Mittwoch, 16. Januar 2013

Barclay James Harvest – Eyes Of The Universe




Barclay James Harvest – Eyes Of The Universe


Besetzung:

John Lees – all instruments & vocals
Les Holroyd – all instruments & vocals
Mel Pritchard – all instruments & vocals


Gastmusiker:

Alan Fawkes – saxophone (“Play To The World”)
Kevin McAlea – grand piano, mini moog (“The Song”), synthesizer, hammond organ (“Sperratus”)


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop, Soft-Pop


Trackliste:

1. Love On The Line (4:46)
2. Alright Down Get Boogie (Muala Rusic) (3:54)
3. The Song (They Love To Sing) (6:15)
4. Skin Flicks (6:54)
5. Sperratus (5:04)
6. Rock 'N' Roll Lady (4:35)
7. Capricorn (4:35)
8. Play To The World (7:03)

Gesamtspieldauer: 43:50



1979 war Barclay James Harvest plötzlich nur noch ein Trio. Stuart „Woolly“ Wolstenholme hatte die Band verlassen, um sich musikalisch besser verwirklichen zu können. Und mit diesem Weggang starten die verbliebenen drei Bandmitglieder karrieretechnisch durch. Die Musik der Band wurde sehr viel poppiger und radiotauglicher und auch verkaufstechnisch deutlich erfolgreicher.

Am Sound selbst kann man am besten das Fehlen des ehemaligen Keyboarders festmachen. Zwar wird dieses Instrument noch zum Einsatz gebracht, mittels Gastmusiker und dadurch, dass sich die Bandmitglieder selbst an den Tasten versuchten, allerdings in einer nun völlig neuen Art und Weise. Das Keyboard wirkt auf „Eyes Of The Universe“ sehr viel mehr wie ein Hintergrundinstrument und wird hauptsächlich dazu eingesetzt, dem Sound die nötige Fülle zu verleihen und deutlich weniger, um melodietragend zu sein.

Ihr Gefühl für eingängige und harmonische Melodien hatte die Band aber natürlich nicht verloren. Auch wenn solch ein Song wie „Alright Down Get Boogie (Muala Rusic)“ in all seinem Pop- und Discogewand überaus gewöhnungsbedürftig ist und auf seine Art sogar richtig nervt. Auch „Love On The Line“ ist ein sehr poppiger Song, so etwas kannte man bisher noch gar nicht von Barclay James Harvest. Allerdings war dieses Lied sogar ein kleiner Single Hit. Wie bereits geschrieben, Barclay James Harvest hatte sich auf den Weg gemacht den Massenmarkt zu erobern. Und in Deutschland sollten sie dieses Vorhaben auch, vor allem mit den danach folgenden Alben, vortrefflich realisieren.

Poppig ist es auch zu Beginn bei „The Song (They Love To Sing)“. Allerdings entwickelt sich der Titel im weiteren Verlauf zu einem jetzt wieder typischen und ruhigen Lied der Band, wie es auch auf den vorherigen Alben hätte auftauchen können. Und so geht es auf „Eyes Of The Universe“ weiter, dieser Pop-Einschlag bleibt meist erhalten, aber es ist alles wieder sehr harmonisch und melodiös – wie immer bei den aus Oldham, England stammenden Musikern. Die Titel haben Wiedererkennungswert und dies schon nach dem ersten Hören.

Fazit: Die Musik von Barclay James Harvest näherte sich mit „Eyes Of The Universe“ den 80er Jahren an. Wenn man allerdings vergleicht, was andere große Bands der 70er Jahre am Übergang zum neuen Jahrzehnt so alles „verbrochen“ haben, dann zaubert das, was hier auf diesem Album geboten wird, dem Musikfreund der damaligen Zeit immerhin noch ein Lächeln auf die Lippen. Falls man als Musikkonsument nicht nur sehr kraftvollen Rock hören möchte und das Ganze auch mal etwas „weichgespült“ genießen kann, dann hat das Album etwas für den Hörer zu bieten. Auch und obwohl mit Stuart Wolstenholme der Keyboarder die Band verlassen hatte, dessen Einfluss an der Musik Barclay James Harvests man mit diesem Album erst so richtig erahnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Song (They Love To Sing), Sperratus, Rock ‘N’ Roll Lady, Play To The World