Donnerstag, 28. Februar 2019

The Good, The Bad & The Queen – Merrie Land




The Good, The Bad & The Queen – Merrie Land


Besetzung:

Damon Albarn – lead vocal & keyboards
Paul Simonon – bass & backing vocals
Simon Tong – guitar & backing vocals
Tony Allen – drums


Gastmusiker:

Owain Arwel Davies – choir arrangement, conductor
Gerry Diver – tin whistle
Isabelle Dunn – cello
Gareth Humphreys – bassoon
Stella Page – viola
Antonia Pagulatos – violin
Lucas Petter – trombone
Michael "Bami" Rose – saxophone
Kotono Sato – violin
Kate St. John – cor anglais, oboe
Chris Storr – trumpet
Eddie "Tan Tan" Thornton – trumpet
Tony Visconti – backing vocals


Label: Studio 13


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Brit Pop, Alternative Rock


Trackliste:

1. Introduction (0:14)
2. Merrie Land (4:46)
3. Gun To The Head (4:19)
4. Nineteen Seventeen (3:43)
5. The Great Fire (3:56)
6. Lady Boston (4:19)
7. Drifters And Trawlers (2:34)
8. The Truce Of Twilight (4:22)
9. Ribbons (2:52)
10. The Last Man To Leave (2:38)
11. The Poison Tree (3:42)

Gesamtspieldauer: 37:29




„Merrie Land“ heißt das zweite Album der englischen Alternative Rock Band The Good, The Bad & The Queen. Damon Albarn, Sänger bei Blur und auch Gründer der Gorillaz‘ hatte die Band im Jahr 2004 ins Leben gerufen, die im Jahr 2007 ihr selbstbetiteltes erstes Album veröffentlichte. „Merrie Land“, die zweite Veröffentlichung, wurde von Tony Visconti produziert und erschien am 16. November 2018 auf dem Plattenlabel Studio 13.

Auf „Merrie Land“ hört man sanften Alternative Rock, der durchaus auch immer wieder in das Genre des Pop hineinreicht. Sehr oft kommen beim Hören Assoziationen zu Jahrmarkt- oder Zirkus-Musik auf. Die Lieder klingen allgemein etwas schräg und manchmal leicht verdreht. Auch können beim Hören wie selbstverständlich Gedanken an die US-amerikanischen Kollegen von Modest Mouse aufkommen, ohne dass die Musik von The Good, The Bad & The Queen allerdings diese Klasse erreicht. So klingt alles auf „Merrie Land“ „ganz nett“ und auch unterhaltsam, der letzte Funke möchte dann allerdings doch irgendwie nicht überspringen. Trotzdem strahlt diese Platte eine ganz besondere Stimmung aus, wirkt luftig leicht und ein klein wenig entrückt.

Besonders gelungen sind die beiden Lieder „Merrie Land“ und „Ribbons“. Beides Nummern, welche ins Ohr gehen. Das Titellied steht von der Stimmung her stellvertretend für viele Stücke des Albums und „Ribbons“ bildet eine kleine Ausnahme im Liedkatalog auf „Merrie Land“. Sanfter und eingängiger Rock, der zudem in die Genres Pop und Folk eintaucht. Eine schöne Melodie, welche auch länger hängenbleibt.

Fazit: Das zweite Album der englischen Band The Good, The Bad & The Queen mit dem Titel „Merrie Land“ ist eine sehr unaufgeregte Platte geworden. Nicht ganz alltäglichen Alternative Rock gibt es da zu hören, der durch den Sound des Keyboards nicht selten an Jahrmarkt-Klänge erinnert. Richtige Höhepunkte sind leider Mangelware, trotzdem unterhält die Scheibe. Acht Punkte.

Anspieltipps: Merrie Land, Ribbons



Mittwoch, 27. Februar 2019

Various Artists – Forrest Gump – The Soundtrack




Various Artists – Forrest Gump – The Soundtrack


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Label: Sony Music


Erscheinungsjahr: 1994


Stil: Pop, Rock, Soul, Country, u.a.


Trackliste:

CD1:

1. Hound Dog – Elvis Presley (2:18)
2. Rebel Rouser – Duane Eddy (2:24)
3. (I Don‘t Know Why) But I Do – Clarence "Frogman" Henry (2:21)
4. Walk Right In – The Rooftop Singers (2:35)
5. Land Of 1000 Dances – Wilson Pickett (2:26)
6. Blowin‘ In The Wind – Joan Baez (2:38)
7. Fortunate Son – Creedence Clearwater Revival (2:21)
8. I Can‘t Help Myself (Sugar Pie Honey Bunch) – The Four Tops (2:43)
9. Respect – Aretha Franklin (2:29)
10. Rainy Day Women #12 & 35 – Bob Dylan (4:37)
11. Sloop John B – The Beach Boys(2:57)
12. California Dreamin‘ – The Mamas & The Papas (2:41)
13. For What It's Worth – Buffalo Springfield (2:40)
14. What The World Needs Now Is Love – Jackie DeShannon (3:14)
15. Break On Through (To The Other Side) – The Doors (2:29)
16. Mrs. Robinson – Simon & Garfunkel (3:50)

CD2:

1. Volunteers – Jefferson Airplane (2:08)
2. Get Together – The Youngbloods (4:39)
3. San Francisco (Be Sure To Wear Flowers In Your Hair) – Scott McKenzie (3:01)
4. Turn! Turn! Turn! (To Everything There Is A Season) – The Byrds(3:57)
5. Medley: Aquarius / Let The Sunshine In – The 5th Dimension (4:49)
6. Everybody‘s Talkin‘ – Harry Nilsson (2:46)
7. Joy To The World – Three Dog Night (3:19)
8. Stoned Love – The Supremes (3:01)
9. Raindrops Keep Fallin‘ On My Head – B. J. Thomas (3:02)
10. Mr. President (Have Pity On The Working Man) – Randy Newman (2:48)
11. Sweet Home Alabama – Lynyrd Skynyrd (4:45)
12. It Keeps You Runnin' – The Doobie Brothers (4:21)
13. I‘ve Got To Use My Imagination – Gladys Knight & The Pips (3:31)
14. On The Road Again – Willie Nelson (2:32)
15. Against The Wind – Bob Seger & The Silver Bullet Band (5:36)
16. Forrest Gump Suite – Alan Silvestri (8:50)

Gesamtspieldauer CD1 (44:52) und CD2 (1:03:13): 1:48:05




Der Soundtrack zum gleichnamigen Film „Forrest Gump“ erschien am 28. Juni 1994 auf dem Plattenlabel Sony Music. Speziell für den Film wurde lediglich das Titelstück „Forrest Gump Suite“ geschrieben. Alle restlichen Nummern stellen mehr oder weniger eine Übersicht der US-amerikanischen Musik seit den 50er Jahren dar.

Somit ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sehr viel auf diesem Soundtrack- und Kompilationsalbum nach Oldie klingt. Die vertretenen musikalischen Genres reichen von Pop über Rock nach Soul, Country, Rock’n’Roll bis hin zu Orchestermusik. Damit bildet dieser Soundtrack natürlich ein sehr uneinheitliches Bild, welches bei einem Soundtrack allerdings nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wer sich einen Überblick über die Musikgeschichte der USA verschaffen oder nochmals Szenen des Films vor dem inneren Auge betrachten möchte, die oder der ist mir dieser Zusammenstellung sehr gut bedient.

