Montag, 15. April 2013

Rush – Hemispheres




Rush – Hemispheres


Besetzung:

Geddy Lee – lead vocals, bass, oberheim polyphonic, mini-moog, moog taurus pedals
Alex Lifeson – guitar, synthesizer, moog taurus pedals
Neil Peart – drums, orchestra bells, bell tree, timpani, gong, cowbells, temple blocks, wind chimes, crotales


Label: Mercury Records


Erscheinungsdatum: 1978


Stil: Prog Metal, Hard Rock


Trackliste:

1. Cygnus X-1 Book II Hemispheres (18:08)
    I. Prelude
    II. Apollo (Bringer Of Wisdom)
    III. Dionysus (Bringer Of Love)
    IV. Armageddon (The Battle Of Heart And Mind)
    V. Cygnus (Bringer Of Balance)
    VI. The Sphere A Kind Of Dream
2. Circumstances (3:45)
3. The Trees (4:45)
4. La Villa Strangiato (9:35)
    I. Buenos Nochas, Mein Froinds!
    II. To Sleep, Perchance To Dream
    III. Strangiato Theme
    IV. A Lerxst In Wonderland
    V. Monsters!
    VI. The Ghost Of The Aragon
    VII. Danforth And Pape
    VIII. The Waltz Of The Shreves
    IX. Never Turn Your Back On A Monster!
    X. Monsters! (Reprise)
    XI. Strangiato Theme (Reprise)
    XII. A Farewell To Things

Gesamtspieldauer: 36:12



Unter Rush-Fans gilt die 1978 erschienene Platte „Hemispheres“ als eines der besten Alben der Kanadier. Der Rock, den die drei Musiker hier auf Platte pressten ist verspielt und geht deutlich immer wieder in Richtung der progressiven Rockmusik. Harte Töne gibt es zwar zu hören, diese wechseln sich allerdings immer wieder mit ganz sanften Klängen ab. Rhythmus- und Tempowechsel, alles ist vorhanden, was auch das Herz eines Prog-Fans höher schlagen lässt. Und wenn man sich überlegt, was die alten Heroen der Progressive Rock da Ende der 70er Jahre so fabrizierten, dann ist „Hemispheres“ ein richtiges Highlight des Prog Metal, denn genau den gibt es hier zu hören.

Die vier Lieder auf „Hemispheres“ sind schön und abwechslungsreich, können allerdings nicht ganz das Niveau von Genesis, Yes, King Crimson, etc. ein paar Jahre zuvor erreichen, da die Melodien hier nicht ganz so überzeugend „zünden“. Das ist allerdings „Jammern auf hohem Niveau“ denn trotzdem klingt das Ganze musikalisch sehr gut, spannend und ausgereift. Da haben sich die drei Kanadier auf „Hemispheres“ wahrlich sehr viel bei gedacht. Dann gibt es da allerdings doch noch eine Einschränkung und diese wiegt leider schwer. Das ist der Gesang des Geddy Lee. Dieser klingt schön an den ruhigen Stellen der Lieder. Absolut passend. In den treibenderen Passagen, den Prog Metal-Abschnitten also, ist das allerdings schon sehr gewöhnungsbedürftig. Klar singt Geddy Lee hoch, doch das Ganze wirkt so etwas von gepresst und unnatürlich, dass man immer wieder den ganzen Spaß an der Musik verliert. Ich habe das Album immer und immer wieder gehört, die Musik ist gut, der Gesang – und vielleicht geht es da ja auch nur mir so – wirklich hart an der Grenze zum „was weiß ich“. Etwas Schönes gibt es dabei aber doch noch zu berichten: Auf dem Track „La Villa Strangiato“ hält sich Geddy Lee zurück - er schweigt sogar.

Fazit: Ein abwechslungsreiches und spannendes Prog Metal-Album ist „Hemispheres“ geworden. Nicht zu hart, es knallt aber an den genau richtigen Stellen und das dort auch richtig gut. So macht das Zuhören Freude, wenn da eben nur nicht dieser seltsame Gesang wäre, der die Stimmung der Songs immer wieder herunterdrückt. Was bleibt ist ein gutes Prog Metal Album mit komischem Gesang, welcher den Gesamteindruck leider schmälert. Neun Punkte.

Anspieltipps: Cygnus X-1 Book II Hemispheres, La Villa Strangiato