Mittwoch, 30. September 2015

Dream Theater – Images And Words




Dream Theater – Images And Words


Besetzung:

James LaBrie – lead vocals
John Petrucci – guitar, background vocals
Kevin Moore – keyboard
John Myung – bass
Mike Portnoy – drums, percussion, background vocals on "Pull Me Under"


Gastmusiker:

Jay Beckenstein – soprano saxophone on "Another Day"


Label: ATCO


Erscheinungsdatum: 1992


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Pull Me Under (8:14)
2. Another Day (4:23)
3. Take The Time (8:21)
4. Surrounded (5:30)
5. Metropolis – Part I: The Miracle And The Sleeper (9:32)
6. Under A Glass Moon (7:03)
7. Wait For Sleep (2:31)
8. Learning To Live (11:30)

Gesamtspieldauer: 57:06



„Images And Words” heißt das zweite Album der amerikanischen Progressive Metal Band Dream Theater, welches 1992 auf dem Label ATCO veröffentlicht wurde. Vieles war neu bei Dream Theater. Die Band hatte einen neuen Plattenvertrag unterschrieben und mit James LaBrie einen neuen Sänger an Board, der aus zahlreichen Kandidatenbewerbungen letztendlich den Zuschlag bekam und seither das stimmliche Aushängeschild von Dream Theater darstellt.

Nun, „Images And Words” ist ganz klar eines jener Alben, in die man sich erst einmal reinhören muss. Klingt die Musik zu Beginn immerhin interessant und spannend, so wächst sie mit jedem weiteren Durchlauf der Scheibe. Die Melodien werden immer vertrauter und wirken plötzlich deutlich harmonischer und melodiöser. Man hört hier zwar durchaus an manchen und gar nicht wenigen Stellen Metal, jedoch schafft es die Band diesen mit wunderschönen Harmonien zu versehen, sodass immer die Eingängigkeit der Musik von Dream Theater auf „Images And Words” im Vordergrund steht.

Dazu verstehen sich die Musiker bestens auf ihr Handwerk, jede Note, jeder Takt ist exakt auf den Punkt gespielt, die Gitarrensoli sind begeisternd und auch der progressive Anteil in der Musik der Band kommt nicht zu kurz. Zwar keineswegs bei jedem Titel, doch sehr oft gibt es sie, diese Rhythmus- und Tempowechsel, laute und leise Abschnitte, krumme Takte und mitunter auch scheinbar schiefe Töne. Das wirkt dann alles schon sehr überzeugend und auch spannend. Dazu klingt die Musik nicht selten bombastisch und kraftvoll, reißt einfach mit. Nicht ganz so überzeugend finde ich persönlich an manchen Stellen den Gesang des James LaBrie. Dieser klingt an den schnelleren und auch höheren Stellen durchaus überzeugend, in wenigen ruhigeren Abschnitten jedoch unbegreiflicherweise etwas seicht.

Fazit: Progressive Metal ist bestimmt nicht für jeden etwas. Und schon gar nicht für Menschen, die gleich beim ersten Hören von der Musik überzeugt werden wollen. In die Musik von Dream Theater muss man sich einhören und das ist nicht einfach mal so nebenbei passiert. Das bedarf einer gewissen Reifungsphase im Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers. Nimmt man sich allerdings diese Zeit und ist dem Genre Metal auch nicht ganz abgeneigt, dann lohnt sich eine Griff zu „Images And Words” allemal. Auch bei vielen Fans von Dream Theater wird „Images And Words” als das beste Album gehandelt, welches die Band bisher veröffentlichte. Elf Punkte.

Anspieltipps: Pull Me Under, Metropolis – Part I: The Miracle And The Sleeper



Dienstag, 29. September 2015

Billy Idol – Rebel Yell




Billy Idol – Rebel Yell


Besetzung:

Billy Idol – vocals, guitar, arrangements


Gastmusiker:

Steve Stevens – synthesizer, guitar, bass guitar, keyboards
Sal Cuevas – bass guitar
Steve Webster – bass guitar
Judi Dozier – keyboards
Jack Waldman – keyboards
Thommy Price – drums
Gregg Gerson – drums
Mars Williams – saxophone
Perri Lister – vocals, background vocals


Label: Chrysalis


Erscheinungsdatum: 1983


Stil: Rock, New Wave


Trackliste:

1. Rebel Yell (4:45)
2. Daytime Drama (4:02)
3. Eyes Without A Face (4:58)
4. Blue Highway (5:05)
5. Flesh For Fantasy (4:37)
6. Catch My Fall (3:57)
7. Crank Call (3:56)
8. (Do Not) Stand In The Shadows (3:10)
9. The Dead Next Door (3:45)

Gesamtspieldauer: 38:10




Eine Ansammlung von Hits der 80er Jahre präsentiert Billy Idol hier seinen Fans mit dem 1983 erschienenen, seinem zweiten Album, „Rebel Yell“. Vier Singleauskopplungen gab es von dieser Scheibe und diese vier Singles, „Rebel Yell“, „Eyes Without A Face”, „Flesh For Fantasy” sowie „Catch My Fall“ verkauften sich in vielen westlich geprägten Ländern sehr gut – wie das Album selbst, welches in den dortigen Hitparaden fast überall einstellige Chartpositionen erklomm.

Geschrieben hat die Musik Billy Idol wieder in Zusammenarbeit mit dem Gitarristen und Keyboarder Steve Stevens, der auch auf der Rückseite des Albums mit abgebildet wurde. Nun, wenn man mal in die Musik und den Klang der 80er, abseits vom zu synthetischen Sound – der vielen New Wave Bands der damaligen Zeit anhaftete – eintauchen möchte, dann bietet sich diese Scheibe wahrlich an. „Rebel Yell“ rockt, auch wenn hier natürlich ebenfalls durchaus sanftere Titel vertreten sind. Jedoch gibt es immer auch eine Gitarre zu hören und eben nicht nur einen Synthesizer.

Dabei gehen die Lieder schnell ins Ohr, egal ob dies nun die Single-Auskopplungen sind oder die eher unbekannteren Nummern des Albums. Den Höhepunkt stellt für mich allerdings ganz klar das Titellied „Rebel Yell“ dar. Wirklich eine überzeugende Rock-Nummer, die in den 80ern sogar in den Discos rauf- und runterlief, obwohl dort in so manchem Tempel eher eine andere Musik bevorzugt wurde. Allerdings, auch die anderen Titel besitzen die Eigenschaft, nicht nur beim ersten Hören zu überzeugen, sondern genauso sehr viel länger im Ohr zu verbleiben.

