Freitag, 18. Januar 2019

Haken – Restoration




Haken – Restoration


Besetzung:

Ross Jennings – vocals
Richard Henshall – guitar, keyboards
Charlie Griffiths – guitar
Conner Green – bass guitar
Diego Tejeida – keyboards, sound design
Raymond Hearne – drums, backing vocals


Gastmusiker:

Pete Rinaldi – acoustic guitar (track 3)
Mike Portnoy – gong (track 3)


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2014


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Darkest Light (6:43)
2. Earthlings (7:51)
3. Crystallised (19:22)

Gesamtspieldauer: 33:57




„Restoration“ ist kein vollständiges Album der englischen Progressive Rock Band Haken, sondern eine EP (Extended Play) geworden. Die Scheibe wurde am 27. Oktober 2014 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht und enthält insgesamt drei Stücke mit einer Gesamtspielzeit von knapp 34 Minuten. Ursprünglich musste man die Vinyl-Platte kaufen, bekam dann allerdings die CD mitgeliefert. Diese Marketing-Vorgehensweise fand nicht allzu viel Applaus bei den Käuferinnen und Käufern, die sich nicht vorschreiben lassen wollten, auf welchem Abspielgerät sie die Musik zu konsumieren haben. Das erkannte wohl schließlich auch die Plattenfirma und kurze Zeit später wurde „Restoration“ schließlich auch in Form einer CD wiederveröffentlicht – ohne Platte.

Auf „Restoration“ hört man wahrlich begeisternden Progressive Rock, der in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts angekommen ist und dabei auch nicht die Wurzeln dieses musikalischen Genres vergisst. Ist die erste Nummer „Darkest Light“ sogar ein wenig frickelig geraten und erschließt sich einem erst nach mehrmaligem Hören, so zündet „Earthlings“ bereits mit dem ersten Durchlauf. Jetzt klingen Haken sehr dunkel und düster, dabei jedoch auch absolut melodiös und eingängig. Zwei völlig verschiedene und sehr abwechslungsreiche Titel bekommen die Hörerin und der Hörer hier dargeboten, welche beide auf völlig unterschiedliche Weise überzeugen.

Es folgt schließlich noch das mit knapp zwanzig Minuten Spieldauer längste Stück dieses etwas verkürzten Albums, das Lied „Crystallised“. Äußerst abwechslungsreich werden hier rockigere sowie sanftere und sogar sphärischere Passagen miteinander in Verbindung gebracht und fließen ineinander über. In diesem Lied hört man mehrstimmigen Gesang der geradezu so klingt, als ob er von den Musikern von Gentle Giant stammen würde. Das Ganze ist in sich sehr stimmig und dürfte Fans des Progressive Rock die Herzen aufgehen lassen.

Fazit: Ein kurzes, jedoch äußerst gelungenes Album ist die EP mit dem Namen „Restoration“ von Haken geworden. Die Briten zeigen hier, dass sie zur Zeit eine der besten Bands auf diesem musikalischen Parkett sind und diese kleine Platte lohnt für Haken Fans wie für alle anderen Proggerinnen und Progger. Elf Punkte.

Anspieltipps: Earthlings, Crystallised



Donnerstag, 17. Januar 2019

Cream – Fresh Cream




Cream – Fresh Cream


Besetzung:

Ginger Baker – drums, percussion, vocals
Jack Bruce – vocals, bass guitar, harmonica, piano
Eric Clapton – guitar, vocals


Label: Polydor (ursprünglich Reaction Records)


Erscheinungsjahr: 1966


Stil: Blues Rock, Experimental Rock


Trackliste:

1. I Feel Free (2:53)
2. N.S.U. (2:47)
3. Sleepy Time Time (4:22)
4. Dreaming (2:01)
5. Sweet Wine (3:20)
6. Spoonful (6:33)
7. Cat’s Squirrel (3:05)
8. Four Until Late (2:10)
9. Rollin’ And Tumblin’ (4:43)
10. I’m So Glad (3:59)
11. Toad (5:09)

Gesamtspieldauer: 41:07



Ich mag es immer sehr, mir auch Klassiker anzuhören, die vorher schon jahrelang an mir vorbeigegangen sind, Cream ist so eine Band, stilbildend, andere Musiker beeinflussend. Und ich kenne sie kaum? Das musste unbedingt geändert werden. Vier Studioalben haben die drei englischen Musiker in den lediglich vier Jahren, in denen sie im Rahmen von Cream aktiv waren, zusammen veröffentlicht. „Fresh Cream“ heißt das erste Studioalbum der Briten, welches am 9. Dezember 1966 in Großbritannien veröffentlicht, als erste LP auf dem Label Reaction Records, das dem Produzenten Robert Stigwood gehörte (insgesamt wurden auf diesem Label lediglich drei Patten veröffentlich. Neben „Fresh Cream“ von Cream noch „A Quick One” vom The Who und „Disraeli Gears“ ebenfalls von Cream). In den USA erschien die Platte auf dem Label Atco Records und erreichte dort Platz 39 der Charts. In Großbritannien immerhin Platz 6 der UK-Albums-Charts. Im Jahr 2003 wurde das Album auf der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten des Rolling Stone Magazins auf Platz 101 geführt.

„Fresh Cream“ ist schwierig. Was sich damals ganz toll und modern angehört haben mag, klingt heutzutage eher langweilig, zum Teil auch richtiggehend altbacken. Nun bin ich kein Musikwissenschafter und beurteile die Musik durchaus sehr danach, ob sie mit etwas gibt oder eben nicht. Im Falle von Creams „Fresh Cream“ ist das allerdings sehr wenig, was ich erhalte. Viel zu wenig, denn man hört auf dem Album größtenteils Blues Rock, der alles andere als ins Ohr gehen möchte, wenig innovativ klingt – zumindest für heutige Ohren. Schließlich gibt es noch experimentelle Ausflüge, wie das Lied „Rollin’ And Tumblin’“, bei dem ich wahrlich den zwanghaften Drang verspüre den Tonabnehmer einen Zentimeter weiter nach vorne zu setzen. Ich liebe Experimente in der Musk, diese sind oft atonal und wirr, doch zumindest interessant. „Rollin’ And Tumblin’“ ist einfach nervig und schlecht. Rock und Blues aggressiv miteinander verbunden, sodass es schmerzt.

„I Feel Free“ kennt man. Das Lied wurde von Jack Bruce geschrieben, ist eines der bekanntesten Stücke von Cream und stellt zusammen mit dem nachfolgenden Titel „N.S.U.“, ebenfalls aus Jack Bruces Feder, gleich mit den Höhepunkt der Platte dar. Noch zwei Titel sind hörenswert, dieses Mal jedoch wurden sie von Ginger Baker geschrieben. Zum einen das rockige „Sweet Wine“ und schließlich die letzte Nummer „Toad“, die hauptsächlich ein Schlagzeug-Solo darstellt. Eric Clapton hat kein Lied auf diesem Album geschrieben. Allerdings hat er zwei Lieder mit arrangiert beziehungsweise bearbeitet. Viele der Stücke wurden auch nicht von den Mitgliedern von Cream geschrieben. Auf Seite 2 der LP ist es zum Beispiel lediglich das bereits erwähnte „Toad“, welches von einem der drei Musiker stammt.

