Samstag, 30. September 2017

Gitane Demone – Stars Of Trash




Gitane Demone – Stars Of Trash


Besetzung: (Ohne Instrumentenangabe)

Gitane Demone


Gastmusiker: (Ohne Instrumentenangabe)

Sven Friedrich
André Feller
Thommy Hein
Norman Selbig
Jens Riediger


Label: Andromeda


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. Stars Of Trash (5:35)
2. Solitary War (5:18)
3. The Only One (6:03)
4. I Lost A Friend To Heroin (4:43)
5. Rock And Roll Child (4:54)
6. Little Dreamer (4:47)
7. Cancel Logic Brain (6:26)
8. Kill The Censor (4:16)
9. Strange - Baby - Strange (4:19)
10. Valentine (6:24)
11. Shangri-La-La-Land (6:54)
12. Memoriam (5:14)

Gesamtspieldauer: 1:04:58




„Gitane Demone“, die mit bürgerlichem Namen Mary Carbone heißt, ist eine US-amerikanische Musikerin, die ihre ersten musikalischen Auftritte Mitte der 80er Jahre als Keyboarderin und Sängerin der Deathrock-Band Christian Death hatte. Ende der 80er Jahre stieg sie dann bei Christian Death aus und veröffentlichte ab diesem Zeitpunkt Solo-Alben. Ihre zweite Solo-Platte erschien im Jahr 1999, war eine Zusammenarbeit mit der Band Dreadful Shadows und trägt den Namen „Stars Of Trash“. Veröffentlicht wurde das Album auf dem Plattenlabel Andromeda.

Auf „Stars Of Trash“ hört man eine Mischung aus Rock- und Pop-Musik. Die etwas rockigeren Titel befinden sich dabei eher zu Beginn des Albums, im weiteren Verlauf zeigen sich auf „Stars Of Trash“ immer mehr poppigere Einflüsse. Den Liedern beider musikalischer Genres ist dabei gemein, dass die entsprechenden Titel absolut eingängig und melodiös klingen. Man benötigt nicht viele Durchläufe der Scheibe, damit sich ein Wiedererkennungswert einstellt und einige der Nummern sich gut festsetzen. Melodiös ist sie, die Musik der Gitane Demone. Dazu verfügt sie als Sängerin noch über eine interessante und einprägsame Stimme, die einen rockig-dreckigen Touch aufweist und perfekt zur Musik passt.

Einige Höhepunkte gibt es auf „Stars Of Trash“ zu hören, je nach Stimmungslage können diese mal rockiger, mal sanfter klingen. Besonders zu erwähnen ist an dieser Stelle das Einführungs- und gleichzeitig auch Titellied „Stars Of Trash“. Eine klasse Rocknummer, eingängig und zum Mitwippen animierend. Nicht weniger eingängig, dafür jedoch deutlich sanfter gehalten ist das Lied „Valentine“. Hier sind es nicht die Gitarren, die im Vordergrund stehen, sondern eine Keyboard-Linie, die sich sehr einprägend und melodiös anhört. Und auch zu diesem, wesentlich weniger rockenden Lied passt die Stimme der Gitane Demone hervorragend.

Fazit: Eine interessante und schöne Platte ist „Stars Of Trash“ von Gitane Demone geworden. Eine gute Mischung aus rockigeren und poppigeren Nummern gibt es auf dem Album zu hören, die alle melodiös sind und gut ins Ohr gehen. Außergewöhnlich ist dabei nichts, allerdings birgt jeder Titel etwas Hörenswertes in sich, wobei sich auch kein Füllmaterial auf der Scheibe befindet. Neun Punkte.

Anspieltipps: Stars Of Trash, Valentine



Freitag, 29. September 2017

Godley & Creme – Goodbye Blue Sky




Godley & Creme – Goodbye Blue Sky


Besetzung:

Lol Creme – guitar, bass, keyboard & vocals
Kevin Godley – drums, percussion, vocals


Gastmusiker:

Mark Feltham – harmonica
Mitt Gamon – harmonica
Jimmy Chambers – backup vocals
George Chandler – backup vocals
Jimmy Helms – backup vocals


Label: Polydor


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Rock, Pop


Trackliste:

1. H.E.A.V.E.N. / A Little Piece of Heaven (5:06)
2. Don't Set Fire (To The One I Love) (3:27)
3. Golden Rings (4:17)
4. Crime & Punishment (7:22)
5. The Big Bang (2:32)
6. 10,000 Angels (5:16)
7. Sweet Memory (4:50)
8. Airforce One (3:40)
9. The Last Page Of History (4:01)
10. Desperate Times (3:41)

Gesamtspieldauer: 44:12




Im Jahr 1988 veröffentlichte das Duo Godley & Creme ihr siebtes und letztes Studioalbum unter dem Titel „Goodbye Blue Sky“. Die Platte erschien seinerzeit auf dem Label Polydor. Darauf zu hören ist eine poppig-rockige Musikmischung, bei der Kevin Godley und Lol Creme die Mundharmonika in das Zentrum ihrer Musik rückten. Erahnen lässt sich dies bereits bei der Ansicht des Covers. Die zwei Lieder „Little Piece Of Heaven” sowie „10,000 Angels” wurden als Singles veröffentlicht, wobei sich erstgenanntes Lied immerhin noch in Deutschland und den Niederanden in den Charts platzieren konnte.

Musikalisch ist das Album nicht ganz einfach zu hören, da auch hier mit den musikalischen Genres gespielt wird. Ist die Nummer „The Big Bang“ eine irgendwie geartete Mischung aus Rock’n’Roll und Big Band Sound und nicht so ganz einfach verdaulich, so ist das über siebenminütige „Crime & Punishment“ eine langsame und auf eine Art dunkle Nummer, die sehr träge aus den Boxen wabert, allerdings gerade durch die hier transportierte Atmosphäre Eindruck hinterlässt. Dabei klingt das Lied aufgrund nur weniger Wechsel – trotz einer leichten Steigerung – fast ein wenig hypnotisch und geht auch ins Ohr. Die zweite Singleauskopplung „10,000 Angels“ hört sich dagegen wieder wie ein überaus hektischer Pop-Song an und rauscht an einem vorbei. „Airforce One“ klingt wieder wie ein poppiges Experiment, welches irgendwie gar nicht geglückt zu sein scheint.

Richtig überzeugend ist die Musik leider nicht mehr auf „Goodbye Blue Sky“. Die Mundharmonika immer ins Zentrum seiner Musik zu setzen kann man natürlich, muss man aber nicht. Auch die zahlreichen Hintergrundgesänge klingen allzu oft mach Gospel-Chor. Dies ist ebenfalls eine Möglichkeit, wirkt allerdings auf die Dauer ebenfalls etwas langweilig. Zudem gehen nur wenige der Titel wirklich ins Ohr, zumeist läuft die Musik einfach durch, ohne sich irgendwie festsetzen zu können.