Fazit: Das ist schon sehr eingängige Musik, die Billy Idol hier auf diese Platte pressen ließ. Angesiedelt ist diese irgendwo im Zwischenbereich von Rock und New Wave. Die Gitarren spielen also durchaus eine gewichtige Rolle. Jede Menge sehr unterhaltende Lieder befinden sich auf der Scheibe. „Rebel Yell“ ist noch mal deutlich gelungener geworden, als das selbstbetitelte Debut „Billy Idol“. Dieses 80er Jahre Gefühl lebt auf, die Musik klingt, geht ins Ohr… Was mag mein eigentlich mehr? Gute Unterhaltung. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Rebel Yell



Montag, 28. September 2015

The Inchtabokatables – Too Loud




The Inchtabokatables – Too Loud


Besetzung:

Moeh – basses, piano, piano on “Wer?”
Deutung – violoncello
Herr Jeh – violin, programming
Dr. T.B. ex K.M.N. – drums, funny samples
BB – vocals, violin
Vadda – ears


Label: BMG


Erscheinungsdatum: 1998


Stil: Rock, Mittelalter Rock, Industrial Rock


Trackliste:

1. Red Skies (4:51)
2. Confined Love (4:00)
3. Selling Our Souls (3:28)
4. Destination (4:16)
5. Destination (Reprise) (2:18)
6. You Chained Me Up (4:30)
7. Too Loud (3:57)
8. Kiss Your Ear (Six) (4:29)
9. Watch Out (5:12)
10. Chachoo - Choocha (3:04)
11. My Eyes (3:33)
12. Wer? (3:40)
13. Sleep Well (5:49)

Gesamtspieldauer: 53:14




Ihr fünftes und bisher vorletztes Album nannten die fünf Berliner der Band The Inchtabokatables „Too Loud“. Veröffentlicht wurde die Scheibe 1998 und stellt schon einen großen Stilbruch im bisherigen musikalischen Oevre der Band dar. Folk ist out, dafür geht die Musik sehr viel eher in die Richtung Industrial Rock, wenn sich auch immer noch vereinzelte Mittelalter-Klänge in die einzelnen Lieder verirren.

Natürlich gibt es auch noch jede Menge Streicherpassagen auf der Scheibe, jedoch wurden diese oftmals sehr stark verfremdet. Somit erinnert nicht mehr allzu viel an die ersten drei eher folkigen Alben. Die Inchtabokatables klingen nun deutlich rockiger, verzerrter und lauter. Von daher passt der Albumtitel sogar sehr gut. Klar war den Musikern sicherlich auch, dass dies einigen Fans der ersten Stunde nicht mehr gefallen würde Auf den Konzerten der Band wurde nun allerdings noch ausgelassener mitgetanzt. Von daher: Wohl alles richtig gemacht.

Mich überzeugt das, was ich hier zu hören bekomme ebenfalls, denn dieser Klang, diese Arrangements, das hat schon was. Rock Musik mit vielen Streichern, ohne dabei auch nur den Hauch einer Klassikadaption zu versprühen, das gibt es nicht zu oft. Die Melodien gehen dabei ins Ohr, haben auch die Qualität, dort sehr viel länger zu verbleiben. Das macht durchaus Spaß. Ein kleiner Wehrmutstropfen ist die etwas deutsche Aussprache so mancher Textzeile. Gerade auch bei dieser Art der Musik wären deutsche Texte, die es ja zum Teil auch auf „Too Loud“ gibt, vielleicht eine noch gelungenere Sache gewesen.

Fazit: „Too Loud” ist eine sehr überzeugende Scheibe geworden, die Spaß macht. Sehr viel Abwechslung gibt es darauf zu hören. Manch rockiger Abschnitt reiht sich an fast schon meditative Klangwiederholungen. Mal zart, mal hart und dabei immer ins Ohr gehend. Wer mal das etwas Außergewöhnliche in der Musik hören möchte, die oder der kann hier getrost zugreifen, denn das hier ist schon nicht mehr ganz so alltäglich. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Red Skies, Too Loud, Watch Out



Sonntag, 27. September 2015

INXS – Underneath The Colours




INXS – Underneath The Colours


Besetzung:

Garry Gary Beers – bass guitar
Andrew Farriss – guitar, keyboards
Jon Farriss – percussion, drums
Tim Farriss – guitar
Michael Hutchence – vocals
Kirk Pengilly – guitar, saxophone, vocals


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1981


Stil: New Wave


Trackliste:

1. Stay Young (3:24)
2. Horizons (5:12)
3. Big Go Go (3:11)
4. Underneath The Colours (3:59)
5. Fair Weather Ahead (4:14)
6. Night Of Rebellion (3:44)
7. Follow (3:53)
8. Barbarian (2:59)
9. What Would You Do (3:08)
10. Just To Learn Again (4:46)

Gesamtspieldauer: 38:34




Wenn man INXS eher von den späteren Jahren her kennt – und damit sind jene gemeint, kurz vor dem Tod des Michael Hutchence – dann dürfte man beim erstmaligen Hören dieser Scheibe einigermaßen überrascht sein zu erfahren, dass dies ebenfalls INXS sind, die sich da gerade vor dem Ohr des Musikhörers präsentieren. „Underneath The Colours“ ist das zweite Studioalbum der Australier. Es erschien im Jahr 1981 und enthält New Wave Musik, von Rock, wie in den bereits erwähnten späteren Jahren, kann hier wirklich nur am Rande gesprochen werden.

Auf dem Cover sind stilisierte Menschen abgebildet und diese tanzen. Und genau ein solches Bild trifft auch den Inhalt dieses Albums, welches oftmals funkig klingt, ganz offenbar tanzbar sein möchte, dem der Geruch des Synthetischen anhaftet und leider dabei so überhaupt nicht überzeugen kann. In einem Interview sagte Gitarrist und Saxophonist Kirk Pengilly mal sinngemäß über diese Scheibe, dass sie damit etwas überfordert gewesen waren. Sie seien noch auf Tour mit ihrer ersten Platte gewesen und sollten gleich eine neue Scheibe nachliefern. Darauf waren sie nicht vorbereitet gewesen und dadurch hätte die Qualität auf „Underneath The Colours“ ein klein wenig gelitten. Das kann man eigentlich genau so stehenlassen.

Die Platte läuft im Grunde genommen einfach so durch. Da hat man als Hörerin oder Hörer nicht diesen magischen Moment, der einen aufhorchen lässt. Man entdeckt nicht die Melodie, die einen umgarnt, das Ohr umschmeichelt. Kurz gesagt, die Platte ist stinklangweilig. Zwar befindet sich darauf keine Musik, die einen Reißaus nehmen lässt, jedoch jede Menge Belanglosigkeiten. Überraschend ist dabei, wie aus dieser Band INXS jene Band INXS werden konnte, die solch Alben wie „Welcome To Wherever You Are“ schrieb. Und noch etwas wird sehr deutlich. Michael Hutchence muss unglaublich viel an seiner Stimme gearbeitet haben, denn hier klingt diese noch so gar nicht überzeugend, an manchen Stellen richtiggehend seicht.