Fazit: Coole und tolle Musik klingt anders. Zumindest heute. Es gibt Lieder, denen hört man das Alter einfach an, auf „Feash Cream“ von Cream gibt es einige davon zu hören. Wer allerdings Blues Rock mit ein paar ausgefallenen Ideen mag, die oder der wird hier dennoch fündig. Vielleicht liegt es an meinem fehlenden Blues Feeling, aber mich spricht auf „Fresh Cream“ wenig bis gar nichts an und die erwähnten Höhepunkte würden in anderem Kontext von mir noch nicht einmal erwähnt werden. Fünf Punkte.

Anspieltipps: I Feel Free



Mittwoch, 16. Januar 2019

Focus – Hamburger Concerto




Focus – Hamburger Concerto


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, flute, piano, harpsichord, moog, arp synthesizer, recorder, mellotron, non-lexical vocables, vocals, accordion organ of St. Mary The Virgin
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar
Colin Allen – drums


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1974


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Delitæ Musicæ (1:13)
2. Harem Scarem (5:52)
3. La Cathedrale De Strasbourg (5:00)
4. Birth (7:46)
5. Hamburger Concerto (20:19)
     I. Starter
     II. Rare
     III. Medium I
     IV. Medium II
     V. Well Done
     VI. One For The Road
6. Early Birth (2:54)

Gesamtspieldauer: 43:07




„Hamburger Concerto“ heißt das vierte Studioalbum der niederländischen Progressive-Rock-Band Focus. Das Album wurde im April 1974 auf dem Plattenlabel Polydor veröffentlicht Titel und erreichte in den britischen Charts immerhin noch Platz 20. Titelgebend ist das Stück „Hamburger Concerto“, welches auf Variationen eines Themas von Joseph Haydn von Johannes Brahms basiert.

Auf keinem anderen Focus-Album hört man solch eine starke Annäherung der niederländischen Musiker an das Genre der Klassik – allerdings handelt es sich bei der Musik auf „Hamburger Concerto“ keineswegs um „verklassischte“ Rockmusik, sondern ganz eindeutig noch um Progressive Rock. Dabei gehen Focus die leicht jazzigen Ansätze in der Musik verloren, dies allerdings mit einer sehr viel stärker ausgeprägten Harmonie in den Stücken. Die Lieder klingen allesamt sehr eingängig und melodiös. Wie auch bereits die vorherigen Alben der Band, so wird auch auf „Hamburger Concerto“ kaum gesungen, Focus ist und bleibt mit seinen Titeln hauptsächlich eine Instrumentalband. Die zum Teil sehr seltsamen Laute des Thijs van Leer, die in den Credits mit „Non-lexical Vocables“ angegeben werden, zähle ich bewusst mal nicht zum Gesang hinzu.

Die einzelnen Nummern gehen allesamt ins Ohr, klingen zum Teil schwelgerisch melodisch, wenig vertrackt. Selten nur hört man Jan Akkerman mit bluesigen Ausflügen auf seiner Gitarre wie auf dem Titellied. „Hamburger Concerto“. Die Platte ist durchgängige auf größtmögliche Eingängigkeit hin getrimmt. Das mag man oder man mag es eben nicht. Da die Musik auch sehr abwechslungsreich gestaltet ist, kann ich diesem Album trotzdem nicht die viel zitierten Ecken und Kanten absprechen. Besonders gelungen klingen die beiden längsten Stücke der Platte, „Birth“ sowie das Titellied „Hamburger Concerto“. Hier zeigt sich einmal mehr die Spielfreude der Niederländer, die ihre Musik zu zelebrieren scheinen. Abwechslungsreich, mal schwelgend, mal sanft, mal rockiger unterhalten diese beiden Stücke im Kontext des Progressive Rock bestens.

Fazit: Das Album „Hamburger Concerto“ der niederländischen Band Focus ist eines ganz im Stile des Progressive Rocks der früheren 70er Jahre geworden. Zumeist instrumental gehalten, klingt die Musik sehr abwechslungsreich und jederzeit melodiös und eingängig. Mitunter nähern sich die Lieder etwas der klassischen Musik an, ohne jedoch wie diese zu klingen. Die Platte unterhält und gehört zu den guten der Niederländer. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Birth, Hamburger Concerto



Dienstag, 15. Januar 2019

AC/DC – Rock Or Bust




AC/DC – Rock Or Bust


Besetzung:

Brian Johnson – lead vocals
Angus Young – lead guitar, backing vocals
Stevie Young – rhythm guitar
Cliff Williams – bass guitar, backing vocals
Phil Rudd – drums


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Hard Rock


Trackliste:

1. Rock Or Bust (3:03)
2. Play Ball (2:47)
3. Rock The Blues Away (3:24)
4. Miss Adventure (2:57)
5. Dogs Of War (3:35)
6. Got Some Rock & Roll Thunder (3:22)
7. Hard Times (2:44)
8. Baptism By Fire (3:30)
9. Rock The House (2:42)
10. Sweet Candy (3:09)
11. Emission Control (3:41)

Gesamtspieldauer: 34:58



„Rock Or Bust“ heißt das fünfzehnte international veröffentlichte Studioalbum der australischen Hard Rock Band AC/DC. Das Album erschien am 28. November 2014 auf dem Plattenlabel Columbia Records. „Rock Or Bust“ ist das erste Album von AC/DC ohne Gründungsmitglied und Rhythmusgitarristen Malcolm Young, der sich 2014 aus gesundheitlichen Gründen aus der Band zurückgezogen hatte, obwohl er an der Entstehung von jedem Lied des Albums noch beteiligt war. Am 18. November 2017 verstarb der an Demenz erkrankte Musiker. Bassist Cliff Williams beendete seine aktive Karriere nach der Tour zum Album ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen. Schlagzeuger Phil Rudd konnte an der Tour zum Album erst gar nicht teilnehmen, da er zu dieser Zeit unter Hausarrest stand. Bei ihm waren Drogen gefunden worden und er hatte angeblich einen Mord in Auftrag gegeben, der jedoch nicht ausgeführt wurde. Sänger Brian Johnson schließlich musste die Tour abbrechen, da er von Taubheit bedroht war. Axl Rose ersetzte ihn für die restlichen Konzerte.

Mit den Liedern „Play Ball“, „Rock Or Bust” sowie “Rock The Blues Away“ wurden drei Singles aus dem Album ausgekoppelt. Das Album „Rock Or Bust” erreichte in zwölf Ländern, darunter Australien, Kanada, Deutschland und Schweden die Spitze der Charts. In weiteren zwölf Ländern, unter anderem Neuseeland, Großbritannien, den Vereinigten Staaten und Italien erreichte sie die Top 5. „Rock Or Bust” ist das kürzeste Studioalbum, welches je von der Band veröffentlicht wurde. Mit knapp 35 Minuten Spielzeit ist es nochmal zwei Minuten kürzer als ihr vorheriges kürzestes Album „Flick Of The Switch“ aus dem Jahr 1983.

