Posts mit dem Label Barclay James Harvest werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Barclay James Harvest werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 2. Februar 2017

Barclay James Harvest – Live Tapes




Barclay James Harvest – Live Tapes


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Pop, Soft Rock


Trackliste:

1. Child Of The Universe (6:47)
2. Rock 'n Roll Star (5:25)
3. Poor Man's Moody Blues (7:30)
4. Mockingbird (7:29)
5. Hard Hearted Woman (4:47)
6. One Night (6:35)
7. Taking Me Higher (4:41)
8. Suicide (6:46)
9. Crazy City (4:42)
10. Jonathan (6:03)
11. For No One (6:28)
12. Polk Street Rag (5:41)
13. Hymn (6:00)

Gesamtspieldauer: 1:18:55




Wer die Musik von Barclay James Harvest von deren Anfängen bis kurz vor Ende der 70er Jahre mag, die oder der wird auch „Live Tapes“ sehr mögen, denn die Lieder darauf können auch in ihren Live-Versionen absolut überzeugen. 1978 ist das Doppelalbum bei Polydor erschienen und machte aus Barclay James Harvest eine der angesagtesten Bands in Deutschland, da hier dieser Soft Rock wohl den allermeisten Zuspruch fand und sich das Album auch in den Charts platzieren konnte.

Nun, wenn man auf melodischen Rock steht, der nie zu hart wirkt und immer die eingängige Melodie an vorderster Stelle präsentiert, dann ist „Live Tapes“ das Album für die- oder denjenigen Musikhörer. Alles klingt hier melodiös, geht ins Ohr. Manch einem mag das dann vielleicht sogar ein klein wenig zu soft klingen, denn Soft Rock bis Pop – und genau den gibt es hier zu hören – ist nun mal nicht jedermanns Sache. „Live Tapes“ bietet dabei jedoch auch eine schöne Übersicht über das Schaffen von Barclay James Harvest in der ersten Bandphase, bevor sie noch mal deutlich kommerzieller wurden und klangen.

Höhepunkte des Doppelalbums sind die erste LP-Seite mit den Titeln „Child Of The Universe“, „Rock 'n Roll Star“ sowie „Poor Man's Moody Blues“. Und nicht vergessen zu erwähnen darf man an dieser Stelle auch das letzte Lied des Albums, „Hymn“, was hier noch ein wenig kraftvoller und eingängiger als in der Studioversion wirkt. Da sämtliche Lieder auf „Live Tapes“ allerdings einem ganz bestimmten Schema entsprechen, dem der Eingängigkeit, hätte ich an dieser Stelle sicherlich auch fast jeden anderen der insgesamt dreizehn Nummern als Höhepunkt betiteln können. Wer das Album kennt, wird hier ihre oder seine ganz eigenen Highlights finden – oder es verteufeln.

Fazit: Man bekommt mit „Live Tapes“ einen sehr guten Überblick über die Musik von Barclay James Harvest, von ihren Anfängen bis zum Album „Gone To Earth“. Dazu werden den Hörerinnen und Hörern auf dem Album dreizehn Lieder präsentiert, die sich darum streiten, welches am stärksten und nachhaltigsten ins Ohr geht. Das ist weicher Soft Rock, den man mag oder eben nicht. Melodisch klingt es auch jeden Fall, experimentell, hart oder schräg an keiner Stelle. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Child Of The Universe, Poor Man's Moody Blues, Hymn



Donnerstag, 4. August 2016

Barclay James Harvest – The Best Of Barclay James Harvest




Barclay James Harvest – The Best Of Barclay James Harvest


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Ursula (The Swansea Song) (2:49)
2. Brother Thrush (3:04)
3. Poor Wages (2:27)
4. Child Of Man (3:15)
5. The Joker (3:25)
6. Rock And Roll Woman (3:10)
7. Good Love Child (4:58)
8. Mocking Bird (6:35)
9. Galadriel (3:12)
10. Medicine Man (3:45)
11. The Iron Maiden (2:35)
12. Moonwater (6:53)

Gesamtspieldauer: 46:08




„The Best Of Barclay James Harvest“ erschien im Jahr 1977 und ist im Grunde genommen kein reines „Best Of…“-Album. Wie bereits bei dem 1972 erschienenen Kompilationsalbum „Early Morning Onwards“, so handelt es sich auch bei „The Best Of Barclay James Harvest“ um eine Scheibe, auf der sich Klassiker der Band aus den ersten Alben, sowie bis zu diesem Zeitpunkt rares Material befindet.

Vom ersten Album, „Barclay James Harvest“, stammen die Titel „Good Love Child“ und „The Iron Maiden“. Die zweite Platte „Once Again“ ist mit „Mocking Bird“ und „Galadriel“ vertreten. Von Album Nummer 3, „Barclay James Harvest And Other Short Stories“, stammen „Ursula (The Swansea Song)“ und „Medicine Man“. Schließlich findet sich auch noch „Moonwater“ von der Platte Nummer 4, „Baby James Harvest“ auf dieser Zusammenstellung. Bleiben noch drei Titel, nämlich „Brother Thrush“, „Poor Wages“ und „Child Of Man“. Diese waren ursprünglich Singles oder Singles B-Seiten aus den 60er Jahren, noch vor der ersten Albumveröffentlichung der Band. Diese drei Nummern wurden auf LP dann erstmals auf dem bereits erwähnten „Early Morning Onwards“ veröffentlicht und stellen gleichzeitig Bonus Tracks der remasterten CD-Wiederveröffentlichungen von „Barclay James Harvest“ und „Baby James Harvest“ dar. Bleibt schließlich noch die ehemalige Single „Rock And Roll Woman“ und deren B-Seite „The Joker“ aus dem Jahr 1973, die hier zum ersten Mal auf LP gepresst wurden. Diese beiden Titel stellen inzwischen allerdings ebenfalls Bonus-Material der remasterten CD-Wiederveröffentlichung von „Baby James Harvest“ dar.

Was damals, bei Erscheinen dieses „The Best Of Barclay James Harvest“-Albums, eine Rarität war, wird heute in Form von Bonus-Material den ursprünglichen Album-Wiederveröffentlichungen beigemischt. Das wiederum bedeutet, dass diese Platte allenfalls etwas für den Fan darstellt, der Sammler ist und jede Veröffentlichung „seiner“ Band besitzen möchte. Für alle anderen ist „The Best Of Barclay James Harvest“ absolut uninteressant, wenn sie denn die ersten vier Alben in der wiederveröffentlichten Version besitzen. Die ursprünglich noch nicht oder nur auf „Early Morning Onwards“ veröffentlichten Stücke, klingen nach sanftem 60ies Pop, ganz im Stil von Barclay James Harvest in den Anfangsjahren. Als B-Ware, die zu Recht ursprünglich auf keinem regulären Album Platz fand, kann man diese Titel keineswegs ausmachen, sodass Freunde der frühen Musik der Band auch diese Stücke mögen werden.

