Donnerstag, 19. Mai 2016

Einstürzende Neubauten – Ende Neu




Einstürzende Neubauten – Ende Neu


Besetzung:

Blixa Bargeld – vocals, fill words, electric guitar, electric slide guitar, pencil and paper, hammond organ, bass feedback, amplifier, installation, choir vocals, hand claps, flute installation, air compressor, fender Rhodes piano, vibraphone, foot stomps, whistles
Andrew Chudy – amplified bass spring, fill words, choir, metal plate, percussion, plastic canisters, electric drill, tone generator, installation, bass drum, hand claps, machine recordings, flute installation, large resonating spring, amplified bass wire, plastic tube, plastic bin, foot stomps, amplified wire, motor leather belts, Pythagorean tube bells, microphone percussion
F.M. Einheit – bass drum, metal plate, chain, brushes, tank, metal percussion, plastic canisters
Alex Hacke – bowed electric guitar, electric guitar, electric bass guitar, fill words, choir conductor, choir vocals, hand claps, amplified wire


Gastmusiker:

Meret Becker – vocals
Jennifer Levy – vocals
Roland Wolf – electric bass guitar
Klaus Maeck – fill words
Boris Wilsdorf – fill words, choir voices
Jochen Arbeit – choir voices
Laurie Tomin – choir voices
Ralf Strunz – choir voices
Adrian Bilderberger – choir voices
Axel Anonymus – choir voices
Chrislo Haas – choir voices
Maria Zastrow – choir voices
Bertrand Burgalat – string arrangement
Ingrid Aelvoet – violin
Renaud Lhoest – violin
Françoise Derissen – violin
Jean-Pierre Catoul – violin
Georges Siblik – violin
Carole Duteille – violin
Benoit Gilot – viola
Samuel Aelvoet – viola
Eric Gerstmans – viola
Jean-Pol Zanutel – cello
Raoul Walton – electric bass guitar, machines


Label: Nothing Records


Erscheinungsdatum: 1996


Stil: Industrial, Avantgarde, Rock, Pop, Punk, New Wave


Trackliste:

1. Was Ist Ist (3:31)
2. Stella Maris (5:21)
3. Die Explosion Im Festspielhaus (4:32)
4. Installation No. 1 (4:30)
5. Nnnaaammm (10:59)
6. Ende Neu (5:00)
7. The Garden (5:12)
8. Der Schacht Von Babel (2:48)
9. Bili Rubin (2:59)

Gesamtspieldauer: 44:56



Die musikalischen Genres sind breit gestreut auf dem siebten Studioalbum der Einstürzenden Neubauten. „Ist das noch Industrial?“ „Oder ist das doch eher Avantgarde?“ „Nein, das ist doch Rock!“ „Gar nicht, viel eher ist das Pop.“ „Quatsch, das ist doch Punk“. „Hm, ich höre da eher New Wave raus!“ Alle Aussagen zu dem 1996 erschienen Album „Ende Neu“ sind irgendwie richtig, denn genau das alles und noch viel mehr gibt es auf dieser Platte, die auf dem Label Nothing Records veröffentlicht wurde, zu hören. Es hängt somit ganz einfach damit zusammen, über welchen Titel man denn gerade redet, auf was man sich bezieht, um der Musik die korrekte Überschrift zuordnen zu können.

Es ist genau diese Bandbreite, die, von fast schon kitschigem (aber nur fast) Pop, in Form des Liedes „Stella Maris“, bis hin zu experimentellen Auswüchsen à la „Nnnaaammm“ reicht. Kein einfaches Album zum Anhören, sicherlich nicht, da die einzelnen Titel irgendwie gar nicht so gut zusammenpassen wollen. Vielmehr klingt das alles wie ein Arrangement verschiedenster Atmosphären und Eindrücke, die mal das Ohr umschmeicheln, ein anderes Mal redundante und hypnotisierende Klangwelten erschaffen. Das eine Mal taucht man in eingängige und überaus melodiöse Welten ab und ein, an anderer Stelle werden irgendwelchen Alltagsgegenständen Geräusche entlockt, die sich dann zu rhythmischen Aufbauten emporstapeln und einem um die Ohren fliegen.

Dabei irgendwelche Titel herauszuheben verbietet sich alleine dadurch, dass „Ende Neu“ eben keine Einheit bildet. So können das schöne „Stella Maris“, das sehr viel abgefahrenere, jedoch immer noch eingängige „The Garden“ anders punkten, als die etwas punkige Auftaktnummer „Was Ist Ist“ oder das avantgardistische „Nnnaaammm“. Wieder andere werden sicherlich den New Wave von „Installation No. 1“ für sich entdecken, weitere Hörerinnen und Hörer dann doch eher das in Richtung Industrial driftende Titellied „Ende Neu“. Irgendwie scheint für alle was dabei zu sein und jede Nummer hat auf ihre eigene Art und Weise etwas zu bieten.

Fazit: Nein, einheitlich ist „Ende Neu “ mit Sicherheit nicht. Vielmehr gibt es darauf eine sehr breite Mischung aus diversen musikalischen Genres zu hören. Manches davon klingt überaus melodiös, manches dann allerdings auch eher verstörend. Gelungen ist das allemal, da es nämlich so besonders ist. Keine Musik für das Autofahren, allerdings Musik für einen selbst, wenn man die Zeit und Muße hat, mal musikalisch etwas zu erleben. Elf Punkte.

Anspieltipps: Stella Maris, The Garden