Sechzehn weitere Titel, die ebenfalls im Film angespielt wurden, wurden nicht mit auf das Album gepackt. Zwei davon, die Lieder „Running On Empty“ von Jackson Browne sowie „Go Your Own Way“ von Fleetwood Mac sind auf der Wiederveröffentlichung des Jahres 2001 enthalten. Die restlichen, fehlenden Titel sind: „Lovesick Blues“ von Hank Williams, „Sugar Shack“ von Jimmy Gilmer And The Fireballs, „Hanky Panky“ von Tommy James And The Shondells, „All Along The Watchtower“ sowie „Hey Joe“ von der Jimi Hendrix Experience, „Soul Kitchen“, „Hello, I Love You“, „People Are Strange“ und „Love Her Madly“ von den Doors, „Where Have All The Flowers Gone?“ von Pete Seeger, „Let‘s Work Together“ von Canned Heat, „Tie A Yellow Ribbon Round The Ole Oak Tree“ von Tony Orlando & Dawn, „Get Down Tonight“ von KC & The Sunshine Band und schließlich „Free Bird“ von Lynyrd Skynyrd.

Fazit: Mit dem Soundtrack zum Film Forrest Gump kann man in filmischen Erinnerungen schwelgen oder sich einen Überblick über die populäre Musik der USA ab den 50er Jahren verschaffen. Bei insgesamt 32 sehr unterschiedlichen Titeln gibt es immer welche, die einem mehr zusagen und welche, die einen nicht ganz überzeugen. Für mich als Europäer wird bei dieser musikalischen Reise überzeugend deutlich, dass ich sehr viel eher der britischen Musik zugewandt bin. Ausnahmen bestätigen die Regel. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Forrest Gump Suite



Dienstag, 26. Februar 2019

Within Temptation – The Unforgiving




Within Temptation – The Unforgiving


Besetzung:

Sharon den Adel – vocals
Robert Westerholt – guitars
Ruud Jolie – guitars
Martijn Spierenburg – keyboards
Jeroen van Veen – bass guitar


Gastmusiker:

Nicka Hellenberg – drums
Stefan Helleblad – additional guitars
Dawn Mastin – spoken words on tracks 1 and 6
Franck van der Heijden – choir and orchestral arrangements


Label: Columbia Records


Erscheinungsjahr: 2011


Stil: Symphonic Metal


Trackliste:

1. Why Not Me (0:34)
2. Shot In The Dark (5:02)
3. In The Middle Of The Night (5:11)
4. Faster (4:24)
5. Fire And Ice (3:57)
6. Iron (5:41)
7. Where Is The Edge (3:59)
8. Sinéad (4:23)
9. Lost (5:14)
10. Murder (4:16)
11. A Demon’s Fate (5:30)
12. Stairway To The Skies (5:32)

Gesamtspieldauer: 53:47




„The Unforgiving“ heißt das fünfte Studioalbum der niederländischen Symphonic Metal Band Within Temptation. Es wurde am 25. März 2011 ursprünglich auf Roadrunner Records veröffentlicht, später erschien das Album auf dem Plattenlabel Columbia Records. Die Platte ist ein Konzeptalbum und Teil eines transmedialen Storytelling-Projekts, zu dem auch vier Comic-Kurzfilme veröffentlicht wurden. Als Singles wurden die Lieder „Faster“, „Sinéad” und „Shot In The Dark” ausgekoppelt. „The Unforgiving“ erreichte Platz sieben der deutschen Charts und konnte sich mit Platz 50 auch in den Billboard 200 der USA platzieren.

„The Unforgiving“ hört man Symphonic Metal, der nur so vor Bombast ächzt. Die auf dem Album zu hörenden Lieder gehen allesamt schnell ins Ohr, klingen voll und satt, der Sound wurde dementsprechend abgemischt. Viel Orchester aus dem Synthesizer gibt es dabei zu hören. Die Musik gleitet immer auch in die Gefilde des Pop hinein, doch auch an diesen Stellen klingt das Ganze nicht weniger bombastisch. Das muss man mögen, erinnert an mancher Stelle an die Musik des Jim Steinman, welche er für Meat Loaf geschrieben hat. Allerdings hört man auf „The Unforgiving“ eben die Stimme der Sharon den Adel, die bei dieser Art der Musik bestens zur Geltung kommt.

Leider nur klingt das alles ziemlich ähnlich, wenn nicht sogar gleich. Klar, man kann sich das gut anhören, muss weder den Raum fluchtartig verlassen, noch rollen sich einem die Zehennägel auf. Aber mit der Zeit langweilt die Musik von Within Temptation einfach – zumindest jene auf diesem Album. Die Lieder sind manches Mal etwas zu schmalzig geraten, viel zu oft klingen sie zu bombastisch. „Sinéad“ und „Murder“ heißen meine Höhepunkte der Platte, allerdings ist der Unterschied zu den anderen Titeln wahrlich lediglich marginal. „The Unforgiving“ unterhält, das kann man dem Album und Within Temptation wahrlich nicht absprechen, jedoch hält es weder Lieder parat, die einen länger begleiten, noch baut es Spannung auf. Es läuft „ganz nett“ mit. 

Fazit: Wer Symphonic Metal mag, die oder der kann hier beruhigt zugreifen. Within Temptation Fans natürlich auch. Die Musik klingt bombastisch, melodiös und jederzeit eingängig. Sharon den Adel singt es auch gut, doch insgesamt bleibt die Platte eine eher langweilige Scheibe. Lieblingsmusik besitzt einfach mehr. „The Unforgiving“ wurde auf die schnelle Eingängigkeit hin produziert und das hört man der Musik darauf leider auch an. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sinéad, Murder



Montag, 25. Februar 2019

IQ – Nomzamo




IQ – Nomzamo


Besetzung:

P.L. Menel – lead vocals, backing vocals
Mike Holmes – electric and acoustic guitars, keyboards
Tim Esau – bass guitar, bass pedals, rhythm guitar, backing vocals
Martin Orford – keyboards, backing vocals
Paul Cook – drums, percussion


Gastmusiker:

Micky Groome – backing vocals
Ray Carless – saxophone
Jules O'Kine – vocals (on "Colourflow")


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1987


Stil: Progressive Rock, Pop


Trackliste:

1. No Love Lost (6:02)
2. Promises (As The Years Go By) (4:34)
3. Nomzamo (7:00)
4. Still Life (5:58)
5. Passing Strangers (3:47)
6. Human Nature (9:41)
7. Screaming (4:07)
8. Common Ground (6:59)

Bonus Tracks der 1994er Wiederveröffentlichung:

9. Colourflow (5:26)
10. No Love Lost (piano / vocal version) (4:12)
11. Common Ground (live) (6:34)

Gesamtspieldauer: 1:04:26




„Nomzamo“ heißt das dritte Studioalbum der britischen Progressive Rockband IQ, welches im Mai 1987 ursprünglich auf dem Plattenlabel Squawk Records veröffentlicht wurde. Bereits sieben Jahre später gab es eine Wiederveröffentlichung der Platte, die dann auf dem Label Giant Electric Pea erschien. „Nomzamo“ ist das erste Album, welches die Band ohne ihren ursprünglichen Leadsänger Peter Nicholls aufgenommen hat, der durch P.L. Menel ersetzt worden war.

