Mittwoch, 23. September 2015

Emerson, Lake and Palmer – Brain Salad Surgery




Emerson, Lake and Palmer – Brain Salad Surgery


Besetzung:

Keith Emerson – hammond organs, piano, harpsichord, accordion, moog modular IIIc synthesizer, moog minimoog synthesizer, moog constellation polyphonic ensemble, ring-modulated "computer" voice on "Karn Evil 9: 3rd Impression"
Greg Lake – vocals, acoustic, electric, and twelve-string guitars, bass guitar, production
Carl Palmer – drums, percussion, gongs, timpani, tubular bells, percussion synthesizers


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Progressive Rock


Trackliste:

1. Jerusalem (2:45)
2. Toccata (7:22)
3. Still... You Turn Me On (2:53)
4. Benny The Bouncer (2:21)
5. Karn Evil 9: 1st Impression, Pt. 1 (8:37)
6. Karn Evil 9: 1st Impression, Pt. 2 (4:45)
7. Karn Evil 9: 2nd Impression (7:07)
8. Karn Evil 9: 3rd Impression (9:07)


Bonus Tracks der remasterten Albumveröffentlichung:

9. Brain Salad Surgery (3:08)
10. When The Apple Blossoms Bloom In The Windmills Of Your Mind I'll Be Your Valentine (3:57)
11. Excerpts From Brain Salad Surgery (2:51)

Gesamtspieldauer: 54:57




„Brain Salad Surgery“ heißt das fünfte Album von Emerson, Lake and Palmer, rechnet man „Pictures At An Exhibition“ jetzt mal mit ein. Im Jahre 1973 wurde die Platte veröffentlicht und gilt bei vielen Fans als die Beste, welche Emerson, Lake & Palmer jemals veröffentlicht haben. Ob das so ist, mag jeder für sich selbst entscheiden, auf jeden Fall ist die Platte eine der sperrigsten und zumindest beim ersten Hören auch unzugänglichsten von Emerson, Lake & Palmer.

Dabei fängt die Scheibe noch recht unspektakulär und irgendwie typisch Emerson, Lake & Palmer an. Der Titel „Jerusalem“, ursprünglich von William Blake und Hubert Parry geschrieben und von den drei Musikern der Band adaptiert, beinhaltet diesen typischen Fanfaren-Sound des Keith Emerson, zu dem Greg Lake fast schon ein wenig pathetisch singt. Durchaus überzeugend umgesetzt, wobei der Titel selbst nicht so ganz überzeugen kann. Es folgt mal wieder eine Klassikadaption. „Toccata“ von Alberto Ginastera wurde von Keith Emerson überarbeitet und weist lediglich noch in den Grundzügen Ähnlichkeit zum Original auf. Ein praktisch völlig neues Lied ist entstanden, aggressiv und fordernd, wie so oft im progressiven Rock der Band. Das klingt auch alles sehr überzeugend, einschließlich des Schlagzeug Abschnitts des Carl Palmers in der Mitte des Stücks. Bis, ja bis irgendwelches „Computergebimmel“ startet und man glaubt in eine Spielhölle versetzt worden zu sein, in der gerade alle Spielautomaten dabei sind völlig auszuticken.

Was nun folgt, ist Harmonie pur. „Still... You Turn Me On“. In der Tradition eines Titels wie „Lucky Man“ vom Debut-Album, breiten sich nun wieder wunderschöne Melodien vor dem Ohr der Hörerin, des Hörers aus. Ein Lied, welches sofort ins Ohr geht. Leider wird die Tradition, bestimmte Liedarten auf einer Platte unterzubringen auch mit dem obligatorischen Music-Hall-Titel fortgeführt. „Benny The Bouncer“ ist so etwas von unfassbar schlecht und hat nun so gar nichts mit dem Rest dieser Platte zu tun, dass man sich fragt, ob diese Nummer wirklich von dieser Band stammt. Und wenn man sich dessen sicher wurde fragt man sich: „Hm, ist das jetzt das schlechteste Lied von Emerson, Lake & Palmer oder doch eher… Der Gesang, die Musik, alles grauenvoll!

Es folgt das fast dreißigminütige, in vier Abschnitte unterteilte Hauptstück des Albums: „Karn Evil 9“. Diese Nummer ist eine Achterbahnfahrt durch die Genres Progressive Rock und zum Teil auch Jazz. Überaus abwechslungsreich, zumeist aggressiv und auch nach vorne preschend. Manchmal allerdings auch, jedoch nur selten wirklich melodisch. Hierfür muss man sich auf jeden Fall die nötige Zeit nehmen, „Karn Evil 9“ darf und kann man überhaupt nicht nebenbei hören. Die Nummer ist wahrlich spannend und aufregend und wohl überhaupt nur Freunde des Progressive Rock, wie die des Jazz werden damit etwas anzufangen wissen. Eine der überzeugendsten Lieder von Emerson, Lake & Palmer.

Als Bonus der remasterten Ausgabe des Albums gibt es noch drei Zugaben. Muss man eigentlich nicht groß darüber schreiben. Diese drei kurzen Titel lohnen sich wohl noch nicht mal für Fans, außer man will wirklich alles seiner Band besitzen. Zugabe Nummer 3 ist dabei sowieso ein „Anspielen“ der Titel des Albums – in ungeordneter Reihenfolge und echt verzichtbar.

Fazit: Es ist wahrlich keine einfache Kost, die Emerson, Lake & Palmer hier der Musikwelt präsentieren. Sperriger, nicht unbedingt schnell – wenn überhaupt – ins Ohr gehender Progressive Rock. Anders sieht das schon bei Fans der Band aus, die dieses Album mit zum Besten zählen, was die Band jemals veröffentlichte. Nun es gibt darauf echt einen Titel, der fast nicht auszuhalten ist. „Benny The Bouncer“ ist ein abgrundtief schlechtes Lied. Aber es gibt auch sehr schöne und sehr spannende Momente auf dieser Scheibe. Das ist kein Prog von Genesis oder Yes aus derselben Zeit. Das ist Progressive Rock von Emerson, Lake & Palmer. Den liebt man oder den mag man nicht so. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Still... You Turn Me On, Karn Evil 9



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