Fazit: „The Best Of Barclay James Harvest“ ist nur etwas für Fans der Band, die ihre Sammlung mit Veröffentlichungen von Barclay James Harvest komplettieren möchte. Die Platte wurde niemals auf CD veröffentlicht und stellt somit eher ein Sammlerstück dar. Zu hören gibt es darauf unaufgeregte und sehr melodische Pop-Musik, aus den späten 60ern und frühen 70ern. Wer auf das melodiöse in der Musik steht, dem seinen von daher die ersten vier, remasterten Alben von Barclay James Harvest empfohlen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ursula und Brother Thrush und…



Donnerstag, 26. Mai 2016

Barclay James Harvest – Early Morning Onwards




Barclay James Harvest – Early Morning Onwards


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Pop, Rock


Trackliste:

1. Early Morning (2:29)
2. Poor Wages (2:29)
3. Brother Thrush (3:04)
4. Mr. Sunshine (2:50)
5. Taking Some Time On (5:25)
6. Mother Dear (3:15)
7. Mocking Bird (6:33)
8. Song With No Meaning (4:16)
9. I’m Over You (3:47)
10. Child Of Man (3:16)
11. After The Day (4:36)

Gesamtspieldauer: 42:00



Bei dem Album „Early Morning Onwards“ von Barclay James Harvest handelt es sich um eine Art „Best Of…“-Platte in Verbindung mit Raritäten aus der Anfangszeit der Band. Alle Aufnahmen stammen aus den Jahren 1968 bis 1972. Dabei ist das Album „Barclay James Harvest“ mit zwei Titeln vertreten, von der Platte „Barclay James Harvest And Other Short Stories“ stammen ebenfalls zwei Nummern und schließlich mit „Mocking Bird“ noch ein Titel von „Once Again“. Die restlichen sechs Lieder sind nicht auf Platte erschienene Nummern, die im Falle von „Early Morning“, „Poor Wages“, „Brother Thrush“ und „Mr. Sunshine“ noch in den 60er Jahren, 1968 und 1969, also vor dem ersten Album entstanden, im Falle von „I’m Over You“ und „Child Of Man“ aus dem Jahr 1972 stammen. Diese Lieder waren zu ihrer Zeit Singles oder B-Seiten von Singles.

Inzwischen sind diese Titel Bonus-Material der remasterten Wiederveröffentlichungen der einzelnen Barclay James Harvest Alben. Die ersten vier genannten Lieder gibt es als Zugabe auf dem ersten Album „Barclay James Harvest“, die beiden Titel „I’m Over You“ und „Child Of Man“ wurden der Wiederveröffentlichung des Albums „Baby James Harvest“ beigefügt. Den Entstehungsdaten der einzelnen Lieder wurde also Rechnung getragen.

Musikalisch reihen sich diese Lieder sehr gut in den Kontext der ersten Album-Veröffentlichungen von Barclay James Harvest ein. Zu hören gibt es also sanften Pop bis Rock, der in den 60er Jahren verwurzelt ist. Der Musik von Barclay James Harvest wird dabei auch immer ein gewisser Anteil an Progressive Rock zugeschrieben, den ich in diesem Fall allerdings nicht zu vernehmen mag. Alles klingt melodiös, sehr sanft und sehr weich und eben auch poppig.

Fazit: „Early Morning Onwards“ von Barclay James Harvest ist sicherlich eher ein Sammler-Stück, als eine Platte, die man aus musikalischen Gründen heraus besitzen müsste. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die hier enthaltenen „raren“ Aufnahmen inzwischen eben gar nicht mehr so selten sind und nun Zugaben der Album-Wiederveröffentlichungen darstellen. Die Platte selbst wurde allerdings nie auf Compact Disc veröffentlicht. Zu hören gibt es auf „Early Morning Onwards“ sanften 60ies und 70ies Pop, der typisch ist für die Musik von Barclay James Harvest zur damaligen Zeit. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Early Morning und Poor Wages und…



Mittwoch, 16. Januar 2013

Barclay James Harvest – Eyes Of The Universe




Barclay James Harvest – Eyes Of The Universe


Besetzung:

John Lees – all instruments & vocals
Les Holroyd – all instruments & vocals
Mel Pritchard – all instruments & vocals


Gastmusiker:

Alan Fawkes – saxophone (“Play To The World”)
Kevin McAlea – grand piano, mini moog (“The Song”), synthesizer, hammond organ (“Sperratus”)


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1979


Stil: Pop, Soft-Pop


Trackliste:

1. Love On The Line (4:46)
2. Alright Down Get Boogie (Muala Rusic) (3:54)
3. The Song (They Love To Sing) (6:15)
4. Skin Flicks (6:54)
5. Sperratus (5:04)
6. Rock 'N' Roll Lady (4:35)
7. Capricorn (4:35)
8. Play To The World (7:03)

Gesamtspieldauer: 43:50




1979 war Barclay James Harvest plötzlich nur noch ein Trio. Stuart „Woolly“ Wolstenholme hatte die Band verlassen, um sich musikalisch besser verwirklichen zu können. Und mit diesem Weggang starten die verbliebenen drei Bandmitglieder karrieretechnisch durch. Die Musik der Band wurde sehr viel poppiger und radiotauglicher und auch verkaufstechnisch deutlich erfolgreicher.

Am Sound selbst kann man am besten das Fehlen des ehemaligen Keyboarders festmachen. Zwar wird dieses Instrument noch zum Einsatz gebracht, mittels Gastmusiker und dadurch, dass sich die Bandmitglieder selbst an den Tasten versuchten, allerdings in einer nun völlig neuen Art und Weise. Das Keyboard wirkt auf „Eyes Of The Universe“ sehr viel mehr wie ein Hintergrundinstrument und wird hauptsächlich dazu eingesetzt, dem Sound die nötige Fülle zu verleihen und deutlich weniger, um melodietragend zu sein.

Ihr Gefühl für eingängige und harmonische Melodien hatte die Band aber natürlich nicht verloren. Auch wenn solch ein Song wie „Alright Down Get Boogie (Muala Rusic)“ in all seinem Pop- und Discogewand überaus gewöhnungsbedürftig ist und auf seine Art sogar richtig nervt. Auch „Love On The Line“ ist ein sehr poppiger Song, so etwas kannte man bisher noch gar nicht von Barclay James Harvest. Allerdings war dieses Lied sogar ein kleiner Single Hit. Wie bereits geschrieben, Barclay James Harvest hatte sich auf den Weg gemacht den Massenmarkt zu erobern. Und in Deutschland sollten sie dieses Vorhaben auch, vor allem mit den danach folgenden Alben, vortrefflich realisieren.

Poppig ist es auch zu Beginn bei „The Song (They Love To Sing)“. Allerdings entwickelt sich der Titel im weiteren Verlauf zu einem jetzt wieder typischen und ruhigen Lied der Band, wie es auch auf den vorherigen Alben hätte auftauchen können. Und so geht es auf „Eyes Of The Universe“ weiter, dieser Pop-Einschlag bleibt meist erhalten, aber es ist alles wieder sehr harmonisch und melodiös – wie immer bei den aus Oldham, England stammenden Musikern. Die Titel haben Wiedererkennungswert und dies schon nach dem ersten Hören.