Fazit: Das siebte und letzte Studioalbum der ehemaligen 10CC-Musiker Kevin Godley und Lol Creme ist alles andere als ein überzeugendes geworden. Die Musik mag einfach nicht mehr zünden und die hier durchaus vorhandenen Ideen der beiden Musiker werden konsequent in jedem der zehn Titel durchgezogen. Dazu vermisst man auf „Goodbye Blue Sky“ eine gewisse Melodiösität. Das wiederum bewirkt in seiner Gesamtheit ein eher etwas langweiliges Album, welches man irgendwie nur ganz selten auflegt. Sechs Punkte.

Anspieltipps: Crime & Punishment



Donnerstag, 28. September 2017

Yes – Yesshows




Yes – Yesshows


Besetzung:

Jon Anderson – lead vocals, harp
Chris Squire – bass, vocals
Alan White – drums, percussion
Steve Howe – guitar, vocals
Rick Wakemann – keyboards
Patrick Moraz – keyboards


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1980


Stil: Progressive Rock, Live


Trackliste:

Seite 1:

1. Parallels (7:06)
2. Time And A Word (4:05)
3. Going For The One (5:22)

Seite 2:

4. The Gates Of Delirium (22:40)

Seite 3:

5. Don‘t Kill The Whale (6:50)
6. Ritual / Nous Sommes Du Soleil [Part 1] (11:48)

Seite 4:

7. Ritual / Nous Sommes Du Soleil [Part 2] (17:06)
8. Wonderous Stories (3:53)

Gesamtspieldauer: 78:54



„Yesshows“ ist nach dem 1973er Album „Yessongs“ das zweite Live-Album der englischen Progressive Rockband Yes. Veröffentlicht wurde das Doppelalbum im November des Jahres 1980 auf dem Plattenlabel Atlantic Records. „Yesshows“ beinhaltet Aufnahmen aus verschiedenen Tourenauftritten, die am 17. August 1976 in Detroit, am 18. November 1977 in Frankfurt, am 24. November 1977 in Rotterdam und schließlich am 27. und 28. Oktober 1978 in London stattfanden. Dementsprechend hört man auf den 1976er Aufnahmen zur „Relayer-Tour“ auch den Schweizer Patrick Moraz an den Keyboards, wohingegen bei den Aufnahmen während der „Going For The One“-Tour (1977) und den 10-Jahres-Jubiläumkonzerten (1978) Rick Wakeman an den Tasten zu hören ist.

Zu hören gibt es auf „Yesshows“ Auszüge aus den Alben „Tales From Topographic Oceans“ (1973, „Ritual“), „Relayer“ (1974, „The Gates Of Delirium“), „Going For The One“ (1977, „Parallels“, „Going For The One“ sowie „Wonderous Stories“), „Tormato“ (1978, „Don‘t Kill The Whale“) und als Reminiszenz an die Anfangsjahre „Time And A Word“ aus dem Jahr 1970 mit dem gleichnamigen Titelsong. Somit gibt „Yesshows“ eine schöne Übersicht über die Yes Musik vor allen Dingen Mitte bis Ende der 70er Jahre.

Und dieser Überblick klingt rund und gelungen. Gerade die langen Stücke wie „The Gates Of Delirium“ und „Ritual“ wirken hier sehr kraftvoll und zeigen beziehungsweise lassen viel von der Spielfreude der Band hören. Das klingt dann auch definitiv nicht immer nur eingängig, sondern durchaus auch mal vertrackt und sogar etwas experimentell. Allerdings solch ein Titel und Ohrwurm wie „Don‘t Kill The Whale“ wird hier ebenfalls live sehr gut und mitreißend umgesetzt. Es stört dabei auch wenig, dass die Lieder zu unterschiedlicher Zeit und mit zum Teil zumindest unterschiedlichen Musiker eingespielt wurden. „Yesshows“ klingt wie eine passende Einheit, weder zerstückelt noch konstruiert.

Fazit: Wer Yes damals nicht live gehört hat, bekommt mit „Yesshows“ eine gute Möglichkeit geboten, dies nachzuholen. Zwar klingen viele der Lieder nicht mehr ganz so spektakulär und auch eingängig, wie jene auf den früheren Alben der Band, trotzdem hört man hier mitreißenden Progressive Rock, der das Herz des Fans jenes musikalischen Genres höherschlagen lassen dürfte. Für Yes-Fans sowieso eine schöne Sache. Zehn Punkte.

Anspieltipps: Don‘t Kill The Whale, Ritual



Mittwoch, 27. September 2017

Johnny Cash – I Walk The Line




Johnny Cash – I Walk The Line


Besetzung:

Johnny Cah – vocals, guitar


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Hallmark Records


Erscheinungsdatum: 1973


Stil: Country


Trackliste:

1. I Walk The Line (2:43)
2. There You Go (2:18)
3. Hey Porter (2:12)
4. New Mexico (2:07)
5. Mean Eyed Cat (2:28)
6. Rock Island Line (2:09)
7. You Win Again (2:16)
8. Life Goes On (1:59)
9. I Could Never Be Ashamed Of You (2:14)
10: Wreck Of The Old '97 (1:50)

Gesamtspieldauer: 22:16



„I Walk The Line“ ist eines der schier unendlich vielen Kompilationsalben des Johnny Cash. Man kann natürlich im Internet bestens recherchieren und ich fand sage und schreibe 820 (!) „Best Of…“-Alben des Johnny Cash. Sicherlich waren das immer noch nicht alle und da diese immer noch in verschiedensten Ausführungen jedes Jahr neu aufgelegt werden, dürfte die Anzahl bald vierstellig sein . Circa zwanzig dieser Platten haben auch den Namen „I Walk The Line“. Diese Ausgabe hier stammt aus dem Jahr 1973 und wurde auf dem Plattenlabel Hallmark Records veröffentlicht.

Man hört auf „I Walk The Line“ Country Musik pur. Nur Country in Reinstform. Lieder, wie sie diesem Genre entsprechend der 50er und 60er Jahre entsprochen und geklungen haben. Das muss man wirklich mögen, ansonsten ist die Scheibe nur sehr schwer verdaulich. Die Musik darauf hat auch nichts mehr mit den Liedern zu tun, für die Johnny Cash gegen Ende seiner Karriere stand. Ur-amerikanische Musik gibt es auf diesem Kompilationsalbum, alles dazu noch sehr ähnlich klingend und bereits nach zehn Takten fürchterlich nervend.

