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Montag, 13. Dezember 2021

Isildurs Bane & Peter Hammill – In Amazonia

 



Isildurs Bane & Peter Hammill – In Amazonia


Besetzung:

Peter Hammill – vocals
Katrine Amsler – keyboards & electronics
Klas Assarsson – vibraphone, marimba, vives, percussion
Luca Calabrese – trumpet
Axel Croné – bass, clarinets, saxophones, flute, string arrangements, additional electric guitars, additional synthesizers
Samuel Hällkvist – guitars
Mats Johansson – synthesizer & treatments
Liesbeth Lambrecht – violin & viola
Kjell Sverinsson – drums & percussion


Gastmusiker:

Karin Nakagawa – koto & voice
Pat Mastelotto – electronic drums & percussion
Xerxes Andren – drums, percussion
Adam Sass – trumpet
Zhazira Ukeyeva – violin
Mette Gerdle – violin
John Aderberg – backing vocals


Label: Ataraxia


Erscheinungsjahr: 2019


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. Before You Know It (7:48)
2. Under The Current (4:48)
3. Aguirre (5:19)
4. This Is Where? (10:09)
5. The Day Is Done (9:07)
6. This Bird Has Flown (3:03)

Gesamtspieldauer: 40:16



„In Amazonia“ heißt die erste Zusammenarbeit der schwedischen Band Isildurs Bane und Peter Hammill, dem Sänger, Gitarristen und Hauptkomponisten von Van der Graaf Generator. Dass sich die schwedische Band und der englische Progressive Rock Pionier gefunden haben, darf man nach dem Hören von „In Amazonia“ mit Sicherheit als Glücksfall bezeichnen. „In Amazonia“ erschien am 10. Mai 2019 auf dem Plattenlabel Ataraxia.

Nun, diese Kollaboration ist dann ein „Glücksfall“ für alle Hörerinnen und Hörer, wenn sie denn auf Musik stehen, die ganz bestimmt nicht in der Dauerschleife im Radio läuft. „In Amazonia“ ist Atmosphäre pur, ein Album, abwechslungsreich, spannend, fordernd und mitunter auch etwas dergestalt unangepasst, dass man es sich erst erarbeiten muss. Und trotzdem ist diese Platte melodisch und eingängig. Es ist eines jener Alben, die sich lohnen öfters gehört zu werden, da sie sich einem mit jedem weiteren Durchlauf noch mehr, noch besser erschließen. Gleich beim ersten Hören geht einem jedoch „Under The Current“ ins Ohr. Diese fast schon mystische, verzauberte Stimmung, die dieses Lied transportiert, packt einen sofort und die Melodie fühlt sich bereits bei diesem ersten Durchgang wie ein „alter Bekannter“ an, obwohl „Under The Current“ nichts kopiert.

„This Is Where?“ erinnert mich durch seine Marimbas sofort an Peter Gabriels „No Self Control“, doch beide Titel haben beim genauen Vergleich gar nicht so viel gemein. Allerdings ist es auch hier die transportierte Atmosphäre, die ähnlich wie schon bei „Under The Current“ zu begeistern weiß. Die restlichen vier Lieder muss man sich dann wahrscheinlich etwas mehr „erarbeiten“, doch auch diese überzeugen mit jedem weiteren Durchlauf mehr. Und auch wenn „This Bird Has Flown“ ganz am Ende von „In Amazonia“ zunächst eher eine Klangkollage, denn ein Lied im eigentlichen Sinne darzustellen scheint, wirken Rhythmus und die schließlich doch vorhandene Melodie wie ein hymnisches Finale dieses tollen Albums.

Fazit: Die Zusammenarbeit zwischen Isildurs Bane und Peter Hammill, welche im Jahr 2017 begann und im Jahr 2019 in diesem ersten gemeinsamen Album mündete, lohnt sich wahrlich gehört zu werden. Progressive Rock gibt es auf „In Amazonia“ zu hören, der ganz im Hier und Jetzt angesiedelt ist und nicht nach den Ursprüngen dieses musikalischen Genres klingt. Damals entstand jene Musik, die ich lieben gelernt habe. Mit diesem Album gibt es auch im Jahr 2019 noch Musik, die ebenso begeistern kann. Für Andershörer. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Under The Current, This Is Where?



Montag, 15. November 2021

Isildurs Bane & Peter Hammill – In Disequilibrium

 



Isildurs Bane & Peter Hammill – In Disequilibrium


Besetzung:

Peter Hammill – vocals, electric guitar
Katrine Amsler – solina, buchla, programmed choir, synthesizer bass, programmed beats, casino slot machine, electronics, keyboards, sound design
Klas Assarsson – marimba, tam-tam, glockenspiel, tubular bells, vibes, xylophone, concert bass drum, percussion
Luca Calabrese – trumpet
Axel Croné – bass clarinet, bass guitar, bass piano, double bass, electric guitar, tenor saxophones, clavinet d6, nord a1, percussion, piano, pro one & snare drum, roland rs202, elektronika em-04
Samuel Hällkvist – electric guitar
Mats Johansson – arp 2601, clavinet d6, oberheim xpander, minimoog, prophet 10, roland string rs202, treatments, mellotron, moog one, kurzweil 2600, nord a1, air noise, electronic pads and big balloons, grand piano, machine drones, water, moog sub37/voyager, yamaha cs80, noise, piano fx, variable speed synthesizers, vocals
Liesbeth Lambrecht – viola & violin
Kjell Severinsson – drums, percussion


Gastmusiker:

Xerxes Andrèn – drums, percussion, additional fx drums, bells, cymbals, percussion
Pat Mastelotto – drums, electric percussion
Pieter Lenaerts – cello & double bass
Adam Sass – trumpet, flugelhorn, effects
John Anderberg – choir
Johannes Persson – electric guitar solo


Label: Ataraxia


Erscheinungsjahr: 2021


Stil: Art Rock, Progressive Rock


Trackliste:

1. In Disequilibrium Part 1 (6:49)
2. In Disequilibrium Part 2 (9:31)
3. In Disequilibrium Part 3 (8:35)
4. Gently (Step By Step) Part 1 (2:20)
2. Gently (Step By Step) Part 2 (6:28)
3. Gently (Step By Step) Part 3 (2:13)
4. Gently (Step By Step) Part 4 (8:23)

Gesamtspieldauer: 44:21



„In Disequilibrium“ stellt nach dem Erstlingswerk „In Amazonia“ bereits die zweite Zusammenarbeit der schwedischen symphonischen Progressive Rockband Isildurs Bane und Peter Hammill dar. Und diese Zusammenarbeit lohnt wahrlich gehört zu werden – steht man denn auf Art Rock und Progressive Rock. „In Disequilibrium“ erschien am 24. September 20121 auf dem Plattenlabel Ataraxia.

Zwei Suiten, bestehend aus drei beziehungsweise vier Teilen bekommt man auf dem Album zu hören. Und keine Frage, dieses Album muss man sich erarbeiten. Und mit jedem Mal, mit dem ich es hörte, steigert sich meine Begeisterung noch mehr. Klingt der erste Teil des Albums, das Titellied, noch deutlich weniger zugänglich, so erschließen sich einem viele Melodien – jedoch längst auch nicht alle – des Stücks „Gently (Step By Step)“ deutlich schneller.

„In Disequilibrium“ ist ein Parforce-Ritt durch ganz verschiedene Atmosphären, die dunkel bis hoffnungsvoll erklingen. Peter Hammills Stimme treibt einen vor sich her, wohingegen die Musik zunächst alles andere als eingängig klingt. Harmonien sind zwar vorhanden, doch genauso schräge Passagen, die fast schon sperrig anmuten und sich ebenso abhören. Allerdings auch hier gilt ganz klar, je öfters man sich dieser Musik hingibt – falls man denn überhaupt ein Faible für solche Klänge hat und nicht sofort aufgibt – umso reichhaltiger wird man mit jedem weiteren Durchlauf belohnt. Dabei gilt zudem, dass man sich auf diese Musik konzentrieren muss. Nichts könnte wohl anstrengender sein als ein nettes Pläuschchen halten zu wollen und im Hintergrund eskalieren Isildurs Bane und Peter Hammill immer wieder aufs Neue. Zumindest gilt dies für die Teile 1 und 2, bereits im dritten Abschnitt des Liedes wird die Musik melodischer und nun auch deutlich eingängiger. Peter Hammill singt phasenweise deutlich sehnsüchtiger, weniger treibend, um dann doch wieder die Richtung vorzugeben. Die Melodie des Stücks erschließt sich einem sofort und stellt sich bereits nach dem zweiten Hören wie ein guter alter Freund dar.

Fast wirkt es so, als ob Isildurs Bane und Peter Hammill mit dieser Liedpassage musikalisch bereits das kommende Stück „Gently (Step By Step)“ einleiten würden. Mit diesem Lied bewegen sich die Musiker nun endgültig im Bereich des symphonischen Art Rocks beziehungsweise symphonischen Progressive Rocks. Wunderschöne Melodien gibt es hier zu entdecken, mal sanft mal richtig bombastisch, mal mit einer ordentlichen Portion Pathos. Das wirkt und klingt sehr einnehmend und atmosphärisch dicht. Dabei beginnt das Stück lediglich mit einem Rauschen, bevor jede Menge Rhythmus einsetzt, der in atmosphärische, sanfte Klänge mündet. Peter Hammill ist bei diesem kurzen, wie eine Intro-Sequenz gestalteten ersten Teil des Liedes nur ganz kurz, gegen Ende des Stücks und sehr verfremdet zu hören. Dann entwickeln sich die Melodien, sanft zunächst, mit Chören und jeder Menge Atmosphäre angefüllt – ohne dabei auch nur ansatzweise platt zu klingen. Auch hier wird Peter Hammills Stimme immer wieder verfremdet, klingt zum Teil durch diverse Melodiebögen verspielt, steht jedoch nicht ganz so im Vordergrund, wie zum Beispiel auf einem Van Der Graaf Generator-Album. Dies wohl dadurch, da seine Stimme beim Abmischen wohl nicht zu sehr in den Vordergrund gerückt wurde. Zumindest wirkt dies auf mich ein wenig so. Die Stimmung des Stücks ist intensiv und der dritte Teil des Liedes erinnert an den Einstieg zu diesem Titel, Peter Hammill tritt völlig in den Hintergrund. Der vierte Abschnitt von „Gently (Step By Step)“ erklingt schließlich wie ein großer Abgesang des Albums, melodisch und sehr eingängig. Klasse gelungen.

Fazit: Isildurs Bane und Peter Hammill machen nicht nur separat, sondern auch in dieser Kombination besondere Musik. Klar, das ist nichts für den Massenmarkt und man muss sich Vieles auf „In Disequilibrium“ erschließen. Doch wenn man Spaß an „besonderen“ Klängen hat, dann wird einen dieses Album zweifelsfrei begeistern. Mir zumindest gefällt es sehr. Dreizehn Punkte.

Anspieltipps: Alles