Mittwoch, 30. April 2014

Led Zeppelin – Houses Of The Holy




Led Zeppelin – Houses Of The Holy


Besetzung:

John Bonham – drums, backing vocals
John Paul Jones – bass guitar, mellotron, synthesiser, organ, piano, grand piano, harpsichord, synthesiser bass
Jimmy Page – acoustic, electric and pedal steel guitar, theremin on "No Quarter"
Robert Plant – lead vocals


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Rock


Trackliste:

1. The Song Remains The Same (5:30)
2. The Rain Song (7:39)
3. Over The Hills And Far Away (4:50)
4. The Crunge (3:17)
5. Dancing Days (3:43)
6. D'yer Mak'er (4:23)
7. No Quarter (7:01)
8. The Ocean (4:31)

Gesamtspieldauer: 40:54



Nach ihrem Meisterwerk „IV“ ließen es die Jungs von Led Zeppelin erst mal ein wenig langsamer angehen und veröffentlichten ihr fünftes Studio-Album „Houses Of The Holy“, zwei Jahre nach „IV“ im Jahr 1973. Und sie haben wieder ein wenig experimentiert, so ist der Umstand nicht weiter überraschend, dass sich auf dieser Scheibe nun auch ganz andere, für Led Zeppelin bisher nicht angetestete Musikstile finden lassen.

Einer dieser bisher ungewohnten Stilrichtungen ist so eine Art Funk-Jazz, wie es ihn im Song „The Crunge“ zu hören gibt. Der andere ähnelt dem Reggae und kommt im Titel „D'yer Mak'er“ zum Tragen. Beide Nummern sind bei Fans einigermaßen umstritten, wobei „D'yer Mak'er“ eigentlich sogar richtig gut gelungen ist. Zwar ungewöhnlich für Led Zeppelin, aber die Nummer geht ins Ohr und klingt auf ihre Art und Weise auch witzig. Nein, bei „The Crunge“ ist das anders. Zwar ist das Lied mit knapp über drei Minuten das kürzeste des gesamten Albums, allerdings ist der Titel so unfassbar schlecht, dass man automatisch nach der Fernbedienung sucht, um hier möglichst schnell drüber hinweg zu kommen. Und das wiederum liegt am Gesang, der Gitarren- und der Synthesizer-Linie. Eine Melodie gibt es hier sowieso nicht. Nur John Bonham scheint nichts dafür zu können, denn die Drums klingen zumindest gut und kraftvoll. Allerdings ist er, genau wie seine drei Kollegen, Co-Autor dieses Stücks.

Aber es gibt natürlich auch Höhepunkte auf „Houses Of The Holy“. Da ist zum einen „The Rain Song”, eine sehr abwechslungsreiche Ballade, die das Herz erweicht. Und schließlich gibt es da noch den „Mörder-Song“ des Albums schlechthin und einen der besten Titel, den Jones, Page und Plant jemals geschrieben haben: „No Quarter“. Inspiriert wurde der Text angeblich durch die „Herr der Ringe“-Trilogie. Die Musik ist düster und schwermütig und vor allem John Paul Jones am Piano sowie Jimmy Page an der E-Gitarre sowie am Theremin, tragen viel zu dieser beeindruckenden Atmosphäre bei. Ein Lied, welches so gar nicht in eine Schublade passen möchte, etwas verzerrter Gesang und auch der Gitarren-Sound klingt alles andere als rein. Dazu verschiedene Abschnitte, die mal sehr sphärisch, dann wieder äußerst kraftvoll wirken. Wahrlich klasse gemacht.

Die restlichen vier Titel kommen nicht ganz an diese Höhepunkte heran und stellen gut gemachte Rock-Nummern dar, bei denen jeder Hörer sicherlich ganz andere Favoriten für sich entdecken kann. „The Song Remains The Same” ist dabei einer der Klassiker von Led Zeppelin, der auf keinem Konzert fehlen durfte und sowohl der 1976 veröffentlichte Dokumentarfilm über die Band, sowie der dazugehörige Soundtrack tragen diesen Namen im Titel.

Fazit: An „IV“ kommt „Houses Of The Holy“ nicht heran, das alleine verbietet sich schon durch das Vorhandensein eines so unfassbaren Titel wie „The Crunge”. Auch gibt es auf diesem Album nicht ganz die gleiche Anzahl an Höhepunkten, wie noch auf der Vorgängerscheibe. Trotzdem ist „Houses Of The Holy“ ein gutes Album geworden, welches immer wieder auch begeistern kann und mit „No Quarter“ eine wahre Perle der Rock-Musik aufweist. Zehn Punkte.

Anspieltipps: No Quarter, D'yer Mak'er, The Rain Song



Dienstag, 29. April 2014

The Old Joe Clarks – Metal Shed Blues




The Old Joe Clarks – Metal Shed Blues


Besetzung:

Mike Coykendall – lead vocals, rhythm guitar, harmonica, tiple
Mark Orton – guitars (3, 11, 12), lap steel (5, 8), tiple (1), vocals
Rob Burger – pump organ (1, 3, 5, 7, 8, 11, 12), hammond b-3 (5, 9), accordion (6), piano (9)
Pat Campbell – drums percussion
Jill McClelland-Coykendall – bass, clarinet


Gastmusiker:

Carla Kihlstedt – violin, viola (4, 9)
Marika Hughes – cello (4, 9)
Ashley Adams – bass (4, 9)
Lori Goldston – cello (11)


Label: Checkered Past Records


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Country, Folk, Blues


Trackliste:

1. No Going Back (4:19)
2. Metal Shed Blues (4:30)
3. Slow (3:08)
4. Passers By (4:27)
5. Thirsty (3:27)
6. Spent (2:46)
7. Falling (2:03)
8. Ocean Blues (5:47)
9. Rising Fences (3:29)
10. Tiple Blues For Chris (1:34)
11. Turn (4:00)
12. Eyes Closed (2:50)

Gesamtspieldauer: 42:19




„The Old Joe Clarks” ist eine Formation um den Sänger und Gitarristen Mike Coykendall, die in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts, bis hinein in dieses Jahrtausend insgesamt fünf Alben veröffentlichte. Der Name der Band geht dabei auf den Folk-Titel „Old Joe Clark“ zurück, der bei amerikanischen Soldaten des 1. Weltkriegs sehr populär war, mehrfach von US-Country-Stars gecovert wurde und die Geschichte von Joe Clark erzählt, der 1885 ermordet wurde.

Nun, die Musik auf „Metal Shed Blues“ ist so eine Mischung aus Folk-Musik, mit immer wieder stärker ausgeprägten Country-Einflüssen. Von daher nicht immer so ganz hundertprozentig kompatibel für ein mitteleuropäisches Ohr, wenn man denn nicht Country-Fan ist. Aber auch der Folk-Fan kommt hier auf seine Kosten, was die Scheibe dann doch wieder etwas interessanter werden lässt. Die Musik ist zu jeder Zeit melodiös und eingängig, trägt allerdings das Manko in sich, dass wirklich jeder Song in fast demselben Stil gehalten ist. Die einzelnen Lieder sind ruhig, häufig sehr zurückhaltend instrumentiert und verbreiten eine gewisse Schwermut und Sentimentalität, die irgendwie nicht zu sonnigen, sondern sehr viel eher zu verregneten Tagen passen will.