Die 80er Jahre waren alles andere als das goldene Zeitalter für den Progressive Rock. Doch gerade IQ schien da eine Ausnahme unter den Bands zu sein, wie zunächst auch Marillion. Die ersten beiden Platten der Band standen durchaus noch sehr im Zeichen des Progressive Rock der 70er Jahre und waren in den Jahren 1983 und 1985 veröffentlicht worden. Mit diesem Album nun waren IQ deutlich mehr im Mainstream angekommen und klingen darauf zum Teil sogar richtiggehend poppig. Beispiele hierfür wären die Lieder „Promises (As The Years Go By)“ und „Screaming“. Während erstgenannter Titel zumindest noch eine ganz nette Melodie aufweist und dadurch unterhält, wird es bei der zweitgenannten Nummer schon richtiggehend langweilig und belanglos.

Zum Glück ist der Rest des Albums nicht auf dem Niveau von „Screaming“. Trotzdem kann kein Titel so richtig überzeugen. Das klingt manchmal ganz nett, zum Teil auch noch nach Progressive Rock, doch wollen die Lieder letztendlich dann doch einfach nicht mehr so richtig zünden. Und das liegt keineswegs am neuen Sänger P.L. Menel. Dieser macht seine Sache gut, obwohl man die Stimme Peter Nicholls‘ in der Musik von IQ durchaus vermisst. Richtig begeistern kann leider wenig bis nichts auf „Nomzamo“. Als kleinen Höhepunkt möchte ich an dieser Stelle das Lied „Still Life“ erwähnen, welches zumindest gut ins Ohr geht und auf dem die Stimme von P.L. Menel in all ihren Nuancen am Besten zum Tragen kommt und mich sogar ein wenig an jene von Fish erinnert.

Die drei Zugaben der Wiederveröffentlichung, bei denen es sich bei Zweien um alternative beziehungsweise Live-Versionen von bereits auf dem Album befindlichen Titeln handelt, reihen sich qualitativ bei den acht ursprünglich vorhandenen Titeln ein.

Fazit: „Nomzamo“ ist das dritte Studioalbum von IQ und gleichzeitig eine wenig überzeugende Platte geworden. Das klingt viel zu häufig zu bieder, zu angepasst, zu alltäglich. Man hört auf „Nomzamo“ zwar nur stellenweise Pop, doch der Rock, den man geboten bekommt, der weiß kaum mitzureißen. Und diesen dann auch noch als Progressive Rock zu bezeichnen ist an vielen Stellen der Platte zumindest gewagt. Acht Punkte.

Anspieltipps: Still Life



Sonntag, 24. Februar 2019

Focus – X




Focus – X


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, flute, vocoder, spoken vocals (tracks 1, 7, 11)
Pierre van der Linden – drums, percussion
Menno Gootjes – guitar, acoustic guitars (track 8)
Bobby Jacobs – bass guitar


Gastmusiker:

Ivan Lins – vocals (tracks 6, 11)
Berenice van Leer – vocals (track 10)


Label: Eastworld Recordings


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Jazzrock, Fusion, Progressive Rock


Trackliste:

1. Father Bacchus (4:03)
2. Focus 10 (5:48)
3. Victoria (5:27)
4. Amok In Kindergarten (5:00)
5. All Hens On Deck (5:44)
6. Birds Come Fly Over (Le Tango) (5:26)
7. Hoeratio (5:38)
8. Talk Of The Clown (2:58)
9. Message Magique (3:52)
10. Crossroads (5:39)

Gesamtspieldauer: 49:40




„Focus X“ oder einfach „X“ heißt das zehnte Studioalbum der niederländischen Progressive Rock Band Focus, das am 5. November 2012 auf dem Plattenlabel Eastworld Recordings veröffentlicht wurde. „Focus X“ ist das erste Studioalbum der Gruppe seit sechs Jahren. Erneut hatte es einen Wechsel in der Besetzung gegeben. Menno Gootjes ist nun an der Gitarre zu hören, er ersetzt den vorherigen Gitarristen Niels van der Steenhoven. Das Cover des Albums wurde von Roger Dean entworfen und gemalt.

„Focus X“ ist wahrlich eine positive Überraschung geworden. Die Musik auf dem Album ist abwechslungsreich, mal etwas rockiger, dann wieder leicht jazzig angehaucht und schließlich auch verspielt und verträumt. Und sogar einige Klänge die nach Mittelalter klingen gibt es darauf zu hören. Dazu gibt es einige Nummern auf der Platte, die sehr schön ins Ohr gehen und sich alleine dadurch schon von den letzten Veröffentlichungen der Band abheben, wo man diese Stücke suchen musste und kaum fand.

Höhepunkt des Albums ist der Titel „Birds Come Fly Over (Le Tango)“. Eine irgendwie schleppend und relaxt beginnende Nummer, zu der Ivan Lins singt. Da Lied klingt schließlich leicht getragen und erschließt so sehr schön im Ohr. „Hoeratio“ hört sich spannend an. Hier wird in lateinischer Sprache ein Werk von Horatius vorgetragen, die Musik steht dabei zunächst fast im Hintergrund und endet in einem langen, rockigen Gitarren-Solo, nach Abschluss der Worte. Schließlich singt Horatius seine Verse in fast schon komödiantischer Art und Weise ein. Wahrlich ein außergewöhnliches Stück.

Fazit: Man hört auf „Focus X“ Rock, Pop, Jazz, Mittelaltermusik und etwas Ambient. Das alles vereint auf einem Album, welches nicht zusammengestückelt sondern sogar irgendwie passend klingt. Einige der Nummern gehen sehr gut ins Ohr und vieles auf „Focus X“ klingt ungewohnt und spannend. Kein Meilenstein der Musik, jedoch gute Unterhaltung. Neun Punkte.

Anspieltipps: Birds Come Fly Over (Le Tango), Crossroads



Samstag, 23. Februar 2019

Steve Hackett – Wild Orchids




Steve Hackett – Wild Orchids


Besetzung:

Steve Hackett – guitars, electric sitar, harmonica, psaltery, optigan & voices


Gastmusiker:

Roger King – keyboards and programming and rhythm guitar on "Down Street".
John Hackett – principal flute on "To A Close", "She Moves In Memories", "Cedars Of Lebanon" & riff guitar on "Ego & Id"
Rob Townsend – saxes, principal flute on "Linda", alto flute on "She Moves In Memories", tin whistle and bass clarinet.
Gary O'Toole – drums and harmony voices.
Nick Magnus – keyboards on "Ego & Id".
Christine Townsend – principal violin, viola
Richard Stewart – cello
Dick Driver – double bass
Colin Clague – trumpet
Chris Redgate – oboe, cor anglais


Label: Camino Records / InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2006


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Transylvanian Express (3:44)
2. Waters Of The Wild (5:34)
3. Set Your Compass (3:37)
4. Down Street (7:33)
5. A Girl Called Linda (4:44)
6. Blue Child (4:24)
7. To A Close (4:48)
8. Ego & Id (4:08)
9. Man In The Long Black Coat (5:07)
10. Cedars Of Lebanon (4:01)
11. Wolfwork (4:49)
12. Why (0:47)
13. She Moves In Memories (5:00)
14. The Fundamentals Of Brainwashing (3:00)
15. Howl (4:30)
16. A Dark Night In Toytown (3:42)
17. Until The Last Butterfly (2:28)

Gesamtspieldauer: 1:12:04




„Wild Orchids“ ist das achtzehnte Studioalbum des englischen Gitarristen und Sängers Steve Hackett. Es wurde am 11. September 2006 auf dem Plattenlabel Camino Records veröffentlicht und erschien später auch auf dem Label InsideOut Music. „Wild Orchids“ ist das letzte Steve Hackett Album mit einem Cover, das von seiner zweiten Frau Kim Poor entworfen wurde. Nach dem Erscheinen der Platte trennte sich das Paar.

