Montag, 9. April 2012

Pink Floyd – Obscured By Clouds





Pink Floyd – Obscured By Clouds


Besetzung:

David Gilmour – guitar, vocals, synthesizer
Nick Mason – percussion
Richard Wright – keyboards, vocals, synthesizer
Roger Waters – bass guitar, vocals, synthesizer


Label: EMI


Erscheinungsdatum: November 1972/ 1995 / 2011


Stil: Psychedelic Rock, Soundtrack


Trackliste:

1. Obscured By Clouds (3:05)
2. When You're In (2:31)
3. Burning Bridges (3:30)
4. The Gold It's In The ... (3:08)
5. Wots ... Uh The Deal (5:09)
6. Mudmen (4:18)
7. Childhood's End (4:34)
8. Free Four (4:17)
9. Stay (4:08)
10.Absolutely Curtains (5:51)



Bei dem Album „Obscured By Clouds“ handelt es sich um den Soundtrack zum Film „La Vallée“ von Barbet Schroeder. Damit ist dieses Album, nach „More“, bereits die zweite Zusammenarbeit Pink Floyds mit dem französischen Regisseur. Und festzuhalten bleibt: „Obscured By Clouds“ klingt meist deutlich anders als die Platten, die zeitlich gesehen um dieses Werk herum entstanden sind. Aber immer wieder lassen sich auch Parallelen zu anderen Alben Pink Floyds ziehen. Wie ein Blick in die Credits zeigt, sind hier fast alle Songs in Zusammenarbeit der Musiker entstanden, nur Gilmour (Childhood’s End) und Waters (Free Four) durchbrechen bei zwei Stücken diese Herangehensweise an das Komponieren der Musik. Des Weiteren kommt es auf dieser Platte auch zum ersten Mal zum Einsatz eines Synthesizers, um dessen Bedienung sich mit Wright, Waters und Gilmour gleich drei Bandmitglieder bemühten.

Zwei Instrumentalstücke eröffnen das Album. Da ist zum einen der Titeltrack „Obscured By Clouds“, der ganz von der Gitarre David Gilmours lebt, da hier jeder Ton sehr langgezogen wird. Ansonsten klingt das Lied sogar ein wenig düster und sphärisch. Das ändert sich sofort mit Beginn des zweiten Titels „When You’re In“, der von seiner Machart her durchaus noch ein Part vom Opener darstellen könnte. Doch hier klingt jetzt alles ein wenig treibender, rhythmischer und – asiatisch.

„Burning Bridges“ ist anschließend ein Stück, welches, von der Stimmung her, dann doch ganz gut auch auf „Meddle“ gepasst hätte. Es erinnert sehr an die ruhigeren Lieder auf Seite 1 des Vorgängers. Deutlich härter wird es dann bei „The Gold Is In The …“. Ein netter „Rocker“ und eines der wenigen härteren Lieder im Songkatalog Pink Floyds. Geradezu süßlich und relaxt klingt danach „Wot’s … Uh The Deal“. Und wie „Burning Bridges“ gehört es in die Kategorie jener ruhigeren Nummern, die auch auf dem Vorgängeralbum zu finden sind. „Mudmen“ erinnert dann schon eher an „Atom Heart Mother“. Das Lied ist eine völlig entspannte Instrumentalnummer, die von Richard Wright und David Gilmour geschrieben wurde. Und so verwundert es auch nicht, dass sowohl der Orgel, wie der Gitarre, bei diesem Stück ein sehr großer Raum eingeräumt wurde.

„Childhood’s End“ rockt dann im Anschluss daran erneut, wobei hierbei allerdings auch der psychedelische Ansatz nicht zu kurz kommt. Dazu verfügt das Lied über eine schöne Melodieführung und kann so überzeugen. Auch rockiger gibt sich „Free Four“, allerdings das Geklatsche zur Rhythmusgenerierung ist dabei zumindest gewöhnungsbedürftig. Mit „Stay“ folgt schließlich eine schöne Pianonummer, zu der auch wieder Richard Wright den Gesang beisteuert. Das Stück schwebt fast schon aus den Boxen und wirkt, bis in den letzten Takt hinein, entspannt.

Bliebe noch die letzte Nummer, „Absolutely Curtains“, auf dem Album. Dieses Stück will irgendwie so gar nicht zum Rest des Albums passen, stellt allerdings durchaus einen weiteren Höhepunkt der Platte dar. Hier geht es wieder um Atmosphäre und sonst nichts. Alles schwebt, klingt, tönt, summt und zieht sphärisch seine Kreise, bis das Lied seinem kurzen Höhepunkt in Form eines „Aaahs“ entgegenklettert. Dann klingt das Stück aus und man hört den Mapuga Stamm aus Neuguinea das Lied im Chor beenden. Alles in allem sehr ungewöhnlich und irgendwie auch beeindruckend.

Fazit: “Obscured By Clouds” hat nicht die Klasse von “Meddle”, dem Vorgänger. Und “Obscured By Clouds” nimmt auch nicht diese exponierte Stellung in der Discographie der Band ein wie „The Dark Side Of The Moon“, dem Nachfolger. “Obscured By Clouds” klingt auch sehr viel eher wie ein ganz normales Studioalbum, als wie ein Soundtrack. Klar merkt man, dass mit einigen Stücken Stimmungen erzeugt werden sollen, was wiederum allgemein keine große Überraschung ist bei einer Platte von Pink Floyd. “Obscured By Clouds” ist ein sehr ungewöhnliches Album für Pink Floyd, welches durchaus mit einigen Höhepunkten aufwarten kann, wenn einem die Musik von Pink Floyd gefällt. Mir ist das Ganze zehn Punkte wert.

Anspieltipps: Obscured By Clouds, When You're In, Burning Bridges, Mudmen, Childhood’s End, Absolutely Curtains