Die Zeitangaben auf dem Plattencover fehlen. Dies hat wohl System und einen Grund, denn ich habe nachgestoppt und die Spieldauer von „I Walk The Line“ beträgt ganze 22:16 Minuten. Das ist natürlich fast schon Betrug, dieses Album dann auch noch ungekennzeichnet als vollständige LP zu verkaufen. Da auch die Musik für heutige und europäische Ohren nur schwer zu begreifen ist, ist dieser Umstand allerdings fast schon ein Vorteil, denn alle Lieder sind schnell vorbei.

Fazit: „I Walk The Line“ von Johnny Cash ist ein Kompilationsalbum mit Liedern aus der frühen Zeit der Karriere des US-Amerikaners. Leute, die auf sehr unverfälschte Country Musik stehen, die werden hier natürlich ihre Freude haben, auch wenn das gesamte Album nach Country-Oldie klingt. Oder gerade deswegen werden sie ihre Freude haben? Auf jeden Fall wird die kurze Laufzeit des Albums zum Ärgernis und bei Fans von Rock-Musik wirft solche Musik unglaublich viele Fragen auf, da man einfach nicht glauben kann, dass so etwas überhaupt jemand hören möchte. Zwei Punkte.

Anspieltipps: I Walk The Line



Dienstag, 26. September 2017

Neil Young – Decade




Neil Young – Decade


Besetzung:

Neil Young – guitar, harmonica, piano, vibes, vocals


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Warner Brothers Records


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: Rock, Folk


Trackliste:

Seite 1:

1. Down To The Wire (2:25)
2. Burned (2:14)
3. Mr. Soul (2:41)
4. Broken Arrow (6:13)
5. Expecting To Fly (3:44)
6. Sugar Mountain (5:43)

Seite 2:

1. I Am A Child (2:17)
2. The Loner (3:50)
3. The Old Laughing Lady (5:59)
4. Cinnamon Girl (2:59)
5. Down By The River (9:16)

Seite 3:

1. Cowgirl In The Sand (10:01)
2. I Believe In You (3:27)
3. After The Gold Rush (3:45)
4. Southern Man (5:31)
5. Helpless (3:34)

Seite 4:

1. Ohio (2:56)
2. Soldier (2:28)
3. Old Man (3:21)
4. A Man Needs A Maid (3:58)
5. Harvest (3:08)
6. Heart Of Gold (3:06)
7. Star Of Bethlehem (2:46)

Seite 5:

1. The Needle And The Damage Done (2:02)
2. Tonight's The Night (Part 1) (4:41)
3. Tired Eyes (4:33)
4. Walk On (2:40)
5. For The Turnstiles (3:01)
6. Winterlong (3:05)
7. Deep Forbidden Lake (3:39)

Seite 6:

1. Like A Hurricane (8:16)
2. Love Is A Rose (2:16)
3. Cortez The Killer (7:29)
4. Campaigner (3:30)
5. Long May You Run (3:48)

Gesamtspieldauer: 2:24:22



„Decade“ heißt das erste Kompilationsalbum des Neil Young und sollte für lange Zeit auch das letzte bleiben. Am 28. Oktober des Jahres 1977 wurde das Album in Form einer Dreifachplatte auf dem Plattenlabel Warner Brothers Records veröffentlicht. Darauf enthalten sind 35 Lieder, die zwischen 1966 und 1976 von Neil Young geschrieben worden sind. Fünf dieser Nummern waren bis zu diesem Zeitpunkt jedoch noch unveröffentlichte Stücke. Dieses sind die Lieder „Down To The Wire“, „Love Is A Rose“, „Winterlong“, „Campaigner“ sowie „Long May You Run“.

Ob sich auf „Decade“ die „richtigen“ Lieder befinden, also der eigene Musikgeschmack bezüglich Neil Young treffend widergespiegelt wird, kann natürlich nur jede und jeder einzelnen für sich bestimmen. Eine gute Auswahl aus den vielen Veröffentlichungen des Neil Young findet auch allerdings allemal auf „Decade“. Das Dreifachalbum, welches inzwischen auch als Doppel-CD erhältlich ist, bietet einen schönen Überblick über das Schaffen des Neil Young, kann allerdings die Originalalben nicht ersetzen, wenn man vollständig in den musikalischen Kosmos des Neil Young eintauchen möchte.

Wer auf folkig angehauchten Rock steht, die oder der dürfte mit dieser Platte allerdings sehr viel Spaß haben. Singen kann Neil Young zwar nicht besonders gut, jedoch gehört seine Stimme einfach zu seiner Musik dazu und bildet mit ihr eine Einheit, die die Lieder des Kanadiers so unverwechselbar werden lässt. Diese Kompilation ist reich gesegnet mit Höhepunkten. Auch gibt es keine Stücke auf „Decade“, die man am liebsten überspringen würde. Alles wirkt und kling auf dieser Zusammenstellung, deren Grundton ein eher melancholischer, nachdenklicher bis trauriger ist.

Fazit: Eine sehr schöne Übersicht über das Schaffen des Neil Young in der Zeit von 1966 bis 1976 bietet das Dreifachalbum „Decade“. Sehr melodiösen Folk Rock gibt es hier zu hören, die allermeisten Lieder setzen sich über ihre Eingängigkeit schnell fest und wirken nach. Zumeist ist die Musik von Neil Young warm und weich und sanft, nur ab und zu klingt das Ganze etwas rockiger, kann allerdings auch in diesen Passagen überzeugen. Neil Young lohnt sich. Zwölf Punkte.

Anspieltipps: Cowgirl In The Sand und vieles mehr



Montag, 25. September 2017

Bläck Fööss – Et Es 20 Johr Jenau Jetz Her




Bläck Fööss – Et Es 20 Johr Jenau Jetz Her


Besetzung: (Ohne Instrumentenangabe)

Blääck Fööss


Gastmusiker:

Willy Millowitsch – Gesang
Wolfgang Niedecken – Gesang
Jürgen Zeltinger – Gesang
Florian Cretu – Alto Sax
Jan Dix – Percussion
Werner Dies – Sax
Peer Fischer – Akustische Gitarre
Mike Gong – Slide Gitarre, E-Gitarre
Klaus Heuser – E-Gitarre & Dobro
Joko Jaenisch – Piano
Rolf Lammers – Orgel, Synthesizer Bass, Piano
Burkhard Lipps – E-Gitarre
John Parsons – E-Gitarre
Klaus Vooemann – Bass
Helmut Zerlett – Computer Programmierung, Orgel
Reiner Winterschladen – Trompete
Achim Fink – Posaune, Tuba
Armin Tretter – Sax
Michael Heupel – Flöte


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1990


Stil: Deutscher Schlager, Pop


Trackliste:

Seite 1:

1. Bläck Fööss Bänd (Intro) (4:27)
2. Rievkoche Walzer (3:00)
3. De Mama Kriet Schon Widder E Kind (2:31)
4. Indianer Kriesche Nit (3:26)
5. Kaffeebud (2:44)
6. Schötzefess (4:15)
7. Lück Wie Ich Und Du (3:30)

