Freitag, 20. April 2018

Motorpsycho – Let Them Eat Cake




Motorpsycho – Let Them Eat Cake


Besetzung:

Bent Sæther – vocals, bass, guitars, drums, percussion, rhodes piano, wood blocks, minimoog, piano, harmonium
Hans Magnus Ryan – guitars, vocals, clavinet, double bass, violins, mandolin
Håkon Gebhardt – drums, vocals, percussion, zither, guitars, piano


Gastmusiker:

Helge Sten (Deathprod) – drum machine
Baard Slagsvold – piano, rhodes piano, backing vocals
Ole Henrik Moe (Ohm) – violins, gong
Kristin Karlsson – violin
Kristin Skjølaas – violin
Einy Langmoen – viola
Kjersti Rydsaa – cello
Arne Frang – tenor saxophone
Jørgen Gjerde – trombone
Erlend Gjerde – trumpet
Helge Sunde – trombone
Tone Reichelt – waldhorn
Arve Henriksen – trumpet, mellophone


Label: Stickman Records


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Alternative Rock, RetroProg


Trackliste:

1. The Other Fool (5:40)
2. Upstairs-Downstairs (5:12)
3. Big Surprise (3:36)
4. Walkin' With J. (3:59)
5. Never Let You Out (2:46)
6. Whip That Ghost (6:30)
7. Stained Glass (6:12)
8. My Best Friend (4:21)
9. 30/30 (7:21)

Gesamtspieldauer: 45:40




„Let Them Eat Cake“ heißt das achte Studio-Album der norwegischen Rock Band Motorpsycho. Die Scheibe erschien im Februar 2000 weltweit auf dem Plattenlabel Stickman Records, lediglich in Norwegen wurde sie auf dem Label Sony Music veröffentlicht. Ein wenig hat sich mit „Let Them Eat Cake“ ein Stilwechsel in der Musik von Motorpsycho vollzogen. Dieser Richtungswechsel vollzog sich weg vom harten und kompromisslosen Rock, hin zu sehr viel sanfteren Tönen und Liedern, welche eingängig klingen und manchmal mit leicht jazzigem bis psychedelischem Einschlag versehen wurden. Hard Rock gibt es überhaupt nicht mehr zu hören.

Die Lieder von Motorpsycho wurden kürzer auf „Let Them Eat Cake“. Beim ersten Mal des Hörens auch durchaus eingängiger. Auch glaubt man an der ein oder anderen Stelle mal die Beatles herauszuhören. Im Falle von „Never Let You Out“ hört man ein Lied, welches auch gut auf das erste Pink Floyd Album „The Piper At The Gates Of Dawn“ gepasst hätte. Dabei überzeugt leider längst nicht mehr alles auf dem Album. Die sechseinhalbminütige Instrumentalnummer „Whip That Ghost“ mag durchaus mit einem innovativen, fast schon hektischen Rhythmus aufwarten, zu dem die Gitarre einen jazzig-relaxten Melodienbogen spielt. Begeisterungsstürme bezüglich der Innovation dieses Titels bleiben allerdings aus. Ganz nett, jedoch kein Lied, welches einen länger beschäftigt. Auch sonst sind viele der poppig-rockigen Nummern nicht unbedingt etwas Außergewöhnliches. Allerdings, das muss man sicher festhalten, gehen die Lieder durchaus ins Ohr, womit wohl auch begründet werden kann, warum ausgerechnet „Let Them Eat Cake“ das erste Album von Motorpsycho ist, welches in ihrem Heimatland bis auf Platz 1 der Charts kletterte.

Nun, die Höhepunkte gibt es allerdings natürlich auch auf diesem ersten Nimmer-1-Album. „The Other Fool“, „Stained Glass“ sowie „30/30“ heißen diese. „The Other Fool“ ist eine poppige Nummer, ausgestattet mit einer ganzen Menge an Streichern, die nicht nur harmonisch, sondern auch durchaus mal schräg klingen. Bei „Stained Glass“ handelt es sich dagegen um ein sehr sanftes und nachdenkliches Lied. Schöne Nummer, die weich, warm und eingängig das Ohr umschmeichelt. Bliebe schließlich noch der letzte Titel auf „Let Them Eat Cake“ zu erwähnen, gleichzeitig auch das letzte Lied der Platte. Sehr sphärisch im Bereich des Ambient beginnt das Stück. Der Gesang setzt ein und dazu hört man ein elektronisches Ticken sowie einen breiten Synthesizer-Klangteppich. Langsam, ganz langsam steigert sich die Nummer, ohne dabei wirklich Fahrt aufzunehmen. Dann setzen die Bläser ein und die Stimmung wird sehr heimelig, fast schon weihnachtlich. Das Stück geht erneut in den Gesangsteil über, eine sanfte Atmosphäre breitet sich über allem aus, verschlingt jeden bösen Gedanken, um schließlich sehr psychedelisch und letztendlich absolut abrupt zu enden.

