Sonntag, 5. April 2020

Placebo – Battle For The Sun




Placebo – Battle For The Sun


Besetzung:

Brian Molko – vocals, guitar, Springtime guitar, keyboards, piano
Stefan Olsdal – bass guitar, guitar, keyboards, piano, organ, backing vocals
Steve Forrest – drums, percussion, backing vocals


Gastmusiker:

Bill Lloyd – keyboards
Fiona Brice – string arrangements
Peter Cardinalli – brass arrangements
Alex Cooksey – keyboards, piano, backing vocals
Hazel Fernandes – backing vocals
Valerie Etienne – backing vocals


Label: Pias


Erscheinungsjahr: 2009


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Kitty Litter (3:47)
2. Ashtray Heart (3:32)
3. Battle For The Sun (5:33)
4. For What It‘s Worth (2:47)
5. Devil In The Details (4:28)
6. Bright Lights (3:23)
7. Speak In Tongues (4:06)
8. The Never-Ending Why (3:23)
9. Julien (4:43)
10. Happy You‘re Gone (3:50)
11. Breathe Underwater (3:44)
12. Come Undone (4:36)
13. Kings Of Medicine (4:15)

Gesamtspieldauer: 52:15



„Battle For The Sun“ heißt das sechste Studioalbum der englischen Alternative Rock Band Placebo. Es wurde im Jahr 2008 in Mississauga, Ontario, Kanada aufgenommen und am 8. Juni 2009 auf dem Plattenlabel PIAS veröffentlicht. Nachdem Schlagzeuger Steve Hewitt die Band ein Jahr vor der Aufnahme verlassen hatte, ist es das erste Album auf dem der neue Schlagzeuger Steve Forrest zu hören ist. Das Album kletterte in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis auf Platz 1 der Charts, in Großbritannien erreichte es Rang 8. Vier Singles wurden aus dem Album mit den Liedern „For What It‘s Worth“, „The Never-Ending Why“, „Ashtray Heart“ und „Bright Lights“ ausgekoppelt.

„Battle For The Sun“ klingt wieder härter, jedoch nicht rauer, als viele der Vorgänger. „Battle For The Sun“ ist eines der rockigsten Alben von Placebo geworden. Bei jedem Lied möchte man mit dem Fuß Mitwippen, Musik, ideal zum Autofahren und laut hören. Neben dem rockigen Einschlag vergessen Placebo auch nicht die Wichtigkeit der Melodie, viele Lieder auf „Battle For The Sun“ gehen gut ins Ohr. Natürlich ist es dementsprechend auch so, dass kleinere Experimente, allerdings auch Ecken und Kanten in der Musik von Placebo deutlich zurückgefahren wurden. Kaum eine Platte von Placebo klingt mehr nach Mainstream als „Battle For The Sun“. Nicht weiter verwunderlich also, dass diese Scheibe die ersten Plätze der Charts stürmte. Doch bei allem Ankommen im Massenmarkt klingt die Musik von Placebo weder seicht noch anbiedernd. Spaß macht das Zuhören durchaus.

Besonders ist dies bei den drei Titeln „Devil In The Details“, „Speak In Tongues“ und „The Never-Ending Why“ der Fall, den Höhepunkten des Albums. Klasse Melodien, guter Groove und dieser Wiederkennungswert, welcher gute Lieder oft von durchschnittlichen Stücken abhebt. Doch auch die an dieser Stelle nicht erwähnten Titel lohnen gehört zu werden, Ausfälle gibt es auf der Scheibe nicht, die vom ersten bis zum letzten Akkord gehört gehört.

Fazit: Auch mit „Battle For The Sun“ haben Placebo ein sehr gelungenes Album vorgelegt. Ein Album, welches zwar ohne großartige Schnörkel, Ecken und Kanten auskommt, dafür sehr schnell ins Ohr geht. Natürlich ist das Mainstream Musik, doch wenn diese immer so klingt, lohnt es sich ebenfalls sehr, diese zu hören. Neun Punkte.

Anspieltipps: Devil In The Details, Speak In Tongues, The Never-Ending Why



Freitag, 3. April 2020

Pure Reason Revolution – Eupnea




Pure Reason Revolution – Eupnea


Besetzung:

Jon Courtney – vocals, guitars, keyboards
Chloë Alper – vocals, bass guitars, keyboards


Gastmusiker:

Geoff Dugmore – drums



Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: New Artrock


Trackliste:

1. New Obsession (5:07)
2. Silent Genesis (10:20)
3. Maelstrom (5:44)
4. Ghosts & Typhoons (8:45)
5. Beyond Our Bodies (4:28)
6. Eupnea (13:23)

Gesamtspieldauer: 47:48



Lange war es still gewesen um die englische Band Pure Reason Revolution. Knappe zehn Jahre hat es gedauert, bis am 3. April 2020 mit „Eupnea“ das vierte Studioalbum erscheint. Im August des Jahres 2011 wurde die Auflösung der Band für das Ende desselbigen Jahres bekanntgegeben und schließlich auch vollzogen. Die Musik der letzten Scheibe der Band aus dem Jahr 2010, „Hammer And Anvil“, spielte im Bereich des Pops ab, vom ursprünglichen New Artrock oder gar Progressive Rock der Anfangszeit der Band war da nicht mehr viel zu hören.

Doch dann schrieb Jon Courtney an neuem Material für seine neue Band Bullet Height – seinem elektronischen Duo mit der Sängerin Sammi Doll – und schnell wurde ihm klar, das passt so gar nicht zusammen. Alles was ihm einfiel klang irgendwie nach Pure Reason Revolution. Also schnell zum Hörer gegriffen, Chloë Alper angerufen und diese stand der Idee für ein neues Pure Reason Revolution Album keineswegs abgeneigt gegenüber. Beim Schreiben der Lieder erhielt Jon Courtney noch Unterstützung vom Gitarristen des Debutalbums der Band, Greg Jong. Und so wurde aus der ursprünglichen Band Pure Reason Revolution das selbige Duo. Jon Courtney und Chloë Alper spielten das Album ein, bei den Drums wurden sie von Geoff Dugmore unterstützt.

„Eupnea“ von Pure Reason Revolution ist ein Erlebnis. Es besteht aus drei kürzeren und drei längeren Nummern – und diese haben es allesamt in sich. Knallharte Gitarrenriffs, sphärische und elektronische Ausflüge, sanfte Melodien, donnernde Beats, melodische Passagen zum Dahinschmelzen und immer wieder überraschende Wendungen in den Liedern. Nein, mit dem Vorgängeralbum welches zehn Jahre zuvor erschien hat diese Platte nichts mehr gemein. Kaum zu glauben, dass dies überhaupt noch dieselbe Band sein soll. Für Pure Reason Revolution hieß es mit „Eupnea“ zurück zu den Wurzeln und Anfängen ihrer musikalischen Karriere. Und „Eupnea“ klingt sogar noch besser als „The Dark Third“ aus dem Jahr 2006.