„Rock Or Bust“ ist eindeutig ein AC/DC Album geworden. Das hört man vom ersten bis zum letzten Akkord, vom ersten bis zum letzten Takt. Keine Experimente wurden also unternommen, die Fans hätten es wohl auch nicht anders gewollt. Allerdings scheint es fast so, als ob die letzte Geschichte von AC/DC in Form eines Liedes bereits erzählt sei. Man hört auf „Rock Or Bust” handwerklich gut gemachten Hard Rock, der allerdings bereits bekannt zu sein scheint. Die Lieder ähneln allesamt, auch zum letzten Album. Dazu gesellt sich der Umstand, dass auf der Platte keine außergewöhnlichen Stücke mehr zu hören sind. Zwar gibt es auch nicht die Ausreißer nach unten, sämtliche Lieder besitzen die für AC/DC typische Qualität, doch Höhepunkte findet man leider auch keine mehr auf dieser Scheibe, die auch wirklich schnell durchläuft. Und so bleibt nicht viel hängen am Ende dieser Platte, die etwas weniger AC/DC-Musik enthält als frühere Veröffentlichungen und leider auch ein wenig langweilig klingt.

Fazit: Ein typisches AC/DC Album der späteren Schaffensphase der Australier ist „Rock Or Bust” geworden. Die Fans dürfte es freuen, denn sie bekommen eine Ausweitung dessen, was sie lieben. Manch einen wird es vielleicht auch ein wenig langweilen, denn alles was man auf dieser Platte hört, hat man von AC/DC schon in leicht abgewandelter Art und Weise vernommen. Nichts Neues also, eher Bewährtes oder Langeweile – ganz wie man es sehen will. Acht Punkte.

Anspieltipps: Dogs Of War



Montag, 14. Januar 2019

Heated Land – In A Wider Tone




Heated Land – In A Wider Tone


Label: K&F Records


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Folk



Der Sänger kommt ursprünglich aus Augsburg, vor dem Watt in Emmelsbüll-Horsbüll wurde aufgenommen, veröffentlicht wird auf dem Dresdner Indie-Label KF-Records. „Heated Land“ schaffen es erneut, den Klang des amerikanischen Westens, die Stimmung zwischen den Jahren, die Schwere dieser Zeit in ihrer Musik einzufangen.

„In a wider tone“ heißt die neue Platte, die Anfang Februar erscheinen wird. Es ist die zweite von „Heated Land“ und ein großer musikalischer Schritt. Die Band schafft es darauf problemlos zwischen durchaus hörbaren Anlehnungen an bedeutende Musiker wie Bob Dylan und Townes van Zandt ihren eigenen Weg zu gehen. Hier spielt eine Band, die ganz tief in die wunderbare Welt der amerikanischen Folk Musik vorgedrungen ist, die Wurzeln erkennt und sie für sich ganz neu und ganz eigen entdeckt.

Selten hört man ein so komplettes Album. „Heated Land“ haben sich zwischen den beiden Veröffentlichungen ihrer Alben fast sechs Jahre lang Zeit gelassen. Da wurde nichts hastig aufgenommen, nichts übereilt auf den Markt geworfen, alles klingt so, wie es klingen soll, wie es klingen muss. Für solch eine Platte braucht man Zeit. Sie muss wachsen, sich langsam entwickeln, Ton für Ton, Zeile für Zeile, Song für Song. „In a wider tone“ ist für mich ein absolutes Highlight in diesem noch sehr jungen Jahr und ich bin mir sicher, dass „Heated Land“ mit diesem Album am Ende des Jahres in meinen Top Ten für 2019 zu finden sein werden. Es ist einfach richtig gute Musik. Bewegend, handgemacht, mit Tiefe und Zärtlichkeit. Perfekt für diese verrückte Zeit, in der man solche Klanginseln zum Verweilen, zum Ausruhen, zum Nachdenken schlichtweg braucht.



Sonntag, 13. Januar 2019

Enchant – The Great Divide




Enchant – The Great Divide


Besetzung:

Sean Flanegan – drums, percussion
Bill Jenkins – keyboards, organ, piano
Ted Leonard – vocals, guitar
Douglas A. Ott – guitar, vocals, bass pedals, mellotron
Ed Platt – bass


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Mainstream, Rock, Progressive Metal


Trackliste:

CD1 (Album „The Great Divide“):

1. Circles (7:59)
2. Within An Inch (7:34)
3. The Great Divide (9:05)
4. All Mixed Up (4:12)
5. Transparent Man (6:20)
6. Life In A Shadow (5:00)
7. Deserve To Feel (8:01)
8. Here And Now (7:33)

Bonus Track:

9. Prognosticator (8:22)

CD2: (Best Of… Album):

1. The Thirst (6:16)
2. Oasis (8:12)
3. Pure (7:19)
4. New Moon (8:24)
5. Break (5:06)
6. Paint The Picture (7:02)
7. Under Fire (5:58)
8. Sinking Sand (7:09)
9. Comatose (8:51)
10. At Death’s Door (Live) (7:07)

Gesamtspieldauer CD1 (1:04:10) und CD2 (1:11:29): 2:15:39



Enchant ist eine amerikanische neo-progressive Rockband, die 1989 gegründet wurde. „The Great Divide“ heißt das achte Studioalbum der Band. Es erschien am 30. September 2014 auf dem Plattenlabel InsideOut Music, elf Jahre nach ihrem vorherigen Studioalbum „Tug Of War“. Das Album gibt es auch in einer Special Edition, inklusive „Best Of…“-CD und schön gestaltetem Innen-Booklet. Diese elf Jahre, die es dauerte, bis „The Great Divide“ endlich veröffentlicht wurde, bedeuten keineswegs, dass es sich bei der jetzigen Formation um eine Neugründung der Band aus Stammmusikern und neu dazugestoßenen Musikern handelt. Es liegt auch keine Re-Union vor. Enchant hatten einfach Pause gemacht, die einzelnen Mitglieder waren in anderen Projekten und Bands eingebunden gewesen und nun war die Zeit endlich reif genug beziehungsweise passend, um ein neues Album anzugehen und zu veröffentlichen.

Auf „The Great Divide“ hört man Mainstream Rock. Mag man es AOR, Melodic Rock oder sonst wie nennen, der „progressive Anteil“ in der Musik der US-Amerikaner ist definitiv sehr stark in den Hintergrund getreten. Alles auf dieser Platte ist auf die gute Eingängigkeit hin produziert worden, ohne dass dies anbiedernd klingen würde. Doch klingen die Lieder des Albums durchaus geschliffen, von Ecken und Kanten größtenteils befreit. Das fertige Ergebnis funktioniert dabei gut, die Musik geht ins Ohr und bei keinem der Titel hat man das Gefühl diesen möglichst schnell überspringen zu müssen. Allerdings fehlt in der Musik von Enchant dann doch dieser überraschende, dieser außergewöhnliche Moment, die die Lieder der Band zu wirklich progressiver Musik werden lassen würde. Und da spielt es keine Rolle, ob man hier eher Progressive Metal oder Progressive Rock meint. Lediglich mal ein ungerader Takt, eine ausgelassene Note genügen nicht, um Spannung zu erzeugen. Schade irgendwie. Alles klingt und doch verpufft es sofort wieder, nachdem es ausgeklungen ist. Zum einen ähneln die Lieder sich nämlich sehr, zum anderen meint man das alles auch schon mal gehört zu haben. Somit klingen die einzelnen Stücke auf „The Great Divide“ durchaus unterhaltsam, jedoch auch irgendwie abgegriffen.

