Mittwoch, 6. März 2013

Eels – Wonderful, Glorious




Eels – Wonderful, Glorious


Besetzung:

E – vocals, guitar
The Chet – guitar
Knuckles – drums
Koool G Murder – bass guitar
P-Boo – guitar


Gastmusiker:

Professor Snatch and The Wonderful, Glorious Orchestra


Label: E Works Records


Erscheinungsdatum: 2013


Stil: Independent Rock


Trackliste:

CD1:

1. Bombs Away (5:24)
2. Kinda Fuzzy (3:38)
3. Accident Prone (2:49)
4. Peach Blossom (4:02)
5. On The Ropes (3:11)
6. The Turnaround (4:50)
7. New Alphabet (4:08)
8. Stick Together (3:43)
9. True Original (3:48)
10. Open My Present (3:10)
11. You're My Friend (3:48)
12. I Am Building A Shrine (3:35)
13. Wonderful, Glorious (3:44)


CD2:

1. Hold On To Your Hat (0:46)
2. Your Mama Warned You (3:09)
3. I'm Your Brave Little Soldier (2:51)
4. There's Something Strange (3:12)
5. Happy Hour (We're Gonna Rock) (3:50)
6. That's Not Really Funny (Live 2011) (4:55)
7. In My Dreams (Live 2010) (3:07)
8. Prizefighter (Live 2010) (3:01)
9. Looking Up (Live 2011) (5:06)
10. What I Have To Offer (Live At KEXP) (2:56)
11. I Like The Way This Is Going (Live At KEXP) (2:13)
12. Spectacular Girl (Live At KEXP) (3:32)
13. Summer In The City (Live At KEXP) (2:12)

Gesamtspieldauer: 1:30:44



Ich liebe die Eels alias Marc Oliver Everett - wenn sie wunderschöne Melodien entwickeln, eingängige Harmonien kreieren, einfühlsame, nahegehende und auch ergreifende Texte präsentieren. Mit Letzterem kann „Wonderful, Glorious“, das inzwischen zehnte Album des Amerikaners auch aufwarten, obwohl diese Texte anscheinend nur kurze Notizen auf diversen Schmierzetteln darstellen. Mit der Musik habe ich da allerdings ein wenig mehr Schwierigkeiten. Klar gibt es auch hier diese einfühlsamen Songs, die einen packen, zum Träumen einladen und einfach wirken. Allerdings finden sich auf dem neuesten Album der Band auch jede Menge Lieder, die manchmal sogar eher verstörend daherkommen, die eben so gar nicht ins Ohr gehen wollen – auch nicht nach dem zwanzigsten Mal des Hörens.

Auch auf „Wonderful, Glorious“ spielt Marc Oliver Everett immer wieder mit dem Stilmittel der knapp an der Übersteuerung balancierten Stimme. Das mag ab und an ganz interessant wirken, zu häufig eingesetzt verfehlt es allerdings seine Wirkung deutlich und nervt sogar ein wenig. Dadurch klingen die einzelnen Songs mitunter richtiggehend aggressiv, aufgeregt und ein wenig an den Nerven zerrend.

Aber es gibt sie auch hier auf diesem Album, die schönen und eingängigen Titel, die die Musik der Eels zu einem Erlebnis werden lassen. Da ist zum einen das wirklich tolle „Turnaround“. Sanfte und ruhige Klänge bahnen sich hier den Weg zum Ohr des Hörers. Alles klingt einfach schön, etwas getragen, völlig unaufgeregt und sehr eingängig. Ebenso klasse gelungen ist „I Am Building A Shrine“. Ein wenig traurig und gedrückt klingt das Lied, gerade so, als ob es zur Zeit von „Blinking Lights And Other Revelations“ im Jahr 2005 entstanden wäre. Ein Trip in die Vergangenheit der Band, der durchaus gelungen ist, ohne diese zu kopieren. Auch der Titeltrack „Wonderful, Glorious“ hat etwas. Deutlich flotter und rhythmischer entwickelt sich hier ein kraftvolles Lied, welches durch seine Stimmungswechsel und Einschübe punkten kann.

Die zweite CD der Deluxe Edition wird mit „Hold On Your Hat“ eingeleitet, bei dem eine Frau davon schwärmt, wie toll das Album bisher war und dass man sich nun auf die Zugaben freuen kann. Diese sind im Falle von „Your Mama Warned You“ und „I'm Your Brave Little Soldier“ wirklich gelungen und auch hier kommen Erinnerungen an frühere Werke des Marc Oliver Everett auf. Insgesamt befinden sich vier neue Lieder auf der zweiten CD, die im Anschluss an die bereits erwähnte Einführung folgen. Weiter aufgefüllt wird diese Bonus-CD mit zusätzlichen acht Live-Titeln, die sich aus den Alben „Souljacker“ (That’s Not Really Funny), „Hombre Lobo“ (In My Dreams und Prizefighter), sowie vor allem „Tomorrow Morning“ (Looking Up, What I Have To Offer, I Like The Way This Is Going und Spectacular Girl) zusammensetzen. Schließlich folgt ganz am Ende noch eine Cover-Version des The Lovin‘ Spoonful Hits „Summer In The City“ der aus dem Jahr 1966. Die letzten vier Nummern wurden dabei ohne Publikum, dafür allerdings live bei KEXP, einer Radiostation in Seattle eingespielt.

Fazit: Es gibt sie auf „Wonderful, Glorious“, diese tollen Nummern der Eels, die einem im Gedächtnis bleiben. Allerdings gibt es auch einige Titel – und diese sind leider in der Überzahl – die genau eine Eigenschaft nicht besitzen: Nachhaltigkeit. Somit hinterlässt das zehnte Studio-Album der Eels bei mir einen klein wenig einen zwiegespaltenen Nachgeschmack, ein Gefühl, nicht so richtig überzeugt worden zu sein. Die Platte ist weit davon entfernt schlecht zu sein, jedoch fehlt auch ein ganzes Stück, dass ich sie für mich gut bewerten könnte. Acht Punkte.

Anspieltipps: On The Ropes, The Turnaround, I Am Building A Shrine, Wonderful Glorious