Fazit: „Let Them Eat Cake“ ist ein Album geworden, welches sicherlich eingängiger ist, als so manch andere Scheibe von Motorpsycho. Ganz klar geht diese Eingängigkeit auf Kosten der Experimente, des Progressiven, welches man auch auf einigen Motorpsycho-Alben hören kann. Diese Mischung aus Pop und Rock hat auch ihre schönen, überzeugenden und besonderen Stellen, doch das Allermeiste von „Let Them Eat Cake“ kann ich auch bei anderen Bands hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Other Fool, Upstairs-Downstairs, Stained Glass, 30/30



Donnerstag, 19. April 2018

George Michael – Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael




George Michael – Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael


Besetzung:

George Michael – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Dance Pop, RetroProg


Trackliste:

CD1:

1. Jesus To A Child (6:51)
2. Father Figure (5:41)
3. Careless Whisper (7" Version) (5:00)
4. Don't Let The Sun Go Down On Me (5:48)
5. You Have Been Loved (5:29)
6. Kissing A Fool (4:35)
7. I Can't Make You Love Me (5:21)
8. Heal The Pain (4:47)
9. A Moment With You (5:42)
10. Desafinado (with Astrud Gilberto) (3:20)
11. Cowboys And Angels (7:14)
12. Praying For Time (4:44)
13. One More Try (5:53)
14. A Different Corner (New Mix) (4:04)
15. Waltz Away Dreaming (4:45)

CD2:

1. Outside (4:45)
2. As (with Mary J. Blige) (4:46)
3. Fastlove (5:30)
4. Too Funky (3:44)
5. Freedom 90 (6:28)
6. Star People 97 (5:38)
7. Killer / Papa Was A Rollin' Stone (4:16)
8. I Want Your Sex (Part II) (4:37)
9. The Strangest Thing 97 (4:41)
10. Fantasy (5:01)
11. Spinning The Wheel (6:09)
12. Waiting For That Day (4:50)
13. I Knew You Were Waiting (For Me) (with Aretha Franklin) (3:58)
14. Faith (3:13)
15. Somebody To Love (with Queen) (5:25)

Gesamtspieldauer CD1 (1:14:37) und CD2 (1:14:09): 2:28:46




Das erste „Best Of…“-Album des englischen Sängers George Michael trägt den Titel „Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael“. Es erschien am 1. Dezember 1998 passend zur Vorweihnachtszeit in Form eines Doppel-Albums auf dem Plattenlabel Sony Music Entertainment und ist nach seinem Debut-Studio-Album seine erfolgreichste Platte mit weltweit über neun Millionen verkauften Kopien.

Das Album ist zweigeteilt. So hört man auf der ersten CD, die den Untertitel „For the Heart“ trägt, hauptsächlich sanfte Balladen, wohingegen sich auf der zweiten CD, die mit der Überschrift „For the Feet“ versehen wurde, tanzbare Titel befinden. „Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael“ enthält einige Duette, die sonst auf keinem offiziellen George Michael Album vertreten sind, so zum Beispiel die Nummer „I Knew You Were Waiting (For Me)“ mit Aretha Franklin, „Desafinado“, ein Duett mit der brasilianischen Sängerin Astrud Gilberto und den Titel „Don't Let The Sun Go Down On Me“, bei dem man George Michael zusammen mit Elton John hört.

Die Musik auf „Ladies And Gentlemen: The Best Of George Michael“ ist eine Mischung aus Soul und Dance Pop. Es wird sehr schwierig, wenn man sich in diesen Genres nicht Zuhause fühlt. So gibt es auch nur ganz wenige Lieder, die einem als Freund von Rock Musik ansprechen und ins Ohr gehen. Sehr viel häufiger ist diese Art der Musik unter den Voraussetzungen des Rocks eine wahnsinnige Qual und kaum zu ertragen. Die Texte sind süßlich überzuckert, die Musik ist es ebenso und klingt dabei leider so gar nicht eingängig. Auch eine romantische Ader hilft da kaum weiter, es muss etwas anderes geben, was einen diese Art der Musik schön klingen lässt. Etwas, was ich nicht verstehe und auch nicht finde.

Die Titel sind zumindest im gleichen musikalischen Genre gehalten, man kann sich also auf die beiden Scheiben einstellen und wird mittendrin nicht großartig überrascht werden. Finden sich auf „For the Heart“ für meine Ohren noch annehmbare Titel wie „Jesus To A Child“, „Father Figure“, „Careless Whisper“, „Cowboys And Angels“ oder „Praying For Time“, so streikt mein Musikverständnis auf CD2 vollständig, alles setzt irgendwie aus und es wird Zeit ganz schnell das Weite zu suchen.

Fazit: Im Grunde genommen ist diese Art der Musik für mich kaum zu bewerten, da ich sie persönlich unglaublich langweilig, belanglos und sogar schlecht finde. Schlecht ist sie allerdings sicherlich nicht, nur trifft das eben so überhaupt nicht meinen musikalischen Nerv. Die Texte sind schlecht und langweilig, das kann man hören, der Rest ist einfach Geschmackssache. Entschuldigung also für eine sehr subjektive Betrachtung dieser Musik, die allerdings so gar nicht bei mir zünden will. Ach übrigens, „Last Christmas“ von Wham kann ich leider auch überhaupt nicht hören. Ganz schlimm. Drei Punkte.

Anspieltipps: Cowboys And Angels



Mittwoch, 18. April 2018

Vaya Con Dios – Night Owls




Vaya Con Dios – Night Owls


Besetzung:

Dani Klein – vocals, backing vocals
Dirk Schoufs – contra bass
Jean-Michel Gielen – acoustic guitar


Gastmusiker:

Eric Melaerts – acoustic guitar
Koen De Cauter – acoustic guitar
Bruno Castellucci – drums
Marcel De Cauwer – drums
Luc Vanden Bosch – drums
Patrick Mortier – trumpet, flugelhorn
Jean Van Wouwe – saxophone
Clement Van Hove – trombone
Verona Davis – background vocals
Maria Lekranty – background vocals
Regina Lekranty – background vocals
Steve Clisby – background vocals
Jason Johnson – background vocals
Ingrid Simons – background vocals
Frank Wuyts – piano
André Brasseur – hammond organ
Frank Michiels – percussion
Jean-Louis Roques – accordion


Label: BMG Ariola


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Latin Pop, Gypsy, Soul, Blues, Pop