Fazit: Die Musik von Barclay James Harvest näherte sich mit „Eyes Of The Universe“ den 80er Jahren an. Wenn man allerdings vergleicht, was andere große Bands der 70er Jahre am Übergang zum neuen Jahrzehnt so alles „verbrochen“ haben, dann zaubert das, was hier auf diesem Album geboten wird, dem Musikfreund der damaligen Zeit immerhin noch ein Lächeln auf die Lippen. Falls man als Musikkonsument nicht nur sehr kraftvollen Rock hören möchte und das Ganze auch mal etwas „weichgespült“ genießen kann, dann hat das Album etwas für den Hörer zu bieten. Auch und obwohl mit Stuart Wolstenholme der Keyboarder die Band verlassen hatte, dessen Einfluss an der Musik Barclay James Harvests man mit diesem Album erst so richtig erahnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: The Song (They Love To Sing), Sperratus, Rock ‘N’ Roll Lady, Play To The World




Sonntag, 23. Dezember 2012

Barclay James Harvest – XII




Barclay James Harvest – XII


Besetzung:

John Lees – guitars, fender telecaster, vocals
Les Holroyd – guitars, bass, banjo, bass, piano, fender telecaster, vocals
Mel Pritchard – percussion, drums
Stewart "Woolly" Wolstenholme – piano, synthesizer, 12-string guitars, mellotron, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Soft-Rock, Soft-Pop


Trackliste:

1. Loving Is Easy (Fantasy) (4:05)
2. Berlin (4:56)
3. A Tale Of Two Sixties (3:35)
4. Turning In Circles (3:32)
5. Fact: The Closed Shop (3:49)
6. In Search Of England (4:19)
7. Sip Of Wine (4:31)
8. Harbour (3:49)
9. Nova Lepidoptera (5:59)
10. Giving It Up (4:49)
11. Fiction: The Streets Of San Francisco (5:47)


Bonus Tracks:

12. Berlin (Single Edit) (4:12)
13. Loving Is Easy (3:48)
14. Turning In Circles (First Mix) (3:34)
15. The Closed Shop (First Mix) (3:50)
16. Nova Lepidoptera (Ambient Mix) (7:07)

Gesamtspieldauer: 1:11:42




Ihr neuntes Studioalbum, welches 1978 erschien, nannten die Schmuserocker von Barclay James Harvest „XII“. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass sie in ihrer Zählweise die bis dahin erschienen zwei Live-Alben sowie die Kompilation „Early Morning Onwards“ mitrechneten. Von der Musik her bewegen sich die Briten dabei genau in der Tradition ihrer vorherigen Werke. Alles klingt überaus harmonisch und melodiös, da verirrt sich kein „ungewöhnlicher“ Ton in eines der Lieder, alles ist harmonisch durchdacht und diesbezüglich ausgereift.

Für die Lieder zeichneten sich wieder vor allem John Lees und Les Holroyd aus. Zwei Stücke jedoch stammen aus der Feder Woolly Wolstenholmes. Dies wären die Lieder „Harbour“ und „In Search Of England“. Letztere Nummer ist sehr viel symphonischer gehalten als der Rest der Platte und damit durchaus eine willkommene Abwechslung. Beide Titel stellen gleichzeitig die letzten Beiträge Stuart Wolstenholmes für Barclay James Harvest dar, denn nach „XII“ verließ er die Band, um sich seiner Solo-Karriere zu widmen und mehr die Musik verwirklichen zu können, die ihm vorschwebte.

Es gibt nichts Überraschendes auf „XII“. Es ist genau die Musik, die man erwartet, wenn man auch die vorherigen Alben der Band kennt. Die ganz großen Höhepunkte, die sonst auch immer auf den ersten sieben Platten zu entdecken waren, diese „Übersongs“, die fehlen hier allerdings. Aber nichtsdestotrotz, handwerklich sehr gut gemacht sind alle Stücke. Der Barclay James Harvest Fan wird begeistert sein, der eingeschlagene und typische Weg, den die Band beschritt, der wurde hier konsequent fortgesetzt.

Als zugaben auf der remasterten Fassung gibt es fünf Titel des offiziellen Albums in etwas anderen Abmischungen. Ganz interessant sicherlich, essentiell allerdings nicht.

Fazit: Wenn ich mir ein Album von Barclay James Harvest kaufe, dann möchte ich auch genau diese Musik hören. Für mich muss sich eine Band nicht immer wieder neu erfinden, immer wieder etwas ganz Neues bringen. Aber dann kommt mir da ein Spruch aus der Metzgerei in den Sinn: „Darf’s auch etwas mehr sein?“ Nein, muss es nicht - aber es darf. Diese absoluten Ohrwürmer, für die Barclay James Harvest nämlich auch immer stand, die fehlen mir ein wenig auf „XII“. Und genau das macht auch den Ausschlag, dass für mich „XII“ ein durchschnittliches Album geworden ist und eben kein richtig gutes mehr. Aber neun Punkte sind das schon noch. Auch wegen der drei unten angegebenen und dann doch wieder überzeugenden Anspieltipps.

Anspieltipps: Berlin, Fact: The Closed Shop, Fiction: The Streets Of San Francisco




Mittwoch, 12. Dezember 2012

Barclay James Harvest – Gone To Earth




Barclay James Harvest – Gone To Earth


Besetzung:

John Lees – guitars, vocals
Les Holroyd – bass, vocals, guitars, keyboards
Mel Pritchard – percussion, drums
Stewart Wooly Wolstenholme – keyboards, vocals, mellotron


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: ArtRock, Soft-Rock, Pop


Trackliste:

1. Hymn (5:12)
2. Love Is Like A Violin (4:07)
3. Friend Of Mine (3:37)
4. Poor Man's Moody Blues (6:59)
5. Hard Hearted Woman (4:29)
6. Sea Of Tranquility (4:05)
7. Spirit On The Water (4:51)
8. Leper's Song (3:37)
9. Taking Me Higher (3:25)


Bonus Tracks:

10. Lied (5:08)
11. Our Kid's Kid (4:02)
12. Hymn (4:29)
13. Friend Of Mine (3:04)
14. Medicine Man (live) (11:53)

Gesamtspieldauer: 1:08:58




Ihr achtes Studioalbum versah die englische Band Barclay James Harvest mit dem Titel „Gone To Earth“. 1977 erschien es und stellt heute jenes Album dar, welches sich am sechstlängsten in den deutschen Album-Charts halten konnte. Festzuhalten bleibt darüber hinaus, dass „Gone To Earth“ ein sehr „ruhiges“ Album wurde, bei dem Harmonie und Melodiösität an allererster Stelle stehen. Kein schräger Ton, keine noch so kleine Disharmonie haben sich auf die Platte verirrt, sodass man beim Hören quasi in Weichheit und Süße zu ertrinken droht.

Und das muss im Falle dieser Veröffentlichung noch nicht einmal etwas Negatives bedeuten, denn ein paar der intensivsten und eindringlichsten Lieder im Songkatalog der Band befinden sich auf der Platte. Da wäre zum Beispiel gleich der Opener „Hymn“ zu nennen, wahrscheinlich sogar das bekannteste Lied Barclay James Harvests. Eine packende Anti-Drogen-Nummer, die sofort ins Ohr geht und auch viele Jahre nach dem ersten Hören nichts an ihrer Intensität verliert.