Seite 2:

1. Mir Klääve Am Lääve (3:02)
2. Achterbahn (2:49)
3. Lange Samstag En D'r City (3:28)
4. Et Spanien-Leed (3:09)
5. Ming Eetste Fründin (3:45)
6. Polterovend (3:01)
7. Familijedach (4:14)

Seite 3:

1. Bye, Bye My Love (3:34)
2. Surfen Am Frühlinger See (2:41)
3. Kölsche Bröck (3:15)
4. Frankreich, Frankreich (4:34)
5. Dat Wasser Vun Kölle (4:17)
6. Huusmeister Kaczmarek (3:00)
7. Drink Doch Eine Met (3:00)

Seite 4:

1. Buuredanz (5:30)
2. Elvis Lääv (3:36)
3. Katrin (3:35)
4. Leev Linda Lou (3:11)
5. Mir Losse D'r Dom En Kölle (3:29)
6. Bläck Fööss Bänd (Reprise) (1:32)
7. En Unserem Veedel (3:15)

Gesamtspieldauer: 1:35:50




Zum 20-jährigen Jubiläum des Bandbestehens veröffentlichte die Kölner Band Bläck Fööss das Kompilationsalbum „Et Es 20 Johr Jenau Jetz Her“ mit den „Hits“ ihrer bisherigen Veröffentlichungen. Am 12. April des Jahres 1990 erschien das Album in Form einer Doppel-LP auf dem Plattenlabel EMI. 28 Titel enthalten die beiden Platten, angefüllt mit Kölner Stimmungsmusik, die zu allermeist im Bereich des Deutschen Schlagers angesiedelt ist. Dazu gesellen sich noch einige Pop-Einflüsse sowie der ein oder andere Ausflug in den Folk.

Beim Hören dieser Lieder hilft definitiv, bereits ordentlich getankt zu haben. Kölner Stimmungsmusik, ideal für die diversen Karnevalssitzungen jeweils zu Jahresbeginn. Um hier etwas für sich zu finden bedarf es also mehrerer Zutaten: 1. Alkohol. 2. Eine Beziehung zu Köln, am besten in Form des Wohn- und Geburtsortes. 3. Eine große Karnevalsaffinität. 4. Viel Spaß am Deutschen Schlager. 5. Eine geringe Humorschwelle, sodass man auch über flache Witze noch herzhaft lachen kann. Fehlt eine dieser Zutaten, kann das Hören dieses Albums zu einer ganz bitteren Erfahrung werden.

Auf „Et Es 20 Johr Jenau Jetz Her“ Höhepunkte zu entdecken ist reichlich schwierig, wenn man die Platte Zuhause im Wohnzimmer hört. Die gibt es dann nicht, da es sich hier hauptsächlich um Stimmungsmusik handelt, die einfach so nicht wirkt. Zur Karnevalszeit, in entsprechendem Ambiente, mit den passenden Leuten dazu, mag das schon wieder ganz anders aussehen. Aber so, losgekoppelt von Köln und Karneval, finden hier wohl nur wirkliche Schlagerfreunde etwas für sich.

Fazit: Es gibt Musik, die wirkt nur an bestimmten Orten, in bestimmten Situationen. Das gilt für Bierzelt-Musik, wenn man freudetrunken seine Maß Bier in die Höhe reckt und Volksmusik und Deutschen Schlager mitschmettert. Selbiges gilt für die Karnevalszeit und solch Lieder wie „Mir Losse D'r Dom En Kölle“. Auf Platte entfaltet die Musik für sich alleine nicht ihre Wirkung, höchstens auf einer privaten Feier in der Kölner Umgebung. Doch dann ist wieder Alkohol im Spiel, lustige Typen und… Ach das hatten wir ja schon. Drei Punkte.

Anspieltipps: Frankreich, Frankreich



Sonntag, 24. September 2017

Peter & Gordon – Remember The Golden Years




Peter & Gordon – Remember The Golden Years


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: EMI


Erscheinungsdatum: 1977


Stil: 60ies Pop, Oldies


Trackliste:

Seite 1:

1. A World Without Love (2:37)
2. Nobody I Know (2:27)
3. Sunday For Tea (2:20)
4. High Noon (Do Not Forsake Me) (3:50)
5. The Green Leaves Of Sommer (3:01)
6. If I Fell (2:18)

Seite 2:

1. Exodus Song (2:57)
2. Woman (2:26)
3. A Taste Of Honey (2:35)
4. Somewhere (2:41)
5. Love Is A Many Splendored Thing (2:09)
6. I Don't Want To See You Again (2:00)

Seite 3:

1. Lady Godiva (2:23)
2. Baby I'm Yours (2:44)
3. To Know You Is To Love You (2:35)
4. Willow Garden (3:01)
5. Five Hundred Miles (3:12)
6. All My Trials (2:30)
7. True Love Ways (2:37)

Seite 4:

1. Knight In Rusty Armour (2:36)
2. Let It Be Me (3:40)
3. Stranger With A Black Dove (2:33)
4. The Flower Lady (3:55)
5. I Would Buy (2:39)
6. Baby What You Want Me To Do (3:15)
7. Homeward Bound (2:19)

Gesamtspieldauer: 1:11:20




„Peter & Gordon“ waren ein britisches Pop-Musik-Duo, das ab dem Jahr 1964 Alben veröffentlichte. Ihre Schallplatten erschienen bis zum Jahr 1967, danach trennten sich Peter Asher und Gordon Waller wieder. In diesen vier Jahren der gemeinsamen musikalischen Karriere veröffentlichte das Duo unfassbare elf Studio-Alben. Zu allermeist hörte man auf diesen Platten allerdings Cover-Versionen anderer Künstler oder extra für das Duo geschriebene Titel. Auf „Peter & Gordon – Remember The Golden Years“ sind lediglich die beiden Titel „Stranger With A Black Dove“ und „I Would Buy“ von ihnen selbst komponiert und geschrieben. „Remember The Golden Years“ ist eine Reihe der EMI, die in Deutschland durch die Fernsehzeitschrift Hörzu veröffentlicht wurde. Diese Reihe erschien Ende der 70er Jahre und obwohl auf der Platte nirgendwo ein Datum zu finden ist, müsste die Scheibe im Jahr 1977 veröffentlicht worden sein, als die Platten dieser Reihe erschienen.

Die Lieder auf „Remember The Golden Years“ entstanden zwischen den Jahren 1952 und 1967. Eingespielt wurden sie von dem Duo in ihren aktiven Jahren von 1964 bis 1967. Man hört hier 60ies Pop, der absolut die Kriterien des Oldies erfüllt. Die Instrumentierung beinhaltet oftmals ein ganzes Orchester und den Zweigesang von Peter Asher und Gordon Waller, um die Musik noch eingängiger klingen zu lassen. Heutzutage klingt das alles allerdings nur noch nach ganz viel Patina und längst überholt.