Trackliste:

1. Nah Neh Nah (2:56)
2. Far Gone Now (3:11)
3. Sunny Days (3:27)
4. Sally (3:35)
5. Something’s Got A Hold On Me (2:39)
6. I Don’t Want To Know (3:33)
7. What's A Woman? (3:55)
8. Night Owls (3:59)
9. Pack Your Memories (3:06)
10. With You (3:17)
11. Travelling Light (3:33)
12. Quand Elle Rit Aux Éclats (3:46)

Gesamtspieldauer: 41:02



Vaya Con Dios war eine belgische Band, die dafür stand, musikalische Stile zu kombinieren und zu vermischen. Ein weiteres Kennzeichen der Band, die von 1986 – 1996 und von 2004 – 2014 aktiv war, ist die ausdrucksstarke Stimme von Sängerin Dani Klein. Vaya Con Dios sind bis heute die erfolgreichste belgische Band und verkauften bisher über sieben Millionen Alben weltweit. „Night Owls“ heißt das zweite Studio-Album von Vaya Con Dios und erschein am 25. April im Jahr 1990 auf dem Plattenlabel BMG Ariola. Gleichzeitig war diese Scheibe auch die erfolgreichste der Band in Deutschland.

Auch auf diesem Album hört man den Stilmix der Belgier, der von Gypsy-Musik über Latin-Klänge bis hin zu Soul, Pop und Blues reicht. Ein einheitliches Bild gibt solch eine Platte dementsprechend keineswegs ab. Das Album startete jedoch in den Charts durch, was nicht zuletzt am Hit „Nah Neh Nah“ lag, ein Lied, welches im Refrain jede und jeder bereits beim ersten Mal des Hörens mitsingen kann. Seltsamerweise heißt das Lied allerdings „Nah Neh Nah“, obwohl Dani Klein immer „Neh Nah Nah Nah“ singt. Das Lied ist ein Ohrwurm und setzt sich fest, sobald man es einmal gehört hat. Kommt gut in Bierzelten. Leider nervt der Titel auch ziemlich schnell.

Der Rest der Platte geht dann deutlich schlechter ins Ohr. Die Brass-Abteilung hat immer wieder ihren Auftritt und mitunter swingt es auch ganz nett, doch überzeugend oder gar mitreißend klingt da nichts. Am gelungensten klingt für meine Ohren noch „I Don’t Want To Know“. Ein melancholisches bis sehnsüchtiges und sanftes Lied, mit viel Akkordeon, welches durchaus auch eingängig ist. Leider war es das dann allerdings auch bereits, der ganze Rest der Scheibe läuft so durch und ist deutlich weniger interessant.

Fazit: Einen gewagten Stilmix haben die Belgier von Vaya Con Dios auf ihrem zweiten Album „Night Owls“ versammelt. Dieser kam allerdings bei den Käuferinnen und Käufern gut an, denn diese griffen beherzt zu und machten diese Platte zusammen mit dem Nachfolger „Time Flies“ zu den erfolgreichsten Platten der Band. Insgesamt wirkt das Album dadurch allerdings sehr uneinheitlich und hat außer dem bekannten Stück „Nah Neh Nah“ nicht viel mehr zu bieten. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Nah Neh Nah, I Don’t Want To Know



Dienstag, 17. April 2018

Earth, Wind & Fire – Let’s Groove




Earth, Wind & Fire – Let’s Groove


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Disco


Trackliste:

1. September (3:36)
2. Let's Groove (4:03)
3. Fantasy (3:45)
4. Got To Get You Into My Life (4:01)
5. Boogie Wonderland (4:45)
6. Shining Star (2:52)
7. After The Love Has Gone (4:24)
8. That's The Way Of The World (5:44)
9. System Of Survival (7:25)
10. Singasong (3:23)
11. Fall In Love With Me (3:51)
12. Reasons (4:55)
13. Side By Side (5:34)
14. Take It To The Top (3:49)

Gesamtspieldauer: 1:02:13



Ganze 126 verschiedene „Best Of…“-Alben lassen sich von Earth, Wind & Fire ziemlich schnell im Internet finden. Dazu kommt der Umstand, dass diese Platten auch noch in diversen Variationen veröffentlicht worden sind. Das auf diesen Seiten bereits besprochenen Album „The Best Of Earth Wind & Fire Vol. I“ gibt es zum Beispiel in 88 verschiedenen Ausführungen. Da einen Überblick zu behalten, ist fast schon unmöglich. „Let’s Groove“ heißt das vorliegende Kompilationsalbum und wurde selbst in dreizehn verschiedenen Variationen veröffentlicht. „Let’s Groove“ erschien im Jahr 1999 auf dem Plattenlabel Sony Music.

Earth, Wind & Fire machen Disco- und Soul Musik, die man mag oder eben nicht. Ein großartiges Zwischendrin gibt es da nicht. Allerdings 126 verschiedene Kompilationsalben zu veröffentlichen, grenzt schon fast an eine Frechheit, die das Mögen der Musik zusätzlich erschwert. Die unterschiedlichen Platten unterschieden sich manchmal in lediglich einer Nummer, wobei man sich dann ganz bestimmt fragen muss, was das eigentlich soll.

Disco-Musik mit sehr hohem Gesang kennt man auch von den Bee Gees, doch Earth, Wind & Fire legen da immer noch eine Schüppe drauf. Das klingt schon sehr abgefahren, auch wenn alle plötzlich durcheinander zu singen scheinen, was allerdings sehr aufwendig genau so arrangiert wurde. Ins Ohr geht da wenig – zumindest nicht in meines. Freundinnen und Freunde schwarzer und sehr rhythmischer Musik sehen das erfahrungsgemäß jedoch völlig anders, was auch gut so ist.