Leider passt das Siegel der Belanglosigkeit zu praktisch jedem Titel auf „Underneath The Colours“. Einzige Ausnahme ist dabei die Nummer „Just To Learn Again“, gleichzeitig das letzte Lied des Albums. Hier klingen INXS, das Saxophon erzeugt hier Spannung und die Melodie schafft es sogar sich festzusetzen. Leider muss man allerdings bis ganz zum Schluss der Platte warten, um in diesen Genuss zu kommen.

Fazit: New Wave gibt es auf „Underneath The Colours“ zu hören. Leider ist das hier allerdings New Wave der eher langweiligen Sorte. Keine Melodien, die einen packen, kein Titel, der einen einwickelt. Alles wirkt ein wenig belanglos, austauschbar und überflüssig. Es gibt definitiv jede Menge andere Platten, die einem das Leben sehr viel mehr versüßen – auch von INXS. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Just To Learn Again



Samstag, 26. September 2015

Iron Maiden – The Number Of The Beast




Iron Maiden – The Number Of The Beast


Besetzung:

Bruce Dickinson – lead vocals
Dave Murray – guitar
Adrian Smith – guitar
Steve Harris – bass guitar
Clive Burr – drums


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1982


Stil: Heavy Metal


Trackliste:

1. Invaders (3:24)
2. Children Of The Damned (4:35)
3. The Prisoner (6:03)
4. 22 Acacia Avenue (6:37)
5. The Number Of The Beast (4:51)
6. Run To The Hills (3:54)
7. Gangland (3:49)
8. Total Eclipse (4:25)
9. Hallowed Be Thy Name (7:12)

Gesamtspieldauer: 44:53




„The Number Of The Beast“ nannte die britische Heavy-Metal-Band Iron Maiden ihr drittes Studioalbum, welches im März 1982 veröffentlicht wurde. Der neue Sänger hieß nun Bruce Dickinson und die Scheibe wurde im Laufe der Jahre zu einem Klassiker und gilt bei vielen Fans der Band als die beste, die Iron Maiden jemals veröffentlicht hat.

Nun und das, was die beiden Gitarristen Dave Murray und Adrian Smith hier zusammen mit ihren Bandkollegen auf Platte pressten, das ist es wahrlich wert gehört zu werden – wenn man denn auch mal auf die etwas härteren Töne in der Musik steht. Ein phantastisches Gitarren-Solo reiht sich hier an das nächste, „The Number Of The Beast“ ist eine Vollgasveranstaltung, bei der auch Bassist Steve Harris sowie Drummer Clive Burr alles perfekt auf den Punkt bringen. Ergänzt wird das Ganze durch die überzeugende Rock-Stimme des Bruce Dickinson und fertig ist das begeisternde Heavy Metal Album.

„Begeisternd auch deswegen, da die Musik hier einfach klingt“ – mitunter muss solch eine Phrase einfach mal herhalten, um zu sagen, dass alles passt. Die Musik auf der Scheibe ist kein stumpfes „Geschrammel“, nur um schnell und laut zu wirken oder sich so anzuhören. Nein, die einzelnen Titel wurden durchaus mit wunderschönen Melodien von den Musikern ausgestattet, wodurch diese noch begeisternder klingen. Viele der Lieder auf „The Number Of The Beast“ entwickeln sich im Laufe der Zeit zu wahren Ohrwürmern, die nachhallen und dem Innern einfach nicht mehr verloren gehen. Die Platte steckt voller Dynamik, wirkt durchdacht und trotzdem keineswegs in Richtung Stadion-Rock abdriftend. Klar wollten die Musiker mit der Scheibe Erfolg haben, wer will das nicht? Aber die Musik von Iron Maiden klingt hier an keiner Stelle anbiedernd – und das ist gut so.

Fazit: Ein sicherlich wegweisendes Album ist Iron Maiden mit „The Number Of The Beast“ gelungen. Wegweisend für das Genre des Heavy Metal. Die Musik ist mitreißend und überzeugt immer wieder. Inhaltlich geht es jetzt mal mehr um den Teufel, als um die Liebe. Auch irgendwie eine Wohltat, allein schon wegen der Abwechslung und man hört kein „Oh, I love you and I hope you love me too“.Nun, „The Number Of The Beast“ ist ein Heavy Metal Album, man hört härteren Rock, ausgestattet mit einnehmenden Melodien. Das lohnt sich sehr, wenn man ein Ohr dafür hat. Elf Punkte.

Anspieltipps: 22 Acacia Avenue, Hallowed Be Thy Name



Freitag, 25. September 2015

Intersphere – Interspheres >< Atmospheres




The Intersphere – Interspheres >< Atmospheres


Besetzung:

Christoph Hessler – vocals
Thomas Zipner – guitars
Sebastian Wagner – bass
Moritz Müller – drums


Label: Initiative Musik


Erscheinungsdatum: 2010


Stil: Independent Rock


Trackliste:

1. Right Through Me (2:47)
2. Prodigy Composers (4:05)
3. Ghostwriter (4:04)
4. Snapshot (4:19)
5. Early Bird (3:28)
6. In Satellites (2:36)
7. I Have A Place For You On Google Earth (7:41)
8. Interspheres >< Atmospheres (4:36)
9. State Of The Divine (3:24)
10. Soapbubbles In The Rain (4:38)
11. The Far Out Astronaut (3:50)
12. Tear Down The Walls (5:43)

Gesamtspieldauer: 51:16




„Interspheres >< Atmospheres“ heißt das zweite Album der Mannheimer Independent Band The Intersphere. Im Jahr 2010 wurde es veröffentlicht und wer käme beim Hören schon auf die Idee. Dass es sich bei The Intersphere um eine deutsche Band handeln könnte? Wohl kaum jemand. Ganz in der Tradition überzeugender englischsprachiger Kollegen, haben die vier Musiker mit dieser Scheibe eine sehr überzeugende vorgelegt.

Die Platte läuft in einem Guss durch, macht einfach Spaß. Die Jungs können rocken, lassen jedoch auch mal die nachdenklicheren Momente zu. Dabei überzeugt jeder Titel, man kann die Fernbedienung seines Players also getrost außer Reichweite liegen lassen, denn zum Überspringen gibt es da wahrlich nichts. Die Lieder zünden bereits beim ersten Hören und noch besser, sie verbleiben auch im Ohr. Die Melodien packen einen also, es klingt immer harmonisch, egal wie sehr da gerockt wird.

Einen richtigen Höhepunkt herauszupicken fällt schwer, da die Musik durchaus breit gefächert ist und man somit der ganzen Bandbreite dieser Scheibe nicht völlig gerecht werden würde. Am ehesten erwähnen möchte ich hier dann aber doch „I Have A Place For You On Google Earth“, da die Nummer in sich mehrere Teile und Abschnitte aufweist, die mal verspielt, mal rockig und dann sogar auch ein wenig experimentell daherkommen. Das wirkt wiederum sehr spannend und gut durchdacht. Ins Ohr geht das Ganze dann auch noch, was will man also mehr? Nun und dann soll hier auch noch „Prodigy Composers“ Erwähnung finden. Eine mitreißende Nummer, Independent Rock at it's best.