Die Lieder auf „Eupnea“ beeindrucken bereits beim ersten Hören, wachsen mit jedem weiteren Durchgang deutlich an. Das neue Album von Pure Reason Revolution muss man sich nicht großartig „erarbeiten“, ein paar Durchläufe lassen die einzelnen Stücke allerdings noch viel besser zur Wirkung kommen. Sie scheinen sich erst dann vollständig im Ohr zu entfalten. Beeindruckend dabei auch der perfekt abgestimmte Gesang von Jon Courtney und Chloë Alper, die sich mit ihren Stimmen ergänzen und verstärken. Auf „Eupnea“ klingt nichts schräg oder frickelig, alle sechs Lieder des Albums gehen ins Ohr und es sind die Melodien, die den Gesamteindruck der Scheibe nochmals abrunden.

Es fällt nicht leicht, die Höhepunkte des Albums aufzuzählen, denn alle sechs Titel überzeugen. Natürlich weisen gerade die drei Longtracks noch ein wenig mehr Wendungen und Passagen auf, die das Herz höherschlagen lassen. Doch, dass man auch auf fünf Minuten abwechslungsreiche musikalische Reisen unternehmen kann, beweisen Pure Reason Revolution bereits mit dem Opener „New Obsession“. Diese gilt es schließlich noch ausdauernder und atmosphärisch auf den längeren Titeln zu genießen. Wenn bei diesen Nummern die Gitarren schließlich irgendwann zu eskalieren scheinen, komme ich einfach nicht umhin den Vergleich zu Porcupine Tree in deren spätere Alben zu ziehen.

Fazit: Das Jahr ist noch jung und es wird noch viel Musik auch im Jahr 2020 erscheinen. Unter meinen Top 5 Alben wird sich allerdings mit Sicherheit auch „Eupnea“ von Pure Reason Revolution befinden. „Eupnea“ ist abwechslungsreich, spannend, melodisch, rockig, nachdenklich und irgendwie einfach gut. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: New Obsession, Eupnea




Mittwoch, 1. April 2020

Yes – Yessongs




Yes – Yessongs


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals
Chris Squire – bass guitar, backing vocals
Steve Howe – electric and acoustic guitars, backing vocals
Rick Wakeman – keyboards
Bill Bruford – drums on "Perpetual Change", "Long Distance Runaround", and "The Fish (Schindleria Praematurus)"
Alan White – drums on all other tracks


Label: Atlantic Records


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. Opening (Excerpt from 'Firebird Suite') (3:48)
2. Siberian Khatru (9:03)
3. Heart Of The Sunrise (11:33)
4. Perpetual Change (14:11)
5. And You And I (9:33)
A. Cord Of Life
B. Eclipse
C. The Preacher The Teacher
D. The Apocalypse
6. Mood For A Day (2:53)
7. Excerpts from 'The Six Wives Of Henry VIII' (6:37)
8. Roundabout (8:33)

CD2:

1. I’ve Seen All Good People (7:09)
a. Your Move
b. All Good People
2. Long Distance Runaround / The Fish (Schindleria Praematurus) (13:39)
3. Close To The Edge (18:14)
A. The Solid Time Of Change
B. Total Mass Retain
C. I Get Up, I Get Down
D. Seasons of Man
4. Yours Is No Disgrace (14:24)
5. Starship Trooper (10:17)
A. Life Seeker
B. Disillusion
C. Würm

Gesamtspieldauer CD1 (1:06:15) und CD2 (1:03:44): 2:09:59




„Yessongs“ nannte die englische Progressive Rock Band Yes ihr erstes Live-Album. Es erschien im Mai 1973 in Form eines Dreifach-Albums auf dem Plattenlabel Atlantic Records. Drei der Titel sind mit dem originalen Yes-Schlagzeuger Bill Bruford eingespielt worden, während die restlichen Tracks mit seinem Nachfolger Alan White aufgenommen wurden. Es handelt sich bei „Yessongs“ also nicht um den Mitschnitt eines Konzertes, sondern um Live-Aufnahmen mehrerer Konzerte, die allesamt im Jahr 1972 stattfanden. Das Album war ein kommerzieller Erfolg für die Band, „Yessongs“ erreichte Platz 7 der UK-Alben-Charts und Platz 12 der US-Billboard 200 Charts.

Möchte man einen guten Überblick über die Musik der Band Anfang der 70er Jahre und damit von den Alben „The Yes Album“, „Fragile“ sowie „Close To The Edge“ erhalten, so eignet sich „Yessongs“ perfekt. Von diesen drei Platten stammen die live eingespielten Titel und man spürt förmlich die Spielfreude der Musiker. Klasse Musik einer beeindruckenden Band. Die einzelnen Stücke werden dabei durchaus variiert und man erhält auf diese Weise weitere Eindrücke der Musik und Ideen von Yes.

So weit so gut. Wenn da nur nicht das klangliche Problem wäre. Auf der remasterten Fassung des Albums klingt der Sound der Musik ein wenig besser, allerdings immer noch nicht so, wie sie es eigentlich sollte, vergleicht man diese Aufnahmen mit den originalen Studioaufnahmen. Die Betonung liegt also auf dem „ein wenig“. Immer noch klingt das Ganze sehr dumpf, Feinheiten gehen unter, die Abmischung passt immer wieder nicht. Sehr schade, denn die Lieder auf dem Album sind grandios und überzeugen auch in ihren Live-Versionen – doch der Klang trübt leider das Gesamtbild.

Fazit: Klasse Musik einer klasse Band. Mit „Yessongs“ erhält man einen sehr guten Eindruck über das Schaffen der Engländer Anfang der 70er Jahre. Die Musik ist dabei über jeden Zweifel erhaben, ist grandios. Was nicht gelungen ist, das sind die Aufnahmen der einzelnen Stücke, die leider viel zu dumpf und oft zu undifferenziert klingen. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Long Distance Runaround



Dienstag, 31. März 2020

Big Big Train – English Electric Part Two




Big Big Train – English Electric Part Two


Besetzung:

Nick D'Virgilio – drums, backing vocals
Dave Gregory – electric guitar, banjo, mellotron
David Longdon – lead vocals, flute, vibes, tambourine, banjo, accordion, melodica, keyboards, acoustic guitar, birds and bees, mandolin
Danny Manners – keyboards, piano, double bass
Andy Poole – keyboards, acoustic guitar, mandolin, backing vocals, baritone bee
Gregory Spawton – bass guitar, electric guitar, slow moog, backing vocals, mandolin, acoustic guitar, keyboards


Gastmusiker:

Abigail Trundle – cello
Andy Tillison – organ, Moog, keyboards
Ben Godfrey – cornet, trumpet, piccolo trumpet
Daniel Steinhardt – electric guitar
Dave Desmond – trombone
Eleanor Gilchrist – violin
Geraldine Berreen – violin
Jan Jaap Langereis – recorders
Jon Truscott – tuba
John Storey – euphonium, trombone
Lily Adams – backing vocals
Martin Orford – backing vocals
Rachel Hall – violin
Sue Bowran – violin
Teresa Whipple – viola
Verity Joy – backing vocals
Violet Adams – backing vocals


Label: English Electric Recordings


Erscheinungsjahr: 2013


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Judas Unrepentant (7:17)
2. Worked Out (7:30)
3. Winchester From St. Giles’ Hill (7:15)
4. The Lovers (5:32)
5. Leopards (3:54)
6. Keeper Of Abbeys (6:59)
7. The Permanent Way (8:15)
8. East Coast Racer (15:44)
9. Curator Of Butterflies (8:42)