Fazit: Disco Musik in ihrer stärksten Ausprägung vollführen Earth, Wind & Fire mit ihrer Musik. Dazu noch unglaublich hoher Gesang und fertig sind unverwechselbare Lieder, die so nur von den US-Amerikanern stammen können. Traurig ist an dieser Stelle allerdings, wie sehr gerade die Musik dieser Band auf die schnelle Einträglichkeit abzielt. 126 Kompilationsalben sprechen da eine deutliche Sprache. Unabhängig von der Musik ist diese Scheibe hier völlig überflüssig, da es sie fast hundertfach gibt. Drei Punkte.

Anspieltipps: Fantasy, System Of Survival



Montag, 16. April 2018

Ricky Martin – The Best Of Ricky Martin




Ricky Martin – The Best Of Ricky Martin


Besetzung:

Ricky Martin – vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Columbia Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: Dance-Pop, Latin Pop


Trackliste:

1. Livin’ La Vida Loca (4:04)
2. María (4:30)
3. She Bangs (4:42)
4. Private Emotion (4:03)
5. Amor (3:27)
6. The Cup Of Life (4:33)
7. Nobody Wants To Be Lonely (4:12)
8. Spanish Eyes / Lola, Lola (5:49)
9. She’s All I Ever Had (4:57)
10. Come To Me (4:34)
11. Amor (3:35)
12. Loaded (3:50)
13. Shake Your Bon-Bon (3:12)
14. Be Careful (Cuidado Con Mi Corazón) (4:02)

Gesamtspieldauer: 59:36



„The Best Of Ricky Martin“ heißt das zweite Kompilationsalbum des puertoricanischen Sängers Ricky Martin. Es erschien am 12. November des Jahres 2001 auf dem Plattenlabel Columbia Records. „The Best Of Ricky Martin“ enthält keinerlei neues Material und lediglich neue Remixe des Liedes „Amor“ wurden an ausgewählte Radiostationen versandt, um die Platte zu promoten, die seltsamerweise nicht in den USA veröffentlicht wurde. Dass Ricky Martin dieses Album allerdings ohne neue Lieder veröffentlichte, ist ihm hoch anzurechnen. Damit kam der Fan nicht in Versuchung, diese Platte auch noch zu kaufen, wenn sie oder er schon 90% der Lieder besaß und nur wegen einem oder zwei neuen Titeln sich auch noch diese Scheibe zulegen sollte. Somit kann man sich mit „The Best Of Ricky Martin“ einen schönen Überblick über das bisherige Schaffen des Sängers aus Puerto Rico verschaffen.

Auf dieser Zusammenstellung hört man Dance-Pop und Latin Pop, der zum Teil in englischer, zum Teil in spanischer Sprache eingesungen wurde. Die Musik klingt fröhlich, vibriert an vielen Stellen, sodass sich Hüften einfach kreisend bewegen möchten – wenn man denn in dieser Musik innerlich aufgeht. Zum Tanzen mag das alles auch durchaus geeignet sein, zum Nebenbei-Hören ganz bestimmt nicht. Ricky Martin macht Musik, zu der man sich bewegen sollte oder gar muss. Ganz bestimmt sind das keine Lieder für die Couch.

Die einzelnen Titel gehen zum Teil ins Ohr, zum Teil auch nicht. Das bekannteste Stück auf diesem Kompilationsalbum dürfte gleich die erste Nummer „Livin’ La Vida Loca“ sein. Ansonsten klingt noch „Private Emotion“ ganz überzeugend. Allerdings fällt genau dieses Lied etwas aus der Reihe, klingt weder nach Dance Pop noch nach Latin. „Private Emotion“ ist ein ganz „normales“, eingängiges Pop-Lied. Mit Abstrichen bereits hört sich auch das letzte Stück des Albums ganz nett an. „Be Careful (Cuidado Con Mi Corazón)“ ist ein Duett mit Madonna. Ein sanftes Lied im Latin Stil, welches ins Ohr geht.

Fazit: Wenn man Ricky Martin hört, bekommt man hauptsächlich Latin-angehauchte Musik geliefert. So auch hier, auf „The Best Of Ricky Martin“. Überraschend ist dabei, was in dieser Zusammenstellung unter der Bezeichnung „Best Of“ alles vertreten ist. Da möchte man irgendwie die anderen Lieder der offiziellen Studio-Alben gar nicht hören, die es nicht auf dieses Kompilationsalbum geschafft haben. Trotzdem insgesamt keine schlechte Musik, andere eben. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Livin’ La Vida Loca, Private Emotion, Be Careful (Cuidado Con Mi Corazón



Sonntag, 15. April 2018

Various Artists – The Very Best Of Love Legends




Various Artists – The Very Best Of Love Legends


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Pop, Rock, Soul


Trackliste:

CD1:

1. John Lennon – Woman (3:33)
2. Spandau Ballet – True (5:36)
3. Robbie Williams – Angels (3:59)
4. Wet Wet Wet – Love Is All Around (3:55)
5. Whitesnake – This Is Love (4:43)
6. Roxette – It Must Have Been Love (4:18)
7. Phyllis Nelson – Move Closer (4:02)
8. Tina Turner – Let’s Stay Together (3:36)
9. The Temptations – Let’s Stay Together (2:41)
10. Natalie Cole – This Will Be (Everlasting Love) (2:50)
11. Carly Simon – Nobody Does It Better (3:29)
12. The Beach Boys – God Only Knows (2:49)
13. KT Tunstall – Other Side Of The World (3:33)
14. Simon Webbe – No Worries (3:29)
15. Madness – It Must Be Love (3:18)
16. Hot Chocolate – It Started With A Kiss (3:49)
17. The Hollies – The Air That I Breathe (4:11)
18. Judie Tzuke – Stay With Me Till Dawn (3:54)
19. Joe Cocker – Sorry Seems To Be The Hardest Word (3:59)
20. George Michael – Jesus To A Child (6:52)

