Donnerstag, 9. Oktober 2014

Faust – IV




Faust – IV


Besetzung:

Werner "Zappi" Diermaier – drums
Hans Joachim Irmler – organ
Jean-Hervé Péron – bass
Rudolf Sosna – guitar, keyboards
Gunter Wüsthoff – synthesizer, sax


Label: Virgin Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Krautrock (11:47)
2. The Sad Skinhead (2:43)
3. Jennifer (7:11)
4. Just A Second (Starts Like That!) (3:35)
5. Picnic On A Frozen River, Deuxieme Tableux (7:45)
6. Läuft..Heisst Das Es Läuft Oder Es Kommt Bald..Läuft (4:27)
7. Giggy Smile (3:40)
8. It's A Bit Of A Pain (3:08)

Gesamtspieldauer: 44:19




Wahrlich gelungen, dieses vierte Album der Hamburger Band Faust, welches 1973 zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Hörer, die auf progressiven Rock stehen und auch dem Genre Krautrock gegenüber nicht ganz abgeneigt sind, kommen hier voll auf ihre Kosten und werden eine Menge Spaß mit dieser Platte haben.


„Faust IV“ bietet alles, was dem Musikfreund der damaligen Zeit das Herz höher schlagen lässt. Hier gibt es langanhaltende Instrumentalpassagen, wunderschöne und eingängige Melodien, experimentelle Abschnitte, rockige, undurchdringbare und auch sehr sanfte Töne. Alles ist im Fluss, geht ineinander über, wechselt sich ab, ist immer ganz anders und passt trotzdem perfekt zusammen. Das bedeutet, dieses Album ist so wunderschön abwechslungsreich, dass es sich einfach lohnt, sich etwas Zeit hierfür zu nehmen, um wirklich jeden Ton auch genießen zu können. Aufmerksamkeit benötigt diese Scheibe auf jeden Fall, denn so einfach nebenbeigehört, kann sich nicht das Besondere entfalten, welches dieser Musik innewohnt.

Damit ist auch wiederum klar, dass dies keine Musik ist, die man im Radio zu hören bekommt. Meist sind die Titel ein wenig zu vertrackt und solch einen genialen Titel wie „Läuft..Heisst Das Es Läuft Oder Es Kommt Bald..Läuft“ könnte man sich sehr schön als Abspann eines packenden Films vorstellen, in dem zum Schluss alle Rätsel gelöst wurden – jedoch ist das wahrlich nichts, was es jemals in die „Heavy Rotation“ irgendeines Musiksenders geschafft hätte oder jemals schaffen wird.

Es ist dieses Spiel mit den treibenden und den sehr ruhigen und besonnenen Parts, die dieses Album ausmachen. Dabei ist alles in sehr viel Melodiösität und Harmonie gepackt. Wenn einen dann mal der Rhythmus um die Ohren pfeift, wird man schon bald wieder von sehr sphärischen und leichten Klängen aufgefangen, die fast ohne Rhythmusfraktion auskommen. Sehr spannend – und da ist es dann auch nicht mehr sehr überraschend, dass man zwischendurch sogar mal Reggae-Klänge zu hören bekommt.

Fazit: Es ist die Mischung, die diese Platte zu dem werden lässt was sie ist: Eine sehr überzeugende Krautrock-Platte mit vielen progressiven Ansätzen. Immer wieder schön dabei zu hören, welch tolle Musik auch hier in Deutschland das Licht der Welt erblickte. Nun, Hörer die Grobschnitt oder Jane mögen, werden diesem Album mit Sicherheit auch nicht abgeneigt gegenüberstehen. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Krautrock, Just A Second (Starts Like That!), Läuft..Heisst Das Es Läuft Oder Es Kommt Bald..Läuft