Gesamtspieldauer: 1:11:12




„English Electric Part Two” heißt das achte Studioalbum der englischen Progressive Rock Band Big Big Train. Selbstverständlich ist diese Scheibe auch inhaltlich der Nachfolger des ein Jahr zuvor erschienen Albums „English Electric Part One”. Der zweite Teil, bei dem erneut Geschichten der Arbeiter aus England erzählt werden, wurde ursprünglich am 4. März 2013 auf dem bandeigenen Plattenlabel English Electric Recordings veröffentlicht. Im Jahr 2016 kam es zu einer Wiederveröffentlichung der Scheibe – genau wie beim Vorgänger. Doch auch hier wurde die ursprüngliche Titelfolge einigermaßen durcheinandergewürfelt. Die beiden Stücke „Judas Unrepentant“ und „Winchester From St. Giles‘ Hill“ waren zuerst auf dem ersten Teil von „English Electric“ enthalten. Das Lied „The Lovers“ ist dagegen sogar eine ganz neue Nummer. Den Titel „Swan Hunter“, ursprünglich auf „English Electric Part Two” zu finden, gibt es nun auf dem ersten Teil zu hören. Da die Lieder sich inhaltlich wie auch musikalisch ergänzen, stellen diese Neuanordnungen allerdings kein größeres Problem dar – wenn man beide Alben besitzt.

Auch auf dem neu angeordneten „English Electric Part Two” hört man Progressive Rock neuerer Prägung, der dann allerdings doch wieder sehr an die sicherlich vorhandenen musikalischen Vorbilder Genesis zu Beginn bis Mitte der 70er Jahre erinnert. Alles klingt harmonisch auf diesem Album, sehr melodiös und auch eingängig. Die einzelnen Titel sind sehr abwechslungsreich arrangiert, bestehen zumeist aus mehreren Teilen, die ineinander übergehen. Kompliziert klingt da nichts, keine frickeligen Passagen gibt es auf der Platte zu hören, keine Experimente. Alles klingt melodisch, harmonisch, eingängig.

Alles? Nein, leider doch nicht. Die glücklicherweise sehr kurze Nummer „Leopards“ zerrt dann doch an den Nerven. Das ist Musik, die alles nochmals überhöht. Was bleibt ist ein anbiederndes, absolut langweiliges Lied, welches nur so vor flachem Mainstream trieft. Also doch lieber gleich zu den Höhepunkten der Scheibe. Diese heißen „Judas Unrepentant”, „The Permanent Way” und „East Coast Racer”. Auch dieses Mal hört man keinen komplizierten Progressive Rock, jedoch wunderschön eingängige Musik, die sich während des Stückes vom einen zum anderen Teil entwickelt. Wer es mag in Melodien und Harmonien zu schwelgen, die oder der wird genau bei diesen drei Liedern besonders fündig werden.

Fazit: Es steht Big Big Train auf der Verpackung drauf, Big Big Train Musik bekommt man auf „English Electric Part Two” dann auch zu hören. Keine Experimente, nichts Abgefahrenes. Dafür sehr viel eingängigen Progressive Rock, bei dem sehr viel Wert auf die Melodie gelegt wird. Wer also die harmonische und melodiöse Variante des Progressive Rock bevorzugt, die oder der kann mit „English Electric Part Two” nicht viel falsch machen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Judas Unrepentant, The Permanent Way, East Coast Racer



Sonntag, 29. März 2020

Pearl Jam – Gigaton




Pearl Jam – Gigaton


Besetzung:

Jeff Ament – bass
Mike McCready – guitar
Stone Gossard – guitar
Eddie Vedder – guitar, vocals
Matt Cameron – drums, percussion


Gastmusiker:

Josh Evans – keyboards
Boom Gaspar – keyboards
Brandon O’Brien – keyboards


Label: Monkeywrench Records


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Who Ever Said (5:11)
2. Superblood Wolfmoon (3:49)
3. Dance Of The Clairvoyants (4:25)
4. Quick Escape (4:46)
5. Alright (3:43)
6. Seven O‘Clock (6:14)
7. Never Destination (4:18)
8. Take The Long Way (3:41)
9. Buckle Up (3:36)
10. Comes Then Goes (6:02)
11. Retrograde (5:22)
12. River Cross (5:54)

Gesamtspieldauer: 57:08



Ich freue mich immer sehr, wenn ich höre, dass von einer Band, die mich schon eine lange Zeit meines Lebens begleitet, wieder ein neues Album erscheint. Nun also Pearl Jam, die 1990 in Seattle gegründet wurden und mit „Gigaton“ am 27. März 2020 ihr elftes Studioalbum veröffentlichen. Dreißig Jahre gibt es die Band nun also schon, mit „Ten“ wurde das erste Album vor 29 Jahren veröffentlicht. Ich kann es kaum glauben! So lange ist das bereits her. Nun, manches Mal lohnt die Vorfreude auf neue Veröffentlichungen, ein anderes Mal wird man vom neuen Werk einer Band ein klein wenig enttäuscht. Und wie sieht es bei Pearl Jam aus, knappe sieben Jahre nach „Lightning Bolt“ aus dem Jahr 2013?

Gespannt legt man die CD ein und was als erstes auffällt ist, dass man sehr viel Abwechslung auf „Gigaton“ zu hören bekommt. Rockige Lieder stehen gleichberechtigt neben deutlich sanfteren Stücken und auch der Mid-Tempo-Bereich wird abgebildet. Insgesamt ist die Atmosphäre auf „Gigaton“ allerdings eine deutlich ruhigere, als noch auf den Alben zu Beginn der Karriere von Pearl Jam. Das ist kein Grunge mehr wie in den 90ern, sehr viel eher abwechslungsreicher Alternative Rock. Was beim Durchhören des Albums ebenfalls sofort deutlich wird ist, dass man „Gigaton“ vom ersten bis zum letzten Takt durchhören kann, ohne verzweifelt nach der Fernbedienung zu suchen, um einen Titel zu überspringen. Ausfälle gibt es keine auf dieser Scheibe zu beklagen. Das Album läuft in einem Zug durch und lässt an mehreren Stellen aufhorchen.

Schließlich fällt weiter auf, dass Pearl Jam auf diesem Album sehr viel Wert auf die eingängige Melodie gelegt haben. Vieles auf „Gigaton“ geht gut ins Ohr, egal ob rockig oder zurückhaltender arrangiert und eingespielt. Eingängige Melodien, die der Gesang des Eddie Vedder wunderschön unterstreicht. Insgesamt verringert sich das Tempo der Stücke gegen Ende der Platte allerdings. Zum Schluss dominieren sehr viel mehr die ruhigeren Momente in der Musik von Pearl Jam.

Und die Höhepunkte? Ganz gewiss Geschmackssache und jede und jeder wird auf „Gigaton“ sicherlich ihre und seine eigenen Favoriten heraushören. In meinem Fall sind dies der Opener „Who Ever Said“, eine rockige Nummer, bei der der Fuß ganz automatisch mitwippen muss – ganz gleich ob er will oder nicht, das Lied groovt. „Alright“ beginnt so wunderschön verwunschen und ist schließlich eines jener sanften Lieder von Pearl Jam, in denen der Gesang des Eddie Vedder wunderschön zur Geltung kommt. „Seven O‘Clock“ ist eine Nummer, die im Mid-Tempo gehalten ist und mir sofort ins Ohr ging. Und schließlich möchte ich an dieser Stelle auch noch „River Cross“ erwähnen, das letzte Lied auf „Gigaton“. Wieder ein eher ruhiges Stück, welches eine ganz besondere Stimmung verbreitet. Diese wird durch eine etwa um 1850 gebaute Orgel vermittelt. „River Cross“ entstand bereits im Jahr 2015 und diese, schon auf dem ursprünglichen Demo zu hörende Orgel, wurde auch für die Endversion des Liedes auf dem Album verwendet.

