Dienstag, 17. Mai 2022

T. Rex – T. Rex

 



T. Rex – T. Rex


Besetzung:

Marc Bolan – vocals, guitar, bass, organ
Mickey Finn – drums, bass, pixiphone, vocals


Gastmusiker:

Tony Visconti – bass, piano, recorder, string arrangements, production
Howard Kaylan – backing vocals
Mark Volman – backing vocals




Erscheinungsjahr: 1970


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Children Of Rarn (0:53)
2. Jewel (2:46)
3. The Visit (1:54)
4. Childe (1:40)
5. The Time Of Love Is Now (2:42)
6. Diamond Meadows (1:58)
7. Root Of Star (2:31)
8. Beltane Walk (2:26)
9. Is It Love? (2:33)
10. One Inch Rock (2:25)
11. Summer Deep (1:43)
12. Seagull Woman (2:18)
13. Suneye (2:05)
14. The Wizard (8:50)
15. The Children Of Rarn (Reprise) (0:39)

Bonus Track der Wiederveröffentlichung:

16. Ride A White Swan (2:18)

Gesamtspieldauer: 39:46



„T. Rex“ heißt das fünfte Studioalbum des englischen Musikers Marc Bolan und seiner Band Tyrannosaurus Rex. Es ist jedoch das erste Album, welches die Band unter dem Namen T. Rex veröffentlichte. „T. Rex“ erschien ursprünglich am 18. Dezember 1970 auf dem Plattenlabel Reprise Records. Obwohl das Album unter dem Namen T. Rex veröffentlicht wurde, wurden alle Aufnahmen noch unter dem Namen Tyrannosaurus Rex mit der Zwei-Mann-Besetzung aus Sänger und Gitarrist Marc Bolan und Schlagzeugers Mickey Finn eingespielt.

Marc Bolan wollte noch weiter weg vom Folk-Sound früherer Alben hin zum Rock und ließ sich deshalb auch mit einer E-Gitarre auf dem Cover abbilden. Und so hört man auf „T.Rex“ eine Mischung aus immer noch folkig angehauchten Klängen, die ab und an mit einer E-Gitarre untermalt wurden. Rockig klingt das lediglich an ausgewählten Stellen, doch jederzeit entspannt und auch melodiös und eingängig. Ausnahmen stellen dabei kurze eher experimentelle Ausflüge dar, die hier und da in einem Lied eingestreut wurden. Insgesamt klingt das alles heutzutage irgendwie trotzdem unaufgeregt. Inhaltlich wurde „T. Rex“ von J.R.R. Tolkien beeinflusst. Marc Bolan singt von Zauberern und diversen weiteren mystischen Gestalten.

Die Lieder bewegen sich alle noch in einer Länge, die die Pop-Musik der 60er Jahre widerspiegelt. Kein Titel mit einer Ausnahme erreicht die 3-Minuten-Marke. Diese Ausnahme fällt dann auch nicht nur „üppig“ aus, sondern auch bezüglich der Musik etwa aus dem Rahmen. Das Lied „The Wizard“ hat nicht nur eine Laufzeit von fast neun Minuten, die Nummer rockt auch deutlich mehr als der Rest des Albums. Zum Teil klingt das sogar ein wenig schräg und spielt im Bereich des Psychedelic Rock mit leichten experimentellen Ansätzen. Die Übergänge verschiedener Passagen des Liedes klingen mitunter leider leicht konstruiert, geradezu so, als ob es sich um mehrere Lieder handeln würde, die verbunden werden „mussten“. Nicht ganz verwunderlich, denn „The Wizard“ war eine bereits im Jahr 1965 veröffentlichte, deutlich kürzere Single des Marc Bolan.

Fazit: Ein entspanntes Album ist „T. Rex“ von „T. Rex“ geworden. Gleichzeitig das erste Album, welches Marc Bolan unter diesem Bandnamen veröffentlichte. Folk, Rock und ein paar Ausflüge in experimentelle und psychedelische Gefilde gibt es darauf zu hören. Man kann das alles gut konsumieren und die Musik ist keine, die sich im Hintergrund hören lässt. Ein wenig Aufmerksamkeit bedarf es da schon. Neun Punkte.

Anspieltipps: Diamond Meadows



Sonntag, 15. Mai 2022

Florence + The Machine – Dance Fever

 



Florence + The Machine – Dance Fever


Label: Polydor


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. King (4:40)
2. Free (3:54)
3. Choreomania (3:33)
4. Back In Town (3:55)
5. Girls Against God (4:40)
6. Dream Girl Evil (3:47)
7. Prayer Factory (1:13)
8. Cassandra (4:18)
9. Heaven Is Here (1:51)
10. Daffodil (3:34)
11. My Love (3:51)
12. Restraint (0:48)
13. The Bomb (2:44)
14. Morning Elvis (4:22)

Gesamtspieldauer: 47:15



„Dance Fever“ heißt das inzwischen fünfte Studioalbum der englischen Band Florence + The Machine. „Dance Fever“ wurde am 13. Mai 2022 auf dem Plattenlabel Polydor Records veröffentlicht. Das Albumcover wurde von der amerikanischen Fotografin und Filmregisseurin Autumn de Wilde aufgenommen, die auch die Musikvideos und Single-Cover für die ersten vier Singles des Albums drehte. Dies sind die Lieder „King“, „Heaven Is Here“, „My Love“ sowie „Free“.

In einem Interview erzählte Florence Welch, dass die Musik des Iggy Pop den größten musikalischen Einfluss auf die Lieder des Albums gehabt hätte. Dieser würde sich in ganz vielen musikalischen Stilen zu Hause fühlen und dem sollte auch auf „Dance Fever“ Rechnung getragen werden. Doch was sich nach einem großen Stilmix anhört, entpuppt sich beim Hören des Albums durchaus als stimmiges Hörerlebnis. Von Pop über Rock bis Folk sind deren unterschiedliche Ausprägungen mit progressiven, psychedelischen, barocken, elektronischen, sphärischen oder discoartigen Klängen vertreten – aber eben immer nur ansatz- beziehungsweise phasenweise. Dabei ist der Titel des Albums sogar etwas irreführend. Natürlich sind einige Titel des Albums auch tanzbar, jedoch längst nicht alle. Wer hier also an eine Club-Platte denkt, welche die Tanzflächen füllt, dürfte beim Hören einigermaßen überrascht oder schlimmstenfalls sogar enttäuscht werden.

