Montag, 18. Juni 2012

Barclay James Harvest – Once Again





Barclay James Harvest – Once Again


Besetzung:

John Lees – guitar, vocals
Stuart “Woolly” Wolstenholme – keyboards, vocals
Les Holroyd – bass, vocals
Mel Pritchard – drums, percussion


Gastmusiker:

Alan Parsons – jew’s harp „Lady Loves“


Label: Harvest


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Pop


Trackliste:

1. She Said (8:21)
2. Happy Old World (4:41)
3. Song For Dying (5:02)
4. Galadriel (3:15)
5. Mocking Bird (6:39)
6. Vanessa Simmons (3:46)
7. Ball And Chain (4:49)
8. Lady Loves (4:07)


Bonus Tracks:

9. Introduction - White Sails (A Seascape) (1:43)
10. Too Much On Your Plate (5:29)
11. Happy Old World (4:40)
12. Vanessa Simmons (3:47)
13. Ball And Chain (4:48)



Das zweite Album ist Barclay James Harvest im Jahr 1971 noch ein wenig besser gelungen, als ihre Debut-Scheibe ein Jahr zuvor. Zwar finden sich auch auf dieser Veröffentlichung erneut sehr schwülstige Nummern („Happy Old World“, „Song For Dying“), Titel, die einfach so vorbeirauschen, sehr „zuckersüß“ sind und irgendwie nicht so richtig zünden. Aber es gibt in den weiteren Stücken nicht nur Abwechslung, sondern auch tolle Melodien zu hören, in die es sich trefflich eintauchen lässt.

„Ball And Chain“ steht dabei für die oben erwähnte Abwechslung. Das Lied ist deutlich rockiger als die restlichen Stücke des Albums und soll wohl auch ein wenig psychedelisch klingen. Funktioniert sogar ein wenig. „Galadriel“ ist eine wunderschön verträumte Nummer, sehr weich und sanft und überaus eingängig. Die Instrumentierung mit Streichern und Bläsern gestaltet das Lied noch „verletzlicher“ und feierlicher. Sicherlich nichts für den Hard-Rocker. Doch wenn man auch den eher ruhigeren Tönen etwas abgewinnen kann, dann wird man damit bei diesem Lied bestens versorgt. Eine schöne Melodie findet sich auch bei dem Stück „Mocking Bird“, eines der bekanntesten Lieder der Band. Und hier gibt es ebenfalls wieder Bläser zu hören, erneut inklusive Streichorchester. Das Stück wird im weiteren Verlauf pathetisch und symphonisch, all das passt perfekt zusammen und die „Spottdrossel“ kann sich so richtig ausleben.

Überaus gelungen ist auch der Opener des Albums „She Said“. Hierbei handelt es sich mit einer Länge von über acht Minuten auch um das längste Stück des Albums. Wieder sehr eingängig und auch abwechslungsreich, wird hier keine Minute Langeweile erzeugt. Nun, den Text muss man dabei allerdings außer Acht lassen, der schmerzt ein wenig…

“Vanessa Simmons” und “Lady Loves“ passen wieder in die Schublade „schöne Popnummer“ mit eingängiger Melodie, wobei letzteres Stück noch deutlich besser ist und sehr viel eher hängenbleibt. Bemerkenswert dabei auch, dass hier Alan Parsons an der Maultrommel zu hören ist.

Bleiben noch die Bonus-Tracks der remasterten Version des Albums. Davon gibt es fünf auf dem Album. „Introduction - White Sails (A Seascape)“ ist eine kurze, rein orchestrale und wieder mal sehr getragene Nummer. Nicht mehr oder weniger als, wie der Name schon sagt, eine Einleitung. „Too Much On Your Plate“ ist dagegen ein rockiges Stück und bildet somit zumindest eine Auflockerung des Albums. Die restlichen drei Titel der Bonus-Tracks „Happy Old World“, „Vanessa Simmons“ und „Ball And Chain“ hat man bereits als „offizielle“ Titel auf „Once Again“ gehört und unterscheiden sich von diesen nur durch die quadrophonische Abmischung.

Fazit: Das zweite Album von Barclay James Harvest enthält mehr Höhepunkte als sein Vorgänger. Hier gibt es jede Menge unaufgeregte und dafür umso eingängigere Musik zu hören, die gerade mit ihren Melodien punkten kann, die nicht selten Ohrwurmcharakter aufweisen. „Once Again“ ist ein schönes Album geworden und enthält so manchen Klassiker der britischen Formation. Und für diese vielen eingängigen Nummern, die immer wieder auch Spaß machen gibt es zehn Punkte.