Positiv möchte ich an dieser Stelle auch noch das Cover-Bild des Fotografen Paul Nicklen und die Aufmachung der CD überhaupt erwähnen. In dem Hardcover befindet sich eingeheftet ein kleines Büchlein, selbstverständlich mit allen Texten, den Credits und einigen künstlerisch gestalteten Bildern. Sehr gelungen.

Fazit: Knappe sieben Jahre hat es gedauert, bis Pearl Jam ihren Fans ein neues Studioalbum präsentieren. Das Warten hat sich gelohnt. „Gigaton“ klingt abwechslungsreich, die Lieder gehen ins Ohr und rocken auch mal. Nicht mehr ganz so viel wie früher auf den ersten Alben, trotzdem überzeugt dieses Album – durch viel Abwechslung und tolle Melodien. Elf Punkte.

Anspieltipps: Who Ever Said, Alright, Seven O’Clock, River Cross



Freitag, 27. März 2020

The Ocelots – Started To Wonder




The Ocelots – Started To Wonder


Besetzung:

Ashley Watson – vocals, guitar, piano
Brandon Watson – vocals, guitar, banjo, harmonica


Gastmusiker:

Lorcan Byrne – percussion
Cillian Byrne – keyboards
Harry Christensen – bass


Label: The Ocelots


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Folk


Trackliste:

1. Gold (4:59)
2. The Switch (3:20)
3. Dream The Day Away (4:06)
4. Lost (3:53)
5. Strangers In The Stairways (3:29)
6. Postcards (3:13)
7. Colors In The Dark (4:26)
8. To Call It Living (4:59)
9. Behind The Beautiful Forevers (4:20)

Gesamtspieldauer: 36:49



Legt man das Debutalbum der beiden Zwillingsbrüder Ashley und Brandon Watson auf, so ist man erst einmal überrascht, falls man sich vorher etwas über die Band der beiden Iren schlau gemacht hat. The Ocelots heißt diese Band und man liest, dass man hier zwei 22-jährige Brüder hört, die zusammen mit drei weiteren Musikern dieses Album mit dem Namen „Started To Wonder“ eingespielt haben.

Soweit noch nichts Besonderes. Das Außergewöhnliche daran ist allerdings die Musik der beiden Brüder, die es auf diesem musikalischen Debut zu hören gibt. Man bekommt auf diesem Album Folk serviert, der absolut nicht so klingt, als ob zwei solch junge Musiker sich hierfür verantwortlich zeichnen könnten. Die Lieder auf „Started To Wonder“ klingen so ausgereift, durchdacht und nach ganz viel Erfahrung. Mag sein, dass den beiden hier ihre Erlebnisse und Erfahrungen als Straßenmusiker weitergeholfen haben. Das Ergebnis lässt sich jedenfalls bestens genießen.

„Started To Wonder“ ist ein Album angefüllt mit folkigen Klängen, zumeist sanft eingespielt, mal neben der Gitarre noch durch das Banjo, ein anderes Mal durch die Mundharmonika bereichert. Gemein ist allen Titeln auf dem Album, dass sie wunderschöne Melodien transportieren, in die sich allerbestens eintauchen lässt. Alles klingt überzeugend auf „Started To Wonder“ und keine Nummer fällt gegenüber der anderen ab.

Soweit so gut. Doch noch eine Besonderheit birgt die Musik der Ocelots. Und dies ist der wunderschöne, perfekt abgestimmte Gesang der beiden irischen Musiker. Mehrstimmige Harmoniegesänge, die wechseln, sich ergänzen, gegenseitig unterstützen oder aber eine Art Zwiegespräch darstellen. Das klingt wunderschön und erinnert mich passagenweise sogar an David Crosby, Steven Stills und Graham Nash. Ich habe das nirgendwo gelesen, könnte mir aber sehr gut vorstellen, dass dies auch musikalische Vorbilder von Ashley und Brandon Watson sind.

Fazit: Ein wunderschönes, sanftes Folk Album ist den beiden irischen Brüdern Ashley und Brandon Watson mit ihrem Debutalbum „Started To Wonder“ gelungen. Musik die wärmt und bezüglich des Gesangs außergewöhnlich klingt. Sehr zu empfehlen. The Ocelots kommen auf Tour im April und Mai. Ob diese Konzerte in der jetzigen Situation „mit diesem Virus“ stattfinden oder verschoben werden… Da sollte man nachfragen, lohnt sich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Strangers In The Stairways



15/04/20 – Göttingen – Apex 
21/04/20 – Kiel – Prinz Willy 
23/04/20 – Unna – Spatz & Wal 
25/04/20 – Twist – Heimathaus 
28/04/20 – Hamburg – Freundlich & Kompetent 
29/04/20 – Lübeck – Tonfink 
30/04/20 – Gießen – Irish Pub 
02/05/20 – Rodgau – Maximal 
03/05/20 – Freiburg – Klimperstube 
06/05/20 – Stuttgart – Club CANN 
07/05/20 – Kronach – Struwwelpeter 
08/05/20 – Bugewitz – Weitblick 
10/05/20 – Viechtach – Altes Spital 
12/05/20 – Nürnberg – Salonfestival 
13/05/20 – Übersee – Freiraum 
15/05/20 – München – Milla 
16/05/20 – Wien – Haus der Musik



Donnerstag, 26. März 2020

Haley Johnsen – London Sessions – Live From Abbey Road




Haley Johnsen – London Sessions – Live From Abbey Road


Besetzung:

Haley Johnsen – acoustic and electric guitar, stomp box & foot tambourine


Label: Haley Johnsen Music LLC


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Folk, Blues


Trackliste:

1. Lift Me Up (3:45)
2. Sideways (3:37)
3. Feel The Water (4:45)
4. Teardrop Canvas (4:39)
5. Everything Comes Back Again (4:15)
6. Weekend (3:46)
7. When I Loved You (4:19)
8. Keep On Saying Goodbye (4:20)

Gesamtspieldauer: 33:30




Haley Johnsen ist eine Singer- Songwriterin, aus Oregon, USA. Morgen, am 27. März erscheint ihr neuestes Studioalbum mit dem Titel „London Sessions – Live From Abbey Road“, welches sie am 27. Februar 2019 live im legendären Studio One der Abbey Road Studios einspielte. Auf dem Cover ist noch vermerkt, dass dies in der Zeit von 16:45 bis 21:47 Uhr vonstattenging. Falls dies wirklich so zutrifft, ist es die am schnellsten eingespielte Studio-Scheibe, die ich kenne. Nur Live-Alben können dies wohl toppen.