„Dance Fever“ klingt überaus stimmig und dabei jederzeit eingängig. Florence Welch singt, spricht, stöhnt, fleht, fordert und flüstert, was die einzelnen Titel nochmals intensiver klingen lässt. Dabei schöpft die Engländerin die ganze Bandbreite ihrer stimmlichen Möglichkeiten aus und auch davon lebt dieses Album, welches immer wieder mitreißende Momente aufweist. Und es sind eben auch diese Melodien, die schnell ins Ohr gehen und „Dance Fever“ bereits beim ersten Mal des Hörens zu einem eingängigen und hörenswerten Album werden lassen.

Fazit: Auch mit ihrem fünften Studioalbum „Dance Fever“ enttäuschen Florence + The Machine nicht. Wer auf klasse Melodien steht, die sich schnell im Ohr festsetzen, die oder der wird hier sicherlich fündig werden. Und auch wenn viele musikalische Genres in der Musik zu finden sind, so klingt „Dance Fever“ doch wie eine Einheit aus poppigem Rock oder rockigem Pop – ganz wie man will. Lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: King, Cassandra, Daffodil



Freitag, 13. Mai 2022

System Of A Down – Hypnotize

 



System Of A Down – Hypnotize


Besetzung:

Serj Tankian – vocals, keyboards
Daron Malakian – vocals, guitars, bass, keyboards
Shavo Odadjian – bass
John Dolmayan – drums




Erscheinungsjahr: 2005


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. Attack (3:06)
2. Dreaming (3:59)
3. Kill Rock ‚n Roll (2:28)
4. Hypnotize (3:09)
5. Stealing Society (2:58)
6. Tentative (3:36)
7. U-Fig (2:55)
8. Holy Mountains (5:28)
9. Vicinity Of Obscenity (2:51)
10. She‘s Like Heroin (2:44)
11. Lonely Day (2:47)
12. Soldier Side (3:40)

Gesamtspieldauer: 39:47



„Hypnotize“ heißt das fünfte Studioalbum der armenisch-amerikanischen Heavy Metal Band System Of A Down. Es wurde am 22. November 2005 auf dem Plattenlabel Columbia Records veröffentlicht, lediglich sechs Monate nach dem Erscheinen des dazugehörigen Albums „Mezmerize“. Sowohl „Mezmerize“ als auch „Hypnotize“ kletterten bis auf Platz 1 der US-Billboard 200-Albumcharts. In Deutschland belegten die beiden Alben in der Reihenfolge ihrer Erscheinung Platz 1 und 4. Seitdem ist es still geworden um die Band, die bis heute, Stand Mai 2022, keine weitere Platte veröffentlicht hat.

Auch auf „Hypnotize“ hört man alle „Zutaten“, die solch ein System Of A Down-Album ausmachen. Knallharter Metal, unterbrochen durch mehrstimmige Gesangseinlagen und dabei jederzeit melodiös klingend. Der System Of A Down-Stil ist ziemlich eindeutig und einzigartig. Dabei wird auch vor recht deftigen und drastischen Ausdrucksweisen nicht zurückgeschreckt, sodass die Alben der Band in den USA nur mit entsprechender Kennzeichnung veröffentlicht werden dürfen.

Die Lieder zünden ganz schnell und gehen ebenso schnell ins Ohr. Bereits beim zweiten Mal des Hörens glaubt man die einzelnen Titel schon länger zu kennen. Natürlich sollte man gerne sehr schnelle Gitarrenriffs genießen können und diese Riffs sind wahrlich schnell. Und dann ist da eben dieses Spiel mit im Grunde genommen geschrienen Passagen und wunderschönen Vokalarrangements, die so sanftmütig und unschuldig klingen. Beide Abschnitte gehen wie selbstverständlich ineinander über. Einmalig.

Die Höhepunkte auf „Hypnotize“ heißen „Tentative“ sowie „Lonely Day“. Erstgenannter Titel vereinigt in sich die ganze Bandbreite der Musik von System Of A Down und steht irgendwie stellvertretend für das ganze Album. Und „Lonely Day“ ist eine wunderschöne Mid-Tempo-Nummer, ein kleiner Ohrwurm, der bereits beim ersten Mal überzeugt.

Fazit: Auch auf „Hypnotize“ enttäuschen System Of A Down ihre Fans nicht. Knallharter Metal gepaart mit akrobatischen Gesangspassagen gibt es auch auf diesem Album zu hören. Bei aller Härte ist die Musik der Band sehr eingängig und weiß jederzeit zu überzeugen, da auch die Ausfälle auf der Platte fehlen. Macht Spaß und ist hoffentlich noch nicht das letzte Kapitel in der Bandgeschichte, auch wenn seitdem bereits siebzehn Jahre vergangen sind. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Tentative, Lonely Day



Mittwoch, 11. Mai 2022

The Incredible String Band – The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion

 



The Incredible String Band – The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion


Besetzung:

Robin Williamson – vocals, guitar, mandolin, oud, bowed and bass gimbri, flute, percussion, sitar
Mike Heron – vocals, guitar, harmonica


Gastmusiker:

Licorice McKechnie – vocals, percussion
Danny Thompson – double bass
John Hopkins – piano
Nazir Jairazbhoy – sitar, tanpura


Label: Elektra


Erscheinungsjahr: 1967


Stil: Psychedelic Folk


Trackliste:

1. Chinese White (3:40)
2. No Sleep Blues (3:52)
3. Painting Box (4:03)
4. The Mad Hatter‘s Song (5:39)
5. Little Cloud (4:04)
6. The Eyes Of Fate (4:02)
7. Blues For The Muse (2:48)
8. The Hedgehog‘s Song (3:30)
9. First Girl I Loved (4:53)
10. You Know What You Could Be (2:46)
11. My Name Is Death (2:45)
12. Gently Tender (4:48)
13. Way Back In The 1960s (3:10)

Gesamtspieldauer: 50:07



„The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ heißt das zweite Studioalbum der schottischen Psychedelic Folk Band The Incredible String Band. „The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ wurde im Juli 1967 auf dem Plattenlabel Elektra Records veröffentlicht. Nach dem Ausscheiden von Clive Palmer kamen Robin Williamson und Mike Heron als Duo schon bald nach dem Ausscheiden von Palmer wieder zusammen und spielten eine neue Platte ein. Das Album bewegt sich noch im Bereich des Folk, ist jedoch stark von indischer Musik beeinflusst. Die Platte konnte sich immerhin auf Platz 25 der britischen Charts einreihen.