Seltsamerweise kennt man nur relativ wenige Stücke von Peter & Gordon, obwohl viele davon eben Cover-Versionen waren und Zeit hatten bis heute sehr oft irgendwo gespielt zu werden. Natürlich gehen die Lieder allesamt ganz gut ins Ohr, wie das damals eben so war mit dem Pop in den 60ern. Mitreißend klingt hier allerdings nichts mehr. Die Texte handeln selbstverständlich hauptsächlich von der Liebe und Liebeskummer und sind absolut brav. Gut interpretiert klingt das Lied „A Taste Of Honey“, das war es dann leider aber auch schon mit den Höhepunkten.

Fazit: Ein Doppelalbum wie gemacht für Oldie-Fans. Mit „Remember The Golden Years“ von Peter & Gordon kann man perfekt in die 60er Jahre Musik eintauchen. „Oldies but Goldies“? Nun, das kann man sicherlich nur behaupten, wenn man mit dieser Musik groß wurde. Heute klingt das alles längst überholt. Für alle, die nach den 50er Jahren geboren wurden, klingt das alles sehr überholt. Fünf Punkte.

Anspieltipps: A Taste Of Honey, Five Hundred Miles



Samstag, 23. September 2017

Ole Lukkøye – Horse-Tiger




Ole Lukkøye – Horse-Tiger


Besetzung:

Boris Bardash – programming, keyboards, voice, guitars, percussion, buben, samples
Alexander Frolov – bassoons, jaleika, noises, samples, dramatic voice on 6
Sergej Radovski – effects, samples
Andrej Lavrinenko – bass guitar
Tanja Svaha – vocals


Gastmusiker:

Vladimir Konovalov – bass (3, 4)
Sasha Kozyrev – djembe (1, 3)
Artem Zotkin – guitar (2)
Dasha Kusnezova – vocals (6)
Daniil Basner – saabla (3)


Label: Klangbad


Erscheinungsdatum: 2002


Stil: Psychedelic Rock, Worldmusic


Trackliste:

1. Zagoralos’ (12:24)
2. The Free Ones (13:08)
3. Sleepy Herbs (7:48)
4. Tara (8:38)
5. The Peacock (7:33)
6. Further (9:28)

Gesamtspieldauer: 59:02




„Horse-Tiger“ heißt das vierte Studioalbum der russischen Band Ole Lukkøye, die in St. Peterburg beheimatet ist. Im Jahr 2002 erschien die Scheibe auf dem Plattenlabel Klangbad. Zu hören gibt es auf „Horse-Tiger“ sehr rhythmische Musik, die eine Mixtur aus elektronischen Klängen und russischen Weisen darzustellen scheint. Jedoch stimmt das auch nur ein wenig, denn manchmal ist hier elektronische Musik gepaart mit indianischen Gesängen zu hören – ist es zwar nicht, aber es klingt zumindest so.

Ole Lukkøye machen sehr rhythmische Musik, alles scheint ein wenig zu vibrieren und dann setzt dieser manches Mal schamanenhaft klingende Gesang ein und die Musik erscheint in einem völlig neuen Gewand. Viele Nebengeräusche und Klangfetzen vervollständigen den Gesamteindruck zusätzlich. Insgesamt nach einer Art elektronischer Weltmusik klingen die Russen dann, kaum möglich diese Musik in ein Schema zu pressen oder einem bestimmten musikalischen Genre zuzuordnen. Das klingt alles durchaus sehr experimentell und auch ein wenig verquer. Ole Lukkøye haben ihr eigenes musikalisches Genre erschaffen.

Dabei lassen sich die Lieder alle gut hören, sind sogar melodiös und mit netten Melodien versehen. Viel passiert allerdings in den einzelnen Titeln nicht, sodass über deren relativ lange Laufzeit ein fast schon hypnotischer Effekt entsteht, der einen in diese Musik hinzuziehen versucht. Die Lieder klingen dabei allesamt durchaus etwas seltsam und erwecken trotz einer gewissen Monotonie niemals den Eindruck von Langeweile. Es klingt einfach anders – ganz anders.

Fazit: Weltmusik und elektronische Musik gemixt, dazu eine Prise experimentelle Musik und fertig ist der Klangkosmos von Ole Lukkøye, den man sonst so wohl nirgendwo anders zu hören bekommt. Die Lieder sind melodisch, erklingen lang und halten nur wenig Abwechslung für die Hörerin und den Hörer parat. Auf seine ganz spezielle Art und Weise ist „Horse-Tiger“ von Ole Lukkøye ganz sicher ein Erlebnis. Für alle, die einmal was völlig anderes hören wollen. Acht Punkte.

Anspieltipps: Zagoralos’, The Peacock



Freitag, 22. September 2017

Deine Lakaien – Live In Concert (DVD)




Deine Lakaien – Live In Concert (DVD)


Besetzung:

Alexander Veljanov – vocals
Ernst Horn – keyboards


Gastmusiker:

Be. Deutung – cello
Ivee Leon – violin & backing vocals
Sharifa – violin & backing vocals
Robert Wilcocks – guitar & synthesizers


Label: Sony Music


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Electronica, Dark Wave, Avantgarde


Trackliste:

1. Colour-Ize
2. Generators
3. Kiss The Future
4. In The Chains Of
5. Where You Are
6. Return
7. Wunderbar
8. The Mirror Men
9. Love Me To The End
10. Silence In Your Eyes
11. Manastir Baroue
12. Kiss
13. Don‘t Wake Me Up
14. Overpaid
15. Cupid‘s Disease
16. Rain Dance
17. Dark Star
18. May Be
19. Sometimes

Gesamtspieldauer: 1:55:56


Zusätzliche Features:


  • Extra Live Clip „Reincarnation / Life Is (A Sexually Transmitted Disease)“ (5:15)
  • Band Interview (11:31)





„Live In Concert“ ist eine Live-DVD der deutschen Band Deine Lakaien, die im Rahmen ihrer White Lies Tour im Jahr 2002 im Lindenpark, Potsdam aufgenommen wurde. Auf fast zwei Stunden Spieldauer bekommt man hier hauptsächlich sehr sanfte und eindringliche Musik geboten, die manchmal sehr elektronisch klingt, sich dann wieder fast mittelalterlich bis hin zu klassisch anhört und irgendwo zwischen Avantgarde und Dark Wave pendelt. Es sind dabei weniger die Bilder, die hier überzeugen, sehr viel mehr ist es die Musik selbst.