Die vier Musiker überzeugen auch an ihren Instrumenten. Alles wird exakt auf den Punkt gespielt, wirkt reif. Die Stimme des Christoph Hessler überzeugt in den leisen wie rockigeren Abschnitten. Auch die Instrumentalisten können auf der Gitarre, am Bass und am Schlagzeug zeigen, dass sie da allerhand drauf haben. Es passt einfach.

Fazit: „Interspheres >< Atmospheres“ ist eine sehr gelungene Scheibe geworden. Die Musik überzeugt und geht ins Ohr. Natürlich wird jeder hier auch seine Höhepunkte finden, Lieder, die einem noch etwas mehr zusagen, als andere. Geschmackssache eben. Auf jeden Fall gibt es hier gut gemachten Rock zu hören, der durchaus immer wieder mitreißend ist und den englischen Kollegen in nichts nachsteht. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Prodigy Composers, I Have A Place For You On Google Earth



Donnerstag, 24. September 2015

Edgar Broughton Band – In Side Out




Edgar Broughton Band – In Side Out



Besetzung:

Edgar Broughton – vocals, guitar
Arthur Grant – bass guitar, vocals
Steve Broughton – drums, vocals
Victor Unitt – guitars, vocals



Label: EMI



Erscheinungsdatum: 1972



Stil: Psychedelic Rock



Trackliste:

1. Get Out of Bed / There's Nobody There / Side by Side (3:41)
2. Sister Angela (0:43)
3. I Got Mad (3:35)
4. They Took It Away (2:27)
5. Homes Fit For Heroes (4:19)
6. Gone Blue (3:10)
7. Chilly Morning Mama (4:36)
8. The Rake (2:42)
9. Totin' This Guitar (1:41)
10. Double Agent (2:56)
11. It's Not You (6:14)
12. Rock 'n' Roll (2:57)

Gesamtspieldauer: 39:06



Nun, sonderlich erfolgreich wurde sie nie, die Edgar Broughton Band. Jene Band, die es selbst heute noch zu geben scheint, die allerdings 1981 ihr letztes Album veröffentlichte. Nun, ein wenig Aufmerksamkeit haben die Musiker mit diesem vierten Album ihrer Bandgeschichte jedoch schon erhalten – und das durchaus gerechtfertigt.

Auf „In Side Out“ hört man guten gemachten Rock, der wieder mal nur sehr selten Psychedelic Rock ist, unter welchem Genre die Band auch heute noch immer gehandelt wird. Diese Rock Musik ist sehr eingängig und am stärksten „psychedelisch“ klingt da noch der Gesang des Edgar Broughton selbst, der seine Stimme immer wieder variiert und oftmals auch den zu singenden Textzeilen anpasst.

Sehr gelungen sind mal wieder die etwas ruhigeren Passagen in der Musik der Edgar Broughton Band. Da wäre zunächst der aus drei Liedern bestehende Opener „Get Out Of Bed / There's Nobody There / Side By Side“. In dieser Nummer wird zwar auch das Tempo in etwa der Mitte deutlich angezogen und das Stück rockt, eingängig bleibt sie jedoch auch hier. Das kurze „Sister Angela“ ist ein sehr verspielter Titel, wieder sehr harmonisch und wohl nicht ganz ernst zu nehmen. Ebenfalls nicht allzu lange läuft „Totin' This Guitar“. Geht ins Ohr und klingt überaus witzig.

Nun und der Rest ist gut gemachte Rock Musik, der man allerdings das Alter durchaus anhört. Mal sind die Titel sanfter, dann wieder deutlich rockiger, wie das ebenfalls gelungene „It's Not You“, welches in seinem weiteren Verlauf dann wirklich noch psychedelische Züge aufweist.

Fazit: Wahrlich kein „Überalbum” ist diese vierte Scheibe der Edgar Broughton Band geworden – allerdings mit Sicherheit auch keine schlechte Platte. Guter Durchschnitt eben, mit dem die Hörerin beziehungsweise der Hörer gut bedient wird, die oder der auf einen leicht Patina angesetzten Sound steht, welcher mit gut gemachtem Rock transportiert wird. Acht Punkte.

Anspieltipps: Sister Angela, Totin' This Guitar, It's Not You



Mittwoch, 23. September 2015

Emerson, Lake and Palmer – Brain Salad Surgery




Emerson, Lake and Palmer – Brain Salad Surgery


Besetzung:

Keith Emerson – hammond organs, piano, harpsichord, accordion, moog modular IIIc synthesizer, moog minimoog synthesizer, moog constellation polyphonic ensemble, ring-modulated "computer" voice on "Karn Evil 9: 3rd Impression"
Greg Lake – vocals, acoustic, electric, and twelve-string guitars, bass guitar, production
Carl Palmer – drums, percussion, gongs, timpani, tubular bells, percussion synthesizers


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Jerusalem (2:45)
2. Toccata (7:22)
3. Still... You Turn Me On (2:53)
4. Benny The Bouncer (2:21)
5. Karn Evil 9: 1st Impression, Pt. 1 (8:37)
6. Karn Evil 9: 1st Impression, Pt. 2 (4:45)
7. Karn Evil 9: 2nd Impression (7:07)
8. Karn Evil 9: 3rd Impression (9:07)


Bonus Tracks der remasterten Albumveröffentlichung:

9. Brain Salad Surgery (3:08)
10. When The Apple Blossoms Bloom In The Windmills Of Your Mind I'll Be Your Valentine (3:57)
11. Excerpts From Brain Salad Surgery (2:51)

Gesamtspieldauer: 54:57




„Brain Salad Surgery“ heißt das fünfte Album von Emerson, Lake and Palmer, rechnet man „Pictures At An Exhibition“ jetzt mal mit ein. Im Jahre 1973 wurde die Platte veröffentlicht und gilt bei vielen Fans als die Beste, welche Emerson, Lake & Palmer jemals veröffentlicht haben. Ob das so ist, mag jeder für sich selbst entscheiden, auf jeden Fall ist die Platte eine der sperrigsten und zumindest beim ersten Hören auch unzugänglichsten von Emerson, Lake & Palmer.

Dabei fängt die Scheibe noch recht unspektakulär und irgendwie typisch Emerson, Lake & Palmer an. Der Titel „Jerusalem“, ursprünglich von William Blake und Hubert Parry geschrieben und von den drei Musikern der Band adaptiert, beinhaltet diesen typischen Fanfaren-Sound des Keith Emerson, zu dem Greg Lake fast schon ein wenig pathetisch singt. Durchaus überzeugend umgesetzt, wobei der Titel selbst nicht so ganz überzeugen kann. Es folgt mal wieder eine Klassikadaption. „Toccata“ von Alberto Ginastera wurde von Keith Emerson überarbeitet und weist lediglich noch in den Grundzügen Ähnlichkeit zum Original auf. Ein praktisch völlig neues Lied ist entstanden, aggressiv und fordernd, wie so oft im progressiven Rock der Band. Das klingt auch alles sehr überzeugend, einschließlich des Schlagzeug Abschnitts des Carl Palmers in der Mitte des Stücks. Bis, ja bis irgendwelches „Computergebimmel“ startet und man glaubt in eine Spielhölle versetzt worden zu sein, in der gerade alle Spielautomaten dabei sind völlig auszuticken.