Steve Hackett hat inzwischen schon lange seinen musikalischen Stil gefunden. Und dieser bedeutet, dass er jede Menge musikalische Stile bedient. Selbstverständlich gibt es auf „Wild Orchids“ Progressive Rock zu hören. Aber auch Folk, Pop, Rock, moderne Klassik, Weltmusik und viele weitere Genres werden angedeutet oder direkt angespielt. Somit kommt beim Hören niemals Langeweile auf, einheitlich klingt es inzwischen allerdings dann doch dadurch, weil es Steve Hackett Musik ist und diese ist eben nicht mehr auf nur ein musikalisches Genre festzulegen. Vieles auf „Wild Orchids“ geht gut ins Ohr, ist melodiös und eingängig. Mal klingt es dabei rockiger, mal poppiger, mal progressiver und dann wieder orchestraler. Überzeugend hört sich das immer an und macht Spaß. Einlassen können muss man sich allerdings auf diese Musik können und an dieser Stelle wird es für eher „Radiokonsumenten“ sicherlich dann doch deutlich schwieriger.

Höhepunkte gibt es einige auf „Wild Orchids“. Für mich sind es der Opener der Special Edition Ausgabe der Platte, das Instrumentalstück „Transylvanian Express“, welches bereits beim ersten Mal des Hörens mitreißt. Dann das zum Teil fast schon aggressive „Down Street“, welches aus vielen, auch sanfteren Passagen aufgebaut ist. Ich mag das Bob Dylan Cover „Man In The Long Black Coat” sehr und auch eine Nummer, die ebenfalls nur auf der Special Edition vorhanden ist, das Lied „Cedars Of Lebanon“. Bei letzterem handelt es sich um ein Lied mit viel Orchestereinsatz, welches so schön verwunschen klingt. Schließlich möchte ich an dieser Stelle noch das etwas jazzige „Howl“ erwähnen, ein tolles Lied, welches erst mit dem erneuten Hören zündet.

Fazit: Mit „Wild Orchids“ legt Steve Hackett einmal mehr ein sehr abwechslungsreiches Album vor, welches in vielen musikalischen Genres Zuhause ist. Die Musik geht fast durchgängig gut ins Ohr und man weiß niemals, was einen als nächstes auf dieser Scheibe erwartet. Die einzelnen Lieder erfordern die volle Konzentration von der Hörerin und dem Hörer, dann wirken sie richtig und überzeugend. Elf Punkte.

Anspieltipps: Transylvanian Express, Down Street, Man In The Long Black Coat, Cedars Of Lebanon, Howl



Freitag, 22. Februar 2019

In Balance – 18




In Balance – 18


Besetzung:

Rossero Adrien
Alan Ellena
Hervé Guillemard


Label: Self Released


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Heavy Pop


Trackliste:

1. Paralyzed (3:30)
2. Come On (3:35)
3. The First (3:37)
4. Outerspace (3:17)
5. Love (2:57)
6. Lead The Way (4:39)
7. Jynx Maze (3:37)
8. Save Me (4:06)
9. Come With Us (3:49)
10. Load Of Dreams (4:43)

Gesamtspieldauer: 37:53



„18“ heißt das Album des französischen Trios In Balance aus Lyon. Am 22. Februar 2019 wird das Album veröffentlicht und enthält Musik, die wahrlich ins Ohr und in die Beine geht. Heavy Pop mit Ohrwurmpotenzial gibt es auf „18“ zu hören, der jederzeit abwechslungsreich klingt und auch länger nachhallt.

Vergleiche sind in der Musik immer schwierig, doch wenn man sich auf In Balance und ihr Werk „18“ einlässt, dann kommen zwangsläufig Assoziationen zu einer Band wie Muse und ihrer neuesten Platte „Simulation Theory“ auf. Nur mit dem kleinen Unterschied, dass die Musik von In Balance in diesem Fall zumindest deutlich eingängiger und interessanter klingt. Diese Mischung aus elektronischem Pop und Alternative Rock hat was, wobei der Schwerpunkt der Musik durchaus im Pop angesiedelt ist. Dieser klingt kraftvoll und eingängig und ist jederzeit spannend und unterhaltend. Hinzu entwickelt sich diese Scheibe auch noch, wobei die Füße bereits beim ersten Mal des Hörens mitwippen werden.

Das Zuhören lohnt hier und es klingt auf „18“ auch nichts nach „Füllmaterial“. Anspieltipps und Höhepunkte der Platte sind für mich die Nummern „Jynx Maze“ und „Come With Us“. „Jynx Maze“ ist eine perfekte Synthese aus Pop und Rock, die ins Ohr geht und mitreißt. „Come With Us“ beginnt sphärisch, man glaubt schließlich ein Pop-Lied zu hören, bis die Nummer losrockt. Und nun beginnt erneut ein überaus gelungenes Wechselspiel aus poppigen und rockigen Zutaten, welches sich lohnt gehört zu werden.

Fazit: Heavy Pop bedeutet in Falle von In Balance und ihrem Album „18“ die überzeugende Synthese aus Pop und Rock. Die Musik auf „18“ klingt eingängig, poppig, rockig und niemals langweilig. Die Riffs können dabei durchaus mal härter aus den Boxen fliegen, die Melodie des Titels geht deswegen jedoch niemals verloren. Very britisch, liebe Franzosen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Jynx Maze, Come With Us



Donnerstag, 21. Februar 2019

Motorpsycho – The Crucible




Motorpsycho – The Crucible


Besetzung:

Tomas Järmyr – drums, percussion, vocals, mellotron
Hans Magnus Ryan – guitars, vocals, piano
Bent Sæther – bass, vocals, guitars, mellotron


Gastmusiker:

Susanna Wallumrød – vocals on "Lux Aeterna"
Lars Hornverth – reeds on "Lux Aeterna"
Deathprod – audio virus


Label: Stickman Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Psychotzar (8:43)
2. Lux Aeterna (10:55)
3. The Crucible (20:51)

Gesamtspieldauer: 40:30




Nicht ganz einfach den Kosmos der Musik der norwegischen Band Motorpsycho zu durchdringen, doch das am 15. Februar 2019 erschienene Album „The Crucible“ dürfte tatsächlich bereits die zweiundzwanzigste Studio-Veröffentlichung der fleißigen Norweger sein. „The Crucible“ wurde auf dem Plattenlabel Stickman Records veröffentlicht und ist mit einer Gesamtlaufzeit von etwas über vierzig Minuten deutlich kürzer ausgefallen, als jenes 2017 veröffentlichte Doppelalbum „The Tower“.