Die Höhepunkte des Albums sind für mich die beiden Lieder „Within An Inch“ und das letzte Lied der CD1 dieser Ausgabe, die Nummer „Prognosticator“. „Within An Inch“ geht so wunderbar schnell ins Ohr und besitzt diesen gewissen Wiedererkennungswert. Gleiches gilt für das Lied „Prognosticator“, doch dieses rockt dabei zusätzlich noch überzeugend. „Prognosticator“ ist eine Instrumentalnummer, auf der man besonders die Spielfreude von Gitarrist Douglas A. Ott herauszuhören scheint. Umso überraschender ist dabei allerdings die Tatsache, dass gerade diese Nummer einigen Ausgaben des Albums nur als Bonus Track hinzugefügt wurde. Einfach schade. Der ganze Rest auf „The Great Divide“ klingt wie bereits erwähnt ebenfalls eingängig und auch melodiös, nur leider nicht besonders innovativ oder spannend.

Der Special Edition der Platte ist noch eine zweite, eine „Best Of…“-CD beigefügt. Darauf vertreten sind zehn Lieder, die allen acht zuvor erschienenen Alben der Band entnommen wurden, inklusive dem bisher einzigen Live-Album von Enchant, der im Jahr 2004 erschienen Platte „Live At Last“. Ich höre dabei stilistisch und auch atmosphärisch kaum einen Unterschied zum vorliegenden Album „The Great Divide“ heraus. Auch diese zehn Titel beinhalten Musik, die eher im Mainstream denn im Progressive Rock angesiedelt ist. Genauso unterhaltend, genauso eingängig. Mit dieser zusätzlichen CD kann man sich den musikalischen Eindruck, den man von Enchant gewonnen hat, nochmals bestens bestätigen lassen.

Fazit: Ein sehr eingängiges und größtenteils im Mainstream des Rocks beheimatetes Album haben die US-Amerikaner von Enchant mit ihrem achten Studioalbum „The Great Divide“ veröffentlicht. Darauf zu hören ist Musik, die schnell ins Ohr geht, doch nicht unbedingt dauerhaft dort verbleibt. Dazu hat man diese Art der Musik einfach schon zu oft gehört. Trotzdem ist „The Great Divide“ kein schlechtes, sondern ein unterhaltsames Album geworden. Wer Mainstream und AOR mag, wird auch diese Scheibe lieben. Wer ausgeprägten Progressive Rock oder Progressive Metal erwartet, wird eher enttäuscht werden. Mit der vorliegenden Ausgabe inklusive „Best Of…“-Zusatz-CD kann man allerdings nichts falsch machen, da diese gerade zum sehr kleinen Preis angeboten wird. Acht Punkte.

Anspieltipps: Within An Inch, Prognosticator, Under Fire, Comatose



Samstag, 12. Januar 2019

Rival Sons – Hollow Bones




Rival Sons – Hollow Bones


Besetzung:

Jay Buchanan – vocals
Scott Holiday – guitar, string arrangement
Dave Beste – bass guitar
Michael Miley – drums


Gastmusiker:

Todd E. Ogren-Brooks – keyboards
Kristen Rogers – backing vocals on "Tied Up" and "Black Coffee"
Whitney Coleman – backing vocals on "Tied Up" and "Black Coffee"
April Rucker – backing vocals on "Tied Up" and "Black Coffee"
Eamon McLoughlin – cello, violin


Label: Earache Records


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Hollow Bones Pt. 1 (2:52)
2. Tied Up (3:27)
3. Thundering Voices (2:52)
4. Baby Boy (3:36)
5. Pretty Face (3:23)
6. Fade Out (4:49)
7. Black Coffee (5:33)
8. Hollow Bones Pt. 2 (6:50)
9. All That I Want (3:39)

Gesamtspieldauer: 37:05



„Hollow Bones“ heißt das fünfte Studioalbum der amerikanischen Rockband Rival Sons und wurde am 10. Juni 2016 auf dem Plattenlabel Earache Records veröffentlicht. Während die Scheibe im Heimatmarkt der US-Amerikaner lediglich bis auf Platz 115 der US Billboard 200 kletterte, so erreichte „Hollow Bones“ in Deutschland immerhin Platz 12 der Charts und ist damit das bisher erfolgreichste Album der Rival Sons in Deutschland.

Dies ist umso überraschender, da das Vorgängeralbum „Great Western Valkyrie“ noch eine Idee eingängiger und melodiöser klang. Allerdings auch nur auf das erste Mal des Hörens hin. Die Lieder auf „Hollow Bones“ klingen zum Teil vielleicht ein wenig rauer, doch die Musik erschließt sich einem mit jedem weiteren Durchlauf des Albums immer besser. Vorher kantige Passagen scheinen plötzlich deutlich geschmeidiger und eindringlicher zu sein. Die Platte rockt und zeigt nur wenige Passagen im Bereich des Blues Rocks. Oftmals klingt der Rock auf „Hollow Bones“ sehr geradlinig, ohne jedoch zu hart zu klingen. Dabei ist die Musik weniger verspielt und regt die Füße zum Mitwippen an.

Höhepunkte der Platte sind für mich die beiden Titel „Fade Out“ und „Hollow Bones Pt. 2“. „Fade Out“ beginnt wunderschön rockig, um danach sofort deutlich langsamer und eingängiger zu klingen. Im Refrain knallt die Musik dann richtiggehend und setzt sich fest. Auch „Hollow Bones Pt. 2“ ist ein sehr abwechslungsreiches Stück, welches mit Stimmungen und Atmosphären spielt. Gerade in den etwas rockigeren Abschnitten scheint die Nummer nahezu aus den Boxen heraus zu explodieren. „Hollow Bones Pt. 2“ ist ein mitreißendes Stück, rockig und spannend. Genau so muss Rock auch klingen, wenn er begeistern möchte.