Einziges, wirklich mit dem Adjektiv „flott“ umschreibbares Stück ist „Rising Fences“. Fast schon ein Boogie Woogie, bei dem dann auch zur Abwechslung mal das Piano im Vordergrund steht. Richtig gut gelungen ist das kurze „Tiple Blues For Chris“, eine Instrumentalnummer, nur mit Gitarren instrumentiert, die ebenfalls diesen gewissen Schwermut verbreitet, allerdings in Richtung „süße Melancholie“ ausschlägt. Und dann gibt es da noch den Höhepunkt der Platte, der sich gleich im ersten Stück „No Going Back“ findet. Eine wahrlich warme Folk-Nummer, die sofort ins Ohr geht.

Fazit: Die Orientierung auf „Metal Shed Blues“ geht ganz klar in die Richtung der zurückhaltenden und nachdenklichen Musik. „Laut“ wird es eigentlich nie. Wenn dann auch die Country-Anleihen in den Hintergrund treten, kann man auf "Metal Shed Blues" durchaus auch als Pop-Fan etwas für sich entdecken, wenn man denn die ruhigeren Momente in der Musik auch zu schätzen weiß. Manches klingt wiederum gerade so, als ob dies oder jenes speziell für Country-Anhänger geschrieben worden sei. Damit muss man dann eben auch etwas anfangen können. Somit bleibt ein Album, welches schöne Stellen aufweist, mich persönlich zumindest häufig jedoch auch deutlich weniger anspricht. Sechs Punkte.

Anspieltipps: No Going Back, Tiple Blues For Chris




Auf YouTube kann man sich einige Titel der Platte anhören, eine Verlinkung funktioniert allerdings leider nicht.

Montag, 28. April 2014

Triggerfinger – All This Dancin’ Around




Triggerfinger – All This Dancin’ Around


Besetzung:

Ruben Block – lead vocals, guitar
Paul Van Bruystegem – bass guitar, backing vocals
Mario Goossens – drums, backing vocals


Label: Excelsior Recordings


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. All This Dancin' Around (3:51)
2. Let It Ride (3:24)
3. Love Lost In Love (4:08)
4. I'm Coming For You (3:39)
5. All Night Long (4:26)
6. Feed Me (5:20)
7. Cherry (3:17)
8. My Baby's Got A Gun (8:03)
9. Without A Sound (4:32)
10. Tuxedo (3:38)
11. It Hasn't Gone Away (6:23)

Gesamtspieldauer: 50:40



Von belgischen Bands hört man hierzulande nicht sonderlich viel. Im Falle der 1998 gegründeten Band Triggerfinger sollte man das allerdings schnell ändern, denn was die drei Belgier da auf ihrer vierten Scheibe „All This Dancin’ Around“ abliefern, ist überaus hörenswert. Toll gemachten Rock der etwas härteren Sorte bekommt man hier auf die Ohren. Mitreißend klingt das, was die drei Musiker hier zusammengestellt haben. Sehr intelligenten und abwechslungsreichen Rock, der in so gar keine Schublade des Hard Rock zu passen scheint.

Die Band arbeitet viel mit verzerrten Gesangsstimmen und irgendwelche Tasteninstrumente sucht man beim Hören der einzelnen Liedern vergeblich. Meistens sind die Titel etwas düster gehalten, wobei sich oftmals kraftvolle Rockpassagen mit sanfteren und zurückhaltenden Abschnitten abwechseln. Dabei sind die einzelnen Nummern überaus eingängig – zumindest werden sie das. Was beim ersten Hören manchmal noch ein wenig sperrig wirkt, erschließt sich dem Hörer spätestens beim zweiten Durchlauf der Scheibe. Bestes Beispiel hierfür ist das über achtminütige „My Baby’s Got A Gun“. Ein wenig psychedelisch klingend, wird der Titel ganz vorsichtig eingeleitet. Man hört nur den ein bisschen verzweifelt wirkenden Gesang Ruben Blocks, der redundant und ganz spartanisch mit ein wenig Perkussion und Bass untermalt wird. Langsam, ganz langsam steigert sich die Intensität des Gehörten, um schließlich brachial loszuschlagen. Genial gemacht und so sicherlich auch nicht alltäglich.

Das Titellied und auch gleich der Opener des Albums klingt da fast schon ein wenig untypisch, denn diese Melodie hat man sofort im Ohr. Doch schon mit dem zweiten Stück „Let It Ride” wird jetzt kompromisslos gerockt. Freunde des Headbangings werden hier ihre Freude haben. „Love Lost In Love“ klingt anschließend fast schon wie eine schnellere Nummer von U2, die auch auf einem Album der Iren einen Höhepunkt darstellen würde. Mit „I'm Coming For You” steht dann wieder der etwas härtere Rock im Vordergrund, bei dem Ruben Block den Nachweis erbringt, dass seine Stimme auch nach oben hin über sehr viel Spielraum verfügt. Und so reiht sich ein toller Titel an den nächsten, Ausfälle gibt es überhaupt nicht zu beklagen, alles wirkt, mal eben rockiger, dann wieder ein wenig gezügelter und manchmal auch schräger.

Fazit: „All This Dancin’ Around” von Triggerfinger ist eine tolle Scheibe geworden, die abwechslungsreich die interessanten und spannenden Seiten des Rock präsentiert. Mit Hard-Rock sollte man dabei durchaus etwas anzufangen wissen, der zwar nicht durchgängig an vorderster Stelle steht, jedoch trotzdem das dominierende Moment der Platte darstellt. Für alle Freunde der härteren Töne überaus empfehlenswert. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: I'm Coming For You, My Baby's Got A Gun, Tuxedo



Sonntag, 27. April 2014

Uriah Heep – The Magician’s Birthday




Uriah Heep – The Magician’s Birthday


Besetzung:

David Byron – vocals
Mick Box – guitars
Ken Hensley – keyboards, guitars, moog synthesizer
Lee Kerslake – drums, percussion, kazoo
Gary Thain – bass


Gastmusiker:

Brian John Cole – Pedal Steel Guitar on "Tales"


Label: Universal Music


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Rock, Hard Rock


Trackliste:

1. Sunrise (4:06)
2. Spider Woman (2:29)
3. Blind Eye (3:37)
4. Echoes In The Dark (4:52)
5. Rain (4:01)
6. Sweet Lorraine (4:18)
7. Tales (4:11)
8. The Magician's Birthday (10:22)

Gesamtspieldauer: 37:56



„The Magician’s Birthday” ist das fünfte Album von Uriah Heep und ebenfalls die fünfte Scheibe, die die Band innerhalb von lediglich 29 Monaten eingespielt hatte. Nun könnte man befürchten, dass sich dieser Umstand negativ auf die Qualität des Songmaterials ausgewirkt haben könnte, doch die Mannen um Ken Hensley, der sich bei den meisten Liedern als Komponist auszeichnete, legten zu Beginn der 70er Jahre und somit zu anfangs ihrer Karriere, eine unglaubliche Kreativität an den Tag.