Musikalisch schließt „The Crucible“ ganz klar am Vorgänger an. Auch auf diesem neuen Album hört man die ganze musikalische Bandbreite der Skandinavier. Diese reicht von sanften und zurückhaltenden Klängen, die akustisch dargeboten werden bis hin zu sich anscheinend im Prozess der Explosion befindlichen Musikinstrumenten, welche offenbar eine beginnende Kakophonie zum ultimativen Hörerlebnis glorifizieren wollen. All diese Passagen gehen nebst unterschiedlichen Atmosphären wie selbstverständlich ineinander über, ergänzen sich zu einem Ganzen, welches überaus melodisch, dann wieder brachial aus den Boxen strömt. Die Norweger spielen mit Stimmungen, Melodien, Rhythmen und Tempi in einer wunderbaren Art und Weise, die „The Crucible“ zu einem abwechslungsreichen und spannenden Album werden lassen.

Besonders gelungen klingt auch der häufige Mellotron-Einsatz, der der Musik von Motorpsycho auf „The Crucible“ in manchen Passagen einen kleinen Vintage-Anstrich verleiht, welcher an die Ursprünge des Progressive Rock bald fünf Jahrzehnte zuvor erinnert. Alle drei Stücke der Platte sind gelungen, wobei sich das Titelstück noch etwas weiter heraushebt. In diesem Lied sind die Gegensätze zwischen Harmonien und Melodiösität und Verstörung am deutlichsten gezeichnet und lassen über das ganze Lied hinweg eine allgegenwärtige Spannung entstehen, die jederzeit überzeugt und beeindruckt. Und wenn sich dabei schließlich aus vermeintlichem Chaos und Rohheit Wohlklang gebiert, dann schlägt das Herz des Fans lauter und schneller.

Fazit: Motorpsycho beeindrucken auf „The Crucible“ mit Härte und Melodiösität, die sich perfekt ergänzen und die gesamte Platte immer unter Spannung halten. Verstörende Passagen werden zu Harmonien, die Musik rockt oder scheint leicht zu schweben. Immer klingt dies interessant und wer den Vorgänger „The Tower“ mochte, der oder dem wird auch „The Crucible“ gefallen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Crucible



Mittwoch, 20. Februar 2019

The Denver Broncos UK – Songs One Through Sixteen




The Denver Broncos UK – Songs One Through Sixteen


Label: Glitterhouse Records


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Gothic-Americana


Trackliste:

1. Bonnie Clyde, The Big-Bull-Hen Of The Woman’s Prison (6:37)
2. Deerslayer (5:26)
3. From The Estate Of John Denver (6:59)
4. In San Francisco Bay (4:07)
5. Coca-Colonalism (4:37)
6. The Misrepresentation Of The Thompson Gun (4:45)
7. It’s Killing Me (3:23)
8. And God Bless You (3:47)

Gesamtspieldauer: 39:41




Schon mal von der Band „The Denver Broncos UK“ gehört, kurz DBUK? Nein, dann haben Sie etwas verpasst. Hinter diesem Namen stecken Munly Munly, Lord Dwight Pentacost, Rebecca Vera und Slim Cessna von „Slim Cessna’s Auto Club“ aus Denver, Colorado. Während der „Auto Club“ treibend und voller Energie ist, werden bei DBUK ganz andere, viel gemäßigtere Klangpfade verfolgt.

„Songs One Through Sixteen“ heißt die neue Platte und sie verbindet Country, Folk, Americana mit einer gehörigen Prise dunklem Gothic Sound. Ein beeindruckendes Album, das einem „Road Movie“ gleichkommt. Schon vor etlichen Jahren, als ich noch für eine deutsche Airline deren Country/Folk Inflight Radioprogramm zusammenstellte, war ich Fan des Denver Sounds. Von dort kamen und kommen unglaublich gute Bands, wie 16 Horsepower, Wovenhand, Denver Gentlemen, DeVotchKa und die vielen musikalischen Projekte, die im Umfeld und durch das Eingreifen von Slim Cessna entstanden.

Nun also diese neue Platte von DBUK, die in den USA „Songs Nine Through Sixteen“ heißt und in Deutschland bei Glitterhouse gleich noch die bereits 2015 erschienene „Songs One Through Eight“ beinhaltet. Es sind Songs, die so ganz anders sind, musikalisch als Gothic-Americana umschrieben werden können und textlich manchmal einem blutigen Horrortrip gleichen. Und das alles ganz harmlos und weich vorgetragen. Lieder, die sich um Tod, Selbstmord, Erschießen drehen und mittendrin der Hörer, der die zärtlichen Melodien genießt. „Songs One Through Sixteen“ ist eine Platte, die man sich genauer anhören, die wahnhaften Texte mitlesen sollte. Und erneut komme ich an den Punkt, an dem ich merke, genau dieses Album belegt, warum ich Amerika mag. Es ist so skurril schön, so tief abgründig, so seltsam anders als das, was man Tag für Tag im Irrsinn der Newswelt erfährt. Hier zeigen sich die USA von ihrer wunderbarsten und faszinierendsten Seite. Ein Soundtrack des wahren „American Life“.



Dienstag, 19. Februar 2019

IQ – The Wake




IQ – The Wake


Besetzung:

Peter Nicholls – vocals and tambourine
Mike Holmes – guitars
Tim Esau – bass
Martin Orford – synthesizer, organ, mellotron, flute and backing vocals
Paul Cook – drums and percussion


Label: Giant Electric Pea


Erscheinungsjahr: 1985


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Outer Limits (8:13)
2. The Wake (4:11)
3. The Magic Roundabout (8:20)
4. Corners (6:21)
5. Widow’s Peak (9:14)
6. The Thousand Days (5:11)
7. Headlong (7:36)

Bonus Tracks der remasterten Albumversion:

8. Dans Le Parc Du Château Noir (7:40)
9. The Thousand Days (demo) (3:59)
10. The Magic Roundabout (demo) (6:29)
11. Corners (2010 remix) (5:33)

Gesamtspieldauer: 1:12:51




„The Wake“ heißt das zweite Studioalbum der britischen Progressive Rockband IQ, welches im Juni 1985 ursprünglich bei Sahara Records veröffentlicht wurde. Die remasterte Version des Albums erschien dann im Jahr 2010 um vier Titel erweitert auf dem Plattenlabel Giant Electric Pea Records. „The Wake“ ist bisher das einzige Album von IQ, das die britischen Charts erreicht hat. Es kletterte auf Platz 72 der Charts und blieb dort genau eine Woche. Auch diese Band war in Deutschland erfolgreicher als in der Heimat.