Oder aber das ironische „Poor Man‘s Moody Blues“. Genau so wurde Barclay James Harvest nämlich von seinen Kritikern geschimpft. Und so zeugt diese Version des Moody Blues Titels „Nights In White Satin“ von einer gehörigen Portion Humor und das in einer überaus gelungenen Art und Weise. Ebenfalls sehr hörenswert ist das Stück „Hard Hearted Woman“, bei dem man zu Beginn diesen überaus typischen Barclay James Harvest Gitarrenklang zu hören bekommt.

Etwas aus der Reihe im Songkatalog des Albums fällt „Sea Of Tranquility“. Dieses Stück ist der einzige Track, den Stuart Wolstenholme zum Album beigetragen hat. Die anderen Titel stammen alle aus der Feder von John Lees und Les Holroyd. In tiefste Synthesizer- und Keyboard-Sounds getränkt, klingt dieses Lied fast schon pastoral und könnte phasenweise einem kirchlichen Choral entsprungen sein.

Die restlichen Stücke sind meist ebenfalls sehr getragen. Nur „Friend Of Mine“ und „Leper’s Song“ verfügen über einen gewissen Groove, wobei aber vor allem erstgenannte Nummer jedoch so gar nicht überzeugen kann.

Die remasterte Fassung des Albums wurde mit reichlich Bonusmaterial versehen. „Lied“ passt stilistisch perfekt auf das Album. Wieder ein sehr ruhiger und melodiöser Titel, der bisher noch nicht veröffentlicht worden war. „Our Kid's Kid“ stellt die B-Seite der Single-Auskopplung von „Hymn“ dar. Ein ganz nettes, etwas flotteres Lied, welches ein bisschen in die folkige Ecke geht. Der nächste Titel ist dann die Single-Version von „Hymn“, etwas kürzer als das Album-Original, gefolgt von der ebenfalls etwas gekürzten Single-Ausgabe des Stücks „Friend Of Mine“. Bliebe schließlich noch eine fast zwölfminütige Live-Version des BJH-Klassikers „Medicine Man“. Und diese Variante des Liedes ist richtig gut und spannend, wenn auch der Sound ein wenig zu wünschen übrig lässt. Aber hier wird jetzt auch mal exzessiv gerockt und gegroovt. Macht Spaß diese Nummer auch mal etwas „härter“ präsentiert zu bekommen.

Fazit: Einige Klassiker Barclay James Harvests befinden sich auf „Gone To Earth“. Dazu ist alles irgendwie schön und harmonisch anzuhören. Das mag für den einen oder anderen ein wenig langweilig sein, aber manchmal befinde zumindest ich mich genau in der Stimmung für genau diese Musik. Auch die fünf Zugaben haben durchaus ihren Reiz, sodass „Gone To Earth“ eines der guten Alben der Band ist. Elf Punkte.

Anspieltipps: Hymn, Poor Man's Moody Blues, Hard Hearted Woman, Sea Of Tranquility, Medicine Man (live)






Montag, 3. September 2012

Barclay James Harvest – Octoberon





Barclay James Harvest
– Octoberon



Besetzung:

John Lees – guitars, vocals, harmony vocals
Les Holroyd – acoustic guitar, bass, vocals, harmony vocals
Mel Pritchard – percussion, drums
Stewart Wooly Wolstenholme – keyboards, vocals


Gastmusiker:

Richie Close – conductor, vocal arrangement, string arrangements


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: ArtRock, Soft-Rock, Pop


Trackliste:

1. The World Goes On (6:31)
2. May Day (7:58)
3. Ra (7:21)
4. Rock’n’Roll Star (5:18)
5. Polk Street Rag (5:39)
6. Believe In Me (4:23)
7. Suicide? (8:00)
8. Rock’n’Roll Star (Early Mix) (4:56)
9. Polk Street Rag (First Mix) (5:34)
10. Ra (First Mix) (7:24)
11. Rock’n’Roll Star (Recorded At Marquee Studios) (3:19)
12. Suicide? (First Mix) (7:54)

Gesamtspieldauer: 1:14:15




„Octoberon“ ist das achte Album der britischen Schmuserocker von Barclay James Harvest, wenn man die „Live“-Platte von 1974 mitrechnet. Auf diesem siebten Studioalbum beweisen die vier Musiker einmal mehr, dass sie ein Gespür für sehr eingängige Melodien haben. Dabei klingt alles allerdings sehr weichgespült, obwohl sich mit „Rock’n’Roll Star“ und „Polk Street Rag“ sogar zwei Songs auf dem Album befinden, die tatsächlich versuchen ein wenig zu rocken. Bei „Rock’n’Roll Star“ ist dieser Ansatz jedoch auf wenige Takte beschränkt und schon befindet man sich wieder in typischen, harmonischen Barclay James Harvest Klangwelten mit mehrstimmigen Hintergrundchören. „Polk Street Rag“ rockt dagegen nicht nur fast schon aggressiv los, sondern hält diese Stimmung auch das ganze Lied über bei. Viel anfangen kann man mit diesem Stück allerdings trotzdem nicht.

Die anderen fünf, ursprünglich auf der Platte enthaltenen Stücke, sind dann schon sehr viel bezeichnender für Barclay James Harvest. „The World Goes On“ ist so ein typischer Schmusesong mit ganz viel Streichern, bei der die Band haarscharf an Genres heranreicht, die sie garantiert nicht bedienen möchte. Deutlich besser gelungen ist da schon das knapp achtminütige „May Day“. Nicht so seicht und trotzdem mit einer schönen und eingängigen Melodie ausgestattet. Und schließlich wird das Lied richtig hymnisch, wenn der Chor im zweiten Teil des Liedes intoniert.

„Ra“, der Beitrag Wooly Wolstenholmes zum Album, klingt ein wenig nach Filmmusik. Ein Historienfilm könnte damit perfekt untermalt werden. Zumindest mit dem Beginn und dem Ende des Stücks. Der Zwischenteil wirkt da fast schon ein wenig langweilig. „Believe In Me“ ist dann wieder so ein Barclay James Harvest Stück, welches sich auch auf einer der vorherigen Platten befinden könnte. Melodiös, mehrstimmiger Gesang – genau die Zutaten, für die die Band von Beginn an stand.

Bliebe noch das ursprünglich letzte Stück „Suicide?“. Auch diese Nummer geht schnell ins Ohr, wirkt mitunter ein wenig pathetisch und auch traurig. Das Interessante ist sicherlich das Ende des Stücks, bei dem der Text noch mal nachgestellt wird in Form eines Tondokuments, welches dann auch dem Titel entsprechend drastisch endet.

Fünf Zugaben gibt es noch auf der remasterten Version der Platte, bei denen es sich allerdings nur um alternative Versionen der regulären Tracks handelt. Essentiell ist das alles dann nicht mehr.