„The Magician's Birthday” ist ein sehr typisches Album für Uriah Heep geworden. Rock-lastig, erneut mit einem längeren Titel versehen, mit vielen guten Ideen ausgestattet und über allem schwebt wieder die eindringliche und unverwechselbare Stimme des David Byron, der zu dieser Zeit seiner Karriere noch nicht so sehr durch seine Alkoholabhängigkeit eingeschränkt war.

Sehr melodiös sind die Titel gehalten, manchmal klingt das auch ein wenig sehnsüchtig wie beim beeindruckenden „Echoes In The Dark“. Bei diesem Titel steht jetzt auch nicht mehr der harte Rock im Vordergrund, der Titel wirkt mitunter sogar ein wenig symphonisch, was durch den Hintergrundgesang und den Synthesizer bewirkt wird. Dazu gesellt sich ein wahrlich gelungenes Gitarren-Solo des Mick Box und fertig ist der Höhepunkt der Scheibe. Auch nicht unerwähnt bleiben soll hier das Titellied der Platte „The Magician's Birthday”. Kraftvoll wird die Nummer eingeleitet, geht wieder in einen melodiösen Gesangsteil über und wartet auch mit einem spaßigen Gimmick auf, wenn dem Zauberer im Lied ein Geburtstagständchen dargeboten wird. Aus mehreren Teilen zusammengesetzt ergibt dies ein sehr spannendes und abwechslungsreiches Lied.

Ausfälle gibt es im Grunde genommen nicht auf dem Album, auch wenn der Rock’n’Roll „Spider Woman“ nicht so richtig überzeugen kann. Dafür stellt „Sunrise” einen sehr gelungenen Einstieg in die Platte dar, der ein wenig an „Salisbury” vom zweiten Album erinnert. Ebenfalls sehr überzeugend ist der Titel „Blind Eye”. Hier bewirkt jetzt das Zusammenspiel von akustischer und elektrischer Gitarre diesen besonderen Moment, der manche Lieder über andere heraushebt.

Fazit: „The Magician's Birthday” ist ein überzeugendes Album geworden, ganz im Stile der frühen Uriah Heep. Schöne Melodien lassen sich hier entdecken, genau wie eingängige Riffs und spannende und ideenreiche Gitarrensoli. Dazu der Gesang des David Byron und fertig ist eine gute Uriah Heep-Scheibe. Wem die ersten Veröffentlichungen von Uriah Heep gefallen, diese Scheibe hier aber noch nicht kennt, der kann ganz unbesorgt zugreifen, „The Magician's Birthday” wird ihr oder ihm gefallen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Echoes In The Dark, The Magician's Birthday



Samstag, 26. April 2014

David Bowie – Station To Station




David Bowie – Station To Station


Besetzung:

David Bowie – vocals, guitar, tenor and alto saxophone, moog synthesiser, mellotron


Gastmusiker:

Carlos Alomar – guitar
Roy Bittan – piano
Dennis Davis – drums
George Murray – bass guitar
Warren Peace – backing vocals
Earl Slick – guitar


Label: RCA


Erscheinungsdatum: 1976


Stil: Rock, Funk


Trackliste:

1. Station To Station (10:02)
2. Golden Years (3:58)
3. Word On A Wing (5:56)
4. TVC15 (5:30)
5. Stay (6:11)
6. Wild Is The Wind (5:58)

Gesamtspieldauer: 37:33




„Station To Station“ heißt das zehnte Studio-Album David Bowies und ist so eine Art Übergangsplatte. Veröffentlicht wurde die Scheibe im Jahr 1976 und hält für den Hörer noch Lieder bereit, die durchaus auch auf „Young Americans“ stilistisch ihren Platz gefunden hätten, dazu gibt es allerdings auch Titel, die bereits darauf hinweisen, wohin die weitere Reise in Bezug auf die Musikrichtung Bowies gehen sollte.

Eröffnet wird die Scheibe mit dem über zehnminütigen Titeltrack „Station To Station“. Sehr schwermütig klingt dieses Lied, welches allerdings bereits mit elektronischen „Gimmicks“ angereichert wurde, die hier jedoch noch etwas im Hintergrund stehen. „Station To Station“ ist eine tolle und groovende Nummer, die ziemlich schnell ins Ohr geht und sich über seine Spieldauer hinweg immer mehr entwickelt, fröhlicher und treibender wird. Die Dominanz des Pianos schwillt an und sorgt zusammen mit dem Gitarrenspiel des Carlos Alomar für den Höhepunkt der ganzen Platte. Sehr gelungen.

Weiter geht es mit „Golden Years“, einer etwas funkigen Nummer. Passt stilistisch eher nur partiell zum ersten Titel und ist einer der Songs, der im Stile von „Young Americans“ gehalten wurde. „Word On A Wing” ist ein Piano-dominierter Pop-Song, auf den mit TVC15 eine tanzbare Nummer folgt, die zwar noch nicht im Disco-Sound gehalten ist, diesen aber bereits andeutet. „Stay” rockt dann zunächst los, um schließlich wieder in einen eher vom Funk geprägten Teil überzugehen. Beschlossen wird das Album mit „Wild Is The Wind”, einer sehr schönen und melodiösen Pop-Ballade, die einen würdigen Abschluss für dieses Album darstellt.

Fazit: „Station To Station“ ist ein sehr vielschichtiges Album geworden. Unterschiedliche Stile haben auf der Platte Einzug gehalten, die David Bowie in vielen seiner musikalischen Ausprägungen zeigt. Die Höhepunkte verstecken sich hier zu Beginn und am Ende der Platte, die zwar nicht durchgängig überzeugen kann, jedoch glücklicherweise größtenteils die Ausflüge in den Soul und Funk der letzten Platte hinter sich gelassen hat. Neun Punkte.

Anspieltipps: Station To Station, Wild Is The Wind



Freitag, 25. April 2014

The Velvet Underground – The Velvet Underground




The Velvet Underground – The Velvet Underground


Besetzung:

Lou Reed – lead and rhythm guitar, piano, lead vocals, verse co-vocals on "The Murder Mystery"
Sterling Morrison – rhythm and lead guitar, verse co-vocals on "The Murder Mystery", backing vocals
Maureen Tucker – percussion, lead vocals on "After Hours", chorus co-vocals on "The Murder Mystery", backing vocals
Doug Yule – bass guitar, organ, lead vocals on "Candy Says", chorus co-vocals on "The Murder Mystery", backing vocals

Label: MGM Records


Erscheinungsdatum: 1969


Stil: Folk Rock, Experimental Rock, Art Pop


Trackliste:

1. Candy Says (4:03)
2. What Goes On (4:53)
3. Some Kinda Love (4:01)
4. Pale Blue Eyes (5:40)
5. Jesus (3:24)
6. Beginning To See The Light (4:34)
7. I'm Set Free (4:03)
8. That's The Story Of My Life (2:03)
9. The Murder Mystery (8:53)
10. After Hours (2:08)

Gesamtspieldauer: 43:41




Das dritte Album der Band Velvet Underground benannte die Band kurz nach sich selbst: „The Velvet Underground“. 1968 entstanden und 1969 veröffentlicht war es die erste Scheibe, die ohne John Cale eingespielt und veröffentlicht wurde, der sich nach Unstimmigkeiten mit Lou Reed verabschiedet hatte, da man sich nicht über die musikalische Orientierung von The Velvet Underground einig wurde. Doug Yule ersetzte schließlich John Cale.