Man hört auf „London Sessions – Live From Abbey Road“ die wunderschöne und sehr variantenreiche Stimme der Haley Johnsen, die sich selbst mit nur wenig Perkussion und einer Gitarre begleitet. Der musikalische Stil des Albums wandelt dabei zwischen Folk und gegen Ende der Scheibe deutlich mehr bluesigen Einflüssen. Die Musik selbst ist meist eher sanft gehalten, die Stimme der US-Amerikanerin steht ganz eindeutig im Vordergrund auf „London Sessions – Live From Abbey Road“. Und das ist schön so, denn genau damit wissen die Lieder der Haley Johnsen allesamt zu überzeugen.

Damit und mit den schönen Melodien, die die Lieder zu kleinen Perlen werden lassen, welche auch länger im Ohr bleiben. Dies gilt vor allen Dingen für die schönen Folk-Songs des Albums wie „Feel The Water“, „Teardrop Canvas“ oder auch „Everything Comes Back Again“, welche hintereinander angeordnet auch gleichzeitig die Höhepunkte des Albums darstellen.

Fazit: Ein überzeugendes Debut Album ist Haley Johnsen mit „London Sessions – Live From Abbey Road“ gelungen. Folk und Blues vereint auf einem Album, welches seine Stärken in der sehr überzeugenden Stimme der Haley Johnsen und den eingängigen und melodiösen Folk-Titeln hat. Im Januar und Februar war die Musikerin auf zahlreichen Bühnen in Österreich und Deutschland zu hören. Es ist gerade jetzt und in dieser Zeit aus mehreren Gründen zu hoffen, dass wir sie bald wieder so erleben dürfen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Feel The Water, Teardrop Canvas



Mittwoch, 25. März 2020

Modest Mouse – Strangers To Ourselves




Modest Mouse – Strangers To Ourselves


Besetzung:

Isaac Brock – vocals, guitar, twelve-string, piano, rhodes, mellotron, bass, ebow, baritone guitar, korg ms-20
Jeremiah Green – drums, conga, sequencers, electronic drums, djembe, death whistle, vibes, korg, kalimba, cigar box guitar, backing vocals
Tom Peloso – bass, synth, rhodes, piano, upright piano, cornet, kalimba, acoustic guitar, backing vocals
Jim Fairchild – guitar, rhodes, ukulele, backing vocals
Russell Higbee – bass, rhodes, upright bass, guitar, pump organ, vibes, electric piano, baritone guitar, euphonium, kalimba, cornet, organ, backing vocals
Lisa Molinaro – viola, cello, bass, vocals
Ben Massarella – percussion
Darrin Wiener – modular synthesizer, field recordings, machine sequencing


Gastmusiker:

Davey Brozowski – percussion
James Mercer – vocals
Jose Medeles – drums, percussion, vibes
William Slater – banjo on "The Ground Walks, With Time In A Box", piano, rhodes, modular synth, backing vocals
Maureen Pandos – upright bass
Tristan Forney – tuba
Corrina Repp – backing vocals
Jeremy Sherrer – timbales, mpc programming, backing vocals
Tucker Martine – percussion
Seth Lorinczi – bass
Ryan Baldoz – backwards bass


Label: Epic Records


Erscheinungsjahr: 2015


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Strangers To Ourselves (3:24)
2. Lampshades On Fire (3:07)
3. Shit In Your Cut (4:43)
4. Pistol (A. Cunanan, Miami, FL. 1996) (3:41)
5. Ansel (2:56)
6. The Ground Walks, With Time In A Box (6:11)
7. Coyotes (3:30)
8. Pups To Dust (3:30)
9. Sugar Boats (4:03)
10. Wicked Campaign (3:33)
11. Be Brave (3:31)
12. God Is An Indian And You‘re An Asshole (1:17)
13. The Tortoise And The Tourist (3:40)
14. The Best Room (4:24)
15. Of Course We Know (5:22)

Gesamtspieldauer: 57:01




„Strangers To Ourselves“ heißt das sechste Studioalbum der US-amerikanischen Alternative-Rock-Band Modest Mouse. Es wurde am 17. März 2015 auf dem Plattenlabel Epic Records veröffentlicht. Mit den Liedern „Lampshades On Fire“, „Coyotes“, „The Best Room“, „The Ground Walks, With Time In A Box“ sowie „Of Course We Know“ wurden insgesamt fünf der fünfzehn Lieder des Albums separat als Singles veröffentlicht. Das Album-Cover zeigt ein Luftbild des Venture Out RV Resorts in Mesa, Arizona.

Nun, wer Modest Mouse mag, die oder der wird auch „Strangers To Ourselves“ mögen. Die Platte kommt ganz in der Tradition der letzten beiden Alben „Good News For People Who Love Bad News“ (2004) und „We Were Dead Before The Ship Even Sank“ aus dem Jahr 2007 daher. Leicht schräge Melodien, witzige Texte und dabei jede Menge Harmonien, die sich schnell einprägen. Die Musik von Modest Mouse ist dabei unverwechselbar, was nicht nur am jederzeit wiederzuerkennenden Gesang des Isaac Brock liegt. Denn, auch wenn sich die Musik auf diesem Album nicht mehr ganz so experimentell anhört, wie an mancher Stelle der früheren Veröffentlichungen, klingt nichts auf „Strangers To Ourselves“ nach Konformität. Modest Mouse spielen in ihrem eigenen musikalischen Kosmos. Der mag mitunter verschroben klingen, doch gerade das macht nicht nur das Besondere, sondern auch den Reiz dieser Musik aus, die immer auch ins Ohr geht.

Viele der Lieder auf „Strangers To Ourselves“ überzeugen. Lediglich bei „Pistol (A. Cunanan, Miami, FL. 1996)“ und „The Tortoise And The Tourist“ benötigt man mehrere Anläufe, um mit den Stücken vertraut und „warm“ zu werden. Vielleicht gelingt dies auch nie. Macht nichts, es gibt genügend Höhepunkte auf dem Album. Stellvertretend sei an dieser Stelle das letzte Lied genannt, die Nummer „Of Course We Know“. Herrlich schräger Sound und trotzdem eingängig und melodiös.

Fazit: Ganz im Stile der beiden Vorgängeralben gehalten, so kann auch „Strangers To Ourselves“ mit Alternative Rock der eher speziellen Art überzeugen. Etwas schräg und ungewöhnlich klingt das zu jeder Zeit und sicherlich muss man sich in das musikalische Gebilde der US-Amerikaner erst einmal einhören, um diese Musik vollends genießen zu können. Schafft man dies, wird man reich belohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Shit In Your Cut, Be Brave, The Best Room, Of Course We Know



Montag, 23. März 2020

Paul Simon – There Goes Rhymin’ Simon




Paul Simon – There Goes Rhymin’ Simon


Besetzung:

Paul Simon – vocals, acoustic guitar


Gastmusiker:

Pete Carr – electric guitar, acoustic guitar
Jimmy Johnson – electric guitar
Cornell Dupree – electric guitar on "Tenderness"
Al Gafa, David Spinozza – guitar
Jerry Puckett – electric guitar
David Hood – bass guitar
Gordon Edwards – bass guitar
Bob Cranshaw – bass guitar
Vernie Robbins – bass guitar
Richard Davis – double bass
Barry Beckett – piano, fender rhodes, hammond organ, piano, vibraphone
Paul Griffin – piano
Bob James – fender rhodes, harmonium, piano, keyboards
Bobby Scott – piano
Carson Whitsett – hammond organ
Don Elliott – vibraphone
Roger Hawkins – percussion, drums
Rick Marotta – drums
Grady Tate – drums
James Stroud – drums
Airto Moreira – percussion
The Onward Brass Band – horns
The Dixie Hummingbirds – group vocals
Rev. Claude Jeter – falsetto vocals
Maggie and Terre Roche – backing vocals
Allen Toussaint – horn arrangements
Quincy Jones – string arrangements
Del Newman – string arrangements