Auf „The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ hört man besagte Folk Musik, bei der nun die Sitar das dominierende Instrument geworden ist. Das Songwriting haben sich Williamson und Heron geteilt und sind mit sieben beziehungsweise sechs Titeln vertreten. Für heutige Ohren klingt das zum einen relativ unspektakulär, jedoch nicht immer eingängig und melodiös. Das liegt nicht zuletzt am Gesang, der ein ums andere Mal schräg oder gar falsch klingt. Man kann nur hoffen, dass dies ein Stilmittel der Musiker war, alles andere wäre dann doch sehr überraschend.

Der etwas schräge Ansatz in den Liedern zieht sich über die gesamte Platte hinweg. Nicht ganz leicht gestaltet es sich da zuzuhören, wenn die Musik auch noch nicht das Stadium „verstörend“ erreichend. Und mit dem Lied „No Sleep Blues“ befindet sich sogar ein wirklich eingängiges Stück auf dem Album, von dem man sich mehr gewünscht hätte. Ansonsten ist „The 5000 Spirits Or The Layers Of The Onion“ ein kleines Abenteuer geworden, welches einen mitunter etwas ratlos zurücklässt. Betrachtet man das Album jedoch unter dem Gesichtspunkt „Psychedelic Rock“ ergibt es dann doch wieder Sinn – zumindest teilweise.

Fazit: Es ist schon interessant, wie sich Musik und Geschmäcker verändern. Wenn man überlegt, dass solch eine Platte sich sogar auf Platz 25 der britischen Charts platzieren konnte, erscheint dies heutzutage einigermaßen überraschend. Der psychedelische Faktor der Musik ist aufgrund des krummen und schrägen Gesangs immer vorhanden. Manche werden dies allerdings auch mit „Dilettantismus“ betiteln. Sieben Punkte.

Anspieltipps: No Sleep Blues



Montag, 9. Mai 2022

Al Stewart – Live

 



Al Stewart – Live


Besetzung:

Al Stewart – vocals, acoustic guitar, electric guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Peter White  keyboards, acoustic guitar, electric guitar, accordion
Adam Yurman – electric guitar, acoustic guitar, backing vocals
Robin Lamble – bass guitar, violin, backing vocals
Krysia Kristianne – keyboards, percussion, tin whistle, backing vocals
Bryan Savage – alto and tenor saxophones, flute


Label: Parlophone


Erscheinungsjahr: 1981


Stil: Pop


Trackliste:

1. Running Man (4:44)
2. Time Passages (6:15)
3. Merlin‘s Time (2:56)
4. If It Doesn‘t Come Naturally, Leave It (4:25)
5. Roads To Moscow (7:52)
6. Nostradamus/World Goes To Riyadh (13:02)
7. Soho (Needless To Say) (3:47)
8. On The Border (4:31)
9. Valentina Way (4:09)
10. Clarence Frogman Henry (1:27)
11. Year Of The Cat (7:07)

Gesamtspieldauer: 1:00:21



„Live At The Roxy Los Angeles 1981“ heißt das erste Live-Album des schottischen Musikers Al Stewart mit vollem Titel. Es wurde ursprünglich als Doppel-LP mit einer Seite Studioaufnahmen veröffentlicht. Die fünf Studio-Lieder dieser ersten Schallplattenseite wurden später in Form von Bonus-Tracks der Wiederveröffentlichung von „24 Carrots“ angehängt. Das Album wurde mit Al Stewarts Begleitband zur damaligen Zeit „Shot In The Dark“ eingespielt, die ursprünglich auf dem Cover jedoch keine Erwähnung fand. In der Anmoderation des Konzertes werden sie aber vor dem ersten Lied erwähnt. Es ist die zweite und gleichzeitig letzte Zusammenarbeit von Al Stewart und Shot In The Dark.

Auf diesem Live-Album hört man eine Zusammenstellung der bis dahin bekanntesten Titel des Al Stewart. Im Grunde genommen ist dies eine Art „Best-Of-Album“ der 70er Jahre des Musikers. Man hört die sanfte Musik des Al Stewart, dem Saxophon wird eine schöne und größere Rolle eingeräumt und schließlich klingen einzelne Lieder auch ein wenig rockiger als im Original – jedoch nicht zu sehr und nur phasenweise.

Wer die vorherigen Platten des Al Stewart bereits kennt, benötigt diese Ausführungen der Lieder nicht mehr. Das Publikum spielt auf dem Album die Rolle der Applaudierer, ohne sonst weiter großartig in Erscheinung zu treten. Höhepunkte sind die Lieder „Roads To Moscow“ sowie „Year Of The Cat“, was sie auch auf den entsprechenden Studioalben sind. Alles nett und schön anzuhören, ebenso die restlichen neun Titel, wobei Al Stewart bei „Clarence Frogman Henry“ lediglich redet.

Fazit: Wer die Musik des Al Stewart mag, kann hier bedenkenlos zugreifen. Wer alle Lieder bereits kennt, kann sich dies sicherlich sparen, denn es passiert nicht viel Neues. Aber Komplettisten werden hier sicherlich trotzdem zugreifen, wenn sie alles von „ihrem“ Lieblingsmusiker besitzen möchten. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Roads To Moscow, Year Of The Cat



Samstag, 7. Mai 2022

Pure Reason Revolution – Above Cirrus

 



Pure Reason Revolution – Above Cirrus


Besetzung:

Jon Courtney – vocals, guitars, keyboards
Chloë Alper – vocals, bass, keyboards
Gregory Jong – guitars




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock


Trackliste:

1. Our Prism (3:33)
2. New Kind Of Evil (8:32)
3. Phantoms (3:50)
4. Cruel Deliverance (5:55)
5. Scream Sideways (10:09)
6. Dead Butterfly (7:08)
7. Lucid (6:48)

Gesamtspieldauer: 45:55



Nach der Wiedervereinigung und dem ersten neuen Album seit zehn Jahren im Jahr 2020 folgt nun mit „Above Cirrus“ sogleich die nächste Platte der englischen Band Pure Reason Revolution. Mit von der Partie ist dabei erstmals seit dem zweiten Album „The Dark Third“ wieder Gitarrist Gregory Jong. Die Band scheint noch mehr zusammen zu finden. „Above Cirrus“ erschien am 6. Mai 2022 auf dem Plattenlabel InsideOut Music.