Eine Live-DVD soll selbstverständlich nicht nur die Musik, sondern auch die Bilder eines Konzertes transportieren und mit diesen begeistern. Nun, das ist Deinen Lakaien jedoch leider nicht ganz so gelungen, denn auf der Bühne passiert in diesen zwei Stunden des Konzertes nicht allzu viel. Oftmals stehen die Protagonisten auch mit dem Rücken zum Publikum. Lediglich Ivee Leon und Sharifa an den Violinen und beim Hintergrund-Gesang geben sich alle Mühe, gut auszusehen und gut zu klingen – was sie auch tun – jedoch viel Abwechslung gibt es da nicht zu beobachten. Be. Deutung am Cello sowie Robert Wilcocks am Synthesizer und der Gitarre sind da schon noch deutlich unspektakulärer. Von den beiden festen Deine Lakaien Mitgliedern sieht man bei Ernst Horn hauptsächlich den Rücken und Sänger Alexander Veljanov ist alles andere als eine Stimmungskanone und überzeugt eher durch den vorherigen Besuch bei einem kreativen Friseur.

Genug kritisiert, denn die Musik auf „Live In Concert“ hat es wahrlich in sich. Hier gibt es wundervolle Melodien zu entdecken ebenso wie experimentelle Abschnitte, die kraftvoll und spannend klingen. In letztgenannten Sequenzen hören sich Deine Lakaien dann weit weniger eingängig an, allerdings bilden diese „Ausflüge“ lediglich Ausnahmen von sehr viel Melodiösität. Hörerinnen und Hörer, die auf „schöne“ Musik stehen, werden hier allerbestens bedient. Kleiner Wermutstropfen ist, auf die komplette Dauer des Konzertes hin gesehen, die Stimme des Alexander Veljanov. Diese klingt bei einzelnen Titeln wahrlich spannend, über die gesamte Laufzeit hinweg dann ab und an jedoch etwas gekünstelt. Dazu gesellen sich etwas unmotivierte oder aber seltsam ausformulierte Ansagen. Allerdings ist das „Jammern auf hohem Niveau“, durchaus auch mal etwas anderes und die Musik von Deine Lakaien kann hier immer wieder begeistern. In einzelnen Stücken sowieso.

Als Zugaben gibt es noch einen weiteren Live-Titel sowie ein kurzes Bandinterview. Das sind auch die Zutaten, die die DVD von der Live-Doppel-CD unterscheiden.

Fazit: Wer auf schöne melodiöse und eindringliche Musik steht, kann mit Deine Lakaien im Grunde genommen nichts falsch machen. Die Lieder der Band klingen durchaus nach Avantgarde, sind manchmal experimentell und ungewöhnlich, zumeist jedoch sehr eingängig. Ob allerdings eine DVD das richtige Medium ist, diese Musik darzustellen und zu transportieren, das wage ich etwas zu bezweifeln. Trotzdem gibt es mit diesen neunzehn Liedern viel Schönes zu entdecken – man kann ja auch nur hinhören, muss nicht hinsehen. Elf Punkte.

Anspieltipps: In The Chains Of, Return, Wunderbar, Cupid‘s Disease



Donnerstag, 21. September 2017

Various Artists – Moonlighting




Various Artists – Moonlighting


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: MCA Records


Erscheinungsdatum: 1987


Stil: Funk, Soul, Pop, Musical, Big Band


Trackliste:

1. Moonlighting (Theme) – Al Jarreau (3:00)
2. Limbo Rock – Chubby Checker (2:23)
3. This Old Heart Of Mine (Is Weak For You) – The Isley Brothers (2:51)
4. Blue Moon – Cybill Shepherd (2:19)
5. I Told Ya I Love Ya, Now Get Out! – Cybill Shepherd (2:03)
6. Good Lovin' – Bruce Willis (3:15)
7. Since I Fell For You – Bob James / David Sanborn (5:48)
8. When A Man Loves A Woman – Percy Sledge (2:48)
9. Someone To Watch Over Me – Linda Ronstadt, The Nelson Riddle Orchestra (4:06)
10. Stormy Weather – Billie Holiday (3:38)

Gesamtspieldauer: 32:11




Eine krude Aneinanderreihung verschiedenster musikalischer Stile gibt es auf dem Soundtrack zur 80er Jahre Serie „Moonlighting“, die im Deutschen „Das Model und der Schnüffler“ hieß, zu hören. Die Serie wurde erstmalig in den Jahren 1985 bis 1989 in den USA ausgestrahlt und bildete das Sprungbrett für Bruce Willis zu seiner Kinokarriere. Seine Partnerin, Cybill Shepherd, konnte da deutlich weniger durchstarten. In Deutschland lief die Serie erstmals im Jahr 1990 bei RTL.

Cybill Shepherd und Bruce Willis hört man auf dieser Scheibe sogar selbst singen und beide machen ihre Sache dabei sehr gut. Die Lieder allerdings sind alles andere als überzeugend und absolut belanglos. Cybill Sheperd singt unter Big Band Begleitung, Bruce Willis‘ Lied „Good Lovin‘“ klingt wie frisch aus einem Musical entsprungen. Al Jarreau ist mit dem Titellied und einer weiteren Soul-Nummer vertreten, welche auch nicht zu begeistern weiß. Schließlich hört man auch noch Linda Ronstadt begleitet durch das The Nelson Riddle Orchestra. Auch hier erklingt Musik, die bestens in ein Musical passen würde.

Lediglich ein Lied lohnt auf der Scheibe und dies ist das allseits bekannte Stück „When A Man Loves A Woman“ von Percy Sledge. Alle anderen Lieder nerven eher, als dass sie begeistern würden. Sicherlich liegt das auch an dem Stilmix, der hier vertreten ist. Da es sich allerdings um einen Soundtrack handelt, der nicht vollständig extra für die Serie komponiert wurde, ist dieser Umstand nicht unbedingt verwunderlich.

Fazit: Auch der Soundtrack zu „Moonlighting“ ist eher etwas für die Fans der Serie, denn für andere Musikhörerinnen beziehungsweise Musikhörer. Viele musikalische Genres werden hier bedient, überzeugend klingt davon nichts. Einzige Ausnahme ist das Stück „When A Man Loves A Woman“ von Percy Sledge, ein Klassiker. Jedoch dafür lohnt die Scheibe ganz sicher nicht, das Lied bekommt man auch anders zu hören. Zwei Punkte.