Auf „The Wake“ hört man, wie auch schon auf dem Debut-Album der Engländer, wunderschönen und abwechslungsreichen Progressive Rock. IQ besetzen nicht die eher „frickelige“ Sparte dieses musikalischen Genres, sondern stehen sehr viel mehr für eingängige Melodien und ganz viel Abwechslung. Die einzelnen Lieder entwickeln sich während ihres Ablaufs, ändern Strukturen und Stimmungen. Was immer erhalten bleibt sind die wunderschönen Melodien, die das Ohr umschmeicheln und sich schnell festsetzen. Man hört auf „The Wake“ keineswegs Mainstream-Musik. Nichts, was viele Chancen erhält, häufig im Radio gespielt zu werden. Deshalb wundert es auch nicht weiter, dass IQ so wenig kommerzieller Erfolg zuteil wurde. Das wiederum ist schade, denn wer solche Musik zu schreiben im Stande ist, der sollte auch dafür belohnt werden.

Es gibt nichts auf diesem Album, was nicht hörenswert wäre. Es ist IQ Musik, eingängiger Progressive Rock, der alle Lieder durchwirkt. Von daher könnte man als Höhepunkt jedes der ursprünglich vorhandenen sieben Lieder nennen, inklusive der Zugabe „Dans Le Parc Du Château Noir“. Die restlichen drei Bonus Titel sind bereits auf dem Original-Album enthalten, als Bonus jedoch in Form von Demos oder einem neuen Mix angehängt. Meine beiden Höhepunkte der Platte, neben den sechs restlichen Liedern, sind das Mellotron-geschwängerte „Widow’s Peak“ sowie der Titel „Headlong“. Qualitativ besteht bei diesen beiden Nummern kein Unterschied zum Rest der Platte, doch gingen mir diese beiden Lieder noch einen Tick schneller ins Ohr, weswegen ich sie an dieser Stelle gerne erwähnen möchte.

Fazit: Ein wahrlich typisches IQ Album ist „The Wake“ geworden, wenn man jene betrachtet, auf denen Peter Nicholls singt. Nach „The Wake“, welches stilistisch nahtlos an das Debut-Album „Tales From The Lush Attic“ anschließt, verließ Peter Nicholls IQ, um später wieder zur Band zurückzukehren. Wer melodiösen und abwechslungsreichen Progressive Rock mag, die oder der wird auch „The Wake“ mögen. Lohnt sich sehr für Proggies. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Magic Roundabout, Widow’s Peak, Headlong



Montag, 18. Februar 2019

U2 – How To Dismantle An Atomic Bomb




U2 – How To Dismantle An Atomic Bomb


Besetzung:

Bono – lead vocals, additional guitar (tracks 2, 9, 11), backing vocal (2), piano (5)
The Edge – guitar, backing vocals/additional vocal (1–4, 6–11), piano (2, 4–5, 10–11), keyboards (3), additional percussion (7), synthesiser (10–11)
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen Jr. – drums, percussion, backing vocal (2)


Gastmusiker:

Jacknife Lee – synthesisers/additional synthesisers (1–2, 4–5, 7–10), programming (2, 4), keyboards (6), additional guitar atmospherics (8)
Daniel Lanois – additional guitar and pedal steel (9), mandolin (11), shaker (4)
Carl Glanville – additional percussion and synthesisers (2)
Brian Eno – synthesisers (4)
Fabien Waltmann – programming (3, 5)


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2004


Stil: Rock


Trackliste:

1. Vertigo (3:14)
2. Miracle Drug (3:59)
3. Sometimes You Can’t Make It On Your Own (5:08)
4. Love And Peace Or Else (4:50)
5. City Of Blinding Lights (5:47)
6. All Because Of You (3:39)
7. A Man And A Woman (4:30)
8. Crumbs From Your Table (5:03)
9. One Step Closer (3:51)
10. Original Of The Species (4:41)
11. Yahweh (4:21)

Gesamtspieldauer: 49:08




„How To Dismantle An Atomic Bomb” ist das elfte Studioalbum der irischen Rockband U2. Es wurde am 22. November 2004 auf dem Plattenlabel Island Records veröffentlicht. Ähnlich wie das Vorgängeralbum „All That You Can‘t Leave Behind“ aus dem Jahr 2000, so enthält auch „How To Dismantle An Atomic Bomb” eher Musik, die man dem Mainstream des Rocks zuordnen kann. U2-Sänger Bono bezeichnete das Album später als „unser erstes Rockalbum“. Inhaltlich behandelt die Platte die Themen Leben, Tod, Liebe, Krieg, Glauben und Familie. Das Album wurde bei Kritikern wie Fans sehr positiv aufgenommen und erreichte die Nummer 1 der Charts in 30 Ländern, darunter in den USA, wo der Verkauf von 840.000 Exemplaren in der ersten Woche die bisherige persönliche Bestleistung der Band fast verdoppelte. Das Album und seine Singles gewannen alle neun Grammy Awards, für die sie nominiert wurden. Des Weiteren ist „How To Dismantle An Atomic Bomb” das am vierthäufigsten verkaufte Album des Jahres 2004 mit über 10 Millionen Exemplaren, die über den Ladentisch gingen. Die daraus ausgekoppelten Singles waren die Lieder „Vertigo”, „Sometimes You Can’t Make It On Your Own”, „All Because Of You” sowie „City Of Blinding Lights”.

Die Musik auf „How To Dismantle An Atomic Bomb” ist wahrlich eingängig und rockig. Allzu viele Experimente gehen die Iren auf der Scheibe nicht ein, alles wirkt und klingt melodiös und setzt sich somit schnell im Ohr fest. Dabei wirken oder klingen die Lieder keineswegs aufgesetzt oder anbiedernd. Alles hat seine Qualität und macht Spaß. Überwiegend rockig klingt es auf dem Album, die leiseren Töne werden von U2 zwar ebenfalls zugelassen, stehen jedoch eher ein wenig abseits denn frontal im Rampenlicht. „How To Dismantle An Atomic Bomb” ist insgesamt ein schöner Beweis dafür, dass Mainstream Rock keineswegs immer gleich und / oder langweilig klingen muss. Da es auch keine Ausfälle auf dem Album gibt und die Musik sogar mit den Durchläufen noch zu wachsen scheint, kann man die Platte wunderbar durchhören, ohne den Tonarm weiterzubewegen oder die Fernbedienung zu gebrauchen.

Da die Lieder durchgängig wirken ist das Herausstellen von Höhepunkten gar nicht so einfach. Die allgemein bekannten Höhepunkte, die jeder von U2 kennt, fehlen übrigens auf diesem Album. Höhepunkte auf „How To Dismantle An Atomic Bomb” sind für mich dann auch gar nicht mal so sehr die rockigeren Stücke, sondern die Lieder, die auch mal die nachdenklicheren Momente zulassen. Das wären die Titel „Miracle Drug”, „Sometimes You Can‘t Make It On Your Own” sowie das wunderschöne und leicht sphärische „One Step Closer”. Schöne Musik, die ins Ohr geht.

Fazit: „How To Dismantle An Atomic Bomb” ist ein gelungenes, spannendes, abwechslungsreiches und rockiges Album von U2 geworden. Die Musik bewegt sich hauptsächlich im Mainstream des Rock und klingt dabei an keiner Stelle langweilig. Auch wenn dieses Album eines der rockigsten von U2 wurde, so enthält es doch auch die ruhigeren Stellen, die zum Träumen und Nachdenken einladen. Gelungen. Elf Punkte.