Was nun folgt, ist Harmonie pur. „Still... You Turn Me On“. In der Tradition eines Titels wie „Lucky Man“ vom Debut-Album, breiten sich nun wieder wunderschöne Melodien vor dem Ohr der Hörerin, des Hörers aus. Ein Lied, welches sofort ins Ohr geht. Leider wird die Tradition, bestimmte Liedarten auf einer Platte unterzubringen auch mit dem obligatorischen Music-Hall-Titel fortgeführt. „Benny The Bouncer“ ist so etwas von unfassbar schlecht und hat nun so gar nichts mit dem Rest dieser Platte zu tun, dass man sich fragt, ob diese Nummer wirklich von dieser Band stammt. Und wenn man sich dessen sicher wurde fragt man sich: „Hm, ist das jetzt das schlechteste Lied von Emerson, Lake & Palmer oder doch eher… Der Gesang, die Musik, alles grauenvoll!

Es folgt das fast dreißigminütige, in vier Abschnitte unterteilte Hauptstück des Albums: „Karn Evil 9“. Diese Nummer ist eine Achterbahnfahrt durch die Genres Progressive Rock und zum Teil auch Jazz. Überaus abwechslungsreich, zumeist aggressiv und auch nach vorne preschend. Manchmal allerdings auch, jedoch nur selten wirklich melodisch. Hierfür muss man sich auf jeden Fall die nötige Zeit nehmen, „Karn Evil 9“ darf und kann man überhaupt nicht nebenbei hören. Die Nummer ist wahrlich spannend und aufregend und wohl überhaupt nur Freunde des Progressive Rock, wie die des Jazz werden damit etwas anzufangen wissen. Eine der überzeugendsten Lieder von Emerson, Lake & Palmer.

Als Bonus der remasterten Ausgabe des Albums gibt es noch drei Zugaben. Muss man eigentlich nicht groß darüber schreiben. Diese drei kurzen Titel lohnen sich wohl noch nicht mal für Fans, außer man will wirklich alles seiner Band besitzen. Zugabe Nummer 3 ist dabei sowieso ein „Anspielen“ der Titel des Albums – in ungeordneter Reihenfolge und echt verzichtbar.

Fazit: Es ist wahrlich keine einfache Kost, die Emerson, Lake & Palmer hier der Musikwelt präsentieren. Sperriger, nicht unbedingt schnell – wenn überhaupt – ins Ohr gehender Progressive Rock. Anders sieht das schon bei Fans der Band aus, die dieses Album mit zum Besten zählen, was die Band jemals veröffentlichte. Nun es gibt darauf echt einen Titel, der fast nicht auszuhalten ist. „Benny The Bouncer“ ist ein abgrundtief schlechtes Lied. Aber es gibt auch sehr schöne und sehr spannende Momente auf dieser Scheibe. Das ist kein Prog von Genesis oder Yes aus derselben Zeit. Das ist Progressive Rock von Emerson, Lake & Palmer. Den liebt man oder den mag man nicht so. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Still... You Turn Me On, Karn Evil 9



Dienstag, 22. September 2015

Enya – A Day Without Rain




Enya – A Day Without Rain


Besetzung:

Enya – instruments and vocals


Label: WEA Records


Erscheinungsdatum: 2001


Stil: New Age


Trackliste:

1. A Day Without Rain (2:38)
2. Wild Child (3:47)
3. Only Time (3:38)
4. Tempus Vernum (2:24)
5. Deora Ar Mo Chroí (2:48)
6. Flora's Secret (4:07)
7. Fallen Embers (2:31)
8. Silver Inches (1:37)
9. Pilgrim (3:12)
10. One by One (3:54)
11. The First Of Autumn (3:10)
12. Lazy Days (3:42)

Gesamtspieldauer: 37:34




„A Day Without Rain“ ist das sechste Album der Irin Enya, die im richtigen Leben eigentlich Eithne Patricia Ní Bhraonáin heißt. Im Jahr 2000 erschien diese Scheibe und verkaufe sich gar nicht mal so gut. Erst als ein Fernsehsender am 11. September 2001 unter die schrecklichen Bilder aus New York und Washington zur Untermalung die Nummer „Only Time“ legte, da starteten sowohl das Album sowie die Single durch.

New Age ist das Genre, was die Irin hier perfekt beherrscht. Unter ihre sanfte, sehnsüchtige und manches Mal auch irgendwie leidend klingende Stimme, mixt sie Lage über Lage von Synthesizer-Teppichen, die diese Musik zum Teil noch dramatischer, zum Teil noch trauriger klingen lässt. Entstanden ist das Ganze wie gesagt deutlich vor dem 11. September und ein Redakteur hat da sicher ein gutes Händchen gehabt, diese Musik zur Vertonung jener Bilder zu verwenden. Enya spendete übrigens die Erlöse aus dem Singleverkauf den Hinterbliebenen der Anschlagsopfer und den Feuerwehrleuten.

Hört man diese Platte heute, läuft es einem irgendwie manchmal kalt den Rücken hinunter. Jedoch nicht, wegen den Erinnerungen an diesen einen Tag. Klar klingt das alles sehr melodisch und harmonisch und die Nummern gehen auch ins Ohr. Jedoch ist die Musik so etwas von weich und süßlich, dass sie an manchen Stellen wie der Elbengesang aus dem nicht existierenden vierten Teil der Herr der Ringe Trilogie klingt. Für einen „normal“ interessierten Musikhörer mitunter echt harter Stoff, der zumindest auf Dauer manchmal schwer zu verdauen ist. Irgendwann während der knapp vierzig Minuten des Albums, fängt man ganz automatisch an, sich nach einer Gitarre, einem Schlagzeug oder irgendeinem Schrei zu sehnen. Jedoch kommt da einfach nichts, alles bleibt lieblich, sanft, weich, zärtlich, sentimental, melancholisch, traurig und eben auch süßlich – und zwar für immer!

Fazit: „A Day Without Rain“ ist ganz sicher tolle Musik, um irgendwelche Bilder zu untermalen und diese damit zu verstärken. So einfach zum Auflegen und anhören, taugt die Scheine nur bedingt. Da muss man schon eine große Sehnsucht nach einer Depression besitzen oder eben den Tag sehr melancholisch ausklingen lassen wollen, um hier tätig zu werden. Sie macht das gut, diese Enya, doch auf Dauer eben etwas zu einseitig bezogen auf die Stimmung. Acht Punkte.

