Donnerstag, 28. Juni 2012

Peter Gabriel – III





Peter Gabriel – III


Besetzung:

Peter Gabriel – vocals, piano, synthesizers, percussion


Gastmusiker:

David Rhodes – guitars
Larry Fast – synthesizers
John Giblin – bass
Jerry Marotta – drums, percussion
Paul Weller – guitar
Dave Gregory – guitar
Tony Levin – stick bass
Phil Collins – drums
Robert Fripp – guitar
Morris Part – percussion
Dick Morrisey – saxophone
Kate Bush – vocals


Label: Virgin


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: ArtPop, Rock, Pop


Trackliste:

1. Intruder (4:53)
2. No Self Control (3:56)
3. Start (1:21)
4. I Don't Remember (4:42)
5. Family Snapshot (4:28)
6. And Through The Wire (5:01)
7. Games Without Frontiers (4:06)
8. Not One Of Us (5:22)
9. Lead A Normal Life (4:14)
10. Biko (7:30)

Gesamtspieldauer: 45:31




Es ist wahrlich schwer auf dem dritten Album Peter Gabriels etwas zu finden, was nicht passt, was nicht funktioniert, was nicht klingt. 1980, fünf Jahre nach seiner Demission bei Genesis, veröffentlichte der englische Musiker dieses Album, welches er kurzerhand erneut nicht betitelte. So wird es der Einfachheit halber kurz „III“ genannt. Bei Fans kursiert, in Anlehnung an das Cover, auch der Titel „Melt“, der jedoch auch nur ein „inoffizieller“ ist.

Nun, das Album hat wieder mal keinen Namen, dafür ist die Musik darauf umso eindrucksvoller und begeisternder. Überaus rhythmisch und auch ein bisschen „quer“ beginnt die Platte mit „Intruder“. Gar nicht mal so melodisch, lebt Peter Gabriel hier all die Facetten seines Gesangs perfekt aus. Und genau davon lebt auch diese Nummer. Von dieser Rhythmik sowie von verzerrten und unverzerrten Schreien, von den hohen und tiefen Stellen seines Gesangs und dieser leicht mystischen und unheimlichen Stimmung, die das Lied transportiert und verbreitet.

Und erst recht beim nächsten Stück, „No Self Control“, ist alles so pulsierend, so mitreißend und so fantastisch arrangiert. Zu all dem gesellt sich nun auch noch eine fesselnde Melodieführung. Allein dieser „Songhintergrund“, diese Gesangsbegleitung hat man so wohl noch bei keinem anderen Stück gehört. Eindeutig ein Höhepunkt im Schaffen des Peter Gabriels. „Start“ ist anschließend eine kurze, etwas schwebende und vom Saxophon getragene Einleitung zu „I Don't Remember“. Auch bei diesem Stück gilt, was teilweise schon auf „Intruder“ zutraf. Überaus rhythmisch, hier schöpft Gabriel erneut alle Möglichkeiten seiner Stimme aus und dazu gesellt sich noch eine packende Melodie.

Und so reiht sich bei diesem Album Höhepunkt an Höhepunkt. Da die etwas zurückhaltenderen und dabei überaus melodiösen Stücke wie „Family Snapshot“ oder das sehr viel mehr experimentelle „Lead A Normal Life“, welches ein wenig an David Bowies „Weeping Wall“ erinnert. Und auf der anderen Seite solch, deutlich mehr treibende Stücke wie „And Through The Wire“ und „Not One Of Us“, die beide ebenfalls eingängig sind und dabei in keinster Weise Gefahr laufen langweilig zu werden.

Schließlich bleiben noch die beiden „Hits“ des Albums, mit denen Peter Gabriel auch als Solokünstler seinen endgültigen Durchbruch schaffte: „Games Without Frontiers“ und „Biko”. Beide Stücke sind Highlights nicht nur dieser Platte, sondern auch im Schaffen des britischen Musikers. Bei „Games Without Frontiers“ kann man dabei Kate Bush „Jeux Sans Frontière“ singen hören und mit dem letzten Stück „Biko“, einem Anti-Apartheidsong“ über die Ermordung des Bürgerrechtlers Steven Biko, ist die Musik Peter Gabriels auch in der Welt-Musik angekommen.

Fazit: Auf dem dritten Album Peter Gabriels befindet sich kein schlechtes Lied. Vielmehr gibt es hier jede Menge tolle Musik zu bestaunen und anzuhören, die ihresgleichen sucht. Wenn man überlegt, dass die „alten Kollegen“ von Genesis zur selben Zeit das Album „Duke“ veröffentlichten, so kann man eigentlich nur dankbar sein, dass sich die Wege von Genesis und Peter Gabriel nach „The Lamb Lies Down On Broadway“ getrennt haben. „III“ oder „Melt“ ist ein Meisterwerk, welches vierzehn Punkte verdient hat.

Anspieltipps: No Self Control, Family Snapshot, Games Without Frontiers, Lead A Normal Life, Biko