Anspieltipps: Miracle Drug, Sometimes You Can‘t Make It On Your Own, One Step Closer



Sonntag, 17. Februar 2019

Amplifier – Mystoria




Amplifier – Mystoria


Besetzung:

Sel Balamir – guitar and singing
Matt Brobin – drums
Steve Durose – guitar
Alex Redhead – bass


Label: Superball Music


Erscheinungsjahr: 2014


Stil: Alternative Rock, Art Rock


Trackliste:

1. Magic Carpet (3:41)
2. Black Rainbow (3:20)
3. Named After Rocky (5:01)
4. Cat’s Cradle (5:03)
5. Bride (3:56)
6. Open Up (6:16)
7. Meld (Summer Of Love) (5:41)
8. OMG (6:27)
9. The Meaning Of If (2:53)
10. Darth Vader (6:39)
11. Crystal Mountain (4:29)
12. Crystal Anthem (4:15)

Gesamtspieldauer: 57:46




„Mystoria“ heißt das fünfte Studioalbum, welches von der englischen Rockband aus Manchester, Amplifier, im Jahr 2014 veröffentlicht wurde. Das Album erschien auf dem Plattenlabel Superball Music und unterscheidet sich doch sehr stark zu den letzten beiden Veröffentlichungen von Amplifier. Auf „Mystoria“ klingt wenig bis nichts nach Art Rock oder gar Progressive Rock, die Engländer haben sich auf diesem Album ganz dem Alternative Rock verschrieben.

Diesen Alternative Rock wissen die vier Engländer dabei durchaus zu präsentieren und zu inszenieren. Die Musik von Amplifier auf „Mystoria“ klingt kraftvoll und sehr rockig, „mystisch“ oder außergewöhnlich allerdings sicherlich nicht, auch wenn man durch den Album-Titel solche Assoziationen entwickeln könnte. Man hört auf der Platte eingängigen und melodiösen, zumeist härteren Alternative Rock, der durchaus zu überzeugen und begeistern versteht, jedoch in einem Gewässer fischt, in dem sich auch viele andere Bands tummeln. Von daher ist auch „Mystoria“ von Amplifier durchaus hörenswert, erreicht jedoch nicht mehr die Klasse der beiden Vorgängeralben, da das Besondere in der Musik der Engländer ein wenig verlorengegangen ist.

Die Höhepunkte des Albums sind das geniale und „schwere“ „Open Up“ sowie das Lied „Crystal Mountain“. „Open Up“ rockt klasse, geht ins Ohr und in die Beine und steht irgendwie stellvertretend für viele, der auf dem Album enthaltenden Titel. „Crystal Mountain“ klingt anders als der Rest der Platte, setzt einen schönen Kontrast. Das Lied ist ruhiger gehalten, von einer Basslinie dominiert und hört sich leicht psychedelisch an. Eine schöne Auflockerung des Gesamteindrucks der Scheibe.

Fazit: „Mystoria“ von Amplifier ist ein Album geworden, auf dem die Musiker von allen Fesseln und Limitierungen befreit zu rocken scheinen. Man kann die Spielfreude fast heraushören, das Zuhören macht einfach Spaß, wenn man etwas härteren Alternative Rock mag. Die einzelnen Lieder gehen gut ins Ohr und es gibt auf „Mystoria“ auch keinen Ausfall zu beklagen. Für alle Freundinnen und Freunde des Alternative Rocks wärmstens zu empfehlen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Open Up, Crystal Mountain



Samstag, 16. Februar 2019

Focus – Focus 9 / New Skin




Focus – Focus 9 / New Skin


Besetzung:

Thijs van Leer – hammond organ, piano, flute, vocals (tracks 7, 11)
Niels van der Steenhoven – guitar
Bobby Jacobs – bass guitar
Pierre van der Linden – drums


Gastmusiker:

Jo de Roeck – vocals on "Just Like Eddy"


Label: Red Bullet


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Instrumentale Musik, Pop, Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Black Beauty (4:14)
2. Focus 7 (5:23)
3. Hurkey Turkey 2 (4:05)
4. Sylvia’s Stepson - Ubatuba (4:50)
5. Niels’ Skin (6:05)
6. Just Like Eddy (5:09)
7. Aya-Yuppie-Hippie-Yee (5:18)
8. Focus 9 (7:57)
9. Curtain Call (4:36)
10. Ode To Venus (4:30)
11. European Rap(sody) (10:23)
12. Pim (3:01)
13. It Takes 2 2 Tango (8:02)
14. Brazil Love (6:14)

Gesamtspieldauer: 1:19:55




„Focus 9“ beziehungsweise „New Skin“ heißt das neunte Studioalbum der niederländischen Rock Band Focus. „Focus 9 / New Skin“ wurde am 25. September des Jahres 2006 veröffentlicht und erschien auf dem Plattenlabel Red Bullet. Einen Rückkehrer gab es im Line-Up der Band. Pierre van der Linden, Schlagzeuger auf dem zweiten und dritten Focus Album 1972 und 1973 war zur Band zurückgekehrt. Eine weitere Umbesetzung betraf die Gitarre. Da hat Niels van der Steenhoven den Gitarristen Jan Dumée ersetzt.

Alles scheint wie immer zu sein auf „Focus 9 / New Skin“. Nur bei einem Lied wird gesungen, ansonsten hört man eher unverständliche menschliche Geräusche, wenn den überhaupt. Doch die meisten Lieder sind rein instrumental gehalten. Die Bandbreite der Musik reicht dabei von Pop über Rock zu jazzigen Ausflügen bis hin zu Progressive Rock. „Focus 9 / New Skin“ ist damit musikalisch gesehen ein sehr abwechslungsreiches Album geworden, auf dem auch die Melodien immer wieder ins Ohr gehen. Doch es gibt auch die Phasen in der Musik auf dem Album, während der die Lieder sogar etwas experimentell und deutlich weniger eingängig klingen. Auch das kann auf dieser Platte durchaus spannend sein.

Die Höhepunkte auf „Focus 9 / New Skin“ heißen „Ode To Venus“ sowie „European Rap(sody)“. Bei erstgenanntem Titel steht zunächst das Piano im Vordergrund, bis die Gitarre mit einsetzt und diese beiden Instrumente abwechselnd die Nummer dominieren. Das klingt mal etwas schräger, mal etwas eingängiger, jedoch immer sehr entspannt. Thematisch geht das Lied dann in die nächste Nummer, „European Rap(sody)“, über. Zunächst getragen klingend, entwickelt sich hier ein sehr abwechslungsreiches Lied, während dem auch zahlreiche musikalische Klischees verschiedener Länder bedient werden. Trotzdem hat das was.

Fazit: Das neunte Studioalbum der niederländischen Rock-Band Focus mit dem Titel „Focus 9 / New Skin“ ist zumindest ein abwechslungsreiches geworden. Viele verschiedene musikalische Genres werden auf der Platte bedient, die von Pop bis hin zu jazzigen Akkorden reichen. Das klingt mal interessanter, mal weniger spannend. Einige der Lieder besitzen eine ganz nette Melodie, die auch ins Ohr geht. Insgesamt wirkt alles jedoch etwas zusammengestückelt und uneinheitlich. Sieben Punkte.