Auch hatte sich die Band etwas aus dem Einzugsbereich des Andy Warhol entfernt. Dies und eben jener Ausstieg des John Cale sorgte dafür, dass „The Velvet Underground“ ein deutlich anderes Album wurde, als jene beiden zuvor veröffentlichten. Experimentiert wird hier kaum noch, vielmehr klingt die Musik häufiger eher nach Folk oder auch ein wenig nach 60ies Pop. Soll heißen, die Lieder sind überwiegend zwar äußerst melodiös und eingängig gehalten, gehen relativ schnell ins Ohr, stellen größtenteils allerdings auch leider nichts mehr Besonderes dar.

Natürlich kann man das auch anders sehen, denn die Titel klingen nun eben harmonisch und sind mit einer gewissen Melancholie ausgestattet. Hauptsächlich Musik zum Träumen also. Eine Ausnahme stellt da fast schon „Beginning To See The Light“ dar, welches sogar irgendwie fröhlich klingt und neben „What Goes On“ eines der beiden etwas flotteren Titel des Albums darstellt. Die Songs stammen alle aus der Feder Lou Reeds, der hier am Gesang auch mal Doug Yule („Candy Says“) und Maureen Tucker („After Hours“) den Vortritt ließ.

Nun, das wäre alles ganz nett, aber die Musik hebt sich auch nicht groß ab von anderen Scheiben, die im selben Stil zur etwa derselben Zeit entstanden sind. Wenn da nicht noch der Titel „The Murder Mystery” wäre. Diese Nummer klingt zwar ebenfalls sehr melodiös, hier wird es jetzt dann aber doch auch experimentell, ein wenig verschroben, avantgardistisch und zum Teil, durch viele, viele Redundanzen meditativ. Das ganze Lied ist eine Art Klangexperiment, welches sich gerade dadurch auch vom Rest der Platte abhebt. Positiv abhebt. Etwas wirrer zum Ende hin, steht hier trotzdem die Harmonie im Vordergrund und dieses Zusammenspiel des Gesangs von Maureen Tucker mit dem der restlichen, männlichen Bandkollegen ist einfach gelungen.

Fazit: Zum Teil wirkt „The Velvet Underground“ ein klein wenig langweilig, obwohl die einzelnen Nummern durchaus nett und melodiös klingen. Aber so klangen eine ganze Menge Bands zur damaligen Zeit. „The Murder Mystery” reißt die Scheibe dann allerdings doch aus der eintretenden Lethargie, aber das ist zugegebenermaßen auch ein Klagen auf hohem Niveau. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Pale Blue Eyes, The Murder Mystery



Donnerstag, 24. April 2014

Sons Of Noel And Adrian – Knots




Sons Of Noel And Adrian – Knots


Besetzung:

Jacob Richardson – vocals, classical guitar ukulele, handclaps, (ebowed) electric guitar, whistling
Tom Cowan – classical guitar, resonator guitar, handclaps
Daniel Green – drums, vocals, handclaps, classical guitar
William Calderbank – cello, hammond organ, handclaps, piano
Michael Siddell – violin 
Marcus Hamblett – electric bass, percussion, electric guitar, piano, (ebowed) acoustic guitar, handclaps, vocals, hammond pedals, additional drums, (ebowed) banjo, cornet, double bass, euphonium, tenor horn, (slide) electric bass, ukulele, (reversed) electric bass
Alistair Strachan – cornet
Emma Gatrill – vocals, clarinet, bass clarinet, harp
Catherine Cardin – vocals
Joanne White – vocals, accordion, flute
Helen Whitaker – vocals, flute


Label: K&F Records


Erscheinungsdatum: 2012


Stil: Art Pop, Experimental


Trackliste:

1. The Yard (4:12)
2. Come Run Fun Stella Baby Mother Of The World (5:13)
3. Jellyfish Bloom (6:22)
4. Big Bad Bold (5:29)
5. Leaving Mary's Hand (3:00)
6. Cathy Come Home (4:24)
7. Black Side Of The River (6:01)
8. Matthew (4:23)
9. Heroine (4:21)

Gesamtspieldauer: 43:25



Sons Of Noel And Adrian ist ein Zusammenschluss verschiedener Musikerinnen und Musiker aus Brighton, England, die alle noch in diversen anderen Bands spielen beziehungsweise Solo-Projekte verfolgen. Im Jahr 2012 erschien das zweite Album dieser Formation unter dem Titel „Knots“. Nun, die Musik der Sons Of Noel And Adrian einzuordnen ist dabei gar nicht mal so einfach. Ist das Art Pop, Kammer Pop oder gar experimentelle Musik, wie man dies auch über die Band nachlesen kann? Von allem wohl ein bisschen. Ungewöhnlich ist diese melancholische und schwermütige Musik auf jeden Fall.

Und sie ist überaus ruhig und eindringlich gehalten. Die akustische Gitarre steht häufig im Vordergrund der Instrumentierung und wird durch diverse Streicher unterstützt. Dazu gesellt sich der zerbrechlich wirkende Gesang des Jacob Richardson, der sich perfekt in diese träumerischen Klangwelten integriert. Unterstützt wird der Gesamteindruck der Platte auch durch die mit eingebundenen weiblichen Stimmen der Emma Gatrill, Catherine Cardin, Joanne White und Helen Whitaker sowie durch perfekt arrangierte Einsätze von Kornett, Flöte und Klarinette. Und obwohl die einzelnen Titel alle im selben Stil gehalten sind, so kommt hier doch niemals auch nur der Hauch von Langeweile auf, da jede Nummer auf ihre ganz eigene Art und Weise wirkt.

Alles klingt harmonisch auf „Knots“ und ist mit Melodiösität über und über angefüllt. Wenn Musik wärmen kann, dann sicherlich auch die der Sons Of Noel And Adrian auf „Knots“. In die einzelnen Titel lässt sich bestens eintauchen und man wird in eine andere Welt entführt, die trotz der häufig vorhandenen Melancholie auch eine gewisse Leichtigkeit in sich birgt.