Fazit: Vielleicht zu Beginn noch nicht ganz so überzeugend und eingängig wie der Vorgänger „Great Western Valkyrie“, so entwickelt sich „Hollow Bones“ jedoch mit jedem weiteren Durchlauf weiter, bis die Musik schließlich endgültig zündet. Gut gemachten Rock, der zu begeistern weiß und nie langweilig wird gibt es auf diesem Album zu hören. Pop sucht man hier vergebens. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Fade Out, Hollow Bones Pt. 2



Freitag, 11. Januar 2019

U2 – October




U2 – October


Besetzung:

Bono – lead vocals
The Edge – guitar, piano, backing vocals
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen Jr. – drums


Gastmusiker:

Vinnie Kilduff – Uileann pipes, bodhrán


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: Rock, Post Punk


Trackliste:

1. Gloria (4:12)
2. I Fall Down (3:39)
3. I Threw A Brick Through A Window (4:54)
4. Rejoice (3:38)
5. Fire (3:52)
6. Tomorrow (4:39)
7. October (2:21)
8. With A Shout (Jerusalem) (4:02)
9. Stranger In A Strange Land (3:56)
10. Scarlet (2:53)
11. Is That All? (3:01)

Gesamtspieldauer: 41:12




„October“ nannte die irische Band U2 ihr zweites Studioalbum. Dieses wurde am 12. Oktober 1981 erneut auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht und von Steve Lillywhite produziert. Das Album wurde lyrisch durch die Mitgliedschaften von Bono, The Edge und Larry Mullen Jr. in einer christlichen Gruppe namens „Shalom Fellowship“ inspiriert und enthält daher spirituelle und religiöse Themen. Im Juli 1981 war bereits die Single „Fire“ veröffentlicht worden. Die zweite Auskopplung „Gloria“ erschien zeitgleich mit der Album-Veröffentlichung. Bei den Kritikern kam „October“ nicht mehr ganz so gut an wie noch der Vorgänger „Boy“. Die Platte kletterte in den britischen Charts allerdings immerhin bis auf Platz 11 und erreichte in den US Billboard 200 Position 104.

„October“ klingt etwas uneinheitlicher als noch der Vorgänger. Neben Rock und Punk-Anleihen gibt es auch bereits poppigere Passagen zu hören, die die Platte schnell etwas eingängiger wirken lassen. Doch wie auch schon beim Debut-Album, so scheinen U2 auf „October“ ebenfalls noch auf der Suche „ihres“ genauen Stils zu sein, der hier deutlich breiter gestreut wurde. Das Album ist keines, welches bei der Hörerin oder beim Hörer einen tiefen Eindruck hinterlässt, wirkt dabei eben doch zu uneinheitlich und nicht eindringlich genug. Und dann ist da noch die Soundqualität, die ich auf diesen Seiten nur selten bemängele. Aber dieses Mal muss es einfach sein, da es wohl keine Veröffentlichung dieses Albums gibt, welches einen soundtechnisch zufrieden stellt. Entweder rauscht es oder ist im Remaster aller Breite beraubt oder klingt dumpf. Schade.

Die Höhepunkte liegen in der Mitte der Platte. Das sehr eindringliche „Tomorrow“, welches Bonos früh verstorbener Mutter gewidmet ist und durch den Einsatz der Uileann Pipes auch sehr irisch und sehnsüchtig klingt ist ein solcher Höhepunkt. Genau wie das sich anschließende, fast schon zerbrechlich klingende Titellied „October“. Beides schöne und ruhige Lieder, die nicht gerade typisch für diese Platte sind, jedoch bereits das Gespür für die schöne Melodie der Musiker unter Beweis stellen.

Fazit: Ein Album, auf dem die zu hörende Musik über mehrere musikalische Genres reicht, ist die zweite Platte von U2 geworden. Dies spricht für Abwechslung, andererseits lässt es diese Scheibe auch einigermaßen uneinheitlich erscheinen. Trotzdem unterhält auch „October“ und besitzt seine Höhepunkte. An die Höhepunkte der Band reicht diese Platte allerdings noch nicht heran. Auch der Sound des Albums lässt einige Wünsche offen. Überzeugend klingt dieser nie. Acht Punkte.

Anspieltipps: Tomorrow, October



Donnerstag, 10. Januar 2019

Ryan Adams – Love Is Hell




Ryan Adams – Love Is Hell


Besetzung:

Ryan Adams – vocals, guitars, piano, and other instruments


Gastmusiker:

New York Band on tracks 1, 2, 3, 4, 5, 12, 14

Paul Garisto – drums
John Pisano – bass
Joe McGinty – piano
Johnny McNabb – lead guitar

New Orleans Band on tracks 6, 7, 8, 9, 10, 11, 13, 15, 16

Greg Leisz – lead guitar, pedal steel
Ricky Fataar – drums on all except 10, 11, 13, 15
Hutch Hutchinson – bass on all except 10, 13, 15
Ian McLagan – B3 organ, Wurlitzer electric piano on all except 11, 13, 15, 16
Jon Cleary – piano, Wurlitzer electric piano, rhythm guitar on all except 10, 11, 13
Ruth Gottlieb – violin on all except 11, 16
Sarah Wilson – cello on all except 11, 16


Label: Lost Highway Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Alternative Rock, Folk, Alternative Country, Blues


Trackliste:

1. Political Scientist (4:33)
2. Afraid Not Scared (4:13)
3. This House Is Not For Sale (3:53)
4. Anybody Wanna Take Me Home (5:31)
5. Love Is Hell (3:19)
6. Wonderwall (4:09)
7. The Shadowlands (5:18)
8. World War 24 (4:17)
9. Avalanche (5:09)
10. My Blue Manhattan (2:23)
11. Please Do Not Let Me Go (3:37)
12. City Rain, City Streets (3:49)
13. I See Monsters (3:57)
14. English Girls Approximately (5:42)
15. Thank You Louise (2:52)
16. Hotel Chelsea Nights (5:10)

Gesamtspieldauer: 1:08:00




„Love Is Hell“ ist das fünfte Studioalbum des Alternative Country Sängers und US-Amerikaners Ryan Adams, welches am 4. Mai 2004 auf dem Plattenlabel Lost Highway Records veröffentlicht wurde. Das Album war ursprünglich auf Drängen der Plattenfirma als zwei EPs, „Love Is Hell Part 1“ und „Love Is Hell Part 2“, veröffentlicht worden, da diese das Album für kommerziell nicht besonders geeignet hielt. Eine komplette und zusammengefasste Version des Albums wurde erst veröffentlicht, als sich die beiden EPs dann doch sehr viel besser als erwartet verkauften. Hauptsächlich hört man auf „Love Is Hell“ Alternative Rock und Folk. Ein wenig erinnert auch an Alternative Country und der Blues fehlt ebenso nicht völlig auf dieser Scheibe.

„Love Is Hell“ ist ein durchaus abwechslungsreiches Album geworden, kann dabei jedoch leider nicht durchgängig überzeugen. Neben einigen sehr schönen Nummern befinden sich auf dem Album auch Titel, die eher in der Kategorie „langweilig“ zu verorten sind. Mitunter klingt die Musik zu sanft, zu weich und zart und damit auf eine gewisse Weise fad. Und wenn sich dann noch in diese Stimmung eine Slide Gitarre mischt, würde man am liebsten den Cowboy Hut schwenken, wenn man ihn denn hätte. Sicherlich gibt es auch Menschen, die Ryan Adams gerade für einen Titel wie „Please Do Not Let Me Go“ lieben werden, für einen Freund des Rocks klingt so etwas allerdings leider nur allzu schnulzig und kitschig.