Anspieltipps: Only Time



Montag, 21. September 2015

Klaus Schulze – 2001




Klaus Schulze – 2001


Besetzung:

Klaus Schulze – synthesizers


Label: Brain


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Elektronische Musik


Trackliste:

1. Gewitter (5:29)
2. Voices Of Syn (4:43)
3. Totem (4:25)
4. Mindphaser (4:52)
5. Blanche (5:23)
6. Crystal Lake (7:18)
7. Ludwig II. von Bayern (5:12)
8. Weird Caravan (4:59)
9. Amourage (5:09)
10. Silent Running (5:35)
11. Pain (4:28)
12. En=Trance (4:16)
13. The Beat Planante (4:37)
14. Miditerranean Pads (5:08)
15. Percussion Planante (5:49)

Gesamtspieldauer: 1:17:30




Wie heißt es so schön in dem beiliegenden Booklet zu „2001“, dem 1991 erschienenen Kompilationsalbum des Klaus Schulze: „Diese CD ist in doppelter Hinsicht eine Premiere: für Klaus Schulze, der, exklusiv für Sie, seine persönlichen Highlights aus seinem umfangreichen Oevre ausgewählt und nicht zu einer gewöhnlichen Best-Of-Kollektion aneinandergereiht, sondern aus ihnen neue 78-minütige „Picture Music“ (Albumtitel von 1975) komponiert hat; und für Sie, die Sie erstmals Gelegenheit haben, eine ebenso aufregende wie entspannende Zeitreise durch zwei Jahrzehnte im Schaffen dieses innovativen Tonbastlers zu unternehmen.

Da fragt man sich zunächst doch, ob so etwas überhaupt funktionieren kann. Eine Best-Of-Platte vom Klaus Schulze? Okay, ist ja keine Best-Of-Platte wie im Beiheft steht. Jedoch eine Auswahl von 15 Klaus Schulze Titeln müsste eigentlich eine Laufzeit von bald siebeneinhalb Stunden aufweisen, denn die Titel weisen häufig, sehr häufig Überlange auf. Nun, das wiederum bedeutet, man musste die einzelnen Nummern kürzen und das wurde auch gemacht. Aber darf man das? Geht damit nicht die Essenz eines Klaus Schulze Stücks verloren?

Man darf, denn „2001“ klingt fast wie ein eigenes Studioalbum. Herr Schulze hat sich beim Kürzen viel Mühe gegeben, sodass hier alles gewachsen zu sein scheint. Die einzelnen Nummern wurden passend zueinander arrangiert und scheinen fast ineinander überzugehen, obwohl dies gar nicht der Fall ist. So begibt man sich mit „2001“ auf eine musikalische Reise durch den Klang-Kosmos des Klaus Schulze. Schön ist dabei zu hören, wie die einzelnen Stücke des Berliners sich im Laufe der Jahre weiterentwickelten. Sind die Nummern, die hier auch chronologisch angeordnet sind, zu Beginn der Karriere des Klaus Schulze noch sehr sphärisch, so werden sie im weiteren Verlauf sehr viel rhythmischer und auch abwechslungsreicher. Dies soll jedoch keine Wertung darstellen, denn ihren Reiz besitzen alle künstlerischen Phasen des Klaus Schulze.

Fazit: Obwohl es Kompilations-Album ist, was es im Falle von Klaus Schulze bei dessen Liedlängen ja kaum geben kann und somit auf Kürzungen zurückgegriffen werden musste, trotz dieses Umstands lohnt sich die Scheibe. Es ist eine musikalische Reise durch das Schaffen des Klaus Schulze. Entspannende Musik, die wirkt, wenn man denn nicht immer Gitarren hören muss. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Ludwig II. von Bayern, Amourage



Sonntag, 20. September 2015

Procol Harum – Grand Hotel




Procol Harum – Grand Hotel


Besetzung:

Gary Brooker – vocals, piano
Mick Grabham – guitar
Chris Copping – organ
Alan Cartwright – bass guitar
B.J. Wilson – drums


Gastmusiker:

Christiane Legrand – vocals (8)


Label: Chrysalis Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Art Pop, Art Rock


Trackliste:

1. Grand Hotel (6:10)
2. Toujours L'Amour (3:31)
3. A Rum Tale (3:20)
4. TV Caesar (5:52)
5. A Souvenir Of London (3:23)
6. Bringing Home The Bacon (4:21)
7. For Liquorice John (4:27)
8. Fires (Which Burnt Brightly) (5:10)
9. Robert’s Box (4:45)

Gesamtspieldauer: 41:09



„Grand Hotel“ heißt das sechste Studio-Album der englischen Band Procol Harum und wurde im März des Jahres 1973 auf dem Label Chrysalis Records veröffentlicht. Es hatte einige Änderungen in der Besetzung der Band gegeben, die sich auch auf den musikalischen Stil von Procol Harum auswirkten. Mick Grabham kam als neuer Gitarrist hinzu und ersetzte den ausgeschiedenen Gitarristen Robin Trower. Dazu hatte die Band nun mit Alan Cartwright wieder einen festen Bassisten und da der neue Gitarrist Mick Grabham sich musikalisch etwas zurückhielt und Chris Copping sich wieder ausschließlich um den Klang seiner Orgel kümmern konnte, klingt „Grand Hotel“ wieder deutlich weniger Gitarren-lastig, als noch die Alben unmittelbar davor. Gary Brooker hatte die musikalische Leitung bei Procol Harum wieder fest übernommen.

Die Platte erreichte Platz 21 der US-amerikanischen Billboard Charts und hatte ihren größten Erfolg in Dänemark, wo sie bis auf Platz 4 der Charts kletterte. Damals war die Welt noch etwas prüder als heute, was sich daran zeigt, dass die BBC die Single „A Souvenir Of London“ boykottierte, da sie einen Bezug zu Geschlechtskrankheiten in dem Text feststellte. Texter Keith Reid behauptete jedoch – unabhängig von jedweder Interpretation – dass die Nummer durch einen Besuch in einem Souvenir-Laden nahe George Martins Air Studios inspiriert worden wäre. Das Lied selbst ist eher so eine Art „Spaß-Lied“, mit stampfendem Rhythmus und sehr einfacher Melodie. Völlig untypisch für Procol Harum und auch wahrlich kein Höhepunkt im Werk der Band.

Ansonsten weiß einiges auf dieser Scheibe zu gefallen. Das ist der Opener und gleichzeitig das Titellied „Grand Hotel“, mit dem Procol Harum einmal mehr die Symbiose aus Orchester und Rock gelingt. Das hört sich dabei nie aufgesetzt, sondern durchaus stimmig an. Die sehr symphonisch-orchestrale Melodie der Strophe wechselt sich mit einem walzerartigen Refrain ab, hinzu gesellt sich ein an Zirkusmusik erinnernder Zwischenteil, sowie ein schönes Gitarrensolo. Mit „Toujours L'Amour“ bekommt man dann sogar einen ganz netten Rocker geboten, der ebenfalls ins Ohr geht. Mit „A Rum Tale“ folgt im Anschluss daran eine eher melancholische und doch flotte Piano-Nummer. Noch ein wenig melodischer wird es schließlich mit „TV Caesar“. Hier kommt nun auch wieder das ganze Orchester zum Einsatz. Das Lied klingt sehr eingängig und wirkt durch die breite Instrumentierung auch dementsprechend symphonisch.