Fazit: „Octoberon“ ist wahrlich kein schlechtes Barclay James Harvest Album. Alle Zutaten, die diese Band ausmachen, finden sich auch auf dieser Veröffentlichung. Richtig begeistern können die einzelnen Stücke aber immer nur ansatzweise. Barclay James Harvest Fans werden das natürlich deutlich anders sehen beziehungsweise hören - alle anderen finden „Octoberon“ vielleicht noch ganz nett. Ganz nett mit einigen Längen. Aber doch noch neun Punkte wert.

Anspieltipps: May Day, Ra, Rock’n’Roll Star, Suicide?



Donnerstag, 12. Juli 2012

Barclay James Harvest – Time Honoured Ghosts





Barclay James Harvest – Time Honoured Ghosts


Besetzung:

John Lees – lead guitar, acoustic guitar, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion
Les Holroyd – bass, acoustic guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1975 / 2003


Stil: ArtPop, Symphonic Rock, Pop, Rock


Trackliste:

1. In My Life (4:41)
2. Sweet Jesus (3:30)
3. Titles (3:49)
4. Jonathan (4:48)
5. Beyond The Grave (4:08)
6. Song For You (5:21)
7. Hymn For The Children (3:41)
8. Moongirl (4:52)
9. One Night (5:25)


Bonus Track:

10. Child Of The Universe (Remake for planned US Single) (2:48)




1975 veröffentlichte die englische Band Barclay James Harvest ihr sechstes Album mit dem Titel „Time Honoured Ghosts“. Die Stücke stammen dabei hauptsächlich von Les Holroyd und John Lees. „Beyond The Grave“ wurde noch von Stuart Wolstenholme beigesteuert und bei „Titles“ handelt es sich um ein traditionelles Lied, welches von John Lees neu arrangiert wurde.

Die Platter startet gleich richtig gut durch und wer auf mellotron-geschwängerte Musik steht, der kommt mit „In My Life“ bestens auf seine Kosten. Hier klingen Barclay James Harvest so überaus typisch, dass dieses Lied stellvertretend für viele andere Songs der Band stehen könnte. Richtig gut gemacht. Das kann man für den nächsten Titel allerdings nicht mehr behaupten. Barclay James Harvest verarbeiteten in ihren Liedern auch immer religiöse Themen, dass diese allerdings so was von schwülstig dargeboten werden, stellt glücklicherweise eine Ausnahme dar.

„Titles“ ist das dritte Stück des Albums und leider auch ein wenig langweilig geraten. Irgendwie fehlt hier das Feuer in dem Song. Textlich hat sich John Lees dabei in Strophe und Refrain den Scherz erlaubt, eine kleine Reminiszenz an die Beatles darzubieten. Als Beispiel hierfür mal die Textzeilen des Refrains: „Lady Madonna let it be, Something in the way you moved me, Yesterday, All you need is love so they say“. So ist der Name des Stücks auch gleichzeitig “Omen”. Besser wird das Lied dadurch jedoch leider auch nicht. Es schafft es nicht einen richtig zu packen.

„Johnathan“ ist im Anschluss daran sehr ruhig gehalten und wird im weiteren Verlauf richtiggehend elegisch. Das Mellotron zaubert wieder einen breiten und satten Klangteppich, auf dem es sich herrlich herumwälzen lässt. „Beyond The Grave“ ist schließlich Stuart Wolstenholmes Auftritt. Und auch hier bleibt festzuhalten: Das hat er schon mal besser gemacht. Klar, alles klingt wieder fett und vollgesogen, das Mellotron und die Synthesizer geben ihr Bestes, allerdings langweilt das Ergebnis ein wenig. Das wirkt nicht nur beim Gesang zu süß und getragen, dem Lied fehlt es an dem gewissen Etwas, welches die guten von den schlechten Nummern trennt.

„Song For You“ rockt dann sogar ein wenig los. Die Gitarre klingt und auch der Orgellauf kommt richtig gut rüber. Eine schöne Abwechslung. In der Mitte des Liedes kommt es dann zum Stilbruch und die zarteren Töne sind wieder angesagt. Sehr melodiös geht es dann mit „Hymn For The Children“ weiter. Schön und eingängig ist dieses ruhige Stück und erinnert damit auch an die vielen ruhigen Nummern der ersten Platten, denn in genau dieser Tradition steht „Hymn For The Children“. Und so geht es mit „Moongirl“ auch weiter. Klar Fans der „härteren Töne“ werden hier Schwierigkeiten haben, das ist wahrlich weichgespült und allzu lieblich, was hier jetzt zu hören ist. Aber es bleibt trotzdem hängen.

Beendet wird das ursprüngliche Album durch das Stück „One Night“. Auch dieses Stück ist eingängig und melodiös, wenn sich hier auch der Text immer wieder nur allzu platt anhört. Und dieser befindet sich so, zumindest im Refrain, wohl bereits in einhundert anderen Stücken anderer Bands. Die Zugaben sind dieses Mal auf der remasterten Fassung sehr spartanisch. Es handelt sich nur um ein Stück: „Child Of The Universe“. Das ist natürlich ein guter Song, befindet sich allerdings bereits schon als Bonus Track auf dem Vorgängeralbum – und dort auch noch in einer längeren Version.

Fazit: An den Vorgänger kommt „Time Honoured Ghosts“ nicht heran. Dazu befindet sich einfach zu viel durchschnittliches Material auf der Platte. Klar gibt es hier auch Höhepunkte, diese haben allerdings nicht dieselbe Höhe, wie manch anderer Song auf anderen Platten von Barclay James Harvest. Somit stellt „Time Honoured Ghosts“ sicher kein schlechtes Album dar, allerdings kommt es über den Stand des Durchschnitts auch nicht heraus. Acht Punkte.

Anspieltipps: In My Life, Jonathan, Hymn For The Children, Moongirl, One Night



Sonntag, 8. Juli 2012

Barclay James Harvest – Everyone Is Everybody Else





Barclay James Harvest
– Everyone Is Everybody Else



Besetzung:

John Lees – lead guitar, acoustic guitar, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion
Les Holroyd – bass, acoustic guitar, rhythm guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1974 / 2003


Stil: ArtPop, Symphonic Rock, Pop, Rock


Trackliste:

1. Child Of The Universe (5:07)
2. Negative Earth (5:33)
3. Paper Wings (4:19)
4. The Great 1974 Mining Disaster (4:45)
5. Crazy City (4:08)
6. See Me See You (4:37)
7. Poor Boy Blues (3:05)
8. Mill Boys (2:47)
9. For No One (5:12)


Bonus Tracks:

10. Child Of The Universe (US Single Version) (2:55)
11. The Great 1974 Mining Disaster (Original Mix) (4:51)
12. Maestoso (A Hymn In The Roof Of The World) (5:30)
13. Negative Earth (Original Mix) (5:37)
14. Child Of The Universe (Remake for planned US Single) (3:37)




Dieses Mal ließ sich Barclay James Harvest deutlich mehr Zeit, bis die britische Band ihr fünftes Album veröffentlichte. 1974 erschien die Platte „Everyone Is Everybody Else“, welche auch bei einem neuen Label eingespielt wurde. Polydor hieß nun die neue Plattenfirma. Und noch etwas hatte sich geändert. Woolly Wolstenholme war bei keinem Titel mehr am kompositorischen Prozess beteiligt. Lediglich auf der remasterten und erweiterten Veröffentlichung aus dem Jahr 2003, ist unter den Bonus-Titeln ein Song von ihm zu finden. Sonst sind es John Lees und Les Holroyd, die die Ideen und Lieder für das Album einbrachten. Dabei bekam Les Holroyd noch zweimal Unterstützung von Mel Pritchard.