Fazit: Sehr „warm“ klingen die Titel auf „Knots“. Und wenn man Musik mit dem Attribut „schön“ versehen will, dann trifft diese Umschreibung zu hundert Prozent auf die zweite Scheibe der Sons Of Noel And Adrian zu. Für die Träumer unter den Musikhörern, für Leute die Musik auch abseits der Charts zu schätzen wissen, für Menschen, die das Außergewöhnliche lieben. Für all jene ist diese Platte sehr zu empfehlen. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Jellyfish Bloom, Big Bad Bold



Mittwoch, 23. April 2014

R.E.M. – Up




R.E.M. – Up


Besetzung:

Peter Buck – bass guitar, guitar, keyboards, percussion
Mike Mills – keyboards, guitar, bass, backing vocals
Michael Stipe – lead vocals, guitar


Gastmusiker:

Barrett Martin – percussion
Scott McCaughey – keyboards, percussion
Joey Waronker – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Alternative Rock, Pop


Trackliste:

1. Airportman (4:14)
2. Lotus (4:32)
3. Suspicion (5:37)
4. Hope (5:02)
5. At My Most Beautiful (3:35)
6. The Apologist (4:30)
7. Sad Professor (4:04)
8. You're In The Air (5:24)
9. Walk Unafraid (4:34)
10. Why Not Smile (4:03)
11. Daysleeper (3:40)
12. Diminished (6:01)
13. Parakeet (4:12)
14. Falls To Climb (5:06)

Gesamtspieldauer: 1:04:31



„Up“ heißt das elfte Studio-Album der amerikanischen Alternative Rocker von R.E.M. 1998 erschienen, ist es die erste Platte, die ohne Drummer Bill Berry eingespielt wurde, der die Band im Jahr zuvor freundschaftlich verlassen hatte, um sich anderweitig zu verwirklichen. So wurde der Part der Perkussion auf drei Musiker-Schultern verteilt, die jedoch alle nicht feste Bestandteile der Band wurden.

Vielleicht war dies auch mit ein Grund dafür, dass der Sound von R.E.M. sich geändert hat. Die Gitarren treten ein wenig in den Hintergrund und die Musik der Band ist deutlich Keyboard-lastiger geworden. Legt man die Scheibe ein, so fährt einem gleich zu Beginn des Albums ein kleiner Schauer über den Rücken. Dieser wird ausgelöst durch die Perkussion. Ein Drum-Computer ist hier zu hören, der sowas von dermaßen nach Plastik-Sound klingt, dass man kaum seinen Ohren traut. Immer wieder taucht diese Rhythmus-Maschine auf dem Album auf, was den Hörgenuss ein klein wenig schmälert. Allerdings finden sich diese Titel häufiger zu Beginn der Platte, im weiteren Verlauf bekommt man schließlich auch ein „richtiges“ Schlagzeug zu hören.

Die Musik auf „Up“ macht trotzdem Spaß. Alles wirkt ruhig und ein wenig verträumt. Es gibt wunderschöne Melodien zu erhören, intelligente Texte und immer wieder nette Ideen zu bewundern. Die Musik von R.E.M. lebt natürlich auch vom Gesang des Michael Stipe, dessen Stimme einen weiteren Pluspunkt der Scheibe darstellt. Überaus eindringlich singt dieser die Lieder mit sehr viel Ausdruckskraft, in einer manches Mal fast schon zerbrechlich wirkenden Art und Weise. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben soll hier der Hintergrundgesang, perfekt abgestimmt und die Titel nochmals aufwertend. 

Fazit: Sehr eindringliche und ruhige Musik gibt es auf „Up“ zu hören, die zwar immer ein und denselben Stil verfolgt, jedoch nie langweilig wird. Dazu sind die einzelnen Titel zu eingängig und können bewegen. Ausfälle gibt es hier auch nicht, alles hat seine Qualität, sodass „Up“ ein schönes Album darstellt – trotz der manchmal gewöhnungsbedürftigen Rhythmuserzeugung – welches sich für alle diejenigen lohnt, die auch den etwas leiseren und zurückhaltenden Tönen etwas abzugewinnen verstehen. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Lotus, The Apologist, You're In The Air



Dienstag, 22. April 2014

ZZ Top – Tres Hombres




ZZ Top – Tres Hombres


Besetzung:

Billy Gibbons – guitar, vocals, slide guitar
Dusty Hill – bass guitar, keyboards, vocals
Frank Beard – drums, percussion


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Blues Rock


Trackliste:

1. Waitin' For The Bus (2:53)
2. Jesus Just Left Chicago (3:30)
3. Beer Drinkers & Hell Raisers (3:26)
4. Master Of Sparks (3:31)
5. Hot, Blue And Righteous (3:17)
6. Move Me On Down The Line (2:31)
7. Precious And Grace (3:10)
8. La Grange (3:53)
9. Sheik (4:06)
10. Have You Heard? (3:14)

Gesamtspieldauer: 33:30



„Tres Hombres“ heißt das dritte Album der texanischen Band ZZ Top, welches 1973 veröffentlicht wurde. Blues Rock pur gibt es hier zu hören, oftmals etwas getragener, allerdings immer wieder auch fordernd und mitreißend gehalten. Und dann befindet sich auf dieser Scheibe zusätzlich noch ein absoluter ZZ Top-Klassiker und eines der wohl bekanntesten Lieder der Band: „La Grange“.

La Grange liegt am Colorado River und ist die Hauptstadt des Fayette Countys in Texas. Inhaltlich handelt das Lied von einem Bordell, vor dem Hintergrund, dass hier Väter ihre bald erwachsenen Söhne hinschleppten, damit diese dort ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen konnten. Legendär an dem Titel ist auch der Beginn mit einem unglaublichen Wiedererkennungswert. Die Sticks des Frank Beard trommeln auf die Umrandung der Snare, dazu gibt es eine akustische Gitarre und sehr breiten Südstaaten-Sprechgesang. Schließlich rockt das Lied los, richtig klasse gemacht. Die Nummer besitzt einen Groove, der dem Hörer Schwierigkeiten bereitet, die Füße still zu halten.

Auch sonst hat die Platte einiges zu bieten, was vor allem die Freunde des Blues-Rock ansprechen dürfte. Hier wird kompromissloser, geradliniger und schnörkelloser Rock in Verbindung mit Blues geboten, der ziemlich schnell ins Ohr geht. Dabei liegt der Schwerpunkt ein klein wenig mehr auf dem rockigen Aspekt, was der Platte sicherlich noch einen größeren Hörerkreis erschließt. „Tres Hombres“ stellt, gar nicht überraschend, auch den Durchbruch der drei Musiker dar.

Fazit: Wer auf gut gemachten Rock steht, der kann hier einiges für sich entdecken. Der Blues steht nicht zu sehr im Vordergrund, sodass die Scheibe auch für den Rock-Freund sehr interessant ist. Dazu gibt es noch mit „La Grange“ diesen einen „Übersong“ auf der Platte, den man einfach kennen sollte, der sich uneingeschränkt lohnt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Beer Drinkers & Hell Raisers, La Grange



Montag, 21. April 2014

Porcupine Tree – Arriving Somewhere… (DVD)




Porcupine Tree – Arriving Somewhere… (DVD)


Besetzung:

Steven Wilson – guitars, lead vocals
Richard Barbieri – keyboards
Colin Edwin – bass
Gavin Harrison – drums
John Wesley – guitars, vocals


Erscheinungsdatum: 2006


Stil: Progressive Rock, Rock


Trackliste:

DVD 1:

1. Revenant (B-Side from Deadwing) (3:04)
2. Open Car (from Deadwing) (4:46)
3. Blackest Eyes (from In Absentia) (4:41)
4. Lazarus (from Deadwing) (4:06)
5. Hatesong (from Lightbulb Sun) (9:14)
6. Don't Hate Me (from Stupid Dream) (8:38)
7. Mother And Child Divided (B-Side from Deadwing) (5:11)
8. Buying New Soul (B-Side from Lightbulb Sun) (7:17)
9. So-Called Friend (B-Side from Deadwing) (4:55)
10. Arriving Somewhere But Not Here (from Deadwing) (12:57)
11. Heartattack In A Layby (from In Absentia) (4:07)
12. Start Of Something Beautiful (from Deadwing) (7:19)
13. Halo (from Deadwing) (6:42)
14. The Sound Of Muzak (from In Absentia) (5:14)
15. Even Less (from Stupid Dream) (6:54)
16. Trains (from In Absentia) (7:18)
17. End Credits (special alternate mix of "Mother and Child Divided") (2:05)