„A Souvenir Of London“ ist das bereits erwähnte Spaß-Lied, das darauf folgende „Bringing Home The Bacon“ fällt am ehesten durch den etwas schrägen und versetzten Rhythmus auf. „For Liquorice John“ klingt dagegen so wunderschön melancholisch und traurig, allerdings schön traurig. Dies trifft in gewisser Weise auch auf „Fires (Which Burnt Brightly)“ zu. Eine sehr schöne Melodie und der wie immer ausdrucksstarke Gesang des Gary Broker wird hier von glockenhellen „Ahs“ und „Ohs“ der Christiane Legrand begleitet. Das geht sehr gut ins Ohr. Beendet wird das Album dann eher unspektakulär mit der Nummer „Robert’s Box“.

Fazit: Eine Platte mit einigen Höhepunkten ist „Grand Hotel“ geworden. Die einzelnen Titel wirken dabei noch nicht gleich beim ersten Mal des Hörens, ein paar mehr Durchläufe bedarf es da durchaus. Dann allerdings wachsen so einige Titel auf „Grand Hotel“, was das Album schließlich zu einem sehr hörenswerten Art Pop- beziehungsweise Art Rock-Album werden lässt. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Grand Hotel, For Liquorice John, Fires (Which Burnt Brightly)



Samstag, 19. September 2015

The Black Crowes – Shake Your Money Maker




The Black Crowes – Shake Your Money Maker


Besetzung:

Chris Robinson – vocals
Rich Robinson – guitar
Jeff Cease – guitar
Johnny Colt – bass guitar
Steve Gorman – drums


Gastmusiker:

Chuck Leavell – piano, organ
Brendan O'Brien – a potpourri of instruments
Laura Creamer – background vocals


Label: American Recordings


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Southern Rock, Blues Rock


Trackliste:

1. Twice As Hard (4:09)
2. Jealous Again (4:35)
3. Sister Luck (5:13)
4. Could I’ve Been So Blind (3:44)
5. Seeing Things (5:18)
6. Hard To Handle (3:08)
7. Thick N' Thin (2:44)
8. She Talks To Angels (5:29)
9. Struttin' Blues (4:09)
10. Stare It Cold (5:13)
11. Don’t Wake Me (3:33)

Gesamtspieldauer: 45:09




Musikhörer, die Blues und Rock lieben, werden an dieser ersten Scheibe der Black Crowes mit dem Titel „Shake Your Money Maker“ sehr große Freude haben. 1990 erscheinen, enthält die Scheibe genau diese Mischung aus beiden musikalischen Genres, nämlich einen erdigen Blues Rock, der sofort in die Beine geht und diese zum Mitwippen animiert.

Die Lieder stammen mit einer Ausnahme vom Brüderpaar Chris und Rich Robinson. Diese eine Ausnahme ist gleichzeitig eines der berühmtesten Lieder der Black Crowes, nämlich ihre Version der Otis Redding Nummer „Hard To Handle“. Dieses Lied war neben vier weiteren eine der fünf Singleauskopplungen des Albums. Als „Gag“ wurden diese Singles mit jeweils verschiedenen B-Seiten veröffentlicht, die zumeist aus Live-Versionen, von auf der Platte enthaltenen Liedern, bestanden. Dies hatte zur Folge, dass jede Single in verschiedenen Ausführungen auf den Markt kam und natürlich für Sammler einen gewissen Reiz darstellte. Nicht nur diese verkauften sich jedoch gut, auch das Album selbst wurde mit mehrfach Platin in den USA ausgezeichnet.

Die einzelnen Titel auf dem Album wirken und klingen sehr einheitlich. Dabei lassen sich auch keine Ausfälle beklagen, die Scheibe läuft in einem durch und wirkt. Die Melodien gehen dabei durchaus schnell ins Ohr und auch die Stimme von Sänger Chris Robinson kann an jeder Stelle des Albums überzeugen. 1990 ist diese Scheibe erschienen, allerdings wirkt die Musik ein wenig so, als sei sie bereits zwanzig Jahre früher geschrieben worden und orientiert sich damit an den großen Rhythm & Blues Bands der 70er Jahre.

Fazit: Ein wirklich gelungenes Debut Album ist „Shake Your Money Maker“ von den Black Crowes geworden. Jede und jeder, die oder der auf Blues Rock steht, wird begeistert sein. Und auch Hörerinnen und Hörer, die in diesem Genre nicht so beheimatet sind, werden auf dem Album etwas für sich entdecken. Gute Musik überzeugt einfach. Neun Punkte.

Anspieltipps: Hard To Handle



Freitag, 18. September 2015

Edgar Broughton Band – Edgar Broughton Band




Edgar Broughton Band – Edgar Broughton Band


Besetzung:

Edgar Broughton – vocals, guitar
Arthur Grant – bass guitar, vocals
Steve Broughton – drums, vocals
Victor Unitt – guitar, harmonica, piano, organ, vocals


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1971


Stil: Psychedelic Rock, Rock, Blues, Folk


Trackliste:

1. Evening Over Rooftops (5:02)
2. The Birth (3:23)
3. Piece Of My Own (2:49)
4. Poppy / Don't Even Know Which Day It Is (6:38)
5. House Of Turnabout (3:08)
6. Madhatter (6:17)
7. Getting Hard / What Is A Woman For? (7:31)
8. Thinking Of You (2:07)
9. For Doctor Spock Parts 1 & 2 (3:54)

Gesamtspieldauer: 40:54



Unter Psychedelic Rock läuft das dritte Album der Edgar Broughton Band aus dem Jahr 1971. Interessanterweise wurde diese Platte mit dem eigenen Namen betitelten, wohingegen die beiden Vorgänger noch „Wasa Wasa“ sowie „Sing Brother Sing“ hießen. Nun, Psychedelic Rock hört man zwar auf „Edgar Broughton Band“, jedoch ist das nur eine Facette dieses Albums und wahrlich nicht die dominierende.

Auf der Platte hört man neben dem bereits erwähnten Psychedlic Rock vor allen Dingen Rock, Blues und manchmal klingt es sogar ein wenig folkig. Was wie eine krude Mischung klingt ist auch eine, jedoch keine unangenehme oder nervige. Zwar wird man als Hörer des Albums von einem musikalischen Genre in das nächste getrieben, die einzelnen Lieder klingen dabei jedoch überzeugend, auch wenn sie kaum von einer einzigen Band zu stammen scheinen.