„Above Cirrus“ schließt dabei musikalisch nahtlos an das Vorgängeralbum an. Zu komplex klingt das nicht, dafür jederzeit eingängig und auch durchaus vielschichtig. Das Spiel mit den Stimmungen und Atmosphären hat Sänger, Gitarrist und Songschreiber Jon Courtney schon immer bestens verstanden. Und so gleitet man auch auf dieser neusten Veröffentlichung von sanften Sphären in rockige Abschnitte und wieder unvermittelt zurück. Das klingt dabei keineswegs konstruiert, sondern gewachsen und in sich stimmig.

Komplexer wird es mitunter bezüglich beim Gesang. Gerade die Hintergrundgesänge haben hier einiges zu bieten und stellen mit ihren ausgefeilten Arrangements einen Höhepunkt des ganzen Albums dar. Alle Lieder klingen melodiös – in den sanften wie in den rockigen Abschnitten. In Letzteren wirkt die Musik kraftvoll und nicht selten mitreißend. Durch das Variieren von Tempo, Rhythmus sowie den bereits angesprochenen Atmosphären kommt da auch niemals Langeweile auf. Höhepunkt ist gleichzeitig das längste Stück des Albums „Scream Sideways“. In diesem Titel hauen die drei Musiker alles raus, was an Ideen in ihnen steckt, wobei die Nummer musikalisch das ganze Album sehr gut zusammenfasst.

Fazit: Wer schon das Reunion-Album „Eupnea“ mochte, wird von „Above Cirrus“ ganz sicher auch nicht enttäuscht werden. Pure Reason Revolution klingen auch auf ihrer neuen Scheibe wie bereits auf dem Vorgängeralbum, ohne sich dabei jedoch zu kopieren. Vielmehr klingt „Above Cirrus“ wie eine Verbreiterung des Musikkatalogs von Pure Reason Revolution, wenn auch vielleicht nicht mehr ganz so innovativ wie auf „Eupnea“. Macht trotzdem Laune. Elf Punkte.

Anspieltipps: Scream Sideways





Donnerstag, 5. Mai 2022

The Stranglers – Giants

 



The Stranglers – Giants


Besetzung:

Jet Black – drums, percussion
Jean-Jacques Burnel – bass, vocals (lead on 2, 3, 7, 9)
Dave Greenfield – keyboards, vocals
Baz Warne – guitar, vocals (lead on 3-6, 8, 10)


Hugh Cornwell – vocals, guitar
Jean-Jacques Burnel – bass
Jet Black – drums
Dave Greenfield – keyboards


Gastmusiker:

Neil Sparkes – additional percussion (6, 7)


Label: Ear Music


Erscheinungsjahr: 2012


Stil: Rock


Trackliste:

1. Another Camden Afternoon (4:03)
2. Freedom Is Insane (6:13)
3. Giants (3:41)
4. Lowlands (3:14)
5. Boom Boom (3:21)
6. My Fickle Resolve (5:32)
7. Time Was Once On My Side (3:30)
8. Mercury Rising (3:36)
9. Adios (Tango) (4:39)
10. 15 Steps (4:57)

Gesamtspieldauer: 42:50



„Giants“ heißt das siebzehnte Studioalbum der englischen Rockband The Stranglers und erschien am 5. März 2012 ganze sechs Jahre nach dem vorherigen Album „Suite XVI“. Sänger Paul Roberts hatte inzwischen die Band verlassen und den Gesang teilten sich von nun an Gitarrist Baz Warne und Bassist Jean-Jacques Burnel. Gleichzeitig ist „Giants“ das letzte Album mit dem ursprünglichen Schlagzeuger Jet Black und ebenso das letzte Album, an dem Keyboarder Dave Greenfield beteiligt war, der leider am 3. Mai 2020 an einer COVID-Infektion verstarb.

Die auf „Giants“ zu hörende Musik ist relativ unspektakulär. Man hört zwar durchaus eingängigen Rock, doch außergewöhnlich oder besonders klingt das alles nicht mehr. Das Album beginnt mit einer Instrumentalnummer, die den Sound auf „Giants“ schon ganz gut umschreibt. Melodiös klingt das alles und geht auch ins Ohr, rockig ertönt es ebenfalls, jedoch packt die Scheibe leider eben nicht mehr.

Die Höhepunkte des Albums sind dementsprechend schlicht und ergreifend nicht existent. Kein Lieblingsalbum mehr, auch wenn man durch den Keyboardsound immer schnell erkennt, dass es sich hierbei um ein Album der Stangles handelt. Mein persönlicher Höhepunkt auf „Giants“ ist das Lied „My Fickle Resolve“, um hier doch noch eine Nummer zu nennen. Nicht besonders rockig, dafür schön groovend und mit für die Stranglers ungewöhnlichem Sprechgesang ausgestattet. Hören lässt sich der Rest jedoch wie gesagt auch gut.

Fazit: „Giants“ ist ganz sicher nicht der Höhepunkt im Schaffen der Stranglers geworden. Doch ist das Album mit Sicherheit auch kein Flop oder eine schlechte Platte. Nur das Besondere, das Lied, welches längerfristig hängenbleibt, das fehlt der Scheibe. Alles klingt ganz nett, ohne letztendlich völlig zu überzeugen. Acht Punkte.

Anspieltipps: My Fickle Resolve



Dienstag, 3. Mai 2022

Rammstein – Zeit

 



Rammstein – Zeit


Besetzung:

Christoph Doom Schneider – Schlagzeug, Percussion
Oliver Riedel – Bass
Doktor Christian Lorenz – Keyboards, Samples, Synthesizer, Trompete, Programmierung
Paul Landers – Rhythmus Gitarre, Hintergrundgesang
Richard Z. Kruspe – Lead Gitarre, Hintergrundgesang
Till Lindemann – Gesang, Harmonika


Gastmusiker:

J.J Duvêt – Hintergrundgesang
Konzertchor Dresden – Chor
Academic Choir Of The National Television And Radio Company of Belarus, Minsk – Chor
Sächsische Staatskapelle Dresden – Orchester
Bernd Schober – Oboe
Wolfram Grosse – Klarinette




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Rock, Industrial Rock


Trackliste:

1. Armee der Tristen (3:25)
2. Zeit (5:21)
3. Schwarz (4:18)
4. Giftig (3:08)
5. Zick Zack (4:04)
6. OK (4:03)
7. Meine Tränen (3:57)
8. Angst (3:44)
9. Dicke Titten (3:38)
10. Lügen (3:49)
11. Adieu (4:39)

Gesamtspieldauer: 44:11



Einiges deutet darauf hin, dass „Zeit“ nicht nur das achte Studioalbum von Rammstein ist, sondern auch das letzte Album der Band, die 1995 mit „Herzeleid“ ihre erste Platte veröffentlichte. „Zeit“ erschien jetzt am 29. April 2022 auf dem Plattenlabel Universal Music. Das Album war ursprünglich gar nicht so geplant. Doch durch das Ausfallen der letzten Tour hatten die Musiker jede Menge noch nicht verplante Zeit zur Verfügung und trugen Ideen zusammen, aus denen sich dann dieses achte Studioalbum entwickelte.

