Mittwoch, 2. November 2016

Savatage – Streets: A Rock Opera




Savatage – Streets: A Rock Opera


Besetzung:

Jon Oliva – vocals, piano, keyboard, drums
Criss Oliva – guitar, backing vocals, bass
Johnny Lee Middleton – bass, backing vocals
Steve "Doc" Wacholz – drums


Gastmusiker:

Robert Kinkel – keyboards
John Zahner – keyboards, rhythm guitar, backing vocals
Abi Reid – female background vocals
Mozart's Magic Flute – child background intro (on "Streets"): 
Elena Doria - director of children's choir
Bob Kinkel – children's choir conductor


Label: Atlantic Records


Erscheinungsdatum: 1991


Stil: Progressive Metal


Trackliste:

1. Streets (6:50)
2. Jesus Saves (5:13)
3. Tonight He Grins Again (3:29)
4. Strange Reality (4:58)
5. A Little Too Far (3:26)
6. You're Alive (1:51)
7. Sammy And Tex (3:08)
8. St. Patrick's (4:18)
9. Can You Hear Me Now? (5:11)
10. New York City Don't Mean Nothing (4:02)
11. Ghost In The Ruins (5:33)
12. If I Go Away (5:17)
13. Agony And Ecstasy (3:34)
14. Heal My Soul (2:36)
15. Somewhere In Time (3:17)
16. Believe (5:42)

Gesamtspieldauer: 1:08:34



„Streets: A Rock Opera“ heißt das sechste Studio-Album der US-amerikanischen Band Savatage aus Florida. Veröffentlicht wurde die Platte im Oktober 1991 auf dem Label Atlantic Records. Produzent Paul O'Neill hatte die Idee hierzu, allerdings bereits im Jahr 1979, denn damals schrieb er die Story zu dem Stück, welches er eigentlich mal am Broadway veröffentlichen wollte. Doch nun lag das irgendwo bei ihm herum und zufällig wurde Gitarrist Chris Oliva darauf aufmerksam, der sogleich begeistert war und schließlich vorschlug, das Stück zur Grundlage des nächsten Savatage-Albums zu machen. Somit wurde alles nochmals überarbeitet, das Komponieren übernahmen Paul O'Neill, Jon Oliva und Criss Oliva, wohingegen die Texte von Paul O'Neill und Jon Oliva stammen. Erzählt wird auf „Streets: A Rock Opera“ die Geschichte des DT Jesus, der zunächst auf den Straßen New Yorks Cities als Drogendealer seinen Lebensunterhalt verdient. Schließlich meint es das Schicksal aber gut mit ihm und er steigt zum Rockstar auf. Nun, ein wenig Tragödie muss eben sein, denn der Aufstieg des DT Jesus ist nicht von allzu langer Dauer und er stürzt erneut ab auf den Straßen New Yorks.

Eine „Rock-Oper“ sollte es also sein, was immer dieser Begriff auch bedeuten soll, so ganz erschließt er sich mir allerdings nicht. Schon gar nicht beim Hören von „Streets: A Rock Opera“. Das Besondere an dem Album ist sicherlich, dass es das erste richtige Konzeptalbum des Genres Metal war. Nun, die Geschichte hinter dem Album wird auch konsequent durchgezogen und erzählt, musikalisch gesehen ist da aber nur wenig Zusammenhang zu erkennen. Wie bei anderen Savatage-Alben auch gibt es hier die klavierdominierte Ballade, neben dem harten Rocker und immer wieder wird eine ordentliche Prise Bombast mit eingestreut. Soweit also nichts Neues. Was Sänger Jon Oliva wahrlich gut gelingt ist jedoch, in die verschiedenen Rollen des Stücks zu schlüpfen, die er auch stimmlich voneinander sehr gut differenziert umzusetzen versteht.

Mit einmal kurz hören ist bei „Streets: A Rock Opera“ absolut nichts zu machen. Um mit der Musik vertrauter zu werden und diese auch etwas für sich zu erschließen, dafür bedarf es schon ein paar mehr Durchläufe. Nun, die Platte ist Kult bei den Fans der Band und rangiert auch auf Platz 310 der Liste der 500 besten Rock & Metal Alben aller Zeiten des Rock Hard Magazines. Auch wenn ich mich persönlich nicht als Fan in vorderster Reihe der Band sehe, so gefallen und begeistern mich doch einige Alben von Savatage sehr. Bei „Streets: A Rock Opera“ ist das jedoch deutlich schwieriger. Irgendwie wollen viele der Titel auf diesem Album einfach nicht so zünden, wie sie es auf Vorgänger- beziehungsweise Nachfolgealben der Band gemacht haben.

Das Zusammenspiel aus Härte und weichen Momenten, dann zumeist in der Verbindung mit warmen Pianoklängen, das versteht die Band schon immer perfekt umzusetzen und somit auch die ganze Breite des Metal bestens abzudecken. Nur dieses Mal gelingt ihnen das in meinen Ohren leider nur zum Teil. Es sind vor allen Dingen die härteren Stücke, die bei diesem Album irgendwie nicht so ganz mitreißen können, die auf anderen Savatage-Platten deutlich mehr zu überzeugen verstehen. So sind die herausragenden Titel auf „Streets: A Rock Opera“ eher die sanften Balladen, für die Savatage schon immer das perfekte Gefühl hatten. Hier lohnt es sich dann sehr, sich fallen zu lassen und ganz tief einzutauchen in den Klangkosmos der Band.

Fazit: Wahrlich keine schlechte Scheibe, dieses „Streets: A Rock Opera“, das erste Metal-Konzeptalbum. Am überzeugendsten klingt dies dann, wenn die Musiker in die weichen und sanften Balladen eintauchen. Die härteren Rockstücke klingen hier nicht ganz so überzeugend, wie auf mancher Scheibe davor und danach. Trotzdem, wie bereits geschrieben, absolut keine schlechte Scheibe. Neun Punkte.

Anspieltipps: Streets, Tonight He Grins Again, A Little Too Far, Can You Hear Me Now? Heal My Soul