Spieldauer DVD1: 1:44:33


DVD 2:

1. Futile – from Rockpalast broadcast (B-Side from In Absentia) (6:09)
2. Radioactive Toy – from Rockpalast broadcast (from On the Sunday of Life) (5:59)
3. Lazarus – promo clip directed by Lasse Hoile (3:57)
4. The Start Of Something Beautiful – live film directed by Przemyslaw Wszebor Bernacki and Lasse Hoile (7:10)
5. Halo – live film directed by Lasse Hoile (5:54)
6. Mother And Child Divided – live film directed by Lasse Hoile (4:56)
7. Cymbal Song by Gavin Harrison in stereo and 5.1 audio (3:57)
8. Photo gallery with exclusive ambient music by Richard Barbieri & Steven Wilson (9:21)

Spieldauer DVD2: 47:23

Gesamtspieldauer: 2:31:56




„Arriving Somewhere…“ ist eine mitreißende Konzert-Zusammenstellung zweier Auftritte von Porcupine Tree, die die Band am 11. und 12. Oktober 2005 im Park West, Chicago gab. Vor allem die Platte „Deadwing“, ebenfalls 2005 veröffentlicht, steht hier im Vordergrund. Allerdings fanden auch Stücke der Alben „Lightbulb Sun“, „In Absentia“ und „Stupid Dream“ ihren Weg in diese beiden Konzerte und somit auch auf die DVD.

Nun, wer schon mal die Möglichkeit hatte „Porcupine Tree“ live zu erleben und sehen konnte, wie Steven Wilson barfuß all das aus seiner Gitarre herausholt, was in ihr steckt, der wird hier ein Déjà Vu erleben. Wer noch nicht in den Genuss eines solchen Ereignisses kam, der kann sich hier ein Bild davon machen, wie mitreißend die Band ihre Titel auf der Bühne umzusetzen versteht. Härtere Töne überwiegen auf solch einem Konzert, aber auch das melancholische und eher ruhige Momentum wird hier angesprochen. Musik zum Eintauchen wird dem Hörer und auch Seher auf „Arriving Somewhere…“ geboten, der man auch auf einem passenden Fernseher folgen kann, wenn der mit guten Boxen ausgestattet ist oder aber mit der HiFi-Anlage in Korrespondenz steht.

Das Bildmaterial wurde bearbeitet. Es wechselt zwischen einer etwas grobkörnigen, auf alt getrimmten Schwarz-Weiß-Ansicht und der farbigen Original-Konzert-Atmosphäre. Dabei variieren diese verschiedenen Einstellungen sogar in jedem Lied mehrmals, was allerdings nicht störend erscheint, sondern dem Bildmaterial sehr viel mehr Fülle und Spannung verleiht. Auch sonst gibt es Bildbearbeitungen in der Form, dass zum Beispiel kurze Wortfetzen eingeblendet werden. Ebenfalls nicht störend und integriert in das Konzert.

Nun zur Musik. Porcupine Tree ist eine Band, die das Banner des Progressive Rock auch heute noch hochhält – häufig in Form der härteren Ausprägung dieses Genres. Dadurch werden von dieser DVD auch Hard Rock Fans begeistert sein, denn die Musik ist treibend, oftmals hart, mit genialen Riffs versehen und gleichzeitig doch auch ein wenig fordernd und untypisch, was dann wiederum die Querdenker der Musik ansprechen wird.

Auf der zweiten DVD 2 gibt es noch einige Gimmicks in Form von Live-Mitschnitten, Clips und Kurzfilmen. Für Fans ebenfalls lohnenswert.

Fazit: Wer die Musik von Porcupine Tree mag, der sollte sich unbedingt diese DVD ansehen. Wer die Musik von Porcupine Tree noch nicht kennt, dem ist diese DVD ebenfalls zu empfehlen. Ich hatte hier mal eine Gartenfeier. Drinnen lief „Arriving Somewhere…“, draußen wurde gegrillt und es gab Fass-Bier. Plötzlich waren sehr viele aus dem Garten verschwunden… Dreizehn Punkte.



Sonntag, 20. April 2014

The Beatles – The Beatles




The Beatles – The Beatles


Besetzung:

John Lennon – lead, harmony and background vocals; acoustic, lead, bass and rhythm guitars, keyboards (electric and acoustic pianos, hammond organ, harmonium and mellotron), extra drums and assorted percussion (tambourine, maracas, cymbals, thumping on the back of an acoustic guitar, handclaps and vocal percussion), harmonica, whistling and saxophone; tapes, tape loops and sound effects (electronic and home-made)
Paul McCartney – lead, harmony and background vocals, acoustic, lead, rhythm and bass guitars, keyboards (electric and acoustic pianos and hammond organ), assorted percussion (timpani, tambourine, cowbell, hand shake bell, handclaps, foot taps and vocal percussion), drums (on "Back In The U.S.S.R.", "Dear Prudence", "Wild Honey Pie", and "Martha My Dear"), recorder and flugelhorn, sound effects
George Harrison – lead, harmony and background vocals, acoustic, rhythm, bass and lead guitars, hammond organ, extra drums and assorted percussion (tambourine, handclaps and vocal percussion) and sound effects
Ringo Starr – drums and assorted percussion (tambourine, bongos, cymbals, maracas and vocal percussion), electric piano and sleigh bell (on "Don't Pass Me By"), lead vocals (on "Don't Pass Me By" and "Good Night") and backing vocals ("The Continuing Story Of Bungalow Bill")


Gastmusiker:

Eric Clapton – lead guitar on "While My Guitar Gently Weeps"
Mal Evans – backing vocals and handclaps on "Dear Prudence", handclaps on "Birthday", trumpet on "Helter Skelter"
Jack Fallon – violin on "Don't Pass Me By"
Grant Mansell – drums on "Martha My Dear"
Pattie Harrison – backing vocals on "Birthday"
Jackie Lomax – backing vocals and handclaps on "Dear Prudence"
Maureen Starkey – backing vocals on "The Continuing Story of Bungalow Bill"
Yoko Ono – backing vocals, brief lead vocals and handclaps on "The Continuing Story of Bungalow Bill", backing vocals on "Birthday", speech, tapes and sound effects on "Revolution 9"
Ted Barker – trombone on "Martha My Dear"
Leon Calvert – trumpet and flugelhorn on "Martha My Dear"
Henry Datyner, Eric Bowie, Norman Lederman and Ronald Thomas – violin on "Glass Onion"
Bernard Miller, Dennis McConnell, Lou Soufier and Les Maddox – violin on "Martha My Dear"
Reginald Kilby – cello on "Glass Onion" and "Martha My Dear"
Eldon Fox  – cello on "Glass Onion"
Frederick Alexander  – cello on "Martha My Dear"
Harry Klein – saxophone on "Savoy Truffle" and "Honey Pie"
Dennis Walton, Ronald Chamberlain, Jim Chest and Rex Morris – saxophone on "Honey Pie"
Raymond Newman and David Smith – clarinet on "Honey Pie"
Art Ellefson, Danny Moss, and Derek Collins – tenor sax on "Savoy Truffle"
Ronnie Ross and Bernard George – baritone sax on "Savoy Truffle"
Alf Reece – tuba on "Martha My Dear"
The Mike Sammes Singers – backing vocals on "Good Night"
Stanley Reynolds and Ronnie Hughes – trumpet on "Martha My Dear"
Tony Tunstall – French horn on "Martha My Dear"
John Underwood and Keith Cummings – viola on "Glass Onion"
Leo Birnbaum and Henry Myerscough – viola on "Martha My Dear"


