Donnerstag, 4. Juni 2015

Emerson, Lake & Palmer – Trilogy




Emerson, Lake & Palmer – Trilogy


Besetzung:

Greg Lake – vocals, electric & acoustic guitars, bass guitar
Keith Emerson – hammond organ c3, steinway piano, moog synthesizer III-c, mini-moog model d, zoukra
Carl Palmer – drums, percussion


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Endless Enigma, Part One (6:42)
2. Fugue (1:57)
3. The Endless Enigma, Part Two (2:03)
4. From the Beginning (4:16)
5. The Sheriff (3:22)
6. Hoedown (3:47)
7. Trilogy (8:54)
8. Living Sin (3:13)
9. Abaddon's Bolero (8:10)


Bonus Track der remasterten Albumfassung:

10. Hoedown (Live) (4:06)

Gesamtspiedauer: 46:34



„Trilogy“ heißt das dritte Studio-Album von Emerson, Lake & Palmer und wurde im Juli 1972 veröffentlicht. Gleichzeitig ist diese Scheibe auch die Lieblingsplatte Greg Lakes geworden, wie er einmal in einem Interview zum Ausdruck brachte. Nun, „Trilogy“ bringt alles mit, was ein Album mit progressiver Rockmusik ausmacht und abwechslungsreich ist diese Scheibe auf jeden Fall geworden.

Die Platte beginnt mit dem dreiteiligen „The Endless Enigma“, bestehend aus „The Endless Enigma Part1“, „Fuge“ und „The Endless Enigma Part 2“. „The Endless Enigma“, übersetzt „Das endlose Rätsel“, ist ein surreales Bild von Salvador Dali aus dem Jahr 1938, welches auf „Trilogy“ eine musikalische Umsetzung finden sollte. Und die ist wahrlich gelungen. Jede oder jeder, die oder der mal hören möchte, wie Progressive Rock funktioniert, der beziehungsweise dem seien diese drei Titel am Anfang von „Trilogy“ empfohlen. Die Nummern weisen all jenes auf, was dieses Musikgenre so interessant und spannend macht. Wunderschöne Melodien, seltsame Takte und noch seltsamere Töne und dann auch wieder Abschnitte, die fast schon atonal klingen.

Es folgt mit „From The Beginning“ eine schöne und sanfte Nummer, hauptsächlich von Gerg Lakes akustischer Gitarre dominiert. Dazu gesellt sich sein überzeugender Gesang und fertig ist sie, die sanfte Ballade. „The Sheriff“, im Anschluss daran, fängt noch ganz interessant mit einem Orgellauf des Keith Emerson an, wird dann aber zu einem Lied, was seinem Titel alle Ehre macht. Klingt ein wenig kitschig und kann wohl nur als kleine Spielerei aufgefasst werden, vor allem wenn sich die Nummer dem Ende zuneigt. „Hoedown", ist schließlich eine, im Stile Emerson, Lake & Palmers, umarrangierte Aaron Copland Nummer. Sehr orgellastig und daraus auch seine Spannung beziehend.

Es folgt der Titeltrack „Trilogy“. Was ich am Anfang über „The Endless Enigma“ schrieb, das passt auch hier. Das ist Progressive Rock in Reinkultur. Zunächst dominieren Gesang und Piano, alles wirkt sehr melodisch, ist überaus eingängig. Dann folgt eine Art jazziger Pianosolo-Abschnitt, um schließlich in einen treibenden und rockigen Part überzugehen. Allzu melodiös klingt es jetzt nicht mehr, wenn Keith Emerson dem Synthesizer auch jede Menge sehr dissonante Klänge entlockt. Hier werden nun auch viele Hörer „gemäßigter“ Rock-Musik aussteigen. Das klingt zugegebenermaßen mitunter sehr verwirrend und atonal. Die Perkussion des Carl Palmer gibt die Geschwindigkeit vor und Keith Emerson scheint das zu spielen, was ihm gerade, in diesem Moment der Aufnahme durch den Kopf geht. Macht er allerdings sicherlich nicht, das ist alles sehr wohl überlegt und geplant.

„Living Sin“ ist ebenfalls überaus atonal, zudem ist hier Greg Lake auch mit zum Teil sehr tiefer, völlig ungewohnter Stimme zu hören. Für mich neben dem „Scheriff-Lied“ der Ausfall der Platte. Das ursprüngliche Album läuft aus mit „Abaddon's Bolero“. Wie der Name schon sagt, einem sich langsam steigernden Bolero. Und wie sich dieser Titel steigert. Immer dichter und voller wird der Sound, alles scheint auf einen ganz bestimmten Punkt hinzulaufen, alle Instrumente sich auf diesen Höhepunkt zu fokussieren und schließlich zu kumulieren. Und ganz zum Schluss hin, wie sollte es auch anders sein bei Emerson, Lake & Palmer, wird es auch wieder ein wenig schräg.

Der remasterten Albumfassung ist dann noch eine Live-Version von „Hoedown“ hinzugefügt worden. Ganz nett, jedoch mit Sicherheit kein Grund, sich deswegen diese CD-Ausgabe zulegen zu müssen.

Fazit: Von allen, mir bekannten Progressive Rockbands, machen für mich Emerson, Lake & Palmer die am schwersten zugängliche Musik. Mit einem Mal des Hörens ist da schon mal gar nichts anzufangen. Für diese Musik bracht man jede Menge Durchläufe – und trotzdem erschließt sich einem keinesfalls alles, zumindest mir nicht, bei andern mag das durchaus so sein. Nun, „Trilogy“ ist ein sehr typisches Album für die frühe Phase der Band geworden, vielleicht nur einen Ticken weniger experimentell. Also es gibt sie auch hier, die schönen und melodischen, wie die eher atonalen und dissonanten Abschnitte in der Musik. Die drei Musiker sind bestens aufeinander abgestimmt und verstehen ihr Geschäft, beziehungsweise beherrschen ihre Instrumente. Das haben sie auf „Trilogy“ sogar so gut gemacht, dass es ihnen nicht mehr möglich war, dieses Album auch live auf die Bühne zu bringen. Die Ausnahme stellt hier nur jener, auch auf diesem Album als Bonus-Track vorhandener Titel „Hoedown“ dar. Ganz bestimmt nicht einfach diese Musik, weder für die Musiker, noch für die Hörer – aber allemal gut. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Endless Enigma Part One, Fugue, The Endless Enigma Part Two