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 1973


Stil: Pop


Trackliste:

1. Kodachrome (3:35)
2. Tenderness (2:55)
3. Take Me To The Mardi Gras (3:30)
4. Something So Right (4:36)
5. One Man‘s Ceiling Is Another Man‘s Floor (3:48)
6. American Tune (3:47)
7. Was A Sunny Day (3:44)
8. Learn How To Fall (2:47)
9. St. Judy‘s Comet (3:21)
10. Loves Me Like A Rock (3:40)

Bonus Tracks der remasterten Album-Version aus dem Jahr 2004:

11. Let Me Live In Your City (Work In Progress) (4:22)
12. Take Me To The Mardi Gras (Acoustic Demo) (2:31)
13. American Tune (Unfinished DEmo) (4:03)
14. Loves Me Like A Rock (Acoustic Demo) (3:24)

Gesamtspieldauer: 50:09




„There Goes Rhymin“ Simon“ heißt das dritte Solo-Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Paul Simon, welches am 5. Mai 1973 ursprünglich auf den Plattenlabeln Columbia Records und Warner Brother Records veröffentlicht wurde. „There Goes Rhymin“ Simon“ kletterte bis auf Platz 2 der US Billboard-200-Charts.

Mit seiner früheren Musik im Duett mit Art Garfunkel hat „There Goes Rhymin“ Simon“ überhaupt nichts mehr zu tun. Auf dem Album hört man einen manchmal fast schon kruden Stilmix von Soul mit Musical Einschlägen beim Lied „Tenderness“, über Gospel „Loves Me Like A Rock“, weiter zu Soul mit Dixieland bei dem Lied „Take Me To The Mardi Gras“. Etwas poppig klingt es bei „Kodachrome“. Eher nach Blues hört sich dann wieder „Something So Right“ an. „One Man‘s Ceiling Is Another Man‘s Floor“ ist ein langsamer Rock’n’Roll und natürlich gibt es auch noch ein paar folkige Einflüsse, insgesamt jedoch viel zu viele verschiedene Genres.

Leider können die einzelnen Titel in ihren Genres ebenfalls nicht überzeugen. Die Lieder sind zumeist sehr langweilig und gehen auch nicht ins Ohr. Die Platte tröpfelt so vor sich hin, darauf einstellen kann man sich sowieso nicht und gefesselt wird man von überhaupt nichts. Das Album klingt aus und es macht sich eine irgendwie geartete Erleichterung breit. Endlich vorbei. Angeblich hat Paul Simon dieses Album innerhalb kürzester Zeit eingespielt. Man glaubt das tatsächlich herauszuhören – an jeder Stelle.

Fazit: Ein sehr uneinheitliches und auch unausgegorenes Album ist hat „There Goes Rhymin“ Simon“ geworden. Musikalische Langweile mit nur wenigen, sehr wenigen Titeln, die sich lohnen gehört zu werden. Musik kann begeistern – oder eben langweilig sein. Leider trifft Letzteres zumeist auf dieses Album zu. Eine Enttäuschung. Vier Punkte.

Anspieltipps: Kodachrome, American Tune



Samstag, 21. März 2020

Korn – Life Is Peachy




Korn – Life Is Peachy


Besetzung:

Jonathan Davis – lead vocals, bagpipes, additional guitars – "Kill You" and "Mr. Rogers"
Head – guitars, vocals
Munky – guitars
Fieldy – bass guitar
David Silveria – drums


Label: Epic Records


Erscheinungsjahr: 1996


Stil: Nu Metal


Trackliste:

1. Twist (0:48)
2. Chi (3:54)
3. Lost (2:55)
4. Swallow (3:38)
5. Porno Creep (2:01)
6. Good God (3:20)
7. Mr. Rogers (5:10)
8. K@#ø%! (3:02)
9. No Place to Hide (3:31)
10. Wicked (4:00)
11. A.D.I.D.A.S. (2:32)
12. Lowrider (0:58)
13. Ass Itch (3:39)
14. Kill You (8:37)

Gesamtspieldauer: 48:12




Mit „Life Is Peachy“ betitelte die US-amerikanischen Nu-Metal-Band Korn ihr zweites Studioalbum. Dieses erschien am 15. Oktober 1996 auf dem Plattenlabel Epic Records. Drei Singles wurden mit den Liedern „No Place To Hide“, „A.D.I.D.A.S.“ und „Good God“ aus dem Album ausgekoppelt und veröffentlicht. „Life Is Peachy“ kletterte in den USA bis auf Platz 3 der Charts und verkaufte sich nochmal besser, als das bereits sehr erfolgreiche und selbstbetitelte Debut-Album.

Schaut man sich das Coverbild an, welches von Martin Riedl entworfen wurde, läuft es einem eiskalt den Rücken herunter. Beim Anhören der Musik von „Life Is Peachy“ passiert einem dies leider allerdings auch. „Leider“, weil die Musik ein sehr unbehagliches Gefühl hervorruft. Ging die Musik auf dem Debut „Korn“ noch ins Ohr, so klingt sie auf „Life Is Peachy“ auch hart, zudem aber kalt und auf eine gewisse Weise abweisend. Das Album enthält keine Musik, mit der man sich schnell anfreundet – zumindest dann nicht, wenn man eine Harmonie ab und an zu schätzen weiß. „Life Is Peachy“ kracht brachial, ist laut angelegt und klingt mitunter fast verstörend. Trotz des großen Erfolgs war und ist das Album bei Kritikern wie Fans stark umstritten, denn es ist alles andere als einfach es für sich zu erschließen.

„Life Is Peachy“ besitzt keinen Titel, der besonders über den anderen herausragen würde. Der mit dem ersten Lied eingeschlagene Weg der Musik wird auf der Platte konsequent weiterverfolgt und immer wieder bedient. „Swallow“ gibt den Charakter des Albums sehr gut wieder. Überaschenderweise ist dies das Lied, mit dem ich beim ersten Mal des Hörens am wenigsten anfangen konnte, welches sich aber mit der Zeit immer weiterentwickelte. Insgesamt ist auf „Life Is Peachy“ ein Trend zu erkennen, dass Lieder zu Beginn des Albums noch etwas zugänglicher klingen, gegen Ende der Platte wird es immer verstörender und kälter.

