht wurde das Album am 22. April des Jahres 2013 auf dem Plattenlabel Universal Music. Mit den Titeln „Recovery“, „The Way I Tend to Be“, „Losing Days“, „Oh Brother“ sowie „Polaroid Picture“ wurden fünf der auf „Tape Deck Heart“ enthaltenen Lieder auch als Single veröffentlicht. Das sollte den Verkauf durchaus ankurbeln. In England kletterte das Album bis auf Platz 2 der Charts und ist bis heute die erfolgreichste Scheibe des Frank Turner. Zu hören gibt es auf „Tape Deck Heart“ eine Mischung aus Pop und Folk.

Inhaltlich verarbeitete Frank Turner mit diesem Album das Zerbrechen einer langjährigen Beziehung, weshalb auch in den Texten „Verlust“ und „Trennung“ häufig zum Thema werden. Die Musik auf „Tape Deck Heart“ ist jederzeit eingängig und melodiös. Die beiden Genres Folk und Pop weiß der Engländer dabei geschickt zu verbinden und zu vermischen. Die Lieder gehen gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr, richtiggehende Ohrwürmer findet man allerdings nicht auf der Platte. Trotzdem klingen alle Lieder überzeugend und es gibt auch keine Ausfälle, wodurch man die Fernbedienung ruhen lassen kann.

Ein besonderer Höhepunkt des Albums ist zum einen das Lied „The Fisher King Blues“. Eine sehr abwechslungsreiche Nummer, die toll gesteigert wird. Ein Chor wird integriert und bereichert den Titel ungemein, bis das Lied schließlich an seiner intensivsten Stelle ausklingt. Auch soll an dieser Stelle die Erwähnung des letzten Liedes der Platte nicht fehlen, das Stück „Broken Piano“. Auch dieser Titel trägt eine schöne und sehr gelungene Steigerung ins sich, klingt zunächst wunderschön melancholisch, fast schon verzweifelt und endet in einem rhythmischen Finale, welches ein klein wenig an Peter Gabriels „Lay Your Hands On Me“ erinnert.

Fazit: Nichts Außergewöhnliches, doch ganz bestimmt auch kein schlechtes Album ist „Tape Deck Heart“ von Frank Turner geworden. Darauf zu hören gibt es eingängigen Pop und Folk, nicht zu kompliziert gehalten, dafür immer melodiös und unterhaltend. Man kann bestens in die Lieder eintauchen, in alle. Die Musik des Frank Turner geht auf diesem Album schnell ins Ohr und klingt dabei nie langweilig oder belanglos. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Fisher King Blues, Broken Piano