CD2:

1. Diana Ross – When You Tell Me That You Love Me (4:13)
2. The Righteous Brothers – Unchained Melody (3:36)
3. LeAnn Rimes – How Do I Live (4:09)
4. Phil Collins – One More Night (4:52)
5. Daniel Bedingfield – If You’re Not The One (3:40)
6. Katie Melua – Nine Million Bicycles (3:15)
7. Brian Kennedy – You Raise Me Up (4:08)
8. Eva Cassidy – Songbird (3:43)
9. Dan Hill – Sometimes When We Touch (4:09)
10. Odyssey – If You’re Lookin’ For A Way Out (4:28)
11. Al Green – Tired Of Being Alone (2:49)
12. Jimmy Helms – Gonna Make You An Offer You Can’t Refuse (3:39)
13. Bryan Ferry – Smoke Gets In Your Eyes (2:54)
14. Julie London – Cry Me A River (2:49)
15. Dean Martin – Sway (2:42)
16. Paul & Paula – Hey Paula (2:29)
17. The Everly Brothers – (‘Til) I Kissed You (2:24)
18. Honeybus – I Can’t Let Maggie Go (2:56)
19. Jackie De Shannon – What The World Needs Now Is Love (3:05)
20. Peabo Byrson & Roberta Flack – Tonight, I Celebrate My Love (3:31)

Gesamtspieldauer CD1 (1:18:43) und CD2 (1:09:38): 2:28:21



Noch ein Kompilationsalbum zu den tausend anderen, die es bereits zum Thema „Liebeslied“ gibt. Die Überschrift „Love“ – und noch mal das hier transportierte Gefühl – verkauft sich eben gut und romantisch möchten es doch alle irgendwie haben. „The Very Best Of Love Legends“ erschien im Jahr 2006 auf dem Plattenlabel Virgin Records in Form einer Doppel-CD und ist mit vierzig Titeln randvoll mit jeder Menge Schmusemusik gefüllt.

Welche Lieder einem dabei am ehesten zusagen, liegt natürlich ganz am eigenen Musikgeschmack. Sind es eher die poppigeren Stücke, die rockigeren Lieder oder aber die souligen Songs? All diese gibt es auf „The Very Best Of Love Legends“ zu hören. Nicht jeder Titel ist dabei bekannt und am Ende der CD2 wird sogar ein kleiner Zeitsprung vollführt und man hört Lieder aus den 60ern. Mit knapp zweieinhalb Stunden Spieldauer gibt es auf dieser Zusammenstellung viel zu hören und die Platte lohnt, irgendwo im Hintergrund mitzulaufen, um den Raum zu füllen. Sich darauf zu konzentrieren, lohnt bei den vielen unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern kaum, denn bei dieser Anzahl von Musik enthält „The Very Best Of Love Legends“ zwangsläufig auch Titel, die man deutlich weniger mag.

Fazit: Eine weitere Zusammenstellung von Liebesliedern unter tausend anderen, die es bereits zu diesem Thema gibt. „The Very Best Of Love Legends“ hebt sich dabei in keiner Weise irgendwie positiv oder negativ von anderen solchen Zusammenstellungen ab. Manches darauf wird man mögen, anderes nicht. Pop, Rock und Soul sind die musikalischen Zutaten dieses Doppelalbums, auf dem auch viele eher unbekannte Sängerinnen und Sänger zu hören sind. Allerhöchstens Durchschnitt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Angels (Robbie Williams), Other Side Of The World (KT Tunstall), It Must Be Love (Madness), Nine Million Bicycles (Katie Melua), Smoke Gets In Your Eyes (Bryan Ferry)



Samstag, 14. April 2018

Gazpacho – When The Earth Lets Go




Gazpacho – When The Earth Lets Go


Besetzung:

Jan H. Ohme – vocals & backing vocals
Thomas Andersen – keyboards & programming
Jon-Arne Vilbo – guitars
Roy Funner – bass
Robert Johansen – drums


Gastmusiker:

Mikael Krømer – violins („When Earth Lets Go“)


Label: KScope


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Intro (0:46)
2. Snowman (4:26)
3. Put It On The Air (5:09)
4. Souvenir (3:36)
5. Steal Yourself (3:52)
6. 117 (6:22)
7. Beach House (5:06)
8. Substitute For Murder (6:08)
9. Dinglers Horses (4:21)
10. When Earth Lets Go (4:49)

Gesamtspieldauer: 1:11:27



„When The Earth Lets Go“ heißt das zweite Studio-Album der norwegischen Progressive Rock Band Gazpacho, die zu Beginn ihrer Karriere allerdings noch eher Musik veröffentlichte, die im Bereich des Art Pop bis Art Rock angesiedelt war. Auch die zweite Platte der Norweger erschien zunächst in Eigenproduktion, wurde im Jahr 2016 dann auf dem Plattenlabel KScope wiederveröffentlicht.