Auf „Zeit“ hört man deutlich weniger härtere Töne als noch zu Beginn der Karriere von Rammstein. Auch die Texte sind weniger provozierend gehalten, als auf manch früherer Veröffentlichung. Natürlich wird dadurch das Album sehr viel massentauglicher und eröffnet sich einen noch größeren Markt an Konsumenten. Nun jedoch gleich davon zu sprechen, dass Rammstein langweilig und kommerziell geworden wären, würde dem Album dennoch nicht gerecht werden, denn die Zutaten, die ein gutes Rammstein-Album ausmachen, die findet man auch auf „Zeit“.

Das Gespür für die eingängige Melodie haben Rammstein auch dieses Mal nicht verloren. Die Lieder wirken und klingen allesamt und gehen schnell ins Ohr. Dann dieses Spiel mit den Atmosphären. Mal knallhart rockig, dann wieder sanft und verspielt und schließlich fast schon sphärisch. Alles geht ineinander über, zum Teil in den einzelnen Titeln selbst. Das fesselt und es macht Spaß hier zuzuhören. Keine Frage „Zeit“ unterhält bestens und ist eine klasse Scheibe geworden, die vielleicht etwas gemäßigter klingt, deswegen allerdings keineswegs langweiliger oder gar schlechter.

Und ist es nun das letzte Album von Rammstein? Im genialen Titellied singt Till Lindemann davon, dass man dem Ende entgegentreibt und „Wenn unsere Zeit gekommen ist; Dann ist es Zeit zu gehen; Aufhören, wenn‘s am Schönsten ist; Die Uhren bleiben stehen“. Und mit dem letzten Lied „Adieu“ verabschiedet sich die Band und es wirkt so, als ob dies nicht nur für das Album gelten würde. „Adieu, goodbye, auf Wiederseh‘n; Den letzten Weg musst du alleine geh‘n; Ein letztes Lied, ein letzter Kuss; Kein Wunder wird gescheh‘n; Adieu, goodbye, auf Wiederseh‘n; Die Zeit mit dir war schön“ Man wird beim Hören durchaus etwas melancholisch. Doch vielleicht sind das alles lediglich Metapher für etwas ganz anderes. Rammstein werden es uns sicherlich bald wissen lassen.

Fazit: „Zeit“ klingt eingängig. Das Album hört sich weniger brachial als einiges aus der Vergangenheit der Band an. Trotzdem überzeugt die Musik und ist weit davon entfernt anbiedernd zu klingen. Und falls es wirklich das letzte Album der Band sein sollte, dann war es ein gelungener Abschied. Aber das möchte ich jetzt mal nicht hoffen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Zeit, Adieu



Sonntag, 1. Mai 2022

Archive – Call To Arms And Angels

 



Archive – Call To Arms And Angels


Besetzung:

Darius Keeler – keyboards, piano, drum programming, sound effects, horn & string arrangements, moog
Danny Griffiths – keyboards, piano, drum programming, sound effects, horn & string arrangements
Pollard Berrier – vocals, guitars
Lisa Mottram – vocals
Holly Martin – vocals
Maria Q – vocals
Graham Preskett – piano, recorder, violin, viola, harmonica
Jim Rattigan – french horns
Paul Pritchard – french horns
Matt Round – double bass
Mickey Hurcombe – guitars
Steve Barnard – drums
Jonathan Noyce – bass, moog
Dave Pen – guitars, vocals
Eat Gas – guitars, keyboards, piano, sound effects
Steve “Keys” Watts – hammond


Label: PIAS


Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Art Rock


Trackliste:

CD1:

1. Surrounded By Ghosts (4:30)
2. Mr Daisy (3:59)
3. Fear There and Everywhere (4:41)
4. Numbers (4:14)
5. Shouting Within (4:49)
6. Daytime Coma (14:33)
7. Head Heavy (5:13)
8. Enemy (8:38)
9. Every Single Day (4:24)

CD2:

1. Freedom (9:41)
2. All That I Have (6:29)
3. Frying Paint (4:49)
4. We Are the Same (3:58)
5. Alive (3:43)
6. Everything‘s Alright (3:12)
7. The Crown (8:31)
8. Gold (8:27)

Gesamtspieldauer CD1 (55:05) und CD2 (48:53): 1:43:58



Nachdem es zwischen den ersten zwölf Studioalben maximal drei Jahre dauerte, bis das nächste Studioalbum erschien, sind nun bereits sechs Jahre seit der letzten Archive-Veröffentlichung mit dem Titel „The False Foundation“ vergangen. Doch am 29. April 2022 wurde nun das dreizehnte Werk der Engländer (wenn man den Soundtrack zum Film „Michel Vaillant“ mitrechnet) unter dem Namen „Call To Arms And Angels“ veröffentlicht.

Archive haben mit ihren Liedern schon immer auch soziale und politische Themen aufgegriffen. So kompakt wie auf „Call To Arms And Angels“ war dies allerdings noch niemals zu hören. Egal ob Brexit, der Sturm des Capitols, die Pandemie oder die Rassenunruhen in den USA. All diese Themen halten Einzug in die Musik von Archive. Und Darius Keeler erwähnt in einem Interview, dass das Album fast wie ein Tagebuch der Geschehnisse der jüngsten Vergangenheit sei und dabei fast schon erschreckend prophetisch ist, denkt man an die jüngsten Geschehnisse in der Ukraine.

Dies zum grob umrissenen Inhalt des Albums. Doch wie hört es sich musikalisch an? Ich kenne Archive und damit auch deren Musik seit ihrem Debut mit „Londinium“ im Jahr 1996. Meine Favoriten waren dabei ihre Alben in den Nullerjahren dieses Jahrhunderts. Also „You All Look The Same To Me“, „Noise“, „Lights“ und auch noch „Controlling Crowds“. Auch die Platten danach gefielen mir, besonders noch „Axiom“, doch sie packten einfach nicht mehr ganz so stark, wie jene zuvor erschienen Alben. Das lag unter anderem auch mit daran, dass ich diese langen, sich langsam steigernden und überaus hypnotisch klingenden Lieder wie „Again“, „Lights“ oder „Controlling Crowds“ vermisste. Gerade diese Lieder machten die Musik von Archive immer ein wenig besonders, klangen besonders und packten einen besonders. Anderen Hörerinnen und Hörern klang das vielleicht sogar zu langweilig, doch mich trafen diese Lieder absolut. Und solche Stücke gibt es nun wieder auf „Call To Arms And Angels“ zu hören. Mehrere Nummern des Albums kratzen an der Zehnminutenmarke und mit „Daytime Coma“ befindet sich sogar ein viertelstündiger Longtrack auf dem Album. Mit eingängiger Redundanz wird hier wieder ein fast schon meditativer, leicht hypnotisierender Effekt erzielt.