Doch es gibt auch die sehr schönen Stellen auf „Love Is Hell“.Besonders gelungen klingt dabei gleich der Opener „Political Scientist“. Das Lied beginnt hauchzart mit ganz sanften Piano-Klängen und dem zerbrechlich klingenden Gesang des Ryan Adams. Es steigert sich jedoch im weiteren Verlauf, entwickelt sich hin zu einer rockigen Nummer, während der der Musiker immer verzweifelter zu singen scheint und bleibt dabei im Ohr hängen. Im Ohr verweilt ebenfalls länger das folkige „I See Monsters“. Ein Lied, nun wieder sehr sanft, in dem man Ryan Adams an der akustischen Gitarre hört. Schließlich sollte als einer der Höhepunkte des Albums auch die Nummer „English Girls Approximately“ Erwähnung finden. Ein sehr melodisches und eingängiges Lied, ebenfalls im Folk beheimatet mit leichter, sehr leichter Annäherung an die Country Musik.

Fazit: Abwechslungsreich ist das Album „Love Is Hell“ des US-Amerikaners Ryan Adams auf jeden Fall geworden. Alternative Rock, Folk, Blues und Alternative Country gibt es darauf zu hören. Nicht jeder der sechzehn Titel überzeugt dabei restlos, doch die schönen Stellen sind eben auch vorhanden und stellen Lieder dar, die diesen gewissen Wiedererkennungswert aufweisen und die man immer wieder gern hört. Neun Punkte.

Anspieltipps: Political Scientist, I See Monsters, English Girls Approximately



Mittwoch, 9. Januar 2019

Focus – At The Rainbow




Focus – At The Rainbow


Besetzung:

Thijs van Leer – keyboards, flute, vocals
Jan Akkerman – guitar
Bert Ruiter – bass guitar
Pierre van der Linden – drums


Label: Imperial Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Focus III (3:53)
2. Answers? Questions! Questions? Answers! (11:29)
3. Focus II (4:36)
4. Eruption (Excerpt) (8:28)
5. Hocus Pocus (8:30)
6. Sylvia (2:47)
7. Hocus Pocus (Reprise) (2:49)

Gesamtspieldauer: 42:35



„At The Rainbow“ ist das erste Live-Album der niederländischen Rockband Focus, welches im Oktober 1973 auf dem Plattenlabel Imperial Records veröffentlicht wurde. Das Album wurde am 5. Mai 1973 im Rainbow Theatre in London aufgenommen. Ein Studioalbum war ursprünglich für die Veröffentlichung vorgesehen, wurde aber aufgrund von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Band verschoben (ein aus den Bändern dieser Sessions zusammengestelltes Album wurde später unter dem Titel „Ship Of Memories“ veröffentlicht).

Auf keinem anderen Album klingen Focus kraftvoller, abwechslungsreicher und auch progressiver als auf „At The Rainbow“. Sanfte Titel oder Passagen wechseln sich mit rockigeren und auch fordernden Abschnitten ab. Mal schwelgt man in der Musik, ein anders Mal versuchen die Füße einen fast schon arhythmischen Takt mitzuhalten. Von sanften Klängen bis hin zu jazzigen Abschnitten kann man alles auf diesem Live-Album hören, welches auch soundtechnisch äußerst gelungen ist. Jederzeit spürt man dabei die Spielfreude der Musiker, die an diesem Abend im Mai 1973 allerbestens aufgelegt zu sein schienen.

„At The Rainbow“ lässt sich in einem durchhören, es gibt dabei keine Schwächen auf der Platte zu beanstanden. Die Musiker von Focus haben für diese Platte auch die besten Stücke ihrer ersten drei Alben ausgesucht, um diese nun live zu zelebrieren. Der Auszug aus „Eruption“ und das verlängerte „Hocus Pocus“ sollten hier dann aber doch Erwähnung finden, da sie irgendwie stellvertretend für das ganze, wahrlich gelungene Album stehen.

Fazit: Ein sehr schönes Live-Album ist „At The Rainbow“ der niederländischen Band Focus geworden. Die Lieder klingen fast besser und ganz bestimmt mitreißender, als auf den einzelnen Studioalben. Von daher ist solch ein Live-Album dieser Art ganz bestimmt eine lohnende Anschaffung und wertet die Diskographie einer Band auf. Und auch für Leute, die einen Einstieg in die Musik von Focus suchen, stellt „At The Rainbow“ den perfekten Türöffner dar. Elf Punkte.

Anspieltipps: Eruption, Hocus Pocus



Dienstag, 8. Januar 2019

Muse – Drones




Muse – Drones


Besetzung:

Matt Bellamy – lead vocals, guitars, piano, keyboards, arrangements
Chris Wolstenholme – bass, backing vocals, gang vocals ("Reapers")
Dominic Howard – drums


Gastmusiker:

Will Leon Thompson – dialogue (Drill Sergeant) ("[Drill Sergeant]" and "Psycho")
Michael Shiloah – dialogue (Recruit) ("[Drill Sergeant]" and "Psycho")
John F. Kennedy – recorded dialogue of April 1961 Secret Societies speech ("[JFK]")
Alessandro Cortini – modular synthesizers
Edoardo De Angelis – concertmaster, violin
Sarah Cross – violin
Freiherr von Dellingshausen – violin
Anna Minella – violin
Elia Mariani – violin
Gian Guerra – violin
Gian Lodigiani – violin
Gianmaria Bellisario – violin
Marco Corsini – violin
Michelle Torresetti – violin
Tommaso Belli – violin
Valerio D'Ercole – violin
Maria Lucchi – viola
Serena Palozzi – viola
Valentina Emilio Eria – viola
Andrea Scacchi – cello
Eliana Gintoli – cello
Francesco Sacco – cello
Martina Rudic – cello
Linati Omar – contrabass
Massimo Clavenna – contrabass


Label: Warner Bros. Records


Erscheinungsdatum: 2015


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Dead Inside (4:23)
2. [Drill Sergeant] (0:21)
3. Psycho (5:16)
4. Mercy (3:52)
5. Reapers (5:59)
6. The Handler (4:33)
7. [JFK] (0:54)
8. Defector (4:33)
9. Revolt (4:05)
10. Aftermath (5:48)
11. The Globalist (10:07)
12. Drones (2:51)

Gesamtspieldauer: 52:48



„Drones“ heißt das siebte Studioalbum der englischen Rockband Muse. Es wurde am 5. Juni 2015 auf dem Plattenlabel Warner Bros. Records veröffentlicht. „Drones“ ist ein Konzeptalbum, welches die Entwicklung eines Soldaten bis hin zur „menschlichen Drohne“ thematisiert. Nachdem auf den vorherigen Alben von Muse viel orchestrale und elektronische Musik zu hören war, wollte die Band mit „Drones“ zu einem geradlinigeren Rocksound zurückkehren. Die Platte verkaufte sich 2015 weltweit über eine Million Mal und ist damit das 19. meistverkaufte Album des Jahres. Bei den 58th Annual Grammy Awards gewann sie die Auszeichnung als Bestes Rock Album.