Die etwas längere Pause hat der Band sichtlich gut getan. Denn suchte man auf „Baby James Harvest“ diese wirklich tollen Songs noch vergeblich, so gibt es diese wieder auf „Everyone Is Everybody Else“. Mit solch einem Stück startet das Album auch gleich „Child Of The Universe“ ist ein Barclay James Harvest Klassiker, wenn nicht sogar das bekannteste Lied der Band. Das Stück hat eine klasse Melodie, die sofort ins Ohr geht, das Piano ist das beherrschende Element des Liedes und alles ist bestens aufeinander abgestimmt. Nichts ist hier pathetisch oder schwülstig und ausgeblendet wird das Lied zusätzlich noch mit einem schönen Gitarrensolo.

„Negative Earth“ ist eine ebenfalls melodiöse, allerdings auch groovende Nummer, bei der die Moll-Akkorde überwiegen. Bei „Paper Wings“ klingt es dann immer wieder orchestral, obwohl auf den Einsatz eines Orchesters aus Kostengründen verzichtet wurde. Allerdings wird hier auch mit dem Synthesizer eine tolle Atmosphäre geschaffen. Das ist Soft-Rock in Vollendung, bei dem man trotzdem nicht wegdämmert. Hier ist alles viel zu spannend arrangiert und kann immer wieder in verschiedenen Passagen auch durchaus als progressiv bezeichnet werden. Diese Teile sind es auch, die dann dem Lied auch einen ganz anderen, völlig neuen Drive verpassen. Eine richtig gelungene Nummer ist das.

Auch „The Great 1974 Mining Disaster” macht Spaß, wenn es auch nicht ganz an die drei Vorgänger heranreicht. Aber eine gewisse Eingängigkeit und Harmonie kann man diesem Lied wahrlich nicht absprechen. Ganz anders präsentiert sich „Crazy City“. Hier wird jetzt gerockt. Die Gitarre ist stark verzerrt bis, ja bis alles doch wieder ganz harmonisch und melodiös wird, immer wieder nur kurz aufgelockert von den Gitarreneinsätzen. Schön hier auch der mehrstimmige Gesangspart. „See Me See You“ ist dagegen ein wenig langweilig und langatmig geworden und dies bei einer Dauer von nur etwas über viereinhalb Minuten. Auch nicht besser ist der nächste Track mit dem Namen „Poor Boy Blues“, der ein bisschen folkig ist. Hier erinnern Barclay James Harvest fast ein wenig an Crosby, Stills & Nash, was durch den mehrstimmigen Gesang und die elektrische Gitarre im Hintergrund vermittelt wird. Fast nahtlos geht es dann in den Song „Mill Boys“ über, der ganz im Stile seines Vorgängers gehalten ist. Und irgendwie scheint es an dieser Stelle so, als hätten die vier Musiker ihr Pulver bereits am Anfang des Albums verschossen.

Aber da gibt es ja noch den ursprünglich letzten Titel des Albums: „For No One“. Und hier klingen Barclay James Harvest jetzt auch wieder nach Barclay James Harvest und nicht nach irgendeiner anderen Band. Das Lied bildete einen schönen und runden Abschluss für das Album, denn hier tönt wieder alles. Man hört diesen für die Band typischen Gitarrensound, alles ist perfekt arrangiert und passt einfach.

Fünf Zugaben wurden auf die remasterte Fassung des Jahres 2003 gepackt. Zwei davon sind alternative Versionen des Stückes „Child Of The Universe“, die nicht an die Originalfassung heranreichen, da sie auch deutlich verkürzt wurden. Bei „The Great 1974 Mining Disaster“ und „Negative Earth“ handelt es sich um die ursprünglichen Mixe der Lieder. „Maestoso (A Hymn In The Roof Of The World)“ ist das oben bereits erwähnte Stück von Stuart Wolstenholme. Und dieses Stück stellt eine wirklich sinnvolle Zugabe für das Album dar. Sehr orchestral klingt die Nummer, obwohl man hier auch nur Synthesizer hört. Alles ist sehr aufregend und die Luft ist geladen, als ob sich gerade ein Gewitter am Himmel zusammenbraut. Dann entspannt sich diese Atmosphäre ein wenig, um dann doch wieder loszuschlagen. Ein bisschen steht das Stück in direkter Reihe von „The Poet“ und „Moonwater“ aus den letzten beiden Alben. An „The Poet“ reicht es vielleicht nicht ganz heran, ist jedoch deutlich besser gelungen als „Moonwater“.

Fazit: Die erste Hälfte des Albums ist Barclay James Harvest deutlich besser gelungen als die zweite Hälfte. Mit Ausnahme von „For No One“ sind dort nämlich nur Songs vertreten, die irgendwie gar nicht für die Musik von Barclay James Harvest stehen. Aber die gibt es ja zu Genüge am Anfang der Platte. Und gerade da macht diese auch richtig Spaß. Hier klingt alles, ist melodiös, toll arrangiert und kann fesseln. „Everyone Is Everybody Else“ war wieder ein Schritt in die richtige Richtung der englischen Band. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Child Of The Universe, Negative Earth, Paper Wings, The Great 1974 Mining Disaster, For No One, Maestoso (A Hymn In The Roof Of The World)



Mittwoch, 27. Juni 2012

Barclay James Harvest – Baby James Harvest





Barclay James Harvest – Baby James Harvest


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Gastmusiker:

Barclay James Harvest Symphony Orchestra


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Pop


Trackliste:

1. Crazy Over (You) (4:17)
2. Delph Town Morn (4:48)
3. Summer Soldier (10:28)
4. Thank You (4:24)
5. One Hundred Thousand Smiles Out (6:05 )
6. Moonwater (7:30)


Bonus Tracks:

7. Child Of Man (3:21)
8. I'm Over You (3:53)
9. When The City Sleeps (4:16)
10. Breathless (3:09)
11. Thank You (Alternate Version) (4:27)
12. Medicine Man (4:29)
13. Rock And Roll Woman (3:18)
14. The Joker (3:32)
15. Child Of Man (BBC Session) (3:37)
16. Moonwater (7:20)




1972 erschien bereits das vierte Album der britischen Band Barclay James Harvest mit dem Titel „Baby James Harvest“. Die vier Musiker waren Anfang der 70er Jahre wahrlich produktiv - der Erfolg, den man an verkauften Platten ausmachen kann, der stellte sich allerdings noch nicht so richtig ein. Zudem war das Produzieren von Platten mit dem „Barclay James Harvest Symphony Orchestra“, welches die Instrumentierung der orchestralen Parts übernahm, eine überaus kostspielige Sache geworden, sodass dieses Album hier auch einen Einschnitt bedeutete. Zum einen trennten sich die Wege Barclay James Harvests nach der Veröffentlichung der Platte mit ihrer damaligen Plattenfirma Harvest, zum anderen sollten die künftigen Veröffentlichungen deutlich weniger orchestral instrumentiert sein. Das „Barclay James Harvest Symphony Orchestra“, welches ursprünglich „The London Symphonia“ hieß, gab es nach dieser Veröffentlichung nicht mehr.

