Sonntag, 4. November 2012

Birth Control – Hoodoo Man




Birth Control – Hoodoo Man


Besetzung:

Bruno Frenzel – guitars, vocals
Bernd Koschmidder – bass-guitar
Wolfgang Neuser – organ keyboards, kuckuck-synthesizer, church-organ, vibraphone
Bernd Noske – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Peter Engelhard – guitar (tracks 10, 11)
Sosho Kühn – keyboards (tracks 10, 11)
Cyborg Haines – bass (track 10)
Peter Föller – vocals (track 11)
Sascha Delbrouck – bass (track 11)


Label: Repertoire Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock, Progressive Rock, Krautrock


Trackliste:

1. Buy (7:13)
2. Suicide (6:19)
3. Get Down To Your Fate (7:59)
4. Gamma Ray (9:46)
5. Hoodoo Man (8:27)
6. Kaulstoss (2:43)


Bonus Tracks:

7. Nostalgia (3:37)
8. Gamma Ray (Part 1 Single Version) (3:30)
9. Gamma Ray (Part 2 Single Version) (3:53)
10. Hope (live) (5:54)
11. She's Got Nothing On You (live) (5:00)

Gesamtspieldauer: 1:04:20



„Hoodoo Man“ lautete das dritte Album der Berliner Band Birth Control, welches im Jahr 1973 erschien. Zum Teil hört man auf diesem Album ziemlich geradlinigen Rock, wie zum Beispiel beim Opener „Buy“. Ein orgeldominiertes Lied, welches in seiner Art tatsächlich ein wenig an Deep Purple oder Uriah Heep der damaligen Zeit erinnert. Zumindest, bis man sich dem Solo angenähert hat. Hier wird die Musik nun ein wenig progressiver mit Tempo- und Rhythmuswechseln, um schließlich wieder in einen schnelleren Rock-Part überzugehen.

„Suicide“, die zweite Nummer der Platte, nähert sich dann dem Genre „Progressive Rock“ noch deutlich mehr an. Auch hier steht die Orgel wieder ganz klar im Vordergrund und beherrscht das Lied, welches im weiteren Verlauf mit immer mehr jazzigen Adaptionen aufwartet. „Get Down To Your Fate“ startet im Anschluss daran fast schon sphärisch und frei. Dann wandelt sich das Stück wieder zu einem typischen Rock-Kracher der frühen 70er Jahre. Und für diese Stimmung sorgen neben dem Gesang auch erneut die Orgel sowie die Solo-Gitarre.

Dann folgt mit „Gamma Ray“ eines der bekanntesten Lieder der Berliner. Alles vibriert hier bei diesem Song, alles ist im Fluss und die Band kommt dem Genre Krautrock jetzt deutlich am nächsten. Die Rockelemente sind immer allgegenwärtig, jedoch kommt bei diesem Stück auch der Freund der progressiven Rockmusik durchaus auf seine Kosten. Klasse auch der Mittelteil, der ein Perkussion- und Schlagzeug-Solo enthält, welches wahrlich mitreißt. Schließlich gibt es noch ein Frage- und Antwortspiel zwischen Gesang und Gitarre, wobei der Gesang nicht aus Worten, sondern eher aus lautmalerischen Silben besteht.

Anschließend gibt es den Titeltrack „Hoodoo Man“ zu hören. Auch hier bewegt sich die Band wieder in progressiven Spuren. Der Beginn ist schön melodiös gehalten und rockt gleichzeitig. Plötzlich jedoch befindet man sich in der Kirche und lauscht dort einem Orgelkonzert. Schließlich geht es wieder zurück in den ersten Teil des Liedes mit dem die Nummer auch beendet wird.

Der ursprünglich letzte Titel des Albums war „Kaulstoss“. Deutlich kürzer als die anderen Stücke der Platte und auch sehr viel gewöhnungsbedürftiger, will die Nummer irgendwie nicht so recht zum Rest auf „Hoodoo Man“ passen. Es beginnt mit Hundebellen und dann folgt so eine „fröhliche“ Orgel-, Synthesizer- und Gitarrenmelodie, die man nicht unbedingt gehört haben muss.

Auf der remasterten Fassung des Albums von 2005 sind noch mal fünf Zugaben hinterlegt worden. Sicherlich kein zusätzlicher Grund, sich dieses Album noch mal zuzulegen, da es sich dabei bis auf die beiden „Gamma Ray“-Teile um relativ straighten Rock handelt, der ganz nett anzuhören ist, einen allerdings auch nicht umhaut.

Fazit: „Hoodoo Man“ wirkt. Vor allen Dingen die Titel drei, vier und fünf haben was. Das ist etwas härterer Progressive Rock, der einem zum Mitwippen animiert, der niemals nachdenklich oder melancholisch rüberkommt, sondern immer rockt und das auf eine ganz sympathische Art und Weise. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Get Down To Your Fate, Gamma Ray, Hoodoo Man