„When The Earth Lets Go“ ist ein Album geworden, welches Lieder enthält, die allesamt gleich beim ersten Mal des Hörens ins Ohr gehen. Hörerinnen und Hörer, die auf Harmonien in der Musik stehen, schrägen oder gar lauten Tönen so gar nichts abgewinnen können, die werden auf dieser Platte ihre Musik finden. Besonders spektakulär sind die einzelnen Lieder dabei nicht, alles scheint in einem langsamen Fluss dahinzutreiben. Für Menschen, die sehr viel Abwechslung in der Musik benötigen, um daran gefallen zu finden, könnte dies ein Manko auf „When The Earth Lets Go“ darstellen. Doch für all diejenigen, die das Sanfte, das Harmonische und das Melodiöse in der Musik suchen, klingt diese Platte überzeugend und wie eine Bereicherung.

Die Stimmung auf diesem Album ist einmal mehr – für nordeuropäische Bands fast schon Standard – eine eher sentimentale bis melancholische. Abwechslungsreiche Lieder mit einer gehörigen Portion Moll gibt es hier zu hören. Meine Favoriten lauten „Snowman“, ein Titel, der gleich beim ersten Mal des Hörens aus den anderen heraussticht. Intensive, traurige und packende Musik, mit sehr viel Piano. Dazu die weinerliche Stimme des Jan H. Ohme, der auf „When The Earth Lets Go“ häufig wie sein Kollege Thom Yorke von Radiohead klingt. Das folgende Stück, „Put It On The Air“, gehört ebenfalls zu den Höhepunkten des Albums. Dieses Mal klingen Gazpacho sogar ein wenig heller und die Nummer rockt. Schließlich wäre da noch das letzte Stück der Platte und gleichzeitig das Titellied zu erwähnen. Wieder ist es dieser weinerliche bis zerbrechliche Gesang, gepaart mit ebenfalls zarten Piano-Klängen, die das Ohr so wunderbar warm umscheben. Da ergreift einen die Musik durchaus, wenn man denn auch gerne mal auf die sanften Töne in der Musik hört.

Fazit: Auch das zweite Album der norwegischen Band Gazpacho mit dem Titel „When The Earth Lets Go“ ist ein schönes, melodiöses und eingängiges geworden. Die Melodien klingen sanft, nachdenklich melancholisch und selten fröhlich. Art Pop bis Art Rock, der sehr stark von der Atmosphäre lebt, die hier transportiert wird. Musik für die dunklen Tage und für die stillen Stunden des Tages überhaupt, wenn man all der Hektik dieser Welt mal den Rücken kehren möchte. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Snowman, Put It On The Air, When Earth Lets Go



Freitag, 13. April 2018

Shamblemaths – Shamblemaths




Shamblemaths – Shamblemaths


Besetzung:

Simen Ådnøy Ellingsen – electric, acoustic and spanish guitars, alto, soprano and baritone saxophones, vocals, zither, percussion, occasional keyboards, sundry implements
Eirik Mathias Husum – bass guitar


Gastmusiker:

Eirik Øverland Dischler – keyboards
Jon Even Schärer – drums
Halvor Lund – additional hammond organ
Colin Howarth – tenor sax solo on 3c & 3d
Karl Yngve Lervåg – choir on 1a (and 1j)
Helene Hesselberg Rendal – choir on 1a (and 1j)
Marit Høye Ådnøy – vocals on 3a
Jan Røe – guitar parts on 3b
Eivor Ådnøy Ellingsen – baby vocals on 2e
Schalk Cloete – additional voices in ice cube choir (1h)
Inger Ådnøy Ellingsen – additional voices in ice cube choir (1h)


Label: Eigenverlag


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Conglomeration (Or: The Grand Pathetic Suite) (26:55)

     a) Bloody Racket
     b) Your Silly Stare
     c) A Mockery In The Making
     d) The Different Tastes of Sick
     e) A Mockery Well Made
     f) Life Is Tough (When You're Me)
     g) Saucy Tiara Woman!
     h) Another Pear Of Ice
     i) Con-Girl Omen Ratio 1
     j) Overture

2. A Failing Ember (9:28)

     a) Never Innocent Again
     b) The Winding Stair
     c) Three Flowers
     d) Deus Caritatis

3. Stalker (19:52)

     a) Stalker Begins
     b) Bad Conscience Underneath Your Gown
     c) Stalker: Persistance
     d) Stalker's Lullaby
     e) Stalker: The Harrowing
     f) Stalker: Inevitable Anticlimax And Fade-Out

Gesamtspieldauer: 56:16




Shamblemaths, das sind zwei norwegische Musiker mit den Namen Eirik Mathias Husum und Simen Ådnøy Ellingsen. Zum Einspielen ihrer Debut-Platte haben sie sich zahlreiche Gastmusiker an Bord geholt und dieses selbstbetitelte Werk hat es wahrlich in sich. Im Jahr 2016 wurde es im Selbstverlag veröffentlicht und enthält Progressive Rock der mit den verschiedensten Atmosphären spielt und dazu auch noch sehr retro klingt. Die 70er Jahre lassen grüßen.

„Shamblemaths“ von den Shamblemaths ist ein aufwühlendes Album, ein musikalischer Parforceritt durch unfassbar viele Stimmungen und Atmosphären, die sich wandeln und verändern, um gegenseitig ineinander überzugehen. Da klingt es mal richtiggehend anstrengend, zerstückelt, zerhackt, atonal und herausfordernd. Im nächsten Moment kann das wiederum bereits alles vergessen sein und liebliche Melodien dringen an das Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Harmonien umschwirren das Ohr, um schließlich erneut fordernder zu werden, dissonanter zu klingen und plötzlich die nächste Runde des frickeligen Progressive Rocks einzuleiten. Man hört laufend Stimmungswechsel, Variationen in Tempo, Rhythmus und gefühlter Lautstärke. Krumme Takte und schräge Töne sind da selbstverständlich inbegriffen. Das fast siebenundzwanzigminütige „Conglomeration (Or: The Grand Pathetic Suite)“ spielt dabei noch ein wenig mehr auf der Klaviatur des Extremen, wohingegen es diese Wechsel bei den Titeln „A Failing Ember“ und „Stalker“ zwar ebenfalls gibt, doch ist bei diesen beiden Lieder die Akzentuierung etwas mehr in Richtung eingängige Melodiösität verschoben.