Fazit: Hart, härter, „Life Is Peachy“. Auf dem Album geht es um Härte, kalte Härte. Wer schöne Melodien und Harmonien sucht, wird auf diesem Album definitiv nicht fündig werden. Irgendwie ist dieses Album eine Scheibe geworden, mit der man sich abreagieren, mit der man sich den ganzen Frust aus dem Leib schreien kann. Muss manchmal vielleicht auch sein. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Swallow



Freitag, 20. März 2020

My Ugly Clementine – Vitamin C




My Ugly Clementine – Vitamin C


Besetzung:

Sophie Lindinger – Bass, Gesang
Mira Lu Kovacs – Gitarre, Gesang
Kathrin Kolleritsch – Schlagzeug, Gesang
Nastasja Ronck – Gitarre, Gesang


Label: Ink Music


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Playground (3:06)
2. My Dearest Friend (2:42)
3. Who (3:03)
4. Hairwashsong (4:22)
5. Try Me (4:22)
6. Cool For You (4:19)
7. Never Be Yours (4:04)
8. Don't Talk To Me (2:59)
9. The Good The Bad The Ugly (2:46)
10. Peptalk (4:20)

Gesamtspieldauer: 36:08



My Ugly Clementine, das ist eine Anfang 2019 in Wien gegründete Band, die mit dem Album „Vitamin C“ heute, am 20. März 2020, ihr erstes Studioalbum veröffentlicht. Zuvor waren im letzten Jahr mit den Liedern „Never Be Yours“, „The Good The Bad The Ugly“ sowie „Playground“ bereits einzelne Titel veröffentlicht worden. Das weibliche Trio um die Songschreiberin Sophie Lindinger ist inzwischen um eine weitere Musikerin angewachsen und präsentiert sich nun mit der zweiten Gitarristin Nastasja Ronck als Quartett.

Auf „Vitamin C“ hört man geradlinigen Rock, der durchaus auch Einflüsse der Pop-Musik zulässt. Viele der Titel gehen dabei gleich mit dem ersten Mal des Hörens ins Ohr und hallen darin zudem auch länger nach. Auf „Vitamin C“ erklingt eine Art „Gute-Laune-Musik“, angefüllt mit Rhythmen, die zum Mitwippen einladen. Da gibt es jede Menge schöne Melodien zu entdecken, die packen und die man einfach mitsingen möchte. Sehr gelungen ist auch, dass man alle vier Musikerinnen beim Gesang hört, was das Album zusätzlich nochmals auflockert und Abwechslung bereitet. Dies, obwohl der musikalische Stil relativ einheitlich gehalten ist, lediglich beim letzten Titel „Peptalk“ kommt es zu einem Stilwechsel in Richtung des Blues.

So kann man diese Scheibe vom ersten bis zum letzten Titel durchhören, ohne die Fernbedienung griffbereit liegen zu haben oder aber den Weg zum Plattenspieler beginnen zu müssen. „Vitamin C“ läuft durch, lässt immer wieder aufhorchen und das Schöne an dem Album ist zudem, dass die einzelnen Stücke mit jedem weiteren Durchlauf nicht nur vertrauter, sondern zudem auch noch eingängiger zu werden scheinen. Dieser poppige Rock überzeugt.

Fazit: Ein sehr schönes und eingängiges Debut ist den vier Musikerinnen von My Ugly Valentine mit „Vitamin C“ gelungen. Musik, die ins Ohr geht, unkompliziert und direkt. Wer Lust hat die Band auch mal live zu erleben, die oder der kann sie im Herbst erleben. Die ursprünglichen Konzerttermine wurden aufgrund der Corona-Krise auf neue Termine verschoben. Diese Daten habe ich unten angehängt. Zudem kann man nachlesen, dass für die Originaltermine gekaufte Karten an allen genannten Orten ihre Gültigkeit behalten, bei Bedarf auch retourniert werden können. Auch ist der Kartenvorverkauf für die neuen Termine ab sofort wieder geöffnet.

Anspieltipps: Playground


Die neuen Termine:

Mi, 23.09.2020; Krems – Kino im Kesselhaus
Do, 24.09.2020; St. Pölten – Cinema Paradiso
Fr, 25.09.2020; Vöcklabruck – OKH
So, 27.09.2020; Berlin – Prachtwerk
Mo, 28.09.2020; Hamburg – UWE
Mi, 30.09.2020; Insbruck – Bäckerei
Do, 01.10.2020; Dornbirn – Spielboden
Fr, 02.10.2020; Salzburg – ArgeKultur
Sa, 03.10.2020; Passau – Zeughaus
Fr, 04.10.2020; Wien – Arena
Mi, 02.12.2020; Nürnberg – MUZclub
Do, 03.12.2020; München – Milla
Sa, 05.12.2020; Darmstadt – HoffArt
Do, 10.12.2020; Graz – Orpheum extra
Sa, 12.12.2020; Weyer – Bertholdsaal



Donnerstag, 19. März 2020

CocoRosie – Put The Shine On




CocoRosie – Put The Shine On


Besetzung:

Bianca Casady – all instruments & vocals
Sierra Casady – all instruments & vocals


Gastmusiker:

Thelxepeia van der Borch – vocals (track 1)
Nico Kalwill – guitar (track 1 & 8), bass (tracks 8 & 9)
Asya Sorshneva – violin (tracks 1, 3, & 12)
Lacy Lancester – drums (track 1, 4 & 11)
Justin “Jay McK” McKinney – bass (tracks 2, 3, 6 & 8)
Mark Simmons – drums (tracks 3, 6 & 8)
Bobby Sparks II – keyboards (tracks 6 & 8)
Tavahn Ghazi – guitar & drums (track 7)
Douglas Wieselman – bass, clarinet (track 11)


Label: Marathon Artists


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Pop


Trackliste:

1. High Road (4:06)
2. Mercy (4:00)
3. Restless (5:48)
4. Smash My Head (4:26)
5. Where Did All The Soldiers Go (4:44)
6. Hell‘s Gate (5:18)
7. Did Me Wrong (3:40)
8. Lamb And The Wolf (4:32)
9. Slow Down Sun Down (4:30)
10. Burning Down The House (4:39)
11. Ruby Red (4:30)
12. Aloha Friday (4:20)

Gesamtspieldauer: 54:39



Dieses Mal dauerte es viereinhalb Jahre, bis das Schwestern-Duo Bianca und Sierra Casady ihr neues und damit bereits siebtes Studioalbum veröffentlichten. „Put The Shine On“ heißt dieses und man muss ein wenig Lächeln, wenn man liest, dass die Musik der beiden in Paris lebenden US-Amerikanerinnen mit „New Weird America“ oder gar „Freak Folk“ umschrieben wird.

Freak Folk? Nun, ungewöhnlich klingt die Musik von CocoRosie auf jeden Fall. Da hört man poppige Klänge, eine kleine Prise Rock, Electronica, Hip Hop und noch so einiges mehr. Das war auf früheren Alben bereits so und Bianca und Sierra Casady entwickeln ihre Lieder auch auf „Put The Shine On“ immer noch genreübergreifend. Doch das ist noch nicht das Besondere an der Musik der beiden Schwestern. CocoRosie klingen völlig anders als andere Bands. Unverwechselbar. Manchmal irgendwie verwunschen, mystisch, dann wieder schräg und ausgefallen, auf jeden Fall immer besonders. Neben der Musik trägt auch der Gesang von Bianca und Sierra Casady einiges zu diesem Gesamteindruck bei, der mal gesungen, mal flüsternd, flehend, fordernd, gesäuselt, weinerlich oder einfach nur wunderschön und zart aus den Boxen fließt.

Genauso abwechslungsreich wie der Gesang, so klingt auch die Musik. Die Lieder können sich sehr eingängig anhören, an anderer Stelle schließlich deutlich fordernder und gar nicht mehr so leicht zugänglich. Mit jedem Durchlauf erfasst man diese Musik jedoch besser und intensiver und die einzelnen Nummern werden schließlich zu Freunden. Schräg und skurril klingt das dann zwar teilweise immer noch, doch irgendwie merkt man, dass es genau so und nur so wirklich wirken kann. Musik kann so beeindruckend sein.