Label: Apple


Erscheinungsdatum: 1968


Stil: Rock


Trackliste:

Disk: 1

1. Back In The U.S.S.R. (2:43)
2. Dear Prudence (3:57)
3. Glass Onion (2:18)
4. Ob-La-Di, Ob-La-Da (3:09)
5. Wild Honey Pie (1:01)
6. The Continuing Story Of Bungalow Bill (3:06)
7. While My Guitar Gently Weeps (4:45)
8. Happiness Is A Warm Gun (2:44)
9. Martha My Dear (2:29)
10. I'm So Tired (2:03)
11. Blackbird (2:18)
12. Piggies (2:04)
13. Rocky Raccoon (3:41)
14. Don't Pass Me By (3:42)
15. Why Don't We Do It In The Road? (1:42)
16. I Will (1:46)
17. Julia (2:54)


Disk: 2

1. Birthday (2:43)
2. Yer Blues (4:01)
3. Mother Nature's Son (2:48)
4. Everybody's Got Something To Hide Except Me And... (2:25)
5. Sexy Sadie (3:15)
6. Helter Skelter (4:30)
7. Long, Long, Long (3:04)
8. Revolution 1 (4:16)
9. Honey Pie (2:41)
10. Savoy Truffle (2:55)
11. Cry Baby Cry (3:11)
12. Revolution 9 (8:13)
13. Good Night (3:12)

Gesamtspieldauer: 1:33:37




Das neunte Album der Beatles, kurz nur mit „The Beatles“ betitelt und in Fankreisen auch als „The White Album“ bezeichnet, stellt in vielerlei Hinsicht in der Diskographie der Beatles etwas Besonderes dar. Da ist zum einen mal die Lauflänge von über anderthalb Stunden, des im Jahr 1968 veröffentlichten Albums, welches die Platte zu einem Doppelalbum werden ließ. Das einzige Studio-Album der Beatles mit einer solch langen Laufzeit. George Martin war dies jedoch überhaupt nicht recht, der in vielen Liedern nicht das Potenzial sah und lieber ein Album mit etwa der Hälfte der Lieder veröffentlicht hätte, wobei sich die vier Musiker dann auf die besten Titel hätten konzentrieren können. Als er die Beatles davon jedoch nicht überzeugen konnte, zog er sich häufiger zurück und überließ das Produzieren Chris Thomas.

Ebenfalls eine Besonderheit besteht darin, dass hier Paul McCartney auch bei manchen Songs am Schlagzeug zu hören ist. Das wiederum lag daran, dass sich Ringo Starr in seiner Rolle nicht mehr wohlfühlte und nach Sardinien flüchtete. Der Aufnahmeprozess hatte jedoch bereits begonnen und so spielte Paul McCartney einige Titel an den Drums selbst ein. Die restlichen Band-Mitglieder konnten Ringo Starr dann jedoch mit vielen netten Worten zu einer Rückkehr überreden. Trotzdem „krachte“ es in der Band weiter, da nun Yoko Ono an der Seite von John Lennon immer zugegen war und hier auch bei zwei Titeln beim Gesang zu hören ist, was wiederum Pal McCartney nicht wirklich erfreute. Das Ende der Beatles schien zu nahen, was bereits ein Jahr zuvor, durch den plötzlichen Tod ihres Managers Brian Epstein, eingeleitet worden war.

Das Besondere an „The Beatles“ ist neben der Lauflänge und den Umständen seiner Entstehung auch die Musik auf der Platte. Bei diesen dreißig Titeln versuchten sich die vier Musiker an jeder Menge unterschiedlicher Musik-Genres. So gibt es hier neben Pop und Rock auch psychedelische Musik zu hören, genauso wie Rock’n’Roll, Folk, Balladen, Dance-House-Music- und Kammermusik-Anleihen, Blues, Soundkollagen und es werden noch weitere Stile in der Literatur zu diesem Album angeführt, die sich allerdings dann in einem sehr rudimentären Zustand darbieten.

Dieses weite Feld an Musik macht auch den sehr interessanten Moment dieses Albums aus. Fast möchte man George Martin widersprechen und den Beatles zu ihrer Entscheidung beglückwünschen, doch alle Titel auf dem Album zu verewigen. Bei dreißig Nummern, die auch noch in relativ kurzer Zeit entstanden, kommt es zwar fast schon zwangsweise dazu, dass sich auch schwächere Stücke auf „The Beatles“ einschlichen, beziehungsweise solche, mit den man je nach Musikgeschmack deutlich weniger anzufangen weiß, jedoch überwiegen ganz eindeutig die gelungenen Lieder. Zudem befinden sich auf den beiden Scheiben auch Nummern, die einem als „Nicht-Beatles-Kenner“ vielleicht noch gar „über den Weg gelaufen“ sind, denn nicht alle hier vorhandenen Lieder laufen in den diversen Radiostationen oder bei Dokumentationen über die Band, sodass „The Beatles“ in gewisser Weise auch eine kleine Wundertüte darstellt, bei der der Hörer jede Menge neue Facetten in der Musik der Beatles entdecken kann.

Fazit: „The Beatles“ ist ein sehr abwechslungsreiches, spannendes und ein Album geworden, welches für den Hörer einige Überraschungen bereithält. Man kann sich bei dieser Scheibe nie auf eine bestimmte Musik einstellen, alles ist im Wandel und vieles scheint hier neu erfunden worden zu sein. Das macht das Album zu etwas ganz Besonderem und Einzigartigen, welches nur, falls noch nicht geschehen, auf seine Entdeckung wartet. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Dear Prudence, While My Guitar Gently Weeps, Piggies, Cry Baby Cry



Samstag, 19. April 2014

Van Der Graaf Generator – Godbluff




Van Der Graaf Generator – Godbluff


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, piano, clavinet, electric guitar
Hugh Banton – organs (including bass pedals), bass guitar
Guy Evans – drums and percussion
David Jackson – saxophones and flute


Label: Charisma Records


Erscheinungsdatum: 1975


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. The Undercover Man (7:25)
2. Scorched Earth (9:49)
3. Arrow (9:46)
4. The Sleepwalkers (10:32)

Gesamtspieldauer: 37:32




Ganze vier Jahre hatte es nach der Auflösung im Jahr 1971 gedauert, bis sich Van Der Graaf Generator wieder zusammenfanden und 1975 mit „Godbluff“ ihr fünftes Studioalbum veröffentlichten. Peter Hammill war in der Zwischenzeit sehr fleißig gewesen und hatte nun bereits ebenfalls vier Solo-Alben auf den Markt gebracht, bei denen ihn die Band-Mitglieder auch tatkräftig unterstützten. Somit lag es dann doch nahe, auch wieder eine Scheibe unter der Überschrift Van Der Graaf Generator einzuspielen.