Auch wenn man auf dieser Scheibe wieder mal eine sehr rockige Gitarre zu hören bekommt, richtig überzeugend klingt das nicht mehr, was Muse hier ihren Hörerinnen und Hörern präsentieren. Die einzelnen Titel wissen nicht mehr in der Art und Weise zu begeistern, wie es jene auf früheren Alben der Band getan haben. Ein klein wenig läuft „Drones“ irgendwie durch und danach wundert man sich, was man da gerade gehört hat. Eindeutig Muse Musik zwar, die alleine schon durch den zum Teil sehr hohen Gesang des Matt Bellamy unverwechselbar klingt. Doch allzu viel mehr bleibt von dieser Scheibe im Nachhinein nicht hängen, obwohl diese zugegebenermaßen keinerlei qualitative Ausschläge nach unten hin aufweist. Insgesamt generiert und präsentiert sich die Musik auf diesem Album musikalisch wie spannungsbezogen selten interessanter als biederes Mittelmaß.

Als Höhepunkt wäre auf „Drones“ noch am ehesten die Nummer „The Globalist“ zu nennen, die aus drei Teilen besteht. Das Lied beginnt mit einem Abschnitt, der so auch von Ennio Morricone stammen könnte. Italo-Western-Stimmung in Vollendung. Es schließt sich ein etwas sanfterer und schließlich ein sehr harter und überzeugender Rock-Abschnitt an. Hier hinterlassen Muse nun endlich Eindruck. Diese knallenden Gitarren stellen fast schon den Höhepunkt der ganzen Scheibe dar. Schließlich geht das Lied in einen eher hymnischen Teil über, der nun nicht mehr zu überzeugen weiß und die Phase des Kitsches zwar noch nicht vollends erreicht, doch knapp daran vorbeischrammt. Und der ganze Rest? Der ist ganz nett gemachter Alternative Rock, der nicht sehr auffällt.

Fazit: „Drones“ von Muse ist ein Album geworden, welches sehr im Mainstream beheimatet ist. Das wiederum lässt das Album Ecken und Kanten verlieren und außer der Stimme des Matt Bellamy gibt es darauf nichts Besonderes mehr zu hören. Wahrlich natürlich keine schlechte Musik, man muss nicht flüchten, doch richtig überzeugend ist das auch nicht. Schade. Acht Punkte.

Anspieltipps: The Globalist



Montag, 7. Januar 2019

Haken – Affinity




Haken – Affinity


Besetzung:

Ross Jennings – vocals
Richard "Hen" Henshall – guitar
Charlie Griffiths – guitar
Conner Green – bass guitar
Diego Tejeida – keyboards, sound design
Raymond Hearne – drums


Gastmusiker:

Einar Solberg – harsh vocals (track 5)
Pete Rinaldi – acoustic guitar (track 9)


Label: InsideOut Music


Erscheinungsdatum: 2016


Stil: Progressive Metal, Progressive Rock


Trackliste:

1. affinity.exe (1:24)
2. Initiate (4:16)
3. 1985 (9:08)
4. Lapse (4:44)
5. The Architect (15:40)
6. Earthrise (4:48)
7. Red Giant (6:06)
8. The Endless Knot (5:50)
9. Bound By Gravity (9:29)

Gesamtspieldauer: 1:01:27



„Affinity“ nannte die englische Progressive Metal Band Haken ihr viertes Studioalbum, welches am 29. April 2016 auf dem Plattenlabel InsideOut Music veröffentlicht wurde. Es ist die erste Scheibe der Band auf der Bassist Conner Green nach dem Weggang von Thomas MacLean zu hören ist. Mit den Liedern „Initiate“ sowie „The Endless Knot“ wurden im März und April 2016 zwei Singles aus dem Album ausgekoppelt. Inhaltlich geht es auf „Affinity“ um die Beziehung zwischen Mensch und Computer – mit allen seinen Auswüchsen und möglichen Entwicklungen.

„Affinity“ fischt mehr im Mainstream als andere Alben der Briten. Da klingt es mal ein wenig nach dieser Band, dort nach jener Band. Etwas Neues oder Eigenständiges mag man auf „Affinity“ nicht entdecken, irgendwie scheinen sehr viel Reminiszenzen in die Musik von Haken eingeflossen zu sein, wobei nun auch deutlich mehr Musiker am kompositorischen Prozess der Lieder beteiligt sind. Doch keineswegs handelt sich es bei den einzelnen Nummern auf „Affinity“ um langweilige oder schlechte Musik, der Zauber des Besonderen geht den Titeln jedoch leider ab. Und wenn man dann auch Keyboardläufe zu hören bekommt, die stark an AOR-Bands der 80er Jahre erinnern, dann hinterlassen diese zumindest ein Gefühl des Erstaunens oder eben doch sogar der gemäßigten Langweile.

Es ist kein einziges schlechtes Lied auf „Affinity“ zu hören. Jeder Titel verfügt über Qualität und lässt sich gut hören. Dem abwechslungsreichen und auch härteren Rock sollte man dabei jedoch schon zugetan sein, denn gerockt wird auf „Affinity“. Auch wissen die Briten einmal mehr mit den Atmosphären zu spielen, laut und leise, sanft und fordernd, all das gibt es auf dem Album zu hören, perfekt aufeinander abgestimmt und ineinanderfließend. Allerdings jedoch leider nicht in der Art und Weise, wie man es bereits auf anderen Platten von Haken gehört hat. Von daher klingt „Affinity“ ein wenig austauschbar, was dementsprechend auch die Suche nach dem Höhepunkt der Platte relativ schwierig werden lässt. Kein Titel ragt über den anderen hinaus, keiner fällt sehr ab, sodass alle Lieder der Platte Höhepunkte darstellen – jedoch nicht im Vergleich zu anderen Scheiben von Haken.

Fazit: Ein Album ganz im Sinne des Progressive Rock ist „Affinitiy“ von Haken geworden. Vieles meint man bereits durch die ein oder andere Band in leicht abgewandelter Form gehört zu haben. Von daher nichts Neues von den Briten. Trotzdem ist „Affinitiy“ kein schlechtes Album geworden, sondern eines, welches Freundinnen und Freunde des entsprechenden Genres gut unterhält. Neun Punkte.