Allerdings hat es hier auf „Baby James Harvest“ auch irgendwie nicht mehr funktioniert. Konnte man sich auf „Barclay James Harvest And Other Short Stories“ noch an vielen Ideen und klasse Melodien begeistern, so schienen auf dem vierten Album der Band die Ideen ausgegangen zu sein. Zumindest was diese überaus eingängige Musik betrifft, die mit ihren tollen Harmonien und Melodien immer ein Markenzeichen der Band war.

Das Album beginnt mit “Crazy Over (You)”, einem Titel, der von Les Holroyd geschrieben wurde. Und damit startet die Platte eigentlich richtig gut. Das Lied ist eine schöne Nummer, abwechslungsreich und auch eingängig. Zudem hört man hier zum ersten Mal den Gitarrensound, der für Barclay James Harvest auf den nächsten Veröffentlichungen so unverwechselbar werden sollte. Weiter geht es mit „Delph Town Morn“ von John Lees. Und bei diesem Titel zeigt sich auch gleich das Manko von „Baby James Harvest“. Das Lied ist ganz nett, lebt von den Bläser-Einlagen und vor allem vom Saxophon gegen Ende des Stücks. Das Ganze erinnert dabei ein wenig an Supertramp. Irgendwie nett, aber das war es dann auch schon. Da ist nichts mehr, was so richtig begeistern kann.

„Summer Soldier“ ist das Hauptstück der Platte und stammt ebenfalls wieder von John Lees. Ein Antikriegslied, welches ein bisschen wie ein Hörspiel beginnt, wenn auch nur das Wort „Kill“ fällt. Ansonsten bekommt man Big Ben zu hören, neben Kampfgeschrei, Gewehrsalven, marschierenden Soldaten und Trommelwirbel. Dann startet das Lied nach etwa zwei Minuten erst so richtig. Eine Akustik-Gitarre und John Lees‘ Gesang stehen nun im Vordergrund. Schließlich wird es rockiger mit einer unterstützenden E-Gitarre. Es folgt ein etwas schrägerer Teil mit Glockenläuten. Dann wird es ganz ruhig und das Lied startet erneut. Auch hier gilt wieder mal, das ist wahrlich alles nicht schlecht, packt einen aber auch nicht wirklich. Die Nummer wirkt ein wenig zusammengestückelt auf diesen zehneinhalb Minuten und dabei wird das Stück noch minutenlang ausgeblendet.

Es folgt mit „Thank You“ eine rockige Nummer, auf der John Lees allen möglichen Leuten dankt, die anscheinend an der Entstehung des Albums mit beteiligt waren. Erwähnenswert dabei lediglich, dass das Lied auch die Zeile „Wo issn das?“ enthält. Ansonsten wird hier jede Menge gedudelt. “One Hundred Thousand Smiles Out” stammt aus der Feder Les Holroyds und ist einer der wenigen Höhepunkte des Albums. Schöne Melodie und ein etwas in die psychedelische Ecke gehendes Gitarrensolo machen das Stück überaus hörenswert.

Bliebe noch der letzte Song, „Moonwater”. Hierfür zeigt sich nun Woolly Wolstenholme verantwortlich. Was ihm allerdings auf „Barclay James Harvest And Other Short Stories“ mit „The Poet“ überaus gelungen ist, das geht hier mächtig in die Hose. „Moonwater“ beginnt mit einem leisen Brummen und nach etwa dreißig Sekunden kann man etwas differenzierte Töne wahrnehmen. Rein klassisch instrumentiert singt Woolly Wolstenholme wieder sehr zurückhaltend, der Funke will allerdings nicht so recht überspringen. Dieses erneute Kammerstück gestaltet sich überaus langweilig und es bleibt festzuhalten, dass nicht jedes Pop- oder Rock-Lied, welches klassisch instrumentiert wird, auch etwas Spezielles, Gutes oder Besonderes darstellt.

Sage und Schreibe zehn Bonus-Titel wurden auf die wiederveröffentlichte und remasterte Ausgabe aus dem Jahr 2002 gepackt. Und dabei gibt es durchaus Interessantes zu hören. „Child Of Man“ ist eine rhythmische Pop-Nummer, die ganz ordentlich groovt. John Lees zeichnet sich für diesen Titel verantwortlich, genau wie für das nächste Stück: „I’m Over You“. Dieses Mal ein ruhiger Pop-Titel, bei dem allerdings die Zeile „I’m Over You“ ein wenig zu häufig wiederholt wird. Interessant wird es dann mit den nächsten beiden Stücken. „When The City Sleeps“ und „Breathless“ wurden nicht von Barclay James Harvest selbst geschrieben. Das skurrile daran ist allerdings nicht dieser Umstand, sondern dass die Band die beiden Stücke einspielte, um sie dann unter dem Bandnamen „Bombadil“ zu veröffentlichen. Klingt der erste der beiden Songs schon sehr nach Barclay James Harvest und wurde mit Eric Stewart von 10cc am Bass eingespielt, so ist „Breathless“ eine instrumentale Glam-Rock-Nummer, die mit Barclay James Harvest so viel zu tun hat wie der Mond mit kalten Füßen.

Die alternative Version von „Thank You“ macht das Lied auch nicht besser. „Medicine Man“ ist natürlich ein Klassiker und stammt vom Vorgängeralbum „Barclay James Harvest And Other Short Stories“. Und auch diese Version hier ist gelungen. „Rock And Roll Woman“ ist wie der Name schon sagt ein Rock’n’Roll. Einer der langsameren Sorte, überzeugen kann das allerdings kaum Bei „The Joker“ klingt die Band bereits wie in späteren Jahren und der nächste Titel ist eine alternative Version des ersten Bonus-Tracks. Bliebe noch die letzte Zugabe „Moonwater“. Eine andere Version als die Offizielle, allerdings muss man da schon sehr genau hinhören, um die Unterschiede feststellen zu können.