Die Lauflänge eines Liedes sagt freilich nichts über die Qualität des Stückes an sich aus. Doch auf „Call To Arms And Angels“ variieren die Musiker nicht nur die Stimmungen und Atmosphären, die Lautstärken, Rhythmen, Tempi und musikalischen Genres innerhalb des gesamten Albums, sie variieren all diese musikalischen Zutaten auch in den einzelnen Liedern selbst. Archive spielen dabei mit Gefühlen und Emotionen, lassen niemals Langeweile aufkommen und verstehen mitzureißen. Ganz egal dabei, ob sich das Ganze eher rockig anhört oder sphärisch leicht aus den Boxen quillt, ins Ohr gehen die Lieder allesamt, bereits beim ersten Mal des Hörens. Doch es gibt auch kurze Passagen zu hören, die leicht experimentell klingen, und dabei den Gesamteindruck des Albums nochmals auflockern. Was fehlt sind allerdings Rap-Nummern, die sich auch immer mal auf frühere Scheiben von Archive verirrt hatten. Diese gibt es auf „Call To Arms And Angels“ jedoch nur ansatzweise zu hören – ich bin nicht traurig darüber.

Fazit: Auf zwei CDs oder drei LPs bekommt man mit „Call To Arms And Angels“ jede Menge Musik geboten. Archive-Musik, die sich gegenüber den letzten Veröffentlichungen nochmals positiv abhebt. Atmosphärisch dicht und abwechslungsreich hört man auf der Platte eingängige Lieder, die oftmals an frühere Zeiten in der Bandgeschichte erinnern. Positiv festzuhalten ist dabei auch der Umstand, dass Archive mit „Call To Arms And Angels“ ein Doppelalbum vorlegen in Zeiten, in denen manch andere Bands Platten veröffentlichen, die gerade mal an der 40-Minuten-Grenze kratzen. Ich bin sehr positiv überrascht. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Daytime Coma, Gold



Freitag, 29. April 2022

Queens Of The Stone Age – Songs For The Deaf

 



Queens Of The Stone Age – Songs For The Deaf


Besetzung:

Josh Homme – vocals, guitar
Nick Oliveri – bass guitar, vocals
Dave Grohl – drums
Mark Lanegan – vocals


Gastmusiker:

Alain Johannes – lap steel guitar, e-bow, organ, piano, flamenco guitar, theremin (3, 6, 7, 12)
Natasha Shneider – e-bow, organ, piano, theremin (4, 6, 12, 14)
Gene Trautmann – drums (1)
Dean Ween – guitar (6, 9, 14)
Brendon McNichol – guitar (8)
Chris Goss – guitar, keyboard, backing vocals (5, 10)
Paz Lenchantin – strings (2, 14)
Ana Lenchantin – strings (2, 14)
Molly McGuire – accordion (14)
John Gove – horns (14)
Kevin Porter – horns (14)
Brad Kintscher – horns (14)

Radio DJs (Einige Lieder auf „Songs For The Deaf” werden durch inszenierte Radiomitschnitte mit Gast-DJs unterbrochen. In der Reihenfolge ihres Erscheinens:

Blag Dahlia as DJ "Kip Kasper" of KLON - KLONE Radio of Los Angeles
Alain Johannes as DJ "Héctor Bonifacio Echeverría Cervantes de la Cruz Arroyo Rojas"
Chris Goss as DJ "Elastic Ass" of KRDL - Kurdle 109 of Chino Hills
C-Minus as DJ for KOOL
Casey Chaos as station ad promoting "All Death Metal, all the time."
Jeordie White as DJ Tom Sherman of Banning College Radio
Lux Interior as DJ for AM580
Jesse Hughes as Preacher
Natasha Shneider as DJ for WOMB - The Womb
Dave Catching as DJ for WANT of Wonder Valley




Erscheinungsjahr: 2002


Stil: Rock


Trackliste:

0. The Real Song For The Deaf (1:33)
1. You Think I Ain‘t Worth A Dollar, But I Feel Like A Millionaire (3:12)
2. No One Knows (4:38)
3. First It Giveth (3:18)
4. Song For The Dead (5:52)
5. The Sky Is Fallin‘ (6:15)
6. Six Shooter (1:19)
7. Hangin‘ Tree (3:06)
8. Go With The Flow (3:07)
9. Gonna Leave You (2:50)
10. Do It Again (4:04)
11. God Is In The Radio (6:04)
12. Another Love Song (3:16)
13. Song For The Deaf (6:42)
14. Mosquito Song (5:38)
15. Everybody‘s Gonna Be Happy (2:35)

Gesamtspieldauer: 1:03:37



„Songs For The Deaf“ heißt das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rockband Queens Of The Stone Age. „Songs For The Deaf“ wurde am 27. August 2002 auf dem Plattenlabel Interscope Records veröffentlicht. Dave Grohl ist darauf wie früher bei Nirvana am Schlagzeug zu hören und es ist das letzte Album der Queens Of The Stone Age auf dem Nick Oliveri am Bass zu hören ist. Die Platte ist ein lockeres Konzeptalbum, das die Hörerin und den Hörer auf eine Fahrt durch die kalifornische Wüste von Los Angeles zum Joshua Tree Nationalpark mitnimmt, wobei Radiosender aus Städten entlang des Weges eingeblendet werden.

„Songs For The Deaf“ stellt für die Queens Of The Stone Age den Durchbruch dar. Es wurde in den USA als erste Platte der Band mit Gold ausgezeichnet und verkaufte sich auch in Europa sehr gut. In Deutschland kletterte das Album bis auf Platz 9 der Charts, in England sogar bis auf Platz 4. Die Lieder „No One Knows“, „Go With The Flow“ und „First It Giveth“ wurden als Singles ausgekoppelt.