Man hört sie alle heraus. Emerson, Lake & Palmer, King Crimson, Yes, Genesis, Van Der Graaf Generator, Gentle Giant und und und. Irgendwie scheint jede Band der 70er Jahre, die ihre großen Spuren im Progressive Rock hinterlassen hat, von den Shamblemaths mit Anspielungen bedacht worden zu sein. Dabei kopieren die beiden Norweger allerdings nicht, die Musik der Shamblemaths klingt sehr eigenständig und selbstbewusst. Eirik Mathias Husum und Simen Ådnøy Ellingsen bringen alles musikalisch auf den Punkt. Nichts sollte dabei auch nur ein wenig anders klingen. Dazu eine Instrumentierung, die nichts zu wünschen übrig lässt und ebenso jede Menge Abwechslung versprüht. Da die sanfte und verspielte Querflöte, dort das rockige und fast schon ordinär klingende Saxophon. Ein Spiel mit Emotionen in Rock.

Fazit: Ein wahrlich gelungenes Debut-Album ist „Shamblemaths“ von den „Shamblemaths“ geworden. Zehn Jahre nachdem die beiden Musiker bereits unter dem Namen Fallen Fowl ein Album veröffentlicht hatten, bringen sie nun ihrer Hörerschaft diese Platte zu Gehör. Abwechslungsreicher Progressive Rock, der ganz bestimmt nicht massentauglich ist. Eine Achterbahnfahrt der Emotionen und Stimmungen gibt es auf „Shamblemaths“ zu hören, die immer wieder Erinnerungen an die progressiven Rockbands der 70er Jahre hervorruft. Das klingt beeindruckend. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Alle drei Lieder



Donnerstag, 12. April 2018

Ritual – Ritual




Ritual – Ritual


Besetzung:

Patrick Lundström – lead vocals, electric and acoustic guitars
Fredrik Lindqvist – bass, bouzouki, mandola, mandolin, hammered dulcimer, recorders, tin-whistles, vocals
Johan Nordgren – drums, percussion, mallets, jews-harp, vocals
Jon Gamble – keyboards, harmonica, vocals


Gastmusiker:

Lotta Hasselquist – violin on track 3, 4, 7, 9
Mats „Gaffa“ Karlsson – accordion On „Seasong“
Brigitta Ulfsson – narrator On „Seasong“


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 1995


Stil: Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Wingspread (5:48)
2. The Way Of Things (3:36)
3. Typhoons Decide (5:20)
4. A Little More Like Me (5:19)
5. Solitary Man (8:12)
6. Life Has Just Begun (3:35)
7. Dependency Day (4:44)
8. Seasong For The Moominpappa (7:36)
9. You Can Never Tell (4:48)
10. Big Black Secret (6:56)
11. Power Place (4:57)

Gesamtspieldauer: 1:00:55




Ritual ist eine schwedische Progressive Rock Band, die im Jahr 1993 gegründet wurde. Seitdem wurden vier Alben veröffentlicht, das letzte im Jahr 2007. Auf der Band-Homepage kann man allerdings nachlesen, dass Ritual durchaus noch existieren und anscheinend am fünften Album gearbeitet wird – das jedoch wohl bereits über viele Jahre hinweg. Ihr erstes, selbstbetiteltes Album erschien im Jahr 1995 ursprünglich auf dem französischen Progressive Rock Plattenlabel Musea Records, wurde glücklicherweise im Jahr 2004 von Tempus Fugit wiederveröffentlicht und ist inzwischen über das Label InsideOut Music erhältlich.

Auf „Ritual“ von Ritual hört man sehr abwechslungsreichen und zumeist auch sehr eingängigen Progressive Rock, der Erinnerungen an so manche Band lang vergangener Tage hervorruft. Lieder wie „The Way Of Things“ oder noch mehr „A Little More Like Me“ klingen ähnlich wie die von Gentle Giant. Dabei handelt es sich allerdings keineswegs um das Kopieren älterer Stücke anderer Bands, denn Ritual haben durchaus ihren eigenen Stil. Melodiebögen, die solche Assoziationen hervorrufen, klingen bei Ritual häufig sehr viel rockiger, verfallen dabei jedoch niemals in übergroße Härte. Dazu gesellen sich mehrstimmige Gesangspassagen, die zum einen erneut jenen von Gentle Giant gleichen, doch auch Elemente von Queen enthalten. Niemals hat man beim Hören von „Ritual“ jedoch das Gefühl, einer Kopie aufzusitzen, denn die Schweden schaffen es der Musk ihren ganz eigenen und unverwechselbaren Stempel aufzudrücken, klingen frisch und modern, obwohl die Platte inzwischen auch bereits wieder 23 Jahre alt ist. Ritual klingen in meinen Ohren wie die rockigere und etwas eingängigere Variante von Gentle Giant.

Es macht unglaublich Spaß in diese Musik einzutauchen. Diese klingt aufgrund ihrer Harmonien durchaus ungewöhnlich, dabei jedoch an jeder Stelle melodiös. Die Lieder setzen sich schnell fest und verströmen bereits beim ersten Mal des Hörens einen gewissen „Aufhorch-Effekt“. Es gibt keine schlechte Nummer auf „Ritual“, dafür zahlreiche Höhepunkte. „Typhoons Decide“, das bereits erwähnte „A Little More Like Me“, „Life Has Just Begun“ oder „Big Black Secret“ sind allesamt tolle Nummern, die mal härter, mal sanfter klingen, dabei die Hörerin und den Hörer allerdings immer packen, wenn diese beziehungsweise dieser auch auf die etwas schrägeren, dabei jedoch kein wenig weniger melodiösen Klänge steht. Die vier hier aufgeführten Titel stehen stellvertretend für die ganze Platte, alle elf Lieder haben das Potenzial zu beeindrucken und hängenzubleiben.