Anspieltipps: When A Man Loves A Woman



Mittwoch, 20. September 2017

Rainhard Fendrich – Voller Mond




Rainhard Fendrich – Voller Mond


Besetzung:

Rainhard Fendrich – Gesang


Gastmusiker:

Christian Kolonovits – Tasteninstrumente
Andy Paloyan – E-Gitarren, Banjo
Hartmut Pfannmüller – Drums und Percussion
Harald Fendrich – Bass
Christian Felke – Saxophon


Label: Ariola


Erscheinungsdatum: 1988


Stil: Pop, Schlager


Trackliste:

1. Das Feuer (5:10)
2. Das Gleichgewicht (3:17)
3. Die Nacht (4:45)
4. Der Regen (3:44)
5. Der Wind (4:07)
6. Voller Mond (3:29)
7. Ganz von allan (3:41)
8. Der erste Stein (4:22)
9. Die Tür (3:41)
10. Das Paradies (3:50)
11. Der Alptraum (4:49)

Gesamtspieldauer: 44:55




Das siebte Studio-Album des Österreichers Rainhard Fendrich heißt „Voller Mond“ und erschien im Jahr 1988 auf dem Label Ariola. Frisch die Plattenfirma gewechselt und deshalb sollte nun natürlich ein Erfolgsalbum her. Die Scheibe erreichte zwar auch Platz 1 der österreichischen Charts, konnte sich allerdings nicht sehr lange in diesen Charts halten. Vielleicht lag ein Grund darin, dass die Musik des Rainhard Fendrich inzwischen zum absoluten poppigen Mainstream mutiert war, in der auch immer wieder Anleihen im Schlager aufgegriffen wurden.

Schade, von dem einstmals so begnadeten Song-Schreiber Rainhard Fendrich war Ende der 80er Jahre nicht mehr viel geblieben. Der deutsche Pop wird hier bedient, noch mit österreichischem Akzent serviert. Die einzelnen Stücke sind dabei austauschbar, bleiben nicht hängen, gehen in das eine Ohr hinein und aus dem anderen wieder heraus. Zwar muss man noch nicht fluchtartig den Raum verlassen, hört man die Scheibe, doch überzeugend klingt das alles leider ganz und gar nicht mehr.

Es fällt wirklich schwer hier einen Höhepunkt zu nennen. Am ehesten gefallen auf „Voller Mond“ noch die beiden Nummern „Der Regen“ und „Der erste Stein“, wobei vor allen Dingen der letztgenannte Titel für mich den Höhepunkt des Albums darstellt. Ein eingängiges Lied, spannend aufgebaut und mit einem interessanten Text versehen. Alles andere wirkt jedoch häufig langweilig und belanglos.

Fazit: Rainhard Fendrich machte eine Entwicklung mit seiner Musik durch. Wie alle anderen Musikerinnen und Musiker eben auch. Diese Entwicklung des österreichischen Liedermachers zum Pop- und Schlagersänger ist allerdings leider sehr schade. Nicht mehr viel auf „Voller Mond“ kann einen unterhalten. Klar ist das alles Geschmackssache, wer jedoch auf den ersten Platten beeindruckende Lieder fand, wird hier nur noch schwer fündig. Fünf Punkte.

Anspieltipps: Der Regen, Der erste Stein



Dienstag, 19. September 2017

Roger Chapman – How, How, How (Maxi Single)




Roger Chapman – How, How, How (Maxi Single)


Besetzung:

Keine weiteren Angaben


Gastmusiker:

Keine weiteren Angaben


Label: Instant Records


Erscheinungsdatum: 1984


Stil: Rock


Trackliste:

1. How, How, How (6:02)
2. Hold That Tide Back (3:07)

Gesamtspieldauer: 9:09




Normalerweise werden auf diesen Seiten keine Singles und Maxi-Singles besprochen. Im Falle von Roger Chapmans „How, How, How“ handelt sich allerdings um eine sehr gelungene alternative Version eines Liedes, welches in ursprünglicher Version auf dem ebenfalls im Jahr 1984 erschienen Album „The Shadow Knows“ enthalten ist. Deshalb mal eine Ausnahme.

„How, How, How“ rockt gut und geht ins Ohr. Auch der etwas verlängerte Instrumentalteil schließt sich hier sehr gut an und verlängert den Groove. Das Lied ist zum Teil sogar ein klein wenig funky geraten und scheint irgendwie zu vibrieren. Gut geeignet für 80er Partys, um die Tanzfläche zu füllen. Auf der Rückseite befindet sich der Titel „Hold That Tide Back“, welcher keiner großartigen Erwähnung bedarf und wohl nicht umsonst nicht auf dem Album „The Shadow Knows“ enthalten war.

Fazit: „How, How, How“ ist in dieser Version ein gelungener alternativer Mix des ursprünglich „nur“ rockigen Liedes, welches sich auf dem achten Solo-Album des gebürtigen Leicesters befindet. Ein Lied, wie geschaffen für 80er-Revival-Partys, bei denen nicht der Synthie-Pop im Vordergrund stehen soll. Ohne Bewertung.

Anspieltipps: How, How, How



Montag, 18. September 2017

Amy Winehouse – Frank




Amy Winehouse – Frank


Besetzung:

Amy Winehouse – vocals, guitar


Gastmusiker:

John Adams – organ, rhodes
Robert Aaron – flute, saxophone
Teodross Avery – saxophone
Ian Barter – guitar
Rudy Bird – percussion, shaker
Errol Campbell – drums, percussion
Wilburn "Squiddley" Cole – drums
Commissioner Gordon – drums, effects, percussion, turntables
Delroy "Chris" Cooper – bass
21st Century Jazz – accompaniment
Tanya Darby – trumpet
Jeni Fujita – backing vocals
Vincent Henry – alto flute, alto saxophone, baritone saxophone, flute, tenor saxophone
Jimmy Hogarth – bass, drums, guitar, percussion, programming
Felix Howard – backing vocals
Stafford Hunter – trombone
Timothy Hutton – horn
Donovan Jackson – keyboards, organ, rhodes
Gregory Jackson – bass
Bruce Purse – baritone horn, bass trumpet, flugelhorn, trumpet
Salaam Remi – arrangement, drum programming, drums, electric bass, electric upright bass, organ, percussion
Matt Rowe – backing vocals, trumpet
Jeremy Shaw – guitar
Stefan Skarbek – backing vocals, trumpet
Martin Slattery – hammond organ, horn, Wurlitzer
Earl "Chinna" Smith – guitar
Luke Smith – bass, keyboards, piano
Lenny Underwood – keyboards, piano
Richard Wilkinson – additional drums
Troy Wilson – drums


Label: Island Records


Erscheinungsdatum: 2003


Stil: Jazz, R&B, Soul


Trackliste:

1. Intro / Stronger Than Me (3:54)
2. You Sent Me Flying / Cherry (6:50)
3. Fuck Me Pumps (3:20)
4. I Heard Love Is Blind (2:10)
5. (There Is) No Greater Love (2:47)
8. In My Bed (5:17)
9. Take The Box (3:20)
10. October Song (3:24)
11. What Is It About Men (3:29)
12. Help Yourself (5:01)
13. Amy Amy Amy / Outro (11:03)

Gesamtspieldauer: 50:40




Wer Amy Winehouse von ihrer zweiten Platte „Back To Black” her kennt, dürfte beim Hören ihres Debut-Albums mit dem Titel „Frank” einigermaßen überrascht sein. Denn dieses Album klingt weit weniger nach Pop als „Back To Black”, ist viel mehr im R&B beheimatet, enthält einen größeren Soul-Anteil und weist auch jazzige Abschnitte auf. Erschienen ist „Frank” am 20. Oktober im Jahr 2003 auf dem Plattenlabel Island Records.

