Dienstag, 28. Oktober 2014

Yes – Tales From Topographic Oceans




Yes – Tales From Topographic Oceans


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals, harp, drums, percussion
Steve Howe – guitars, vocals
Chris Squire – bass guitar, timpani, vocals
Rick Wakeman – minimoog synthesizer, mellotron, hammond organ, pipe organ, rmi electra piano, grand piano
Alan White – drums, percussion


Label: Atlantic Records




Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

CD1:

1. The Revealing Science Of God / Dance Of The Dawn (22:37)
2. The Remembering / High The Memory (20:53)
3. The Ancient / Giants Under The Sun (18:35)


CD2:

1. Ritual / Nous Sommes Du Soleil (21:52)

Bonus Tracks:

2. Dance Of The Dawn (23:35)
3. Giants Under The Sun (17:17)

Gesamtspieldauer CD 1 & CD2: 2:04:51



Wenn man auf Wikipedia das Wort „Yes“ eingibt, dann erreicht man erst mal die Begriffsklärung. Achtzehn unterschiedliche Bedeutungen stehen einem dort zur Verfügung. „Yes, eine Rockgruppe, siehe Yes (Band)“! steht dann dort schließlich an erster Stelle. Im Grunde genommen sagt dies schon eine ganze Menge über die Bedeutung dieser Band aus – nicht nur für den Progressive Rock, sondern ganz allgemein auch über die Bedeutung dieser Progressive Rock Band. „Yes“ hat selbstverständlich jede Menge Bedeutungen, der dieser Band scheint allerdings ein sehr wichtiger zu sein und ist es auch. Sicherlich ist zudem ein Grund für diese Trefferquote das vorliegende Album „Tales From Topographic Oceans“.

Dieses fünfte Studioalbum der britischen Band, welches 1973 erschien, scheidet dabei allerdings mitunter die Geister. Ist der Vorgänger „Close To The Edge“ noch als uneingeschränkter Meilenstein des Progressive Rock anzusehen, so gibt es zu „Tales From Topographic Oceans“ durchaus unterschiedliche Meinungen – und dies nicht nur von Fans der Band. Das wiederum ist allerdings etwas überraschend, denn wann haben Yes jemals eingängiger geklungen als mit „The Revealing Science Of God / Dance Of The Dawn“, dem ersten Lied der Platte? Diese Frage kann jedoch nicht verallgemeinert werden, denn auf den restlichen Lieder klingen Yes zwar ebenfalls eingängig, allerdings zudem auch experimentell. Eine Mischung, die es im Grunde genommen überhaupt nicht gibt – hier auf „Tales From Topographic Oceans“ jedoch schon.

Ursprünglich waren auf dem Doppelalbum lediglich die Titel 1 – 4 vorhanden – jeweils eine Nummer pro LP-Seite. Nach dem Erfolg von „Close To The Edge“ waren sich alle Bandmitglieder einig, dass man als nächstes ein Konzeptalbum nie dagewesenen Ausmaßes in Angriff nehmen wollte. Jon Anderson hielt seine Mitmusiker dazu an, während der Close-To-The-Edge-Tour über ein Thema für das Album nachzudenken. Tatsächlich war es aber Jon Anderson selbst, der die entscheidende Idee für „Tales From Topographic Oceans“ hatte, der zu den Texten des Albums durch das Buch „Autobiography Of A Yogi“ von Paramahansa Yogananda inspiriert wurde.

Und so klingt „Tales From Topographic Oceans“ wie ein sehr eingängiges Progressive Rock Album, welches wieder einmal mit sehr hintergründigen und manches Mal auch kaum zu verstehenden Texten des Jon Anderson ausgestattet wurde. Vielleicht klingt es allerdings manchmal auch ein wenig zu langatmig und ist deswegen auch ein wenig umstritten. Genau deswegen wurde dieses Album auch als ein Grund für den Abgesang des Progressive Rock gesehen, zumindest von den Kritikern. Zu selbstverliebt schien diese Musik nun geworden zu sein. Doch genau das, kann man natürlich auch ganz anders sehen, es kommt eben auf den Standpunkt an.

Fazit: Nein, „Tales From Topographic Oceans“ ist weder für den Untergang des Progressive Rock, noch für den Aufstieg des Punk Rock zuständig, beziehungsweise verantwortlich. „Tales From Topographic Oceans“ ist ein sehr eingängiges Album geworden, für das man trotzdem einige Durchläufe benötigt, damit sich die die Melodien festsetzen können. Natürlich nicht so spannend wie „Close To The Edge“, trotzdem ein gelungener Nachfolger. Elf Punkte.

Anspieltipps: The Revealing Science Of God / Dance Of The Dawn