Zunächst tourte die Band allerdings durch Europa und probierte diese neuen Songs, die erneut alle von Peter Hammill geschrieben worden waren (nur bei „Scorched Earth” wird David Jackson als Co-Autor mit angegeben). Das Programm der Auftritte bestand dabei aus einigen wenigen alten Van Der Graaf-Stücken, einigen Solo-Werken des Peter Hammill und eben den neuen Stücken. Anschließend ging man in das Studio und spielte die vier Titel ein.

Das Ergebnis ist „Godbluff“, die erfolgreichste Scheibe der Band-Geschichte. Es ist das erste selbstproduzierte Album der Band, klingt vom Sound her abgespeckter, als noch die vier Vorgänger-Alben und wirkt auch sehr viel eingängiger als diese. Peter Hammill meinte dann auch, dass sie „nicht vorhatten den Sohn von „Pawn Hearts“ zu schreiben, mit einem Lied über eine ganze Seite und jeder Menge Experimente“.

Aber doch, Experimente gibt es auch hier zu hören und die Eingängigkeit der einzelnen Titel liegt ganz im und am Ohr des Hörers. „Godbluff“ ist Progressive Rock pur und zwar in einer seiner besten Ausprägungen. „Godbluff“ ist eingängig und kompliziert, melodiös und will erarbeitet werden. Dominiert wird die Scheibe erneut durch den sehr eindrucksvollen Gesang des Peter Hammill, der hier seine Geschichten erzählt, mal flüsternd, mal singend, mal schreiend. Inhaltlich befassen sich die mitunter recht kryptischen Texte vor allem mit Gefühlen, deren Pendel mal in die positive, ein anderes Mal in die negative Richtung ausschlagen.

Dabei ist die Musik so überaus spannend, mitreißend und einnehmend. „Godbluff“ ist eines der wenigen Alben von Van Der Graaf Generator, bei denen man bereits beim ersten Hören Harmonien zum Dahinschmelzen entdeckt. Und die gibt es bei allen vier Titeln, von denen keiner gegenüber dem anderen abfällt. Alles wirkt, alles klingt und das jeweils auf eine unglaublich begeisternde Art und Weise.

Fazit: Van Der Graaf Generator machen anderen Progressive Rock als die frühen Genesis, Yes oder aber Renaissance. Alles scheint bei dieser Band hier immer ein wenig komplizierter zu sein, man muss sich sehr viel mehr auf diese Musik einlassen können, ihr Zeit geben zu wachsen und zu gedeihen. „Godbluff“ ist ebenfalls anders als die Musik der eben genannten Bands, allerdings auch anders als die früheren Alben der Band, eben dann doch eingängiger, ohne diesen bestimmten „Van Der Graaf Generator-Stil“ zu verleugnen. Progressive Rock „at it's best“. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: The Undercover Man



Freitag, 18. April 2014

Klaus Schulze – Irrlicht




Klaus Schulze – Irrlicht


Besetzung:

Klaus Schulze – E-Maschinen, Orgel, Gitarre, Percussion, Zither, Stimme, Chor


Gastmusiker:

Colloquium Musica Orchestra – 4 erste Violinen, 4 zweite Violinen, 3 Violas, 8 Cellos, 1 Bass, 2 Hörner, 2 Flöten, 3 Oboen


Label: Brain (Universal)


Erscheinungsdatum: 1972


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Satz: Ebene (23:23)
2. Satz: Gewitter (5:39)
3. Satz: Exil Sils Maria (21:21)

Gesamtspieldauer: 50:24




Im Jahr 1972 veröffentlichte der ehemalige Drummer von Tangerine Dream und Ash Ra Tempel, Klaus Schulze, sein erstes Solowerk unter dem Namen „Irrlicht“. Großartig viel Perkussion bekommt der geneigte Hörer hier allerdings nicht zu hören. Die Platte wird dominiert von einem sphärischen Synthesizer- und Orgel-Sound, für den Klaus Schulze ebenfalls schon bei Ash Ra Tempel mit zuständig war.

Diese breite und fette Orgel dominiert gleich den ersten Satz, dieses mit „Quadrophonische Symphonie für Orchester und E-Maschinen“ untertitelten Albums. Aber nicht sofort. Zunächst ist es nur einfach sphärisch, ein Ton wird gehalten und gehalten, sehr spärlich und langsam wechselt die Stimmung. Alles wabert und brummt ein wenig, jedoch ohne jegliche Melodie. Einfach ein Klanggebilde, welches dann, etwa ab der Mitte des Liedes von der Orgel dominiert wird. Nun klingt die Nummer fordernder, der Orgelsound ist unheimlich dominant, wird variiert, man hört im Hintergrund verfremdete Stimmen und ab und an irgendwelche spacigen Töne. Die Orgel wird noch aggressiver und immer präsenter, sodass man sich fast schon erschöpft fühlt, wenn „Satz: Ebene“ in einem Knall in „Satz: Gewitter“ übergeht.

Jetzt klingt das Ganze nach sehr unmelodiösem Space-Rock. Nicht, dass sich die Nummer atonal oder schräg anhören würde, eine Melodie ist einfach nicht vorhanden. Es zirpt und grummelt, in der Ferne windet sich ein Synthesizer-Ton und dann gibt es immer wieder laute Knalle, die anscheinend den Donner darstellen sollen. Nun, nach Gewitter klingt das alles allerdings nur, wenn man weiß, dass dies ein Gewitter darstellen soll. Wer Antonio Vivaldis „Sommer“ aus den „Vier Jahreszeiten“ kennt, der weiß, wie man in der Musik ein Gewitter grandios umsetzen kann.

Bliebe noch „Satz: Exil Sils Maria“. Jetzt wird es fast schon spartanisch. Ein Lied, welches im Grunde genommen nur aus Hintergrund besteht, der durch den Synthesizer erzeugt wird und wieder mal hauptsächlich aus lang angehaltenen Tönen besteht. Da hat Klaus Schulze schon sehr lange ganz wenig Musik hineingepackt, sodass die Nummer stark an Ambient Musik erinnert, die man im Esoterik-Laden im Hintergrund hört.

Fazit: Etwas Besonderes ist die Musik auf „Irrlicht“ auf jeden Fall, wenn es auch viele Menschen gibt, die mit so etwas überhaupt nichts anzufangen wissen, die davon aggressiv werden oder aber einschlafen. Beides ist durchaus möglich. Nun und wenn ich denn meine Reise zum Neptun starte, dann werde ich vorher zum Training „Irrlicht“ von Klaus Schulze einlegen, die Augen schließen und kann so meine Fahrt mit der Rakete schon mal perfekt in Gedanken durchspielen. Auch die damit verbundene Einsamkeit. Acht Punkte.

Anspieltipps: Satz: Ebene