Freitag, 27. November 2015

Dazerdoreal – Hard Disc To Hell




Dazerdoreal – Hard Disc To Hell


Besetzung:

Jörg Stotz – Gitarre
Michael Elzer – Chapman Stick, Bass, Gitarre, Synthesizers
Mario Matthias – Drums
Aydo Abay – Gesang


Label: Nois-O-Lut / EFA


Erscheinungsdatum: 2000


Stil: Trip Hop


Trackliste:

1. Amber (4:01)
2. Can't Afford Betty Ford (5:14)
3. Contro Epilessia (4:30)
4. Zen Kaya (4:56)
5. Pigtrash (3:57)
6. Midye (2:23)
7. Lost In Phase (4:44)
8. Bugwhipping Cream (7:47)
9. Zetlander (4:54)
10. Ru 486 (4:17)
11. Apocalyptic Happiness (4:11)
12. Wirehead (4:37)

Gesamtspieldauer: 55:38



Ich frage mich manchmal wirklich, warum eine Band denn so überaus erfolgreich wird, eine andere dagegen nicht. Gut, manchmal hört man das durchaus, dass das nichts werden kann. Umso überraschter ist man jedoch manchmal durchaus, wenn es etwas wirklich abgrundtief Schlechtes in irgendwelche Hitparaden schafft oder sich verkauft bis zum Abwinken – und da geht es wahrlich nicht immer nur um den eigenen Musikgeschmack. Manche Bands sind einfach grottenschlecht und trotzdem erfolgreich.

Dazerdoreal war wohl nie sonderloch erfolgreich. Dazerdoreal ist eine deutsche Band, die sich anschickte Trip Hop zu spielen. Aktiv waren die vier Jungs aus Koblenz wohl in den Jahren 1995 bis 2002. Das alles etwas im Konjunktiv geschrieben, da dies mal wieder eines jener Alben in meiner Sammlung ist, auf welches ich im Rahmen dieser Seiten eher „zufällig“ gestoßen bin und nicht mehr nachvollziehen kann, woher ich es habe. Und im Internet findet man auch nicht mehr allzu viel über Dazerdoreal.

In der Zeit ihres Bestehens veröffentlichte die Band zwei Studio-Alben. „Hard Disc To Hell“ ist die erste davon und erschien im Jahr 2000 auf dem Label Nois-O-Lut. Ich hatte die obige Einleitung deshalb geschrieben, da Dazerdoreal sicherlich etwas mehr Aufmerksamkeit verdient gehabt hätten, als ihnen wohl zuteil wurde. „Hard Disc To Hell“ ist zwar kein Überalbum, jedoch eine durchaus spannende Scheibe, auf der die Musiker sich auch trauen mal zu experimentieren. Dann klingt die Band sogar ein wenig spacig und genau das trägt auch mit zur Auflockerung der Platte bei.

Denn diese ist ansonsten sogar sehr melodiös geraten. Viele Nummern gehen schnell ins Ohr, andere grooven mehr, wieder andere verbreiten hauptsächlich Atmosphäre. Das macht durchaus immer wieder Spaß, klingt manchmal eben auch ein klein wenig abgefahren, was in diesem Fall jedoch nichts Schlechtes bedeuten muss. Die Musiker verstehen was von ihren Instrumenten und die Stimme des Aydo Abay klingt so herrlich unaufgeregt sympathisch, dass man dieser gerne lauscht. Trip Hop ist das durchaus und ich glaube nicht, dass sich viele deutsche Musiker überzeugend dieser Stilrichtung angenommen haben – zumindest kenne ich da wohl zu wenige. Die Füße sollten beim Zuhören auf jeden Fall etwas Beinfreiheit haben, denn nur dann kann auch ungestört mitgewippt werden – und das wird es.

Fazit: Nein, „Hard Disc To Hell“ ist kein „Überalbum“ geworden. Muss es auch nicht, das passiert sowieso nur ganz selten. Allerdings ist „Hard Disc To Hell“ eine sehr hörenswerte Platte geworden, die spannend ist, ins Ohr geht und mit Abwechslungsreichtum punkten kann. Dazerdoreal gibt es schon lange nicht mehr. Eigentlich schade. Neun Punkte.

Anspieltipps: Amber, Bugwhipping Cream, Apocalyptic Happiness