Donnerstag, 4. April 2019

Long Distance Calling – Boundless




Long Distance Calling – Boundless


Besetzung:

Florian Füntmann – guitar
Jan Hoffmann – bass
David Jordan – guitar
Janosch Rathmer – drums


Gastmusiker:

Eddie North – violin on “Like A River”
David Miles – trumpet on “Like A River”


Label: InsideOut Music


Erscheinungsjahr: 2018


Stil: Instrumental Progressive Rock


Trackliste:

1. Out There (9:11)
2. Ascending (4:59)
3. In The Clouds (6:00)
4. Like A River (4:56)
5. The Far Side (5:45)
6. On The Verge (6:02)
7. Weigtless (6:56)
8. Skydivers (12:16)

Gesamtspieldauer: 56:09




„Boundless“ heißt das sechste vollständige Studioalbum der deutschen Band Long Distance Calling aus Münster. „Boundless“ erschien am 2. Februar 2018 auf dem Plattenlabel InsideOut Music und ist einmal mehr ein Instrumentalalbum geworden. Irgendwo im weiten Bereich von Alternative Rock, Progressive Rock und Progressive Metal bewegt sich die Musik auf der Scheibe, die eben ohne Text und Wort auskommt und somit durchaus etwas Besonderes darstellt.

Die einzelnen Lieder auf „Boundless“ zünden auch sogleich, das bedeutet beim ersten Hören. Gerockt wird auf dem Album. Das Ganze klingt dabei niemals zu vertrackt, sodass das Genre Alternative Rock durchaus mit herangezogen werden kann, wenn man die Musik von Long Distance Calling auf „Boundless“ beschreiben möchte. Da diese auch sehr kraftvoll und rockig und auch hart klingt, darf man an dieser Stelle sicherlich auch von Metal sprechen. Das „Progressive“ Momentum resultiert dann eher aus dem Umstand, dass es keine feste Liedstruktur zu geben scheint, die einzelnen Titel sich langsam entwickeln und nicht nach der Methode Strophe – Refrain – Strophe – Refrain – Solo und so weiter funktionieren.

Ohrwürmer gibt es zwar keine auf der Scheibe, doch klingt jeder der acht Titel eingängig und melodiös – dabei freilich mit einer ordentlichen Portion Härte versehen. Man kann wunderbar in die Musik eintauchen, die ihren Höhepunkt gleich zu Beginn mit dem Opener „Out There“ aufweist. Das Lied klingt immer wieder mitreißend und packend. Großartige qualitative Abfälle sind allerdings auch bei den anderen Nummern auf „Boundless“ nicht festzustellen. Das letzte Lied der Platte, „Skydivers“, ist übrigens nicht über zwölf Minuten lang, sondern die Musiker von Long Distance Calling haben in diesem Titel leider eine unangenehme Marotte manch anderer Band aus den frühen Jahren der Compact Disc wieder aufleben lassen. Die Nummer enthält einen sogenannten „Hidden Track“, der nach dem eigentlichen Lied und einigen Minuten Stille das Album ausklingen lässt.

Fazit: Instrumentale Progressive Rock beziehungsweise Progressive Metal Musik ist alles andere als alltäglich. Bei der deutschen Band Long Distance Calling kann man diese hören. Atmosphärisch ist dies sehr stimmig und an mancher Stelle klingen die Titel auch durchaus mitreißend. Mir persönlich fehlt allerdings der Gesang, der einem Titel häufig noch viel mehr Leben einhaucht. Man kann die Platte wunderbar hören, sich darauf einlassen und in die Musik eintauchen. Trotzdem fehlt etwas. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Out There, On The Verge