Fazit: Eine wahrlich sehr gelungenes Album ist „Ritual“ der schwedischen Band Ritual geworden. Die Platte klingt nach Progressive Rock, geht ins Ohr und erinnert an vielen Stellen an die Musik von Gentle Giant. Wem gerade die Musik von Gentle Giant zu „verkopft“ klang, die oder der sollte mal bei Ritual ein Ohr riskieren. Diesem Album liegt dieselbe Musik zugrunde, klingt dieses Mal allerdings noch eingängiger und einnehmender. Auch wird innerhalb des Genres Rock deutlich mehr variiert – von zart bis hart. Sehr empfehlenswert. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Typhoons Decide, A Little More Like Me, Life Has Just Begun, Big Black Secret



Mittwoch, 11. April 2018

The Verve – A Storm In Heaven




The Verve – A Storm In Heaven


Besetzung:

Richard Ashcroft – vocals, acoustic guitar on "See You In The Next One (Have A Good Time)", percussion on "Already There", "Beautiful Mind", "The Sun, The Sea", "Virtual World" und "Blue"
Nick McCabe – guitars, piano on "Beautiful Mind" and "See You In The Next One (Have A Good Time)", accordion on "See You In The Next One (Have A Good Time)", keyboard on "Make It 'Til Monday"
Peter Salisbury – drums, percussion on "Star Sail" and "Virtual World"
Simon Jones – bass, backing vocals on "Star Sail"


Gastmusiker:

Simon Clarke – solo flute on "Virtual World", horn arrangements
Kick Horns – trumpets, saxophones on "Already There", "The Sun, The Sea", und "Butterfly"
Yvette Lacey – chorus flute on "Virtual World"
Roddy Lorimer – horn arrangements


Label: Hut Recordings


Erscheinungsdatum: 1993


Stil: Psychedelic Rock, Shoegazing, Dream Pop


Trackliste:

1. Star Sail (3:59)
2. Slide Away (4:03)
3. Already There (5:38)
4. Beautiful Mind (5:27)
5. The Sun, The Sea (5:16)
6. Virtual World (6:20)
7. Make It 'Til Monday (3:05)
8. Blue (3:25)
9. Butterfly (6:39)
10. See You In The Next One (Have A Good Time) (3:07)

Gesamtspieldauer: 47:03




„A Storm In Heaven“ heißt das erste offizielle Studio-Album der britischen Band The Verve, die sich hier noch kurz mit „Verve“ betitelte, sich jedoch nach der Veröffentlichung aus Sorge vor einem Rechtsstreit mit dem Plattenlabel Verve Records in The Verve umbenannte. „A Storm In Heaven“ wurde am 21. Juni 1993 auf dem Plattenlabel Hut Recordings veröffentlicht und kletterte in den britischen Albumcharts bis auf Platz 27. Auf dem Album ist durchaus besondere Musik zu hören, denn die Musiker unternehmen hier den Versuch, Ambient-Klänge mit Rock zu kombinieren. Das Ergebnis ist ganz und gar nicht alltäglicher Rock.

Sowohl der Gesang wie auch die Gitarren-Spuren wurden mit sehr viel Echo und Hall versehen, was der Musik einen sehr psychedelischen Anstrich verleiht. Alles klingt ein wenig entrückt und wie in Watte getaucht, man hört die Musik durch eine Art Schleier, der aus vielen dichten musikalischen Lagen zu bestehen scheint. Diese etwas unwirkliche klingende und durchaus auch dunkel aus den Boxen quellende Atmosphäre schwebt über dem ganzen Album, was das Hörerlebnis sehr intensiv und auf eine bestimmte Art auch anders werden lässt.

Allerdings sehnt man sich beim Anhören von „A Storm In Heaven“ fast ein wenig nach den hellen und klaren Tönen, die hier allerdings nur wenig anzutreffen sind. Am ehesten vielleicht noch bei dem etwas rockigeren Stück „The Sun, The Sea“. Bei der Nummer „Butterfly“ wird die Musik dann noch ein wenig experimenteller und artet in ein kaum mehr strukturiertes Klanggebilde aus, was allerdings die Herzen gerade jener Hörerinnen und Hörer höherschlagen lassen dürfte, die solch experimentelle und außergewöhnliche Ansätze in der Musik zu schätzen wissen. Ganz klar heben sich The Verve hier vom Massenmarkt ab und radiotauglich ist diese Art der Musk auch keinesfalls. Die Lieder gehen nicht unbedingt ins Ohr, die Musik will durchaus erarbeitet werden und wirkt mit jedem weiteren Durchlauf intensiver.

Fazit: Ein sehr dunkles und atmosphärisch dichtes Album haben The Verve mit „A Storm In Heaven“ vorgelegt. Ein Debut-Album, dass nur wenig mit den später deutlich strukturierteren Alben der Band zu tun hat. Verve klingen hier wesentlich experimenteller und undurchdringlich. Die Lieder stellen eine Mischung aus musikalischen Ambient-Lagen, die auf Rock-Musik treffen dar. Vergleichbar ist das alles mit wenigem in der populären Musik. Neun Punkte.

Anspieltipps: The Sun The Sea, Butterfly