Fazit: Auf “Baby James Harvest” hört man typische Musik für Barclay James Harvest. Allerdings kann die Musik dieses Mal nicht so richtig packen. Alles ganz nett, mit nur wenigen Ausnahmen, zum Teil aber auch langweilig und fast schon uninspiriert. Da wird „Moonwater“ zum Beispiel im beiliegenden Booklet als „dramatisches Finale“ des Albums angekündigt. Diese Dramatik sucht man jedoch lange – wenn nicht sogar vergeblich. Nein, das haben die vier Briten schon deutlich besser hinbekommen. Das Album ist in seiner Gesamtheit allerdings noch Durchschnitt, was auch an den Bonus Tracks liegt. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Crazy Over (You), Summer Soldier, One Hundred Thousand Smiles Out, When The City Sleeps



Freitag, 22. Juni 2012

Barclay James Harvest – …And Other Short Stories





Barclay James Harvest – …And Other Short Stories


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Gastmusiker:

Barclay James Harvest Symphony Orchestra


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Pop


Trackliste:

1. Medicine Man (3:58)
2. Someone There You Know (3:48)
3. Harry's Song (3:54)
4. Ursula (The Swansea Song) (2:54)
5. Little Lapwing (4:59)
6. Song With No Meaning (4:22)
7. Blue John's Blues (6:50)
8. The Poet (4:55)
9. After The Day (4:48)


Bonus Tracks:

10. Brave New World (Demo) (3:59)
11. She Said (BBC Session) (8:42)
12. Galadriel (BBC Session) (3:06)
13. Ursula (The Swansea Song) (BBC Session) (2:54)
14. Someone There You Know (BBC Session) (3:47)
15. Medicine Man (BBC Session) (7:48)




Lediglich neun Monate nach dem zweiten Studioalbum „Once Again“, veröffentlichte die britische Band Barclay James Harvest noch im November desselben Jahres bereits ihr drittes Album mit dem Titel „Barclay James Harvest And Other Short Stories“. So etwas nennt man wohl Kreativitätsphase, denn auch dieses neue Album ist überaus gelungen und hält einige Höhepunkte im Schaffen von Barclay James Harvest parat.

Das beginnt gleich mit dem Opener „Medicine Man“, ein Klassiker auf jedem Konzert der Band. Und hier bekommt man es gleich wieder zu hören, das, für was Barclay James Harvest im Allgemeinen steht: Wunderschöne und eingängige Melodien. Das Ganze wurde wieder unterstützend instrumentiert mit dem Barclay James Harvest Symphony Orchestra, welches sich aus Musikstudenten zusammensetzte. Und so ergibt sich dieser symphonische Klang, der so überaus eingängig den Weg zum Ohr des Hörers findet. Damit sei an dieser Stelle auch auf den letzten Bonus-Track der remasterten Version von 2002 verwiesen. Hier ist „Medicine Man“ ohne Orchester während einer BBC-Session eingespielt worden. Und das macht das Stück sehr viel druckvoller. Die Streicher und Bläserparts wurden durch das Mellotron Woolly Wolstenholmes ersetzt und Mel Prichard verleiht dem Stück, durch sein sehr viel intensiveres und druckvolleres Schlagzeugspiel, deutlich mehr Schwung. Eine überaus gelungene Alternative zum Original, welches zeitlich gesehen ein Jahr früher entstand.

“Someone There You Know”, das zweite Stück des Albums, ist ein eingängiger Popsong, der allerdings nicht ganz an die Klasse des Vorgängers heranreicht. „Harry's Song” ist dann sehr viel rhythmischer und besitzt erneut so eine Melodie, die man sich merkt, die sich einprägt. Ein richtig guter Song. “Ursula (The Swansea Song)” klingt anschließend nach den 60er Jahren. Erneut sehr eingängig, allerdings auch sehr zuckersüß mit Flöten und Streichern, schafft es das Lied doch, nicht kitschig zu wirken und wirkt auf seine Art sehr verträumt und ein wenig melancholisch.

Das fünfte Stück des Albums heißt „Little Lapwing“ und wurde genau wie das darauf folgende Stück „Song With No Meaning“, von Les Holroyd in alleiniger Regie geschrieben. Das wiederum hat er auf anderen Alben allerdings deutlich besser hinbekommen. Denn beide Stücke langweilen irgendwie. Ist “Little Lapwing” noch sehr orchestral instrumentiert und wirkt sehr getragen, so wird der Gesang Les Holroyds bei „Song With No Meaning“ von der Akustik-Gitarre begleitet. Allerdings wirkt gerade letzter Song so was von schwülstig, auch durch einen unglaublich schmalzigen Hintergrundgesang, sodass man am liebsten sofort die Fernbedienung der Stereoanlage zur Hand nehmen möchte, um das Lied zu überspringen.

Sehr viel interessanter wird es dann wieder mit „Blue John's Blues”. Das Lied beginnt sehr langsam und zeichnet sich sofort wieder durch eine schöne Melodie aus. Und schließlich rockt der Titel sogar mit dem Refrain richtig los. Eine schöne Abwechslung auf dem sonst doch so ruhigen Album. Und dieser Unterschied zu den anderen Stücken wird mit dem Verlauf des Liedes immer offensichtlicher beziehungsweise hörbarer, da hier nicht nur gerockt wird, sondern auch schrägere Töne Einzug halten und alles noch zusätzlich ein wenig aufpeppen.

Was folgt, ist „The Poet” und dieses Lied geht in eine ganz andere Richtung. Jetzt wird es fast schon zur Kammermusik, was man hier zu hören bekommt. Woolly Wolstenholme zeichnet sich für dieses Stück aus und das ist ihm überaus gelungen. Nur mittels des Orchesters instrumentiert wirkt hier alles so zerbrechlich und fast schon verletzlich. Richtig toll gemacht. Das Ende des Stücks stellt dann den Übergang zu “After The Day” dar, welches wie “Medicine Man” und “Blue John’s Blues” aus der Feder von John Lees stammt. Und auch „After The Day“ ist ein Höhepunkt des Albums. Von der orchestralen Instrumentierung geht es lückenlos in die Rockinstrumentierung über. Das Lied verfügt wieder über eine klasse Melodie, die einen packt. Ein Mellotron erfüllt den Raum und alles klingt – bis das Lied jäh endet.

Nun, die remasterte Fassung ist auch dieses Mal mit Bonus-Titeln versehen worden. Sechs an der Zahl sind es dieses Mal, wobei die alternative Version von „Medicine Man“ bereits erwähnt wurde. „Brave New World (Demo)“ ist eine Nummer mit Gesang und Akustik-Gitarre. Ruhig und ein wenig sentimental klingt das Lied. Dann folgen vier Versionen einer BBC Session, wobei „She Said“ und „Galadriel“ vom Vorgängeralbum „Once Again“ stammen und dort bereits zu den Höhepunkten gezählt werden konnten. Somit bleibt festzuhalten, dass auch diese vier Titel durchaus hörenswert sind.

Fazit: Barclay James Harvest haben noch mal eine Schippe draufgelegt und das gute Album „Once Again“ sogar noch getoppt. Auf „Barclay James Harvest And Other Short Stories“ kann man in Melodien schwelgen und sich treiben lassen. Das Gegenteil von Hard Rock, also Soft Rock ist dieses Album nicht. Auch Melodic Rock würde die Platte nicht richtig beschreiben. Orchestral Rock kommt dem Inhalt des dritten Barclay James Harvest Albums wohl am nächsten. Eine richtig gute Platte, die elf Punkte absolut verdient hat.

Anspieltipps: Medicine Man, Harry's Song, Ursula (The Swansea Song), Blue John's Blues, The Poet, After The Day, Medicine Man (BBC Session) und auch die anderen Zugaben.