Mittwoch, 12. Oktober 2022

Lacuna Coil – Comalies XX

 



Lacuna Coil – Comalies XX


Besetzung:

Andrea Ferro – vocals
Marco Coti Zelati – bass, keyboards
Cristina Scabbia – vocals
Diego "Didi" Cavalotti – guitars
Richard Meiz – drums




Erscheinungsjahr: 2022


Stil: Metal


Trackliste:

1. Swamped (3:32)
2. Heaven’s A Lie (4:07)
3. Daylight Dancer (3:47)
4. Humane (3:41)
5. Self Deception (3:27)
6. Aeon (2:04)
7. Tight Rope (3:37)
8. The Ghost Woman And The Hunter (4:12)
9. Unspoken (3:39)
10. Entwined (3:52)
11. The Prophet Said (3:38)
12. Angel’s Punishment (3:24)
13. Comalies (4:31)

Gesamtspieldauer: 47:36



Lacuna Coil ist eine italienische Gothic-Metal-Band aus Mailand. Sie wurde im Jahr 1994 gegründet und hat seitdem neun Studioalben veröffentlicht. Ihre bisher bekannteste und erfolgreichste Platte heißt „Comalies“ und erschien im Jahr 2002. Nun, zwanzig Jahre später wurde dieses Album neu aufgelegt. Nein, das stimmt nicht ganz, es wurde nicht „neu aufgelegt“, es wurde neu eingespielt, die Musik in die heutige Zeit, also das Jahr 2022 übertragen.

Ein wenig skeptisch lässt mich solch ein Ansatz dieses „neue“ Album der Italiener auflegen. „Comalies“ ist eine klasse Scheibe. Gothic Rock mit ganz leicht poppigen Passagen, jedoch auch Ausflügen vom Alternative bis hin zum Metal, so könnte man die ursprüngliche Scheibe wohl am ehesten umschreiben. Und nun „Comalies XX“?

Man erkennt die Lieder durchaus noch als jene, wie sie vor zwanzig Jahren zu hören waren. Die Längen der Stücke haben sich etwas verändert, manche Gesangsparts wurden vertauscht und – der „Gothic-Anteil“ in der Musik von Lacuna Coil wurde zurückgedrängt zu Gunsten einer deutlich rockigeren, in den Metal reichenden Ausrichtung. Und während Cristina Scabbia immer noch so überzeugend und mitreißend singt, wie auf dem dritten Album, so hat sich hingegen beim Gesang von Andrea Ferro einiges getan. Dieser growlt auf „Comalies XX“ oder schreit sich die Seele aus dem Leib. Nur noch. Es ist ja nicht so, dass zwanzig Jahre zuvor nicht auch die ein oder andere guttural klingende Zeile gesungen wurde, aber nicht mit dieser Konsequenz.

Das muss man natürlich mögen und wenn man das Album in dieser Version zum ersten Mal ganz unbedarft hört, dann hat das durchaus was. Kennt man die Lieder allerdings im Original, so ist dieser Gesang zumindest gewöhnungsbedürftig. Ansonsten klingt diese rockigere Aufmachung des Albums durchaus hörenswert und bereichert sogar viele der Lieder. Durch den härteren Ansatz klingen einige der Stücke sogar noch etwas mitreißender. Das hat sich gelohnt, das mit dem Gesang jedoch… Gut, ist einfach Geschmackssache.

Fazit: „Comalies XX“ klingt deutlich härter als das Originalalbum „Comalies“. An einigen Stellen sogar mitreißender als die ursprüngliche Version, wenn man nicht zu sehr in Nostalgie schwelgt und jede Veränderung verteufelt. Doch beim Gesang sind die Italiener für mich einen Schritt zu weit gegangen, da klingt das Original sehr viel eingängiger und diesbezüglich auch abwechslungsreicher. Insgesamt stellt „Comalies XX“ jedoch eine gelungene Neueinspielung dar. Irgendwie zwar doch nicht neu – aber eben anders. Neun Punkte.

Anspieltipps: Swamped, Comalies