Anspieltipps: 1985



Sonntag, 6. Januar 2019

Elvis Costello And The Attractions – Imperial Bedroom




Elvis Costello And The Attractions – Imperial Bedroom


Besetzung:

Elvis Costello – vocals, guitar, piano


Gastmusiker:

Steve Nieve – piano, organ, harpsichord, accordion, guitar on "Tears Before Bedtime," orchestrations
Bruce Thomas – bass
Pete Thomas – drums


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Pop


Trackliste:

1. Beyond Belief (2:34)
2. Tears Before Bedtime (3:02)
3. Shabby Doll (4:48)
4. The Long Honeymoon (4:15)
5. Man Out Of Time (5:27)
6. Almost Blue (2:50)
7. ...And In Every Home (3:23)
8. The Loved Ones (2:48)
9. Human Hands (2:43)
10. Kid About It (2:45)
11. Little Savage (2:37)
12. Boy With A Problem (2:12)
13. Pidgin English (3:58)
14. You Little Fool (3:11)
15. Town Cryer (4:16)

Gesamtspieldauer: 50:55



„Imperial Bedroom“ ist ein am 2. Juli 1982 veröffentlichtes Studioalbum des englischen Musikers Elvis Costello mit seiner Begleitband The Attractions. Das Album erschien in Europa ursprünglich auf dem Plattenlabel F-Beat Records und wurde inzwischen zahlreiche Male wiederveröffentlicht, zuletzt von Label Universal Music. „Imperial Bedroom“ ist das zweite Costello-Album nach „Almost Blue“, welches nicht von Nick Lowe produziert wurde. Die Produktionsaufgaben wurden von Beatles-Ingenieur Geoff Emerick übernommen. Die Platte taucht in zahlreichen Bestenlisten auf. So wurde sie in der Umfrage der The Village Voice Pazz & Jop Kritiker zum besten Album des Jahres gewählt. 1998 wählten die Leser des Q-Magazins es zum 96. größten Album aller Zeiten. 1989 wurde es auf der Liste der 100 größten Alben der 80er Jahre des Rolling Stone Magazins auf Platz 38 geführt. Im Jahr 2003 wurde das Album schließlich auf Platz 166 der Liste der 500 größten Alben aller Zeiten vom Rolling Stone Magazine gelistet. Das Album erreichte Platz 6 in den britischen Charts und Platz 30 in den USA. Die ausgekoppelten Singles waren jedoch weit weniger erfolgreich. „You Little Fool“ und „Man Out Of Time“ erschienen jeweils kurz in den UK Singles Charts, aber nicht in den USA.

So unterschiedlich können Geschmäcker sein. „Imperial Bedroom“ ist ganz nett, doch das war es dann auch bereits. Oder liegt es vielleicht am „deutschen Geschmack“, denn in Deutschland hinterließ die Scheibe kaum großartige Spuren in Bezug auf Chartpositionen. Wobei auch jene in England und den USA auch keine Spitzenplätze waren. Also eher ein Kritiker-Album denn eines für die Konsumenten? Nun, auf der Platte hört man keinesfalls schlechte Musik, jedoch eben keine herausragende. Doch „Imperial Bedroom“ unterhält durchaus und die einzelnen Lieder klingen auch keineswegs dergestalt, dass man den Tonarm weiterheben oder die Fernbedienung bemühen müsste. Vielmehr klingt die Musik auf dieser Scheibe durchschnittlich. Das Album läuft nebenher oder man setzt sich die Kopfhörer auf und macht es sich auf seinem Lieblingsplätzchen gemütlich und konzentriert sich auf die einzelnen Titel – das Ergebnis ist leider immer dasselbe: „Imperial Bedroom“ läuft einfach durch, ohne eben großartige Spuren zu hinterlassen. Pop ohne zu viele Ausschläge, der allerdings aufwendig und abwechslungsreich, zum Teil orchestral inszeniert wurde.

Höhepunkte auf „Imperial Bedroom“ sind das leicht schräge und doch melodiöse „Shabby Doll“, welches aus diesem Widerspruch seinen Wiedererkennungswert zieht. „You Little Fool“ klingt sehr eingängig und das letzte Stück, „Town Cryer“, gerade auch durch seine orchestrale Instrumentierung, etwas mehr nachhallend, als vieles vom Rest des Albums. Wobei an dieser Stelle nochmals erwähnt werden sollte, dass Pop-Fans die Scheibe gut in einem Rutsch durchhören können ohne an bestimmten Stellen genervt zu werden.

Fazit: „Imperial Bedroom“ ist ein poppiges Album geworden, auf dem manchmal die orchestrale Instrumentierung für die Höhepunkte sorgt. Die Lieder selbst klingen allerdings eher durchschnittlich, ohne Ohrwürmer oder Totalausfälle zu generieren. Mit „Pop ohne große Ausschläge“ könnte man diese Scheibe umschreiben. Egal. Pop Fans wird es gefallen. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Shabby Doll, You Little Fool, Town Cryer



Samstag, 5. Januar 2019

Senyawa – Sujud




Senyawa – Sujud


Label: Sublime Frequencies


Erscheinungsdatum: 2018


Stil: Weltmusik, Experimentelle Musik


Trackliste:

1. Tanggalkan Di Dunia (8:24)
2. Sujud (9:20)
3. Terbertaktilah Tanah Ini (2:11)
4. Penjuru Menyatu (6:50)
5. Kehendak (1:28)
6. Kebaikan Tumbuh Dari Tanah (4:28)
7. Kembali Ke Dunia (5:55)

Gesamtspieldauer: 38:36



Das Duo Senyawa stammt aus Jogjakarta in Indonesien. „Weltmusik“ dachte ich mir, als ich die CD zugeschickt bekam. Eingeschoben, da singt einer mit dunklen Kehlkopfgesang „Tanggalkan nams, segalla di dunia“. Immer und immer wieder. Es hat schon etwas Trancemäßiges an sich. Und dann kommt es. Ein brachiales, verzerrtes Gitarrenbrett, eine Welle an Sound und immer noch dieses gebetsmühlenartig vorgetragene „Tanggalkan nams, segalla di dunia“.

Senyawa sind nicht Crossover über ein kleines Bächlein aus verschiedenen musikalischen Genres, sie überqueren vielmehr einen reissenden Fluss und zerschlagen anschließend die Brücke, die sie gerade noch passiert haben. Das ist eine Vermischung aus scheinbar nicht zu vereinbarenden Musikwelten. Ein Tsunami der alles an Tönen und Klang mit sich reißt. Hier die gewachsene Tradition, um zugleich von einem brutalen Industrialangriff überspült zu werden. Doch gerade das macht diese Platte „Sujud“ aus. Es sind Tumulte im Hörgang. Der tiefe Gesang der für mich unverständlichen Sprache, dazu wird ein Klangrahmen mit teilweise selbstgebauten Instrumenten und tiefen Soundflächen abgesteckt, der sich manchmal zum rostigen Stacheldraht entwickelt.

Irgendwie geht dieses Alt und Neu zusammen. Faszinierend, ganz anders, sowas habe ich noch nie gehört. Manchmal wirkt es verspielt, leicht, ja, zärtlich, um dann im nächsten Augenblick vor die Wand geklatscht zu werden. Eine irre Klangreise, die schizophrene Züge aufweist, ein Alptraum im Mittelohr. „Sujud“ muss man laut spielen, sehr laut spielen. Mit Sicherheit werden einen die Nachbarn danach besorgt ansehen, was war bitteschön das? Das Duo Rully Shabara und Wukir Suryadi verdient es aber, dass man sich Zeit für sie nimmt, es zumindest versucht, einen Zugang zu dieser Berg- und Talfahrt zu finden. Es lohnt sich wirklich, Eintritt in dieses grandiose Dröhnland zu bekommen. Für mich ist „Sujud“ von Senyawa eine der interessantesten Neuheiten, die ich in diesem Jahr zu hören bekommen habe.