Höhepunkt, zumindest einer davon, ist gleich der Auftakt, das Lied „Evening Over Rooftops“. Spannend beginnt es mit Streichern, die anscheinend gerade eine sehr heikle Szene eines Krimis zu unterstreichen scheinen, dann wird es sehr melodiös und auch ein wenig getragen. Nun, die Nummer setzt sich sofort im Ohr fest und wird dieses auch so schnell nicht mehr verlassen. Es folgen einige Titel, die einen etwas zweifeln lassen an der Musik der Edgar Broughton Band. Dieser Stilmix kann hier nicht überzeugen, was nicht zuletzt an den deutlich schlechteren Liedern liegt. Erst mit „Madhatter“ wird es dann wieder richtig hörenswert. Etwas bluesig klingt es hier und auch leicht psychedelisch, wobei letztere Stilrichtung immer mehr das Ruder an sich reißt und das Lied Mantra-artig ausklingt. Sehr gelungen.

Irgendwie waren das zwei Lieder in einem. Doch das ist auf dieser Scheibe nichts Besonderes. Beim nächsten Titel finden sich erneut zwei Nummern in einer. Okay dieses Mal hat das Lied auch einen Doppelnamen mit „Getting Hard / What Is A Woman For?“. Prescht das erste Stück nach vorne, so ist „What Is A Woman For?“ ein sich immer mehr steigender Blues. Sehr überzeugend und das schreibe ich hier, der garantiert kein Bluesjünger ist. „Thinking Of You“ ist eine schöne Folk-Nummer mit irgendeinem Mittelalter-Einschlag. Und auch „For Doctor Spock Parts 1 & 2“ klingt gut, ebenfalls psychedelisch angehaucht, wobei man vom ersten Part lange, lange nichts hört.

Fazit: Nicht alles auf dem Album „Edgar Broughton Band“ ist überzeugend. Jedoch zaubert der Beginn ein Lächeln auf das Gesicht des Hörers und auch die vier Nummern – oder sind es viele mehr? – am Ende der Platte wissen zu überzeugen. Ein wahnsinniger Stilmix liegt hier zwar vor, jedoch einer, der irgendwie unterhält. Na, spannend ist das durchaus auch und an vielen Stellen sehr melodiös. Elf Punkte.

Anspieltipps: Evening Over Rooftops, What Is A Woman For?, Thinking Of You



Donnerstag, 17. September 2015

Nick Cave & The Bad Seeds – Let Love In




Nick Cave & The Bad Seeds – Let Love In


Besetzung:

Nick Cave – vocals, organ, backing vocals, piano, electric piano, oscillator, bells
Blixa Bargeld – guitar, backing vocals, vocals
Martyn P. Casey – bass guitar
Mick Harvey – guitar, backing vocals, organ, drums, string arrangement, bells, tambourine, shaker
Conway Savage – backing vocals, piano
Thomas Wydler – drums, tambourine, timpani, shaker, triangle, fish


Gastmusiker:

Tex Perkins – backing vocals
Rowland S. Howard – backing vocals
Mick Geyer – backing vocals
Nick Seferi – backing vocals
Spencer P. Jones – backing vocals
Robin Casinader – violin
Warren Ellis – violin
David McComb – backing vocals
Donna McEvitt – backing vocals
Katharine Blake – backing vocals


Label: Mute Records


Erscheinungsdatum: 1994


Stil: Alternative Rock


Trackliste:

1. Do You Love Me? (5:56)
2. Nobody's Baby Now (3:52)
3. Loverman (6:21)
4. Jangling Jack (2:47)
5. Red Right Hand (6:10)
6. I Let Love In (4:14)
7. Thirsty Dog (3:48)
8. Ain't Gonna Rain Anymore (3:46)
9. Lay Me Low (5:08)
10. Do You Love Me? (Part 2) (6:12)

Gesamtspieldauer: 48:19




„Let Love In“ heißt das achte Studio-Album des Australiers Nick Cave zusammen mit seiner Band „The Bad Seeds“ und wurde 1994 veröffentlicht. Und ein weiteres Mal schickt uns der Musiker auf eine intensive Reise, denn „Let Love In“ ist ein Album voller Gefühl geworden, mit vielen ruhigen Titeln, in denen die warme und sonore Stimme des Nick Cave erneut perfekt zur Geltung kommt.

Die meisten der Nummern auf „Let Love In“ überzeugen gleich beim ersten Hören, nutzen sich jedoch mit jedem weiteren Durchlauf auch keineswegs ab. Oftmals breiten sich vor dem Ohr der Hörerin beziehungsweise des Hörers sanfte und zarte Melodien aus, in die es einzutauchen gilt. Solch eine Nummer wie „Thirsty Dog“, bei der das Tempo deutlich stärker angezogen wird und der durchaus rockt, solche Titel finden sich deutlich weniger auf dieser Scheibe, die auch keine musikalischen Ausfälle aufweist. „Let Love In“ wirkt durchgehend überzeugend.

Favoriten sind dabei der Opener „Do You Love Me?”, welcher im Mid Tempo gehalten ist und den es dann am Ende der Scheibe auch noch als Ausgangslied gibt – jedoch in einer völlig anderen Version. Nun ist das Lied sehr viel getragener, Streicher sorgen an einigen Stellen für ein fast orchestrales Hörvergnügen. Trotzdem überzeugt hier die Eingangsvariante etwas mehr. Sehr überzeugend klingt „Loverman“. Eine intensive Nummer, sowohl von den Melodiebögen her, die ganz schnell zu zünden verstehen, wie auch vom Text. Startet das Lied zunächst sehr zurückhaltend und ruhig, so scheint sie zwischenzeitlich immer wieder kurz zu explodieren, wird fordernd und deutlich aggressiver.

Absolut gelungen ist „Red Right Hand“. Lediglich ganz zart instrumentiert, ist es neben der Stimme des Nick Cave genau diese Instrumentierung selbst, die den Reiz dieses Titels ausmacht, da sie durchaus mit „ungewöhnlich“ und groovend zu umschreiben ist. Wunderschön und eingängig klingt das „Titellied“ „I Let Love In“, welches vom Piano dominiert wird. Dann das spannende und getragene „Ain't Gonna Rain Anymore“, ein langsamer Ohrwurm, dieses Mal erneut mit zahlreichen Streichern versehen. Im Grunde genommen hätte ich hier auch andere Nummern aufzählen können, denn überzeugend klingt es an praktisch jeder Stelle auf „Let Love In“.

Fazit: Auch „Let Love In“ ist Nick Cave und seinen Bad Seeds überaus gelungen. Der Australier hat die Gabe, Platten auf gleichmäßig hohem Niveau zu veröffentlichen. Dabei hört man hier in jedem Takt Nick Cave And The Bad Seeds heraus. Das wiederum bedeutet jedoch keineswegs, dass die Musik der Band langsam anfängt langweilig zu werden. Ganz im Gegenteil sogar, „Let Love In“ klingt wie eine logische und folgerichtige Erweiterung der musikalischen Aussagen des Nick Cave. Lohnt sich. Elf Punkte.

Anspieltipps: Red Right Hand, I Let Love In