Besonders eingängig klingt auf „Frank” leider überhaupt nichts, es gibt hier keine Melodien, die irgendwie hängenbleiben würden. Nichts, was man mit melodiös umschreiben könnte. Amy Winehouse singt einen jazzigen R&B und man hört, dass sie in ihrer Musik aufgeht, packend klingt dies jedoch für Freunde guter Rockmusik überhaupt nicht mehr. Sehr viel mehr hört man hier eine Aneinanderreihung von fast schon atonaler, jedoch sehr rhythmischer Gesangseinlagen der Amy Winehouse, die allerdings auch nicht großartig tanzbar wären.

„Absolutely not my cup of tea“ würde ein Engländer sagen, der mit dieser Art der Musik nichts anzufangen weiß. So geht es auch mir, ich stelle fest, dass Amy Winehouse gut singen kann, das ist es allerdings bereits, was mir Positives zu diesem Album einfällt. Die Platte verkaufte sich gut, über zwei Millionen Mal bisher. Trotzdem ist das kein Vergleich zum Nachfolgealbum „Back To Black”, welches über zwölf Millionen Mal über die Theke ging. Der im nächsten Album folgende Pop scheint dann insgesamt doch noch massentauglicher gewesen zu sein.

Fazit: Schwierig ein Album zu bewerten, welches angefüllt ist mit Musik, mit der man so gar nichts anzufangen weiß. Mir ergeht es so beim Hören von Amy Winehouses „Frank“. Das Grauen schlechthin, nichts, was mich auch nur ein klein wenig begeistern könnte – eher das Gegenteil setzt ein, ich bin froh, wenn es endlich wieder vorbei ist. Musik ist so sehr subjektiv und wer etwas anderes behauptet, die oder der muss einen ganz starken Willen haben. Habe ich wohl nicht, mich langweilt das hier sehr. Zwei Punkte.

Anspieltipps: Help Yourself



Sonntag, 17. September 2017

Mike Oldfield – The Millenium Bell




Mike Oldfield – The Millenium Bell


Besetzung:

Mike Oldfield – all instruments


Gastmusiker:

London Session Orchestra
The London Händel Choir
The Grant Gospel Choir
Nicola Emmanuelle – vocals
David Serame – vocals
Miriam Stockley – vocals
Camilla Darlow – vocals
Andrew Johnson – vocals
Gota Yashiki – drums
Martay – vocals
Pepsi Demacque – vocals
Greta Hegerland-Oldfield – narration
DJ Pippi – arrangement


Label: Warner Music


Erscheinungsdatum: 1999


Stil: Weltmusik, New Age


Trackliste:

1. Peace On Earth (4:10)
2. Pacha Mama (4:05)
3. Santa Maria (2:44)
4. Sunlight Shining Through Cloud (4:33)
5. The Doge's Palace (3:07)
6. Lake Constance (5:16)
7. Mastermind (3:03)
8. Broad Sunlit Uplands (4:03)
9. Liberation (2:38)
10. Amber Light (3:42)
11. The Millennium Bell (7:37)

Gesamtspieldauer: 45:03




„The Millennium Bell” ist das zwanzigste Studioalbum des Engländers Mike Oldfield und erschein im November 1999, lediglich ein halbes Jahr nach dem neunzehnten Album „Guitars“. Veröffentlicht wurde die Scheibe wieder, wie schon der Vorgänger, auf dem Label Warner Brothers. „The Millennium Bell” war das Hauptstück, welches Mike Oldfield am Abend des 31.12.1999 an der Berliner Mauer zum Besten gab.

Angeblich soll das Thema des Albums die verschiedenen Perioden in der Geschichte der Menschheit sein. Schöne Absicht zur Jahrtausendwende, jedoch beim Hören von „The Millennium Bell” muss man wirklich sehr stark sein. Was Mike Oldfield hier seinen Hörerinnen und Hörern bietet, das ist ein Sammelsurium aus größtenteils Grausamkeiten. Hier wird alles vermischt und verwurstet, was ihm wohl gerade so einfiel. Von klassischer Musik über Ethno über New Age bis hin zu Techno gibt es hier zu hören. Dazwischen erklingt auch mal etwas Country oder verpoppte Klassik, Rondo Veneziano lässt grüßen. Man hört immer wieder einen unfassbar schlechten Drum-Computer und Gesänge, die mal an Enya, mal an Eingeborenen-Stämme in Afrika erinnern. Es ist zum Teil so fürchterlich, dass man einfach nicht glauben kann, dass Mike Oldfield diese Musik geschrieben haben soll. Jener Mike Oldfield, der mit dem genialen „Tubular Bells“ seine Karriere startete und diese „Glockengeschichte“ immer weiter zu melken scheint, da ihm einfach nichts Besseres mehr einfallen will. Es ist so traurig.

Hier etwas Positives zu finden fällt wahrlich schwer, da sich absolut kein roter Faden auf dieser Scheibe ausmachen lässt und alles so furchtbar anbiedernd klingt. Nun, ich finde „Lake Constance“ ganz nett, da es zum Teil wie Klassik klingt und somit keine Drum-Machine enthält. Dies gilt auch für „Broad Sunlit Uplands“, obwohl sich Mike Oldfield hier mehr im Genre Filmmusik bewegt. Ansonsten klingt das alles gar nicht gut, schlimm zum größten Teil. Der absolute Höhepunkt – Pardon – Tiefpunkt, wird dann allerdings mit dem Titellied „The Millennium Bell” selbst erreicht. Ein ganz schlechtes Techno-Dance-Stück, welches Mike Oldfield laut Booklet tatsächlich mit dem Rat der Ibiza-Legende DJ Pippi arrangiert hat. Da fehlen einem die Worte, weil man merkt, dass dies alles ernst gemeint ist.

Fazit: Manches auf „The Millennium Bell“ ist einfach unfassbar schlecht. Manches will man nicht hören, manches überhört man, einiges ist einem vollkommen egal und nur weniges klingt ganz okay. Mit dieser Scheibe foltert Mike Oldfield seine Fans definitiv. Dieser Ethno-New-Age-Weltmusik-Techno-Dance-Pop-Klassik-Schmarrn tut weh. Nur ganz wenig auf „The Millennium Bell“ ist hörbar, der Rest anbiedernd oder aber grottenschlecht. Einen Punkt.

Anspieltipps: Lake Constance, Broad Sunlit Uplands