Auf „Songs For The Deaf“ hört man überaus abwechslungsreichen Rock, der mal härter klingt, dann allerdings auch wieder die weiche, sanfte Seite hören lässt. Gemein ist dabei allen Liedern des Albums, dass sie überaus eingängig ins Ohr zu gehen verstehen. Und dies gelingt den meisten Titeln bereits mit dem ersten Mal des Hörens. Diese Mischung aus kraftvollen und zugleich melodiösen Nummern hat was und unterhält bestens. Passagenweise kratzen die einzelnen Nummern dabei sogar am Genre des Metal und das Album wird in einigen „Bestenlisten“ auch unter Metal geführt.

Höhepunkte gibt es einige auf „Songs For The Deaf“. Das Album ist in sich gesehen bereits ein Höhepunkt. Um aber doch einzelne Lieder noch hervorzuheben sei an dieser Stelle die Singleauskopplung „No One Knows“ erwähnt. Das kraftvolle und doch so eingängige „The Sky Is Fallin‘“ sowie das mit den Stimmungen changierende und ebenfalls rockende „God Is In The Radio“. Und schließlich gibt es da noch das Lied „Moskito Song“. Die ruhigste Nummer des Albums und wie das Kinks-Cover „Everybody‘s Gonna Be Happy“ mit dem Label „Bonus Track“ versehen. Doch dieser „Moskito Song“ ist ein absoluter Höhepunkt, wenn nicht der Höhepunkt des Albums, falls man denn auch die leiseren Töne mag.

Fazit: „Songs For The Deaf“ ist ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, auf dem man Liedern von Metal bis fast hin zum Folk lauschen kann. Alles klingt eingängig und melodiös und die Rhythmen laden zum Mitwippen ein. Coole, optimistische Rock-Musik, die Spaß macht gehört zu werden. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: No One Knows, The Sky Is Fallin‘, God Is In The Radio, Moskito Song



Mittwoch, 27. April 2022

Al Stewart – 24 Carrots

 



Al Stewart – 24 Carrots


Besetzung:

Al Stewart – vocals, acoustic guitar, electric guitar, synthesizer


Gastmusiker:

Shot In The Dark:

Peter White – keyboards, acoustic guitar, electric guitar, synthesizer
Adam Yurman – electric guitar, backing vocals
Robin Lamble – bass guitar, backing vocals, acoustic guitar, percussion
Krysia Kristianne – backing vocals
Bryan Savage – alto saxophone, flute

Weitere Musiker:

Additional musicians
Harry Stinson – backing vocals
Ken Nicol – backing vocals
Bob Marlette – keyboards, synthesizer
Russ Kunkel – drums
Mark Sanders – drums
Jeff Porcaro – drums
Steve Chapman – drums
Beau Segal – drums
Lenny Castro – congas
Robin Williamson – mandocello
Sylvia Woods – Celtic harp
Jerry McMillan – violin




Erscheinungsjahr: 1980


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Running Man (5:11)
2. Midnight Rocks (3:56)
3. Constantinople (4:41)
4. Merlin‘s Time (2:45)
5. Mondo Sinistro (3:07)
6. Murmansk Run / Ellis Island (7:15)
7. Rocks In The Ocean (5:13)
8. Paint By Numbers (5:31)
9. Optical Illusion (3:28)

Gesamtspieldauer: 41:11



„24 Carrots“ heißt das neunte Studioalbum des schottischen Musikers Alastair Ian Stewart, der sehr viel besser mit seinem gekürzten Vornamen Al Stewart bekannt ist. „24 Carrots“ erschien am 20. August 1980 auf dem Plattenlabel RCA Records. Es ist das erste Album des Schotten, welches er mit seiner neuen Begleitband Shot In The Dark aufnahm, die auch auf dem Frontcover Erwähnung findet. Mit den Liedern „Midnight Rocks“, „Mondo Sinistro“ und „Paint By Numbers“ wurden insgesamt drei Singles aus dem Album ausgekoppelt.

Auf „24 Carrots“ hört man eine Mischung aus Pop und Rock, zu der Al Stewart mit seiner sanften Stimme singt. Die Lieder des Albums bewegen sich noch nicht im Bereich des Synthie-Pops, der Anfang der 80er Jahre groß in Mode kam. Für Al Stewart-Verhältnisse wird sogar überraschend viel auf dem Album gerockt. Weltbewegend klingt das allerdings freilich nicht mehr. Ein richtiger Ohrwurm fehlt der Platte, wenn auch die Lieder allesamt schnell ins Ohr gehen. Jedoch bleiben sie dort nicht allzu lange hängen.

Besonders lohnenswert klingen das rockige „Constantinople“, und das sich daran anschließende „Merlin‘s Time“. In diesem Lied knüpft Al Stewart nochmals an seine musikalische Vergangenheit an, da diese Nummer sich durchaus auch auf den ersten Alben des Schotten hätte befinden können. Freundinnen und Freunden der Musik des Al Stewart, die dessen Werdegang seit Beginn seiner Karriere verfolgen, dürfte mit diesem Lied das Herz aufgehen. Sanft und folkig geht „Merlin‘s Time“ mit schöner Melodie dann doch längerfristig ins Ohr und setzt sich fest. Ebenfalls lohnenswert ist das abwechslungsreiche „Rocks In The Ocean“.

Fazit: Mit fester Begleitband ausgestattet klingt die Musik des Al Stewart manchmal deutlich rockiger, als noch zu Beginn seiner Karriere. Das hört sich ganz nett an, doch Rock können andere Musiker einfach besser. Trotzdem ist „24 Carrots“ kein schlechtes Album geworden. Für Al Stewart Fans ist die Scheibe sowieso Pflicht. Alle jedoch, die sich in die Musik des Schotten erst einmal einhören möchten, sollten dagegen lieber zu früheren Werken greifen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Merlin‘s Time, Rocks In The Ocean



Montag, 25. April 2022

The Incredible String Band – The Incredible String Band

 



The Incredible String Band – The Incredible String Band


Besetzung:

Mike Heron – lead vocals, guitar, backing vocals
Clive Palmer – lead vocals, banjo, guitar, kazoo, backing vocals
Robin Williamson – lead vocals, violin, guitar, tin whistle, fiddle, mandolin, backing vocals


Label: Elektra


Erscheinungsjahr: 1966


Stil: Folk


Trackliste:

1. Maybe Someday (2:21)
2. October Song (4:10)
3. When The Music Starts To Play (2:43)
4. Schaeffer‘s Jig (0:59)
5. Womankind (3:46)
6. The Tree (2:55)
7. Whistle Tune (1:02)
8. Dandelion Blues (3:03)
9. How Happy I Am (2:20)
10. Empty Pocket Blues (4:47)
11. Smoke Shovelling Song (3:47)
12. Can‘t Keep Me Here (2:15)
13. Good As Gone (3:31)
14. Footsteps Of The Heron (3:14)
15. Niggertown (2:09)
16. Everything‘s Fine Right Now (2:12)

Gesamtspieldauer: 45:22



„The Incredible String Band“ heißt das Debütalbum der gleichnamigen englischen Band und wurde in Europa im September 1966 auf dem Plattenlabel Elektra veröffentlicht. Sieben Monate später erschien das Album dann auch in den USA. Es ist das einzige Album der Band, auf dem die ursprüngliche Trio-Besetzung mit Clive Palmer, Robin Williamson und Mike Heron zu hören ist. Nach dieser Platte löste sich das Trio kurz auf, doch schon wenige Monate später taten sich Heron und Williamson wieder zusammen und führten die Band unter demselben Namen als Duo weiter.

Das Album wurde angeblich an einem Nachmittag im Mai 1966 im Sound Techniques Studio in Chelsea, London, aufgenommen. Man hört auf dieser Platte Folk-Musik, die zum Teil ganz nett klingt, zum Teil – zumindest für heutige Zeiten – auch ein wenig langweilig. Spannender klingt das Ganze noch zu Beginn der Platte, im weiteren Verlauf lässt die Qualität der Lieder dann doch etwas nach.

Was von Beginn an etwas skurril klingt, das ist der Gesang der drei Musiker. Während sie ihre Instrumente noch zu beherrschen verstehen, wirkt manche Gesangseinlage dann doch etwas schräg und würde den Umstand bestätigen, dass das Album an nur einem Nachmittag eingespielt worden ist. Bei achtzehn Titeln bleibt da nicht viel Zeit zum Wiederholen der Aufnahmen, selbst dann nicht, wenn man mal gesanglich daneben liegt.

Fazit: Auf dem gleichnamigen Debut der The Incredible String Band hört man unspektakulären, doch zum Teil durchaus unterhaltsamen Folk aus England. Der Musik hört man an, dass sie bereits über fünfzig Jahre alt ist, der Gesang klingt zum Teil etwas unbeholfen und manchmal sogar falsch. Trotzdem kann man diese Platte gut hören. Und Bob Dylan fand im „October Song“ sogar eines seiner Lieblingslieder der damaligen Zeit. Acht Punkte.

Anspieltipps: Maybe Someday, October Song



Samstag, 23. April 2022

Lynyrd Skynyrd – Endangered Species

 



Lynyrd Skynyrd – Endangered Species


Besetzung:

Johnny Van Zant – vocals
Gary Rossington – guitar, acoustic guitar
Mike Estes – guitar, acoustic guitar
Leon Wilkeson – bass,
Billy Powell – piano
Owen Hale – percussion, drums
Ed King – guitar, mandolin, acoustic guitar


Gastmusiker:

Dale Krantz-Rossington – background vocals, vocals
Debbie Davis – background vocals


Label: BMG


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Blues, Country, Rock


Trackliste:

1. Down South Jukin‘ (2:38)
2. Heartbreak Hotel (4:01)
3. Devil In The Bottle (3:35)
4. Things Goin‘ On (3:00)
5. Saturday Night Special (3:53)
6. Sweet Home Alabama (4:01)
7. I Ain‘t The One (3:27)
8. Am I Losin‘ (4:06)
9. All I Have Is A Song (3:21)
10. Poison Whiskey (2:47)
11. Good Luck, Bad Luck (3:23)
12. The Last Rebel (5:42)
13. Hillbilly Blues (3:42)

Gesamtspieldauer: 47:42



„Endangered Species“ heißt das achte Album der US-amerikanischen Band Lynyrd Skynyrd und wurde am 9. August 1994 ursprünglich auf dem Plattenlabel Capricorn veröffentlicht. Es ist das letzte Album der Band mit dem Gitarristen Ed King und das einzige mit dem Gitarristen Mike Estes. Viele der Lieder entstammen bereits vorher veröffentlichten Alben, die hier hauptsächlich akustisch interpretiert und nochmals veröffentlicht wurden. Das Lied „Heartbreak Hotel“ ist eine Cover-Version der entsprechenden Elvis Presley Nummer.

So scheint es einer Band zu gehen, der zu diesem Zeitpunkt einfach nichts mehr eingefallen ist. Das eigene Material auf diese Weise zu recyceln und gleichzeitig mit wenigen neuen Nummern zu veröffentlichen hinterlässt schon einen etwas faden Beigeschmack. Dementsprechend unerfolgreich verkaufte sich „Endangered Species“ auch. Es ist das Lynyrd Skynyrd Studioalbum, welches insgesamt am Schlechtesten über die Theke wanderte und auch nur kurze Zeit in den US-Billboard 200 Charts vertreten war. Dort belegte es als höchste Platzierung auch lediglich Platz 115.

Auf dem Album hört man hauptsächlich Blues, eine Prise Country dazu und noch etwas Rock. Southern Rock, durch den Lynyrd Skynyrd bekannt wurden, den gibt es auf „Endangered Species“ wohl nur, wenn man ihn unbedingt hineininterpretieren möchte. Das hilft auch diese sanfte Version ihres wohl bekanntesten Liedes „Sweet Home Alabama“ leider nichts. Denn diese Version reicht bei Weitem nicht an das Original heran. Das Lied gibt es halt schon und man vergleicht es ganz automatisch mit dem groovenden Original.

Somit bleibt „Endangered Species“ ein sehr enttäuschendes, da aufgewärmtes Album, welches zudem noch langweilig klingt. Einzige Ausnahme stellt das Lied „The Last Rebel“ dar. Doch das wurde ebenfalls bereits ein Jahr zuvor auf dem gleichnamigen Vorgängeralbum veröffentlicht und für eine gute Nummer lohnt sich wahrlich nicht der Kauf dieses Albums.

Fazit: Mit hauptsächlich aufgewärmten Liedern wollten Lynyrd Skynyrd schnell noch eine Platte auf den Markt bringen. Genau so hört sich „Endangered Species“ an und nichts anderes beinhaltet diese Platte. Leider sehr enttäuschend und für Lynyrd Skynyrd Fans, die alles von ihrer Band hören wollen vielleicht noch etwas lohnend, ansonsten aber belanglos. Vier Punkte.

Anspieltipps: The Last Rebel