Anspieltipps: Ode To Venus, European Rap(sody)



Freitag, 15. Februar 2019

Fiji – Bizarre




Fiji – Bizarre


Label: Smartship Productions


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Electroclash, Synthie Pop


Trackliste:

1. Bizarre
2. Strong Velvet
3. Dark Night
4. Jour D’été
5. In The Mood For Love
6. Ain’t Dancing
7. Boy Oh Boy
8. Sexy
9. Petite Putain
10. What Without You
11. Jour D’été
12. Strong Velvet
13. La Bambola
14. Un Malentendu



Ich glaube, es war 2007, als ich mit einem Freund nachts durch Bern fuhr. Er hatte wie immer Radio SRF3 an. „Le Loup“ hieß das Lied, das der Moderator anmoderierte. Es sei eine Schweizer Band, aus Bern, wie er sagte. Also hörte ich genauer hin, denn ich bin für meine Sendung immer auf der Suche nach neuer Musik aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Fiji, seltsamer Name für eine Band aus der Schweiz, dachte ich mir noch, doch notierte mir den Namen. Und der Song war „catchy“, ging gleich ins Ohr, gefiel mir gut. Ein paar Tage später suchte ich online nach der Band, fand sie, schrieb sie an und sie schickten mir ihre aktuelle CD zu. Seitdem bin ich „hooked on Fiji“, begeistert von ihrem Electroclash und Synthpop Sound, der mitrei?end, voller Beat und durchaus erotisch ist.

Nun melden sich Fiji mit einer neuen Platte zurück. „Bizarre“ heißt sie und ist phänomenal gut. Für mich das bislang beste Album des Duos. Gestern lag die CD im Briefkasten, ich musste nach Berkeley fahren, schob „Bizarre“ im Auto in den CD-Player und drehte auf. Und wirklich, es ist so eine perfekte Autofahrt CD, die einem Rausch gleich kommt. Laut aufdrehen und den Trip genießen. Die Bilder fliegen vorbei, der Rhythmus der Straße wird von der Musik vorgegeben. Ich freue mich schon auf eine nächtliche Tour.

Fiji haben mit „Bizarre“ ein brillantes Album vorgelegt. Es vereinigt die verschiedensten Einflüsse aus 80er New Wave, Roxy Musics Dream Sound und den harten Beats einer technosierten Musiklandschaft. Es sind scheinbare Widersprüche, die Simone De Lorenzi und Simon Schüttel hier genial zu Liedern zusammenfügen. Da wird man getrieben, um dann wieder im Moment zu verweilen. Der Sound ist fordernd, um dann auf einmal wieder wie ein leises Flehen zu wirken. Und über allem diese laszive Stimme von De Lorenzi, die auf Englisch, Französisch und Italienisch singt. Ein perfektes Album, das gehört werden sollte, das gehört werden muss….und nicht nur in der Schweiz.



Donnerstag, 14. Februar 2019

Steve Hackett – To Watch The Storms




Steve Hackett – To Watch The Storms


Besetzung:

Steve Hackett – vocals, guitar


Gastmusiker:

Roger King – keyboards
Rob Townsend – brass, woodwind
Terry Gregory – basses, vocals
Gary O'Toole – drums, vocals
John Hackett – flute on "Serpentine Song"
Ian McDonald – saxophone on "Brand New"
Jeanne Downs – backing vocals
Sarah Wilson – cello
Howard Gott – violin


Label: Camino Records (Wiederveröffentlichung InsideOut Music)


Erscheinungsjahr: 2003


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Strutton Ground (3:04)
2. Circus Of Becoming (3:48)
3. The Devil Is An Englishman (4:27)
4. Frozen Statues (2:58)
5. Mechanical Bride (6:40)
6. Wind, Sand And Stars (5:07)
7. Brand New (4:40)
8. This World (5:19)
9. Rebecca (4:20)
10. The Silk Road (5:253)

Bonus Tracks Special Edition:

11. Pollution B (0:59)
12. Fire Island (5:24)
13. Marijuana, Assassin Of Youth (5:49)
14. Come Away (3:12)
15. The Moon Under The Water (2:14)
16. Serpentine Song (6:52)
17. If You Only Know (2:25)

Gesamtspieldauer: 1:12:53



„To Watch The Storms” heißt das sechzehnte Studioalbum des englischen Gitarristen und Sängers Steve Hackett. Das Album wurde am 9. Juni 2003 auf dem Plattenlabel Camino Records veröffentlicht und erschien später erneut auf InsideOut Music. Das Artwork stammt einmal mehr von seiner damaligen Frau Kim Poor.

„To Watch The Storms” ist mit Sicherheit eines der abwechslungsreichsten Alben des Ex-Genesis-Gitarristen Steve Hackett. Auf der Platte hört man Folk-Anleihen, Progressive Rock, Blues, Rock, Pop, spanische Klänge, sphärische Klänge, Zirkusmusik, experimentelle Musik, jazzige Passagen und und und. Zudem ist mit dem Titel „The Devil Is An Englishman“ sogar eine Cover-Version vorhanden, die ursprünglich von Thomas Dolby stammt. Langweile wird damit beim Hören der Musik auf „To Watch The Storms” nie aufkommen, ganz einheitlich erweist sich die Scheibe dadurch aber natürlich auch nicht. Von wunderschönen Melodien bis hin zu fast verstörenden Passagen gibt es die ganze Bandbreite auf dem Album zu entdecken. Dementsprechend ist es kaum möglich, für alles gleich den eigenen Zugang zu finden. Einiges auf „To Watch The Storms” möchte erschlossen werden. Teilweise erschließt sich einem die Musik leider aber auch nie vollends – oder man verfügt über einen extrem breit gefächerten Musikgeschmack.

Mich persönlich überzeugen am meisten die eher eingängigen Titel und Blues mag ich von Steve Hackett schon mal gar nicht hören, dazu würde ich mir andere Bands oder Musiker auflegen. Somit heißen meine Favoriten auf dem Album „Strutton Ground“, „Circus Of Becoming”, „Wind, Sand And Stars”, „Brand New“ oder „Rebecca“. Alles Titel, die eine besondere Melodie aufweisen, die eingängig sind und auch einen gewissen Wiedererkennungswert beinhalten. Erwähnenswert sind an dieser Stelle auch die vielen Zitate, denen sich Steve Hackett bedient. Da hört man seine eigene Vergangenheit heraus, mal etwas mehr King Crimson, dann wieder etwas Yes. All dies allerdings in einer Art und Weise, die nicht nach billiger Kopie klingt, sondern nach guter Interpretation.

Fazit: „To Watch The Storms” von Steve Hackett ist ein Album geworden, welches man sich erschließen muss. Hier ist nichts mit dem ersten Mal des Hörens „erledigt“. Die Musik auf der Platte wächst definitiv mit jedem weiteren Durchlauf. Zudem sind die Lieder in vielen unterschiedlichen musikalischen Genres verwurzelt, die eine sehr große Bandbreite moderner und populärer Musik abdecken. Das mag zum einen uneinheitlich klingen, zum anderen jedoch auch spannend. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Circus Of Becoming, Wind, Sand And Stars, Brand New, Rebecca