Fazit: CocoRosie klingen auch auf ihrem neuesten Werk „Put The Shine On“ wie CocoRosie. Melodisch und skurril, eingängig und schräg. All dies vereinigen die zwei Schwestern auf ihrem Album und lassen es dadurch erneut zu besonderer Musik werden. Hörenswert für alle, die das Außergewöhnliche suchen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Where Did All The Soldiers Go, Aloha Friday



Dienstag, 17. März 2020

The Boomtown Rats – Citizens Of Boomtown




The Boomtown Rats – Citizens Of Boomtown


Besetzung:

Pete Briquette – bass guitar, keyboards, programming
Garry Roberts – guitars
Simon Crowe – drums, vocals
Bob Geldof – vocals, guitars, harmonica


Gastmusiker:

Darren Beale – lead guitar, moog, backing vocals
Alan Dunn – keyboards, backing vocals
Paul Cuddeford – guest guitar on “Passing Through”
Serafina Cusack – backing vocals
Luciano Cusack – backing vocals


Label: BMG


Erscheinungsjahr: 2020


Stil: Rock


Trackliste:

1. Trash Glam Baby (3:54)
2. Sweet Thing (3:11)
3. Monster Monkeys (4:25)
4. She Said No (3:55)
5. Passing Through (4:35)
6. Here‘s A Postcard (3:52)
7. K.I.S.S. (3:10)
8. Rock ‘n‘ Roll Yé Yé (4:54)
9. Get A Grip (4:00)
10. The Boomtown Rats (5:19)

Gesamtspieldauer: 41:20



Jede und jeder, die oder der ihre und seine Jugend zumindest noch zum Teil in den 70ern oder 80ern verbracht hat, kennt noch dieses Gefühl. Man bekam von Freunden gesagt, hörte davon im Radio oder las darüber in der Zeitung, dass diese oder jene Band ein neues Album herausbringen würde. Das war die Zeit, als man sich Platten gekauft hat, schließlich gespannt das Albumcover in Händen hielt, sich die Bilder ansah, die Scheibe auflegte und diese auch mehrmals von vorne bis hinten durchhörte, bis man sich eine erste Meinung darüber bilden konnte. Am nächsten Tag wurde dann mit den Kumpels und Freundinnen über das neue Album diskutiert. „Downloaden“ war damals noch eine Beschäftigung eines Baggerfahrers oder Fuhrunternehmens und Musik schien irgendwie wertvoller gewesen zu sein.

Genau in dieser Zeit waren die Boomtown Rats aktiv. Im Jahr 1975 gegründet, erschien 1977 das erste selbstbetitelte Album, 1984 mit der Scheibe „In The Long Grass“ das bisher letzte. Und jetzt, 36 Jahre später, erscheint das siebte Album der irischen Band um Bob Geldof mit dem Titel „Citizens Of Boomtown“. Bob Geldof ist für mich „Live Aid“, die Boomtown Rats stehen für mich für „I Don’t Like Mondays“ und „Banana Republic“. Als ich im Januar dieses Jahres hörte, dass nach dieser langen Zeit wieder ein Album der Iren erscheint, war ich zugegebenermaßen sehr gespannt. Von der ursprünglichen Besetzung des letzten Albums ist lediglich Keyboarder Johnnie Fingers nicht mehr dabei. Bob Geldof, Garry Roberts, Pete Briquette und Simon Crowe hatten bereits 2013 wieder zusammengefunden und Konzerte gegeben – nun also das neue Album.

Jetzt habe ich mir „Citizens Of Boomtown“ mehrmals angehört und natürlich schwingt dabei auch eine gehörige Portion Nostalgie mit. „Citizens Of Boomtown“ klingt größtenteils rockig – das ist der erste Eindruck, den man beim Durchhören der zehn Lieder erhält. Gleich zwei Lieder hinterlassen dabei tiefere Spuren. Leider allerdings keinen guten Eindruck. „Rock ’n’ Roll Yé Yé“ klingt während der Strophe ganz nett, doch der zunächst positive Eindruck des Liedes wird durch den Refrain völlig zerstört. „Yeah, Yeah Rock’n’Roll“ oder „Come On, Come On Rock ’n’ Roll“ wird da sogar gleich im Chor intoniert. Das klingt schon ziemlich platt und nach eher langweiligem Stadionrock, für den die Boomtown Rats eigentlich nicht standen. Schließlich noch das letzte Lied des Albums, „The Boomtown Rats“. Ich kann es mir irgendwie nur so erklären, dass die Musiker um Bob Geldof dachten, sie müssten ihre Musik „modern“ klingen lassen. Jetzt dröhnt da eine Art Rave aus den Boxen, mit ganz viel Drum-Computer und ordentlich Beat, den ich von den Boomtown Rats so nicht erwartet hätte und irgendwie auch gar nicht hören wollte. Geschmackssache sicherlich, aber eben eine andere Art der Musik – nicht meine und im Grunde genommen auch nicht die der Boomtown Rats. Weder auf diesem Album noch auf einem der vorherigen.

Doch nun zu den schönen Dingen, der überzeugenden Musik der Platte. Diese wächst nämlich mit jedem Durchlauf. Ist es zunächst so, dass die Scheibe durchläuft und man sich denkt „Okay, das ist es also nun“, so scheinen bereits beim zweiten Hören Lieder eingängiger, spannender geworden zu sein. Und dieser Eindruck verstärkt sich mit jedem weiteren Hören von „Citizens Of Boomtown“. „Trash Glam Baby“, „Monster Monkeys“, „Here‘s A Postcard“ sind allesamt Nummern, die mir immer besser gefallen. Vor allen Dingen „Monster Monkeys“ finde ich klasse. Gute, melodiöse Nummer, versehen mit einem schönen und intelligenten Text. Insgesamt klingen die Lieder zu Beginn des Albums etwas überzeugender. Etwa ab dem auch nicht sonderlich überzeugenden „K.I.S.S.“ wird es schwieriger mit der Musik der Boomtown Rats warm zu werden… Aber ganz ehrlich. Nach dem achten Durchlauf konnte ich auch schon mehr mit dem „The Boomtown Rats“-Rave anfangen, vor allen Dingen mit dem zweiten Teil des Liedes – Musik ist manchmal unergründlich.

Fazit: Nein, auf „Citizens Of Boomtown“ findet sich kein zweites „I Don’t Like Mondays“. Auch erfinden die Iren auf dem Album die Musik nicht neu. Zum Teil klingt das etwas gewöhnungsbedürftig, vieles hört sich solide an und manches Lied wirklich gelungen. So ist das neue Werk der Boomtown Rats keine „Überplatte“ und kein „Meilenstein“ geworden. Doch schlecht ist das, was man hier zu hören bekommt ebenfalls nicht. Ja, ich freue mich, dass die vier Musiker nochmals ein Album aufgenommen haben. Nostalgie schwingt da schon ein wenig mit, gebe ich gern zu. Macht aber nichts. Es gibt Schlimmeres. Neun Punkte.

Anspieltipps: Monster Monkeys